einer der wichtigsten Schützer der Meere, Paul Watson, wurde am Montag am Frankfurter Flughafen festgenommen. Sein Vergehen: Vor der südamerikanischen Küste hatte er 2002 hunderte Haifische vor dem grausamen Finning bewahren wollen. Bei dieser tierquälerischen Methode werden den Tieren die Rückenflossen abgetrennt, dann werden sie ins Meer zurückgeworfen, wo sie langsam verenden.
Obwohl selbst Interpol empfohlen hat, Paul Watson nicht festzunehmen und eine internationale Fahndungsausschreibung ablehnte, hat das Amtsgericht Frankfurt seine Festhaltung beschlossen. Diese Entscheidung ist absurd!
Unsere Erde braucht mutige Menschen, die sie verteidigen.
Bitte fordern Sie bei der Justizministerin die sofortige Freilassung von Paul Watson.
Anfänglich zierte sich die Fürstin [ Gloria von Thurn und Taxis ] noch ein wenig. Kondomautomaten an Schulen finde sie "ziemlich daneben", ehrlich gesagt. Die hätten dort ebenso wenig etwas verloren wie Zigaretten- oder "Haschischautomaten". spiegel.de 16.5.2012
Man stutzt über zwei gegeneinander wirkende Wörter, ehe man merkt, daß das erste zu dem von der Reform verbotenen „ebensowenig“ gehört.
Liebe Bundeskanzlerin,
… Ganz Europa ist gegen Sie.
Wie schlafen Sie?
Wie wachen Sie auf? Als die brutalst sparendste Frau Europas.
Recken Sie Ihr Kinn nach vorne, duschen Sie kalt?
Wie ist das, eine böse Frau zu sein, in der Weltgeschichte? Bild.de 10.5.2012
Zu Mozarts geruhsamen Zeiten reckte man anderes: „Schlaf fei g'sund und reck den ...“
Karlsruhe (mda) - Frank Mentrup ist Staatssekretär im Kultusministerium und SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe. Am Montag kam er anlässlich des bundesweiten EU-Projekttags in die Europäische Schule in Karlsruhe (ESK) und diskutierte mit Schülern…
"Was waren Ihre Eltern von Beruf?", fragte ein Schüler. "Meine Mutter hat als Ärztin gearbeitet. Mein Vater ist Germanist". Und der wollte einmal sogar die Großschreibung abschaffen, erfuhren die Schüler. Doch der Vorschlag der Kommission zur Rechtschreibreform für eine sogenannte gemäßigte Rechtschreibung (nur der erste Buchstabe das Satzes wird groß geschrieben) scheiterte damals am Willen der Politik. Daher habe sein Vater wenig von Politkern gehalten, so Mentrup. "Viel anstrengendes Gerede und das meist ergebnislos", habe der gesagt... ka-news.de 14.5.2012
Dann hat Mentrup sen. vom Volk gewiß noch weniger gehalten – das die ganze „Reform“ zum Scheitern gebracht hätte, wenn von ihm wirklich alle Staatsgewalt ausgegangen wäre.
Moin!
Die SPD will ihr Einheitsschulmodell Gemeinschaftsschule knallhart durchsetzen. Begö(th)schende Larifari-Äußerungen von Frau Wende? Vor der Wahl, kein Parteimitglied, Einheitsschule für Einheitskinder, basta!
Hier im Anhang der heute in den KN in der Druckausgabe dazu erschienene Artikel, online leider nicht verfügbar.
(Hintergrund: Die KN gehören seit einiger Zeit zur Madsack-Verlagsgruppe, an der die SPD direkt mit 20% der Gesellschaftsanteile beteiligt ist)
Zitat KN:
"Für 15 der 99 Gymnasien könnten die Koalitionsverhandlungen zu einer wahren Zitterpartie werden. All jene, die sich auf Grundlage der schwarz-gelben Schulgesetznovelle für die Einführung eines neunjährigen gymnasialen Bildungsganges entschieden haben, müssen nämlich befürchten, dass sie sich im nächsten Schuljahr erneut umstellen - müssen. Der Grund: Die SPD will eine klare Trennung durchsetzen. An den Gymnasien soll es nur noch das Turbo-Abi nach acht Jahren geben. Der neun. jährige Weg zur Hochschulreife soll allein den Gemeinschaftsschulen vorbehalten bleiben, die dafür mit neuen Oberstufen ausgestattet werden sollen."
Der ganze Text im Anhang.
Definiere "Lieblingsland".
Nebenbei interessant, hat nichts mit Schule zu tun, aber ganz ansehen:
zum Thema:
'Wie Nachrichten gemacht werden, und was dahinter geschieht.'
Gruß,
UK
Kieler Nachrichten v. 15.05.2012:
Konflikt ums Turbo-Abitur: 15 Gymnasien müssen bangen
SPD will keine neuen G9-Angebote mehr - Unterstützung vom Rechnungshof
Von Bodo Stade
Kiel. Für 15 der 99 Gymnasien könnten die Koalitionsverhandlungen zu einer wahren Zitterpartie werden. All jene, die sich auf Grundlage der schwarz-gelben Schulgesetznovelle für die Einführung eines neunjährigen gymnasialen Bildungsganges entschieden haben, müssen nämlich befürchten, dass sie sich im nächsten Schuljahr erneut umstellen müssen. Der Grund: Die SPD will eine klare Trennung durchsetzen. An den Gymnasien soll es nur noch das Turbo-Abi nach acht Jahren geben. Der neunjährige Weg zur Hochschulreife soll allein den Gemeinschaftsschulen vorbehalten bleiben, die dafür mit neuen Oberstufen ausgestattet werden sollen. Nach diesem Plan würden nur noch die laufenden G9-Jahrgänge an den Gymnasien zum Abschluss geführt werden. Danach wäre mit G9 endgültig Schluss. Ob es so kommt, werden die Koalitionsverhandlungen zeigen. Grundsätzlich gilt: Auch den künftigen Partnern liegen die Gemeinschaftsschulen am Herzen. Ebenso wie die SPD plädieren auch Grüne und SSW für das längere gemeinsame Lernen. Doch in einem kleinen, aber entscheidenden Punkt sind die Grünen ganz anderer Ansicht als die Genossen. Sie wollen an den 15 Gymnasien, die sich für G9 oder das gleichzeitige Angebot von G8 und G9 entschieden haben, alles so lassen, wie es ist - und haben für diese Position auch im Wahlkampf geworben.
Wer sich durchsetzt, ist offen. Ausgerechnet vom Landesrechnungshof erhalten die Sozialdemokraten allerdings Unterstützung. Die Wiedereinführung von G9 sei „nicht kostenneutral" und eine „Insellösung", heißt es in den gerade erst vorgelegten Bemerkungen 2012. Als „besonders unwirtschaftlich" wird der parallele Betrieb von G8 und G9 bezeichnet. Dieses sogenannte Y-Modell wird an vier Gymnasien praktiziert, die laut Rechnungshof „auch noch zu den kleinsten Gymnasien im Land gehören". Elf weitere bieten G9 pur. Ein Dorn im Auge ist den Rechnungsprüfern auch die Tatsache, dass neun der 15 Gymnasien in weniger als zehn Kilometer Entfernung zur nächsten Ge-
meinschaftsschule liegen. Dieses Nebeneinander sei „aufzulösen", heißt es.
Der Landesrechnungshof betont zwar, dass die Schulen nach den Reformen der vergangenen Jahre Ruhe brauchen. Dies dürfe aber nicht dazu führen, „dass unwirtschaftliche Strukturen beibehalten und notwendige Entscheidungen herausgeschoben werden".
Der Rechnungshof hat der künftigen Koalition allerdings auch noch eine andere unbequeme Wahrheit ins Stammbuch geschrieben hat. Bemängelt wird auch, dass an den Gymnasien knapp zehn Prozent des Unterrichts ausfällt - und damit deutlich mehr, als vom Bildungsministerium gemeldet. Zu erklären ist dies damit, dass der Rechnungshof kompromisslos jede Stunde als Unterrichtsausf all wertet, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht erteilt wird. Als Gegenmaßnahme fordert er unter anderem einen flexiblen Einsatz der Lehrkräfte. Neue Stellen müssten dagegen nicht geschaffen werden. Dieses Vorgehen habe bereits in der Vergangenheit zu keinem Erfolg geführt.
Der Schleswig-Holsteinische Elternverein und die Initiative G9-jetzt ! fordern von den politisch Verantwortlichen:
„Gebt den Schulen endlich den versprochenen Schulfrieden !
Es muß endlich an den Schulen Ruhe einkehren. Keine weiteren Zwangsumwandlungen an den Schulen über den Willen der Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulträger hinweg!“ sagte Astrid Schulz-Evers, Vorsitzende des SHEV, heute in Plön.
„Die Gymnasien haben sich nach einer mehrjährigen und detaillierten Auseinandersetzung bewußt für G9 bzw. G8 und G9 parallel oder für G8 entschieden. Diesen langen Weg durch eine Koalitionsentscheidung wieder in Frage zu stellen, wird wieder zu erheblichen Unruhen und Verunsicherungen bei allen Beteiligten führen“, so Schulz-Evers.
Anlaß sind die Koalitionsverhandlungen zum Thema Bildung und der jetzt herausgegebene Bericht des Landesrechnungshofes. „Die zukünftige Koalition sollte den Bericht des Landesrechnungshofes kritisch lesen - er enthält nachweislich falsche Aussagen wie: „Es gibt bisher in keinem anderen Bundesland öffentlich gemachte Konzeptionen, um zu einem regulären G9-Bildungsgang am Gymnasium zurückzukehren. Schulversuche sind keine Rückkehr zum regulären G9-Bildungsgang am Gymnasium“. Tatsache ist: Rheinland-Pfalz hat G9 nie abgeschafft - dort bieten 129 Gymnasien G9 (nicht als Schulversuch) und nur 17 Gymnasien G8 an – und das seit der Einführung von G8 vor über 10 Jahren
.
Weiterhin ist laut Landesrechnungshof „die Wiedereinführung von G9-Bildungsgängen an den Gymnasien nicht kostenneutral“. Da die Kultusministerkonferenz für G8 und G9 dieselbe Wochenstundenzahl von 265 vorgegeben hat, kann sich eine Kostendifferenz kaum ergeben. Sollten jedoch die 93 Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden und dann insgesamt 203 Gemeinschaftsschulen eine gymnasiale Oberstufe erhalten, so ist G9 tatsächlich nicht als kostenneutral anzusehen – zumindest nicht an den Gemeinschaftsschulen. Allein das Bauvolumen an einer Gemeinschaftsschule im hiesigen Kreis würde über 6 Millionen betragen. Jede gymnasiale Oberstufe benötigt mindestens 10 gymnasiale Lehrkräfte. Und das bei rückläufigen Schülerzahlen. Anstatt bewährte Schulformen – dazu gehört auch G9 - zu erhalten, wird der Schulkannibalismus geschürt“, so Astrid Schulz-Evers abschließend.
Informationen zur Initiative G9-jetzt! finden sich auf der Webseite http://www.g9jetzt.de
Walter Boehlich ( 1921 - 2006 ) Literaturkritiker, Übersetzer und Herausgeber
Aus irgendeinem Grund weigerte sich Boehlich, die ß-Taste seiner Maschine zu betätigen, und so verwendete er in Vorwegnahme der Rechtschreibreform an den entsprechenden Stellen immer ein Doppel-s.
Familienarchiv Boehlich, Mappe Wolfgang Boehlich, Lebenserinnerungen. Die Vermeidung des „ß“ war in der Familie nicht unüblich. Sie lässt sich auch in Briefen von Edith Boehlich nachweisen. Bei Walter Boehlich wird sie programmatisch. Er benutzt in seinen Manuskripten meist „ss“, auch wenn es in den Veröffentlichungen herausredigiert wurde. Anlässlich der Reform der deutschen Rechtschreibung fordert er, dass „grundsätzlich, wie in der Schweiz, das nicht in die lateinische Schrift gehörende und unnütz verwirrende ß abzuschaffen“ sei.
Walter Boehlich: Reform der Vernunft? Die „kleine Reform“ der Rechtschreibung; halbe Lösungen und komplette Idiotien. In Titanic 17 (1995) H. 1, S. 20-23, hier S. 23.
[Walter Boelich: Kritiker, Hg. Helmut Peitsch, Helen Thein-Peitsch; Fußnote 38, S. 29]
WWF-Studie zum Öko-Fußabdruck
Ökologisch gesehen lebt die Menschheit weit über ihre Verhältnisse. Laut einer WWF-Studie wird die Natur so stark beansprucht, dass eigentlich 1,5 Erden nötig wären, um den Ressourcenbedarf nachhaltig zu decken. … Setze sich der Trend fort, beanspruche die Menschheit bis 2030 doppelt so viel Kapazität, wie die Erde eigentlich bereitstellen könne. 2050 wären es sogar fast drei Mal so viele.
Der ökologische Fußabdruck … wird in der Einheit globaler Hektar (Gha) angegeben. Ein Abdruck gibt an, wie viel Fläche und damit Biokapazität für einen Lebensstil benötigt wird. … "Damit verbraucht die Menschheit 1,5-malso viel natürliche Ressourcen wie sie sich jährlich erneuern", erklärte der WWF.… Immer mehr Dämme, Überfischung, Umweltverschmutzung sind Gründe dafür, dass der Baiji-Flussdelfin in China nun als ausgestorben gilt…. Der Bestand des im Südatlantik beheimateten Wanderalbatroses ist seit 1972 stark zurückgegangen…
Der WWF zählt rund 30 Arten auf, die endgültig komplett oder in der Natur ausgestorben sind - darunter … der Waldrons Roter Stummelaffe (Ghana/Elfenbeinküste). … spiegel.de 15.5.2012
Nur eine Art intelligenter Raubaffen hat sich inzwischen auf unangenehme 7 Milliarden Exemplare vermehrt.
Grünen-Politiker fordern Umwandlung von Kirchensteuer
München (kath.net/KNA) Mehrere katholische Politiker der Grünen fordern laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (Montag) die Umwandlung der deutschen Kirchensteuer in eine «Kultursteuer» nach italienischem Vorbild. Dort könne jeder Erwerbstätige einen Beitrag an eine wohltätige oder religiöse Institution seiner Wahl entrichten. Es sei nicht sinnvoll, «zuzuschauen, wie viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten», zitiert das Blatt aus einer Erklärung zum bevorstehenden 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim. Unterzeichnet ist das Papier dem Bericht zufolge unter anderen von den Bundestagsabgeordneten Agnieszka Brugger, Gerhard Schick und Josef Winkler. Winkler sitzt auch im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, dem Veranstalter des Katholikentags... kath.net 14.5.2012
Dieser Gedanke wird immer wieder aufgewärmt. 1996 veröffentlichten die „Kieler Nachrichten“ meinen Leserbrief zum Thema „Sinkende Kirchensteuern“, der ungefähr so lautete: ... Jetzt denken Kirchenkreise über unser verbliebenes Geld, das sie nichts angeht, weiter nach und möchten Kirchenferne zu einer „Kultursteuer“ verpflichten, damit sich ein Kirchenaustritt nicht lohnt. – Ebenso könnte der Staat bei sinkendem Hundesteueraufkommen alle Nicht-Hundebesitzer zu einer „Sozialsteuer“ verpflichten, damit sich die Abschaffung des Hundes nicht lohnt. Die Kirchen sollten doch selber Beiträge erheben, wie andere Vereine auch. – Das Wort „andere“ wurde – natürlich nur aus Platzgründen – von der Redaktion gestrichen.
Ein ähnlicher Zutreibergedanke liegt auch dem schulischen Religionsersatzunterricht zugrunde. Eine Abmeldung vom Religionsunterricht soll sich nicht lohnen.
„… ein anderer wird dich gürten ... und führen, wohin du nicht willst.“ Joh. 21:18 – zugleich Titel des Buches von Helmut Gollwitzer (1951) über seine russische Gefangenschaft.
Jugendweihe: Eine Firmung, die den Unglauben stärkt
Die Jugendweihe hat das Ende der DDR überlebt
… Was die ungleichen Feiern widerspiegeln, haben Soziologen der Uni Chicago in Zahlen gegossen auf den Punkt gebracht: Ostdeutschland ist die gottloseste Region der Welt. Die Forscher haben Menschen in 30 Ländern mit christlichen Mehrheiten befragt ... Das Ergebnis: Knapp 60 Prozent haben in der Ex-DDR noch nie an Gott geglaubt, nur für acht Prozent existiert ein persönlicher Gott. Das macht die Ostdeutschen zu Weltmeistern in Sachen Atheismus. Die Presse 12.5.2012
Es soll hier gar nicht erörtert werden, wie dies nun ethisch zu bewerten ist. Es kann aber die Tatsache festgestellt werden, daß unsere „Demokratie“ nach dem Ende der DDR den religiösen Reconquistadoren Machtpositionen eingeräumt hat, die es ihnen ermöglichten – die Bürger übertölpelnd – „Gott“ sogar in neue Länderverfassungen einzuschleusen.
Die veröffentlichten Stimmanteile der Parteien repräsentieren nur 59,3 Prozent der Wahlbürger. Gegenüber Schleswig-Holstein haben die Nichtwähler nochmal um 0,8 Prozent zugelegt. Das umgerechnete wahre Wahlergebnis sieht daher so aus:
NICHTWÄHLER 40,7%; SPD 23,2%; CDU 15,6%; GRÜNE 5,8%; FDP 5,1%; PIRATEN 4,6%; DIE LINKE 1,5%; ProNRW 0,9; NPD 0,3%;
Ein rot-grünes Regierungsbündnis entspräche also nur dem Willen von 29 Prozent der wahlberechtigten Bürger.
Der hoffnungslose Kampf des Affen-Retters
… Das Affenbaby aber klammert sich ängstlich am Safarihemd des Deutschen fest, unruhig wandern seine brikettschwarzen Augen hoch zu Nadlers Vollbart, taxieren die buschigen grauen Augenbrauen. Es weiss noch nicht, dass es jetzt erst einmal in Sicherheit ist… [Tilo] Nadler: "Viele Vietnamesen, die unseren Nationalpark besuchen, fragen nachher, wo sie denn die Tiere essen können, die sie gerade gesehen haben." … Wenn seine beiden Söhne groß sind, werden die meisten vietnamesischen Affenarten ausgerottet sein. spiegel.de 12.5.2012
FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung - vor 17 Stunden
Nun, meinte ich darauf, das kann gut sein, aber dass wäre so als würde man Christen sagen „Hängt doch diese Kreuze aus euren Kirchen“.
Mitteldeutsche Zeitung - vor 17 Stunden
"Ich habe damals in der Zeitung gelesen, dass er sich aus seinem Amt als Regierungspräsident verabschiedet und dachte, dass wäre der Richtige", erzählte er.
"Sprachstyropor macht mir schlechte Laune"
Implementierung, Paradigmenwechsel, Diskursivität: Das ist typisches Wissenschaftsdeutsch - unverständlich und aufgebläht. Im Interview erklärt Geschichtsprofessor Valentin Groebner, wie Studenten sich dahinter verstecken ...
Groebner: Wenn von "Implementierung" die Rede ist, von "vielfältigen Vernetzungen", "Handlungshorizonten", "Diskursivität". Oder Satzanfänge wie "Hier ist nur andeutungsweise formulierbar, inwiefern der Paradigmenwechsel..." Diese Art Styropordeutsch ist wie eine allzu dicke Verpackung: Man kann nicht mehr erkennen, was darin steckt.
... Vor 20 Jahren habe ich meiner Dissertation über Wirtschaftsgeschichte im späten Mittelalter ein Zitat vorangestellt, das sehr seriös klang; es war aber eine Zeile aus einem Song von "The Smiths": 'A double bed, and a stalwart lover, for sure / These are the riches of the poor.' Die Dissertation handelte von den Überlebenspraktiken der Armen in einer spätmittelalterlichen Grossstadt. Betten kamen darin sehr wohl vor, als Wertgegenstände, aber keine strammen Liebhaber. Damals fand ich das sehr cool, heute nicht mehr ganz so überzeugend.
Affe „Seonie“ trägt Gipsbein - und kommt damit zurecht
Um den gebrochenen Fuß ruhig zu stellen, sei das Bein bis zur Höhe des Knies eingegipst worden... Seitdem turnt Seonie erstaunlich behände mit ihrem Gipsbein durch das Affenhaus und das Außengehege. Münsterländische Volkszeitung 12.5.2012
Duden konfus
1989: der Arm wurde ruhiggestellt;
2004: einen Patienten ruhig stellen;
2006: ein Gelenk ruhig stellen oder ruhigstellen.
In der „jungen Welt“, die weiterhin in bewährter Rechtschreibung erscheint, erinnert Helmut Donat an Hans Paasche und seine »Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland«, dessen fiktiver Reisebericht vor hundert Jahren in Briefform erschien:
Alles, was die Deutschen damals als besonders wertvoll und selbstverständlich ansahen, stellt Lukanga in Frage. Der Hurrapatriotismus, die Heuchelei und Großmannssucht, der Korpsgeist und die Vergötzung der Macht, der Pflicht- und Ehrbegriff, das Erbrecht und die soziale Ungerechtigkeit, die Organisation des Arbeitslebens, der Volkswirtschaft, des Verkehrs und Geldwesens, die Eß- und Trinkgewohnheiten, das »Rauchstinken«, die sinnlose Geschäftigkeit und Bierseligkeit, die »Unsitte des Bekleidens«, die Reklame und Buchstabengläubigkeit, die Schmutz- und Schundliteratur, die alltäglichen Lebenslügen und Verrücktheiten der Weißen: All das und mehr wird von Lukanga Mukara staunend betrachtet und anschaulich und geistreich, spöttisch und verabscheuend, aber auch mitfühlend für das Leid der Betroffenen geschildert...
In Ostafrika war er [Hans Paasche] 1905 an der Niederwerfung von Aufständen beteiligt und wandelte sich vom Marine- und Kolonialoffizier zum Ankläger des Militärwesens und »Freund Afrikas«. Er trat für Frieden und soziale Gerechtigkeit, für Umwelt-, Tier und Naturschutz ein, bekämpfte den Militarismus und Nationalismus, die Todesstrafe und den Alkoholismus, wirkte für Vegetarismus, Bodenreform, Frauenstimmrecht und »natürliche Lebensweise«. Wegen seiner Kriegsgegnerschaft wurde Paasche im Oktober 1917 inhaftiert und in ein Berliner Nervensanatorium gesteckt. Rosa Luxemburg, Carl von Ossietzky, Kurt Tucholsky und Friedrich Wilhelm Foerster bewunderten ihn... Im Mai 1920 erschossen ihn rechtsradikal gesinnte Reichswehrsoldaten auf seinem Gut »Waldfrieden« in der Neumark. Hans Paasche hat den Erfolg seines »Lukanga Mukara« nicht mehr erlebt. jungewelt.de 12.05.2012
Ich besaß während meiner Schulzeit den „Papalagi“ von Erich Scheurmann und war erstaunt, als ich erfuhr, daß dieser nur ein wenig später erschienenes Ideenplagiat von Paasches Brieftexten war. Als der „Papalagi“, neu aufgelegt, im Zuge der Alternativwelle 1977 zu einem ungeahnten Erfolg wurde, kam es zu einem bemerkenswerten Rechtsstreit mit bundestypischem Ausgang – siehe ZEIT v. 24.11.1989, noch in „unverzimmerter“ Rechtschreibung.
Paasche wäre ein würdiger Namengeber für Straßen u.ä. Anscheinend hat das aber noch niemand erfolgreich vorschlagen können.