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Die Wikipedia – Ihre merkelsche/Merkel’sche Stimmungskanone für 2009



In der Wikipedia treffen sich bekanntlich die gefrustet-fröhlichen Lehrer, die ihre neue Beweglichkeit unter Beweis stellen wollen. Damit unsere Leser für 2009 im Merkelschen Sinne („2009 wird ein schlechtes Jahr“, Die Welt) schon mal so richtig in Stimmung kommen, hier ein Blick in die Wikipedia (http:/de.wikipedia.org/index.php/Diskussion:Gödelscher Unvollständigkeitssatz, damit sie mal sehen, was unsere Lehrer so treiben, wenn sie gerade mal keine Hefte zum rot Anmalen (schreibt man das so?) haben:

>>Rechtschreibung: „Gödelscher Unvollständigkeitssatz“ oder „gödelscher Unvollständigkeitssatz“?
Soeben habe ich festgestellt, dass jemand die Bezeichnung „Gödelscher Unvollständigkeitssatz“ umgeändert hat in „gödelscher Unvollständigkeitssatz“. Als Begründung wurde eine Regel aus dem DUDEN angeführt.
Das mag ja so im DUDEN stehen, aber ob es in diesem Fall sinnvoll ist, das ist eine zweite Frage. Meiner Auffassung wird „Gödelscher Unvollständigkeitssatz“ dort, wo man davon spricht, als Eigenname für einen bestimmten Satz gebraucht; weshalb „Gödelscher“ m. E. großgeschrieben werden sollte. Der DUDEN kann nicht alle zusammengesetzten Begriffe kennen, die in bestimmten Fachgebieten üblich geworden sind.
Was meint ihr? -- Irene1949 12:39, 19. Mär 2006 (CET)

Du hast die Wahl: Entweder schreibst du „Gödel'scher Unvollständigkeitssatz“ oder „gödelscher Unvollständigkeitssatz“. Das Apostroph macht den Unterschied. Siehe auch die amtliche Regelung Deutsche Rechtschreibung: Regeln und Wörterverzeichnis, § 62: „Kleingeschrieben werden adjektivische Ableitungen von Eigennamen auf -(i)sch, außer wenn die Grundform eines Personennamens durch einen Apostroph verdeutlicht wird, ferner alle adjektivischen Ableitungen mit anderen Suffixen.“ (Seite 66). --jpp ?! 17:56, 19. Mär 2006 (CET)

Zufällig stolpere ich jetzt doch noch über diese Frage. Damit ist wohl meine Änderung gemeint, allerdings habe ich nicht den Artikel auf neue Rechtschreibung umgestellt, sondern diese Änderung von jemand anderem rückgängig gemacht: Ich habe keine besondere Präferenz für die eine oder andere Schreibweise, aber ich finde, man muss nicht noch 2006 die neue und seit zehn Jahren geltende Schreibung aktiv auf die alte und nicht mehr korrekte ändern.
Das offizielle Regelwerk ist jedenfalls eindeutig, siehe z.B. diesen Link.
Viele Grüße, --GottschallCh 08:35, 21. Mär 2006 (CET)

Wir sind nicht verpflichtet, alles so zu machen, wie es im Duden steht. Nach Angaben von Pill tun die deutschsprachigen Presseagenturen das ja auch nicht.
Und auch in Wikipedia richtet man sich nicht immer nach dem Duden. Für biblische Namen gibt es beispielsweise die Regel: „Für Eigennamen in der Bibel erwähnter Personen, Bücher, Landschaften etc. verwendet die Wikipedia das Ökumenische Verzeichnis der biblischen Eigennamen nach den Loccumer Richtlinien (ÖVBE).“ (Wikipedia:Namensgebung biblische Namen).
Dabei wäre es viel sinnvoller, sich bei der Schreibung biblischer Namen nach dem Duden zu richten, weil der Duden sich dabei nach dem allgemeinen Sprachgebrauch richtet. Während der Duden sich mit der Forderung, das „Ohmsche/ohmsche Gesetz“ (und entsprechend wohl den Gödelschen/gödelschen Unvollständigkeitssatz) mit kleinen Anfangsbuchstaben oder mit Apostroph zu schreiben, in Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch setzt.
Eindeutig ist die Duden’sche Regelung übrigens nicht: „Großgeschrieben wird auch, wenn die Fügung als Ganzes ein Eigenname ist (vgl. R 56). die Meyersche Verlagsbuchhandlung; der Halleysche Komet“ (Duden, 21. Auflage, auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln, R 94) So wenig der Halleysche Komet ein Eigentum des Herrn Halley ist, so wenig ist der Gödelsche Unvollständigkeitssatz ein Eigentum des Herrn Gödel; Herr Gödel ist, ebenso wie Herr Halley, nur der Entdecker. Der „Gödelsche Unvollständigkeitssatz“ bezeichnet nicht einen bestimmten Satz, den Herr Gödel mal in einer bestimmten Formulierung zu Papier gebracht hat – vielmehr bezeichnet er eine bestimmte Erkenntnis, die heute vielfach ganz anders formuliert wird. Für den Satz gilt etwas anderes als für die Formulierung: Die gödelsche Formulierung des bekannten Satzes hat sich nicht in der gleichen Weise verselbstständigt, und da sähe ich keinen Grund, „gödelsche“ großzuschreiben. -- Irene1949 15:38, 21. Mär 2006 (CET)

Die Unterscheidung zwischen einer gödelschen Formulierung und dem gödelschen Unvollständigkeitssatz ist das Entscheidungskriterium der alten Rechtschreibung. Die neue Rechtschreibung lässt dieses Kriterium weg und sieht durchgängig Kleinschreibung vor, außer es handelt sich um Eigennamen (die auch bisher groß geschrieben wurden); will man den Namen besonders hervorheben, darf man das ohnedies durch Großschreibung plus Apostroph ("eine Gödel'sche Formulierung").
Den Hinweis aufs Eigentum kann ich nicht so recht interpretieren, denn Eigennamen haben ja nichts mit Eigentum zu tun, sondern benennen eine natürliche oder juristische Person ("Gödelsche Verlagsbuchhandlung"), einen (geographischen) Ort im weitesten Sinn ("Gödelscher Komet") oder ein Werk ("Faust II"). "Halleyscher Komet" ist der Eigenname eines Himmelskörpers, "Gödelsche Satzverwertungsgesellschaft" ein Firmenname, und schließlich könnte es sogar ein Buch des Titels "Gödelscher Unvollständigkeitssatz" geben, das den gödelschen Unvollständigkeitssatz behandeln würde. Dass ein Sprachausdruck genau einen Gegenstand benennt, macht ihn aber nicht zum Eigennamen im grammatikalischen Sinn, sonst müsste man z.B. auch "Gegenwärtige Bundeskanzlerin Deutschlands" schreiben. Ich finde die vom Duden gebrachten Beispiele "Halleyscher Komet" versus "ohmsches Gesetz" ohnedies recht illustrativ. Wenn es aber der gödelsche Unvollständigkeitssatz in Person sein soll, dann habe ich hier nur den "Brockhaus in Text und Bild 2006", darin ist "g?ödelscher Unvollst?ndigkeitssatz" ein Lemma. Viele Grüße, --GottschallCh 03:38, 23. Mär 2006 (CET)

Nach den Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung, S. 17, soll man Verbindungen wie "das Schwarze Brett" wieder großschreiben dürfen. Es wäre sinnvoll, diese Regelung auch auf das Ohmsche Gesetz und den Gödelschen Unvollständigkeitssatz auszudehnen.
Normalerweise bin ich ja ein Fan der neuen Rechtschreibung, aber in ein paar Einzelheiten sind die Regelungen der alten Rechtschreibung entschieden vorzuziehen. Viele Grüße -- Irene1949 19:06, 23. Mär 2006 (CET)

Die Preisfrage lautet also: Ist der Gödel'sche Satz ein Eigenname? Da ich ihn im Studium ohnehin eher als „Satz von Gödel“ kennengelernt habe, denke ich, dass er kein Eigenname ist. --jpp ?! 08:43, 24. Mär 2006 (CET) PS: Vielleicht sollten wir den Artikel in „Unvollständigkeitssatz von Gödel“ umbenennen um diesen fruchtlosen Disput zu beenden? ;-)

Nee, bitte nicht umbenennen. Es gibt Dutzende von Links auf den Artikel.
Wir können den Disput auch einfach so beenden. -- Irene1949 15:05, 24. Mär 2006 (CET) <<

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Übrigens heißt es in der jetzigen Wikipedia Gödelscher Unvollständigkeitssatz.
Die Frau Irene finde ich klasse; vielleicht die große Schwester von Prof. Ickler.
Bei dem Herrn Gottschall Ch. kann ich mir so richtig vorstellen, wie er so im Dritten Reich gewesen wäre.

Detlef Lindenthal

04.01.2009 01:55   Rechtschreibreform und Gruppendynamik   >   Wikipedia: Die merkelsche/Merkel’sche Stimmungskanone für 2009   Beitrag einzeln


Johannes Mario Simmel ist tot

Er war der Meister des Trivialen
Im Alter von 84 Jahren ist am Neujahrstag Bestsellerautor Johannes Mario Simmel im schweizerischen Zug gestorben. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei weit über 75 Millionen Exemplaren. Seine Literatur war Unterhaltung und zugleich das humane Engagement für eine bessere Welt. …

rp-online 3.1.09

In allen Nachrufen heute wird aber dies und ähnliches verschwiegen:

Juni 1997
Eine "Interessengemeinschaft österreichischer Autoren" kämpft dagegen, daß literarische Texte in Schulbüchern entsprechend der Rechtschreibreform verändert werden. Elfriede Jelinek, Johannes Mario Simmel, Ernst Jandl, Ilse Aichinger und andere unterschreiben eine öffentliche Untersagungserklärung.


Sigmar Salzburg

03.01.2009 14:49   Bücher   >   Ordentlich gedruckte Bücher   Beitrag einzeln


Verfassungsrechtlich Wesentliches

Verfassungsgericht
„Dummschwätzer“ muss keine Beleidigung sein
30. Dezember 2008 Wer einen anderen einen „Dummschwätzer“ nennt, muss ihn damit nicht unbedingt beleidigt haben. Zwar sei die Wortwahl ehrverletzend, entschied das Bundesverfassungsgericht. Sie sei aber erst dann eine Schmähung, wenn nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache im Vordergrund stehe, sondern die Diffamierung des Anderen.
faz.net u.a.

Dummschwätzer haben keinen Anspruch auf verfassungsrechtlichen Schutz – anders als kultusministerielle Dummreformierer!

Trotzdem: Allen Freunden der guten alten Rechtschreibung ein Gutes Neues Jahr 2009!



Sigmar Salzburg

31.12.2008 16:19   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 2   Beitrag einzeln


Spiegel-Rechtschreibung – forscher Kotau und brunscher Witz

Traditionell schreibt man adjektivisch gebrauchte Eigennamen groß, „wenn sie die persönliche Leistung oder Zugehörigkeit ausdrücken.“ (Duden 1986), und klein, wenn „nach Art von“ gemeint ist – etwa „Platonische Körper“ und „platonische Liebe“. In der nichtsnutzigen „Rechtschreibreform“ der Kultusminister soll das verboten sein. Das ist ungünstig für das Leseverständnis, wie der gerade erschienene Spiegel-Artikel „Primzahlen“ zeigt. Zum einen wirkt besonders bei weniger bekannten Namen die Kleinschreibung irritierend. Zum anderen sind die aufgeführten Begriffe meist lange schon als Eigennamen eingeführt.

Der Spiegel-Artikel zitiert ganz richtig den Roman „Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung“ von Apostolos Doxiadis. Im weiteren ist jedoch nur noch von der „goldbachschen Vermutung“ die Rede, vom „gaußschen Primzahlensatz“, von der „riemannschen Vermutung“, der „riemannschen Zeta-Funktion“, der „brunschen Konstante“ und dem „brunschen Witz“...

SPON v. 25.12.08


Sigmar Salzburg

28.12.2008 13:57   Beispielsammlung über Sinn und Unsinn   >   GKS 2   Beitrag einzeln





Den Lesern und Schreibern der Rechtschreibseiten
wünsche ich
fröhliche Weihnachten.



Detlef Lindenthal

25.12.2008 20:42   Rechtschreibforum   >   Zu Weihnachten   Beitrag einzeln


Spon verweigert den kultusministeriell verordneten Infantilismus

Kamasutra unter den Wellen
Von Philip Bethge
Ein niederländischer Biologe hat die Fortpflanzung von Tiefsee-Kalmaren ergründet. Beim Sex sind die Kopffüßer brutal und rücksichtslos - aber auch tolpatschig.

Spiegel online 20.12.08
[url]http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,597911,00.html[/url]


Sigmar Salzburg

23.12.2008 16:14   Rechtschreibforum   >   Spiegel Online   Beitrag einzeln


Vortragsankündigung

Schleswig-Holsteinische Universitäts-Gesellschaft SHUG
Sektion Altenholz

Do 14.05.2009, 19.30
Altenholz (bei Kiel)


Ratssaal im Rathaus Altenholz-Stift
Allensteiner Weg 2-4

Prof. Dr. Dr. h.c. Winfried Ulrich

Orthographie und Rechtschreibreform sachlich und nüchtern betrachtet

Sigmar Salzburg

23.12.2008 08:25   Veranstaltungen   >   Vorträge   Beitrag einzeln


Das fängt mit der Rechtschreibreform an.

Rheinischer Merkur 11.12.2008

DEUTSCH IM GRUNDGESETZ 

Ich kreide an

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, fordert Verfassungsrang für unsere Sprache und wettert gegen Sprachverfall und Anglizismen-Inflation.

[Bild: Schreibtafel]

Rheinischer Merkur: Braucht die deutsche Sprache eine Erwähnung im Grundgesetz? Was bewirkt das?

Josef Kraus: Es wäre schlicht ein Stück Normalität. Zwei Drittel der EU-Länder haben die Landessprache in ihrer Verfassung verankert. Auch in der Türkei hat das Türkische Verfassungsrang.

RM: In der Türkei gibt es eine ideologische Abgrenzung zur kurdischen Sprache, in Deutschland haben wir keine vergleichbaren Probleme.

Kraus: Doch. Wir steuern sprachlich auf Parallelgesellschaften zu. Berlin-Kreuzberg und -Neukölln sind fast schon autarke Gebiete. Vom Gemüsehändler bis zum Zahnarzt spricht dort alles türkisch. Ich sehe deshalb die Festlegung auf Deutsch als Landessprache als einen wichtigen Schritt zur Integration.

Die Vorschläge Cem Özdemirs, mehr Türkisch in deutschen Schulen zu lehren, oder des türkischen Premiers Erdogan, der in seiner Kölner Rede sagte, Assimilation sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der türkische Universitäten und Schulen in Deutschland forderte – das alles schmälert eher die Chancen von Bürgern mit türkischem Migrationshintergrund.

RM: Ist dieser Vorstoß nicht eine Wiederauflage der Leitkulturdebatte?

Kraus: Natürlich hat es etwas damit zu tun. Ich habe damit kein Problem, vielmehr stört es mich, wenn der Begriff Leitkultur als quasi-faschistoid wie eine verbale Keule gegen jeden, der diesen Begriff gebraucht, geschwungen wird. Es geht um Identifikation mit einem Gemeinwesen. Sprache ist nun mal die ganz entscheidende Basis von Kultur, weil sich Kultur ganz besonders über Sprache vermittelt.

RM: Normalerweise wird im Grundgesetz etwas festgeschrieben, was es zu schützen gilt. Vor wem oder was muss die deutsche Sprache geschützt werden?

Kraus: Wir müssen die deutsche Sprache schützen gegen einen niveaulosen, globalisierten Sprach-Mischmasch und gegen eine seichte Anglisierung. Im Kampf gegen dieses ausufernde BSE, Bad Simple English, hätte eine entsprechende Grundgesetzpassage eine Signalwirkung. Frankreich hat den Passus mit der Landessprache in seine Verfassung geschrieben und daraus Konsequenzen gezogen, zum Beispiel bei der Abwehr von Anglizismen. Für Zuwanderer ließe sich im Übrigen aus einem Verfassungsrang der Landessprache auch ein gewisser Anspruch ableiten, nämlich dass dieser Staat alles tut, um das Erlernen seiner Sprache zu fördern.

RM: In Frankreich besitzt die Académie Française die Sprachhoheit. Wer wacht hier über die Einhaltung? Die Duden-Redaktion oder das Bundesverfassungsgericht?

Kraus: Ich möchte keine Sprachwarte, die wir, was die Sprache der „political correctness“ betrifft, sowieso schon haben. Ein vorbildlicher Umgang mit der Sprache muss in freiwilliger Selbstverpflichtung an erster Stelle von den Medien, vor allem den öffentlich-rechtlichen, ausgehen. Auch Politiker, sogenannte Experten, Wissenschaftler und, Pardon: Auch Journalisten haben hier einiges zu tun und ein ordentliches, differenziertes, ausdrucksstarkes und verständliches Deutsch zu sprechen beziehungsweise zu schreiben. Und auch in der Schulpolitik gibt es da einiges nachzuholen.

RM: Worin liegen denn deren Versäumnisse?

Kraus: Das fängt mit der Rechtschreibreform an. Sie hat die Attitüde vermittelt, Sprache sei nichts Exaktes und hat damit der Beliebigkeit das Wort geredet. Das Ergebnis sieht man nach zehn Jahren in den Zeitungen, vor allem aber in den Schülerköpfen. Wir haben außerdem den Deutschunterricht in der Stundenzahl in einem Maße zurückgefahren, wie das kein anderes Land mit seiner Muttersprache tun würde. Selbst in sprachlich per se anspruchsvolleren Schulformen, in den Gymnasien, gibt es Jahrgangsstufen, wo pro Woche nur drei Stunden Deutsch unterrichtet werden. Es kommt hinzu, dass man weitgehend auf Literaturkanons verzichtet hat. Bei Deutschtests haben Schüler zum Teil nur noch Lückentexte zuzustöpseln und Multiple-Choice-Kreuzchen zu machen.

RM: Wäre es nicht genauso sinnvoll, eine Lanze für die deutsche Sprache im Ausland zu brechen, wo sie an Bedeutung verliert?

Kraus: Es ist tatsächlich ein gewaltiges Versäumnis, das ich der Bundesregierung, der Außenhandelswirtschaft und der Wissenschaftspolitik in Deutschland anlaste. Das beginnt mit der schwindenden Bedeutung der deutschen Sprache in der EU, es setzt sich fort in der mangelnden Bereitschaft deutscher Unternehmen, im Ausland die deutsche Sprache zu gebrauchen, und es schlägt sich auch nieder in der Geringschätzung dessen, was im deutsch-französischen Kulturabkommen festgelegt ist. Dort verpflichten sich die beiden Partner, die Sprache des jeweils anderen zu fördern.

Wir Deutschen tun das mit dem Französischen, indem etwa die Hälfte unserer Gymnasiasten und viele Realschüler in den entsprechenden Regionen Französisch lernen. Die Franzosen kümmern sich relativ wenig darum, dort hat das Deutsche erheblich verloren gegenüber dem Spanischen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Franzosen eine schulpolitische Kampagne zugunsten des Deutschen machen.

RM: Und was soll die Außenpolitik tun?

Kraus: Aufwachen! Sie hat die Stabilisierung des Deutschen im osteuropäischen Raum verschlafen. Ich sehe die Gefahr, dass es dort vom Englischen verdrängt und nicht mehr als erste Fremdsprache gelehrt wird. Im Wissenschaftsbetrieb meinen quasi-englisch radebrechende Professoren, sie würden sich als besonders modern erweisen, wenn sie Vorlesungen auf Englisch halten. Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft werden auf Englisch gestellt, obwohl die Gutachter Deutsche sind. Das sind alles Entwicklungen, die ich mit Sorge sehe.

RM: Selbst konservative Politiker haben sich zum Vorstoß „Deutsch ins Grundgesetz“ beim Stuttgarter CDU-Parteitag bedeckt gehalten. Auch die Kanzlerin. In anderen Parteien gibt es dafür überhaupt keine Mehrheit. Woran liegt es, dass die Politiker diesbezüglich so vorsichtig sind?

Kraus: Ob das Konservative sind, lassen wir einmal außen vor. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigte sich doch sehr überrascht über die jüngsten Äußerungen der Kanzlerin, er hatte von ihr anderes in Erinnerung. Wirklich ärgerlich sind die Beiträge eines Herrn Ströbele und anderen von den Grünen. Von Deutschtümelei und solchem Unsinn war da die Rede. Ich halte das für maßlos überzogen, ja für nachgerade lächerlich.

RM: Wer schützt das Deutsche vor dem falschen Deutsch?

Kraus: Die Tatsache, dass manche nur einen Wortschatz von 800 bis 1200 Vokabeln nutzen, ist kein Argument, Sprache schleifen zu lassen. Ich bedaure sehr, dass Sprache im gesellschaftlichen, medialen und pädagogischen Bereich immer nachlässiger gesehen wird. Da gibt es gewaltige Sünden. Was uns vor allem private elektronische Medien zumuten, das ist inszenierter Sprachverfall. Wer Sprache verhunzt, muss öffentlich als lächerlich dastehen.

RM: Wenn sich für diese Kampagne keine Mehrheit findet, ist dann der Imageschaden der deutschen Sprache nicht umso größer?

Kraus: Gewiss wäre der Kitt, den dieses Gemeinwesen eigentlich nötig hat, dann noch ein bisschen brüchiger und es bekämen diejenigen Oberwasser, die eine Atomisierung in verschiedene Sprachkulturen und Parallelgesellschaften wünschen. Aber ich bin optimistisch.

RM: Wie soll das konkret aussehen?

Kraus: Ich denke in zeitlichen Dimensionen, die weit über die nächste Bundestagswahl hinausgehen. Es wäre allerdings nicht verkehrt, wenn das Thema in den kommenden Wahlkämpfen artikuliert würde, damit das Volk weiß, wie Politiker hier denken. Unsere Identität schöpfen wir doch hoffentlich nicht nur aus einem Sozialstaatspatriotismus und aus Debatten um Hartz IV oder Konsumgutscheine. Wir sollten uns über Alltagsprobleme hinaus unverkrampft mit Fragen nach unserer Identität befassen. Die leidenschaftliche Beschäftigung mit unserer Sprache wäre ein wunderbarer Einstieg.

Josef Kraus arbeitet als Oberstudiendirektor in Landshut. Das Gespräch führten Raoul Löbbert und Andreas Öhler.

Norbert Lindenthal

16.12.2008 19:41   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Rheinischer Merkur   Beitrag einzeln


Heute vor zehn Jahren

Ein Dokument des Pressemachtmißbrauchs:

Aus dem „Manual Rechtschreibung“ der

Journalistenschule Ruhr
Aus- und Weiterbildung mit AHA-Effekt

„Beschluss zur Umsetzung der Rechtschreibreform

Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen haben am 16. Dezember 1998 in Frankfurt einvernehmlich nach intensiver Beratung beschlossen, die Reform der deutschen Rechtschreibung weitestgehend und in einem Schritt umzusetzen. Wichtigstes Ziel war, die Rechtschreibung im Sinne der (gemeinsamen) Kunden nicht nur einheitlich, sondern auch eindeutig festzulegen. Die Notwendigkeit der Eindeutigkeit ergibt sich vor allem daraus, dass die eingesetzten elektronischen Systeme bei der Nutzung von Schreibvarianten in ihren Suchfunktionen behindert würden. Zudem müssen Schreibweisen „mit einem Blick“ optisch identifiziert und zugeordnet werden können. Ausschlaggebend für den Umsetzungsbeschluss war die Überlegung, dass die neuen Schreibweisen in naher Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein werden und dass die (Zeitungs-)Leser künftig in allen Bereichen des öffentlichen Lebens mit den neuen Regeln konfrontiert werden. Ein weiterer Punkt war, dass es nicht Aufgabe der Agenturen sein kann, die Reform zu steuern oder zu verhindern. Bei ihren Beratungen haben sich die Agenturen an der Systematik des Internationalen Arbeitskreises für Orthographie, der die Reform erarbeitet hat, orientiert.“

Die Einführung in den Schulen brachte eine Reihe von Eltern dazu, gerichtlich gegen die neue Rechtschreibung bzw. gegen die Vorabeinführung für ihre Kinder vorzugehen. Es gab unterschiedliche Urteile. Allen war klar: Ein Prozess muss bis vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe geführt werden, um Klarheit zu bringen. Es ging bei allen Prozessen niemals um Entscheidungen in der Sache, sondern um das Verfahren: Die Rechtschreibung sei zu wesentlich, um auf dem Verwaltungsweg eingeführt zu werden, die Parlamente seien einzuschalten. In Schleswig-Holstein wurde eine Volksbefragung für September 1998 vorbereitet. Am 14. Juli 1998 entschied Karlsruhe, dass der Weg der Einführung rechtens sei. In Vorwegnahme möglicher Volksentscheide urteilte Karlsruhe zugleich, die Rechtschreibung dürfe auch dann eingeführt werden, wenn ein Bundesland ausschere (Insellösung). Damit war dem Volksentscheid in Schleswig-Holstein vom September 1998, der dann auch ein negatives Ergebnis brachte, vorab eine bundesweite Wirkung genommen.

Am 01. August 1998 trat somit die Neuregelung in Kraft. …

[url]http://www.journalistenschule-ruhr.de/jsr/download/jsr.manual_rechtschreibung.pdf[/url]

Selbst wenn der Weg der Einführung der „Reform“ Rechtens sein sollte, dann ist es noch lange nicht ohne weiteres der Inhalt. Dieses hat zuletzt vorsätzlich das Oberverwaltungsgericht Schleswig verkannt.

Die Präambel im Umsetzungsbeschluß der Nachrichtenagenturen und der hinter ihnen stehenden Medienmagnaten ist der Gipfel der Heuchelei. Kein erwachsener Normalbürger hätte von der „Rechtschreibreform“ Notiz genommen, hätte nicht die Presse auch den letzten Lesekundigen einer kaum entrinnbaren, zwangsmissionierenden Gehirnwäsche in Bezug auf die Wortbilder unterzogen.
Ein Gutes hatte jedoch dieser Kotau vor den kultuministeriellen Schülergeiselnehmern: Kaum jemals hätten wir genauer erfahren, was den Schülern hinter den Schulmauern und schließlich der Kultur angetan wurde und wird.



Sigmar Salzburg

16.12.2008 13:37   Dokumente   >   Meldungen und Kommentare vor 2000   Beitrag einzeln


Verunsicherung der Bürger durch die Rechtschreibreform

Studentenpresse.com 9.12.2008

Specials: Schutz der deutschen Sprache per Gesetz?
CDU fordert Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz

[09.12.2008, red] Kürzlich auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart: Eine Mehrheit der Partei spricht sich, gegen den Willen der Parteispitze, für eine Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz aus. Allen voran Saarlands Ministerpräsident Peter Müller: Die Partei müsse ein klares Bekenntnis darlegen, „was den Staat ausmacht“. Dazu gehöre neben der Flagge eben auch die deutsche Sprache. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert sieht die Sprache als wichtigsten Faktor für Kultur und Selbst-verständnis Deutschlands. Sogar „noch wichtiger als die Festlegung auf Berlin als Hauptstadt und auf Schwarz-Rot-Gold als Landesfarben.“ Beides ist bereits durch das Grundgesetz geregelt.

Der Vorstoß der CDU ist jedoch umstritten. Befürchtungen werden laut, anderssprachige Bevölkerungsgruppen könnten durch solch eine Ergänzung des Artikels 22 ausgegrenzt oder gar diskriminiert werden. Der Zentralrat der Muslime kritisiert das Vorhaben der CDU scharf. Es sei selbstverständlich, dass Deutsch die Amtssprache und somit Grundlage für Integration ist. Die aktuelle Diskussion sei schlicht und ergreifend „lächerlich und kleinlich“! Zudem fürchtet man eine Rückkehr der Debatte über die „deutsche Leitkultur“. Dazu Dr. Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender des Zentralrats: „Diese Diskussion hat undendlich viel Schaden angerichtet und schien längst überwunden. Jedes Signal in Richtung Leitkultur ist ein Hindernis für Integration.“ Auch Grünen Parteichef Cem Özdemir hält nicht viel von der aktuellen Diskussion um die deutsche Sprache. Man könne das Grundgesetz nicht mit einer „Lose-Blatt-Sammlung“ vergleichen, „wo man einfach alles reinschreiben kann, was einem so in den Sinn kommt.“ Özdemir sieht keinen praktischen Nutzen in der Grundgesetzänderung. Dadurch lerne sicherlich keiner besser Deutsch. In der Tat würde es mehr Sinn machen, sich Gedanken über die praktischen Möglichkeiten der Wahrung der deutschen Sprache und sprachlichen Integration zu machen. Dem stimmt Ludwig M. Eichinger, Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim zu. Dem Nachrichtenportal morgenweb sagte dieser: „Es hätte...keine praktischen Folgen, sondern würde nur etwas festschreiben, das unstrittig ist.“

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer jedoch sieht die Sprache als Grundlage für den Zusammenhalt in einer Gesellschaft. Dies sei auch für die Integration relevant: „Deutsch ist das Band, das uns verbindet.“ Auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hält die Vorwürfe für unangemessen und die Grundgesetzerweiterung als „nicht ausländer- oder integrationsfeindlich“. Tatsächlich verankern 17 von 27 EU-Staaten, sowie die Türkei ihre Landessprache in der Verfassung. Dies heißt aber nicht, dass der Nutzen dadurch begründet wäre. Im Gegenteil, man könnte eine Interpretation nahe legen, die jeweilige Sprache bedürfe eines Schutzes, damit diese geltend bleibe. Eben dies kritisiert CSU-Generalsekretär Karl Theodor zu Guttenberg und spricht von einem „Armutszeugnis für die Gesellschaft“, wenn sie es tatsächlich „nötig hätte“, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern.

Da scheint ja Aussage gegen Aussage zu stehen. Grund genug für uns, einmal genauer hinzuschauen, wie es denn eigentlich um die deutsche Sprache steht. Das Institut für Demoskopie Allensbach führte dazu, im Auftrag der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS), im Juni 2008 eine umfassende Studie durch. Zentrale Fragestellung war, wie die Deutschen über ihre Muttersprache denken. Und tatsächlich hat eine große Mehrheit der Bundesbürger (65%) das Gefühl, die deutsche Sprache verkomme immer mehr. Dabei teilen diese Einschätzung vor allem Ältere, bei Jüngeren sieht dies jeder Zweite so. Vielfältige Ursachen werden hierfür gesehen. Es werde weniger gelesen und zu viel ferngesehen und der Einfluss anderer Sprachen auf die deutsche Sprache nehme deutlich zu. Zudem werde immer weniger Wert auf eine gute Ausdrucksweise gelegt. Dies gelte für das Elternhaus, die Schule und Medien, wie Fernsehen, Zeitungen, Internet. Dies werde insbesondere auch durch die Kommunikation per SMS und E-Mail gefördert. Hinzu kommen immer mehr unverständliche Abkürzungen. 42% der Befragten urteilen, dass sich viele Bundesbürger heute schlechter ausdrücken können als noch vor 20 oder 30 Jahren. Allerdings waren auch positive Ergebnisse zu verzeichnen. Jeder Dritte Befragte merkte an, dass der Wortschatz der Menschen heute größer ist und dass insbesondere durch die Arbeit am Computer mehr gelesen und geschrieben wird als früher. 18%, vor allem Jüngere, haben sogar den Eindruck, dass die deutsche Sprache vielseitiger und lebendiger geworden ist.

Interessant ist, dass sich die Rechtschreibkenntnisse der Bevölkerung in den letzten 20 Jahren, trotz höherer Bildungsabschlüsse, zwar nicht verschlechtert, jedoch auch nicht verbessert haben. Die Verwirrung und Verunsicherung der Bürger durch die Rechtschreibreform hat sicherlich ihren Beitrag hierzu geleistet. An die zunehmende Verwendung englischer Ausdrücke wie zum Beispiel „Event“, „Meeting“, „E-Mail“ oder „Kids“ haben sich viele Deutsche gewöhnt. Jedoch stören sich immer noch 39%, vor allem Ältere ohne Englischkenntnisse, daran. 53% der Befragten fordern eine stärkere Verwendung der deutschen Sprache in der EU angesichts des großen deutschsprachigen Bevölkerungsanteils gegenüber dem englisch- und französischsprachigen Anteil.

Führende Unions-Politiker fordern in diesem Zusammenhang eine sparsame Verwendung von Anglizismen. CSU-Vorstandsmitglied Christian Schmidt machte den Vorschlag einer Selbstverpflichtung von Politik und Wirtschaft, weniger englische Redewendungen zu benutzen. In der Tat sind mittlerweile viele Bereiche, wie Wissenschaft, Ökonomie, Politik und auch der Alltag von englischen und amerikanischen Begriffen geprägt. Ein BWL-Student beispielsweise, kommt ohne Anglizismen wohl kaum mehr aus. Da kursieren Begriffe wie Public Relations, Event, Controlling, Point of Sale, Break-Even Point, man könnte die Liste beliebig fortführen. Und die Verwendung dieser wird mit einer Selbstverständlichkeit gefordert, als gebe es kein deutsches Pendant. Dabei könnte man sehr wohl auch Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations), Veranstaltung (Event), oder Steuerung (Controlling) sagen. Läuft man nur durch die Einkaufsmeilen, so könnte man meinen, man befände sich so gar nicht mehr in Deutschland. Sale, X-Mas, The Body Shop, Rent a Car, Factory Outlet, Payback, Mc Donald`s, Service Points und Coffe to go wohin das Auge reicht. Werbesprüche wie „Powerde by emotion“ (Sat.1), „Fly high, pay low“ (Germanwings), oder „sense and simplicity“ (Philips) sollen die Konsumenten ansprechen. Dabei zeigt eine Studie der Kölner Endmark AG, dass englische Werbebotschaften oft gar nicht verstanden werden. 85% der Befragten scheiterten schon an der Übersetzung des Werbespruchs von Siemens mobile „Be inspired“ und sogar 92% an „One Group. Multi Utilities (RWE). Nur annähernd korrekt übersetzten die Hälfte der Befragten zum Beispiel „There`s no better way to fly“ (Lufthansa). Erschreckend fiel das Ergebnis bei den Sprüchen „Drive alive“ (Mitsubishi), „Come in and finde out“ (Douglas) und „Powered by emotion“ aus. So übersetzten die Befragten diese mit: „Fahre lebend“, „Komm rein und finde wieder raus“ und „Kraft durch Freude“. Das dürfte nun wirklich nicht im Sinne der Initiatoren gewesen sein. Deshalb werben jetz viele Unternehmen mit deutschen Werbebotschaften: „Ich liebe es“ (McDonald`s), „Sat.1 zeigts allen“ (Sat.1), „Douglas macht das Leben schöner“ (Douglas), „Preise gut, alles gut“ (C&A), „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ (IKEA), „Geiz ist Geil“ (Saturn).

Erschreckend! Da kommt der Selbstverpflichtungsvorschlag der Union gerade recht! Wenns denn so einfach wäre! Leider ist es kaum vorstellbar, dass sich Politiker und die „CEOs“ (Chief Executive Officers) der Wirtschaft daran halten werden. 2004 glänzte die damalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn mit ihrem Wettbewerb für Elite-Universitäten, den sie „Brain up!“ nannte. Dafür wurde sie dann für den „Sprachpanscher“-Preis des Vereins Deutsche Sprache nominiert. Funktioniert ja prima!

Nun gut, zurück zum Thema! Es wird deutlich, dass die aktuelle Debatte um die deutsche Sprache, wie schon Fontanes Herr von Briest immer zu sagen pflegte, „ein weites Feld“ ist. Die große Frage die jedoch offen bleibt ist: Würde die Aufnahme eines entsprechenden Passus zum Schutz der deutschen Sprache ins Grundgesetz wirklich etwas bewirken? Sollte man nicht eher an praktischen Vorhaben, insbesondere im Bildungs- und Schulbereich arbeiten und bezüglich der Integrationsbemühungen auf gute Sprachförderung und verpflichtenden Sprachunterricht setzen?! Fakt ist, wer wirklich etwas für die Wahrung unserer Sprache und die Integration ausländischer Bürger tun möchte sollte sich nicht mit der Fortschreibung bürokratischer Akten beschäftigen, sondern sich um die Attraktivität der Sprache bemühen. Denn eine „administrative“ Integration von Amts wegen dürfte wohl kläglich scheitern.

Abschließend noch ein herausragendes Zitat von Modeschöpferin Jil Sander, das wir euch nicht vorenthalten möchten: „Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, ... .Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend. ... Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. ... Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muss Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.“ In diesem Sinne: Rettet die deutsche Sprache!

Norbert Lindenthal

16.12.2008 10:07   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Studentenpresse.com   Beitrag einzeln




Vielen Dank Peter!
für mich hört sich das [i]"nach dem Ankommen bei mir ..."[/i] auch ein wenig doof und überflüssig an aber ich dachte einfach ich nehme es für das bessere Verständnis

grüße
alph

alph

13.12.2008 15:02   Rechtschreibforum   >   Wie schreibt man das??   Beitrag einzeln




Da die Experten schweigen, antworte ich Dir, lieber Alph, als Laie:

Ich würde den Passus „nach dem Einkommen bei mir“ weglassen.

Schicke mir bitte eine Email, die in der Spalte „Absender“ entweder die gleiche Mailadresse wie bei deiner Anmeldung oder die Adresse, die momentan auf deiner Kontaktseite steht, anzeigt.

Gruß von Peter Lüber


Peter Lüber

12.12.2008 07:00   Rechtschreibforum   >   Wie schreibt man das??   Beitrag einzeln


Wie schreibt man das??

Hallo!

ich hätte gerne gewußt wie man folgenden Satz richtig schreibt, [b]vorallem wie man richtig die Kommas setzt[/b]:

[i]>> Schicke mir bitte eine Email, die nach dem Einkommen bei mir, in der Spalte "Absender" entweder die gleiche Mailadresse wie bei deiner Anmeldung oder die Adresse, die momentan auf deiner Kontaktseite steht, anzeigt. << [/i]

Vielen Dank im Voraus!! :)

gruß
alph

alph

11.12.2008 17:33   Rechtschreibforum   >   Wie schreibt man das??   Beitrag einzeln


… zwar nichts reformiert, aber so viel Verwirrung gestiftet zu haben …

Süddeutsche 04.12.2008   05:00 Uhr

Grundgesetz und Oberlehrer
Die deutsche Sprache braucht die Verfassung nicht

Es gibt viele Gründe, das Ansinnen der CDU, ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen, für einen schlechten Einfall zu halten. Der erste ist die Verfassung selber: Denn sie ist ja dazu da, die rechtlichen Grundlagen, auf denen Staat und Gesellschaft ruhen, zu formulieren. Als Wunschliste taugt sie nicht, und die Präzedenz, die ein Satz "Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch" - der ja ein bloßes Begehren wäre - schaffen würde, ist nicht dazu angetan, den Respekt vor der Verfassung zu mehren. Umgekehrt wäre der deutschen Sprache gewiss nicht geholfen, sollte in der Folge die Verfassungsgerichtsbarkeit über die Einhaltung der Regel wachen. Und wie sollte das auch gehen? Mit Hilfe von Oberlehrern, die mit Tintenpatronen schießen?

Woher die Aufregung, fragen nun die Befürworter des Ansinnens. Norbert Lammert und Wolfgang Bosbach, der eine Bundestagspräsident, der andere stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, erklären, es gebe in der Europäischen Union siebzehn Länder, in denen die Landessprache ausdrücklich in der Verfassung genannt sei. Das mag so sein, ist aber weder ein Argument dafür, dass die Erwähnung "schiere Selbstverständlichkeit" (Norbert Lammert) sei, noch dafür, dass dies nun auch mit der deutschen Sprache geschehen müsse. Denn welcher Nutzen entsteht für die französische Sprache dadurch, dass sie in der Verfassung erwähnt wird? Keiner. Es wird nur deutlich, dass sie den staatlichen Schutz braucht, damit sie ihre Geltung behalten kann - wodurch sich der entsprechende Passus in ein Dokument der Schwäche verwandelt. Und wozu dient es, wenn die lettische Verfassung einen Paragraphen enthält, der den Abgeordneten des Parlamentes vorschreibt, die "lettische Sprache als einzige Amtssprache zu stärken"? Zur Regelung eines eher unfreundlichen Umgangs mit der russischen Minderheit.

Es bleibt das Argument, es handele sich bei der deutschen Sprache um das "höchste Kulturgut". Aber muss sie deswegen durch die Verfassung geschützt werden? Verglichen mit den anderen europäischen Kultursprachen hat das Deutsche eine einzigartige Entwicklung durchlaufen, die sich bis in späte neunzehnte Jahrhundert hinein nicht nur durch eine große Ferne zu aller Staatlichkeit, sondern sogar durch deren völlige Abwesenheit auszeichnete. Das Französische wurde im frühen siebzehnten Jahrhundert durch eine staatliche Instanz, nämlich die Academie française, normiert und hat sich seitdem nur noch wenig entwickelt. Das Englische verfügt seit dem Wörterbuch von Samuel Johnson aus dem Jahr 1755 über eine nicht nur lexikographische, sondern auch grammatische Richtschnur für den Umgang mit dieser Sprache - eng angelehnt an den Dialekt der Metropole. Das Deutsche aber, die Sprache eines Landes ohne Hauptstadt, ohne politische Öffentlichkeit, zerfallen in Dutzende von kleinen und großen Staaten, an deren Höfen französisch gesprochen wurde, besaß nichts dergleichen.

Glückliche Momente ohne Staat

Die Entstehung der deutschen Literatursprache, ohne viel Tradition oder historisches Formbewusstsein, gehört zu den Wundern der Kulturgeschichte. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten, zwischen 1770 und 1830, entwickelte sie sich aus kulturellen Interessen heraus, unter nur wenigen Schriftstellern und Gelehrten, durchlässig anderen Sprachen gegenüber, durchlässig aber auch in sich selbst, insofern sie sich immer wieder änderte und erst im späten neunzehnten Jahrhundert die Festigkeit gewann, die man für Schule und Amt braucht.

Johann Wolfgang Goethes "Werther", abgefasst in einem Deutsch, das keiner je gesprochen, keiner je geschrieben hatte, wurde zum Grundbuch dieser neuen Sprache. Die Hälfte des Wortschatzes soll sich damals neu gebildet haben. Und es waren diese Dichter und Gelehrten, mit denen, jenseits aller Staatlichkeit, die deutsche Sprache in ganz Europa und darüber hinaus zu etwas Interessantem wurde, das man lernte, um daran teilzuhaben: am Streit der Religionen, am philosophischen Idealismus, an der Säkularisierung der protestantischen Theologie in der Literatur, an den entstehenden Naturwissenschaften. Es ist diese Sprache, die wir noch heute, in glücklichen Momenten jedenfalls, benutzen.

Umgekehrt ist es der deutschen Sprache nie gut bekommen, wenn sie in allzu große Nähe zur Politik rückte oder gerückt wurde. Das gilt für den Allgemeinen Deutschen Sprachverein, der sich im frühen "Dritten Reich" als "SA unserer Muttersprache" im Kampf gegen die "Verwelschung" des Wortschatzes empfahl, ebenso wie für die von den Kultusministern durchgesetzte Rechtschreibreform der Jahre von 1996 bis 2006, deren bleibendes Verdienst darin liegt, zwar nichts reformiert, aber so viel Verwirrung gestiftet zu haben, dass die Einheitlichkeit der Orthographie (oder -fie?) in der Praxis aufgehoben ist. Welche Zuständigkeit aber reklamierte die Politik für die deutsche Sprache, wenn diese einst Gegenstand der Verfassung wäre? Und für welche deutsche Sprache? Für den Werkstattjargon der Wissenschaften, für das monströse Kauderwelsch der Betriebswirte, für das Verständigungsgeschwätz der Politiker? Für einen Dialekt aus dem Oberallgäu, für die Kunstsprache junger Einwanderer?

Integration durch Bürokratie?

Wie aber, wenn mit der Aufnahme der Sprache in die Verfassung etwas ganz anderes gemeint wäre? "Sprache ist der Schlüssel für Integration in Deutschland schlechthin", sagt Wolfgang Bosbach. "Deswegen ist es auch schlicht falsch, wenn man sagt, das sei eine Ausgrenzung. Im Gegenteil, das ist eine Einladung, sich noch intensiver mit der deutschen Sprache und ihrer Bedeutung für das Zusammenleben der Menschen zu beschäftigen."

Ja, daran mag etwas Wahres sein, und doch wäre der bürokratische Akt, ein Bekenntnis zur deutschen Sprache in die Verfassung zu schreiben, ein ganz und gar ungeeignetes Mittel für diesen Zweck. Denn Amtssprache ist das Deutsche ohnehin. Wem das nicht genügt, wer also wirklich, wie der saarländische Ministerpräsident Peter Müller, "ein klares Zeichen für die deutsche Sprache" setzen will, der müsste etwas anderes tun, als lauter bürokratischen Akten einen weiteren hinzuzufügen. Er müsste sich um die Attraktivität der Sprache bemühen, darum, was in ihr gesagt wird, und darum, wie es gesagt wird. Die Wahrheit über die deutsche Sprache aber ist, dass viele Deutsche schon lange nicht mehr auf Deutsch sagen, geschweige denn schreiben können, was sie sagen oder schreiben wollen. Und das ist bei weitem nicht nur ein Phänomen von Unterschichten, sondern auch und gerade der Eliten: Was meint zum Beispiel Frank-Walter Steinmeier, der Außenminister, wenn er öffentlich behauptet: "Jenseits von aktuellen Einzelfällen kommen neue Fragestellungen und Spannungsfelder auf den Menschenrechtsschutz zu?" - will er tatsächlich von zukommenden Feldern und Stellungen reden?

Die Vertreter der Einwanderer aus der Türkei haben recht, wenn sie hinter der "fragwürdigen Bekenntnisrhetorik" eine Wiederkehr der nur scheinbar glücklich ausgestandenen Debatte um die Leitkultur ahnen. Denn ohne Reflexion auf die Sprache selbst, ohne den Willen, an ihr zu arbeiten und sie weiter zu entwickeln, als nur angeblich selbstverständliche formelle Selbstverpflichtung, hat dieses Bekenntnis eine Rückseite, eben doch die Abgrenzung. Deswegen dient ein Bekenntnis zum Deutschen im Grundgesetz hauptsächlich dazu, Unfrieden zu stiften. Als ob es davon nicht schon genug gäbe. THOMAS STEINFELD



Norbert Lindenthal

09.12.2008 19:51   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Süddeutsche Zeitung   Beitrag einzeln


Unsere dreisten „demokratischen“ Politiker

Reformstopp läßt die anderen Bundesländer kalt
Der Norden steht mit den alten Regeln allein
Von ULF B. CHRISTEN

KIEL/POTSDAM - Die Rückkehr Schleswig-Holsteins zur alten Rechtschreibung läßt die 15 übrigen Bundesländer kalt. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) in Potsdam sei man nach einem Sachstandsbericht von Regierungschefin Heide Simonis (SPD) nicht bereit gewesen, noch einmal in die Debatte einzusteigen, berichtete gestern Regierungssprecher Gerhard Hildenbrand.
Bei der MPK geht man offenbar davon aus, daß es beim Alleingang der Nordlichter bleibt. Auf Frage des MPK-Vorsitzenden, Brandenburgs Regierungschef Manfred Stolpe (SPD), nach weiterer. Initiativen oder anstehenden Volksentscheiden gegen die Reform gab es nur eine Antwort aus Bremen. Dort streben die Reformgegner einen Entscheid an. Aus anderen Bundesländern wurde lediglich berichtet, daß die Schüler mit den neuen Regeln gut zurecht kämen. In Bayern seien die Schüler rundum glücklich, soll Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bilanziert haben. Dies, so Hildenbrand, sei der Tenor gewesen.
Daneben beauftragte das Gremium Stolpe, brieflich bei der rot-grünen Bundesregierung Auskunft darüber zu erbitten, wie es der Bund mit der Amtssprache hält. Die meisten Länder haben bereits auf die Neuschreibung umgestellt oder wollen dies tun. In Schleswig-Holstein bleibt es dagegen nach dem erfolgreichen Volksentscheid gegen die Reform in den Schulen am 27. September auch in den Behörden bei der alten Schreibweise. Auch hier wäre der Norden dann eine Sprachinsel. Dies hatten Reformbefürworter immer befürchtet.
Die Reformgegner glauben unverdrossen an ein Scheitern der Neuschreibung in ganz Deutschland. […]

Lübecker Nachrichten 5.12.1998




Sigmar Salzburg

08.12.2008 09:55   Dokumente   >   Meldungen und Kommentare vor 2000   Beitrag einzeln




„Deutsch ist das Band, das uns verbindet.“ Und die RSR die Schere, die es tagtäglich in noch kleinere Stücke zerschneidet.

Peter Lüber

04.12.2008 19:57   Deutsch   >   Sprache   Beitrag einzeln


Deutsche Sprache im Grundgesetz ...

(vom 2.12.2008, 16:33 Uhr:) [url]http://www.tagesschau.de/inland/cduparteitag122.html[/url]

>>Überraschender Parteitagsbeschluss

CDU will Deutsch im Grundgesetz verankern

Die deutsche Sprache soll nach dem Willen der CDU Verfassungsrang erhalten. Die CDU entschied auf ihrem Stuttgarter Bundesparteitag, dass ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufgenommen werden soll. Dieses soll lauten: "Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch." Eine große Mehrheit der Delegierten plädierte gegen den Willen der Parteiführung für einen entsprechenden Zusatz im Grundgesetz.

Viele CDU-Politiker sehen nach eigenen Worten keine Gefahr, dass der Beschluss Bevölkerungsgruppen ausgegrenze, die eine andere Muttersprache haben. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: "Deutsch ist das Band, das uns verbindet." Sprache sei die Grundlage für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Das gelte auch für die Integration von Migrantinnen und Migranten.

"Eine schiere Selbstverständlichkeit"

Bundestagspräsident Norbert Lammert wies darauf hin, dass es in den meisten Verfassungen der EU-Staaten ein solches Bekenntnis gebe. Wenn Deutschland dem folge, sei das eine "schiere Selbstverständlichkeit" und habe nichts mit einem Nationalchauvinismus zu tun. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller meinte, die Partei müsse sich klar dazu bekennen, "was den Staat ausmacht". Neben der Flagge gehöre dazu auch die deutsche Sprache.
Die CDU-Delegierten stellten sich mit ihrem Votum ausdrücklich gegen den Vorschlag von CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Dieser hatte angeregt, den Antrag an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu überweisen. Der Antrag sei in der Sache völlig unstrittig. Es sei aber sinnvoller, ihn an die Fraktionen zu überweisen, um sämtliche Begehren zu einer Verfassungsänderung zu bündeln, sagte er.

"Typische Showgeschichte"

Die SPD zeigte sich verwundert. Fraktionschef Peter Struck sagte, bislang habe die Union immer betont, sie wolle das Grundgesetz nicht mehr ändern. Allerdings sei die SPD bei diesem Thema unter bestimmten Bedingungen gesprächsbereit. Im Gegenzug müsse die Union jedoch zu "wichtigeren Dingen", wie der Aufnahme von Kinderrechten oder des Sports in die Verfassung, bereit sein.
Deutliche Kritik kam von SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. "Das ist überflüssig. Die Amtssprache ist Deutsch. Ansonsten werden bei uns viele Sprachen gesprochen", sagte er der "Welt". Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, sagte der Zeitung: "Sich im Grundgesetz zur deutschen Sprache zu bekennen, ist blanker Unsinn. Das ist eine typische Showgeschichte eines Parteitages."

"Fragwürdige Bekenntnisrhetorik"

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir kommentierte in der "Frankfurter Rundschau": "Bei den wirklich wichtigen Fragen wie der Finanz- und Wirtschaftskrise eiern sie nur verdruckst herum und finden keine klare Linie". Auch schlüssige Antworten auf die Bildungsmisere in Deutschland bleibe die Partei schuldig: "Mit fragwürdiger Bekenntnisrhetorik versucht die CDU nun, diese Leerstellen zu übertünchen."

Kritik kam auch von der Türkischen Gemeinde in Deutschland. "Erneut bedienen einige Politiker in der CDU vorhandene Ängste und Klischees gegenüber Migrantinnen und Migranten", erklärte der Vorsitzende Kenan Kolat. "Wir verstehen dieses Vorhaben als Assimilierungsdruck und mit demokratischen Gepflogenheiten nicht vereinbar."


[Einschub:] Deutsch in der Öffentlichkeit
Die deutsche Sprache ist schon heute im öffentlichen Bereich gesetzlich vorgeschrieben. So bestimmt das Gerichtsverfassungsgesetz in Paragraf 184: "Die Gerichtssprache ist deutsch." Auch der Schriftverkehr in allen Ämtern muss in deutscher Sprache geführt werden. Im Verwaltungsverfahrensgesetz heißt es dazu: "Die Amtssprache ist deutsch." Wer Anträge in einer fremden Sprache stellt, muss eine Übersetzung vorlegen.
Unabhängig von diesen Vorschriften dürfen Universitäten oder Schulen einen Teil ihres Lehrangebots in einer Fremdsprache unterrichten. So gehen deutsche Universitäten zunehmend dazu über, einen Teil ihrer Vorlesungen auf Englisch anzubieten. Auch an weiterführenden Schulen gibt es sogenannten bilingualen Unterricht.
<<

Detlef Lindenthal

04.12.2008 19:27   Deutsch   >   Sprache   Beitrag einzeln




Als der Karren im Wüstensand steckte und der Wasservorrat zur Neige ging, faßten die Expeditionsteilnehmer den sinnlosen Vorsatz, künftig Abwege zu meiden und schön brav auf der Autobahn zu fahren. Doch leider verdursteten sie. Denn auf den Gedanken, daß ihnen die Bretter vor ihren Köpfen wenigstens einmal im Leben von Nutzen sein könnten, kamen sie nicht.

Peter Lüber

04.12.2008 09:15   Deutsch   >   Sprache   Beitrag einzeln


Sprache

„Deutschlandfunk“, 7-Uhr-Nachrichten:
>>Breite Kritik an CDU-Vorhaben zur Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat den CDU-Beschluß kritisiert, mit dem die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz gefordert wird. Dies sei lächerlich und kleinlich, sagte der Vorsitzende der Organisation, Köhler, der ,Neuen Presse‘ aus Hannover. Daß Deutsch Amtssprache und die Grundlage für Integration sei, stehe doch ohnehin fest. Köhler warf der CDU einen Rückfall in die Debatte über eine deutsche Leitkultur vor.
Zuvor hatte bereits die Türkische Gemeinde in Deutschland das Vorhaben kritisiert.
Auf Ablehnung stieß der Beschluss auch in den Reihen der SPD, der FDP, der Grünen und der CSU. <<

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Der „Deutschlandfunk“ spinnt: Muslime und Türken und einige wenige Parlamentarier würden eine „breite Kritik“ darstellen???

Die C„D“U (die Partei von Volker Rühe und Christian Wulff) treibt eine aufblasbare, aber schlaffe Gummisau durchs Dorf (denn es ist völlig klar, daß die C„D“U dafür keine Zweidrittelmehrheit im Bundestag bekommt, anders als für die technisch und sittlich abwegige Rechner-Schnüffelei), und alle, „Deutschlandfunk“ eingeschlossen, freuen sich über die Steilvorlage und machen mit bei diesem Gummisau-Karneval.

-- Sprache ist eine Voraussetzung für das Überleben ebenso wie Atemluft, Trinkwasser, Nahrung, Liebe. Sollen alle diese und viele weitere Lebenserfordernisse grundgesetzlich genannt sein?
Gesetze sind nur ein recht grobes Mittel und sind bei weitem nicht ausreichend, um das Überleben zu sichern.
Und es braucht sich die Wirklichkeit noch nicht einmal nach den Gesetzen zu richten:
Der schlimmste Mörderstaat der bisherigen Geschichte, Stalins Sowjetunion (vgl. Gunnar Heinsohn, Lexikon der Völkermorde), hatte eine sehr wohlklingende und umfassende Verfassung.
– – Gesetzt den Fall, das Grundgesetz bekommt einen Deutschsprachartikel; bekommt es dann auch eine Deutsche Sprachakademie? Kann ich dann gegen schwachsinnige Handlungen der Kultusminister vor dem BVerfG klagen? Wird aus der Rechtschreib„reform“-Gummisau die Luft rausgelassen? Werden dann die Masten der Fernsehsender gesprengt, damit die Kinder wieder lesen?

Lehrer und Kultusminister zeichnen sich durch Mittelmäßigkeit aus; wenn das BVerfG ihnen dann staatliche Denksport-Nachschulung verordnet, bin ich für die Eintragung der Sprachpflege in das Grundgesetz.

Detlef Lindenthal

03.12.2008 20:47   Deutsch   >   Sprache   Beitrag einzeln


was Beamte und Politiker für ein Chaos mit der Rechtschreibreform geschaffen haben

Welt online 30. November 2008 13:04 Uhr

KLARTEXT, BITTE!
Wickert fordert neuen Umgang mit der Sprache

Immer wieder tauchen umstrittene Worte in der Öffentlichkeit auf. "Unterschicht" etwa, "Blutrecht" oder "Ehrenmord". Fernsehmoderator Ulrich Wickert streitet für einen neuen Umgang mit der Sprache. Man soll die Dinge deutlich beim Namen nennen: Es heißt "Gier" und nicht "Profitmaximierung"

[Bilder] 19 Stück

In seiner „Ode an die deutsche Sprache“ schreibt der große argentinische Dichter Jorge Luis Borges: „Dich aber, süße Sprache Deutschlands, / Dich habe ich erwählt und gesucht, / ganz von mir aus. / In Nachtwachen und mit Grammatiken, / aus dem Dschungel der Deklinationen, / das Wörterbuch zur Hand, / das nie den präzisen Beiklang trifft, / näherte ich mich Dir? / Du Sprache Deutschlands, bist Dein Hauptwerk; / Die verschränkte Liebe der Wortverbindungen, / die offenen Vokale, die Klänge, / angemessen dem griechischen Hexameter?“
Da horche ich auf: Dich aber, süße Sprache Deutschlands, Dich habe ich erwählt und gesucht, ganz von mir aus. Mit einer Sprache kann wohl nur der glücklich werden, der sie erwählt und sucht, ganz von sich aus.
Anders ausgedrückt: Glücklich kann nur werden, wer die Sprache bewusst anwendet. Sprache und Geschichte lassen sich nicht trennen. Und Feinfühligkeit gegenüber dem Sinn von Worten gilt in besonderem Maße für die Deutschen – wegen der zwölf Jahre des Nationalsozialismus, wegen des Weltkrieges, der Konzentrationslager, Gaskammern, wegen der Judenvernichtung.

Nach dem Dritten Reich haben sich die Deutschen angewöhnt, mit ihrer Sprache besonders kritisch umzugehen. Doch häufig habe ich den Eindruck, dass schon eine Tabu-Haltung gegenüber Worten als kritisches Denken angesehen wird. Mit Bewusstsein hat das nichts zu tun. Denn der Sinn von Tabus ist ja, das Denken auszuschalten. Und Tabu sind – wegen Auschwitz – Worte wie etwa „Führer“.
So erklärte Rolf Hochhuth dem Literaturkritiker Hellmuth Karasek, er habe nie den „Führerschein“ gemacht, weil darin das Wort „Führer“ vorkomme. In seiner Strenge ist Hochhuth sehr deutsch. Er bestimmt als Kritiker die Gebote und Verbote. Karasek machte sich darüber lustig: „ Ich habe ja, obwohl man in meiner Kindheit mit erhobenem Arm „Heil Hitler“ grüßte, was damals alles andere als komisch war, Heil Hitler und Sieg Heil, trotzdem im Nachkrieg Heilbutt gegessen und Heilkräutertee getrunken.“
Ganz banal scheinende Worte unterliegen Tabus. Wird an deutschen Schulen die Frage von Schuluniformen angesprochen, dann kochen die Gefühle schon allein wegen des Begriffs Uniform hoch. Klüger ist, wer dann von Schulkleidung spricht. In Frankreich, England, Spanien sprechen alle von Uniformen, weil Uni-Form ja nur die Einförmigkeit der Kleidung bezeichnet. Aber Uniform heißt dann für die Wahrer der Tabus: Wehrmacht, heißt Verbrechen.
Das zeigt: Tabus verhindern das Denken. Wir wollen nicht mehr unmenschlich scheinen. Also verdrängen wir Worte, aber mit den Worten auch die Probleme, die diese Worte schildern.

So haben wir das gesellschaftlich bedeutende Wort „Unterschicht“ aussortiert. Weil ich persönlich Tabus hasse, habe ich in einem Fernsehgespräch den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gefragt, ob er aus der Unterschicht stamme. Er ist ein Barackenkind, die Familie lebte von Sozialhilfe und Schwarzarbeit der Mutter, Schröder konnte nicht auf das Gymnasium, weil das Geld fehlte.
Er hat das Wort angenommen und bestätigt: Ja, er sei ein Kind der Unterschicht. Schröder schilderte seine Jugend, fügte aber hinzu: ich habe alles getan, um aus der Unterschicht nach oben zu gelangen.
Weil das Dritte Reich für Rassenpolitik und die Verfolgung anders denkender Menschen steht, erleben wir in Deutschland allerdings auch unkritische Milde, ja, ein Übermaß an Toleranz, wenn es um Worte geht, die unseren Werten widersprechen, mit denen aber aus dem Ausland stammende Bürger in Deutschland Verbrechen rechtfertigen wollen.
Ich ärgere mich regelrecht, wenn ich das Wort „Ehrenmord“ höre. Selbst in Anführungszeichen oder mit einem „so genannt“ möchte ich es nicht lesen. Ehre und Mord widersprechen sich. Die Ehre eines Menschen beruht auf der Menschenwürde. Der Mord ist die Vernichtung des Menschen. Einen Mord aber mit der Menschwürde zu begründen ist aberwitzig, ist dumm.
Immer wieder hören wir, dass junge Frauen, die in Deutschland so leben wollen, wie junge Frauen in Deutschland leben, nach Beschluss des Familienrates von ihren jungen Brüdern oder Verwandten kaltblütig ermordet werden. Die Mörder kommen vor Gericht. Sie werden auch verurteilt. Aber weil sie sich mit dem Begriff „Ehrenmord“ verteidigen, haben Richter in Deutschland sich immer wieder dazu verleiten lassen, eine mildere Strafe zu verhängen, da es sich ja in der Heimat der Täter um einen „Ehrenmord“ handle.

GEORGE ORWELL UND DAS "NEUSPRECH"

Ich glaube, viele Begriffe in der gesellschaftlichen und politischen Debatte müssen wieder ihrer ursprünglichen Bedeutung zugeordnet werden. Sie müssten wieder klar ausdrücken, was der meint, der sie benutzt, und nicht dazu dienen, das eigentlich Gemeinte schönrednerisch zu verschleiern.
Denn in der modernen Wohlstandsgesellschaft hat sich breitgemacht, was George Orwell in seinem Roman 1984 als „newspeak“, als Neusprech, bezeichnet hat. „Newspeak“ wird in der Gesellschaft von Orwells Roman angewendet, um den Menschen dort gedanklich die Möglichkeiten vorzuenthalten, Missstände klar benennen zu können. In der utopischen Zwangsgesellschaft von 1984 wird Klartext zur Gefahr für die Machthabenden. Und ohne dass wir es merken, leben auch wir längst in einer Art gedanklichen und sprachlichen Zwangsgesellschaft.
Wie das „Unterschicht“-Beispiel zeigt, wird auch bei uns häufig Neusprech angewendet, um einen gesellschaftlichen Missstand zu verschleiern. Unterschicht tut weh – als Wort. Prekariat versteht die Masse nicht – und vergisst das gesellschaftliche Problem.

PROBLEME LIEBER KLAR AUSSPRECHEN

Klartext reden aber bedeutet: ein Problem beim Namen nennen. Selbst wenn es wehtut. Sonst können die Probleme nicht in ihrer wirklichen Tragweite wahrgenommen und erst recht nicht gelöst werden.
Klartext reden genügt aber nicht. Wer sich über einen Zustand beklagt, wer klare Rede und klares Denken einfordert, muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln.

Sehr früh in meinem Leben als Fernsehjournalist erreichte mich der Brief einer Zuschauerin. Sie hatte in einer Sendung mehr als siebzig Fremdworte gezählt und beklagte sich darüber mit der Feststellung, viele Zuschauer würden diese Worte nicht verstehen. Gilt es eine Aussage zu treffen, so hat man häufig die Wahl zwischen einem Wort mit deutschem Stamm oder ein Fremdwort. Ich habe gelernt, das deutsche Wort wirkt stets stärker.
So benutzte ich nicht den Begriff „Sanktionen“. Die kommen immer dann vor, wenn vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wieder einmal Sanktionen gefordert oder beschlossen werden. Aber bitteschön, was sind Sanktionen? Strafmaßnahmen. Ja, den Begriff verstehe ich: Da steckt Strafe drin. Was Strafe bedeutet, weiß jeder von Kindesbeinen an, wahrscheinlich ist es selbst das eine oder andere Mal gestraft worden. Gegen welches Kind werden schon Sanktionen verhängt?
Politiker sehen es manchmal gar nicht gern, wenn Journalisten das deutsche Wort für einen Terminus technicus benutzen, eben weil es deutlicher ausdrückt, worum es geht. Ein Beispiel: 1999 machte sich der sozialdemokratische Innenminister Otto Schily daran, das Staatsbürgerschaftsrecht zu ändern, also die Bedingungen, unter denen man Deutscher wird. Bisher herrschte das ius sanguinis. Deutscher war, wer von deutschen Eltern abstammte.
Was aber bedeutet ius sanguinis? Das deutsche Wort dafür heißt: „Blutrecht“. Ei verdammt! Das klingt nicht gut. Da denken wir sofort an Blut und Scholle.

NIE IM FERNSEHEN "HOLOCAUST" GESAGT

Aber ius sanguinis heißt nun einmal Blutrecht. Und dieses Recht wollte der SPD-Innenminister abschaffen. So habe ich in meinen Moderationen zu der politischen Auseinandersetzung um das neue Staatsbürgerschaftsrecht gesagt, dass die Opposition sich gegen die Abschaffung des Blutrechts wende.
Auch der Begriff „Holocaust“ kam in meinen Moderationen nicht vor. Oder gar „Shoa“. Beide Worte sind über Filmtitel nach Deutschland gelangt: Holocaust über die gleichnamige Serie, die Ende der Siebzigerjahre gesendet wurde. Deren Ausstrahlung durch die ARD war heftig umstritten. Aber erst durch diese Serie bürgerte sich bei den Deutschen das Wort Holocaust ein, das aus dem Griechischen kommt und Brandopfer bedeutet. Ähnlich ging es dem Wort Shoa, so nannte Claude Lanzmann seinen bedrückenden Dokumentarfilm über die Judenverfolgung. Shoa, das ist hebräisch für Unheil. Statt Holocaust oder Shoa zu verwenden, sprach ich stets von der Vernichtung der Juden.
In den Zeiten der Finanzkrise können wir auch über die Ökonomisierung des Lebens – und damit der Sprache nachdenken. Die Ökonomisierung des Lebens bedeutet: alle Bereiche des Handelns werden nur noch nach dem Maßstab gewertet, ob es der Ökonomie nutzt. Was der Ökonomie nutzt, ist gut. Die ökonomische Begründung gibt Begriffen eine positive Deutung.

JOSEF ACKERMANN UND DIE GIER

Die Gier ist eine der sieben Hauptsünden. Also nennen wir den Begriff um. Statt „Gier“ sagen wir „Profitmaximierung“, und schon wird aus der Sünde eine Tugend. Nun klagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann jüngst in der SZ, er könne das Wort „Gier“ nicht mehr hören. Von Sünden reden Sünder ungern. Sie geben sich lieber tugendhaft, so wird Herrn Ackermann die „Profitmaximierung“ genehm sein. Auch wenn dieser „Neusprech“ die Welt ins Unglück führt.
Rolf Hochhuth hat ein Sprachgesetz nach französischem Vorbild gefordert. Werfen wir also einen Blick auf das französische Gesetz für die Reinheit der Sprache. Staatlich diktiert werden da französische Worte für englische Ausdrücke: statt walkman baladeur (Spaziergänger); aus jumbo-jet wird grosporteur (Großträger); fast food wird verdaulich als prêt-à-manger (Konfektionsessen).
Doch manchmal sind selbst Beamte überfordert. Mit Beschluss vom 12. August 1976 verfügte die offenbar hilflose Terminologiekommission des Verteidigungsministeriums, das deutsche Wort „der Schnorchel“ sei im Französischen als „le schnorchel“ zu verwenden.

FRANKREICHS GESETZ ZUR REINHEIT DER SPRACHE

Die Begründung für das Gesetz zur Sprachreinheit in Frankreich klingt kabarettreif. Es sei eine „unverzichtbare Waffe im Kampf um den Erhalt der nationalen kulturellen Identität. Das größte Verbrechen ist der Mord an der Sprache einer Nation. Es gibt verschiedene Arten der Kolonisation, die schlimmste ist die innere Entfremdung von der eigenen Kultur, der eigenen Sprache. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird bald eine Handvoll Tauber über Millionen von Stummen regieren. Zum Schutz bedrohter Tierarten gibt es schon lange Gesetze. Es wurde höchste Zeit für ein Gesetz zum Schutz unserer bedrohten Sprache.“
Ich möchte nicht, dass der Staat sich in die Sprache einmischt. Reicht nicht, was Beamte und Politiker für ein Chaos mit der Rechtschreibreform geschaffen haben? Die Sprache lebt im Volk. Vergessen wir nicht, dass französische Hugenotten zur Zeit des Großen Kurfürsten nach Deutschland auswanderten, dass Verfolgte der Französischen Revolution auch ihre Sprache mit nach Preußen brachten.

Heute benutzen wir Worte, deren fremden Ursprung wir gar nicht mehr kennen. Wenn jemand etwas „ratzekahl“ auffrisst, dann leitet sich dieses Wort vom französischen „radical“ ab. Forschsein hat mit „force“ (mit Kraft) zu tun, und der Deez leitet sich von der „tête“ ab. Lassen wir die Sprache leben, wenn wir sie lieben und mit ihr glücklich sein wollen.

Ulrich Wickert (65) moderierte von 1991 bis 2006 die ARD-Tagesthemen. Seitdem widmet er sich schreibend und moderierend den Büchern. Im sommer erschien sein zweiter Krimi, "Der nützliche Freund" (Piper).

Norbert Lindenthal

01.12.2008 07:55   Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen   >   Die Welt   Beitrag einzeln