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eingetragen von margel am 02.04.2003 um 08.47

Was Kritiker à la Stillemunkes nicht verstehen können und, wie zu befürchten ist, auch nie verstehen werden, ist die Tatsache, daß es Regeln gibt, die sich niemand "ausgedacht" hat , sondern die aus der Praxis gewonnen wurden und dann eben doch als Regeln weitervermittelt werden können an Schüler, Lehrlinge usw. Der naturwissenschaftlich Geschulte hat damit keine Schwierigkeiten. Für die Arbeit z.B. im chemischen Labor gibt es eine Fülle von Regeln, die der Neuling beigebracht bekommt.
Sie sind als das Ergebnis vieler anonymer einzelner Handlungen(Versuch und Irrtum) schließlich verbindlich
geworden. Die Tradition spielt dabei ein überragende Rolle.Aber die Reformer und ihre Anhänger können nur immer in
Kategorien der Straßenverkerhsordnung denken, wenn es um Orthographie geht. Mit dem Tradierten, Gewachsenen haben sie nichts im Sinn.


eingetragen von Theodor Ickler am 02.04.2003 um 06.52

Ministerialrat Stillemunkes schreibt an einen Mitbürger:

"Zu welchen Purzelbäumen die Reformgegner (...) in der Lage sind, erkennt man daran, dass auf dem von Ihnen beigefügten Flugblatt das Wörterbuch von Theodor Ickler angepriesen wird. Ickler aber gibt in diesen Fällen die Schreibweise frei. Ungeachtet des Bedeutungsunterschieds darf man in jeder Bedeutung getrennt oder zusammenschreiben (sitzen bleiben, schwer fallen). Die unterschiedliche Bedeutung spielt also bei Ickler - durchaus im Gegensatz zu seinen Einlassungen zur Neuregelung - keine Rolle für die Schreibweise. Wie kann man gleichzeitig verlangen, Bedeutungsunterschiede müssten sich in unterschiedlichen Schreibwiesen (sic) niederschlagen und ein solches Wörterbuch empfehlen?" (18.3.2003)

Stillemunkes hat nicht verstanden oder will nicht verstehen, daß mein Wörterbuch nichts "freizugeben" hat, sondern einfach darstellt, wie geschrieben wird. Im Falle der Verb+Verb-Kombination ist an anderer Stelle, nämlich im Regelwerk gezeigt, daß es hier eine Entwicklungstendenz gibt, hin zu einer aktionsartlichen Unterscheidung; sie ist aber noch nicht so fest geworden, daß man daraus Vorschriften nach Art der Neuregelung herleiten könnte.
Dem widerspricht aber keineswegs, daß die Vermittlung von Bedeutungen und damit auch von Bedeutungsunterschieden das Ziel der Orthographie ist und daß sich die Geschichte der deutschen Rechtschreibung als immer weitere Annäherung an dieses Ziel verstehen läßt.
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Th. Ickler


eingetragen von Theodor Ickler am 25.06.2001 um 18.21

Ministerialrat Christoph Stillemunkes

E-Mail an Theodor Ickler vom 21. Juni 2000:

Betreff: Rechtschreibreform

Danke für die Nachricht. Damit keine Missverständnisse auftreten: Die neue Duden-Ausgabe wird nicht "erhebliche Änderungen gegenüber der amtlichen Regelung" enthalten.

Gruß Stillemunkes.
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Th. Ickler


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