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Sigmar Salzburg
12.02.2021 08.18
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Die neue Correctness-Überempfindlichkeit

Sexistische Äußerungen Japans Olympia-Organisationschef tritt zurück

Yoshiro Mori, 83, Japans oberster Olympiafunktionär, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er hatte sich auf skandalöse Weise über Frauen geäußert...
Mori hatte vergangene Woche bei einer Online-Vorstandssitzung des OK gesagt, dass Sitzungen mit Frauen sich in die Länge zögen, weil die miteinander konkurrierenden Frauen alle reden wollten.
spiegel.de 12.2.2021

Meine Güte, das ist doch nur harmlose, aber nicht grundlose Tradition (chin. 女 nǚ = Frau):
...
[Das Zeichen] steht in Japan bis heute für „lärmend“ und „laut“, da mehrere Frauen bekanntermaßen auf ein turbulentes Umfeld schließen lassen.
politurblog.wordpress.com

Meine Lexika zeigen das Zeichen 姦 nur im Pulleyblank (altchin.) als „jiān“ (unzüchtig, böse) und im Rüdenberg als „kien“ (Ehebruch). Zwei „nü“ übereinander hieß chin. noch „hübsch“, aber auch „listig“.

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Sigmar Salzburg
07.11.2020 08.15
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Netflix kommerzialisiert die Schlacht am Teutoburger Wald

faz.net:
Archäologen schauen „Barbaren“ : Eine bunte Varusschlachtplatte

... Prof. Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte Berlin, Landesarchäologe:

Ich habe es geschafft, die ersten beiden Folgen der Netflix-Serie „Barbaren“ anzusehen. Hier meine Eindrücke:

Wieso arbeitet eigentlich niemand auf den Feldern? Die Häuser stehen dichtgedrängt inmitten von Wald, von der Struktur und Lebensweise einer bäuerlichen Gesellschaft entsteht kein Bild, statt der vielen Erkenntnisse zur offenen Landschaft in weiten Teilen der „Germania“ wird der alte römische Topos der dunklen, undurchdringbaren Waldlandschaft gepflegt, zweifellos ein besserer Ausgangspunkt für die späteren Schlachtszenen.

Warum nicht Altgermanisch?

Die beiden germanischen Hauptakteure könnten auch einer heutigen RTL-Produktion entsprungen sein, die Sprache passt auf jeden Fall. Aber Vorsicht, hier wird das Klischee bedient, dass ländliche Gesellschaft[en] stets einen ruppigen, sprachlich völlig unbedarften Umgang pflegen und Verhaltensweisen an den Tag legen, die in unserer heutigen Gesellschaft als eher primitiv beurteilt werden. Dem komplexen Verhaltenskanon in einer über Jahrhunderte relativ fest gefügten Gruppe wir[d] dies nicht gerecht.

Dass die Römer Latein sprechen, ist eine Wohltat in dem Film, es hätte auch gut getan, wenn das Altgermanische die simple Sprache der Barbaren wohlklingender und unverständlicher zu Gehör gebracht hätte.

(Das vom Autor und Michael Schumacher geleitete Ausstellungsprojekt „Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme“ läuft gerade im Neuen Museum und der James-Simon-Galerie, Berlin)

faz.net 29.10.2020

Wie aber hätte man das Altgermanische besser darstellen können? Es ist ja aus dieser Zeit nur das 300 Jahre spätere entfernte Gotische bekannt, das durchaus klangvoll war, aber für heutige Normalbürger völlig unverständlich ist.– Höre ich es richtig, daß in den letzten Sekunden des Trailers die Schlager-Weltsprache Englisch ertönt?

https://www.netflix.com/de/title/81024039

Siehe auch dies!

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Sigmar Salzburg
02.09.2020 06.10
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Rechtschreibreformen sind meist linke Projekte

Interessanter Artikel aus „Russia Beyond“:

Wie die Bolschewiki die russische Sprache revolutionierten

Alexandra Gusewa

Sie etablierten nicht nur ein neues Gesellschaftssystem, sondern führten auch eine Rechtschreibreform durch.

Die Reform der russischen Orthografie war bereits vor der Revolution geplant, aber die Russische Akademie der Wissenschaften hatte es nicht eilig, sie umzusetzen. Nach der Revolution von 1917 handelten die neuen Behörden dafür umso entschlossener: Alles „Alte“ sollte aufgeben werden – das Regime, die Religion, die Wirtschaft … und auch die Rechtschreibung.

Im Jahr 1918 wurde ein Dekret über die neue Rechtschreibung erlassen und alle gedruckten Publikationen hatten dieses zu berücksichtigen...

de.rbth.com 4.8.2020

Russia Beyond the Headlines oder kurz Russia Beyond ist ein Ableger der russischen Staatszeitung Rossijskaja gaseta und wurde bis zur Einstellung der Printausgabe 2017 in verschiedenen Sprachen als Werbebeilage von Zeitungen veröffentlicht. Wikipedia

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Sigmar Salzburg
20.04.2020 08.46
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Genetische und sprachliche Evolutionen

Der Populationsgenetiker Luigi Cavalli-Sforza (1922 -2018) versuchte als einer der ersten, die Abstammung der Menschen und ihre Sprachverwandtschaften mit Hilfe der modernen Genetik zu erklären. Theodor Icker zitierte gerade einen ähnlichen Gedanken von Richard Dawkins.

Sprachwandel wird oft als kulturelles Analogon der Evolution herangezogen, und eine gewisse Gemeinsamkeit ist unverkennbar: Language evolves, because it has both the great stability and the slight changeability that are prerequisites for any evolving system. (Dawkins)
Eine genetisch ablaufende Evolution kann jedoch nur durch materielle Weitergabe der Informationsträger erfolgen. Austausch in parallel laufenden Entwicklungslinien ist bei höheren Lebewesen ausgeschlossen. Das ist bei nebeneinander lebenden Sprachgemeinschaften als immaterielle Übertragung jedoch die Regel. Es kann sogar ihre eigene Sprache gänzlich ausgetauscht werden, wenn die Kultur- und Machtverhältnisse sich entsprechend entwickelt haben. Beispiele sind das Verschwinden der iberischen und der ägyptischen Sprache, letztere trotz ihrer 2500jährigen überlegenen Kulturgeschichte. Im Ägyptisch-Arabischen fällt mir als überlebendes Wort nur تمساح ... temsaḥ (Krokodil, v. altägypt. msḥ, kopt. ⲙⲥⲁϩ) ein. – Hervorzuheben ist auch Icklers Einschätzung der antiken indischen Sprachwissenschaft:
Paninis Grammatik. Wer zum erstenmal damit in Berührung kommt, glaubt seinen Augen nicht zu trauen: Wie war das „between muddle and mystery“ möglich? Vergleichbares im Westen wäre Euklid, aber bei der Mathematik wundert es einen weniger.
Als kleiner Junge hatte mich das schon fasziniert. Leider war dann später für die eigene Beschäftigung zuwenig Zeit.

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Sigmar Salzburg
12.01.2020 18.17
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Vor 114 Jahren wurde Zhou Youguang geboren, ...

... der chinesische Ökonom und Linguist, der die offizielle Umschrift des Chinesischen in die Lateinschrift entwickelt hat. Er starb vor drei Jahren einen Tag nach seinem 111. Geburtstag (nach Wikipedia):

Zhou Youguang
Zhou Youguang (chinesisch 周有光, Pinyin Zhōu Yǒuguāng; eigentlich 周耀平, Zhōu Yàopíng; * 13. Januar 1906 in Changzhou; † 14. Januar 2017 in Peking) ...

Zhou Youguang studierte ab 1923 Ökonomie und Linguistik an der Saint John’s University in Shanghai. 1925 verließ er die Universität während der Bewegung des 30. Mai und setzte sein Studium bis 1927 an der Pädagogischen Universität Ostchina fort, die ebenfalls in Shanghai liegt.

Als Repräsentant einer chinesischen Bank lebte Zhou von 1946 bis 1949 in New York City. Von 1949 bis 1955 lehrte er als Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Fudan-Universität in Shanghai, nebenbei hörte er Vorlesungen im Fach Linguistik. 1956 bis 1988 gehörte er dem chinesischen Schriftreformkomitee an. Während der Kulturrevolution von 1966 wurde er ab 1969 für zwei Jahre in ein Arbeitslager geschickt. Er ist Erfinder der Pinyin, der offiziellen Transkription des Chinesischen in Lateinschrift.

Am 13. Januar 2016 feierte Zhou seinen 110. Geburtstag. Er war von 1933 bis zu deren Tod 2002 mit Zhang Yunhe verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte. Er starb einen Tag nach seinem 111. Geburtstag.
Der chinesischen Führung unter Mao ging es darum, die nach der Schreibreform stark veränderten Zeichen mit Hilfe einer eigenen Lateinumschrift leichter lehr- und lernbar zu machen. Seither begannen die Schüler mit Pinyin. Das wird erst jetzt wieder abgebaut. Der Plan der völligen Abschaffung der Zeichenschrift oder ihrer Beschränkung auf 800 Zeichen wurde aufgegeben, da die zahllosen gleichklingenden Wörter bzw. Silben nur durch die Zeichen in ihrer Bedeutung unterschieden werden konnten. Außerdem hätte es einen Bruch mit der Vergangenheit bedeutet, der auch so schon schlimm genug war.

Trotzdem ist die chinesische Schrift je nach Anspruch hundert- bis tausendmal schwieriger zu lernen als die unsrige – was unsere dümmlichen Kultusminister und ihre wichtigtuerischen Hiwis nicht hinderte, ihre häßliche bis nichtsnutzige Erleichterungs„reform“ auf heimtückische Weise durchzusetzen. Die Chinesenkinder lernen von Anfang an, daß nur eifriges Bemühen zum Erfolg führt.

Die schon vorhandenen Umschriftsysteme waren für den chinesischen Gebrauch weniger geeignet. Dafür können Ausländer ohne einzelne Zusatzregeln Pinyin nicht phonetisch erkennbar ablesen.

Am auffälligsten ist die zweckentfremdete Verwendung des „q“ für einen scharfen dentalen Reibelaut (Wade ch‘) anstelle des ursprünglichen gutturalen Qaf der semitischen Sprachen, und das ähnliche „x“ (Wade hs). Es wird auch das deutsche „ü“ verwendet, jedoch nur in
„lǘ“ (驢 / 驴 Esel) oder „nǚ[rén]“ (女人Frau) z.B., nicht aber, wo es durch ein vorhergehendes j, q, x und y ohnehin gesprochen werden muß: yu (=yü).

„Yi“ und „wu“ stellen nur die Laute „i“ und „u“ dar, ohne halbkonsonantische Einleitung, wohl um sie als sinntragende Silben zu markieren – aber auch nicht konsequent durchgeführt:
„é“ (鵝 / 鹅 Gans, altchin.: „nga“; Zeichen: 我 wǒ ich, altchin.: „nga'“ + Vogel).

Die vier Töne werden bildhaft durch Akzente bezeichnet, die aber erst seit Unicode maschinell für jedermann greifbar sind.

Inzwischen wurde Pinyin auch auf Taiwan zugelassen, soll dort aber teilweise noch boykottiert werden. Bei uns gibt es schon Chinesisch-Lehrgänge nur in Pinyin ohne Schriftzeichen. Das erweckt bei den meist jungen chinesischen Lehrkräften hierzulande nur ungläubiges Staunen.

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Sigmar Salzburg
28.11.2019 03.41
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Übersetzungsprobleme

Beim Repetieren alter Bibeltexte fiel mir auf: Konnte oder wollte der Goten-Bischof Wulfila nicht „fiskjans manne“ (Menschenfischer) bilden, wo es doch der originale Markus, die Römer und die Deutschen (Luther 1545) konnten?

Mark. 1:16

καὶ παράγων παρὰ τὴν θάλασσαν τῆς γαλιλαίας εἶδεν σίμωνα καὶ ἀνδρέαν τὸν ἀδελφὸν σίμωνος ἀμφιβάλλοντας ἐν τῇ θαλάσσῃ: ἦσαν γὰρ ἁλιεῖς.

et praeteriens secus mare Galilaeae vidit Simonem et Andream fratrem eius mittentes retia in mare erant enim piscatores.

jah hvarbonds faur marein Galeilaias gasahv Seimonu jah Andraian broþar is, þis Seimonis, wairpandans nati in marein; wesun auk fiskjans.

DA er aber an dem Galileischen meer gieng / Sahe er Simon vnd Andreas seinen bruder / das sie jre netze ins Meer worffen / denn sie waren Fischer.

Mark. 1:17

καὶ εἶπεν αὐτοῖς ὁ ἰησοῦς, δεῦτε ὀπίσω μου, καὶ ποιήσω ὑμᾶς γενέσθαι ἁλιεῖς ἀνθρώπων.

et dixit eis Iesus venite post me et faciam vos fieri piscatores hominum.

jah qaþ im Iesus: hirjats afar mis, jah gatauja igqis wairþan nutans manne.

Vnd Jhesus sprach zu jnen / Folget mir nach / Jch wil euch zu Menschen fischer machen.
Ähnlich auch Lukas. Die Bedeutung von „nuta“ soll „Fänger“ sein, zu „niutan“ „erlangen“. Wulfila kannte selbstverständlich auch die lateinische Vulgata. Mochte er seinen Goten nicht zumuten, wie Fische im Netz gefangen zu werden?

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Sigmar Salzburg
28.10.2019 13.45
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Schwierigkeiten anderer Rechtschreibungen

Imad Karim ... 27.10.19, 18:00

Ich übersetze nur!!!!!!! Zum furchtbaren Axtmord in Limburg!
Sämtliche arabisch-sprachige Medien haben über diese barbarische Tat berichtet...

Der Täter ist ein 34-Jahre alter Tunesier. Der Sohn einer tunesischen Gastarbeiterfamilie ist in Deutschland geboren und hier zur Schule gegangen. Er besitzt von Geburt an, die deutsche Staatsangehörigkeit.
Sein Name wird hier mit „Imad Amdouni“, (könnte auch Emad Emadoni oder Emadaouni je nach Vokalisierung عماد عمدوني), angegeben...

Das 31. jährige Opfer, seine Ehefrau und die Mutter der beiden gemeinsamen Kinder ist (war) eine Tunesierin, die vor sechs Jahren mit einem Studiumsvisum nach Deutschland kam. Sie heisst (hieß) Muri (könnte Mori, Mouri oder Mawri, je nach Vokalisierung). Die beiden müssen kurz nach ihrer Ankunft geheiratet haben...

Nachtrag:
Nicole Baltes 28. Oktober um 19:09·

Imad Karim
Ist wieder mal 30 Tage gesperrt.
Wegen Wahrheit sagen !


Siehe auch Stefan Schubert bei kopp-report.de.

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Sigmar Salzburg
14.10.2019 04.12
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Schlagende eheliche Verbindungen

An den kürzlich erwähnten kleinen Texten aus der altindischen und altfranzösischen Literatur, aber auch anderen fiel mir auf, daß oft die Züchtigung von Frauen zumindest mitgedacht wurde. An sich schien das heute überwunden zu sein.

Der arme Brahmane zerstört in Gedanken mit dem Fuß seinen Grütztopf, mit dessen Inhalt sein Reichtum beginnen sollte, als sein erdachter Sohn an den Hufen der vorgestellten Pferde im herbeiphantasierten Anwesen vorbeiläuft und er seiner erträumten Frau wegen ihrer Unachtsamkeit einen Fußtritt versetzt:

... तं पादप्रहारेण ताडयिष्यामि ... tam pādaprahārena tāḍayiṣyāmi
Die junge Bäuerin Perrette im Gedicht von Jean de la Fontaine (1621 – 1695) fürchtet die Schläge ihres Mannes, nachdem sie auf dem Weg zum Markt den Milchtopf hat fallen lassen, weil sie die in der Phantasie erworbene Kuh mit Kalb in der Herde springen sah und ebenfalls vor Freude hüpfte:
... va s’excuser à son mari en grande danger d’être battue
Im Chanson von Pierre Passereau (1509–1547) erzählt ein Tratschweib dem anderen, daß ihr guter (etwas trotteliger?) Ehemann sie nicht erzürnt und schlägt, die Hausarbeit macht und die Hühner füttert, und daß sie ihren Vergnügungen nachgehen kann:
Il est bel et bon, commère, mon mari.
Il estoit deux femmes toutes d'ung pays,
disanst l'une à l'aultre – “Avez bon mary?”

Il ne me courrousse, ne me bat aussy.
Il faict le mesnaige,
il donne aux poulailles,
et je prens mes plaisirs.

https://youtu.be/M7W0G1c8fJ0
Man beachte, daß die Kings's Singers die in England typischen Gesichter („Rassen“?) repräsentieren.

Wenn wir weiter zurückgehen, finden wir schon im Alten Testament die Empfehlung von Schlägen, allerdings nur zur Erziehung von Kindern, wie im Spätmittelalter z.B. bei Oswald von Wolkenstein (1377-1445):
»Vor angst slach ich mein kinder offt hin hinder.«
Mohammed (ca. 571-632), der Bauchredner „Gottes“, hat jedoch den Schöpfer des Weltalls verkünden lassen, ein Mann habe das Recht und die Pflicht, unbotmäßige Ehefrauen zu schlagen und im Ehebett zu meiden (Sure 4:34):
وَاهْجُرُوهُنَّ فِي الْمَضَاجِعِ وَاضْرِبُوهُنّ ... w-ahǧurūhunna fi-l-maḍāǧiʿi w-aḍribūhunna
Ob sich auch deswegen die Kirchenleute, besonders die zölibatären, so freuen, daß „Gott“ durch den Islam wieder in die Mitte der Gesellschaft gerückt wird.

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Sigmar Salzburg
15.09.2019 11.24
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Gen- und Sprachverwandtschaften

Der Populationsgenetiker Luigi Cavalli-Sforza (1922 -2018) war einer der ersten, die versuchten, die Entdeckung der Struktur des Erbmoleküls durch Watson und Crick 1953 in der Erforschung des Stammbaums der Menschen anzuwenden und zugleich mit dem Vergleich der Sprachverwandtschaften zu verbinden.

Cavalli-Sforza begründete 1990 das Human Genome Projects (HGP), das zuerst von James Watson geleitet wurde. Cavalli-Sforza verwarf die Existenz von Rassen, stellte aber doch einen Stammbaum auf, der den Afrikanern 120000 Jahre getrennte Entwicklung von der übrigen Menschheit zuwies und eine Gruppeneinteilung erkennen ließ:




Wikipedia

Nobelpreisträger Watson entwickelte sich zum verfemten „Rassisten“, der den Negern geringere, den aschkenasischen Juden höhere Intelligenz als dem menschlichen Durchschnitt zuwies und dafür im hohen Alter gemaßregelt wurde.

Mein Interesse bestand in der möglichen Einordnung der sumerischen Sprache. Der zugehörige Menschentyp, beispielsweise Gudea von Lagasch, war nach den Bildnissen ein gänzlich anderer als der semitische Typ des Hammurapi.

Ich fand Verwandtschaften zum Tibetischen und Chinesischen. Der Sinologe Prof. Ulrich Unger (1930-2006), der auf der gleichen Spur war, schrieb mir 1991:

Für das vergangene Sommersemester habe ich eine Reihe von Artikeln zur Rekonstruktion des Altchinesischen und zur indosinistischen Vergleichung zusammengestellt. Auch dort ist schon manches auf den Vergleich mit dem Sumerischen abgestellt, z.B. die Bestimmung von tib. m- als Körperteilpräfix, die es gestattet m- vom m(y)ig „Auge“ abzutrennen – sodaß das verbleibende *yig sich unmittelbar mit sum. igi vergleichen läßt (Sie haben, p. 87, anders anzuschließen versucht, wie ich sehe, aber p. 93 wie ich).
Seither hat die Humangenetik erhebliche Fortschritte gemacht. So wurde 2010 erkannt, daß die 2000 in der Denisova-Höhle gefundenen Knöchelchen einer ziemlich eigenständigen Urmenschenlinie neben dem Neandertaler zugehörten. Schließlich wurde bekannt, daß die Tibeter eine besondere Rasse sind, weil sie als einzige weltweit von den Denisovanern das Gen für Höhentauglichkeit geerbt haben.

Wegen der möglichen Verwandtschaft mit den Sumerern wandte ich mich im letzten Jahr an Svante Pääbo mit der Bitte um Auskunft. Er anwortete mir umgehend per Email am 19.9.2018:
Betreff: Re: Sumerische Gen-Daten
Datum: 2018-09-19T16:12:35+0200
Von: „Svante Paabo“

Wir arbeiten nur an ältere Dinke, wie Neandertaler und Denisovaner.

Ich würde Ihnen empfehlen, Professor Johannes Krause in Jena zu
kontaktieren

MfG

Svante Pääbo.
Natürlich schrieb ich daraufhin Prof. Krause an, erhielt aber keine Antwort. Vielleicht war er zu beschäftigt und ich zu unwichtig. Oder er war schon auf meine neun Jahre zurückliegende Verteidigung des Begriffs „Rasse“ im Grundgesetz gestoßen, den er gerade aus dem deutschen Wortschatz streichen will.

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Sigmar Salzburg
14.09.2019 07.28
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Sehschärfe wie das Hubble-Teleskop

Die Trump'schen Twitter-Launen sind mittlerweile allseits bekannt. Dass der US-Präsident aber sensible militärische Informationen über den Kurznachrichtendienst teilt, wäre neu. Nach der Explosion in einer iranischen Weltraumanlage hatte Trump nämlich Ende August ein Satellitenbild des Schauplatzes geteilt, um die Unschuld der USA an diesem Vorfall zu beteuern.

Schnell wurde bei BBC spekuliert, dass es sich dabei um geheimes militärisches Bildmaterial handeln könnte. Die Auflösung sei viel zu hoch für übliche Satellitenfotos gewesen. Immerhin konnte man [aus 385 km Entfernung] unter anderem die persischen Schriftzeichen rund um die Weltraumanlage klar erkennen ...

derstandard.at 13.9.2019



... ich rate mal: „Erringung nationaler Macht“ (arab. اقتدار ).

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Sigmar Salzburg
10.09.2019 03.01
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Fehllesungen und Rechtschreibfehler sind ganz gefährlich!

Um 2000 machte ein Semitist unter dem Pseudonym Christoph Luxenburg mit einer Veröffentlichung auf sich aufmerksam, in der er behauptete, viele Stellen im Koran durch fehlgedeutete Wörter aus dem Syro-Aramäischen besser erklären zu können. Gern zitiert wurde, daß Mohammeds „Huri“ genannten Paradiesjungfrauen eine poetische Umschreibung für Weintrauben im angeblich in Mekka verbreiteten Aramäischen bedeuteten. Das scheint mir im Zusammenhang nicht möglich:

كَذَٰلِكَ وَزَوَّجْنَاهُم بِحُورٍ عِينٍ
„Genau so (wird's sein), dazu vermählen Wir sie mit (groß)äugigen Huris“ – Der Text bedeutet nach dem islamischen Gelehrten und Rechtsgutachter Mahmud al-Masri, „einem populären Prediger innerhalb und außerhalb Ägyptens“:
„… Unser Herr – er sei erhoben – wird Dir [gemeint sind die männlichen Zuschauer] zwei Gruppen von Ehefrauen im Paradies schenken: [die erste Gruppe] ‚Hur ‘Ain‘, diese hat unser Herr extra für uns im Paradies geschaffen. Allah – er sei erhoben – sagte: ‚Und wir werden sie mit holdseligen Mädchen [arab. Huru l-‘Ain] vermählen, die große, herrliche Augen haben.‘ (Sure 44, 54). Und – er sei erhoben – er sagte: ‚Wir haben sie als eine wunderbare Schöpfung erschaffen und sie zu Jungfrauen gemacht, liebevolle Altersgenossinnen‘ (Sure 56, 35-37).

Evang. Institut für Islamfragen, 18.4.2015
Das entscheidende Wort, das Luxenburgs Deutung unmöglich macht, ist „zawwajna“, „wir vermählen“, mit der Wortwurzel „zwj“, die „paaren, vermählen“ bedeutet. Warum sollte ein rechtschaffener Moslem nach seinem Tod mit Weintrauben vermählt werden?

Die Sure soll Mohammed in Mekka „offenbart“ worden sein. Dort lebte er noch unter der Fuchtel seiner 15 Jahre älteren Ehefrau und durfte sich sein Paradies nur im Jenseits vorstellen. Nachdem sie kurz vor der Hedschra gestorben war, konnte er sich dann über die erlaubten vier Frauen hinaus durch eine Sonderoffenbarung „Gottes“ mehr als zehn Ehefrauen genehmigen.

Siehe auch Fazıl Say

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Sigmar Salzburg
28.08.2019 14.32
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Ein Beschluß des Bundesgerichtshofs, ...

... damals noch in traditioneller Rechtschreibung, zum Gebrauch der niederdeutschen Sprache, die damals als europäische Minderheitensprache anerkannt war, in amtlichen Gebrauchsmusteranmeldungen:

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS


X ZB 23/01 vom 19. November 2002 in der Rechtsbeschwerdesache betreffend die Gebrauchsmusteranmeldung 200 02 064.1

Läägeünnerloage

GebrMG § 4a Abs. 1 Satz 1, § 8 Abs. 1; Gesetz zu der Europäischen Chartader Regional- oder Minderheitensprachen des Europarats vom 5. November 1992 Art.1

a) Ein Verbot, bei der Eintragung eines Gebrauchsmusters vom Eintragungsantrag abzuweichen, berührt grundsätzlich nicht die Entscheidung über Anträge des Anmelders in bezug auf die Art und Weise des Vollzugs der Eintragung. Eine sachliche Zurückweisung der Anmeldung läßt sich jedenfalls im Regelfall nicht darauf stützen, daß einem solchen Antrag nicht stattgegeben werden kann.

b) Niederdeutsche (plattdeutsche) Anmeldeunterlagen sind im Sinn des § 4a Abs. 1 Satz 1 GebrMG nicht in deutscher Sprache abgefaßt.

BGH, Beschl. v. 19. November 2002 – X ZB 23/01 – Bundespatentgericht

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Sigmar Salzburg
25.08.2019 05.25
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Bild der Wissenschaft

Gaumenformen könnten Sprachen geprägt haben
19. August 2019

Im Rahmen ihrer Studie sind die Forscher um Dan Dediu vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen nun der Frage nachgegangen, ob subtile anatomische Unterschiede des Gaumens zwischen Bevölkerungsgruppen eine Rolle bei der Entwicklung von Sprachen gespielt haben könnten...

Für ihre Studie untersuchten die Forscher, wie die Form des menschlichen Gaumens die Aussprache von fünf Vokalen beeinflusst, die in verschiedenen Sprachfamilien zu hören sind. Dazu gehörten etwa der „EE“- oder der „OO“-Laut. Sie verwendeten dazu Computermodelle auf der Grundlage von 107 Magnetresonanztomographie-Aufnahmen von Personen, die vier großen ethnolinguistischen Gruppen angehören: Europäer, Nordinder, Südinder und Chinesen. Zunächst konnten sie zeigen, dass es statistisch unterscheidbare Variationsmuster zwischen den Merkmalen des Gaumens bei den vier ethnolinguistischen Gruppen gibt. Mit anderen Worten: Bestimmte anatomische Varianten treten etwa bei Chinesen häufiger auf als bei Europäern.

Quelle: Max Planck Institute for Psycholinguistics, Fachartikel: Nature Human Behaviour, doi: 10.1038/s41562-019-0663-x

wissenschaft.de 19.8.2019

… und sie haben Einflüsse gefunden, die über fünfzig Generationen zu Veränderungen geführt haben könnten. Das suggeriert, daß die Chinesen ihre Sprache als Fremdsprache übernommen hätten und dann ihrer Anatomie angepaßt. Viel wahrscheinlicher ist, daß Anatomie und Sprache sich aneinander parallel entwickelt haben.

Wissenschaftliche Voraussagen sind kaum möglich. Es müßten auch andere anatomische Besonderheiten berücksichtigt werden. So haben die Ostasiaten schon karikaturbekannt häufig schiefe Zähne. Junge japanische Models mit perfekter Zahnstellung sind kaum zu finden. Ein HNO-Arzt sagte mir, schon seit dem Mittelalter habe sich bei uns der Rachenraum verändert, so daß Rückschlüsse auf die damalige musikalische Artikulation nicht möglich seien.

Auch mentale Besonderheiten der Ethnien müßten berücksichtigt werden, bei uns etwa die norddeutsche Maulfaulheit, die zu „Lich un Luff gib Saff un Kraff“ führt.

Schließlich dürfen gewalttätige Eingriffe in die Schriftsprache nicht vergessen werden, wie im Deutschen die ekelhafte Streichung des „h“ im „Rauhen“ durch unsere kulturbanausischen Kulturminister oder im Tibetischen die Streichung der meist ungesprochenen Konsonantencluster durch die rotchinesischen Kulturrevolutionäre.

Die Tibeter sind bekanntlich eine besondere Rasse durch ihre von den Denisova-Menschen ererbten Höhen-Gene, die sie sich in zehntausend Jahren unter Opfern mit Kindstod und höherer Sterblichkeit erhalten haben. Dank der modernen Medizin kann ihnen nun das besondere Heimatrecht abgesprochen werden, wobei deutsche Maoisten eifrig Beifall spenden.

Das klassische einsilbige Mandarin, obwohl sicher Endprodukt eines langen Strebens nach Vereinfachung, kann gut als Modell für menschliche Ursprachen herhalten. Die ersten grammatischen Bereicherungen waren vermutlich die Variation der Vokale und die Verdoppelung der Wortwurzeln. Letzteres ist im Sumerischen noch häufig, Spuren von beidem findet man noch in den indogermanischen und semitischen Sprachen.

Die grammatischen Flexionsendungen waren sicher einmal selbständige Wörter, die mit den Stämmen verschmolzen – in der natürlichen Reihenfolge Gegenstand – nähere Bestimmung. Später erwies es sich als nützlich, den Gegenstand schon im voraus durch Demonstrativa anzukündigen, die dann zum verbindlichen Artikel wurden.

Akkadisch und Punisch hatten keine Artikel, aber Arabisch und Hebräisch sehr wohl und gelten deswegen als „moderner“. Sanskrit, Latein, Gotisch und heute noch Isländisch haben keine Artikel, aber Altgriechisch und alle romanischen Nachfolgesprachen des Lateinischen hatten ihren Nutzen erkannt, z.B. aus lat. „ille/illa“ frz, „le“ und „la“.

Für die Sprachen viel umwälzender als die Form des Gaumendaches sind die Sprachmischungen z.B. Englisch aus 30 Prozent anglisch/sächsischen Wörtern mit verbliebener rudimentärer Konjugation und Deklination und 60 Prozent französischen und lateinischen Wörtern in schlechter Aussprache. Es ist dennoch erstaunlich, was Shakespeare und Hume damit geleistet haben. Insofern ist es nicht mit der westindischen Schrumpfform „Pidgin“ zu vergleichen.

Nachdem das Deutsche über eintausend Jahre seine reiche Struktur einigermaßen beibehalten hatte, steht nun seine Pidginisierung bevor – durch die unverantwortliche Politik der vergangenen Bundesregierungen, die dazu geführt hat, daß heute in städtischen Grundschulen schon zu 60 bis 100 Prozent nicht mehr Deutsch als Muttersprache gesprochen wird. Aber das ist ein anderes Kapitel.

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Sigmar Salzburg
28.07.2019 17.44
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Die Ilias auf Altgriechisch

Boris Johnson recites extracts of „The Iliad“ in Greek
Posted Wed at 9:21pm
Boris Johnson is in a conversation with ABC's Annabel Crabb at the Melbourne Writers Festival.
https://www.abc.net.au/news/2019-07-25/boris-johnson-recites-extracts-of-the-iliad-in/11338290

Michael Klonovsky hat es gefunden:

Wenn wir bei den Künsten sind: Boris Johnson rezitiert im TV Homer, im Originaltext versteht sich – Singe, Boris, zur Wut des eurokratischen Molochs –, denn der „Polit-Clown“ (Bild) hat die Kaderschmieden Eton und Oxford von innen gesehen, an Letzterer studierte er Klassische Altertumswissenschaft.

Johnsons Urgroßvater Ali Kemal war 1919 kurzzeitig Bildungs- und Innenminister des Osmanischen Reiches und wurde 1922 auf Befehl Nurreddin Paschas gelyncht. Johnsons Großvater Osman Ali floh daraufhin nach London und nahm dort den neuen Namen an. Boris Johnson ist über seine adligen deutschen Urururgroßeltern weitläufig mit der Queen und Prinz Charles verwandt.

Von 1999 bis 2005 war er Herausgeber des Spectator. Wenn man seine Blicke von Deutschland löst, finden sich noch interessante Politiker mit einem hierzulande ganz unüblichen Pedigree.

michael-klonovsky.de 28.7.2019

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Sigmar Salzburg
21.07.2019 08.51
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Scriptio continua

In der Schule hatte ich kurze Zeit eine aparte junge Französin als Lehrerin, die uns das Gedicht von Jean de La Fontaine beibrachte:

La Laitière et le Pot au lait
Perrette sur sa tête ayant un Pot au lait
Bien posé sur un coussinet,
Prétendait arriver sans encombre à la ville…
Wie bekannt, malt sie sich auf dem Weg aus, welche Reichtümer sie allmählich aus dem Erlös der Milch erwerben und vermehren könnte: Hühner, ein Schwein, Kuh und Kalb ... Schließlich hüpft sie vor Freude, der Krug fällt und die ganze schöne Zukunft ist hin. – Kürzlich fiel mir auf, was mir früher völlig entgangen war, daß die gern als Übung zitierte kleine Geschichte aus dem Panchatantra vom Brahmanen mit dem Reistopf ganz baugleich ist.
कस्मिंश्चिन्नगरे कश्चित्स्वभावकृपणो नाम ब्राह्मणः प्रतिवसति स्म।
तस्य भिक्षार्जितैः सक्तुभिर्भुक्तोर्वरितैर्घटः परिपूरितः।
kasmimścin_nagare kaścit_svabhava_krpaṇo nama brahmaṇah prativasati sma |
tasya bhikṣar_jitaih saktubhir_bhuktorvaritair_ghaŧah paripuritah
In irgendeiner Stadt erträumt sich ein Brahmane mit Namen Svabhava_Krpaṇo unter seinem mit erbetteltem Reisbrei gefüllten Krug durch den Verkauf sich mehrenden Reichtum: Vieh, ein Haus, eine Frau und einen „auf den Knien zu schaukeln geeigneten“ Sohn – und schließlich ist alles hinüber, als er seiner erträumten, mit dem Kinde unachtsamen Frau einen Fußtritt versetzt und dabei den Krug zerbricht.

Ob Lafontaine in Kenntnis ähnlicher Geschichten aus der griechischen Antike und dem Indischen, vielleicht über eine persische Version, zu seinem Gedicht angeregt worden sein könnte?

Siehe auch The milkmaid and her pail, da auch Panchatantra „The brahman who built air-castles”.

Devanagari-Konsonanten enthalten immer ein folgendes „a“. Andere Vokale werden durch Zusätze bezeichnet. Aufeinander folgende Konsonaten schreibt man als Ligaturen. Sanskrit wurde ohne Worttrennung als Scriptio continua geschrieben – im Gegensatz zur Sucht unserer närrischen Trennschreibreformer, zusammenhängende Wortbildungen zu atomisieren.

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