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Schwarzer Humor, Satire
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Sigmar Salzburg
03.08.2016 09.30
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20 Jahre Rechtschreibreform:

MDR fällt auf plumpen Postillon-Witz herein und hält „seidt“ für neues Wort

Über 70 Prozent der Deutschen würden an dem richtigen Gebrauch von „seid“ und „seit“ scheitern. Bis jetzt! Denn zum neuen Schuljahr findet das nervige Rechtschreibrätselraten mit dem einheitlichen „seidt“ ein Ende – so meldeten es die Satire-Experten vom Postillon. Der MDR ist darauf hereingefallen und meldete die neue Schreibweise in einem Beitrag zum 20.-jährigen Jubiläum der Rechtschreibreform.
meedia.de 3.8.2016

Der Postillon Verifizierter Account ‏@Der_Postillon
Feedback: Der MDR hat unsere Meldung „Aus „seid“ und „seit“ wird einheitlich „seidt“" ungeprüft übernommen. Ab 1:51: http://www.mdr.de/mediathek/infothek/audio-135486.html

MDR aktuell MDR RADIO SACHSEN wird an diesem Mittwoch 3.8.2016 zur selben Sendezeit auf den unterlaufenen Fehler hinweisen und ihn korrigieren.

Anmerkung: Ähnliches bahnte sich schon um 1990 in der Reformkommission an: Etliche Mitglieder wollten für „das“ und „daß“ das erleichternde Einheits-„das“. Dieser Streitpunkt wurde schließlich mit dem genialen Experten-Kompromiß „das“ und „dass“ gelöst.

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Sigmar Salzburg
22.06.2016 07.11
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Menschen_fressenden Tigern opfern

Das Netz vergißt nichts. Aber manchmal wohl doch. Zur Hōchzeit der Rechtschreib„reform“ kam eine Nachricht aus Indien, die den Wahn der neuen Getrenntschreibregeln in vorbildlicher Weise umsetzte:

Provinzregierung setzt gegen Menschen fressende Tiger auf Schweine

Obwohl die Meldung ein großer Lacherfolg wurde und sogar Karikaturen dazu gezeichnet wurden, ist im Netz nichts mehr zu finden. Etwas ähnliches haben sich nun die Agitatoren des selbsternannten „Zentrums für politische Schönheit“ ausgedacht, um den freien Nachzug von Angehörigen für „Geflüchtete“ zu erpressen: Menschen fressenden Tigern zu opfern, allerdings ohne sie auf Schweine zu setzen, da das im Islam unreine Tiere sind. Die Piratenfraktion der „Humanisten“ berichtet mit Eifer:

Zentrum für Politische Schönheit
„Flüchtlinge fressen“: Protest mit Tigern gegen Flüchtlingspolitik

Von Florian Chefai

BERLIN. (hpd) Die Künstlergruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ hat eine neue Protestaktion gegen die deutsche Asylpolitik gestartet. 100 Syrer sollen mit einem Flugzeug von der Türkei nach Deutschland zu ihren Angehörigen gebracht werden. Die Künstler rufen Flüchtlinge dazu auf, sich von Tigern fressen zu lassen, sollte der Familiennachzug nicht genehmigt werden...

Das Ziel der Aktion ist nichts weniger als die Abschaffung des Paragraphen 63 Absatz 3 des Aufenthaltsgesetzes, der Beförderungsunternehmen die Einreise von Geflüchteten ohne gültiges Visum ins Bundesgebiet untersagt... Für den Fall der Einreiseverweigerung werden Flüchtlinge gesucht, die sich im Lichte der Öffentlichkeit von den Tigern fressen lassen.
hpd.de 16.6.2016
Die Chaotenfraktion des hpd hatte schon frühere Aktionen der „politischen Schönlinge“ beworben – wie den Illegalenschmuggel und das Wasserleichenvergraben vor dem Reichstag.

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Sigmar Salzburg
28.05.2016 09.05
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Evangelische Kirche fordert flächendeckenden Islamunterricht

„Junge Freiheit“ (in normaldeutscher Rechtschreibung):

MÜNCHEN. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat einen „flächendeckenden Islamunterricht“ an allen deutschen Schulen gefordert. Dieser sei die beste Möglichkeit, junge Moslems gegen die Versuchungen von Fundamentalisten immun zu machen, sagte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm der Heilbronner Stimme. Junge muslimische Schüler müßten die Möglichkeit erhalten, sich kritisch mit der Tradition ihrer Religion auseinanderzusetzen. „Sie können zugleich Neues über den Islam lernen – und das auf dem Boden des Grundgesetzes“, betonte Bedford-Strohm. [...]
jungefreiheit.de 27.5.2016
Beispiel: Islamunterricht auf dem Boden des Grundgesetzes, (kultusministeriell zertifiziert):
„Liebe Kinder, der Prophet Mohammed, Heil sei auf ihm, wurde immer schwerhöriger, je mehr er auf Gott hörte. So verstand er, man müsse Dieben die Hände abhacken, Juden kreuzigen und Ungläubigen den Hals abschneiden. Tatsächlich hatte Gott jedoch gemeint, Begnadigungen seien immer abzuhaken, die Juden könnten ihn kreuzweise und Ungläubige seien in Liebe zu umhalsen.“

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Sigmar Salzburg
20.02.2016 05.40
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Die Quickporn-Affäre …

sorgt auch unter englischen Freunden für Spott.

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Sigmar Salzburg
13.09.2015 15.07
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Politisch korrekte Satire

So macht sich Carolin Kebekus über Nazis lustig

Falsch gemalte Hakenkreuze und Neonazi-Schmierereien voller Rechtschreibfehler: In einem neuen Video verspottet Komikerin Carolin Kebekus Rechtsextreme – indem sie einfach echte Bilder zeigt.

Komikerin Carolin Kebekus hat sich auf besonders bissige Weise in die Debatte um Gewalt gegen Flüchtlinge eingeschaltet: Mit ihrem Lied „Wie blöd du bist“ nimmt sie die Dummheit von Neonazis und selbst_ernannten Wutbürgern auf die Schippe.

Bemerkenswert ist weniger der Song – ein Remake von Sarah Connors „Wie schön du bist“ – sondern eher das Video. Bilder von demonstrierenden Neonazis, falsch gemalten Hakenkreuzen, rechtsextremen Schmierereien mit abstrusen Rechtschreibfehlern („Sigh Heil, Hi Hitler“) werden gegen Kebekus geschnitten, die solche Zeilen singt:

„Ich schäm' mich!
Für all deine Fahnen und deine Narben
Hinter der Mauer, ja in Dresden
Lass dir mal sagen, nein lass mich dir sagen:
Weißt du denn gar nicht, wie blöd du bist?“

Kebekus stellte den Song am Samstagabend in ihrer Sendung „Pussy Terror TV“ im WDR vor. Sie ist nicht die erste Prominente, die sich mit einem Video gegen Rassismus ausspricht. Auch Joko und Klaas und Oliver Kalkofe haben Ähnliches gedreht – allerdings ohne Song.
welt.de 13.9.2015

Mit solch einem politisch korrekten Beitrag ist die Eintracht von WDR und Frau Kebekus wieder gesichert. Die „Komikerin“ war vor zwei Jahren vom Zwangsgebührensender wegen einer Religionssatire gesperrt worden, die eine Kirchenzeitung so beschrieb:

In dem Videoclip beleckt die „Künstlerin“ Carolin Kebekus als sexy Nonne den Korpus des Gekreuzigten und angesichts des Gefolterten hebt sie ihr Habit hoch und grinst: „Der Herr ist eine Bank. Nur für ihn ziehe ich blank.“
kiz-koeln.de 2013

Übrigens war die Rechtschreibung links kaum besser und führte von daher geradewegs zur Rechtschreib„reform“. Mein Sanskritlehrer erzählte, sein Professor sei in den 68ern nachts mit Farbeimer und Pinsel losgezogen, um die falschen linken Parolen an den Wänden zu korrigieren: „Nicht einmal richtiges Deutsch können sie!“ – Falsch gedrehte Hakenkreuze gab es schon 1960 und den Verdacht, die DDR habe da eifrig mitgeschmiert, um die „Bonner Ultras“ zu denunzieren.

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Sigmar Salzburg
24.08.2015 05.24
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Suhl: Wenn Verfolger und Verfolgte zusammentreffen

Streit zwischen Flüchtlingen über Koran eskaliert
Ein Flüchtling habe Seiten aus dem Koran in einer Toilette heruntergespült. Muslimische Mitbewohner hätten darauf heftig reagiert und versucht, den Mann zu lynchen... Der Streit habe sich dann zu einer handfesten Auseinandersetzung entwickelt, an der 100 Flüchtlinge beteiligt gewesen seien. Der Afghane sei zu seiner Sicherheit von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. An dem Einsatz waren 125 Polizeibeamte beteiligt, hieß es...
tagesspiegel.de 20.8.2015

Vor einigen Jahren las man, daß in Norwegen Zuwanderern im Aufnahmeverfahren küssende schwule Männer vorgeführt würden, oder zumindest Filmaufnahmen davon, damit sie sich daran gewöhnen, daß das im Lande legal sei. Vielleicht sollte man für die eindringenden moslemischen „Flüchtlinge“ bei uns einige Tage lang Koranseiten im Klo hinunterspülen...

Die Christen hier müssen ja auch Jesus als Klorollenhalter ertragen.

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Sigmar Salzburg
03.07.2015 09.28
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Glyphosat und Hieroglyphothanat

Das linke Zweiwochenblatt „Ossietzky“ bleibt bei der bewährten Rechtschreibung. Volker Bräutigam nimmt dort ein Produkt des Chemiekonzerns Monsanto aufs Korn:

Fieses in der Landwirtschaft
Es heißt »Glyphosat« und ist der weltweit meistverwendete »Unkraut«-Vernichter. Ein Breitband-Herbizid, das nur über die Blätter wirkt. Es tötet in der besprühten Pflanze ein Enzym, das sie für die Photosynthese braucht. Sie kann dann Licht nicht mehr in Energie umwandeln und stirbt. Glyphosat steht seit Jahren im Verdacht, bei Mensch und Tier Krebs zu erregen und deren Hormonhaushalt zu beeinträchtigen. Studien zeigen Zusammenhänge mit der Entstehung maligner Melanome auf, auch daß Glyphosat den Schutz der mütterlichen Plazenta überwindet und das Hirnareal von Embryonen schädigt.

Das Herbizid kam vor einem Vierteljahrhundert zunächst in Nord- und Südamerika auf den Markt und wirkt tödlich auf die gesamte Flora – ausgenommen einige gentechnisch veränderte, landwirtschaftlich nutzbare und deshalb patentgeschützte Gewächse aus dem Labor des US-Chemieriesen Monsanto: Sojasorten, Mais, Raps, Zuckerrüben...
sopos.org 13/2015

Es fällt eine gewisse Ähnlichkeit zur Wirkungsweise des „neuen“ ss-Systems der Rechtschreib„reform“ auf, einem Breitband-Textizid, das vor allem auf bedruckte Blätter wirkt. Seit Jahren steht es im Verdacht, die Schreibsicherheit zu beeinträchtigen und Lesestörungen hervorzurufen. Es wurde vor zwanzig Jahren zur Bekämpfung des orthographischen Wildwuchses über die Schulen in die Märkte gepreßt und frißt sich seitdem krebsartig durch die gesamte Literatur. Ein Produktname fehlt noch – denkbar wäre „Hieroglyphocid“ oder „Hieroglyphothanat“ (Altschreibtod).

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Sigmar Salzburg
04.04.2015 07.55
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Zum Eierfest

Die ungezügelte Großschreibung, das krumme Ei unserer Schreibreformer, gab es bisweilen schon vor 150 Jahren, wie an einem Gedicht Heinrich Seidels ersichtlich. Es erschien anscheinend in ß-freier Antiqua:

Der Eiersegen.
Im Sommer war's, vor langer Zeit,
Da trat mit weissbestaubtem Kleid
Ein Wanderbursche müd genug
Einst zu Semlin in einen Krug.
Doch Niemand war in dieser Schenke,
Zu reichen Speisen und Getränke –
...
Der Wanderer auf die Bank sich streckte,
Und seine müden Glieder reckte,
Und dacht': »Die Ruhe soll mir frommen!
Am Ende wird schon Jemand kommen!«
Und als er nun so um sich sah,
Fand er ein Häufchen Krumen da,
Das man vom Tisch zusammenfegte,
Und, da der Hunger sehr sich regte,
Begann er eifrig unterdessen
Von diesen Krümlein Brods zu essen.

Dem guten Burschen war nicht kund,
Dass sich auf Hexerei verstundt
Des Krügers Frau. Sie wollte eben
Die Krümchen Ihren Hühnern geben,
Und da Sie abgerufen ward,
Sprach sie darob nach Hexenart,
Bevor sie ging, den Eiersegen,
...
Er legte einunddreissig Eier,
Und darnach fühlte er sich freier.
Dann ward ihm so mirakelig,
So kikelig, so kakelig.
Und ehe er sich recht besann,
Da fängt er auch das Kakeln an!
Er konnte diesen Trieb nicht zügeln,
Schlug mit dem Armen wie mit Flügeln,
Ging um die Eier in die Runde
Und scharrte kräftig auf dem Grunde
Und kakelte so furchtbarlich,
Das Alles rings entsatzte sich:
...
Nach langer Zeit, in späten Jahren,
Hab' ich's aus seinem Mund erfahren,
Da hat er oftmals mir erzählt,
Wie ihn das Hühnerbrod gequält,
Und wie das Ding sich zugetragen.
Zum Schlusse pflegte er zu sagen:
»Das Legen, das ist leicht gethan!
Das Kakeln aber, das greift an!«

Heinrich Seidel (1842 1906 )
gutenberg.spiegel.de

Bei einem Jugendtreffen meiner Schulzeit rezitierte ein Lehrer das vollständige Gedicht zur allgemeinen Erheiterung mit allen Interpunktionszeichen (, ssit, . pt, ; pt-ssit, : pt-pt, ! sssit-pt, ? sssit-pt). Viele davon sind im Zuge der „Reform“ entfallen. Das Kakeln der Politiker über diese Leistung ist inzwischen verstummt und wird nun anderweitig fortgeführt, etwa bei Gender und Gleichstellung. Seltsamerweise nimmt aber niemand Anstoß daran, daß eine eierlegende Künstlerin schamlos Vorteile aus ihrer Anatomie zieht:

BASEL – Die Eierlege-Aktion der Künstlerin Milo Moiré schockierte die Welt. Nun zeigt sie das Video der Performance zum ersten Mal unzensiert. Wer es sehen will, muss fünf Euro zahlen
Die Schweizer Performance-Künstlerin Milo Moiré hat mit ihren Aktionen schon oft für rote Köpfe gesorgt. Zuletzt vor einem Monat an einer Kunstmesse in Köln. Hüllenlos steht die 31-Jährige auf zwei Böcken, spreizt die Beine und lässt mit Farbe gefüllte Eier aus ihrer Vagina auf eine Leinwand plumpsen.
blick.ch 16.5.2014

Auf diese Weise den Glauben an das Eierwunder und an den Osterhasen durch Experimentalkunst zu stärken ist aber sicher auch eine förderungswürdige Gemeinwohlaufgabe.

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Sigmar Salzburg
25.02.2015 07.56
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„Pardon“-Erfinder Nikel 85

„Was für eine unsagbar spießige Zeit!“
Als Teenager kritisierte er den NS-Staat, später geißelte er DDR-Zwang und BRD-Muff: Satiriker Johannes Nikel hat alle Facetten deutscher Politik aufs Korn genommen. Jetzt ist er 85 – und noch immer mit dem Teufel im Bund. Besuch bei Deutschlands oberstem Piesacker.
Von Christoph Gunkel

LSD-Junkie war er mal. Und „Bild“-Verkäufer, Tarzan und Arzt, der eine barbusige Schönheit auf den Schultern trug. Verkleidet im Dienste des legendären Satiremagazins „Pardon“, das als Markenzeichen den Teufel trug, der freundlich grüßend seine Melone lupft.

Ebenso charmant, aber ohne Melone, grüßt nun Johannes Nikel, „Pardon“-Erfinder, Philosoph und Künstler. Der alte Herr führt durch seine Bad Homburger Wohnung ...

Nur eine Schreibmaschine und 600 Mark zur Hand? Kein Problem! Nikel gründete mit Erich Bärmeier 1954 trotzdem einen eigenen Verlag...

Der Erfolg lieferte das Grundkapital zur „Pardon“-Gründung 1962. Und wieder landete Nikel mit seiner Beharrlichkeit einen Coup. Er wollte unbedingt Erich Kästner für das erste Heft gewinnen. Also fuhr er nach München und recherchierte mit der Akribie eines Stalkers, welche Cafés Kästner aufsuchte. Nach ein paar Tagen hatte er ihn. „Er war äußerst unfreundlich“, erinnert sich Nikel. „Ich habe dann gesagt: 'Herr Kästner, ich habe mir Sie wirklich anders vorgestellt!'" Sympathischer. „Dann erzählte ich ihm, wie ich im Krieg heimlich einen Band von 'Emil und die Detektive' rettete, den die Nazis eigentlich verbrennen wollten.“ *

Kästner war berührt und sagte zu. Damit hat Nikel einen ersten Prominenten, mit dem es ihm künftig leichter fiel, andere Autoren zu locken. ...

Unter anderem einen anderen großen Kabarettisten der Umbruchszeit um 1933:

Atomstaat? Ja, bitte! Für „Pardon“ verkleidete sich der Kabarettist Werner Finck Anfang der Siebzigerjahre in Frankfurt als gläubige Anhängerin des Regierungsprogramms zum Bau von Atomkraftwerken. Symbolisch nahm die „Nonne“ der Bundesregierung gleich ein ganzes Atommüllfaß ab, um sie von den Sorgen um die Endlagerung zu befreien. (Bild Werner Finck)
spiegel.de 23.2.2015

Man muß sich das einmal vorstellen: 18 Jahre Satire und niemand vermißte dabei eine Rechtschreib„reform“, die selbst Spiegel-Autor Gunkel immer noch nicht ganz verinnerlicht hat. Ich habe damals keine Ausgabe verpaßt. 1962 begann das Zweite Vatikanische Konzil, und in Pardon verabschiedete sich in einem Cartoon ein Konzilsteilnehmer am Flughafen von seiner Konkubine und einer vielköpfigen Kinderschar: „Wenn ich wiederkomme, können wir vielleicht heiraten!“.

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Sigmar Salzburg
09.12.2014 08.39
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Die Sch[r]eibe für die Doofen

Wegen einer angeblichen Vergewaltigung beginnt am Dienstag in Zürich der Gerichtsprozess gegen den Entertainer Karl Dall. Der 73-Jährige soll 2013 eine Journalistin zum Sex gezwungen haben. Die Frau ist Medienberichten zufolge bereits mehrfach als Stalkerin in Erscheinung getreten...

Dall war 1967 Gründungsmitglied der humoristisch-anarchistischen Gruppe „Insterburg & Co.“ („Ich liebte ein Mädchen“), die sich schnell zu einem Geheimtipp [damals noch „...tip“] mauserte. Mit "Diese Scheibe ist ein Hit" [heute immer noch nicht „Hitt“] oder „Heute schütte ich mich zu“ hatte er als Sänger Erfolge – und trägt seitdem das Etikett Blödelbarde.

So richtig ins Rollen kam Dalls Karriere, als er 1985 beim frisch gegründeten Privatsender RTL auf Sendung ging. In seiner Show „Dall-As“ [heute „Ass“=„Dall-Arsch“] und später bei „Jux und Dallerei“ (1992-1994/Sat.1) teilte er ungehemmt gegen seine Gäste aus. Dalls große Klappe wurde legendär – ebenso wie seine Herrenwitze.

focus.de/kultur 9.12.2014

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Sigmar Salzburg
01.08.2014 07.31
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Skandal!

Ramona Leiß hat ihre Freundin geheiratet,
wie die Augsburger Allgemeine lt. Spiegel-Spam berichtete.

Und ich darf meine Ziege nicht heiraten ...



... weil Mehrehen in der Bundesrepublik verboten sind!


(In der AA wurde das Bild mit Pferd inzwischen ausgetauscht.)

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Sigmar Salzburg
30.07.2014 05.53
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Dieter Hildebrandt: 0

0 Jahre lang war Dieter Hildebrandt Mitglied der SPD. Also: nie. Er sei zwar ein Sympathisant, erklärte der Kabarettist in einem Interview 1986, sei aber nicht in die Partei eingetreten, weil er „schnell wieder rausgeflogen“ wäre. Doch die Parteizeitschrift „Vorwärts“ kann sich damit einfach nicht abfinden. In einem Porträt stand dort 2007, Hildebrandt sei „seit Jahrzehnten Mitglied der SPD“, und jetzt bat der „Vorwärts“ ihn zum Sommerfest. Die Einladung beantwortete seine Frau Renate Küster. Sie kreuzte auf dem Faxvordruck das Feld „Nein, ich kann leider nicht kommen“ an und setzte handschriftlich dazu, „weil ich, Dieter Hildebrandt, am 20. Nov. 2013 leider verstorben bin. Herzlichen Gruß, die Witwe“.

welt.de 30.7.2014

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Sigmar Salzburg
22.07.2014 09.08
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Monty Python:

Zum Abschied ein „Piss off“

Mit einer fulminanten Best-of-Show in London hat sich die britische Komikergruppe endgültig aufgelöst.


... Mit einem Grinsen im Gesicht und vermutlich einer unsichtbaren Träne verabschiedeten sich die fünf lebenden Mitglieder der britischen Komikertruppe Monty Python am Sonntag von der Bühne...

Von Grabesstimmung konnte in der netto etwa zweieinhalb Stunden langen Show aber keine Rede sein. Der Tod wurde auf absurde und herrlich unpassende Weise thematisiert: Etwa durch den Kopf des verstorbenen Chapman, der zu Beginn der Show durch ein videoanimiertes Weltall flog, oder den „Dead Parrot Sketch“, in dem sich ein Mann in einer Tierhandlung über den toten Papagei beschwert, den er soeben dort gekauft hat. Während der Mann in allen erdenklichen Formulierungen erklärt, wie tot der Papagei ist („Er ist nicht mehr. Das ist ein Ex-Papagei“), will der Verkäufer ihm weismachen, dass der Vogel doch nur schlafe.

Der Tanz der albernen Gänge
Das Programm war eine Revue der beliebtesten Sketche, die teils auf der Bühne vorgeführt, teils auf der Leinwand gezeigt wurden. Dazwischen gab es Sing- und Tanzeinlagen. Der Sketch vom Ministerium der albernen Gänge, in dem ein Mann um eine staatliche Förderung ansucht, um seinen albernen Gang weiterzuentwickeln, fand etwa in Form einer Tanznummer ins Programm...
diepresse.com 22.07.2014

John Cleese hatte schon vorher angekündigt, altersbedingt auf eine persönliche Darstellung des Beamten im „Ministry of Silly Walks“ verzichten zu müssen. Dieses Ministerium, dessen 16faches Gegenstück in Deutschland zur Kultusministerkonferenz (KMK) kondensiert wurde, die dann mit ihrem Spitzenprodukt „Rechtschreibreform“ Furore machte, ist ein unsterbliches Symbol für staatsbürokratische Nichtsnutzigkeit geworden.

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Sigmar Salzburg
06.07.2014 13.58
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Ingeborg-Bachmann-Preis

Der Cartoonist und Schriftsteller Tex Rubinowitz hat den 38. Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen. Der Autor wurde am Sonntag im österreichischen Klagenfurt für den Text „Wir waren niemals hier“ ausgezeichnet. Insgesamt 13 Teilnehmer hatten vor einer Jury um den Preis gelesen. Texte von Rubinowitz sind auch auf SPIEGEL ONLINE erschienen.
spiegel.de 6.7.2014

Wir hatten hier auf den Cartoon hingewiesen: „Der Gegenwind wird rauher“. Ansonsten schreibt er wohl „angepasst“. Wir kennen ihn noch aus der Zusammenarbeit mit Jörg Metes.

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Sigmar Salzburg
05.07.2014 14.00
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Wahre Wende-Politik

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin und Schulreformerin „Wara“ Wende hat einen Brief voller Fehler geschrieben, Flüchtigkeitsfehler. Außerdem sicherte sie sich in ihrer Bäuerinnenschläue die Rückkehr an die Flensburger Uni, falls sie in der Politik scheitert, verzichtete aber darauf, als darüber gelästert wurde. Das inspirierte den Flensburger Zeichner Götz Wiedenroth zu einer treffenden Karikatur.

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