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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
30.05.2017 14.26
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Und wann erreicht der Genderwahn die Schulen? – Dr. Heike Schmoll: Evangelischer Kirchentag – Ändergender gegen ...

Montag, 29. Mai 2017

Evangelischer Kirchentag – Ändergender gegen Gott

Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag musste „in gerechter Sprache“ gesungen werden. Sogar „Der Mond ist aufgegangen“ wurde durchgegendert: Dieses Liederbuch spinnt.

29.05.2017, von Heike Schmoll

Kreuz im Spiegel: Besucher des Evangelischen Kirchentages in Wittenberg.

Wer, des seichten Sakropops der Kirchentagslieder überdrüssig, die vertrauten Lieder im Liederbuch des Deutschen Evangelischen Kirchentags sucht, traut seinen Augen nicht: Unweigerlich wird er auf die „Variationen/Alternativen in gerechter Sprache“ stoßen. Nicht einmal vor Matthias Claudius’ „Der Mond ist aufgegangen“ macht der Genderwahn halt. Zwar bleiben einem die Möndin oder Mondgöttin erspart, doch „so legt euch denn, ihr Brüder“ wird in eine nichtssagendes „so legt euch Schwestern, Brüder“ umgemünzt und die Konkretheit des „und unsern kranken Nachbarn auch“ muss der Allerweltsformulierung „und alle kranken Menschen auch“ weichen, die den Geist des Gutmenschentums atmet und im Zweifel keinen Funken Mitgefühl zu wecken weiß. Das ist Kulturfrevel in einem Liederheft, das sich im Vorwort auf das Singen als Kernanliegen der Reformation (Luther: „Wer singt, betet doppelt“) beruft und die Pflege des alten Liedguts hervorhebt.

Heike Schmoll Autorin: Heike Schmoll, Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“

In der Logik der beiden Frauen, die für die sprachlichen Missgriffe verantwortlich zeichnen und der Hamburger Gruppe „Lesben und Kirche (LuK)“ angehören, darf auch „Lobet den Herren“ nicht stehen bleiben. Stattdessen soll „Lobet die Ew’ge“ gesungen werden. Dass damit der Reim „alle, die ihn ehren“ hinfällig ist, kümmert die Gesinnungstäterinnen ebenso wenig wie ein holpriges Versmaß. Und weil es so unmöglich ist, wiederholen sie ihren Eingriff gleich in der dritten Strophe noch einmal, wo nun statt „O treuer Hüter“ „O treue Hütrin“ gesungen werden soll, womit der Reim zu „Brunnen aller Güter“ aufgegeben wird. Die absurden Beispiele ließen sich fortsetzen, bei „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Dort bleibt zwar der „liebe Gott“, doch weiter geht es grammatikalisch falsch mit „der Allerhöchsten“ und so weiter. Und das in einer Auflage von 265 000 Exemplaren.

Diese sogenannte „gerechte Sprache“ schließt die einen aus, um die anderen einzuschließen. Sie entmündigt den Einzelnen und schreibt ihm unaufhörlich vor, wie er etwas verstehen soll.
„Das Wort sie sollen lassen stahn“ hat Luther in seinem Reformationslied „Ein feste Burg ist unser Gott“ nicht umsonst gedichtet. Sich den Sinn der Texte nach eigenem Gutdünken zurechtzulegen war für ihn das Kennzeichen von Schwärmerei, und die sah er bekanntlich nicht nur im römischen Lehramt, sondern auch in linksreformatorischen Gesinnungsbewegungen am Werk. An den seichten Texten der neueren Lieder vergriff sich die Frauengruppe wahrscheinlich nur deshalb nicht, weil sie noch urheberrechtlich geschützt sind.

Das Gegenprogramm zu dieser kollektiven Infantilisierung und Bevormundung – dem glatten Gegenteil der protestantischen Mündigkeit – war den Verantwortlichen des Kirchentags nur eine einzige Zeile im Programmheft wert, der Noonsong, eine Institution im kirchenfernen Berlin, der Woche für Woche mehr Zuhörer in die Kirche am Hohenzollernplatz zieht. Hier wird niemand belehrt, der als Liturg amtierende Pfarrer darf nur einen Bibeltext vorlesen, ansonsten spricht die Musik. Nach dem Vorbild des anglikanischen Evensongs hat vor knapp zehn Jahren der katholische Kirchenmusiker Stefan Schuck, ehemals Professor für Chorleitung und derzeit Leiter des Berliner Hugo-Distler-Chors, einen festen liturgischen Ablauf mit der A-cappella-Musik acht professioneller Sänger etabliert, die während des Kirchentags eine Psalmvertonung des in Vergessenheit geratenen Thomaskantors Ernst Friedrich Richter (1808–1879), das Magnificat peregrini toni von Siegfried Reda (1916-1968) aufführten und damit zeigten, dass protestantische Hochkultur auch außerhalb der ausgetretenen Pfade existiert. Die in Deutschland ausgestorbene Tradition der mittelalterlichen Lateinschulen und ihrer Knabenchöre ist so auf dem Umweg nach Deutschland zurückgekommen. Außer an der Thomaskirche in Leipzig hat sie nur in den anglikanischen Liturgien überlebt.

Umgeben von Marktständen, strömen Berliner unterschiedlicher Konfessionen, gläubig oder weniger, samstags um zwölf Uhr in die Kirche, zwischen 180 und 190 sind es durchschnittlich. Doch auf Unterstützung von der Evangelischen Kirche Berlin Schlesische-Oberlausitz (EKBO) kann Schuck genauso wenig hoffen wie auf Gelder des Landes Berlin. Der Bischof Markus Dröge begründete die Ablehnung damit, dass die Landeskirche nicht einen Chor in einem Kirchenkreis finanzieren kann.

Dabei geht es nicht nur um ein Provinzereignis, sondern um eines, das im digitalen Nachhörkanal (noonsong.de) längst über Berlin hinausstrahlt. Schuck macht weiter – trotz der andauernden finanziellen Durststrecke. Die Chormäntel hat er bei Ebay für ein paar Euro ersteigert, sie überstehen die dritte Wäsche nicht. Die Kosten für einen Noonsong, berichtet Schuck, der ein Idealist ist und nimmermüde nach neuen interessanten Werken fahndet, würden nicht einmal zur Hälfte von der bescheidenen Kollekte gedeckt. Die Nischenexistenz als nichtkirchlicher Kantor wird nicht honoriert, sondern so schwer wie möglich gemacht. Dabei gibt der Zustrom ihm recht. Niveauvolle musikalische Textauslegung ist gefragter, als mancher der Kirchentagsverantwortlichen meint.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/evangelischer-kirchentag-genderwahn-verunstaltet-liederbuch-15036612.html#GEPC;s2

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See

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Kevin Kraus
24.05.2017 18.55
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

DEUTSCHER LEHRERVERBAND (DL) – PRESSEERKLÄRUNG
Berlin, 24.05.2017

Lehrerverband stellt klar:
Falschmeldung über den Nutzen des Computers in der Grundschule hat nicht dpa zu verantworten, sondern der „Aktionsrat Bildung“ selbst


Nach erneuten Recherchen und nach Rücksprache mit der Deutschen Presseagentur (dpa) stellt der Deutsche Lehrerverband klar: Die am 10. Mai veröffentlichte Falschmeldung, dass „schon Grundschüler, die einmal pro Woche am Computer arbeiten, deutlich bessere Kompetenzen im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften“ hätten, hat nicht dpa zu verantworten. Vielmehr ist diese falsche Aussage realiter in der ursprünglichen Fassung des Gutachtens enthalten. Darauf hatte sich dpa bezogen.

Nunmehr heißt es auf Seite 78 der aktuellen Fassung des Gutachtens, „dass Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutschland, in deren Unterricht mindestens einmal wöchentlich Computer eingesetzt werden, in den Domänen Mathematik und Naturwissenschaften statistisch signifikant niedrigere Kompetenzen aufweisen als jene Grundschulkinder, die seltener als einmal pro Woche Computer am Unterricht nutzten.

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverband (DL), forderte den „Aktionsrat“ auf, dies öffentlich klarzustellen. Andernfalls müsse man den Eindruck haben, dass bei der ursprünglichen Fassung des Gutachtens der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen sei.
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Unterstreichungen durch den DL.
Die aktuelle Fassung (vom 16.05.2017) des Gutachtens des „Aktionsrats Bildung“ kann unter
http://www.aktionsrat-bildung.de/fileadmin/Dokumente/ARB_Gutachten_gesamt_16.05.2017.pdf heruntergeladen werden.
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Für Stellungnahmen erreichen Sie DL-Präsident Josef Kraus unter 0171 52 45 945.
Geschäftsstelle Deutscher Lehrerverband – Anne Schirrmacher


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Kevin Kraus
22.05.2017 11.37
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Hannover kein Einzelfall – man denke an die Vorfälle an Schulen in Neumünster – auch dort gab es Protokolle...
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Eltern führen Schock-Protokoll über Gewalt an Grundschule – „Unterricht ist nicht mehr möglich!“

Die Grundschule Mühlenberg. Viele Eltern und Lehrer fühlen sich überfordert, sorgen sich um die Zukunft der Kinder

Artikel von: CORINNA PERREVOORT und HENNING SCHEFFEN veröffentlicht am
20.05.2017 – 00:03 Uhr

Mühlenberg – Offene Drohungen gegen Lehrer. „Bandenkriege“ auf dem Pausenhof. Wer nicht spurt: Tritte, Schläge, Beleidigungen. Und das alles bei den Allerkleinsten…

Aufruhr am Mühlenberg: Hier steht Hannovers schlimmste Grundschule!

Nadine (37): „Das Gebäude ist marode, da muss auch was gemacht werden“

Viele Eltern sind in Sorge: „Unsere Kinder haben Angst, zur Schule zu gehen!“ Sie protestieren gegen unhaltbare Zustände in dem sozial problematischen Viertel.

In BILD berichten aufgebrachte Mütter und Väter von Vorfällen, die u. a. in einem Schock-Protokoll zusammengefasst wurden:

► „Ich sprech’ mit dir nicht, ich stech’ dich ab“, drohte ein Vater einer Lehrerin.

► „Ein Zweitklässler wurde zu Boden geworfen, mehrfach auf den Kopf getreten.“

► „Auf eine Lehrerin warteten 15 Angehörige eines Schülers vorm Klassenzimmer, beschimpften sie.“

„Die Kinder bewegen sich durch die Klasse, sitzen mit den Füßen auf dem Tisch, es wird gebrüllt, gegessen und getrunken“, beklagt Vater Mohmamed (42).

Mutter Nadine (37, Servicekraft): „Ich helfe freiwillig in der Essensausgabe. Oft kommen kleine Geschwister und Eltern mit, essen hier. Das fehlt den anderen.“

„Gute Schüler werden nicht gefordert. Meiner Tochter bringe ich alles selbst bei“, sagt Anja (46, Buchhalterin).

Eine andere Frau: „Meine 9-jährige Tochter kam weinend nach Hause, weil ein Mitschüler sagte: ,Ich bringe deine Mutter um…‘“

Die Schule ist jetzt tagsüber verriegelt: Eltern kommen nur noch mit telefonischer Anmeldung herein.

Fördervereins-Vorsitzender Christian Schön: „Der pädagogische Zustand ist katastrophal. Sinnvoller Unterricht ist nicht mehr möglich. Die Lehrer geben sich solche Mühe – aber sie sind am Ende der Kräfte. Nicht selten wird der Unterricht abgebrochen, laufen Lehrerinnen weinend aus dem Klassenzimmer…“


Immer wieder gibt es Polizei-Einsätze an der Schule, auch zur Kontrolle. Mutter Martina (43): „Gut, dass die Beamten hier sind“

90 Prozent der 410 Schüler sind Migranten aus 30 Nationen, vor allem Bulgaren, Rumänen. Die meisten Schüler sprechen kaum Deutsch.

Eine Sprecherin der Stadt: „Wir prüfen, wie wir die personelle Ausstattung an Grundschulen mit besonderen pädagogischen Herausforderungen verändern und verbessern können.“

Buchhalterin Anja (46): „Meine Tochter wird nicht gefordert – weil viel zu viele Problemkinder in den Klassen sind“

Schulleiterin Stefanie Ramberg bestätigt: „Wir sind in positiven Verhandlungen.“

Schön: „WIR BRAUCHEN HILFE! SOFORT! MEHR PERSONAL UND GELDER!“

http://www.bild.de/regional/hannover/unterricht/unterricht-ist-nicht-mehr-moeglich-51821092.bild.html
[siehe auch:]
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Eltern-beklagen-Verrohung-und-Gewalt-an-der-Grundschule-Muehlenberg

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Kevin Kraus
20.05.2017 04.37
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Philologen-Chef Heinz-Peter Meidinger löst nach 30 Jahren Josef Kraus als Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes ab – was das bedeutet

news4teachers.de/2017/05/philologen-chef-heinz-peter-meidinger-loest-nach-30-jahren-josef-kraus-als-praesidenten-des-deutschen-lehrerverbandes-ab-was-das-bedeutet/

BERLIN. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, ist mit großer Mehrheit in Berlin zum neuen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes (DL) gewählt worden. Er erhielt 81,5 Prozent der gültigen Stimmen. Damit wird Meidinger, der bei der nächsten Philologen-Vertreterversammlung im Herbst sein Amt als Vorsitzender abgeben wird, ab dem 1. Juli dem langjährigen DL-Präsidenten Josef Kraus nachfolgen.

Zwei bildungspolitische Schwergewichte: Heinz-Peter Meidinger (l.), Vorsitzender des Philologenverbands, und Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Fotos: Deutscher Philologenverband / Deutscher Lehrerverband

Meidinger versprach, seine ganze Kraft dafür einzusetzen, dass es mit dem DL auch weiterhin eine starke Stimme für ein differenziertes Schulwesen in Deutschland geben werde, „um die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen durch Qualität und Leistung zu sichern“. Nicht zuletzt die Abwahl von Rot-Grün in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen habe gezeigt, dass die Bürger leistungsfähige, gut ausgestattete Schulen wollten und die Nase voll hätten von einer ideologiebestimmten Schulpolitik, die alles verspreche, aber nichts einlöse. Kraus, der seit 1987 an der Spitze des Deutschen Lehrerverbandes stand, wurde einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Der Deutsche Lehrerverband ist nach eigenen Angaben nach der GEW der größte Zusammenschluss von Lehrkräften aller Schularten und organisiert derzeit rund 160.000 Mitglieder. Ihm gehören folgende Lehrerverbände an: Verband Deutscher Realschullehrer (VDR), Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an berufsbildenden Schulen (BLBS), Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (VLW), Katholische Erziehergemeinschaft Deutschlands (KEG), Deutscher Philologenverband (DPhV).

Kommentar: Zwei bildungspolitische Schwergewichte

Ein Kommentar von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek

Kritiker sagen, der Deutsche Lehrerverband (DL) sei ja gar kein richtiger Lehrerverband, weil er die berufsständischen Interessen der Pädagogen nicht vertritt. Richtig daran ist: Der DL hat mit Tarifverhandlungen nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um einen Dachverband von fünf mehr oder weniger starken Lehrerverbänden, aus denen der Philologenverband als größter herausragt. Folgerichtig wird der bisherige Philologen-Chef Heinz-Peter Meidinger der neue Vorsitzende, und auch der bisherige Vorsitzende (und künftige Ehrenvorsitzende) Josef Kraus begann seine Verbandskarriere vor Urzeiten im bayerischen Philologenverband.

So viel zum Formalen. Viel größer als die berufsständische ist die gesellschaftliche und bildungspolitische Bedeutung des DL – die ist nämlich kaum zu unterschätzen. Und das hängt mit Josef Kraus zusammen, der 30 Jahre lang (sic!) an der Spitze des Verbands stand. Wenn eine Fernseh-Talkshow in Deutschland sich des Themas Schule annahm, konnte der Zuschauer sicher sein, den Leiter eines Gymnasiums bei Landshut (als solcher bis vergangenes Jahr aktiv) unter den Gästen ausmachen zu können.

Schon seine Stimme sticht heraus: Mit seinem markanten oberbayerischen Idiom versteht er es, auch provokante Thesen immer ein bisschen weicher wirken zu lassen, als sie eigentlich gemeint sind. Denn holzen kann er schon, der Kraus-Josef – ob gegen „Helikopter-Eltern“ (so der Titel eines von ihm geschriebenen Bestsellers), gegen den „PISA-Schwindel“ (noch ein Buch von ihm) oder, wie in seinem neuesten Werk, gegen die Schulpolitik insbesondere von Rot-Grün. Titel: „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“.

Klar, Kraus ist ein Konservativer, wie er im Buch steht. Einer allerdings, der vielen Menschen aus der Seele spricht und dem selbst Kritiker aus dem gegnerischen politischen Lager attestieren, immer auch zumindest ein bisschen Recht zu haben. Denn bei aller politischen Streitlust, die Kraus auszeichnet, wird bei ihm doch immer deutlich: Er ist ein Mann der Praxis. Ihn treibt eine ernste Sorge um die Schüler um.

Mit Meidinger folgt ihm nun ein weiteres bildungspolitisches Schwergewicht an der Verbandsspitze. Weil Kraus, das darf unterstellt werden, sich als künftiger Ehrenpräsident des DL nicht aufs stumme Repräsentieren beschränken wird, hat der Deutsche Lehrerverband bald zwei markante Köpfe, die er in die Talkshows dieser Republik entsenden kann. Seiner gesellschaftlichen Bedeutung wird das sicher nicht schaden.


„Reformen über Reformen werden in den Sand gesetzt“: Josef Kraus‘ Generalabrechnung mit der Schulpolitik
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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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Kevin Kraus
09.05.2017 15.27
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Landtagswahl 2017 Schleswig-Holstein

Interview
„Albig hat Ideologen bestimmen lassen“


Für den Kieler Politikwissenschaftler Prof. Joachim Krause ist die Sache klar: Ministerpräsident Torsten Albig ist bei dieser Wahl nicht über das umstrittene „Bunte“-Interview gestolpert, sondern über seine eigene Politik. Nicht eingelöste Wahlversprechen seien der Grund für diese Niederlage.

Von Ulrich Metschies

Artikel veröffentlicht: Dienstag, 09.05.2017 10:00 Uhr

Kiel. Inwieweit muss sich Torsten Albig persönlich die Schuld an dieser Wahl-Schlappe anlasten – Stichwort: „Bunte“-Interview?

Ich glaube die Bedeutung jenes Interviews wird überschätzt. Natürlich trägt Albig die politische Verantwortung, aber hauptsächlich, weil er Erwartungen enttäuschte, die er 2012 geweckt hatte. Damals hat er eine pragmatische Politik versprochen und in Aussicht gestellt, dass die Landesregierung in wesentlichen Fragenden erst einmal den Dialog mit den Bürgern suchen will. Diese Versprechen hat er nicht eingelöst und dies erklärt seine Niederlage.

Aber es ist doch so gewesen, dass Albig noch bis vor gar nicht so langer Zeit bei den Umfragen ganz gut dastand. Wodurch hat er auf den letzten Metern seinen Vorsprung verspielt?

Die Umfragen der letzten Monate waren sehr widersprüchlich und die Ergebnisse waren keinesfalls so aussagekräftig wie oft behauptet. Die angeblich generelle Zufriedenheit von mehr als 50 Prozent der Wählerschaft mit der Arbeit der Regierung war irreführend und spiegelte offenkundig nicht die Stimmung der Mehrheit wieder. Ich glaube auch nicht, dass die SPD deutlich mehr Stimmen bekommen hätte, wenn die Wahl vor einem oder vor zwei Monaten stattgefunden hätten. Vielleicht hätte die CDU damals etwas weniger Stimmer erhalten.

Sie haben angesprochen, dass die Regierungsbilanz und das Auseinanderklaffen von Versprechen und deren tatsächlicher Umsetzung verantwortlich sind für das Ergebnis – welche Themen fallen ihnen dazu konkret ein?

Mir fällt vor allem die Bildungspolitik ein. Hier hatte die Regierung seinerzeit angekündigt, den Dialog mit den betroffenen Bürgern, insbesondere mit Schulen, Eltern und Lehrern, zu führen. Den hat sie auch geführt, aber sie hat die wesentlichen Anregungen und Bedenken nicht aufgegriffen. Tatsächlich hat sie eine ideologisch angeleitete Bildungspolitik rücksichtslos umgesetzt, die hauptsächlich darauf abzielte, möglichst viele Abiturienten zu produzieren und Leistungsprüfungen zu relativieren. Dadurch wollte sie mehr Chancengleichheit schaffen, tatsächlich hat sie dazu beigetragen, dass sich heute Gleichheit auf niedrigem Niveau entfaltet. Die Qualität der schulischen Bildung wird schlechter, die Noten werden besser und mit den entsprechenden Abschlüssen lässt sich in der Weiterbildung oder im Arbeitsleben immer weniger anfangen. In der Hochschulpolitik lief es auch nicht besser, das Hochschulgesetz der Küstenkoalition ist voller ideologischer Schlaglöcher, gegen die die Hochschulen erfolglos angegangen sind. Ministerpräsident Albig hat sich 2012 als besonnener Pragmatiker präsentiert, in der Realität hat er die Ideologen in seiner eigenen Partei und in der SPD-Landtagsfraktion die Politik bestimmen lassen.

[...] [Redaktionell gekürzt, weiter unter URL:]

http://www.kn-online.de/News/Landtagswahl-2017-Schleswig-Holstein/Prof.-Krause-im-Interview-Albig-hat-Ideologen-bestimmen-lassen

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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
05.05.2017 11.21
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Darf gerne weitergegeben werden !
ASE

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Rückzug aus dem Schildbürgerstreich G8 – Wie die G8 Bildungsforschung zum letzten Gefecht motiviert

von Prof.Dr.Rainer Dollase

Es gab mal eine Stadt Schilda – und die Einwohner hießen Schildbürger und von diesen sind allerlei Schwänke überliefert, die damit zu tun hatten, dass den ehrenwerten Bürgern der Durchblick fehlte. Kurz: sie waren mit dem modernen Leben intellektuell überfordert.

Wir erfinden mal eine neuen Schildbürgerstreich. In Schilda gabs aufstrebende Bildungsforscher, die stets auf der Jagd nach Drittmitteln waren. Zu diesem Zweck redeten sie der Schulministerin in Schilda ein, dass man das Abitur nach 8 Jahren machen könnte – dadurch würde man Geld sparen (bis auf die Geldmittel für entsprechende Begleitstudien). Gesagt getan. Nach einiger Zeit merkten die Bürger, dass G8 keinen Spaß macht – man lernt nicht mehr als früher, man hat weniger Freizeit, die Söhne und Töchter klagen, Eltern berichten, dass ihre Kinder Stress haben. Dutzende Umfragen der führenden Meinungsforschungsinstitute berichten übereinstimmend von dem Meinungswandel. Alle Umfragen sehen riesige Mehrheiten von fast 80% für G9. Nachbarstädte von Schilda kehrten längst wieder zu G9 zurück.

Jetzt melden sich aufrechte Stiftungen, also Drittmittelbeschaffer, und reden dem Volke ein, dass ihre Meinungen und Gefühle falsch sind. Man habe die berühmten Bildungsforscher Hinz und Kunz gebeten, mal ordentliche Untersuchungen pro G8 zu machen. Gesagt getan. Ergebnis: wenn Du sagst, Du hast Stress, ist das falsch. Du hast keinen Stress. Typisch postfaktische Ansicht. Wenn Du „ja“ sagst, ist das auch falsch – Du meinst eigentlich „nein“. Wenn Du meinst, Du möchtest für deinen Nachwuchs G9 – dann ist das falsch, in Wirklichkeit möchtest Du ein gebundenes Ganztagsgymnasium G8. Wenn Du sagst, Du möchtest ein gegliedertes Schulsystem – dann ist das falsch – in Wirklichkeit möchtest Du eine Einheitsschule. Wenn Du meinst, in einem zusätzlichen Jahr Gymnasium könnte man noch mehr lernen – dann ist das falsch, Hinz und Kunz haben nachgewiesen, dass man in einem Jahr nichts lernen kann. Und wenn Du meinst, dass deine Kinder Sommerferien brauchen – dann ist das auch falsch. Hattie (2009, S. 81, dt. Ausgabe) hatte schon Studien von Hinz und Kunz zusammengestellt (nein – es war auch Prof.Dr. Lieschen Müller dabei) – die Sommerferien machen dumm (negatives d= —0,09) – also weg damit.

Und wenn Du jetzt denkst, ich kritisiere die empirische Bildungsforschung, ist das auch falsch – ich bin selber einer dieser Disziplin.

RD3/5/17
________________________________________

Die „G-8 und mehr“ Umfrage der
Landeselternschaft der Gymnasien NRW e.V.


Abschlußbericht





von
Prof. Dr. Rainer Dollase
Uni Bielefeld Abt. Psychologie AE 12 „Bildung und Erziehung“


http://www.le-gymnasien-nrw.de/fileadmin/user_upload/Dollase_G8G9_Schlussfassung_2.pdf

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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Kevin Kraus
03.05.2017 06.38
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[Artikel gekürzt!]

sh:z
Sport-Integrationsmittel : Inter Türkspor aus Kiel – Ein Verein soll das ganze Geld bekommen


vom 2. Mai 2017

Das Land stellt 500.000 Euro zur Verfügung – das Geld soll komplett an Inter Türkspor aus Kiel gehen.

Kiel | Pläne der Küstenkoalition zur „Förderung interkultureller Sportvereine“ sorgen für politischen Wirbel. Nach Recherchen des sh:z sollen die im Landeshaushalt dafür bereitgestellten Mittel von 500.000 Euro in voller Höhe einem einzigen in der Landeshauptstadt tätigen Verein zufließen. Dabei handelt es sich um den Verein Inter Türkspor, der mit dem Geld die Sanierung eines Vereinsheims plant.

Der Landessportverband zeigte sich überrascht, die CDU-Fraktion im Landtag kritisierte die Pläne, die offenbar auch im Kieler Rathaus nicht unumstritten sind. Für zusätzliche Irritationen sorgt ein Passus in der Satzung von Inter Türkspor. Danach fiele das Vermögen des Vereins im Falle seiner Auflösung der türkischen Religionsbehörde Ditib (Diyanet) mit Sitz in Köln zu.

Die halbe Million Euro war in der Schlussrunde der Beratungen zum Haushalt 2017 von den beiden SPD-Abgeordneten Bernd Heinemann und Serpil Midyatli beantragt und von der Koalition beschlossen worden. Heinemann ist Abgeordneter des Wahlkreises Kiel-Gaarden, in dem Inter Türkspor seine Sportanlagen betreibt.

Die sportpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Barbara Ostmeier, nannte es „schlimm, wenn das SPD-geführte Innenministerium tatsächlich nur einen einzigen Verein mit dieser ungewöhnlich hohen Summe bedenken will“. Es gebe eine Vielzahl Vereine, die „jeder für sich einen enormen Beitrag zur Integration leisten“.
[...]

Ein Projekt für die Tonne – Kommentar von Margret Kiosz
Sportvereine sind die Schmelztiegel der Nation und leisten vorbildliche Integrationsarbeit. Einmalig 400.000 Euro hat deshalb die Landesregierung für Flüchtlingsprojekte bereitgestellt – bei 2600 Sportvereinen im Norden macht das 150 Euro pro Verein. Wenn jetzt herauskommt, dass es einen weiteren, prall gefüllten Fördertopf für „Interkulturelle Sportvereine“ (Plural) gibt, das Geld aber komplett an einen einzigen Verein fließen soll, ist der Ärger verständlich.

[...]
Das Projekt gehört in die Tonne. Sportstätten, die Unterstützung benötigen, gibt es genug im Land. Zum Beispiel das einzige Freibad in Kiel – hochgradig multikulturell und marode – das die Sozialdemokraten schließen wollten, weil angeblich Geld für die Sanierung fehlt.

Autor: Margret Kiosz

http://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/inter-tuerkspor-aus-kiel-ein-verein-soll-das-ganze-geld-bekommen-id16712996.html

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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
24.04.2017 17.25
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Die OECD macht auf Erziehungsgouvernante und auf Mobbing

VON JOSEF KRAUS

Die OECD hat mal wieder zugeschlagen. Nicht als Wirtschaftsorganisation. Letzteres wäre ihr Job. Dafür hat sie pro Jahr 370 Mio. Euro zur Verfügung (Stand: 2016). Dieser Betrag kommt aus den Beiträgen der 35 OECD-Mitgliedsländer zustande. Deutschland trägt dazu 28 Mio. bei. So weit, so gut. Die OECD mag damit wirtschaftsstatistisch und wirtschaftspolitisch mehr oder weniger interessante Diagnosen und Empfehlungen unter die Leute bringen.

Nun hat sich die OECD aber einmal mehr nicht als Wirtschaftsorganisation, sondern als selbsternannte Erziehungsmacht inszeniert. Es genügt ihr einfach nicht, alle drei Jahre einen mittlerweile mehr als überflüssigen PISA-Test durchzuziehen und Deutschland im Quartalsabstand vorzuhalten, es produziere viel zu wenig Abiturienten, Studenten und Akademiker. Nein, nun schwingt sich die OECD anhand einer PISA-Begleitstudie ins psychologisch-pädagogisch-diagnostische Kerngeschäft auf, um lauthals zu verkünden, wie sich die Fünfzehnjährigen in den 35 OECD-Ländern und in 35 OECD-Partnerländern fühlen. Da kommen dann auf 528 Seiten Zahlensalat so gigantische Erkenntnisse heraus wie die folgenden: In Deutschland sind 34 Prozent der jungen Leute mit ihrem Leben sehr zufrieden, in Mexiko sind es 58,6 Prozent, in der Dominikanischen Republik 67,8 Prozent...

... weiter bei tichyseinblick.de 24.04.2017

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Kevin Kraus
20.04.2017 04.01
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[SHEV] Kopftuch, Kreuz, Kippa: Grundschulleiter in Berlin fordern Festhalten am Neutralitätsgesetz

18.04.2017 21:04 Uhr
Appell an Berliner Senat – Grundschulleiter fordern Festhalten am Neutralitätsgesetz

Berlins Grundschulverband warnt vor religiösen Symbolen bei Lehrkräften. Lehrerinnen mit Kopftuch würden weiteren Druck auf muslimische Schülerinnen ausüben. Von Susanne Vieth-Entus
Lehrerinnen mit Kopftuch sind in Berlin nur im nichtstaatlichen islamischen Religionsunterricht und an Berufsschulen zugelassen.

Der Berliner Grundschulverband und mehrere prominente Unterstützer fordern den Senat und die Regierungsfraktionen auf, das Berliner Neutralitätsgesetz nicht anzutasten. „Wir treten ein für die Beibehaltung einer weltoffenen, weltanschaulich und religiös neutralen, integrativen Schule“, heißt es in dem Appell, der dem Tagesspiegel vorliegt. Das „demonstrative Zeigen“ von Kopftuch, Kreuz oder Kippa widerspreche dem Neutralitätsgebot.

Insbesondere gehen die Unterzeichner auf das Kopftuch ein. „Pädagoginnen haben eine Vorbildfunktion. Das Tragen eines Kopftuches, das weltweit gerade nicht für die Gleichstellung der Geschlechter steht, widerspricht dem Vorbildcharakter im Sinne des Schulgesetzes“, heißt es in dem Appell. Zumal Lehrkräfte, Schulleiter und Eltern „immer wieder berichten, wie schon jetzt von außen Druck auf muslimische Schülerinnen, etwa über den Konsulatsunterricht oder aus Moscheen heraus, ausgeübt wird, das Kopftuch zu tragen“. Dieser Druck auf die Mädchen erhöhe sich noch, wenn auch etwa die Klassenlehrerin selbst ein Kopftuch trage.


Im Fall des Halskreuzes noch nichts Neues


Anlass für den Appell ist die wieder aufgeflammte Diskussion über eine mögliche Aufhebung des Neutralitätsgesetzes. Sie hatte sich zuletzt an einer Einzelfallentscheidung entzündet: Das Landesarbeitsgericht hatte einer abgelehnten muslimischen Lehrerin mit Kopftuch im Februar eine Entschädigung zugesprochen, weil sie benachteiligt worden sei. In der vergangenen Woche kam noch der Fall einer Berliner Lehrerin hinzu, die angeblich von ihrem Schulleiter aufgefordert worden war, ihr Halskreuz abzulegen. Dafür gibt es bislang allerdings keine Bestätigung durch die Bildungsverwaltung, was wohl mit den Osterferien zu tun hat, die erst am Mittwoch zu Ende sind.

Wie berichtet, gehen in der rot-rot-grünen Landesregierung, aber auch in den einzelnen Fraktionen, die Meinungen zum Neutralitätsgesetz auseinander. Während der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) betont, dass er das Berliner Neutralitätsgesetz „immer als Gewinn für unser Zusammenleben in Berlin“ wahrgenommen habe und die staatliche Neutralität als hohes Gut bezeichnete, „das man nicht unüberlegt infrage stellen sollte“, war von SPD-Fraktionschef Raed Saleh dazu am Dienstag keine Stellungnahme zu bekommen.

Die Linksfraktion ist noch unentschieden

In der Linksfraktion, die 2005 das Gesetz mitbeschlossen hatte, gibt es Zweifel am Neutralitätsgesetz und „sehr unterschiedliche Positionen“, wie die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler auf Anfrage sagte. Sie fragt sich, ob das Gesetz „noch zeitgemäß“ sei und gibt zu bedenken, dass man auf diese Weise allen jungen Frauen, die das Kopftuch tragen wollten, den Weg in die Berliner Schulen verbaue, obwohl man doch mehr Migranten für den Lehrerberuf gewinnen wolle.

„Warum müssen diese Lehrerinnen in der staatlichen Schule religiöse Symbole tragen?“, wehrt der langjährige GEW-Vorsitzende und frühere Abteilungsleiter der Bildungsverwaltung, Erhard Laube, den Einwand Regina Kittlers ab. Auch Laube hat den Appell unterzeichnet. Dort heißt es ausdrücklich, dass „integrierte, emanzipierte muslimische Lehrerinnen für die Berliner Schule von großer Wichtigkeit sind“. Sie könnten „authentisch Schülerinnen und Schülern helfen, die sich selbst emanzipieren oder sich gegen eine reaktionäre Einflussnahme wehren wollen“. Zudem seien muslimische Lehrerinnen unter Umständen besser in der Lage, bei Konflikten um den Schwimmunterricht oder um die Teilnahme an Klassenfahrten zu vermitteln.

Neben Laube sind auch die anderen Unterzeichner ausnahmslos als Experten für Berliner Schule bekannt: Das gilt für die Schöneberger Schulleiterin Lydia Sebold vom Vorstand des Grundschulverbands und auch für den früheren Leiter des Landesschulamtes, Wilfried Seiring, sowie für Ellen Hansen und Ulla Widmer-Rockstroh, die sich beide seit Jahrzehnten für die Belange der Berliner Grundschulen starkmachen.

Scheeres will Unterricht im „neutralen Umfeld“

Auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) spricht sich für die Beibehaltung des Neutralitätsgesetzes aus. „Berlin ist eine weltoffene Stadt. Hier leben sehr viele Menschen mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen, aber auch viele Menschen, die keiner Religion angehören. Deshalb ist es wichtig, dass der Staat neutral ist und dass Schule in einem neutralen Umfeld stattfindet“, sagte Scheeres am Dienstag.

Um den Schulen bei der Auslegung des Gesetzes zu helfen, werde derzeit eine „Information“ erarbeitet, teilte Scheeres’ Sprecherin Iris Brennberger mit. Es werde auch darum gehen, „wie groß der Spielraum im Hinblick auf Schmuckstücke und andere religiöse Symbole ist“.

Für die Grünen-Fraktion sagte Bildungspolitikerin Stefanie Remlinger: „Wir verstehen die Ängste, aber wir wünschen uns den Mut zur Öffnung und wollen mit der Gesellschaft weiter über das Neutralitätsgesetz diskutieren.“ Wie die Diskussion in der rot-rot-grünen Koalition ausgeht, ist also noch völlig offen.

Hier der vollständige Appell im Wortlaut:
http://www.tagesspiegel.de/downloads/19683920/1/appell-an-den-berliner-senat.pdf

http://www.tagesspiegel.de/berlin/appell-an-berliner-senat-grundschulleiter-fordern-festhalten-am-neutralitaetsgesetz/19683908.html

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Sigmar Salzburg
18.04.2017 06.31
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Welch ein Wahn!

Josef Kraus vom Lehrerverband beklagt, daß die Versiebenfachung der Studentenzahlen einen Mangel an handwerklichen Fachkräften erzeugt. Dabei haben wir an einer Vermehrung von Absolventen der Geschwätzwissenschaften wie Sozial-, Politik-, Gender- und Islam-„Wissenschaft“ überhaupt keinen Bedarf. Jetzt schreien die Arbeitgeber nach mehr „Fachkräften“ – obwohl doch erst in den letzten zwei Jahren zwei Millionen „so genannte“ dank der weitsichtigen Politik der Bundeskanzlerin hier eingeströmt sind. Ich setze mal einen systemgefälligen Kommentar dazu direkt in die SHEV-Seite:

ARBEITGEBER MACHEN DER POLITIK DAMPF
Fachkräftemangel: Zuwanderung ist keine Zumutung
Kommentar von Katharina Ritzer

Osnabrück. Die Politik muss sich mehr um den demografischen Wandel kümmern, fordert der Arbeitgeberverband. Eine berechtigte Forderung, den zu viel ist in den vergangenen Jahren verschlafen worden, findet unsere Kommentatorin.

Die gute Nachricht vorneweg: Immer mehr Menschen in Deutschland werden immer älter. Der demografische Wandel ist bereits Realität. Und so sehr wir diesen Wandel heute den Älteren und morgen auch uns selbst gönnen, so wichtig ist der aktuelle Appell der Arbeitgeber. Denn um negative Folgen der Überalterung abfedern zu können, braucht die Arbeitswelt Zufluss von außen.

Zuwanderung ist also keine Zumutung, sondern Notwendigkeit. Dabei wissen auch die Arbeitgeber um die dumpfe Ablehnung von Fremden und besonders Flüchtlingen. Darum ist es schlau von ihnen, den Blick zunächst auf europäische Länder mit hoher Arbeitslosigkeit wie etwa Spanien zu lenken. Dort werden heute schon gezielt Deutschkurse für gut ausgebildete junge Menschen angeboten, um sie fit zu machen für den deutschen Arbeitsmarkt.

Gewaltiges Potenzial haben die Arbeitgeber zudem bei den top ausgebildeten Frauen ausgemacht, die durch die Mängel bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch immer daran gehindert werden, ihr dringend benötigtes Können voll in den Arbeitsmarkt einzubringen. Da machen die Arbeitgeber ihrem Namen und ihrer Verantwortung alle Ehre, wenn sie der Politik für die Zeit nach der Bundestagswahl viel Arbeit aufbrummen. Denn dieses Thema haben in der Vergangenheit alle Parteien in unseliger Einigkeit verschlafen.

noz.de 17.4.2017

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Kevin Kraus
18.04.2017 05.01
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes: Akademisierung provoziert gigantischen Fachkräftemangel

Vernachlässigung des Assets Berufsbildung
Akademisierung provoziert gigantischen Fachkräftemangel

Von Josef Kraus
Mo, 17. April 2017

Die Steigerung der Studierberechtigten in 40 Jahren von 6 auf über 40 Prozent hat die deutsche Wirtschaft nicht um's Siebenfache verbessert.
NGOs und Sozialindustrie können gar nicht so viele Sozialwissenschaftler beschäftigen wie von den Hochschulen produziert.

Wenn es nach gewissen Leuten geht, dann muss Deutschland bald die Schallmauer der 100-prozentigen Akademikerquote durchstoßen. 120 Prozent, das wäre doch was! Aber Polemik beiseite: Es vergeht kein Monat, in dem nicht unisono OECD, Bertelsmann Stiftung, „Bildungsforscher“, sozialpopulistische Parteien (wer gehört eigentlich nicht dazu?) und andere hinausposaunen, wir bräuchten noch mehr Abiturienten, noch mehr Studenten und noch mehr Akademiker. Nun hat in dieses Horn auch eine staatliche Stelle getrötet. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – das wissenschaftliche Institut der Bundesagentur für Arbeit – verkündete soeben, dass es keine Anzeichen für eine Überakademisierung gebe.

Wie bitte? Reicht es nicht, dass wir im Jahr 1996 noch 267.000 Studienanfänger hatten und es zwanzig Jahre später, im Jahr 2016, 506.000, also fast doppelt so viele, waren? Ist es noch „normal“, dass wir seit 2014 mehr Studienanfänger haben als junge Leute, die eine berufliche Bildung anfangen? Ist es „normal“, dass wir in Deutschland 330 Berufsbildungsordnungen und 17.000 Studienordnungen haben? Ist der Mangel an Fachkräften keine Folge eines Akademisierungswahns?

Es ist eine totale, eine steile Schieflage entstanden. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die bildungspolitische Debatte wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wird. Die Wachstumsbremse der Zukunft wird die Überakademisierung sein, weil sie einher geht mit einem gigantischen Fachkräftemangel, der entgegen allen Euphorien vom Herbst 2015 mit Migranten nicht im entferntesten gedeckt werden kann. Damit aber gefährden wir den Mittelstand und in der Folge das Rückgrat unserer Volkswirtschaft.

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Auch wenn man kein Freund von vorwiegend ökonomischen Betrachtungen der Bildungspolitik ist: Es wird Zeit, dass wir über die Opportunitätskosten einer Überbewertung von Gymnasium/Studium und einer Vernachlässigung der beruflichen Bildung nachdenken, also darüber, was es uns kostet oder was uns entgeht, wenn wir die berufliche Bildung weiter so vernachlässigen wie zuletzt. Denn: Berufliche Bildung ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, ja ein entscheidender Standortvorteil. Wichtiger als manch quasi- oder pseudo-akademischer Beruf! Es stimmt auch nicht, dass man mit einem Hochschulabschluss finanziell immer besser dasteht. Zumindest passt es nicht mit einigen volkswirtschaftlichen Daten zusammen: So ist im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts das Realeinkommen gesunken, obwohl die Akademikerquote gestiegen ist.

Die immer wieder ins Feld geführten ausländischen Quoten an Studierberechtigten sind international nicht vergleichbar. Vielmehr sollte zu denken geben, dass Länder mit höchsten Studierquoten teilweise zugleich die höchsten Quoten arbeitsloser Jugendlicher haben. Siehe Griechenland oder Spanien!

Die Akademiker-Quoten sind auch aus anderen Gründen international nicht vergleichbar: In Finnland und in den USA etwa gelten auch Krankenschwestern und Kindergartenerzieherinnen als „Akademikerinnen“. Dabei wären viele Länder – nicht nur der zweiten und dritten Welt – froh, über Vergleichbares wie berufliche Bildung „made in Germany“ zu verfügen. Dementsprechend reisen seit Jahren Amerikaner, Japaner, Chinesen und andere durch die berufsbildenden Schulen und Ausbildungsstätten zwischen Flensburg und Garmisch.

Interessant ist zudem: Dort wo man in Europa die niedrigsten Studentenquoten hat, hat man zugleich die besten Wirtschaftsdaten: nämlich in Österreich, in der Schweiz und in Bayern. Außerdem sollte man berücksichtigen: Die Steigerung der Quote der Studierberechtigten binnen 40 Jahren von sechs auf über 40 Prozent hat die deutsche Wirtschaft keineswegs auf das Siebenfache verbessert.

Eine „Verhochschulung“ unserer Gesellschaft wird der Forderung nach Höherqualifizierung jedenfalls nicht gerecht. Auch in Zukunft sollten zwei Drittel der jungen Menschen über die berufliche Bildung den Einstieg in einen Beruf finden können. Diese Jugendlichen dürfen nicht als Außenseiter betrachtet und bildungspolitisch vernachlässigt werden.

Gemessen an diesen Fakten, steht die Bildungspolitik in Deutschland Kopf – ja sie ist auf Verkopfung fixiert. Georg Picht feiert offenbar eine Wiedergeburt mit seinem 1963 ausgesprochenen Diktum: „Wir brauchen mehr Abiturienten, auch wenn wir sie nicht brauchen.“ Am Ende jedenfalls mustert ein Meister des Heizungsbaus in einem kalten Wintermonat mit massenhaften Heizungsproblemen einen – womöglich mit einem Genderthema promovierten oder gar habilitierten – Soziologen doch eher mitleidig von der Seite. Jedenfalls können unsere NGOs samt Sozialindustrie gar nicht so viele Sozialwissenschaftler beschäftigen, wie sie von den Hochschulen produziert werden. Hier gilt wohl, was Helmut Schelsky 1975 in seiner Kritik an der damals schon entstandenen Akademisierungseuphorie unter dem Buchtitel zusammenfasste: „Die Arbeit tun die anderen“. Oder andersrum: Wenn Maurer, Maler, Heizungsmonteure, KfZ-Mechatroniker, Müllmänner usw. längere Zeit streiken, dann hat das gravierendere Auswirkungen auf das Alltagsleben, als wenn Zigtausende Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaftler die Arbeit niederlegen.

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/akademisierung-provoziert-gigantischen-fachkraeftemangel/

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Kevin Kraus
12.04.2017 11.52
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

tichyseinblick.de, 10.04.2017

ENGEL ALOISIUS
G8 oder G9 – Vom Ende einer Realsatire


VON JOSEF KRAUS

So hoffen wir denn im Interesse des gymnasialen Anspruchs sowie seiner Schüler in Bayern und über Bayern hinaus auf gute Eingebungen des Münchners Alois Hingerl im Himmel, der angeblich als Götterbote die bayerische Staatsregierung berät.

Acht Jahre Gymnasium oder neun? Kein bildungspolitisches Thema hat die Öffentlichkeit seit Jahrzehnten so in Atem gehalten wie diese Streitfrage. Nun, es gibt – wenige – ökonomische Gründe für ein G8; und es gibt – viele – pädagogische, entwicklungspsychologische Gründe pro G9. Diese Gründe abzuwägen, reichen 4.000 Zeichen an dieser Stelle nicht aus. In der „hohen“ Politik spielen Gründe und Argumente ohnehin eher selten eine Rolle. Hier geht es um sachfremde Motive, die mit Pseudoargumenten kaschiert werden. Zum Beispiel das Motiv, dass man ja Wahlen verlieren könnte und deshalb urplötzlich wieder Sachargumente vorgibt.

Was also sind bzw. waren die Motive, einem ehemals vergleichsweise intakten Gymnasium die 13. Klasse wegzuamputieren? Bei Reichsminister Bernhard Rust war das Motiv 1936/37 eine entsprechende Anordnung Hitlers: Man wollte mit einer Verkürzung des Gymnasiums mit einem Schlag zwei Jahrgänge an Abiturienten und damit an Offiziersanwärtern haben.

In der DDR war das Motiv ab 1949 die Anpassung des Bildungssystems an das sowjetische Vorbild mit zwölf Jahren bis zum Studium. Die Länder der 1949 gegründeten Bundesrepublik stockten das Gymnasium – übrigens gegen den Willen der Westalliierten – ab Beginn der 1950er Jahre wieder auf neun Jahre auf. Für Helmut Kohl waren es bei einem entsprechenden CDU-Parteitagsbeschluss 1981 und im Kontext mit der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) von 1987 europapolitische Motive für eine Kappung der 9. Gymnasialklasse: Angeblich kamen alle anderen europäischen Länder schneller zum Abitur (wenn man es denn mit diesem Begriff so benennen wollte). Dann kam die Wiedervereinigung. Ein paar neue Länder waren stolz auf „ihre Errungenschaft“ (siehe 1936/37!) einer zwölfjährigen Schulzeit bis zum Studium mit acht (!) Prozent eines Jahresganges. Andere neue Länder lavierten je nach Farbkonstellation der Landesregierung zwischen acht und neun Jahren hin und her.

Nun, steter Tropfen höhlt den Stein. Und so machten sich bald nach der Jahrtausendwende alle „alten“ Länder (Ausnahme: Rheinland-Pfalz mit 12,5 Jahren) auf zum G8. Besonders hervortat sich dabei Bayerns damaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), der zwar selbst 14 Schuljahre bis zum Abitur benötigt hatte, der aber ab Herbst 2003 nach einem 60-Prozent-Ergebnis bei der Landtagswahl vor lauter Kraft nicht mehr meinte laufen zu können. Kopf- und konzeptionslos zog er im Frühjahr 2004 das G8 für Bayern durch. Stoibers Durchpeitscher war sein damaliger Staatskanzleichef Erwin Huber, später selbst vorübergehend CSU-Vorsitzender, der alle Einsprüche gegen ein G8 mit so umwerfenden „Argumenten“ wie den folgenden plattmachte: „Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man nicht die Frösche fragen.“ Oder nochmals Huber: „Wenn ich meine Tochter in der 12. Klasse an einem Schultag erst um 9 Uhr aus der häuslichen Dusche kommen sehe, dann weiß ich, dass es im neunjährigen Gymnasium Leerlauf gibt.“ (Vater Huber war sich da wohl seiner erzieherischen Verantwortung nicht so ganz bewusst.)

Nun also gilt in Sachen Gymnasium nach 13 Jahren permanenter Reformen der Reformen der Reformen: „ROMA LOCUTA, CAUSA FINITA“. (Rom, in diesem Fall Horst Seehofer höchstpersönlich, hat gesprochen, die Sache ist beendet.) Endlich, möchte man erleichtert aufatmen. Ehe man aber jetzt glaubt, dass nun alles wieder in Butter ist, sollten noch einige entscheidende Fragen geklärt werden: Ist es wirklich sinnvoll, dass die vermutlich maximal zehn Prozent Schüler, die nach acht Jahren Abitur machen wollen, ausgerechnet die 11. Klasse auslassen? Wird das neue G9 ein in die Länge gezogenes G8 light? Was ist 2025, wenn es in Bayern außer ein paar „Springern“ gar keinen Abiturjahrgang gibt, weil die letzten „G8er“ 2024 mit Abitur verschwinden und erst 2026 die ersten „G9er“ ihr Abitur machen?

So hoffen wir denn im Interesse des gymnasialen Anspruchs sowie seiner Schüler in Bayern und über Bayern hinaus auf gute Eingebungen des Münchners Alois Hingerl im Himmel, der angeblich als Götterbote die bayerische Staatsregierung berät. Er möge die Einsichten mitbringen, dass wir deutschlandweit wieder ein Gymnasium brauchen, das Atteste der Studierbefähigung und nicht nur der Studierberechtigung vergibt.

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/g8-oder-g9-vom-ende-einer-realsatire/

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Kevin Kraus
04.04.2017 20.21
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

04. April 2017, 13:27 Uhr

Nächtliche Fehlerjagd

Der Apostroph muss weg!

In Bristol korrigiert ein Mann nachts heimlich Ladenschilder, und das seit Jahren. Die BBC war mit ihm unterwegs. Er sagt: „Falsche Apostrophe sind ein Verbrechen.“


„Amy's Nail's“ – das ging gar nicht. Der überflüssige Apostroph auf dem Schild eines Nagelstudios in Bristol sei so „laut und aufdringlich“ gewesen, dass er ihn „nicht ertragen“ konnte. Sagt ein Mann, der in seiner Freizeit heimlich Ladenschilder ausbessert.

Jon Kay, Journalist der BBC, hat den selbsternannten „Grammatikwächter“ aufgespürt und ist mit ihm um die Häuser gezogen. Die Identität des Mannes gibt der britische Sender nicht preis. Nur so viel: Er sei tagsüber Ingenieur und korrigiere seit 13 Jahren nachts öffentlich sichtbare Rechtschreibfehler.

Er trägt einen zweieinhalb Meter langen Stab bei sich, mit dem er die Ladenschilder erreichen kann – und er überdeckt falsche Apostrophe nicht mit Farbe, sondern mit unauffälligen Aufklebern.

„Ich glaube nicht, dass das Beschädigung ist“, sagte der Mann der BBC. „Die falschen Apostrophe auf Geschäften und Garagen sind ein größeres Verbrechen.“ Das bringe der Jugend die falsche Grammatik bei.

Auf Twitter begrüßten viele Nutzer die Aktionen – und steuerten eigene Vorschläge für Schilder bei, die einer Korrektur bedürften:

lov/Reuters

URL: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/grossbritannien-der-apostroph-muss-weg-a-1141768.html

--

Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See

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Kevin Kraus
29.03.2017 20.32
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Studie: Mehr Matheunterricht lockt Frauen nicht in MINT-Berufe – im Gegenteil

Berufswahl
Mehr Matheunterricht lockt Frauen nicht in MINT-Berufe

Baden-Württemberg: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchten Gender-Effekte der Oberstufenreform.

29.03.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Universität Tübingen, Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung

Eine Erhöhung der Pflichtstunden für Mathematik in der Oberstufe führt nicht automatisch dazu, dass sich mehr Frauen für MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) entscheiden. Im Gegenteil: Die Reform der gymnasialen Oberstufe, nach der alle Schülerinnen und Schüler Mathematik auf Leistungskursniveau belegen müssen, hat die Geschlechtsunterschiede in Bezug auf die Interessen im MINT-Bereich noch verstärkt. Schülerinnen hatten außerdem nach der Reform weniger Selbstvertrauen in ihre eigene Mathematikkompetenz als vorher. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Graduiertenschule und des Forschungsnetzwerkes LEAD an der Universität Tübingen in einer Studie über die Gender-Effekte der Oberstufenreform herausgefunden. Die Ergebnisse wurden im Journal of Educational Psychology veröffentlicht.

Seit der Oberstufenreform 2002 muss in Baden-Württemberg das Kernkompetenzfach Mathematik von allen Schülerinnen und Schülern vierstündig in den letzten beiden Jahrgangsstufen vor dem Abitur belegt werden. Eine Belegung auf „Grundkursniveau“ mit weniger Unterrichtsstunden ist seither nicht mehr möglich. Damit soll eine hohe Qualität an Mathematikkenntnissen gewährleistet werden. Da gute Mathematikkenntnisse in Zusammenhang mit der Wahl von Studienfächern aus dem MINT-Bereich stehen, lag die Vermutung nahe, dass sich nach der Reform mehr Mädchen für ein MINT-Studium entscheiden würden.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten deshalb, ob sich die Reform auf die spätere Studienfachwahl auswirkte, welche Effekte sie auf die Mathematikleistung von Mädchen und Jungen hatte, wie Schülerinnen und Schüler ihre eigene Leistung vorher und nachher einschätzten und schließlich auch, ob sich ihr Interesse im MINT-Bereich veränderte. Dazu verglichen die Forschenden Daten von rund 4.700 Schülerinnen und Schülern vor der Oberstufenreform mit Daten von ebenso vielen Schülerinnen und Schülern nach der Reform. Diese wurden im Rahmen einer Langzeitstudie erhoben.

Das Ergebnis: Die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen in Mathematik haben sich nach der Reform verringert, auch wenn nach wie vor die Jungen besser abschnitten. Aber obwohl die Schülerinnen eine höhere Leistung erzielten, schätzten sie ihre mathematischen Fähigkeiten nach der Reform schlechter ein als zuvor. „Dies könnte daran liegen, dass sie vor der Reform häufiger Grundkurse mit weniger Mathematikunterricht gewählt hatten und das gestiegene Leistungsniveau nach der Reform dazu geführt hat, dass die eigene Leistung geringer eingeschätzt wird“, vermutet Nicolas Hübner, Erstautor der Studie. Das Selbstvertrauen der Jungen in ihre Mathematikkompetenzen hatte sich dagegen nicht verändert.

Die Mädchen zeigten zudem kaum ein größeres Interesse für Tätigkeiten in MINT-Bereichen, während Jungen nach der Reform noch stärker an technisch-praktischen oder forschend-intellektuellen Tätigkeiten interessiert waren.
„Dies deutet darauf hin, dass mit Hilfe von Schulreformen auch Interessen beeinflusst werden können“, erklärt Eike Wille, ebenfalls Erstautorin der Studie. Allerdings sei der Zusammenhang noch wenig erforscht und müsse genauer untersucht werden. Die Geschlechtsunterschiede bei der Studienfachwahl im MINT-Bereich haben sich durch die Reform nicht verändert. Hier entscheiden sich immer noch deutlich mehr Männer als Frauen für diese Studiengänge.

Laut den Autorinnen und Autoren lassen sich die Ergebnisse in eine Reihe von Studien einordnen, die zeigen, dass Bildungsreformen häufig zu deutlich geringeren Effekten führen als ursprünglich erwartet.

Darüber hinaus werden sie in vielen Fällen auch von unerwarteten Nebenwirkungen begleitet. „Reformen im Bildungssystem gleichen bislang viel zu oft Blindflügen“, resümiert Ulrich Trautwein, Direktor der Graduiertenschule und des Forschungsnetzwerkes LEAD. „Die Ergebnisse unserer Studie unterstreichen die Bedeutung von systematischer Begleitforschung vor, während und nach der Durchführung von Bildungsreformen“.

https://bildungsklick.de/bildung-und-gesellschaft/meldung/mehr-matheunterricht-lockt-frauen-nicht-in-mint-berufe/

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See

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Kevin Kraus
27.03.2017 19.24
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Segregation bzw. Ghettoisierung – trotz Gemeinschaftsschulen nicht zu verhindern / Berlin


24.03.2017 14:35 Uhr
Bildungschancen in Berliner Bezirken – Wie soziale Unterschiede die Abiturquote bestimmen

Wo ist die Abiturquote am höchsten, wo am niedrigsten? Frappierende Zahlen spiegeln die soziale Unterschiede zwischen den Berliner Bezirken. von Susanne Vieth-Entus
Nicht alle Berliner haben die gleichen Chancen Abitur zu machen.

Sage mir, wo du zur Schule gehst, und ich sage dir, welche Zukunftschancen du hast: Wie sehr diese Aussage zutrifft, belegen aktuelle Zahlen zu den Berliner Schulabgängern. Demnach ist die Abiturquote in Steglitz-Zehlendorf doppelt so hoch wie in Neukölln oder Marzahn-Hellersdorf. Entsprechend umgekehrt verhält es sich mit der Quote der Schüler ohne Abschluss – sie ist in Neukölln und Mitte sogar sechs bis sieben Mal höher als in Berlins Südwesten. Dies geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Heiko Melzer hervor.

Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf wird weit überdurchschnittlich oft die Hochschulreife erworben: Wie in Steglitz-Zehlendorf schafften es hier mehr als zwei Drittel des Jahrgangs 2015/16, mit dem Abiturzeugnis in der Hand die Schule zu verlassen. Bei den Schülern ohne Abschluss hingegen steht – gleich nach Steglitz-Zehlendorf – Pankow am besten da: Nur drei Prozent der Schüler erreichten hier nicht einmal die Berufsbildungsreife – den früheren Hauptschulabschluss.

Auffällig ist abermals der Bezirk Mitte: Er ist schon seit Jahren dafür bekannt, extrem viele Schüler ohne Abschluss aus seinen Schulen zu entlassen. Daran hat sich abermals nichts geändert: Die Quote liegt bei 13,4 Prozent und toppt noch Neukölln (12,2); berlinweit sind es sieben Prozent, was 1800 Zehntklässlern entspricht – das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) präsentiert in der Antwort auf Melzers Anfrage nur die „Schulabgänger der allgemeinbildenden Gymnasien und Sekundarschulen“. Hinzu kommen noch 650 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Der Wunsch der Eltern, ihre Kinder in guten Bildungsumfeldern lernen zu lassen, führt dazu, dass in den Bezirken mit hoher Abiturquote viele bezirksfremde Schüler lernen. So kommen im geburtenarmen Steglitz-Zehlendorf über 120 Schulkinder auf 1000 Einwohner, während im geburtenstarken Neukölln nur 90 Kinder auf 1000 Einwohner vom Statistischen Landesamt gezählt werden. . Überproportional viele Schüler verzeichnet auch Reinickendorf.

Eltern schicken Kinder in andere Bezirke

Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn- Hellersdorf und Mitte zählen zu den Bezirken mit vielen „flüchtigen“ Schülern: Offenbar sind die Eltern dort nicht von der Qualität ihrer wohnortnahen Schulen überzeugt. In Friedrichshain-Kreuzberg mag diese Tendenz noch dadurch verstärkt worden sein, dass der Bezirk sich der Gründung von freien Schulen widersetzte. Im Ergebnis sind Eltern weggezogen oder schicken ihre Kinder in andere Bezirke, wie die Zahlen des Statistischen Landesamtes belegen.

34 Prozent der Migranten machen Abitur

Melzer wollte auch wissen, wie die Schüler aus Zuwandererfamilien im Vergleich zu denen aus deutschsprachigen Familien abschneiden. Diese Frage wird ihm allerdings nicht beantwortet – stattdessen bekommt der Abgeordnete von Staatssekretär Rackles nur die Gesamtzahlen – Deutsche und Migranten zusammen – sowie die separaten Zahlen zu den Migranten. .

Um die Schulabschlussquoten separat für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund ausrechnen zu können, müsste man also erst zum Taschenrechner greifen. Wenn man das nicht tut, erfährt man lediglich, dass unter den Migranten 34 Prozent das Abitur schaffen, während die Gesamtberliner Quote bei 47,4 Prozent liegt. Melzer kritisierte am Dienstag angesichts der fehlenden Quoten für die deutschsprachigen Kinder „mangelnde Transparenz“ und vermutete, dass sich die Bildungsverwaltung „für die Ergebnisse nach 20 Jahren SPD-Ressortverantwortung schämt“. .

Generell hängen die Bezirkszahlen auch davon ab, welche Migrantengruppe jeweils in der Mehrheit ist. Im Marzahn-Hellersdorf und in Lichtenberg, wo überdurchschnittlich viele Jugendliche vietnamesischer Herkunft, zur Schule gehen, liegt die Abiturquote der Zuwandererkinder fast gleichauf mit der Gesamtzahl für alle Schüler. Hingegen gibt es Bezirke wie Tempelhof-Schöneberg, wo die Abiturquote der Migranten weit zurückbleibt. Dies entspricht den Befunden von internationalen Bildungsstudien, die den Schülern türkischer und arabischer Herkunft – die in den Berliner Innenstadtbezirken dominieren – die schwächsten Lernergebnisse bescheinigen.

Zusammenhang zwischen Abschluss und sozialem Stand


Den Schulabschlussquoten der einzelnen Bezirke entsprechen die sozialen Befunde. Insbesondere eine hohe Arbeitslosenquote geht einher mit den hohen Zahlen von Schülern ohne Abschluss. So leben im Bezirk mit der höchsten Quote der Schüler ohne Abschluss 2500 Familien, die laufende Hilfen zum Lebensunterhalt bekommen, in Neukölln sind es fast 2000. Zum Vergleich: In Treptow-Köpenick sind davon nur 1350 Familien betroffen. An Sozialhilfe erhält Mitte 192 Millionen Euro, Neukölln 180 Millionen Euro, aber Steglitz-Zehlendorf nur 110 Millionen. Insgesamt kommt mehr als jedes dritte Berliner Schulkind – rund 100.000 Schüler – aus Familien, die von Transferleistungen leben. In etlichen Schulen in Neukölln, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg liegt diese Quote sogar bei über 90 Prozent.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bildungschancen-in-berliner-bezirken-wie-soziale-unterschiede-die-abiturquote-bestimmen/19551390.html

--
Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9

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