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Unwichtige Geschichtsfälschungen
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Sigmar Salzburg
04.08.2010 05.33
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Auch der „Spiegel“ fälscht Zitate

Neuer Ärger um Stiftung
Vertriebenenvertreter unter Revanchismusverdacht
… Tölg hat vor zehn Jahren in einem Interview mit der rechtslastigen Zeitung „Junge Freiheit“ behauptet, wer über Zwangsarbeiterentschädigung spreche, müsse auch deutlich machen, "dass gerade die Länder, die am massivsten Forderungen gegen uns richten, genügend Dreck am Stecken haben, weil sie Hunderttausende deutscher Zwangsarbeiter in zahllosen Lagern hatten“. Und: „Während in Nürnberg von den Siegern die deutschen Kriegsverbrecher zurecht verurteilt wurden, haben die gleichen Länder bezüglich Zwangsarbeitern ähnliche Verbrechen begangen wie Hitler-Deutschland.“
Dietmar Nietan, Außenpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion, sprach in der „Frankfurter Rundschau“ schon vor Tagen von „klar revanchistischen Positionen“…

spiegel.de 3.8.2010

Wer sich die Mühe macht, im JF-Archiv nachzusehen, findet, daß der „Spiegel“ das „dass“ in den Text hineingefälscht hat, jedoch das im Original schon falsche „zurecht“ belassen hat.
JF Archiv

Im übrigen ist hier der Begriff „Revanchismus“ eine Wortprägung der DDR-Propaganda, die Stalins Annektion Ostpolens absichern sollte, denn Polen war ja dafür mit den deutschen Ostgebieten „entschädigt“ worden. Inzwischen haben sich Parteien und Medien aller Couleur diese Denunziation von (völkerrechtlichen) Rechtsansprüchen bedenkenlos zu eigen gemacht. Selbst die alte Bezeichung „Mitteldeutschland“ gilt nun als „revanchistisch“.

„Revanchismus“ war ursprünglich die Bezeichnung für das Streben in Frankreich, Elsaß-Lothringen nach 1870/71 gewaltsam zurückzuerobern.

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Sigmar Salzburg
01.08.2010 15.48
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Der „Stern“ fälscht notorisch

Im Wartezimmer gelesen: Stern v. 6.5.2010:

Aus einem Brief von Ulrike Meinhof wird über Klaus Rainer Röhl zitiert:
„… und ich weiß halt, dass er diese Tendenzen, die da jetzt in der Zeitung immer stärker werden, dass er die halt selbst hat und manchmal gegen seine Kinder anwendet.“

Aus „Konkret“ (v. 8 April 1971 – 25 Jahre vor der „Reform“), damals von Röhl herausgegeben, wird zitiert:
„Sie war elf Jahre alt … Ich weiß, dass sie unter ihrem Schlafrock nackt war.“ („Verfehlung in Hongkong“).

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Sigmar Salzburg
25.06.2010 09.07
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Christian Meier deformiert

Der Althistoriker und frühere Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Christian Meier, ist als vehementer Gegner der „Rechtschreibreform“ bekannt. Einmal soll er lieber auf den Abdruck seines Artikels im „Spiegel“ verzichtet haben, als daß er ihn der Deformierung aussetzen lassen wollte.

Nun wurde gerade eine Rezension seines jüngsten Buches „Das Gebot zu vergessen …“ auf der Seite der freidenkenden neuen „Humanisten“ veröffentlicht, die sich nicht selten übertrieben eifrig der obrigkeitlichen Schreib-Zwangsmissionierung unterwerfen. Daß davon auch Christian Meier nicht verschont wird, war allerdings nicht zu erwarten:


Rezension 25 Jun 2010 – 09:03 Nr. 9799
Die Unabweisbarkeit des Erinnerns
(hpd) Der Althistoriker Christian Meier erörtert die Frage, ob der „öffentliche Umgang mit schlimmer Vergangenheit“ eher von Erinnerung oder Vergessen geprägt sein soll. Aus der historischen Betrachtung plädiert er für Letzteres, macht bezüglich der NS-Vergangenheit aber eine Ausnahme, die aber nur ab den 1960er Jahren gelten soll. …

In seinem Essay „Das Gebot zu vergessen und die Unabweisbarkeit des Erinnerns“ heißt es mit Blick auf die Geschichte: „Immer wieder wird beschlossen, vereinbart, eingeschärft, dass Vergessen sein soll, Vergessen von vielerlei Unrecht, Grausamkeit, Schlimmem aller Art“ (S. 10).

Diese Einschätzung belegt der Autor nach Betrachtungen zu fast zweieinhalb Jahrtausende europäischer Geschichte: Sie setzen ein in der griechischen und römischen Antike, wo man mehrmals aus Angst vor einem blutigen Bürgerkrieg und um der Gewährung des inneren Friedens willen eine Amnestie für politische Morde erließ. Denn, so Meier, „die Erinnerung an Schlimmes erzeugt gern den Drang zur Rache; was zugleich heißen kann: zu Gerechtigkeit, einer Gerechtigkeit freilich, die allzu leicht auf parteiliche Weise gesucht wird, so dass das Bedürfnis nach Widerrache entsteht“ (S. 13).

Ähnliche Motive werden für Verdrängen und Vergessen auch für spätere historische Ereignisse im Mittelalter und der Neuzeit ausgemacht. Ihnen widmet der Althistoriker indessen nur geringe Aufmerksamkeit. Als Lehre aus dieser geschichtlichen Betrachtung formuliert Meier: „Indem man die Fähigkeit hat, einen Schlusspunkt zu setzen, verzichtet man bewusst um des Friedens willen auf die Ahndung von vielerlei Unrecht“ (S. 45).

... Meier schließt seine Betrachtung mit den Worten: „Die uralte Erfahrung, wonach man nach solchen Ereignissen besser vergisst und verdrängt als tätige Erinnerung walten zu lassen, ist noch keineswegs überholt. Und es ist keineswegs ausgemacht, dass tätige Erinnerung Wiederholung ausschließt“ (S. 97). …

Armin Pfahl-Traughber

http://hpd.de/node/9799

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Sigmar Salzburg
23.06.2010 12.12
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Das Letzte vernebelt

Der Spiegel („eines tages“) zitiert offensichtlich, verschweigt die Quelle und kann nun den einstigen Generalinspekteur der Volkspolizei und SED-Kritiker, Robert Bialek, in der „Reform“ von 1996 schreiben und reden lassen:

Bialek erinnerte sich 1954 an diesen Streit, den Ausgangspunkt eines jahrelangen Kräftemessens zwischen ihm und Mielke, das sein Leben für immer ändern sollte: „Mielke wurde blutrot, sein Gesicht verzerrte sich zu einer brutalen Fratze und schreiend antwortete er mir: 'Du bist ein Lump, ein Verräter, man müsste dich verhaften lassen!' Daraufhin ich: 'Werde nicht vollends größenwahnsinnig, Genosse Mielke.' Daraufhin Mielke, wobei er nach seiner Pistole griff: 'Geh mir aus den Augen, du Schuft.' Daraufhin ich: 'Lass deine Pistole stecken, ich habe auch eine und es könnte sein, dass ich schneller bin. Übrigens wirst du deine Haltung verantworten müssen.' Daraufhin verließ ich sein Zimmer.“

Längst ist bekannt, dass Bialek seinen Widerstand gegen Mielke schließlich mit dem Leben bezahlen sollte. Bis heute blieb jedoch eines im Detail ungeklärt: Wann und wie er starb. Das Letzte, was von ihm aktenkundig ist, ist der Umstand, dass er im Februar 1956 von Stasi-Mitarbeitern entführt wurde.

einestages.spiegel.de 23.6.2010

Das reformierte „Letzte“ ist dazu das wirklich Letzte, was die Reform hervorgebracht hat.

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Sigmar Salzburg
20.05.2010 06.16
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So fälscht der „Spiegel“

Ulla Jelpke, eine rechte Linke, wird im „Spiegel“ zitiert:

Während Antikommunisten „mit Schaum vorm Munde an der weiteren Dämonisierung der DDR und insbesondere des Ministeriums für Staatssicherheit“ arbeiteten, seien „aus Euren Kreisen umfangreiche nüchterne wissenschaftliche Untersuchungen zur HVA entstanden“, schreibt Jelpke den Ex-Agenten. Danach relativiert sie: „Man muss nicht jede Eurer Einschätzungen teilen“ – um hinzuzufügen: „Aber es gilt anzuerkennen, dass wohl kaum ein anderer Geheimdienst so umfassend von seinen eigenen ehemaligen Mitarbeitern und Kundschaftern historisch aufgearbeitet wurde wie die Auslandsaufklärung der DDR.“

spiegel.de 19.5.2010

Sie hat aber in Wirklichkeit geschrieben, laut ihrer Homepage:

... Man muß nicht jede Eurer Einschätzungen teilen. Aber es gilt anzuerkennen, daß wohl kaum ein anderer Geheimdienst so umfassend von seinen eigenen ehemaligen Mitarbeitern und Kundschaftern historisch aufgearbeitet wurde, wie die Auslandsaufklärung der DDR. [usf.]

ulla-jelpke.de

Man lasse sich nicht durch den Fehlgriff „so genannt“ am Anfang irritieren. Als (ehemalige) Mitarbeiterin der „jungen Welt“ hat sie zweifellos die Qualität der traditionellen Schreibweisen zu schätzen gelernt. Aber davon dürfen Spiegelleser nichts erfahren.

Nachtrag – Der Eiertanz ums „ß“:
Korrekt bringen den Jelpke-Brief nur „Red Globe“ (mir bis dahin unbekannt) und „junge Welt“. Andere fälschen munter drauf los, z.B. auch „Focus“. Die „Welt“ bezieht sich dabei auf das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“.
„Die Presse“ bringt korrekt das reformierte „so genannt“, meidet aber die tabuisierten „ß“, obgleich auch sie den Link zur Homepage angibt.
Die „Süddeutsche“ zitiert erst nach dem „daß“:
Es gelte anzuerkennen, dass „wohl kaum ein anderer Geheimdienst so umfassend ... ".
sueddeutsche.de 19.5.2010

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Sigmar Salzburg
14.05.2010 17.05
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Schon 1945 ...

... trotz Vergewaltigung an die ab 1996 gültige ss-Regel gedacht:

TV-Zweiteiler von „Anonyma. Eine Frau in Berlin“

„Ich hörte Schritte hinter mir. Da stehen zwei blutjunge, russische Soldaten…. .Mit vorgehaltener Pistole.“ … So wie die Anonyma, die in ihrem Tagebuch schreibt: „Ich weiß nur, dass ich überleben will – ganz gegen Sinn und Verstand, einfach wie ein Tier.“ …
Würde sie Frauen, die Ähnliches erlebt haben, raten, zu reden? …
Wie gruselig es war, beschreibt die Anonyma drastisch: „Gestank von Gaul und Tabak. Ich reiße die Augen auf. Geschickt klemmen die fremden Hände mir die Kiefer auseinander. Aug in Auge. Dann lässt der über mir aus seinem Mund bedächtig den angesammelten Speichel in meinen Mund fallen.“

stern.de 11.5.2010

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Sigmar Salzburg
11.05.2010 07.18
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„Reform“: Man weiß nie, woran man ist

Zum 250. von Johann Peter Hebel

Retter eines krisengeplagten Printmediums: Am 10. Mai vor 250 Jahren wurde in Basel der Dichter Johann Peter Hebel geboren. …

Neben einem Rezept „Blaue Dinte zu machen“ finden sich Meisterleistungen wie das berühmte „Kannitverstan“. … Dann aber erblickt er einen Leichenzug und erhält ein weiteres Mal dieselbe Antwort. Und, so schließt der Erzähler, „wenn es ihm wieder einmal schwer fallen wollte, dass so viele Leute in der Welt so reich seien, und er so arm. So dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff, und an sein enges Grab“. …

Anders das Stück „Unverhofftes Wiedersehen“. … Seine alt gewordene Verlobte erlebt ein makabres Wiedersehen mit ihrem von Eisenvitriol jugendfrisch konservierten Geliebten. „Schlafe nun wohl“, sagt sie bei dessen Begräbnis, „noch einen Tag oder zehen im kühlen Hochzeitsbett, und laß dir die Zeit nicht lange werden. Ich habe nur noch wenig zu tun, und komme bald, und bald wird's wieder Tag.“
http://www.spiegel.de 10.5.2010

Ein Original oder Facsimile des „Hausfreundes“ liegt mir leider nicht vor. Dennoch sind die beiden Zitate fragwürdig – das erste „neu“, das zweite alt. Sieht man unter Projekt Gutenberg- Spiegel nach, so findet man gleich zwei Versionen, eine ß-los, die zweite „reformiert“. Am nächsten kommt dem Original wohl eine andere Quelle:

http://www.hausen-im-wiesental.de/jphebel/

Dort findet man die nicht normierte ß-Schreibung um 1800, dazu einige altertümliche Wendungen, die man heutigen Lesern lieber vorenthält, z.B. „entbrechen“ statt „enthalten“, „Exküse“ statt „Entschuldigung“ – und (natürlich) „acht gab“ statt „Acht gab“, „vor kurzem“ statt „vor Kurzem“, „schwerfallen“ statt „schwer fallen“, „zum zweitenmal“ statt „zum zweiten MaL“ Das völlige Fehlen der alten th-Schreibung macht allerdings auch hier nachdenklich:

1) … und, wenn es ihm wieder einmal schwerfallen wollte, daß so viele Leute in der Welt so reich seien, und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff, und an sein enges Grab.

2) „Schlaf nun wohl, noch einen Tag oder zehen im kühlen Hochzeitbett, und laß dir die Zeit nicht lang werden. Ich habe nur noch wenig zu tun und komme bald, und bald wird's wieder Tag. – Was die Erde einmal wiedergegeben hat, wird sie zum zweitenmal auch nicht behalten“, sagte sie, als sie fortging, und noch einmal umschaute.

Die Forderung nach unverfälschten Texten mag kleinlich klingen. Ich aber weiß aus meiner Beschäftigung mit alten Musikhandschriften, daß nur den Originalen oder guten Facsimiles zu trauen ist und daß schon kleine Unachtsamkeiten, auch von anerkannten Musikwissenschaftlern, den Sinn verändern können – wenn z.B. ein kleiner Punkt, der eine Verzierung bedeutet, als Fliegenschiß weggelassen wird.

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Sigmar Salzburg
03.05.2010 06.07
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Hellsichtiger Göring

1945 kam Hermann Göring in US-Gefangenschaft, wurde vom jüdischen Bankierssohn Eric M. Warburg verhört. Dessen Erinnerungen an die eitlen Ausflüchte des dicken Nazi-Schergen entdeckte jetzt die Zeitschrift „Cicero“. …

„Laut Görings Angaben habe er sich nach langem Zögern von seinen Offizieren überzeugen lassen, Hitler am 23. April 1945 folgenden Funkspruch zu schicken: ‚Mein Führer! Sind Sie einverstanden, dass ich nach Ihrem Entschluss, im Gefechtsstand der Festung Berlin zu verbleiben, gemäß Ihres Erlasses vom 29.6.1941 als Ihr Stellvertreter sofort die Gesamtführung des Reiches übernehme mit voller Handlungsfreiheit nach innen und nach außen? Falls bis 22 Uhr keine Antwort erfolgt, nehme ich an, dass Sie Ihrer Handlungsfreiheit beraubt sind.‘“

BILD.de 29.4.2010

Wieder einmal hat eine weitblickende Nazigröße (oder das Verhörpersonal) die Reform-Heyse-Schreibung verwendet, die erst fünfzig Jahre später beschlossen wurde.

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Sigmar Salzburg
20.03.2010 12.26
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1963 schon die Heyse-Reformierung geahnt

Eine Flucht ins Leben

Die Bombennacht bewahrte Alfred Schellenberger vor dem Tod


Dem von den Nazis zum Tode verurteilten Widerstandskämpfer Alfred Schellenberger (Foto: privat) gelang im Inferno von Dresden vor 65 Jahren die Flucht. Seine Tochter Anneliese Schellenberger sandte uns die Erinnerungen ihres Vaters, die er kurz vor seinem Tod am 22. Februar 1963 niedergeschrieben hatte.

»Wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung werden die Angeklagten Haucke, Ritter, Dr. Gietzelt und Schellenberger zum Tode verurteilt.« So verkündete es der Volksgerichtshof auf seiner Hauptverhandlung in Leipzig am 20. Dezember 1944. Es war nicht das erste Mal, dass man mir das Todesurteil sprach…

In der Nacht zum 14. Februar flogen erneut starke Geschwader die Stadt an. Die Explosionen der Bomben ließen die starken Mauern unserer Zellen erbeben ... Das Ausmaß der Zerstörungen musste riesengroß sein. …

Jetzt war unsere Stunde gekommen. Wir befreiten uns von unseren Fesseln. Unser Versuch, das Bett von der Wand zu demontieren, um damit die Tür zu rammen, misslang. … Plötzlich wurden die Zellentüren aufgeschlossen. »Todeskandidaten im Erdgeschoss antreten.« …

[Nach der Flucht] Das Verhör über Woher und Wohin begann. Ich redete um meinen Kopf. Glaubwürdig und echt musste alles klingen; Vertrauen musste ich erzielen. Was dann im Protokoll stand, war ungefähr folgendes: »Leonard Frank, geb. 1891 in Frankfurt/Main, wohnhaft Leipzig – … « Mit guten Wünschen und ein paar Zigaretten entließ man mich.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/165003.eine-flucht-ins-leben.html 18.02.2010

Wem nützt es, wenn die „ß“ gefälscht werden?

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Sigmar Salzburg
14.03.2010 17.40
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Hartmut von Hentig

Hartmut von Hentig schaltete sich in die Diskussion um die Rechtschreibreform vermittelnd mit dem Versuch der Abwiegelung und Friedenstiftung ein. Er selbst schrieb weiterhin traditionell:

... Bereits in der einleitenden „notwendigen Fragestellung“ knüpft deshalb Hentig, der übrigens konsequent die Regeln der neuen Rechtschreibung negiert, den roten Faden, ...
dvpb-bayern

Nun hat er dem „Spiegel“ seine Interview-Antworten schriftlich zukommen lassen:

Gegenüber dem SPIEGEL aber hat er sich ausführlich geäußert. Ein Faxgerät besitzt er offenbar nicht, E-Mails schreibt er nicht. Ein Bote hat den Brief mit den Fragen vorbeigebracht und einen Tag später sieben Blätter voller Antworten abgeholt. Hentig schreibt von „erstaunlichen Unterstellungen“ und betont immer wieder, dass nichts bewiesen sei: „Die Beschuldigungen müssen geklärt worden sein, bevor man anfangen kann, einen Zusammenhang mit irgendeinem pädagogischen Programm herzustellen oder zu leugnen.“
spiegel.de 14.3.10

Hat der alte Herr (84) nun eifrig die neue Rechtschreibung geübt, um sich den reformierten Spiegelregeln anzupassen?:

SPIEGEL: Machen Sie sich Vorwürfe, dass Sie etwas hätten bemerken müssen?
Hentig: Nein. Die könnte ich mir doch nur machen, wenn es einen Anlass dazu gegeben hätte – eine Verdacht erregende Wahrnehmung, ein Misstrauen, ein mir zugetragenes Gerücht. Ich habe ja dauernd und genau hingesehen: voll Neid, wie gut diesem Mann gelang, auf Kinder einzugehen, ...
spiegel.de 14.3.10

Wir erinnern uns daran, daß der Historiker Prof. Christian Meier auf den Abdruck eines Essays verzichtet hat, um seinen Text nicht, wie verlangt, der Sick-Korrektur ausliefern zu müssen.

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Sigmar Salzburg
08.03.2010 07.19
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Kalenderblatt 2010: 5. März

sueddeutsche.de – ‎04.03.2010‎
1965 – In den bundesdeutschen Kinos läuft der erste Italo-Western «Für eine Hand voll Dollar» an. Die Hauptrolle spielt Clint Eastwood. ...

Der englische Titel lautet: „A Fistful of Dollars
„A Handful of Dollars“ wäre auch möglich

Der italienische Originaltitel ist übrigens:
Per un pugno di dollari
„Pugno“ bedeutet „Faust“, aber nach meinen Lexika auch „Handvoll“ und „Faustvoll“ – im Langenscheidt nur letzteres. Das kennt der Duden nicht.


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Sigmar Salzburg
01.03.2010 09.42
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ORIGINAL UND FÄLSCHUNG

Gerade erfahre ich von der katholischen Mediengruppe Zenit, daß der Vatikan sich auch um mich bemühen will, um mich in seinem Vorhof anzusiedeln:

ROM, 25. Februar 2010 (ZENIT.org).- Eine Stiftung für die Förderung des Dialogs zwischen der katholischen Kirche und Atheisten und Agnostikern: dies kündigte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, Erzbischof Gianfranco Ravasi, in einem Interview in der heutigen Ausgabe der Zeitung der italienischen Bischofskonferenz „Avvenire“ an. „Unser Dikasterium ist dabei, eine Stiftung zu organisieren, die den Namen ‚Der Vorhof der Heiden' tragen wird …",
zenit.org 25.2.2010

Da der deutsche Papst bekanntlich immer noch die „verbotene“alte Rechtschreibung verwendet, gab ich versuchsweise die Suchanfrage „daß“ ein und erhielt die Antwort:

Keine Treffer für diese Suchanfrage.

Erstaunlicherweise fand sich dann aber doch eine traditionell geschriebene Predigt des Papstes. Nach einer Einleitung in Dass-Deutsch (auch von Benedikt?) folgte die Pfingstpredigt im Petersdom in tadelloser Kulturrechtschreibung, einschließlich der von den Kulturministern verbotenen „jedesmal“, „daß“, „Anlaß“, „müßte“, „läßt“… und des zehn Jahre lang verbotenen „immerwährend“. Die Predigt wird zwar als Übersetzung bezeichnet, stellt aber zweifellos den originalen Text Ratzingers dar:

PAPST BENEDIKT XVI.: „DER HEILIGE GEIST BESIEGT DIE FURCHT“

Pfingstpredigt im Petersdom 2009

ROM, 13. Juni 2009 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die offizielle Übersetzung der Predigt, die Papst Benedikt XVI. während der Eucharistiefeier zum Pfingstfest (31. Mai) im Petersdom gehalten hat (vgl. Fotos).

„Ja, liebe Brüder und Schwestern, wo der Geist Gottes eintritt, dort verjagt er die Angst; er lässt uns erkennen und spüren, dass wir in den Händen einer Allmacht der Liebe sind: Was auch immer geschehen mag, seine unendliche Liebe verlässt uns nicht. … "
* * *
Liebe Brüder und Schwestern!
Jedesmal, wenn wir Eucharistie feiern, leben wir im Glauben das Geheimnis, das sich auf dem Altar vollzieht, das heißt wir haben Anteil am höchsten Akt der Liebe, den Christus mit seinem Tod und seiner Auferstehung verwirklicht hat. … Genauso wie man sich nicht an die Gifte in der Luft gewöhnen darf – und aus diesem Grund stellt das ökologische Engagement heute eine Priorität dar –, müßte man handeln bei dem, was den Geist verdirbt. Es hat hingegen den Anschein, daß man sich problemlos an die vielen den Sinn und das Herz verschmutzenden Produkte gewöhnt, die in unserer Gesellschaft in Umlauf sind … Immerwährende Mahnung bleiben die Tragödien von Hiroshima und Nagasaki, wo die zu Kriegszwecken verwandte Kernenergie schließlich Tod in beispiellosen Ausmaßen säte. …

© Copyright 2009 – Libreria Editrice Vaticana
zenit.org 13.6.2009

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Sigmar Salzburg
14.02.2010 20.11
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Es ist keinem zu trauen ...

12. Februar 2010, 16:11 Uhr
Dresdner Bombardierungs-Jahrestag
Aufmarsch der Geschichtsfälscher
Von Olaf Sundermeyer
6000 Rechtsextreme, 4000 Polizisten, viele Gegendemonstranten – Dresden steht ein heißes Wochenende bevor. … Zum 65. Mal gedenkt die Stadt an diesem Wochenende ihrer Bombardierung durch die Alliierten in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 – und wieder werden Rechtsextremisten aus ganz Europa aufmarschieren, um den Trauertag für ihre Propaganda zu nutzen. … Wie 2009 machen diesmal überwiegend linke Demonstranten gegen die Rechtsextremisten mobil – verschiedene Initiativen haben bundesweit zu Gegenveranstaltungen aufgerufen, aber auch Dresdens Bürgermeisterin Helma Orosz will sich beteiligen. Die CDU-Politikerin ruft auf, eine Menschenkette zu bilden.
spiegel.de 12.2.10

[Wenn Politiker dazu aufrufen, einer unerwünschten Gruppe die Ausübung eines Grundrechtes (auf Demonstration) unmöglich zu machen, sogar gegen die Entscheidung eines Gerichtes, und den Erfolg auch noch feiern, dann ist es um das Recht schlecht bestellt.]
…..
Hauptziel der Neonazis ist es, Geschichtsrevisionismus zu betreiben. Sie wollen die Kriegsschuldfrage umkehren: Nicht die Deutschen sollen als Verursacher von Tod und Verderben da stehen, sondern die Feinde von einst, Briten, Amerikaner, Franzosen.
spiegel.de 12.2.10

[Und Hauptziel des herrschenden „Mainstreams“ ist es, ebenso verfälschend, die Verantwortung und Schuld für die militärisch sinnlose Vernichtung von Menschen und Kulturgütern in den letzten Kriegsmonaten auch noch auf die Nazis abzuschieben – als ob die Alliierten keine andere Wahl gehabt hätten:]

Der Jahrestag der Zerstörung sei in Dresden traditionell ein „stiller Tag der Trauer“, sagte Orosz. Es müsse aber auch daran erinnert werden, „wer den verdammten Krieg losgetreten hat“. Sie verwies darauf, dass ausgerechnet in der Kunst- und Kulturstadt Dresden bereits im März 1933 eine erste Bücherverbrennung stattgefunden hatte. …
focus.de 13.2.10

Die Alliierten hätten, ohne den nahen „Endsieg“ zu gefährden, auf diese Angriffe verzichten können, genauso wie sie auf die Zerstörung der kulturhistorisch wertvollen Städte wie Hildesheim, Nürnberg, Pforzheim hätten verzichten können. Bei letzterem kam am 23.2.1945 mein Großonkel mit seiner Tochter im Keller des Kaufhauses Luplow ums Leben. Wenige Jahre vorher war er als „Jude“ erniedrigend auf einem Handkarren von einer grölenden Nazihorde durch die Stadt gezogen worden. Auch sein Sohn, der im vorletzten Jahr im Alter von 95 Jahren starb, hatte gewiß keine Sympathien für die Nazis. Eines stand aber für ihn immer fest: Es waren menschenverachtende Terrorangriffe der „angloamerikanischen“ Bomberflotten, die den Tod brachten.

Daß solche klaren Worte heute unterdrückt werden, macht es den Neonazis erst möglich, diese Lücke zu besetzen.

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Sigmar Salzburg
11.02.2010 08.51
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Freidenkerische Unterwerfung

Nicht nur die Kirchen haben sich willig der kultusministeriellen Schreibdiktatur unterworfen, sondern auch ihre erklärt unabhängigen Gegenspieler, die Freidenker, Humanistenverbände u.a.. Auch sie wollen ja für die indoktrinierte Jugend nicht „unleserlich“ schreiben. Dazu werden ebenso rücksichtslos alte Texte umgefälscht, wenn auch nicht fehlerfrei:

Folgen intensiver katholischer Mädchenerziehung

... Als theoretische Grundlage dieser Unterwerfungs-Sozialisation diente unter anderem das im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Werk: „Lebenskunde. Angewandte Ideal-Pädagogik. Handbuch für Erzieher. Herausgegeben von einer Arbeitsgemeinschaft von Jugendseelsorgern“ das in den Jahren 1943 bis 1965 sechs Auflagen hatte. …
Dieses Praxishandbuch für katholische Pädagoginnen und Priester gibt systematische Anleitungen zur Indoktrination von Kindern. Die Kinder sollten dazu angehalten werden, Schweigen zu bewahren: …

Hier eine Maßregelungsvorlage, die Anwendung finden sollte bei einem „Verstoß des Kindes“:

Magda.
Unschickliches, grobes Benehmen.

... Also, ich habe dir schon angedeutet, dass du zu wenig fein seiest für ein Mädchen…. Der Schnee war ja verlockend, gewiß. Aber die Buben fanden es auch verlockend, euch zuzuschauen, wie ihr zwei euch im Schnee gewälzt und eingerieben habt, die Beine in die Höhe gestreckt und so geschrieen habt, dass es auffiel. Weißt du, was eine Frau mir gesagt hat über euer Lachen und Kreischen: Wollüstig war´s!

hpd 8.2.2010

http://hpd.de/node/8772?page=0,0

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Sigmar Salzburg
09.02.2010 10.35
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Falsche Hoffnungen geweckt

Die in klassischer Rechtschreibung berichtende linke Zeitung „junge welt“ meldet:

Drei Geistliche kritisieren Dagdelen
In einem Brief an die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Die Linke) kritisierten drei evangelische Geistliche aus Nordrhein-Westfalen … am Donnerstag, daß die Abgeordnete nach der Rede des israelischen Präsidenten Schimon Peres am 27. Januar im Bundestag sitzen geblieben war....
Sevim Dagdelen antwortete der Pfarrerin und den Pfarrern am Freitag mit folgendem Brief:

Sie wissen, daß es nicht stimmt. Daß ich niemals den Opfern des Holocaust meinen Respekt verweigern würde und dies auch nicht getan habe im Bundestag. Daß ich mich selbstverständlich erhoben habe zu Ehren der Opfer, die dem deutschen Rassenwahn zum Opfer gefallen sind, als der Bundestag am 27. Januar im Beisein von Schimon Peres der Opfer des Nationalsozialismus gedachte. Mich des Antisemitismus zu bezichtigten, ist infam….
jungewelt.de 8.2.10

Leider muß der Leser hier die falsche Hoffnung schöpfen, eine Bundestagsabgeordnete zeige sich ebenso resistent gegenüber den Amtsanmaßungen der Kultusminister wie der Schriftsteller Feridun Zaimoglu mit ähnlichem „Migrationshintergrund“. Die Homepage beweist das Gegenteil:

Sehr geehrte Pfarrerin von Bremen,
sehr geehrter Pfarrer Schöps,
sehr geehrter Pfarrer Wessel,

Sie wissen, dass es nicht stimmt. Dass ich niemals den Opfern des Holocaust meinen Respekt verweigern würde und dies auch nicht getan habe im Bundestag. Dass ich mich selbstverständlich erhoben habe …

Sevim Dagdelen, 05.02.2010

sevimdagdelen.de

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