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Unwichtige Geschichtsfälschungen
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Sigmar Salzburg
14.07.2013 09.33
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Spiegel fälscht weiter

Sex sells, Sexismus auch: Als Alice Schwarzer 1978 mit neun weiteren Klägerinnen das Nachrichtenmagazin „Stern“ wegen frauenfeindlicher Titelbilder vor Gericht brachte, hagelte es Spott und Hohn. Selbst der Richter fiel kurz aus der Rolle ...

Am 26. Juli verkündete Richter Engelschall das Urteil: Die Klage wurde abgewiesen.

In der Urteilsbegründung schien der Richter das zu bedauern: „Es tut uns fast leid, dass Sie nicht gewonnen haben.“ [ Nicht „es tut uns fast Leid, dass ...?]

einestages.spiegel.de 12.7.2013

Natürlich hat der Richter geschrieben: „Es tut uns fast leid, daß Sie nicht gewonnen haben“. Obwohl alles Reden aus Schriftstücken und der damaligen Presse zitiert wird, wird doch der Eindruck vermittelt, es würde eine heute gehörte wörtliche Rede wiedergegeben. Nur manchmal läßt es sich nicht vermeiden, auf ein Dokument hinzuweisen, um es dann trotzdem wieder zu verfälschen.

Die Leser sollen eben nicht darauf gestoßen werden, daß wir bis 1996 eine hervorragend funktionierende einheitliche Orthographie hatten, die dann durch die irrren, von allen guten Geistern verlassenen Kultusminister im Komplott mit den unterwürfigen Medien zerstört wurde – woran der Spiegel ausgiebig beteiligt war.

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Sigmar Salzburg
08.07.2013 15.18
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Der Große Bruder ändert mit

Überwachung von Rudi Dutschke
... Ob sie Dutschke denn kenne? Nee, nur aus der Presse. Aber Frau Schultz hielt das Attentat für ein „schreckliches Unglück“. Der Dutschke tue ihr "sehr leid" ...
Stolz vermerkten die Ermittler, sie hätten eine „nochmalige in Aussicht gestellte spätere Spende dahingehend manipuliert, dass es ihm (Dutschke – d. Red.) jetzt gut gehe“. Frau Schultz habe das als „beruhigend“ empfunden. Noch beim Abschied glaubte sie, echte Freunde von Rudi stünden vor ihr. Die Geschichte vom Besuch bei der alten Dame findet sich in den Rudi-Dutschke-Akten, die das Bundesamt für Verfassungsschutz auf Antrag des SPIEGEL nun freigegeben hat.
spiegel.de 8.7.2013

Anscheinend hat der Verfassungsschutz schon 1971 die Reformschreibung verwendet, um Schüler und linientreue Bürger nicht zu verunsichern. Der scharfsichtige Orthographiehistoriker erkennt, daß die Schlapphüte bereits die Zeit nach 2006 im Blick hatten.

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glasreiniger
02.07.2013 10.30
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SpOn wieder mit einer Verfälschung

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/spiegel-widmet-1989-der-nsa-seine-titelgeschichte-a-908858.html

...
Dass […] auf deutschem Boden, offenbar mit Wissen und Billigung der Bundesregierung jeder Piepser abgehört wird, gilt zumindest unter amerikanischen Geheimdienstexperten als sicher. […]

Anmerkung: Dieser Text ist exakt im vorliegenden Wortlaut am 20. Februar 1989 im SPIEGEL erschienen. Es wurden lediglich einige Passagen gekürzt.

Der zitierte Text im Spiegelarchiv ist nicht auf Pseudo-Heyse umgestellt.

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Sigmar Salzburg
27.06.2013 08.14
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Historische Zeitung dummformiert ...

... eine bemerkenswert unsinnige Reform-Unterwürfigkeit.
Über Wikipedia kann man zur dieser Seite kommen:


„Schlesische privilegierte Zeitung“
________________________________________
Die 16-seitige Originalzeitung vom 20. März 1813 wurde in einer Frakturschrift gesetzt. Solche Schriften können heute jedoch nur wenige mühelos lesen. Deshalb finden Sie hier eine digitale Neuausgabe (PDF-Format) mit einer klassischen Lateinschrift. Der Neusatz hat einen Umfang von 17 Seiten.

Eine Fülle an Informationen aus einer Zeit von vor fast 200 Jahren macht das Lesen der „Schlesischen privilegierten Zeitung“ speziell für historisch Interessierte sowie für Journalisten zu einer interessanten Lektüre.

Was mir als Siebenjährigem mühelos gelang – das unvorbereitete Lesen der Fraktur – ist heute anscheinend selbst Erwachsenen nicht mehr zuzumuten. Aber nicht nur das: Auch die originalgetreue Adelungsche ß-Schreibung, wie sie auch heute noch ein Zeichen von Kultur ist, darf den Lesern nicht mehr unter die Augen kommen. Sie wird durch die „leichter leserliche“ reformierte ss-Afferei ersetzt – eine irritierende Gechichtsfälschung. Der ersten Seite der genannten Ausgabe sind die faksimilierten Kopfzeilen vorgesetzt:

Schlesische priviligirte Zeitung
No. 34. Sonnabends den 28. März 1830.
Se. Majestät dr König haben mit Sr. Majestät dem Kaiser aller Reußen ein Off- und Defensivbündniß abgeschlossen

An Mein Volk

Es folgt die Übertragung in Antiqua mit gefälschten ss, aber originaler majestätischer und sonstiger Großschreibung, so daß man wieder nicht auf die Originalgestalt des Textes rückschließen kann:

So wenig für Mein treues Volk als für Deutsche bedarf es einer Rechenschaft über die Ursachen des Krieges, welcher jetzt beginnt. Klar liegen sie dem unverblendeten Europa vor Augen
.
Wir erlagen unter der Übermacht Frankreichs. Der Frieden, der die Hälfte Meiner Untertanen Mir entriss, gab uns seine Segnungen nicht; denn er schlug uns tiefere Wunden, als selbst der Krieg. Das Mark des Landes ward ausgesogen, die Hauptfestungen blieben vom Feinde besetzt, der Ackerbau ward gelähmt, so wie der sonst so hoch gebrachte Kunstfleiß unserer Städte. Die Freiheit des Handels ward gehemmt und dadurch die Quelle des Erwerbs und des Wohlstands verstopft. Das Land ward ein Raub der Verarmung.

Durch die strengste Erfüllung eingegangener Verbindlichkeiten hoffte Ich Meinem Volke Erleichterung zu bereiten und den französischen Kaiser endlich zu überzeugen, dass es sein eigener Vorteil sei, Preußen seine Unabhängigkeit zu lassen. Aber Meine reinsten Absichten wurden durch Übermut und Treulosigkeit vereitelt, und nur zu deutlich sahen wir, dass des Kaiser Verträge mehr noch wie seine Kriege uns langsam verderben mussten. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wo alle Täuschung über unseren Zustand aufhört.


Raether-Buch.de
Stand: März 2013
Die vorliegenden Seiten mit lateinischer Schrift entsprechen proportional und layoutmäßig weitgehend der Originalzeitung.
Bei der Umsetzung der Zeitung in die aktuelle Form wurden einige wenige inhaltliche Änderungen vorgenommen.
Und soweit es den heutigen Lesegewohnheiten entgegenkommt, kamen in begrenztem Umfange jetzt gültige Rechtschreibregeln zur Anwendung

http://www.raether-buch.de/PDF_Dateien/SZ_1813.pdf

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Sigmar Salzburg
05.06.2013 06.58
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Zehn Jahre nach Selbstmord

Rätselhafter Brief von FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann aufgetaucht
… An seinen Freund Kubicki gerichtet schreibt Möllemann: „Ich danke Dir sehr, mein Freund, dass Du – wenn nötig Carola und den Töchtern bei der Bewältigung der wirtschaftlichen/rechtlichen Fragen zu helfen.“...
„Meine innere Unruhe, über die ich Dir berichtet habe, veranlasst mich, Dir für den angesprochenen Fall vertraulich folgendes zu schreiben.“

focus.de 5.6.2013

Wie ein Fakisimile-Ausschnitt bei BILD zeigt, schrieb Möllemann damals aber keineswegs schon in KuMist-ss-Deutsch:
bild.de ... bild.de 5.6.2013Zu einer weiteren Focus-Fälschung siehe hier.

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Sigmar Salzburg
02.05.2013 08.24
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EinesTagesSpiegel „erleichtert“ wieder

Unter dem orthographisch gefälschten Zitat
„Liebe Sachbearbeiterin! Was machen Sie heute Abend?“
bringt „EinesTages“ wieder „lesbar“ gemachte Schreiben skurrilen Inhalts an die ZVS (Zentrale Studienplatzvergabe).
Natürlich hat der Bewerber in seinem
Unmoralischen Angebot: Bewerbung von 1999 an die ZVS“ geschrieben:

„Hallo liebe Sachbearbeiterin! Was machen Sie heute abend?“ wie aus dem nebenstehenden Bild hervorgeht.

einestages.spiegel.de 30.4.2013

Auch sonst nimmt die Redaktion die Aufgabe ernst, die herkömmliche, immer noch verbreitete Rechtschreibung in die „erleichternde“ Kultusministerschreibe zu übersetzen:

Muttis Weckdienst: Ein ärztliches Attest begründet 1991, warum ein Augsburger nur in seinem Heimatort studieren kann.

„Bei Herrn B. liegt eine linksseitige Ertaubung vor. Da er gewohnheitsmäßig auf dem rechten Ohr schlafe, sei er darauf angewiesen, dass ihn jemand am Morgen weckt. Automatische Weckanlagen werden von ihm wegen der linkseitigen Ertaubung nicht gehört. Diese Angabe ist sicherlich schlüssig, da Schlafgewohnheiten nur schwer zu ändern sind.“

Bloß nicht in fremden Betten! Brief aus Mühlheim 1998

„Bitte berücksichtigen Sie auch, dass ich aus psychosomatischen Gründen nicht in fremden Betten schlafen kann. Bei einer nächtlichen Unterbringung in fremden Betten würde ich zu stark abgelenkt und somit mein Studium gefährden.“

Verflogener Zorn: Brief von 1984 aus Bayreuth

„Anfangs war ich ganz schön stinkig, dass ihr mich nach Bayreuth geschickt habt, aber ich habe hier einen gaaanz tollen Freund gefunden. Wir sind sehr glücklich, dass wir uns getroffen haben. Dafür wollte ich euch bloß mal danke sagen, und dass ich nicht mehr sauer bin.“

Glücklich in Paderborn: Postkarte von 1981

„Liebe ZVS,

erst jetzt können wir ermessen, wie weise und klug die ZVS bei der Vergabe von Studienplätzen vorgeht. Euch verdanken wir unser Glück. Gruß und Kuss von einem Liebespaar,

Willy und Barbara“

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Sigmar Salzburg
18.04.2013 06.26
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Liebes Tagebuch

„Spiegel Eines Tages“ setzt die Serie der orthographisch gefälschten Auszüge aus Tagebüchern junger Leute der 80er-Jahre fort. Eigentlich wäre zu erwarten, daß man die übliche Rechtschreibung als Zeitkolorit stehen läßt, zumal das Verfassungsgericht festgestellt hatte, daß Nachteile dadurch „nicht zu besorgen“ seien. Daß dem nicht gefolgt wird, zeigt die finstere Absicht. Man will, wie bei Orwells 1984, die bessere Vergangenheit vergessen machen:

„Wenn er doch wüsste...“: Die 16-jährige Marion schrieb 1988 in ihrem Tagebuch,...

In Folge zwei: ein Teenie-Schicksal aus den Achtzigern.

1. Januar 1988
Prost Neujahr. Fuck Neujahr.
Fängt ja schon saugut an. Tolle, deprimierende Party, und dann Eltern, die einen zusammenscheißen. Merken nicht, dass ich halb zu bin und legen jedes Wort auf die Goldwaage.

6. Januar 1988
Sandra hat mir heute die ganzen Platten gebracht (ca. 20). Ich habe sechseinhalb Stunden überspielt, und dabei drei Kassetten fertig gestellt: Eine Ärzte und 2 Bowie. Mords Arbeit!
[…]

16. Juni 1988
Heute sind wir mit dem „Bock“-Layout [Layout der Schülerzeitung] fertig geworden – SUPER!! Uli war auch 3 Mal kurz da, um was zu kopieren. …

19. Juni 1988
Ich bin richtig aufgebaut, weil der Christian so hergeschaut hat. Das nächste Mal muss ich Tschüss zu ihm sagen.

Oh Christian, könnte ich nur mal mit dir reden! Heute war ich so nah dran. Die Kontaktlinsen verbessern wahnsinnig das Selbstbewusstsein, ist schon toll. … Ich muss mal wieder meinen Matrosenanzug anziehen, fällt mir gerade ein. Vielleicht morgen?

3. Juli 1988
Ohje, gestern Abend waren wir im K5, da kam Uli ... Vom Geistigen her ist er der absolute Arsch. Hasst Ökos, zertrampelt Naturschutzgebiete, ist anscheinend auch noch überzeugter Katholik (Kloster etc.) …
[usw.]

Ella Carina Werner / Nadine Wedel: „Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen: Das Beste aus wieder ausgegrabenen Jugend-Tagebüchern“. Fischer Schwerz Verlag, März 2013.

einestages.spiegel.de 17.4.2013

Siehe auch hier

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Sigmar Salzburg
11.04.2013 17.10
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Hitler-Tagebücher: Die Fälschung der Fälschung

Focus „dokumentiert“:
Dass der „Stern“ auf die angeblichen Hitler-Tagebücher Konrad Kujas hereinfiel – es wirkt bis heute unglaublich. Filme wie „Schtonk“ oder die gerade ausgestrahlte ZDF-Dokumentation „Die Jahrhundertfälschung“ geben Einblick in den größten Skandal der deutschen Mediengeschichte, doch das Staunen bleibt.

[Nein, der größte Skandal war die „Rechtschreibreform“ dreizehn Jahre später. Nur machen dort schon zu viele Leute mit, als daß es noch zu einem befreienden Gelächter kommen könnte. Dafür erleben wir jetzt die Fälschung der Fälschung: Hat Konrad Kujau das von Klein-Adolf in Österreich möglicherweise noch gelernte und erst 1996 wieder exhumierte Heyse-ss-System angewandt?]

Gut verschlossen liegen die gefälschten Hitler-Tagebücher bis heute im Safe. Aber das, was an Inhalt vom „Stern“ veröffentlicht oder anderweitig bekannt wurde, ist absurd genug. FOCUS Online dokumentiert unglaubliche Zitate des vermeintlichen Führers…

„Es geht nicht, dass unsere Wirtschaft durch einige Hitzköpfe Millionen und aber Millionen Werte vernichtet werden allein schon an Glas ... Sind diese Leute denn verrückt geworden? Was soll das Ausland dazu sagen? Werde sofort die nötigen Befehle herausgeben.“ (angesichts der „Reichskristallnacht“ vom 8. auf den 9. November 1938)

„Der kleine Goebbels macht schon wieder Geschichten mit Frauen. Werde in den nächsten Tagen einen geheimen Erlass herausgeben, dass ich von meinen engsten Mitarbeitern und Parteiführern im Reich keinerlei Affären mehr wünsche.“ ...

Das Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 fand der „Führer“ angeblich lustig („Ha, ha, daß ich nicht lache“), …

„Was verschweigen mir meine Ärzte? Kann ich diesen Leuten überhaupt noch trauen? Bin total zerstochen von den vielen Spritzen. Bin ich vielleicht … unheilbar krank?“

„Viel Leid hatte E. durchzustehen. Wie mir die Ärzte am 30. mitteilten, war es nur eine Schein-Schwangerschaft. E. aber glaubt an einen Abortus. Gerade nun, da ich wirklich keine Zeit, die diese junge Frau nun brauchte, habe, muss ich sie so allein lassen.“

„Morgens um 6 Uhr gründliche Untersuchung. Mache den Ärzten große Vorwürfe, weil meine Schmerzen immer größer werden. Nun habe ich schon Schmerzen im Gedärm.“
„Die übermenschlichen Anstrengungen der letzten Zeit verursachen mir Blähungen im Darmbereich und Eva sagt, ich habe Mundgeruch.“ (dieses Zitat wurde berühmt durch eine Szene in „Schtonk“)

focus.de 10.4.2013

Zum letzten: Kujau hat die Erinnerungen von Hitlers Sekretärin Schroeder gut gelesen. Die schrieb, daß er zuletzt Mundgeruch hatte.
„Schtonk“ ist ein deutschklingendes Phantasiewort aus dem Munde von Chaplins „Großem Diktator“.

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Sigmar Salzburg
21.03.2013 09.48
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Vergangenheitsvergewaltigung per ‚Demokratieabgabe‘

Auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen und Medien wurde die ZDF-Serie „Unsere Mütter, unsere Väter“ vor und nach der Ausstrahlung als der künftige Maßstab für die Zeitgeschichte abgefeiert…

Jene systematischen Vergewaltigungsorgien, mit denen der Krieg in Berlin 1945 endete und vor denen die Opfer noch jahrelang „nachzitterten“ wie Bert Brecht in sein Tagebuch schrieb, verhöhnt der Regisseur mit dem Auftritt eines weiblichen Sowjetoffiziers. Offenkundig frisch aus dem Friseursalon kommend, stoppt die Brünette die Vergewaltigung – man sei schließlich als Befreier unterwegs. Dann wird das Beinahe-Opfer noch für den Wiederaufbau rekrutiert, während der Westen – kleiner Fußtritt aus der Ära des realsozialistischen Films – dafür den rechtzeitig gewendeten SS-Chargen einsetzt…

Es ist Teil einer umfassend per „Demokratieabgabe“ subventionierten politischen Bildung. Umgehend führte das ZDF eine Schulklasse vor, die den Film aktuell ansehen mußte… jungefreiheit.de 21.3.2013

Die Mädchen meiner polnischen Verwandten in Schlesien mußten sich zwei Wochen lang in Scheunen und Heuschobern verstecken, um der Vergewaltigungsorgie ihrer sowjetischen Befreier zu entgehen.Siehe auch hier .

Kriegsgräuel 1945 – Erstmals geben russische Geheimarchive preis, wie deutsche Frauen von Rotarmisten misshandelt wurden…
Der Politoffizier eines Panzerregiments wird nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 damit prahlen, dass die Rote Armee in Deutschland „zwei Millionen Kinder hinterlassen“ habe. Abendblatt 12.8.2002

Der Rundfunkbeitrag passt gut in dieses Land. Er ist genau genommen eine „Demokratie-Abgabe“. Ein Beitrag für die Funktionsfähigkeit unseres Staatswesens und unserer Gesellschaft. Demokratie fußt auf der Urteils- und Entscheidungsfähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger.
(Jörg Schönenborn, WDR-Chefredakteur Fernsehen ARD 27.12.2012)

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Sigmar Salzburg
14.03.2013 14.39
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Liebes [gefälschtes] Tagebuch

Als Teenager begann Nadine Finsterbusch, ihre Gedanken in dieses „The Real Ghostbusters“-Notizbuch zu schreiben.
einestages präsentiert historische Tagebuchaufzeichnungen. In Folge eins: ein Teenie-Schicksal aus den Neunzigern.

18. Oktober 1993
Heute war der erste Schultag nach einer Woche Herbstferien. Grauenhaft. … Ich hab zu nichts Lust, kapier schulisch nichts, habe eine vier in Deutsch ...

[Zum Glück ändert sich das, denn durch höhere Inspiration werden Nadine schon zwei Jahre vor dem Politikerbeschluß die wunderbar erleichternden Regeln der Reformschreibung vermittelt:] …

17. Januar 1994
Von Tag zu Tag wird mir klar, dass das mit Mark Owen nie wahr werden wird. Schade…

[Das leichtere „kennen lernen“ hatte die höhere Eingebung noch unterschlagen:]

23. Februar 1994
Heute ist ein Tag wie alle Tage: scheiße. Und ich bin schon wieder am Denken. Einen süßen Jungen kennenlernen und mit ihm nach England ziehen…

[Aber die Prophetie, wie Thomas Gottschalks „Wetten daß …?“ in sechs Jahren aussehen wird, ist beeindruckend:]

22. März 1994
… Als Mark bei „Wetten, dass...?“ war, wollte ich eigentlich in den Fernseher springen…

[Die bis 2006 schulisch vorgeschriebene große Recht-Haberei fehlt noch:]

11. April 1994
Ich glaub, langsam bin ich richtig verknallt in Mark... Aber die Presse hat recht: er ist der kleinste, aber der Gößte.

[Daß ein Kuß kein Kuß bleiben würde, war für Normalbürger nicht vorauszusehen, aber er wird auf diese neue Weise ja ungemein vereinfacht!]

29. Juni 1994
… In England gehen wir zu einem Ball. Mark sagt „Jeder braucht eine Begleitung, geh mit mir hin.“ Als ich mich gerade fertig mache, kommt er zu mir in den Raum und wir unterhalten uns und plötzlich küsst er mich. Ich bin völlig durcheinander, doch er drückt mich sanft an sich und küsst mich und dieser Kuss könnte später einen Preis bei den MTV Movie Awards bekommen…

[Die ungewöhnlich hellsichtig vorausgenommene Reformschreibung hat aber nun doch nichts genützt. Nadine ist trotz neurichtiger Schreibungen sitzengeblieben.]

05. September 1995
… Ich bin ja auch sitzen geblieben und da hat sich einfach noch mehr verändert. 16 bin ich auch noch geworden. Seitdem geht alles den Bach runter…

[Da hatten sich doch Heide Simonis und Konsorten erst im Oktober 'bis in die tiefsten Details' mit der Reform beschäftigt und waren zu dem Ergebnis gekommen, 'daß wir dem so nicht zustimmen können' und sich schließlich im Dezember 95 überzeugt: „Die Neuerungen dienen jetzt wirklich der Erleichterung." – Das war natürlich zu spät für Nadine.]

Zum Weiterlesen:

Ella Carina Werner / Nadine Wedel: „Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen: Das Beste aus wieder ausgegrabenen Jugend-Tagebüchern“. Fischer Schwerz Verlag, März 2013.

spiegel.de 14.3.2013

Spiegel EinesTages bringt auch das Foto einer Tagebuchseite – in aller Bescheidenheit natürlich ohne verfängliche „ß“, aus denen der Leser hätte erkennen können, wie sehr der Verlag keine Mühen gescheut hat, ihm das Lesen zu erleichtern.

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Sigmar Salzburg
24.02.2013 11.23
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Erich Loest

* 24. Februar 1926 in Mittweida/Sachsen; deutscher Schriftsteller

… Er darf 1981 die DDR verlassen und siedelt in die Bundesrepublik über.
Dort erschien dann auch seine Autobiographie „Durch die Erde ein Riss“…

hpd.de 24.2.2013

Nach Wikipedia:
Durch die Erde ein Riß,
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1981;
als Taschenbuch: dtv, München 1990.


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Sigmar Salzburg
24.02.2013 05.16
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Es geht auch anders bei Spiegel Online EinesTages:

Marc von Lüpke zitiert richtig:

Ein Lexikoneintrag aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hielt fest, „daß das Schlachten dieses klugen und edlen Thieres das Gefühl beleidigt“.

Er meidet aber auch die groteske neue Großschreibung:

Die Berliner Tierschützer waren nicht die ersten, die den Deutschen das Pferdefleisch schmackhaft machen wollten …

…und erläutert die …

… etwas verschrobene Idee dahinter: Manch armer Gaul fristete als Zug- und Lasttier ein erbärmliches Leben. Da wäre es nur gnädig, wenn ihm ein schneller Tod vergönnt wäre – in der Schlachterei, verarbeitet zu Wurst und Schinken.

einestages.spiegel.de 22.2.2013

Daß in dieser Spiegel-Rubrik nicht selten falsche Zitate auftauchen, liegt auch daran, daß dort vielfach Auszüge aus Büchern gebracht werden, deren Verleger oder Verfasser ähnlich wie Guido Knopp die orthographische Angepaßtheit der wissenschaftlichen Exaktheit vorziehen.

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Sigmar Salzburg
20.02.2013 16.44
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Rolf Hochhuths Papst-Drama

Die Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Vergangenheit, erst Recht die mit der Rolle der Kirche im Nationalsozialismus und ihrem Verhältnis zum Antisemitismus standen damals noch ganz am Anfang. Mit seiner effektvollen Mischung aus Phantasie und historischen Fakten hatte sich der junge Dichter Hochhuth leicht angreifbar gemacht. „Allzuoft erwies sich“, so konstatierte 1964 DER SPIEGEL, "dass dem Ankläger historiographisch einwandfreie Unterlagen fehlten, mit denen er seine Thesen belegen konnte“… einestages.spiegel.de 20.2.2013

Allzuoft erwies sich, daß dem Ankläger historiographisch einwandfreie Unterlagen fehlten … ( spiegel.de 18.11.1964)

Alles halber Kram: Wenn „dass“, dann auch die neue Pflichtschreibung „allzu oft“!

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Sigmar Salzburg
12.02.2013 13.40
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Quellen von 1948 in Reformdeutsch von 1998?

Der Sündenfall des Nazi-Pfarrers

Die Autorin Dr. Dagmar Pöpping arbeitet als Historikerin in Berlin und München. Ihr wissenschaftlicher Aufsatz zum Thema mit dem Titel „Zwischen Kriegsverbrechen und Pfarramt. Walter Hoff und die evangelische Kirche“ erscheint im März 2013 in der „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“...

Beichte ohne Folgen: Ende der sechziger Jahre verdächtigten Ermittler einen Pastor, an der Ermordung Hunderter Juden beteiligt gewesen zu sein. Bewiesen werden konnte ihm die Tat nicht. Nun kam heraus, dass der Kirche sogar ein Geständnis vorlag – und er dennoch als Geistlicher arbeiten durfte. Von Dagmar Pöpping und Solveig Grothe ...

Der bemerkenswerte Halbsatz stand in einem Brief, im vierten Absatz. Der Probst zu Berlin, Konsistorialrat Dr. Walter Hoff, hatte seinem Berliner Amtskollegen Oberkonsistorialrat Fichtner am 29. September 1943 mitgeteilt, dass er „in Sowjetrussland eine erhebliche Anzahl von Juden, nämlich viele Hunderte, habe liquidieren helfen“…
Damals war die reine ss-Schreibweise verbreitet.
Nach Berlin gekommen war Hoff 1930. Zuvor hatte der Pastor acht Jahre lang in der schleswig-holsteinischen Gemeinde Rellingen gedient und sich dort unter anderem juristisch gegen die Behauptung zu wehren versucht, Vater eines unehelichen Kindes zu sein. Seine Bewerbung auf die vakante Pfarrstelle der Luisengemeinde in Berlin-Charlottenburg schließlich hatte Erfolg…

Im Februar 1948 eröffnete das Berliner Konsistorium das Disziplinarverfahren gegen Hoff. Er wurde beschuldigt, "dass er in Berlin und während seiner Verwendung im Felde seit dem Jahre 1934 kirchliche und andere Amtsträger unter politischen und kirchenpolitischen Gesichtspunkten angegriffen und verfolgt hat und außerdem gegen sonstige Personen in nicht entschuldbarer Weise vorgegangen ist“. Das genügte für einen Rauswurf…
Aber hier haben wir sie: Das Nebeneinander von ss und ß zeigt die 1996er reformierte Heyse-Schreibweise an, deren Verwendung 1948 äußerst unwahrscheinlich war.
Bemerkenswerterweise hieß es in der Urteilsbegründung bezüglich Hoffs Bekenntnis zum Massenmord: „Gleichwohl hat die Disziplinarkammer zum Mindesten [?] als glaubhaft unterstellt, dass jene Angaben über Judentötungen nicht den Tatsachen entsprechen, sondern eine politische Zwecklüge waren.“

einestages.spiegel.de 12.3.2013
Wieder werden wir darauf gestoßen, daß in der heutigen Nachreformzeit allen Textzitaten in den Medien mit äußerstem Mißtrauen zu begegnen ist.

Etwas Persönliches habe ich auch erfahren: Den Namen und Charakter des Pastors in Rellingen, der bei meiner Mutter zwischen ihrem achten und sechzehnten Lebensjahr den Entschluß zum Kirchenaustritt hat reifen lassen.

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Sigmar Salzburg
07.02.2013 13.08
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Heute – die Ssstasi im Kopf

DDR-Bürger Hartwig Köhler … war Inoffizieller Stasi-Mitarbeiter (IM), Deckname: „Harty“… Er brachte den Karneval auf SED-Linie.
Dabei hatte der Spitzel viel zu tun. Denn Gegner der Arbeiter- und Bauernmacht witterte die Stasi überall: Jede Büttenrede, jeder Gesangsbeitrag, jedes Wagenbild des Umzugs könne vom Feind für „Störungen der staatlichen Sicherheit und öffentlichen Ordnung missbraucht werden“, notierte die Meininger Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) 1986 in einer Dienstanweisung.

einestages.spiegel.de 7.2.2013

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