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Unwichtige Geschichtsfälschungen
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Sigmar Salzburg
24.02.2013 05.16
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Es geht auch anders bei Spiegel Online EinesTages:

Marc von Lüpke zitiert richtig:

Ein Lexikoneintrag aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hielt fest, „daß das Schlachten dieses klugen und edlen Thieres das Gefühl beleidigt“.

Er meidet aber auch die groteske neue Großschreibung:

Die Berliner Tierschützer waren nicht die ersten, die den Deutschen das Pferdefleisch schmackhaft machen wollten …

…und erläutert die …

… etwas verschrobene Idee dahinter: Manch armer Gaul fristete als Zug- und Lasttier ein erbärmliches Leben. Da wäre es nur gnädig, wenn ihm ein schneller Tod vergönnt wäre – in der Schlachterei, verarbeitet zu Wurst und Schinken.

einestages.spiegel.de 22.2.2013

Daß in dieser Spiegel-Rubrik nicht selten falsche Zitate auftauchen, liegt auch daran, daß dort vielfach Auszüge aus Büchern gebracht werden, deren Verleger oder Verfasser ähnlich wie Guido Knopp die orthographische Angepaßtheit der wissenschaftlichen Exaktheit vorziehen.

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Sigmar Salzburg
20.02.2013 16.44
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Rolf Hochhuths Papst-Drama

Die Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Vergangenheit, erst Recht die mit der Rolle der Kirche im Nationalsozialismus und ihrem Verhältnis zum Antisemitismus standen damals noch ganz am Anfang. Mit seiner effektvollen Mischung aus Phantasie und historischen Fakten hatte sich der junge Dichter Hochhuth leicht angreifbar gemacht. „Allzuoft erwies sich“, so konstatierte 1964 DER SPIEGEL, "dass dem Ankläger historiographisch einwandfreie Unterlagen fehlten, mit denen er seine Thesen belegen konnte“… einestages.spiegel.de 20.2.2013

Allzuoft erwies sich, daß dem Ankläger historiographisch einwandfreie Unterlagen fehlten … ( spiegel.de 18.11.1964)

Alles halber Kram: Wenn „dass“, dann auch die neue Pflichtschreibung „allzu oft“!

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Sigmar Salzburg
12.02.2013 13.40
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Quellen von 1948 in Reformdeutsch von 1998?

Der Sündenfall des Nazi-Pfarrers

Die Autorin Dr. Dagmar Pöpping arbeitet als Historikerin in Berlin und München. Ihr wissenschaftlicher Aufsatz zum Thema mit dem Titel „Zwischen Kriegsverbrechen und Pfarramt. Walter Hoff und die evangelische Kirche“ erscheint im März 2013 in der „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“...

Beichte ohne Folgen: Ende der sechziger Jahre verdächtigten Ermittler einen Pastor, an der Ermordung Hunderter Juden beteiligt gewesen zu sein. Bewiesen werden konnte ihm die Tat nicht. Nun kam heraus, dass der Kirche sogar ein Geständnis vorlag – und er dennoch als Geistlicher arbeiten durfte. Von Dagmar Pöpping und Solveig Grothe ...

Der bemerkenswerte Halbsatz stand in einem Brief, im vierten Absatz. Der Probst zu Berlin, Konsistorialrat Dr. Walter Hoff, hatte seinem Berliner Amtskollegen Oberkonsistorialrat Fichtner am 29. September 1943 mitgeteilt, dass er „in Sowjetrussland eine erhebliche Anzahl von Juden, nämlich viele Hunderte, habe liquidieren helfen“…
Damals war die reine ss-Schreibweise verbreitet.
Nach Berlin gekommen war Hoff 1930. Zuvor hatte der Pastor acht Jahre lang in der schleswig-holsteinischen Gemeinde Rellingen gedient und sich dort unter anderem juristisch gegen die Behauptung zu wehren versucht, Vater eines unehelichen Kindes zu sein. Seine Bewerbung auf die vakante Pfarrstelle der Luisengemeinde in Berlin-Charlottenburg schließlich hatte Erfolg…

Im Februar 1948 eröffnete das Berliner Konsistorium das Disziplinarverfahren gegen Hoff. Er wurde beschuldigt, "dass er in Berlin und während seiner Verwendung im Felde seit dem Jahre 1934 kirchliche und andere Amtsträger unter politischen und kirchenpolitischen Gesichtspunkten angegriffen und verfolgt hat und außerdem gegen sonstige Personen in nicht entschuldbarer Weise vorgegangen ist“. Das genügte für einen Rauswurf…
Aber hier haben wir sie: Das Nebeneinander von ss und ß zeigt die 1996er reformierte Heyse-Schreibweise an, deren Verwendung 1948 äußerst unwahrscheinlich war.
Bemerkenswerterweise hieß es in der Urteilsbegründung bezüglich Hoffs Bekenntnis zum Massenmord: „Gleichwohl hat die Disziplinarkammer zum Mindesten [?] als glaubhaft unterstellt, dass jene Angaben über Judentötungen nicht den Tatsachen entsprechen, sondern eine politische Zwecklüge waren.“

einestages.spiegel.de 12.3.2013
Wieder werden wir darauf gestoßen, daß in der heutigen Nachreformzeit allen Textzitaten in den Medien mit äußerstem Mißtrauen zu begegnen ist.

Etwas Persönliches habe ich auch erfahren: Den Namen und Charakter des Pastors in Rellingen, der bei meiner Mutter zwischen ihrem achten und sechzehnten Lebensjahr den Entschluß zum Kirchenaustritt hat reifen lassen.

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Sigmar Salzburg
07.02.2013 13.08
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Heute – die Ssstasi im Kopf

DDR-Bürger Hartwig Köhler … war Inoffizieller Stasi-Mitarbeiter (IM), Deckname: „Harty“… Er brachte den Karneval auf SED-Linie.
Dabei hatte der Spitzel viel zu tun. Denn Gegner der Arbeiter- und Bauernmacht witterte die Stasi überall: Jede Büttenrede, jeder Gesangsbeitrag, jedes Wagenbild des Umzugs könne vom Feind für „Störungen der staatlichen Sicherheit und öffentlichen Ordnung missbraucht werden“, notierte die Meininger Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) 1986 in einer Dienstanweisung.

einestages.spiegel.de 7.2.2013

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Sigmar Salzburg
31.01.2013 14.23
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Verleugnung der Vergangenheit

Im Nachkriegs-Deutschland kämpfte Philipp Auerbach wie kein zweiter für die Entschädigung von NS-Opfern. Politiker und Medien beschimpften ihn …

Der verteidigte in einem Gastbeitrag im SPIEGEL 1947 seine Forderungen: „Während wir im Kampf um unsere Idee gegen den Hitler-Terror kämpften und unser Leben aufs Spiel setzten, misshandelt, verkrüppelt und tyrannisiert wurden, haben große Teile von ihnen in Ruhe ihrer Beschäftigung nachgehen können oder sogar in Amt und Würden gestanden und von dem System Nutzen gezogen, das wir bekämpften. Sie hatten[,] bis die Bomben einschlugen, ihre Wohnung, ihr Heim.“

einestages.spiegel.de 31.1.2013

Die ss mußten sein – das im Spiegel-Scan verschluckte Komma wurde aber nicht nachgetragen.

Was wollen die Zitierer damit erreichen, daß sie den originalen Text verfälschen, obwohl das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, daß bei Verwendung des Originals „Nachteile nicht zu besorgen“ seien? Hier ist es archiviert:

Spiegel 18.10.1947

Wie gut, daß den Neuschreibern nicht dieser Satz in die Hände gefallen ist:
„An Euch wird wiedergutgemacht, was einst schlechtgemacht wurde.“

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Sigmar Salzburg
26.01.2013 09.36
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‚Unsre‘ Geschichte?

Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hat zum Holocaust-Gedenktag am Sonntag dazu aufgerufen, Migranten beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus stärker zu beteiligen... «Wir müssen sie für das dunkelste Kapitel unserer Geschichte sensibilisieren», sagte Öney am Freitag in Stuttgart.

tagblatt.de 25.1.2013

Obwohl sich Mozart als Deutscher bezeichnet hat, beschwerten sich vor ein paar Jahren die Österreicher: „Die Deutschen wollen uns unseren Mozart wegnehmen!“ Der geborene Österreicher Hitler aber sollte Deutscher bleiben. Jetzt annektiert die in der Türkei Geborene ‚unsrere‘ Geschichte mitsamt unseren Vorfahren. Will sie sich nun mit uns gemeinsam für unsere Eltern oder Großeltern schämen, daß die Hitler nicht verhindert haben?

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Sigmar Salzburg
25.01.2013 04.45
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Wohl kaum …

Karl-Heinz Köpcke – von 1955 bis 1987

Mister Tagesschau und Sexromanautor: Michael Jackson ist der unbestrittene King of Pop, Karl-Heinz Köpke der „Mister Tagesschau“. 28 Jahre lang, war dieser Mann gern gesehener Gast in den Wohnzimmern der Nation...

Unter Köpcke, der von 1964 bis 1987 erster Chefsprecher der „Tagesschau“ war, wurden auch die Regeln festgelegt. So schrieb er ins Benimmbuch der Sprecher: „Freundlich sein, aber kein Sonnyboy, ernst sein, dem Text, der ja kaum lustig ist, angepasst, aber nicht finster.“

einestages.spiegel.de 24.1.2013

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Sigmar Salzburg
09.01.2013 06.44
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‚Dass‘ oder ‚daß‘?

Der „Spiegel“ über die Arte-Sendung:
„Hindenburg“

Hitlers wissender Vollstrecker
… Dass er dabei trotz seines Alters keineswegs senil war, zeigt ein Film auf Arte – klug, kurzweilig und erstaunlich leichtfüßig.
… Als er im Sommer 1934 im Alter von 86 Jahren starb, hinterließ er ein politisches Testament, dessen Echtheit immer wieder in Frage gestellt wurde, auf das sich der Regisseur Weinert und der Historiker Pyta nun aber ohne Zweifel beziehen: „Ich scheide von meinem deutschen Volk in der Hoffnung, dass das, was ich im Jahre 1919 ersehnte und was in langsamer Reife zu dem 30. Januar 1933 führte“, schreibt Hindenburg dort in Anspielung aufs Datum der Machtergreifung Hitlers, „zu voller Erfüllung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes reifen wird.“ Das Ergebnis dieser Mission ist bekannt und hat Millionen von Menschen das Leben gekostet.
www.spiegel.de 8.1.2013

Anderswo sieht das „Testament“ anders aus:

„Ich scheide von meinem deutschen Volk in der festen Hoffnung, daß das, was ich im Jahre 1919 ersehnte …“
kampagne-potsdam.de 2.1.2003

War Hindenburg während seines letzten Lebensjahres noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und wollte er, gut informiert als „Hitlers wissender Vollstrecker“(!), hellsichtig auch alle künftigen Verbrechen akzeptieren? Selbst die „taz“ ist vorsichtiger:

Doch als sein „politisches Testament“ bekannt wurde, gab es bald Zweifel: Hatten Andere, zum Beispiel Herr von Papen, ihm da was reingeschrieben? Einige Formulierungen schienen nicht zu von Hindenburgs Wortschatz zu passen.
Weinert erzählt das alles durchaus spannend, doch bleibt ein etwas schaler Nachgeschmack. Weinert findet keine neuen Hinweise, wie von Hindenburg auf die Nazis reagiert hat. Hatte von Hindenburg die Pogrome gegen die Juden gut gefunden? Hatte er wirklich Hitler beglückwünscht, als dieser rund 200 Menschen, die meisten aus der SA, ermorden ließ? Hatte er gut geheißen, dass der Reichswehrgeneral und ehemalige Reichskanzler Kurt von Schleicher – auch er ein von Hindenburg hochgeschätzter Gesprächspartner – erschossen wurde? Man kann und will es sich kaum vorstellen.
taz.de 8.1.2013

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Sigmar Salzburg
30.12.2012 12.43
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Dokumentenfälschungen: Wir sollen vergessen, wie wirklich geschrieben wurde.

Lange geheime Protokolle aus dem CDU-Vorstand belegen, wie Helmut Kohl nach 1989 wirklich über die Machthaber in Moskau und das neue Russland dachte…

Der Kanzler war zutiefst beunruhigt. Und redete im CDU-Vorstand über seine Sorgen. Ehrlich und ungeschminkt, denn politische Gegner und Journalisten waren an diesem 21. Januar 1991 nicht anwesend. Doch selbst für seine engen Parteifreunde waren seine Ausführungen eine echte Überraschung.

Er jedenfalls könne den Zusammenbruch des gewaltigen Reiches „angesichts der Waffenplätze, (…) die weit über die Regionen verstreut sind“, nur „mit äußerster Skepsis betrachten“.

Im Gegensatz zu vielen vom Kalten Krieg geprägten Heißspornen in der CDU plädierte der Realpolitiker Kohl also Anfang 1991 dafür, die Sowjetunion als berechenbaren Partner zu bewahren. Noch auf einer Vorstandstagung im Februar wandte er sich gegen „ungewöhnlich törichte Meinungen, wonach sich der Koloss auflösen könnte“ und "dass sich eine russische Republik bildet, eine ukrainische Republik, mit alldem, was dazu gehört“. Zehn Monate später waren die vermeintlich „törichten“ Szenarien Realität.

Diese ungewöhnlichen Einblicke in die Gedankenwelt des Kanzlers während einer weltpolitischen Umbruchphase stammen aus lange geheimen Protokollen. Jetzt hat der Droste-Verlag den Wortlaut von Kohls Vorträgen im CDU-Bundesvorstand akribisch dokumentiert („Helmut Kohl: Berichte zur Lage 1989 – 1998“). Das voluminöse Buch bietet Einsichten in Entscheidungen, die oft ähnlich spannend sind wie die diplomatischen Depeschen des US-Außenministeriums, die WikiLeaks 2010 veröffentlicht hatte…

Etwa am 9. Oktober 1989. Erich Honecker war zu diesem Zeitpunkt in der DDR noch an der Macht und die Demonstrationen gegen das SED-Regime hatten gerade erst begonnen. Doch Kohl war sich am 9. Oktober schon sicher: „Ich glaube nicht, dass die Sowjetunion und dass Gorbatschow hier eingreift.“

… Selbst noch nach dem Mauerfall im November 1989 äußerte er seine Skepsis, „ob dieser Weg zu einem guten Ende findet“. Und im Januar 1990 schärft er seinen CDU-Vorstandsmitgliedern ein, dass „unser Interesse sein muss, dass Gorbatschow mit seiner Perestroika nicht untergeht“…

Zum Weiterlesen [der orthographischen Geschichtsfälschungen]:

Helmut Kohl: „Berichte zur Lage 1989 – 1998“. Droste Verlag, Düsseldorf 2012, 1150 Seiten.

einestages.spiegel.de 28.12.2012

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Sigmar Salzburg
22.12.2012 15.47
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In der ehemaligen Stalinallee

Die bekanntesten Bauwerke in diesem Abschnitt sind das Haus des Lehrers mit der 125 Meter langen „Bauchbinde“ des Malers Walter Womacka, das Café Moskau, das Filmtheater International sowie die legendäre Mokka-Milch-Eisbar. In jenem Ost-Berliner Jugendtreff, wurde laut Stasi-Akten 1971 erstmals die Verbreitung von Rauschmitteln nachgewiesen. Außerdem stellten die Spitzel fest, "dass unter den negativen Jugendlichen, die in der Mokka-Milch-Eisbar verkehren, oft über Pläne zum illegalen Verlassen der DDR gesprochen wurde“.

einestages.spiegel.de 19.12.2012

Wie hier schon des öfteren festgestellt, legten die Stasi-Spitzel ihre Notizen nicht selten vorausschauend in der Reformschreibung von 1996 an, um später ihre kritische Distanz zum Regime dokumentieren zu können.

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Sigmar Salzburg
04.12.2012 18.18
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Wikipedia

Kurt Seelmann (* 18. Mai 1900 in München; † 11. August 1987 in Taufkirchen/Bayern) war ein deutscher Pädagoge, Psychotherapeut, Erziehungsberater und Vertreter der Individualpsychologie.

Seelmanns Anliegen bei seinen zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen galt der seelischen Prophylaxe, insbesondere auch bei der Sexualaufklärung:
„Psychologische Untersuchungen und psychotherapeutische Krankengeschichten haben erwiesen, dass der Erziehungserfolg viel weniger, als allgemein angenommen wird, von den Erziehungsmaßnahmen (Lob, Belohnung, Zurechtweisung, Belehrung, Ermahnung, Tadel, Drohung, Strafe usw.) abhängt... Nur die geglückte, positive Familienatmosphäre erfüllt ihre Aufgabe ganz. In ihr kommt es zu so guten Beziehungen, dass man sich jederzeit aussprechen kann. (Kurt Seelmann, Kind, Sexualität und Erziehung, 1964)…

Kurt Seelmann war Drehbuchautor von vier „Schulmädchen-Report“ Filmen.

Werke:
Kind, Sexualität und Erziehung. Zum Verständnis der geschlechtlichen Entwicklung und Fehlentwicklung von Kind u. Jugendlichen, Folgerungen für eine vorbeugende, aufbauende und heilende Erziehung. München 1941… Weitere häufige Neuaufl., zuletzt 1985

[Unglaublich, daß den sicher erziehungswissenschaftlich erarbeiteten Schulmädchen-Filmen das Prädikat „Besonders wertvoll“ vorenthalten wurde!]

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Sigmar Salzburg
03.12.2012 16.44
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Erkennbar gefälschte Orthographie:

Die „Welt“ bespricht „Das Buch des Jahres“. Ob nun die Briefe von Handke und Unseld/Suhrkamp herkömmlich oder in eszettloser Rechtschreibung verfaßt wurden, die Heyse-ss/ß verraten die Textfälschung. Wie es im Buch selbst gehandhabt wird, kann hier nicht überprüft werden:

Zum 70. Geburtstag von Peter Handke erscheint der Briefwechsel mit seinem Verleger Siegfried Unseld…

Im April 1969 liest Peter Handke mit großem Interesse den Briefwechsel zwischen Hermann Hesse und seinem Verleger Peter Suhrkamp…

Er schreibt das nicht ohne Hintergedanken: „Ich will damit nicht andeuten, dass es bei mir ganz und gar anders ist, aber die Information ist jedenfalls viel schütterer.“ … Trotz der raschen Erfolge gibt es frühe Misstöne, zunächst bei scheinbaren Petitessen wie einem unabgesprochenen Zeitschriftenabdruck. Schon 1966 baut Unseld vor: „Wir müssen uns doch darauf einstellen können, dass wir uns auch kurz gefasste Wahrheiten zu sagen vermögen.“…

1975 fast die gleiche Situation. Am Telefon hatte sich Unseld erkundigt, was Handke gerade „so täte“. Der hört daraus eine Haltung, „als lebte ich in den Tag hinein (was ich natürlich manchmal tue, weil es wichtig für die Arbeit und außerdem etwas Menschenwürdiges ist), und Du müsstest mich zu etwas anspornen. Dem ist nicht so, und sollte nie so sein. Ich habe für mein Leben etwas vor, das ich mir selber vorgenommen habe, und das macht mich stark.“

Tatsächlich ist Handke über etwas ganz anderes verstimmt: nämlich über die vermeintlich maue Reaktion des Verlegers auf sein neues Buch. Unseld war zwar „begeistert“ (was Handke ihm nicht abnimmt), hatte aber dann gesagt: „Dieses Buch wird seine Leser finden.“ Handke ist völlig von der Rolle: „Was Du da sagtest, schlug mir ein richtiges Loch ins Bewusstsein – es war nicht nur nichtssagend und erschreckend unpersönlich, sondern auch bezeichnend.“…

Diese Fixierung auf Verkaufserfolge irritierte sogar den Kaufmann Unseld. Über einen Besuch bei Handke 1975 schreibt er: „Sonst eher Freundliches; er fragte zum ersten Mal nicht nach den Absatzzahlen seiner Bücher, obschon ich diese parat hatte. Als wir dann doch auf dieses Thema kamen, und ich ihm sagte, dass in diesem Jahr das 'Wunschlose Unglück' mit 50.000 Exemplaren am besten verbreitet wurde, widersprach er mir mit dem Hinweis, dass die Taschenbuchausgabe des 'Tormanns' noch besser ginge. Das Ganze ist ein großes Thema für Handke, denn in seiner Küche hat er das Filmplakat der 'Falschen Bewegung' seinerseits plakatiert mit den laufenden, aus den 'Spiegel'-Nummern jeweils ausgeschnittenen Bestseller-Listen. Was ein Autor nicht alles macht.“…

Zugleich verletzt Handke jede Kritik maßlos. Als die „Linkshändige Frau“ verrissen wird, folgert er gegenüber Unseld, nach einigen Gläsern Wein: „In der Bundesrepublik ist Größe nicht mehr möglich.“ Trotzdem wird er in den Achtzigern endgültig zu einem Klassiker. Ein Problem ist dabei, dass es auch noch andere von der Sorte gibt. Thomas Bernhard zum Beispiel, dessen „Verstörung“ Handke 1967 noch für „großartig“ hielt. 1987 lästert er in einem Interview über den Verlagskollegen. Unseld ist „bedrückt“. Handke stellt klar: „Es ist so eine schamlose Schein-Literatur.“

Doch das sollte noch nicht die härteste Prüfung sein. Am 27. April 1993 sieht sich Unseld genötigt, Pathos als letztes Mittel einzusetzen: „Wir sind nun Jahrzehnte in der Beziehung Autor-Verleger gestanden, und ich meine, sie war produktiv; wir haben Höhen und Tiefen erlebt. Ich war stets in sicherem Glauben, dass wir, jedenfalls so lange ich auf der Brücke stehe, zusammenbleiben werden. Für mich bist Du der wichtigste Autor des Verlages.“…

welt.de 3.12.2012

Ein pulsierendes Lebenswerk: Peter Handke, Siegfried Unseld: Der Briefwechsel. Suhrkamp Verlag, 726 S., 40 Euro minus 5 Cent.

Datierungshilfe für Kriminologen: Die Fälschung wurde nach der KMK-Konferenz von 2006 erstellt, denn vorher mußte das Du klein geschrieben werden.

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Sigmar Salzburg
03.12.2012 12.15
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Hat die dpa damals nicht normaldeutsch geschrieben?

„Ich wage zu behaupten, dass fliegende Scheiben in Deutschland konstruiert, nach meinen Anordnungen fertiggestellt und wahrscheinlich in Serie von den Sowjets nachgebaut wurden“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur im Juni 1952 aus einem Bericht der Pariser Abendzeitung „France Soir“ einen angeblich in Tel Aviv lebenden deutschen V-Waffen-Ingenieur.
einestages.spiegel.de 30.11.2012

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Sigmar Salzburg
30.11.2012 09.47
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Dieses Licht, dass der Mond uns zusendet …

Th. Ickler erwähnte gerade bei sprachforschung.org die Naturwissenschaftlichen Volksbücher von Aaron Bernstein, aus denen Albert Einstein als Schüler seine ersten Anregungen zur Beschäftigung mit den Naturwissenschaften bezog. Auszüge daraus wurden von Hans-Josef Küpper ins Netz gestellt, der den Text untertänig an die „neue“ Rechtschreibung anpaßte, wobei er auch besonderen Wert auf die alberne, seit 200 Jahren unübliche Spaltung von „sogenannt“ legte, die schon längst wieder unfein ist – typisches Beispiel für die silly walks der „Reform“. Andere heute verbotene Eigentümlichkeiten des alten Textes hat Küpper wieder belassen:

Man muss gestehen: dieser Ausspruch kennt wohl jeder Gebildete und Ungebildete, jeder so_genannte Gelehrte und Ungelehrte; ja Jedermann hat wohl an diese Wahrheit so manche erbauliche und erhebende, dichterische oder religiöse Betrachtung angeknüpft.

Was aber hat das Alles mit der Geschwindigkeit des Lichtes zu tun?

Bernstein weist bereits 1880 auf die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit hin, die 1881-89 von Michelson/Morley auch für bewegte Körper festgestellt wurde und die über die von H.A. Lorentz angenommene „Lorentzkontraktion“ direkt zur Relativitätstheorie führte.

P.S.: Auch mein Interesse an der Naturwissenschaft wurde durch volkstümliche Schriften geweckt. 1945 wurde die kleine Bibliothek der Funkabteilung Puttgarden auf Fehmarn von „Nazischrifttum“ gesäubert – im Raum der Volksschule durch zwei hochblondierte junge Frauen. Von dem Aussortierten nahmen wir, meine Mutter und ich, einige Bücher mit, unter anderem „Strahlendes Weltall“, Reclam 1940. Ich besitze es noch heute. Das Anstößige muß auf Seite 32 eine Graphik „Germanische Sternbilder“ gewesen sein. Der schmale Band ist immer noch anregend, wenn auch etwas veraltet. Zum Beispiel wird dort die Entfernung des Andromeda-Nebels mit 900 000 Lichtjahren angegeben, während sie heute infolge der Hubbleschen Ausdehnung des All-Wissens bei 2,5 Milliarden liegt.

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Sigmar Salzburg
29.10.2012 12.27
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Auch wichtigere Fälschungen werden 'durchgesetzt' …

(hpd) Vor 1700 Jahren, am 28. Oktober 312, erhielt Kaiser Konstantin I. unmittelbar vor der Schlacht an der Milvischen Brücke bei Rom die göttliche Botschaft „In diesem Zeichen wirst Du siegen“. Der Historiker Rolf Bergmeier hat diese Darstellung geprüft …

Im übrigen ist die Erscheinung eines Kreuzes im Jahre 312 nebst Inschrift „in hoc signo vinces " schon alleine aus kirchengeschichtlichen Gründen auszuschließen, da die Symbolforschung belegt, dass das Kreuz erst Mitte des 4. Jahrhunderts zu einem verbreiteten christlichen Symbol geworden ist. Folglich konnte der „Heide“ Konstantin im Jahre 312 kaum eine Kreuzes-Erscheinung gehabt haben…

Wenn man von einem „Durchbruch " des Christentums sprechen will, dann muß man diesen am römischen Kaiser Theodosius festmachen, der im Jahre 380 die trinitarische Fraktion des Christentums zur Staatskirche erhebt und ihren Start mit Dutzenden von Häretiker- und Ketzergesetzen unterstützt. Bis dahin ist religiös alles im Fluß und alles möglich. …

Das Christentum hat sich nicht durchgesetzt, es wurde durchgesetzt. Und Theodosius und Karl d.Gr. sind bei diesem Prozess wichtige Steigbügelhalter…

hpd 29.10.2012

Weitere Fälschungen hier.

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