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Unsere Politiker und die RSR
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Elke Philburn
06.06.2002 18.29
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Michael Solf

Hier der Link zur Rede:
„Staatlich verordnete Sprachverwirrung beenden – Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung prüfen.“

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Ruth Salber-Buchmüller
06.06.2002 16.24
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Darf nicht ad acta gelegt werden

Diese Landtagsrede des Michael Solf
sollte nicht ungenutzt ad acta gelegt
werden.

Guido Westerwelle dürfte zur Zeit
nicht als Speerspitze dienen.

Die Seite im Internet des M. Solf
ist in normaler Rechtschreibung verfaßt.
Was könnte ihm, und wenn, in welcher
Form, zugetragen werden?
__________________
Ruth Salber-Buchmueller

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Theo Grunden
05.06.2002 01.50
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Re: Drucksache MMD 13/2474 - Landtag NRW

In der Debatte des NRW-Landtags zum Thema „Die staatlich verordnete Sprachverwirrung beenden – Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung prüfen“ (am 25. April 2002) hielt der CDU-Abgeordnete Michael Solf eine beachtenswerte Rede.

Redetext (pdf) und Video auf seiner Homepage
http://www.michael-solf.de/

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Theodor Ickler
03.06.2002 15.28
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Ergänzungsbedürftig

Der Antrag geht in die richtige Richtung, aber er stellt die Einheitlichkeit zu sehr in den Vordergrund, auf Kosten der Sprachrichtigkeit. Was nützt es, wenn die Schüler einheitlich schreiben, aber grammatisch falsch? Immerhin, man sollte Rüttgers und die Seinen unterstützen.
__________________
Th. Ickler

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Jörg Metes
03.06.2002 14.08
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Drucksache MMD 13/2474 - Landtag NRW

Der Antrag der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag vom 10.4.2002 – Die staatlich verordnete Sprachverwirrung beenden /­ Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung prüfen – läßt sich hier nachlesen.
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Jörg Metes

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Theodor Ickler
21.05.2002 13.32
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E-Mail von der FDP

„Die FDP setzt sich nach wie vor für die Rücknahme der Rechtschreibreform ein. Seit der Rechtschreibreform sind unsere Kinder verunsichert. Die eigentlich intendierte Zielsetzung der Reform, nämlich eine Vereinfachung
der geschriebenen deutschen Sprache zu erreichen, wurde verfehlt. Dies äußert sich nicht nur darin, dass unseren Schülern mehr Fehler bei Diktaten oder ähnlichem unterlaufen, sondern auch zum Beispiel darin, dass so große
Zeitungen wie die FAZ sich weigern, die Reform mitzutragen.“ (E-Mail vom 22.5.2002)

Man könnte natürlich fragen, warum die FDP die reformierte Rechtschreibung benutzt, wenn sie dagegen ist, und warum sie sie nicht beherrscht ... (ähnlichem)
__________________
Th. Ickler

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Manfred Riebe
05.04.2002 12.51
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Suchfunktion für WAZ-Startseite

Sehr geehrter Herr Metes!

Vielen Dank für Ihren Rat. Gewußt wo und gewußt wie, ist alles ... Wenn man es weiß, dann ist es einfach. Andernfalls nicht, denn z.B. die Notiz „Weitere Kommentare“ ist sehr klein gedruckt und im Gegensatz zum Hinweis „Alle Berichte im Überblick“ nicht durch Rotdruck hervorgehoben. Daher wären eine Suchfunktion auf der Startseite für die aktuelle Ausgabe sowie eine Übersicht über die Kommentare nützlich.

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Riebe

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Jörg Metes
05.04.2002 10.01
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Re: WAZ-Chefredakteur Knüpfer zur RSR

Man klickt auf der Startseite www.waz.de die Verbindung Politik an und landet im Politikteil der WAZ. Man klickt bei den Kommentaren die Überschrift „Es tut uns Leid“ an.
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Jörg Metes

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Manfred Riebe
05.04.2002 09.24
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WAZ-Chefredakteur Knüpfer zur RSR

Welcher Profi zeigt hier einmal exemplarisch, wie man in http://www.waz.de/ den von Frau Salber genannten Artikel findet? Meine Suche war erfolglos. Auch ein Anruf bei der WAZ führte zu nichts, weil die Redaktion nicht besetzt ist.

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Ruth Salber-Buchmüller
05.04.2002 08.03
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WAZ-Reaktion auf Antrag der CDU-Fraktion

Auf S. 2 der heutigen WAZ reagiert der Chefredakteur
Uwe Knüpfer auf den Antrag der CDU-Fraktion, daß sich
der Landtag Ende April mit der RSR befassen solle.
Unter der Überschrift:
„Die Rechtschreibreform hat sich nicht bewährt
Es tut uns Leid“

weist U. Knüpfer anhand von vielen Beispielen
auf den Wildwuchs hin.

Es wäre gut, wenn der Beitrag auf die NACHRICHTEN-Seite
gestellt werden könnte!





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Ruth Salber-Buchmueller

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Norbert Schäbler
03.04.2002 17.35
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Nachhilfe für C-Parteien

Da liest man auf dem Nachrichtenbrett, daß die CDU mit der Rechtschreibreform unzufrieden sei, und sie lasse nachfragen bei den „so genannten Macht Habenden“ des entsprechenden – nicht selbst regierten – Bundeslandes, wie das nun denn sei mit der Einheitlichkeit.
Man bittet um eine amtliche Erhebung.

Seltsam kommt mir das vor, weil man ja auch bei der Schwesterpartei, der CSU in Bayern, nachfragen könnte, die immerhin was von Erhebungen und auch was vom Regieren versteht.

Warum jedoch schiebt man stets den „schwarzen Peter“ ins andere politische Lager?
Hat das mit Feigheit oder viel mehr mit Dreistigkeit zu tun?
Und wozu braucht man eigentlich Erhebungen über die Einheitlichkeit in der Praxis?
Ob etwas korrekt gehandhabt wird, kann doch jedes einzelne Elternteil selbst nachvollziehen.

Ein kleiner Tip an Politiker, die gleichzeitig Väter oder Mütter sind:
Man schlage eine aktuelle Arbeitsmappe (Geheft mit Arbeitsblättern) des Kindes auf.
Alsdann fliege man über die maschinengeschriebenen Informationen.
Man richte seinen Blick „im Besonderen“ auf die S-Schreibung.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird man zu folgender Erkenntnis kommen: Zahlreiche Arbeitsblätter sind noch in alter Rechtschreibung gehalten – und: Mit der Einheitlichkeit ist es schon lange dahin.

Noch ein Tip:
Wenn man mit eigenen Augen die Uneinheitlichkeit gesehen hat, dann wähle man eine der folgenden Möglichkeiten!
a) Man gehe gegen den entsprechenden Lehrer vor
b) Man gehe gegen den politischen Gegner vor
c) Man unternehme etwas Sinnvolles und Konstruktives

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nos

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Theo Grunden
02.04.2002 10.17
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Recht(schreibung? Wie)so (und wie?)

Heute in der NRZ (Rubrik „Land unter“):

Recht so

Kurzer Witz gefällig? Bitte sehr. Streng sagt die Lehrerin zum Schüler: ‚Du beherrschst nicht mal die einfachsten Regeln der Rechtschreibung.’ Sagt der Schüler: ‚Ja und, Sie etwa?’
Tja, der Alltag macht sich längst die Regeln des rechten Schreibens Untertan, behauptet jedenfalls die CDU-Landtagsfraktion, die eine ungeheuerliche Form von „Sprachverwirrung“ in den Klassenzimmern ausgemacht hat. Und es jetzt wissen will. Nein, nicht wie man schreibt, sondern wer wo was lernt. Schulministerin Behler (SPD) soll jetzt bis zur Sommerpause einen genauen Bericht über die Realität der Reform an den Schulen vorlegen.
Gut.
Aber, in welcher Rechtschreibung?
(NRZ)

Anmerkungen
1. Die Großschreibung von „Untertan“ bei „macht sich ... Untertan“ kann ich mir nicht erklären – tut mir „Leid“ – sie stand aber so da.
2. Ich kann nicht genau erkennen, wie weit die CDU dort oben mit „Reform“ die nach PISA allgemein geforderte allgemeine („allgemein bildende“) Reform oder die RSR speziell gemeint hat; jedenfalls wird Frau Behler sie in ihrem Bericht sicherlich sowohl als tiefgreifend bezeichnen als auch „tiefgreifend“ schreiben müssen, denn so hat es die KMK-Präsidentin Schipanski – als ihre Vorgesetzte – ja bei ihrem Amtsantritt („)vorgeschrieben(“).
3. (Ganz persönlich): Ich freue mich über dieses erste Anzeichen von Bereitschaft zur Kritik an der deutschen Rechtschreibsituation in „meiner“ Zeitung.

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Jörg Metes
23.03.2002 22.46
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Österreich 1998

Die Geschichte eines parlamentarischen Antrags auf Aussetzung der Rechtschreibreform in Österreich ist
hier dokumentiert. (Anzuklicken für das Protokoll der eigentlichen – kurzen – Parlamentsdebatte vom 22.1.98 ist dann dort oder auch hier die Seite 181 der stenographischen Mitschrift.) Der Antrag kam aus den Reihen der (damals noch oppositionellen und nicht gesellschaftsfähigen) FPÖ. Und damit war sein Schicksal auch schon wieder besiegelt.
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Jörg Metes

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J.-M. Wagner
27.02.2002 02.33
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Re: Rückkehr zur wirtschaftlichen Vernunft

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Norbert Schäbler
Es gibt in der Wirtschaft ein ungeschriebenes Gesetz. Es heißt: Einen Umstellungs- und Erneuerungsversuch sollte man dann abbrechen, wenn alle Prognosen und Berechnungen aufzeigen, daß diesem Versuch kein Erfolg beschieden ist. Dann nämlich gilt die alte Weisheit. Die Anfangsverluste eines zum Scheitern verurteilten Unternehmens sind „relativ gesehen“ gering.
Auch darauf haben die Reformkritiker immer hingewiesen. Seit nunmehr fast sechs Jahren investiert der Staat jedoch weiterhin in ein Faß ohne Boden.
Dafür wird „der Staat“ seine „Gründe“ haben – ganz egal, was man von diesen Gründen halten mag; offenbar gibt es einen „Mechanismus“, der bewirkt, daß dieses Gegenargument nicht zum Zuge kommt.

Nicht, daß ich mich darüber freue – es fällt mir nur auf. Nicht, daß ich dieses Geschehen anerkennen wollen würde – wenn es nun aber nicht hilft, auf diese Problematik hinzuweisen, sollte man eine andere Herangehensweise probieren, um eine Veränderung zu bewirken. Man kann ja später wieder auf das Kostenargument zurückkommen, wenn die Voraussetzungen günstiger sind, so daß es wirklich Gehör findet. Hätte das etwas von vorauseilendem Gehorsam bzw. von einem „eingezogenen Schwanz“? Das scheint vielleicht so zu sein, ich halte es aber nur für aufgeschoben – und damit nicht für aufgehoben (solange man nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag wartet).

Zitat:
Und hier komme ich nicht um meine angebliche Polemik herum. Diese Investoren, unsere Politiker, haben keine Ahnung von Wirtschaftlichkeit, denn sie spekulieren mit Geldern, die sie dem Bürger aus der Tasche ziehen. Sie haben kein Verhältnis zu fremdem Geld!!
Selbst heute noch gilt der Satz: Die Anfangsverluste sind die geringeren, denn das Ende dieser unsinnigen, unnötigen, abermilliardenteuren Rechtschreibreform kann nie erreicht werden, weil sie keine Perspektive hat, sondern weil ausschließlich Revisionen (im Sinne der Rückkehr zum Bewährten) anfallen werden.
Ist ja alles richtig, aber was hilft's? Wichtiger ist offensichtlich, was Herr Ickler im Zusammenhang mit seiner Bemerkung von der »Rückkehr zur Vernunft« gesagt hat: Es geht darum, eine Perspektive für die Rückkehr zu eröffnen – und das heißt m. E., sich nicht nur darüber Gedanken zu machen, warum hier etwas geändert werden muß, sondern auch, wie die Hindernisse, die den erforderlichen Änderungen entgegenstehen, beseitigt bzw. umgangen werden können! Sonst wird das nie was!

Natürlich ist es peinlich für die Politiker, daß man sie quasi wie kleine Kinder behandeln muß, die sich beleidigt in den Schmollwinkel zurückgezogen haben, obwohl es ihre Aufgabe ist, für das geradezustehen [wie sieht das eigentlich in Neuschrieb aus?], was sie verbockt haben. Aber vermutlich bekommt man sie mit drastischen Vorhaltungen wegen verpulverter Millionenbeträge da nicht herausgelockt – im Gegenteil: Alles, was das (evtl. vorhandene) schlechte Gewissen wieder hochkommen läßt, dürfte die Situation eher verhärten.

Allerdings plädiere ich keineswegs für eine falsche Rücksichtnahme, eher für die Methode „Zuckerbrot und Peitsche“: Den Politikern gegenüber sollte man offenbar besser mit völlig neuen Argumenten auftreten (wie die sinnvollerweise aussehen können, weiß ich noch nicht; mein bisheriger Vorschlag – unter »Betrifft: Rückkehr zur Vernunft« in diesem Strang – ist noch reichlich unausgegoren), wohingegen man in einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne durchaus auf die massiven Probleme aufmerksam machen sollte, so daß entsprechende Kommentare in den großen Tageszeitungen erscheinen. Der Druck muß von der Allgemeinheit kommen, nicht nur von „den Reformgegnern“.

Deshalb ist es m. E. so wichtig, die Argumente gegen die Reform sowie Informationen über den „politischen Hintergrund“ allgemein zu verbreiten, ohne dabei besserwisserisch, rechthaberisch, bevormundend oder überheblich zu wirken. Wie heißt es so schön bei der Peilschen Wörterliste: »Sinn und Unsinn selbst erkennen« – das macht m. E. die Reformkritik glaubwürdiger als jede noch so feinsinnige Ironie.

Was bei der Peilschen Liste nicht vorhanden ist, sollte natürlich mit verbreitet werden: eine rein sachliche Erläuterung der Problematik, warum manche Neuschreibungen grammatisch gesehen Schwachfug sind, warum das „Kontextprinzip“ keine gute Idee ist und daß also wirklich Wörter ersatzlos getilgt worden sind etc. Natürlich liefert der »Schildbürgerstreich« schon viel davon, aber wie bereits in einem vorangehenden Beitrag bemerkt, halte ich den Inhalt dort für etwas ungünstig verpackt. Und das Buch ist von seinem Umfang her schon etwas für „Fortgeschrittene“, wohingegen die »Sehstörungen« notgedrungen recht knapp gehalten sind. Mir schwebt eher etwas vor, das sowohl eine griffige Übersicht der Kritik samt einprägsamer Beispiele enthält, als auch im Anschluß eine etwas ausführlichere Begründung der einzelnen Kritikpunkte (worauf im vorderen Teil jeweils verwiesen werden kann). Wenn die 1996er Fassung der RSR wirklich so schlecht ist, wie es schon vielfältig analysiert und beschrieben wurde, dann sollte es zur Information über die Reformkritik genügen, die Problemfälle sachlich darzustellen und für sich selber sprechen zu lassen.

Zitat:
Warum also nicht mit der Maximalforderung zurück zu einem neuen Anfang?
Die Maximalforderung ist bekannt; was aber noch fehlt, ist eine Abschätzung der realistischen Chancen, dieselbe durchzubekommen, bzw. eine Analyse der Hindernisse dabei. Erst wenn das einigermaßen geklärt ist, sollte man sich mit Forderungen vorwagen. Mir scheint, daß die Politiker einfach nicht zugeben wollen, daß sie bei der Entscheidung im Zuge der Mannheimer Anhörung einen Fehler begangen haben, indem sie den Forderungen der Kommission nicht gefolgt sind. Genausowenig werden sie zugeben wollen, daß die Reform unnützerweise viel Geld verschlungen hat. Es muß also gezeigt werden, daß Änderungen immer noch ohne „Gesichtsverlust“ möglich sind, und daß dadurch nur unerhebliche Kosten entstehen.

Wenn es wahr ist, daß die Wörterbuchverlage selber zugeben, daß sie wegen der regelmäßigen Korrekturen an der Neuschreibung – ääh, genauer: wenn Bertelsmann davon ausgeht (aus welchen Gründen auch immer), daß die aktuelle Fassung seines Wörterbuchs lediglich »dem amtlichen Gebrauch der nächsten zwei, drei Jahre entspricht«, bedeutet das doch, daß momentan Änderungen völlig problemlos möglich sind, sowohl, was die politischen als auch die „praktischen“ (d. h. finanziellen) Voraussetzungen betrifft: Änderungen finden allemal statt, und also kann man das gleich richtig machen, und gekauft werden die Neuauflagen ja sowieso.

Der einzige Haken dabei ist natürlich, daß niemand zugeben wird, daß es solche (quasi-) echten Änderungen bereits gegeben hat – was rein formal gesehen ja auch stimmt; die Amtliche Regelung ist nach wie vor die von 1996 – oder daß der 3. Bericht der Rechtschreibkommission (RSK; kurz für die »Zwischenstaatliche Kommission ...«) solche nahelegt. Es bleibt also abzuwarten, wie umfangreich der „Offenbarungseid“ ausfallen wird, wenn die in diesem Bericht unterbreiteten „Diskussionsvorschläge“ ihren zu erwartenden Eingang in die Wörterbücher von Duden und Bertelsmann gefunden haben.

Eine andere Hilfe, Änderungen der Amtlichen Regelung als politisch problemlos erscheinen lassen zu können, wäre der Hinweis auf das von vornherein geplante Prozedere, welches solche vor der „endgültigen“ Festlegung sowieso vorsah – es sollte also niemanden überraschen, wenn das auch wirklich so gemacht wird. Dies hat nun leider zwei Haken:
Zum einen befinden sich die Kommissionsmitglieder, welche ja solche Änderungen ausarbeiten sollen, seit der Mannheimer Anhörung in der Zwickmühle, daß sie einerseits um die Fehlerhaftigkeit des Reformwerkes wissen, dies andererseits aber nicht laut sagen dürfen, weil ihnen durch das damalige NEIN der Kultusminister quasi der Mund verboten wurde – und so blockieren sich KMK und RSK gegenseitig, denn von alleine werden die Kultusminister nicht auf den Trichter kommen, wirklich etwas zu ändern (vermute ich).
Zum anderen steht zu erwarten, daß bei einer offiziellen Änderung der Amtlichen Regelung die Proteste wegen vermeintlicher unnötiger Zusatzkosten recht laut werden – im Unterschied zu den jetzigen schleichenden „Nachbesserungen“, die ja fast garnicht auffallen. Dies halte ich aber für ein Vorurteil; das „müßte man also mal“ genauer durchrechnen.

Wie bringt man also die Kommissionsmitglieder dazu, sich zusammenzureißen, anstatt sich zu verbiegen, die Fakten offen auf den Tisch zu legen, anstatt sie zu „verheimlichen“, und von den Kultusministern Korrekturen zu verlangen, anstatt lediglich Pro und Contra abzuwägen? Oder ist das aussichtslos? Eine oberflächliche Betrachtung des 3. Berichtes legt ja anscheinend ein Desinteresse der Kommision an solchen Forderungen nahe. – Ist diesen Berichten nicht auf der wissenschaftlichen Ebene beizukommen, evtl. sogar nachzuhelfen? Zumindest die Veröffentlichung sollte doch selbstverständlich sein für ein Werk, das den Anspruch der Wissenschaftlichkeit erhebt!! Also spricht auch die „Geheimniskrämerei“ um die Berichte für sich – d. h. gegen die Wissenschaftlichkeit. Und so etwas läßt die schweigende Germanistenmehrheit in Deutschland zu?? Oder ist das wirklich „harmlos“? ('tschuldigung für die Polemik.)

Ich habe mir beispielsweise von Herrn Heller Fachliteratur zur ck-Trennung empfehlen lassen, und wenn der Artikel von Munske, der 1997 in »Orthographie als Sprachkultur« (S. 167-175) erschienen ist, das wissenschaftliche Kernstück der Begründung der neuen Nichttrennungsregel ist, dann steht sie auf sehr wackeligen Füßen; ich denke, daß ich – ohne selber Germanist zu sein – die darin vorgebrachten Argumente aus rein logischen Gründen widerlegen bzw. zumindest ihre Zweifelhaftigkeit belegen kann. Allein der offensichtliche innere Widerspruch der entsprechenden Paragraphen der Neuregelung zeigt ja bereits, daß an den Argumenten für die Nichttrennung etwas faul ist. Ob so eine „Gegendarstellung“ allerdings viel nützen würde, weiß ich nicht, genausowenig, ob bzw. in wie bedeutsamer Form so etwas außerhalb des »Kritischen Kommentars« von Herrn Ickler bereits existiert. Mal sehen, wann ich dazu komme, meine umfangreichen Notizen abzutippen und Herrn Heller um eine Stellungnahme zu bitten – oder sollte ich mich damit gleich an Herrn Augst wenden?
__________________
Jan-Martin Wagner

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Jörg Metes
25.02.2002 13.36
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Flach vergessen!

»FROM: „Ulrike Flach, MdB“,
INTERNET:ulrike.flach@bundestag.de
TO: JOERG METES
DATE: 26.02.02 13:03

Re: Re: Mail über Ihre Homepage

Sehr geehrter Herr Metes,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht. Frau Flach beabsichtigt derzeit nicht, eine neue Initiative zu starten.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Heiko Krause«
__________________
Jörg Metes

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