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Sigmar Salzburg
19.10.2015 13.47
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E. M. Cioran

Notizen 1957–1972
Herausgegeben von Simone Boué

Aus dem Französischen von Peter Weiß, Verene von der Heyden-Rynsch und Konrad Weiß
1024 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Mit Abbildungen und einem umfangreichen Personenregister
Karolinger
ISBN 978 3 85418 143 9
EUR 44,90/CHF 63,–

Über dreißig Notizhefte fanden sich im Nachlaß von E. M. Cioran (1911–1995), des bedeutenden rumänisch-französischen Aphoristikers, Essayisten und Philosophen, wohlgeordnet, aber mit dem Vermerk „Zu vernichten“ versehen. Simone Boué, die Gefährtin des Autors, gab sie bei Gallimard in Paris heraus, 2001 erschien eine deutsche Auswahl, die allerdings nur ein Fünftel der Textmasse umfaßte. Wir legen hier die seit langem gewünschte vollständige Ausgabe vor.

Aus Michael Klonovskys Notizen:
16. Oktober 2015
Speziell empfehlen will ich, was Neuerscheinungen betrifft, die „Cahiers von Cioran“ (Klappentext), die erste vollständige Publikation der mehr als dreißig Notizhefte des franko-rumänischen Dichterphilosophen und Spitzennihilisten, und das geschieht wohl am besten, indem ich sozusagen als Appetitmacher einige Notate aus diesem 1000-Seiten-Opus zitiere ...

„Jeden Menschen, der will, daß man von ihm spricht, sollte man als möglichen Feind betrachten.

Dieses Licht, dieser intime Glanz bei Vermeer, der dich alles vergessen läßt, was es hienieden an Infernalem gibt.

Die Entstehung des Doktor Faustus von Thomas Mann gelesen. Hier ist alles beliebig, außer drei, vier Seiten über Gerhart Hauptmann. Es ist seltsam, einen Mann am Ende seiner Laufbahn zu sehen, der sich mit Eitelkeit füllt. Wozu soll man Komplimente seiner Freunde wiedergeben? Wenn man weiß, daß eigentlich kein Lob aufrichtig ist, ist es am besten, ihm niemals Bedeutung zu geben.

Ich habe bemerkt, daß ich nach Mitternacht dazu neige, mich selbst zu bemitleiden. Ich sollte mich daran gewöhnen, früher zu Bett zu gehen.

Goldberg-Variationen.
Danach muß man die Zugbrücke hochziehen.“

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Sigmar Salzburg
14.09.2015 21.26
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Verena Stefan

Fremdschläfer
Roman

Meridiane 115
2007. 224 Seiten. Gebunden
ISBN 9783250601159
Ammann Verlag & Co.

Leseprobe

Madame, Monsieur, für Einwandernde und Auswandernde hat der Begriff Fremdschläfer unterschiedliche Bedeutungen. Damit kann sowohl in der Fremde schlafen gemeint sein, als auch mit einer Fremden schlafen, wobei es sich für eine Einwandernde in einem fremden Land so verhält, daß die Einheimische, die sie in ihr Bett einlädt, für sie ebenfalls eine Fremde ist, das heißt, daß zwei Fremde miteinander schlafen. Am Anfang sind alle Einheimischen Fremde.

lyrikwelt.de

Kürzlich fand ich ihr erstes Werk „Häutungen” (1975) in den Beständen meiner Frau – verfaßt in ß-loser Kleinschreibung.
Diese Modetorheit ist hier erfreulicherweise überwunden, ohne der gegenwärtigen Reformtorheit zu folgen.

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Sigmar Salzburg
11.09.2015 11.30
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Navid Kermani

Zwischen Koran und Kafka
West-östliche Erkundungen

C.H.Beck
Gebundene Ausgabe – 7. September 2015
365 Seiten, 24,85 Euro

Leseprobe

In eigener Sache

Nach der Rede im Bundestag, die im Anhang dieses Buches abgedruckt ist, mailte mir eine Freundin, ich hätte eine poetische Political correctness mit dem Pathos der sozialistischen Propheten verbunden, in einem Ton, den heute nur ich könne und den im 19. Jahrhundert eben die jüdischen Kosmopoliten gehabt hätten, die von Lessing, Heine und der sozialen Idee der Propheten sprachen. «Sicherlich können die heute nicht mehr reden (auch wenn sie könnten, dürften sie ja nicht)», fügte die Freundin an und schloß ihrerseits geradezu pathetisch, daß die jüdischen Kosmopoliten des 19. Jahrhunderts in mir – ja, ich zitiere das jetzt wieder wörtlich, so eitel das in meiner eigenen Vorrede auch wirken mag – in mir «ihren wunderbarsten Stellvertreter» hätten. «Das ist nun eine gewaltige Reihe, in die Du mich stellst», mailte ich der Freundin zurück: «Aber wenn man beim Wort der Stellvertreterschaft bleibt, ist wahrscheinlich sogar etwas dran, es geht ja darum, so gut es eben geht, mit unseren beschränkten Mitteln, Erfahrungen und Worten den Platz zu füllen, der im 20. Jahrhundert so leer wurde in Deutschland.»

Die kurze Korrespondenz spukt seitdem in meinem Kopf herum. Nicht daß ich mir den Enthusiasmus oder gar den Superlativ zu eigen machen würde, mit denen die Freundin mich bedachte – sie ist nicht nur eine gute, sie ist auch ihrem ganzen Wesen nach eine selten euphorische, in ihrem Wohlwollen stets überschwengliche, in ihrem Lob zuverlässig übertreibende Freundin...

Notiz zur Rede im Bundestag hier.

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Sigmar Salzburg
19.08.2015 12.11
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Rudi Hurzlmeier & Harry Rowohlt

Monkiss

[50 affictierte Meisterwerke der Porträtmalerei,
mit Zweizeilern von Harry Rowohlt und Rudi Hurzlmeier
]

Haffmanns Verlag bei Zweitausendeins, Leipzig,
64 S. 9,95 Euro
ISBN 978-3-86150-966-0

Simone Guski schreibt im „Humoristischen“ Pressedienst:

BERLIN. (hpd) Nun ist Rudi Hurzlmeiers und Harry Rowohlts humoristische Co-Produktion ungewollt zu einem Vermächtnis geworden. Als der Literat todkrank wurde, musste der Cartoonist den letzten humoristischen Bildband der beiden teilweise auch lyrisch mitbestücken. „Monkiss“ konfrontiert den Leser und Betrachter nicht nur mit unseren äffischen Gewohnheiten...

Hurzelmeier greift auf die Ikonen der Hochkunst zurück und scheut auch die Kitschkultur des Trivialen nicht in seiner Auswahl der Bildvorlagen, in die er Affengesichter hineincollagiert. Seine Elaborate aus Photoshop plus Pinselmalerei alter Schule werden meist begleitet oder wurden angeregt – wer weiß es – von Versen des unlängst verstorbenen Harry Rowohlt, die den Kalauer nicht scheuen und immer munter tiefstapeln...

Je länger man Hurzelmeiers Cartoons anschaut, umso unheimlicher werden sie...

hpd.de 14.8.2015

Harry Rowohlts Tod ist es wohl geschuldet, daß zweimal reformiert „geküsst“ wird.

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Sigmar Salzburg
15.08.2015 08.06
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Tatjana Noemi Tömmel

Wille und Passion

Der Liebesbegriff bei Heidegger und Arendt


Suhrkamp 2013
suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2077,
Broschur, 364 Seiten, 18,00 €
ISBN: 978-3-518-29677-6

Leseprobe

Vorwort
Es mag überraschen, wenn der Liebesbegriff in den Werken zweier Denker untersucht wird, von denen man im allgemeinen annimmt, daß sie kaum oder gar nicht über Liebe geschrieben haben. Obwohl Hannah Arendt und Martin Heidegger zu den berühmten Liebespaaren des 20. Jahrhunderts gehören, ist der philosophische Liebesbegriff beider nahezu unbekannt – und das zu Unrecht. Die – verständliche – Neugier des Feuilletons wie der akademischen Welt an der Affäre von zwei so bedeutenden Denkern hat die philosophische Bedeutung der Liebesbegriffe lange verdrängt. Ich möchte mit diesem Buch zeigen, daß die Reflexion der Liebe nicht einfach ein Reflex persönlicher Erlebnisse ist: Sie ist philosophisch von höchster Bedeutung, insofern am Liebesbegriff verhandelt wird, auf welche Weise wir überhaupt mit anderen sind, ja, zu einem gewissen Grad sogar, wer wir sind...

Ich stieß auf das Buch durch ein Gespräch, das Alexander Kluge mit der Autorin geführt hat:
dctp.tv

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Sigmar Salzburg
16.07.2015 09.56
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Wolfgang Prabel

Der Bausatz des Dritten Reiches:
Die deutsche Kulturrevolution 1890 bis 1933


[Kindle Edition] EUR 9,99 Inkl. MwSt. und kostenloser drahtloser Lieferung
(Das Buch ist nur als Elektronik-Ausgabe erhältlich)

Vera Lengsfeld hat auf der Achse des Guten aus dem Buch zitiert:

Die Wurzeln der Unmenschlichkeit waren schon tief im Zeitgeist des Spätkaiserreichs und der sogenannten Goldenen Zwanziger Jahre verankert. Der Bausatz der NS-Ideologie aus ökologischen und ökonomischen Irrlehren wurde vollständig vor dem Ersten Weltkrieg entwickelt…
Adolf Hitler zimmerte aus dem nietzscheanischen Elitarismus, dem vermeintlichen Produktionsstreik der Natur, aus paranoider Aversionen gegen den Zins und die Banken, aus Antisemitismus und Verstaatlichungsphantasien, aus Volksbildung und Volksgesundheit, aus Ariosophie, Mutterschutz und Sportpflicht, aus Tierschutz, Vegetarismus und Katastrophenglauben, aus Angst vor großen Kaufhäusern und dem Freihandel, aus Rassenlehre und Euthanasie seine 25 Punkte als Parteiprogramm und seine spätere Regierungspraxis.

Die Leseprobe bei Amazon fährt fort:

Das Ergebnis dieser Politik war 1945 für die Deutschen so ernüchternd, daß der Neue Mensch und die Jugendbewegung mehr als ein Jahrzehnt Sendepause hatten.

Wolfgang Prabel veröffentlicht also in der bewährten Rechtschreibung, wie wir auch hier schon feststellen konnten. (Einzelne Reform-Einsprengsel sind anscheinend heute unvermeidlich.)

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Sigmar Salzburg
15.07.2015 14.06
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Karl-Theodor Zauzich

Hieroglyphen mit Geheimnis
Neue Erkenntnisse zur Entstehung unseres Alphabets

Verlag Philipp von Zabern WBG, Darmstadt 2015,
176 Seiten, gebunden, 19,95 Euro

Die „Sprachwelt“ Sommer 2015 schreibt:
Unsere Buchstaben lassen sich in ihrer Form von den Hieroglyphen herleiten. Dieser Überzeugung ist der Ägyptologe Karl-Theodor Zauzich und widerspricht damit der gängigen Lehrmeinung. Zauzich ist einer der führenden Hieroglyphen-Experten. Bis 2004 lehrte er Ägyptologie an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Nach 40 Jahren Forschung glaubt Zauzich, für seine Theorie den Nachweis führen zu können... „Wir alle schreiben und lesen Zeichen, die ursprünglich Hieroglyphen waren!“ Die Namen der Buchstaben seien die ägyptischen Erklärungen dieser Hieroglyphen, teils in semitischer Übersetzung. Das Buch geht den Weg vom Bild zum Buchstaben und enthüllt das Geheimnis, aus welchen Hieroglyphen unsere Buchstaben entstanden sind. Es ist in leichtverständlicher Sprache und angenehmer traditioneller Rechtschreibung geschrieben....

Vom gleichen Autor im gleichen Verlag:
„Hieroglyphen ohne Geheimnis“
Darmstadt 1980, 12. Auflage 2012,
130 Seiten, 19,99 Euro.

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Sigmar Salzburg
01.05.2015 12.59
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Selma Lagerlöf

Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden

Vollständig aus dem Schwedischen übersetzt von Thomas Steinfeld und von ihm mit einem umfänglichen Essay versehen. Bereichert mit den Abbildungen von Bertil Lybeck aus der schwedischen Ausgabe von 1931
(Die Andere Bibliothek, Band 359)
Gebundene Ausgabe – 7. November 2014
Kindle Edition EUR 14,99
Gebundene Ausgabe ab EUR 114,00

Leseprobe

Der Wichtel

Sonntag, der 20. März

Es war einmal ein Junge. Er war vielleicht 14 Jahre alt, lang und schlaksig und flachshaarig. Viel taugte er nicht: Am liebsten schlief oder aß er, und am zweitliebsten trieb er Unfug.

Jetzt war es Sonntagmorgen, und die Eltern des Jungen waren dabei, sich zurechtzumachen, um zur Kirche zu gehen. Der Junge aber saß im Hemd auf der Tischkante und dachte, wie gut es sei, daß Vater und Mutter beide fortgingen. So könne er ein paar Stunden machen, was er wollte. »Dann kann ich Vaters Gewehr herunterholen und ein bißchen schießen, und es redet mir keiner hinein«, sagte er zu sich selbst.
Doch beinahe war es, als ob Vater die Gedanken des Jungen erraten hätte. Denn gerade als er auf der Schwelle stand, zum Gehen bereit, hielt er inne und wandte sich ihm zu. »Da du nicht mit Mutter und mir in die Kirche gehen willst«, sagte er, »finde ich, daß du zu Hause wenigstens die Predigt lesen kannst. Verspricht du, daß du das tust?« »Ja«, sagte der Junge, »das kann ich wohl tun.« Aber er hatte natürlich nicht vor, mehr zu lesen, als wozu er Lust hatte.

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Sigmar Salzburg
21.04.2015 08.35
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Angela Pabst

Kaiser Augustus
Neugestalter Roms

Reclam 2014
280 S. 2 Ktn.
Geb. mit Schutzumschlag. Format 12,2 x 19,5 cm
ISBN: 978-3-15-010988-5
19,95 Euro

Leseprobe

Der Mann mit den vielen Namen

Eine Gebrauchsanleitung zu diesem Buch

Wer sich mit Kaiser Augustus befassen möchte, findet sich gleich zu Beginn seiner Arbeit mit einem ungewöhnlichen Problem konfrontiert. Tatsächlich liegt bei dieser Person nämlich der mehr als seltene Fall vor, daß ein Mensch keinen einzigen (!) seiner Namensbestandteile über sein ganzes Leben hin geführt hat. Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, daß in Rom bis zu drei Namensbestandteile von Geburt an zur Verfügung standen… Damit ist bereits einer der Schwerpunkte der folgenden Darstellung angedeutet. Im wesentlichen verfolgt sie drei Ziele: Zum einen soll eine Annäherung an den Menschen Augustus versucht, sollen einige seiner Charakterzüge herausgearbeitet, die Merkmale seiner Persönlichkeit bestimmt werden. Bei einer Gestalt der Geschichte versteht es sich von selbst, daß sie hierbei auch als Kind ihrer Zeit zu betrachten ist. Dies soll zweitens mit einer Orientierung über Arbeitsmethoden der Forschungsdisziplin der Alten Geschichte einhergehen, die es auch der Leserschaft außerhalb der Fachwissenschaft ermöglicht, den Weg nachzuvollziehen, auf dem wir heute Erkenntnisse über den vor 2000 Jahren verstorbenen Kaiser gewinnen können...

Prof. Dr. Angela Pabst (* 1957 ) ist Althistorikerin an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg

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Sigmar Salzburg
20.03.2015 19.27
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Christian Meier

Der Historiker und der Zeitgenosse
Eine Zwischenbilanz


Siedler Verlag, München 2014
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
224 Seiten, 12,0 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-8275-0048-9
€ 16,99

Leseprobe

Abschiedsvorlesung
19. Juli 2012,
Ludwig-Maximilians-Universität München

Génoito d’an pan en toi makroi chronoi, alles kann passieren (oder auch entstehen) im Laufe einer langen Zeit. So liest man es bei Herodot, dem Vater der Historie (5, 9,3).
Alles treibt die lange, unzählbare Zeit (ho makros kanarithmetos chronos) hervor aus dem Verborgenen, und das ins Licht Getretene verbirgt sie wieder. Nichts, was man nicht zu erwarten hätte. So heißt es bei Sophokles im Aias (646ff.), etwa eine halbe Generation zuvor.
Und etwa 200 Jahre davor hatte Archilochos (74 D.) gedichtet; nichts sei aëlpton, also unerwartbar, unmöglich, seit Zeus die Mittagszeit in Nacht verwandelt und der hellen Sonne Licht sich verbergen ließ. Kalte Angst beschlich da die Menschen.
Alle drei Aussagen laufen auf das gleiche hinaus: Man muß, zumindest im Laufe der Zeit, mit allem rechnen. Die Anlässe, die die Autoren zu dieser Art Feststellung bringen, sind unterschiedlich. Archilochos hatte gerade eine Sonnenfinsternis erlebt…

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Sigmar Salzburg
18.03.2015 10.24
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Alexander Demandt

Der Baum
Eine Kulturgeschichte


2., überarbeitete und erweiterte Aufl. 2014, 470 S.
50 s/w- und 45 farb. Abb.
Preis: € 29.90
978-3-412-22217-8

Die Bedeutung des Baumes ist so vielschichtig wie die Anzahl der Jahresringe. Als Naturdenkmal prägt er Landschaften, ist wichtiger Rohstoff und gilt als Symbol für das Leben. In Mythen, heiligen Schriften, Märchen, in der Musik, der Literatur, der Bildenden Kunst, der Philosophie, in allen Kulturen und Zeiten kommt dem Baum eine überragende Bedeutung zu. Darüber hinaus ist er mit zahlreichen Bräuchen verbunden: der Baum, der zur Geburt eines Kindes gepflanzt wird, der Maibaum, der Weihnachtsbaum.

Der Historiker Alexander Demandt behandelt Baum, Wald und Holz in den Religionen, im Brauchtum und Schriftgut, im Denken und Reden und auf allen Gebieten der Literatur und der Kunst von der Antike bis zur Gegenwart. Das materialreiche Buch ist die lange erwartete, erweiterte und vertiefte Neubearbeitung seines Standardwerks „Über allen Wipfeln. Der Baum in der Kulturgeschichte“ (2002).

http://www.boehlau-verlag.com/978-3-412-22217-8.html

Leseprobe.pdf

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Sigmar Salzburg
07.03.2015 09.25
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André Müller sen., Peter Hacks

Der Briefwechsel 1957–2003
herausgegeben von Kai Köhler und Johannes Oehme
,
Eulenspiegel-Verlag, Berlin 2015,
ca. 1120 Seiten, ca. 49,99 Euro,
erscheint voraussichtlich Ende März.

An Müller 10.6.2000
Liebster André, wie das Wetter hier ist, weißt Du; denn jedes Wetter erreicht uns mit eintägiger Verzögerung aus der Eifel [...] Ich habe über den Briefwechsel nachgedacht. Das Herausgabeprinzip kann nur sein: keine Silbe fälschen, keinen Buchstaben verrücken. Weglassungen von Beleidigungen dieser oder jener unserer Freundinnen sind als Weglassungen zu kennzeichnen. Ein Problem bleibt die Rechtschreibung, und ich schlage vor, in dem Punkt für Dich und mich getrennte Verfahren anzuwenden und auszuweisen. Ich, der ich den Anspruch erhebe, deutsch zu schreiben, bleibe in Rechtschreibung und Zeichensetzung unverändert, einbegriffen meine Fehler. Du, dem das alles völlig wurst ist, sollst durchgehend ins Deutsche übersetzt sein, aber – so schlage ich vor – als Zeichen Deiner souveränen Willkür mögest Du dulden, daß sämtliche Eigennamen so dastehn, wie Du sie schreibst, und die richtige Schreibweise in Klammern dahinter.[...]
[Peter]

jungewelt.de 7.3.2015 (sonst leider seit Okt. 14 in der häßlichen ss-Reformschreibung)

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Sigmar Salzburg
06.03.2015 20.02
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Thomas Brasch

»Die nennen das Schrei« – Gesammelte Gedichte
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Martina Hanf und Kristin Schulz


Erschienen: 9.2.2015 Suhrkamp
Klappenbroschur,
1029 Seiten 28,00 €
ISBN: 978-3-518-42453-7

Inhalt
Thomas Brasch, Dichter, Dramatiker, Filmschaffender und Übersetzer, ist eine der markantesten Figuren der jüngeren deutschen Literatur. Vom Widmungs- und Gelegenheitsgedicht über Ballade und Lied bis hin zu Stückcollagen und Fototext – die Gesammelten Gedichte ermöglichen es zum ersten Mal, sich ein umfassendes Bild seines im Verlauf von 40 Jahren entstandenen lyrischen Werks zu machen...
Leseprobe

Lt. Wikipedia wurde nach Braschs Tod bekannt, daß er 1976 durch Anetta Kahane (damals IM der DDR-Staatssicherheit, jetzt Vorstand Amadeu Antonio Stiftung) denunziert wurde: „Zu den Feinden der DDR gehören in erster Linie Klaus Brasch und Thomas Brasch.“

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Sigmar Salzburg
15.01.2015 15.59
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Esther Kinsky

Am Fluß
Matthes & Seitz Berlin 2014
Gebundene Ausgabe EUR 22,90

1

König


In der Zeit vor meiner Abreise aus London begegnete ich dem König. Ich sah ihn abends, im türkisen Dämmer. Er stand am Eingang des Parks und schaute nach Osten, dorthin, wo bereits ein tiefes dunstiges Blau aufstieg, während in seinem Rücken der Himmel leuchtete. Aus dem Schatten der Büsche am Tor kam er mit kleinen lautlosen Schritten an den Rand der Rasenfläche, über der um diese Tageszeit die vielen Raben des Parks aufgeregt kreisten.

Der König streckt die Hände aus, und die Raben sammelten sich um ihn. Manche ließen sich kurz flügelschlagend auf seinen Armen, seinen Schultern und Händen nieder, stiegen wieder auf, entfernten sich ein Stück, kamen zurück. Vielleicht wollte oder mußte jeder einzelne Vogel ihn einmal berühren. So, von den vielen Vögeln umgeben, begann er die ausgestreckten Arme in leichte Schwing- und Kreisbewegungen zu versetzen, als wohnte in ihnen eine Erinnerung an Flügel...

Rezension in der FAZ:

Esther Kinskys Roman „Am Fluß“ Räbinnenschnäbel und andere famose Worte
Mit diesem Buch steht sie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises: Esther Kinskys Roman „Am Fluß“ etabliert mit einem Schlag nicht nur eine neue Sprache, sondern auch ein altes Genre.
Katharina Teutsch faz.de 30.08.2014

Frau Teutsch zitiert nur den Titel in richtiger Rechtschreibung.
Das Titelblatt selbst verwendet je nach Ausgabe die Schreibweise „Am Fluß“ oder „Am Fluss“.

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Sigmar Salzburg
22.11.2014 15.02
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Michael Klonovsky

Aphorismen
und Ähnliches

Karolinger Verlag
Wien u. Leipzig 2014
125 Seiten, gebunden
ISBN 978 3 85418 159 0
EUR 18,90/CHF 27,50

karolinger.at

Vorbemerkung
Eckard Henscheid begründete seine Vorhalte gegenüber der Gattung Aphorismus einmal damit, es sei ihm suspekt, daß der Sentenzenmacher nach jedem seiner Sätze gewissermaßen stolz und beifallheischend in die Runde schaue. Aus diesem Dilemma führt auch über die vorliegende Sammlung kein Weg, nur soll eine Einschränkung von vornherein angemerkt werden: Der Autor nimmt keinerlei Originalität für sich in Anspruch. Seine Aphorismen reagieren entweder auf alltägliche Belästigungen durch die Plagegeister der egalitaristischen Welttendenz oder verlängern altbekannte Gemeinplätze auf dem Umweg einer Neuformulierung in die Gegenwart...


Damit die Trottel dieses Planeten ihre Trivialitäten endlich in Echtzeit austauschen können, mußte der technische Genius des Menschen einen erstaunlichen Höhenflug absolvieren.

Wenn die Schimpansen sprechen könnten, würden sie wohl als erstes ihre Gleichstellung fordern.

Täglich bringt der Kampf gegen die Syntax neue Helden hervor.

„Burn out“, das paßt allenfalls auf Dresden im Februar 1945.

Verbrechen, lehrt der bundesrepublikanische Katechismus, haben soziale Ursachen, sofern sich bei den Tätern keine rechte Gesinnung auftreiben läßt.

Die Reformierung einer ehrwürdigen Institution hat in der Regel zur Folge, daß sie schneller veraltet.

Siehe auch hier.

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