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Sigmar Salzburg
28.08.2014 13.11
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Carlo Ginzburg

Der Käse und die Würmer
Die Welt eines Müllers um 1600
Aus dem Italienischen von Karl F. Hauber.
Wagenbach Taschenbuch 2011, 7. Auflage
208 Seiten, 11,90 €



Verlagswerbung:
Carlo Ginzburg rückt hier erstmals die Mentalität und das Weltbild eines Individuums ins Zentrum. Ein zentrales Buch der neueren Geschichtsschreibung.
Das Buch erzählt die Geschichte des Müllers Menocchio, der 1584 vor der Inquisition bekennt: »Ich habe gesagt, dass, was meine Gedanken und meinen Glauben anlanget, alles ein Chaos war, nämlich Erd’, Luft, Wasser und Feuer durcheinander. Und jener Wirbel wurde eine Masse, gerade wie man den Käse in der Milch macht, und darinnen wurden Würm’, und das waren die Engel.«
Ginzburg nimmt die Erzählungen des Müllers nicht nur ernst, sondern er rekonstruiert mit ihnen eine ganze Vorstellungswelt: die der vermeintlich illiteraten Unterschicht...


Keine Angst! Das Buch ist 1990 als Wagenbach-Taschenbuch erschienen und wurde auch noch in der 7. Auflage unverändert in der ästhetischen Kulturrechtschreibung gedruckt. Lediglich auf S.139 ist zu lesen:

Sieben oder acht Jahre vorher ... hatte Menocchio ausgerufen: »Wenn Christus Gott gewesen wäre, wäre er einer gewesen ..., der sich ans Kreuz hätte schlagen lassen.« »Er äußerte sich nicht darüber, was Christus gewesen ist«, fügte der Wirt hinzu, »aber ich verstand, daß er sagen wollte, Christus sei ein Tollpatsch gewesen, um dies häßliche Wort zu sagen...«

(Man sieht, wie notwendig eine Reform der herkömmlichen Tolpatsch-Schreibung war!)

Domenico Scandella, genannt Menocchio, geboren etwa 1530, Müller in Montereale in Friaul, konnte lesen, reden und seine eigenen Gedanken zur Religion nicht für sich behalten. Diese sind in den gut erhaltenen Prozeßakten des Inquisitionstribunals dokumentiert, das ihn 1584 zu lebenslänglich Kerker verurteilte. 1586 wurde er unter Auflagen begnadigt, aber 1598 wieder von der Inquisition ergriffen:

Das Oberhaupt der katholischen Welt, der Papst Clemens [der Milde] VIII. in Person, wandte sich zu Menocchio hinab, der ein krankes Glied am Leibe Christi geworden war, um seinen Tod zu fordern. In den gleichen Monaten ging in Rom der Prozeß gegen den ehemaligen Mönch Giordano Bruno zu Ende...

Widerstand gegen so starke Pressionen zu leisten war unmöglich: Und kurz danach wurde Menocchio getötet. Wir wissen es mit Sicherheit aus der Aussage eines gewissen Donato Serotino, der am 6. Juli 1601 dem Kommissar des Inquisitors von Friaul sagte, er habe sich in Pordenone befunden, kurz nachdem »durch das Inquisitionsgericht ... Scandella hingerichtet worden« war...

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Sigmar Salzburg
14.06.2014 07.41
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Peter Sloterdijk

Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
Ein Schwarzbuch über die Zukunft

Was treibt die Menschheit voran? Entwickelt sie sich von Niederem zu Höherem? Orientiert sich Fortschritt an Lehren aus der Geschichte? Ist Geschichte als Progression der und in der Freiheit zu begreifen?

Suhrkamp (erscheint: 16.06.2014)
Gebunden, 489 Seiten, 26,95 €


Vorbemerkung
Von Erbe, Sünde und Moderne
Der Mensch ist das Tier, dem man die Lage erklären muß. Hebt es den Kopf und blickt es über den Rand des Offensichtlichen, wird es vom Unbehagen am Offenen bedrängt. Unbehagen ist die angemessene Antwort auf den Überschuß des Unerklärlichen vor dem Erschlossenen...

suhrkamp.de

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Sigmar Salzburg
12.04.2014 06.57
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Sibylle Lewitscharoff

Killmousky
Roman

Suhrkamp 2014 – 19,95 €
[Ein Katzenkrimi]

Er lag im Bett. Bis vor kurzem katte Killmousky neben ihm geschlafen. Es war eine ganze Weile her, genauer gesagt, es hatte sich in einer Sonntagnacht im Mai 2011 zugetragen: der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, wie es am Schluß von Casablanca heißt...

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Sigmar Salzburg
29.03.2014 09.34
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Akif Pirinçci

Deutschland von Sinnen
Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer

Manufactum 2014
Lichtschlag in der Edition Sonderwege
Klappenbroschur, ca. 278 Seiten, 17,80 €
ISBN 978-3-944872-04-9

1969 sind meine Eltern mit uns Kindern und einem Pappkoffer in der Hand in dieses Land gekommen. Die Türkei bot uns nichts, keine Chance, keine erste und keine zweite, einfach gar nichts. Wir waren so arm, daß wir uns am Ende nicht einmal mehr Holz oder Kohle zum Heizen für den Winter leisten konnten. Wir empfanden es als unfaßbares Geschenk, daß Deutschland uns aufnahm. Hätte man uns gebeten, wir hätten ihm auf den Knien gedankt. Aber das tat man nicht. Man gab uns nur zu verstehen: Arbeitet, geht zur Schule, macht etwas aus eurem Leben, ihr seid uns nichts schuldig, außer vielleicht, daß ihr ein produktiver, kreativer und bereichernder Teil dieses Landes werdet...

In der Süddeutschen ist am 22.3. schon ein wohlwollender Bericht erschienen, der sicher nicht so ausgefallen wäre, wenn der Autor Sarrazin geheißen hätte. Das obige Zitat wurde dort in die „leichter erlernbare“ neue Rechtschreibung übersetzt.

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Sigmar Salzburg
28.03.2014 07.05
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Hannah Bethke

Das politische Denken Arnold Brechts
Eine transatlantische Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts

Duncker & Humblot, Berlin 2013
ISBN-13: 978-3428139989, EUR 98,90

Arnold Brecht (1884–1977) ist in der heutigen sozialwissenschaftlichen und historischen Forschung weitgehend in Vergessenheit geraten. Als überzeugter Demokrat und Beamter in der höheren Verwaltung der Weimarer Republik mußte er 1933 nach New York emigrieren, wo er eine Professur für Politikwissenschaft wahrnahm. Die Autorin fragt nach den Grundzügen und Leitmotiven im politischen und wissenschaftlichen Denken Brechts und verfolgt dabei das Ziel, sein Werk systematisch zu erschließen und es wissenschaftsgeschichtlich, biographisch und historisch-politisch zu kontextualisieren. Dabei werden Fragen des Beamtenrechts und der Verwaltungsgeschichte ebenso erörtert wie die Debatte über die Wertfreiheit in den Sozialwissenschaften; auch rechtstheoretische Themen, der Prozeß »Preußen contra Reich« im Jahr 1932, Brechts Haltung zur Schuldfrage nach 1945 und sein Wirken im Kontext der Emigrationsforschung werden ausführlich untersucht.

Hannah Bethke, geb. 1980, studierte Politikwissenschaft und Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. 2012 wurde sie an der Universität Leipzig mit einer Arbeit über Arnold Brecht promoviert. Seit dem Wintersemester 2010/11 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Greifswald.

Siehe auch ihren Beitrag zum Verfall der Schreibfertigkeiten der Studenten in FAZ.net 27.3.2014, gekürzt hier bei Elternverein.

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Sigmar Salzburg
24.03.2014 08.16
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Christian Morgenstern

Alle Galgenlieder
illustriert von Hans Ticha

edition Büchergilde, 368 Seiten, 28 €

So wie von Ticha illustriert, hätte Morgenstern sich vielleicht seine Figurenwelt vorgestellt. Kongenial, wie Ticha den Nachtwindhund das Neumondweib jagen, das Vierviertelschwein tanzen und das Perlhuhn seine Perlen zählen läßt. Und endlich sehen Sie, wie Palmström von einem Kraftfahrzeug überfahren wird – was aber nur ein Traum sein darf, denn Sie kennen ja sicherlich die zum geflügelten Wort emanzipierten Schlußzeilen des Gedichts: »Weil, so schließt er messerscharf,/ nicht sein kann, was nicht sein darf.«

Klaus Nilius in Ossietzky 6/14, ebenfalls in der richtigen Rechtschreibung.

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Sigmar Salzburg
10.03.2014 06.57
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Peter Scholl-Latour

Die Welt aus den Fugen
Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart
Propyläen 2012
400 Seiten

Vielleicht muß man am Rande der Wüste Gobi vor den Ruinen der Paläste des Karakorum stehen, wo die Großkhane der Mongolen einst ihre Allmacht zelebrierten, um sich des unvermeidlichen Erschöpfungsprozesses, der fatalen Folgen der überdimensionalen Ausdehnung bewußt zu werden, der zunächst die ermatteten europäischen Kolonisatoren, dann die vergreiste Führungsmacht der Sowjetunion erlagen, während manche Auguren der USA im Hinblick auf den eigenen Niedergang von bangen Ahnungen heimgesucht werden.

Peter Scholl-Latour wurde am Sonntag 90 Jahre alt .

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Sigmar Salzburg
05.02.2014 17.46
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Martin Mosebach

Das Blutbuchenfest
Roman
Carl Hanser Verlag 2014
448 Seiten; 24,90 Euro.

Neuntes Kapitel
Die Würde im Dunkeln bewahren
Markus gar hielt es für angemessen, daß Herr Breegen ihren Freund Sascha Wereschnikow so respektierte, wie sie selbst das tat, und nicht auf ihn herabsah, bloß weil Sascha nicht wußte, daß sie auch Breegens Geliebte war. Männer hatten das manchmal an sich: jemanden zu verachten, weil man mit dessen Frau schlief. Im übrigen hatte er noch nicht ein einziges Mal mit ihr im buchstäblichen Sinne geschlafen, weil er sie meist am Nachmittag besuchte und höchstens einmal fünfzehn Minuten einnickte, wenn er sich nach dem anstrengenden Liebesgeschäft entspannte...

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Sigmar Salzburg
30.01.2014 08.04
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Akif Pirinçci

Deutschland, Deutschland, unter alles
(Auszug aus Akif Pirinçcis im März 2014 erscheinenden Buch “Deutschland, Deutschland, unter alles”) ...

Es ist Punkt sechs Uhr morgens am fünfzehnten November im Jahre 2030 in einer mitteleuropäischen Großstadt. Natürlich besitzt das Land einen Namen, und zwar Deutschland, und auch der Name der Stadt ist bekannt. Doch die ursprünglichen Namen sind nicht nur aus dem allgemeinen Bewußtsein getilgt, sondern es ist bei Androhung von Peitschenhieben verboten, sie in der Öffentlichkeit auszusprechen, weil sie nicht muslimisch klingen und zwangsläufig eine Beleidigung des Propheten darstellen. Seltsamerweise keine Folge durch die Einführung der Scharia, sondern der Ausweitung der Antidiskriminierungsgesetze aus dem Jahre 2023 durch die EU. Es ist eines der frostigsten November, den man in Eurabia erlebt hat. Die Temperatur schwankt zwischen zwei Grad Celsius am Tag und Minus sechs in der Nacht.

wordpress.com pdf

Nicht immer konnte der Autor seine gewohnte Rechtschreibung, wie man sie von seinen persönlichen Veröffentlichungen kennt, auch bei den Verlagen durchzusetzen. Ob es diesmal gelingt, bleibt abzuwarten.

Nachtrag am 29.3.14: Das Buch ist inzwischen erschienen, aber unter dem Titel „Deutschland von Sinnen“. Die zitierte Passage steht auf S. 68.

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Sigmar Salzburg
19.12.2013 14.34
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Rüdiger Safranski

Goethe
Kunstwerk des Lebens

Biographie
Carl Hanser Verlag 2013

Aus der Vorbemerkung
Goethe ist ein Ereignis in der Geschichte des deutschen Geistes – Nietzsche meinte, ein folgenloses. Doch Goethe war nicht folgenlos. Zwar hat die deutsche Geschichte seinetwegen keinen günstigeren Verlauf genommen, aber in anderer Hinsicht ist er überaus folgenreich, und zwar als Beispiel für ein gelungenes Leben, das geistigen Reichtum, schöpferische Kraft und Lebensklugheit in sich vereint. Ein spannungsreiches Leben, dem einiges in die Wiege gelegt war, das aber auch um sich kämpfen mußte, bedroht von inneren und äußeren Gefahren und Anfechtungen. Was immer wieder fasziniert, ist die individuelle Gestalt dieses Lebens. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Heute sind die Zeiten nicht günstig für die Entstehung von Individualität. Die Vernetzung aller mit allen ist die große Stunde des Konformismus. Goethe war mit dem gesellschaftlichen und kulturellen Leben seiner Zeit aufs innigste verbunden, aber er verstand es, ein Einzelner zu bleiben...

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Sigmar Salzburg
14.11.2013 12.20
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Jörg Baberowski

Verbrannte Erde.
Stalins Herrschaft der Gewalt

München 2012 (C. H. Beck-Verlag), 606 S., 29,95 €

Stalins Terror verwandelte Millionen Menschen in seelische Krüppel, weil er sie zwang, sich in einer Ordnung des Mißtrauens und der Furcht einzurichten... Im Juli 1937 verschickte der Diktator Telegramme an die Parteiführer in den Provinzen, in denen er genaue Anweisungen gab, wer zu erschießen und wer zu deportieren sei. ... Allein 40.000 Menschen wurden auf diese Weise, im »Albumverfahren«, getötet. Nirgendwo wagten es die subalternen Beamten, Todesurteile ohne Zustimmung des Diktators zu vollstrecken. Sie mußten um Erlaubnis fragen, wenn sie die Zahl der Opfer erhöhen wollten... Der Exzeß war die Lebensform des Diktators. Jede Tötungsaktion wurde in dem Wissen vollbracht, daß der Despot im Kreml Gefallen an ihr fand... Nichts ... deutet darauf hin, daß Stalin ein Täter war, der ideologischen Zwängen gehorchte ... Stalin war vielmehr ein Mörder, dem es Freude bereitete, zu zerstören und zu verletzen ...

Siehe auch die Rezension bei hpd.de.

Leseprobe pdf

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Sigmar Salzburg
22.10.2013 17.39
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Kurt Flasch

Warum ich kein Christ bin
Bericht und Argumentation.

C.H. Beck Verlag, München 2013. 280 S., geb., 19,95 €

Es liegt nicht an mir, daß das Christentum alt aussieht. Seine Anfänge liegen 2000 Jahre zurück. Natürlich hat es nicht schon deswegen unrecht, weil es antik ist. Die Geometrie ist noch älter. Die griechische Philosophie ebenso. Auch sie hat ihre Traditionslast. Auch von dieser muß hier die Rede sein, denn Philosophie und Geschichtsforschung haben meine Kinderzweifel am christlichen Glauben großgezogen...

Hans Maier, ehemaliger Kultusminister, auch Auftraggeber für die Reform „des Längeren“, zeigt in dem von der Traditionsschreibung abgefallenen Kirchenblatt FAZ kein Verständnis für seinen ehemaligen Glaubensbruder, der noch im hohem Alter den Absprung gewagt hat:

25.08.2013 • Bis zum Atheisten will er es nicht mehr bringen: Der Mainzer Philosophiehistoriker Kurt Flasch erklärt, warum er vom Christentum abgefallen ist. Von Theologen lässt er sich dabei leider nicht helfen...
Es ist ja verhältnismäßig leicht – und wird schon des Längeren geübt –, aus den biblischen Texten Einzelnes herauszugreifen, was auf heutige Gemüter verstörend und abschreckend wirkt, und die kritische Aufmerksamkeit darauf zu richten...

faz.net 25.8.2013
Siehe auch die Rezension bei hpd.de

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Sigmar Salzburg
15.10.2013 13.15
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Botho Strauß

Lichter des Toren
Der Idiot und seine Zeit

Diederichs Verlag, München 2013 [Random]

MIT SEINEM BRUDER, EINEM KRETIN, ging der Junge die Landstraße hinaus. Wie steif und verordnet er schritt! Nicht mal hätte man sagen können, wer von beiden der Ältere war, der Begleiter oder das rundköpfige, tapsige Wesen, das er ausführte, eines von seinem eigenen Fleisch und Blut. Der Idiot hielt seinen Kopf gesenkt, und es lächerte ihn grundlos, im wesentlichen und schlechthin. Der Imbezille ist jemand ohne Stab (bacillum). Der gerade Bruder war ihm einer, er ging bei ihm eingehängt. Manchmal zuckte der Gerade mit dem Arm, so wie eine steife Gattin ihren betrunkenen Mann vom Torkeln abhält und an sich zieht. Ja, er riß sogar an ihm und zerrte ihn in einen festeren Schritt...

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Sigmar Salzburg
05.08.2013 10.07
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Reformfrei

Siegfried Lenz
Die Nacht im Hotel
Illustrationen von Joelle Tourlonias
cadeau 2013
(Die Kurzgeschichte selbst erschien schon vor über 60 Jahren)

Hans Küng
Was bleibt
Kerngedanken
Piper 2013

Wolfgang Prinz
Selbst im Spiegel
Die soziale Konstruktion von Subjektivität
Suhrkamp 2013

Jan-Werner Müller
Das demokratische Zeitalter
Eine politische Ideengeschichte Europas im 20. Jahrhundert
Suhrkamp 2013

Philippe Van Parijs
Sprachengerechtigkeit
für Europa und die Welt
Suhrkamp 2013

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Sigmar Salzburg
04.06.2013 16.52
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Sibylle Lewitscharoff

Blumenberg
Suhrkamp 2011

„… Blumenberg wußte sofort, daß hier viel falsch zu machen war und nur eines richtig: abwarten und Fassung behalten. Er wußte auch, daß in Gestalt des Löwen eine außerordentliche Ehre ihm widerfuhr …“

Büchner-Preis für Sibylle Lewitscharoff
SPIEGEL ONLINE – 04.06.2013
Ehrung für eine phantasievolle, intelligente Erzählerin: Sibylle Lewitscharoff wird mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Zuletzt veröffentlichte die Schriftstellerin „Blumenberg“, einen tollkühnen Roman über den Philosophen Hans Blumenberg …

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