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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Bei „aufwändig“ könnte ich die Wand hochgehen
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Sigmar Salzburg
21.05.2009 19.48
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Der Todesschütze, der die 68er-Revolte auslöste

DIE WELT online:
Es war ein Schuss, der Deutschland veränderte. Am 2. Juni 1967, einem lauen Frühsommertag, eskalierte eine Demonstration gegen den Schah von Persien vor der Deutschen Oper in West-Berlin. Die Polizei reagierte über

Karl-Heinz Kurras soll ein Spitzel der DDR-Staatssicherheit gewesen sein. Der 1927 geborene Polizist soll sich am 26. April 1955 zur inoffiziellen Mitarbeit beim DDR-Geheimdienst verpflichtet haben, …

Das sind die brisanten Erkenntnisse, die der Aufsatz „Der 2. Juni 1967 und die Staatssicherheit“ der beiden Historiker Cornelia Jabs und Helmut Müller-Enbergs enthält. Im Rahmen einer aufwändigen Recherche in den Stasi-Unterlagen fanden die beiden Mitarbeiter der Stasi-Unterlagenbehörde Dokumente wie die eigenhändige Verpflichtungserklärung von Kurras, sein SED-Parteibuch und mehrere Beurteilungen der Arbeit des Spitzels …

WELT 21.5.09

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Christoph Kukulies
15.07.2008 13.36
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Überschwang

Mir fällt übrigens auch auf, daß die „Sueddeutsche“ penetrant „überschwänglich“ schreibt, während ich „aufwändig“ dort nicht mehr finde.


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Christoph Kukulies

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Sigmar Salzburg
15.07.2008 12.49
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Wendigkeit?

Der „Focus“ zeichnete sich eine Zeitlang durch besondere Unterwürfigkeit in Sachen Reformschreibung aus – möglicherweise, um daraus einen geringen Vorteil gegenüber dem Konkurrenzblatt „Spiegel“ zu ziehen. Während z.B. die Telekom in ihrer Dienstanweisung das (auch nach der „Reform“) zulässige „aufwendig“ bevorzugte, sollte nach der Focus-Hausorthographie nur das reform(un)sinnige „aufwändig“ verwendet werden. Zwischen dem 21. Februar 2000 und dem 2. Juni 2004 kam in den Focus-Berichten 141mal „aufwändig“ vor, aber kein einziges Mal „aufwendig“.

Inzwischen befindet sich der „Focus“ auf dem Wege der Besserung:

14.07.2008 | ... das „Blutbad“ des Drachentöters Siegfried. Einer der berühmtesten deutschen Stummfilme, „Die Nibelungen“ von 1924, wird zurzeit aufwendig restauriert. ...
http://www.focus.de/kultur/kino_tv/die-nibelungen-stummfilm-epos-wi...

08.07.2008 | Den Platz der Republik für das Gelöbnis abzusperren sei zu aufwendig. ...


http://www.focus.de/panorama/diverses/bundeswehr-geloebnis-bezirk-m...



– geändert durch Sigmar Salzburg am 20.07.2008, 09.04 –
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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
11.06.2008 06.23
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... kurz vor der „Wände“

FKK in der DDR
[Bild]
Gut in Form: Zwei Frauen aalen sich am 5. September 1988 an der Ostsee in den letzten Sonnenstrahlen des Sommers. Während sich der DDR-Kulturminister Johannes R. Becher in den fünfziger Jahren vor provokativ zur Schau gestellten „deformierten Körpern“ fürchtete, hätte er bei diesem Anblick gegen FKK vermutlich nichts einzuwänden gehabt.

Spiegel online „Eines Tages“, gefunden 11.6.08

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Norbert Lindenthal
25.10.2006 15.09
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Sinn

Bei Google.de finden sich:

ergibt Sinn
19.500
ergibt keinen Sinn
53.100

Sinn hatte ich bisher so verstanden, daß er ein Ergebnis vieler Einzelheiten ist, die zwar bedacht, aber nicht gemacht oder vom einzelnen beherrscht werden können. Im sprachlichen Zusammenspiel zwischen mehreren Personen kommen schnell so viele Einzelheiten ins Spiel, daß sie nicht alle selbstverständlich von jedem ganz überblickt werden. Sinn ergibt sich nach meinem Verständnis als Ergebnis, das von mehreren als solcher empfunden wird.

Erst in jüngerer Zeit versuchen sich einzelne, Sinn zu machen. Und in frühere Zeiten reicht Google nicht zuverlässig zurück. Die Zahlen oben erzählen demnach auch ihre eigene Geschichte, oder?
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Norbert Lindenthal

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Detlef Lindenthal
24.10.2006 08.41
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Bei Google.de finden sich:

hat Sinn
57.600
hat keinen Sinn
283.000
macht Sinn
569.000
macht keinen Sinn
369.000
gibt Sinn
877
gibt keinen Sinn
12.000
bekommt Sinn
590
bekommt keinen Sinn
23

Kann mir jemand einen Reim darauf machen?
__________________
Detlef Lindenthal

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Detlef Lindenthal
13.10.2006 15.51
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Sinn machen?

Bisher „erlaubt“ oder üblich:
– Das hat (durchaus) Sinn. Er hat Sinn für Humor.
– Das hat (überhaupt) keinen Sinn.
– Mir steht der Sinn nach Abwechslung.
– Das will mir nicht in den / aus dem Sinn.


Aus deutschen Liedern:

Drum schlag ich Frankfurt aus dem Sinn
Und wende mich Gott weiß wohin.

Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Der Schnee, der ist zerschmolzen,
Das Wasser läuft dahin;
Kommst du mir aus den Augen,
Kommst mir aus meinem Sinn.


Das macht Spaß und Freude.
Das macht Mühe, Arbeit und Verdruß.
Dieses Gerät macht Schwierigkeiten.
Die Pickeln machen Kummer (hochdeutsch: Pickel).
Das macht mir Angst. Das macht mich bange.
Er macht Fortschritte.


––– Mein Vorschlag: Wir sollten Herrn Walter Lachenmann bitten, daß er uns recht genau erklärt, warum eine handfeste oder handferne Sache Spaß, Schwierigkeiten oder Fortschritte machen kann, aber keinen *Sinn.
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Detlef Lindenthal

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PL
12.10.2006 08.34
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Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Walter Lachenmann

Lustig ist, daß Menschen mit Spezialwissen – hier der Installationstechnik – dieses gerne als „bekanntlich“ weiterreichen, wohl wissend, daß kein Nichtfachmann etwas davon weiß.

Unwissende zu demütigen macht Spaß.

Es macht aber keinen Sinn. Im Deutschen macht „macht Sinn“ soviel Sinn, wie wenn Deutsche „Liebe machen“.

Deutsche sind nicht immer gute Macher. Bei Sinn und Liebe haperts.

Liebe Leser!

Jeden Tag höre und lese ich Aussagen wie: „das macht Sinn“ oder „das macht keinen Sinn“. Über diese häufig geäußerten Aussagen, welche aus dem Englischen übernommene, eingedeutschte Lehnwendungen sein sollen, habe ich viele kritische Worte gelesen, und zwar durchwegs ablehnende. Obschon ich in sämtlichen meiner Texte noch nie behauptet habe, daß „etwas Sinn mache“ oder „etwas keinen Sinn mache“, stehe ich ratlos da. Und dies bereitet mir keinen Spaß.

Ist hier jemand, der mich darüber aufklären kann? Ein Liedermacher zum Beispiel?

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margel
25.01.2005 14.36
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Das mußte noch einmal gesagt werden

Sie haben völlig recht, Herr Vieth: Die Klage über die undemokratische Einführung der reformierten Rechtschreibung geht an der Sache vorbei. Denn auch wenn die Parlamente zugestimmt hätten, wäre die Reform um kein Quentchen besser oder akzeptabler. Es gibt keine staatliche Instanz, die legitimiert wäre, inhaltliche orthographische Entscheidungen zu treffen. Da gelten nur „Volksentscheide“.

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Günter Vieth
25.01.2005 14.04
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Was wäre dagegen zu sagen gewesen?
Nichts! Ich habe den Fall ja erwähnt: als das „th“ durch ein bloßes „t“ ersetzt wurde, weil die alte Schreibweise nicht mehr der Sprachpraxis entsprach bzw. ihr niemals entsprochen hatte. Man muß wohl insofern zwischen demokratisch legitimierten und demokratisch nicht legitimierten Reformen unterscheiden. Erstere konnte es aber ansich nur in einer Zeit geben, als infolge des noch weitverbreiteten Analphabetismus Umgangs- und Schriftsprache gelegentlich eigene Wege gingen und insofern die Schreibweise der Sprachpraxis hin und wieder angepaßt werden mußte. Diese Notwendigkeit entfällt aber in einer Zeit, in der 99% aller Bürger schriftkundig sind und deshalb ihre Sprache permanent an der Schreibweise ausrichten. Mit anderen Worten: für eine Reform der Rechtschreibung entfällt heute jede Notwendigkeit und Berechtigung.
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Güvi

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J.-M. Wagner
24.01.2005 18.27
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Re: abstrakte und theoretische Diskussion

Zu Günter Vieth:

Es genügt nicht, die 1996er Rechtschreibreform als von oben aufgestülpt und nicht demokratisch legitimiert zu kritisieren. Man stelle sich vor, daß diese Reform einen ganz anderen Inhalt gehabt hätte, indem beispielsweise der Duden „ausgekämmt“ und ein Kanon von Grundregeln festgelegt worden wäre, der für den Schulgebrauch (noten-)relevant ist (im Prinzip also die Trennung zwischen Buchdruckerduden und schulischer Rechtschreibung wieder eingeführt worden wäre) – was wäre dagegen zu sagen gewesen?
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Jan-Martin Wagner

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Fritz Koch
21.01.2005 20.02
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Sieht Frau Katja Kerns das Anglonormannische als sprachlichen Wandel?

Oder als gewaltsam von der neuen Obrigkeit (den normannischen Baronen) aufgezwungene neue Sprache, von der sich England erst mit dem (stark französisch beeinflußten) Mittelenglischen befreien konnte, das wiederum der den übrigen Landesteilen von der Londoner Zentralregierung aufgezwungene Londoner Dialekt war, weil das Altenglische, eine rein germanische Sprache, von den Normannen gänzlich ausgerottet worden war? War die Französisierung des Englischen ein natürlicher sprachlicher Wandel? Ein natürlicher sprachlicher Wandel ist die Re-Germanisierung der us-amerikanischen Rechtschreibung.

Den Franzosen wurde der Pariser Dialekt von der Zentralregierung mit sehr großer Gewalt aufgezwungen und dabei die okzitanische Sprache des ganzen Südens vernichtet.

Der französische Einfluß auf die deutsche Sprache und die Herausbildung eines mit Ausnahme des Vokabulars einheitlichen Neuhochdeutschen waren längst nicht so gewaltsam.

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Günter Vieth
21.01.2005 19.01
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Mir erscheint die ganze Diskussion hinsichtlich der richtigen Schreibweise inzwischen zu abstrakt und theoretisch. Das mag für Sprachforscher interessant sein, aber ich sehe hier vor allem das, was uns daran politisch betrifft: hier wird zum ersten Mal in einer bisher nicht bekannten Machtanmaßung versucht, die Sprachentwicklung von oben her zu beeinflussen und in bestimmte Bahnen zu leiten, die demokratisch überhaupt nicht legitimiert ist. Wenn sich dagegen kein Widerstand von der Basis bildet, gerät die Entwicklung aus der Bahn, und deshalb bin ich weiterhin dafür, das zu boykottieren. Das hat mit Purismus nichts zu tun. Ich empfinde auch die Mode des „Denglisch“ als eine ausgesprochene Pest, die ebenfalls nichts mit einer Sprachentwicklung „aus dem Volk“ im Sinne einer Volkssprache zu tun hat, sondern in dem Fall von den sog. „Consultants“ bzw. der Unternehmensberater-Branche kommt und der Bevölkerung ebenso aufgestülpt wird wie die damit verbundene neoliberale Wirtschaftslogik. Ebensowenig wie sich unsere Politiker und sonstigen Karrieristen noch um ihre Legitimation kümmern, sondern nur noch das machen, was gerade modisch ist und von der „Konsensdiktatur“ gefordert wird, kümmern sich aus gleichem Grund unsere Kultusminister um unsere „Volkssprache“. Bisher wurden Korrekturen in der Schreibweise immer erst dann vorgenommen, wenn sich eine entsprechende Wendung im Sprachgebrauch durchgesetzt hatte oder die alte Schreibweise aus anderen Gründen schlicht unmodern geworden war. Davon kann aber in der neuen Rächtschreipverordnung keine Rede sein. Warum soll „Tip“ plötzlich mit zwei p geschrieben werden? Sinnvoller wäre dagegen der umgekehrte Weg, wenn er irgendwo nötig geworden wäre. Das war etwa der Fall, als man weitgehend das „th“ abschaffte und durch ein bloßes „t“ ersetzte, weil die alte Schreibweise einfach überholt war. (Der damalige Kaiser bestand allerdings darauf, daß beim Wort „Thron“ eine Ausnahme gemacht wurde, sodaß uns diese ansich unmoderne Schreibweise bis heute erhalten blieb.) Es gibt leider zu viele Zeitgenossen, die diese Entwicklungen zu leicht hinnehmen oder gar für eine Erfordernis der „Modernität“ halten. Das kam eben auch im Kommentar von Katja Kerns zum Ausdruck, indem sie „Respekt vor dem Wandel“ forderte, „dem alles unterworfen ist.“ Dabei wird zu wenig hinterfragt, ob es sich dabei um einen echten Wandel handelt oder nur um eine modische Anpassung unserer Karrieristen (bei denen man sich wirklich fragt, wie es ihnen gelungen ist, den Stuhl von Kultusministern zu ergattern: gehört dazu nicht wenigstens das Abitur? Und wenn ja: was hätte ihr ehemaliger Deutsch-Lehrer zu ihrer „Karriere“ gesagt?). Mit ihnen wurde offenbar der Bock zum Gärtner gemacht. Katja Kerns Versuch, einen Widerspruch dagegen als Purismus abzutun und zu folgern, daß wir dann ansich zum Mittelhochdeutsch zurückkehren müßten, erinnert an ähnliche Argumente von Befürwortern des „Denglisch“, die allen Widerspruch dagegen als „Deutschtümelei“ lächerlich machen wollen. In unseren alten „deutschen Dörfern“ befanden sich bekanntlich immer auch Kirchen, und da sollten wir sie auch stehen lassen. Das steht aber für gesunden Menschenverstand und hat nichts mit unmodernem Traditionalismus zu tun. In diesem Sinne mißtraue ich von oben verordneten „Reformen“ ganz prinzipiell.
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Güvi

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Fritz Koch
21.01.2005 11.59
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"aufwändig" kommt nicht von "Aufwand":

Aus Fleischer/Barz, Wortbildung, 3. Wortbildung des Adjektivs, 3.3. Explizite Derivation: Suffigierung, 3.3.2.6. Das Suffix '-ig'
1) Substantivische Basis
„Meist steht Umlaut entsprechend dem Pluralumlaut der Basis: 'bärtig, körnig, mächtig, -füßig, -händig' u.v.a., doch andererseits 'duftig, buschig, glasig, spaßig'.
Die unterschiedlichen Formen erklären sich durch ältere Umlauthemmungen vor bestimmten Konsonantenverbindungen sowie durch jüngere Neubildungen. Semantisch differenziert: 'zugig, zügig'.
2) Verbale Basis
Die Verbindung von '-ig' mit verbaler Basis ist offensichtlich rückläufig.
Außerdem ist eine Tendenz erkennbar, das Suffix nicht mit dem Infinitiv-, sondern mit dem abgelauteten Präterialstamm zu verbinden, der formal vielfach auf ein Verbalsubstantiv, semantisch aber eher auf das Verb zu beziehen ist. In manchen Fällen tritt der Ablautvokal der Basis im Paradigma des Verbs heute gar nicht mehr auf.“

Meine Meinung:
Zu 'Aufwand' gibt es keinen Plural 'Aufwände', daher ist der Umlaut 'ä' in 'aufwändig' aus 'Aufwand' nicht ableitbar.
Zu 'aufwenden' stehen im Duden zwei Beugungsreihen: 'wendete auf, aufgewendet' und 'wandte auf, aufgewandt'. Die Ableitung 'aufwendig' von 'wendete' ist gut erklärbar und wahrscheinlicher.

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J.-M. Wagner
20.01.2005 20.51
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Re: Ich bin das Volk

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von margel
Der Chefetymologe der Kommission heißt Gerhard Augst. Wenn Sie mehr über sein Verständnis von „Volksetymologie“ erfahren wollen, lesen sie am besten die Besprechung seines Wortfamilienwörterbuches von Prof. Ickler. („Der Laie“, zu finden auch bei google.de).
Oder eben hier – neben anderen interessanten Texten älteren Datums: http://rechtschreibreform.de/Forum/showthread.php?threadid=655
__________________
Jan-Martin Wagner

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