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Norbert Lindenthal
31.03.2006 05.42
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Re: Länderchefs beschließen neue Rechtschreibung

Zitat:
… Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) forderte die Politik auf, sich in Zukunft aus der Weiterentwicklung der Rechtschreibung herauszuhalten. Es sei „viel Chaos angerichtet“ worden, sagte Wulff. Die gesamte Diskussion um die Reform sei „ein einziges Fiasko“. Deutschland müsse in Zukunft auf den Rat für Rechtschreibung setzen. Die „orthographische Krise“ sei trotz des jetzt gefundenen Kompromisses noch nicht überwunden.

Will Christian Wulff unserem Land einen Rechtschreibrat aus Reformbefürwortern vorsetzen?
__________________
Norbert Lindenthal

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Norbert Lindenthal
31.03.2006 05.36
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Länderchefs beschließen neue Rechtschreibung

31.3.2006

Länderchefs beschließen neue Rechtschreibung

Berlin – Die Ministerpräsidenten der Länder haben bei ihrer gestrigen Konferenz in Berlin einstimmig Korrekturen an der Rechtschreibreform gebilligt. Bereits Anfang März hatte die Kultusministerkonferenz den vom Rat für deutsche Rechtschreibung empfohlenen Änderungen zugestimmt. Sie betreffen die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende.

Die neuen Regeln sollen ab August in allen deutschen Schulen und Verwaltungen eingeführt werden. Während einer einjährigen Übergangsfrist sollen die Neuerungen bei der Notengebung noch nicht berücksichtigt werden.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) forderte die Politik auf, sich in Zukunft aus der Weiterentwicklung der Rechtschreibung herauszuhalten. „Es sei „viel Chaos angerichtet“ worden, sagte Wulff. Die gesamte Diskussion um die Reform sei „ein einziges Fiasko“. Deutschland müsse in Zukunft auf den Rat für Rechtschreibung setzen. Die „orthographische Krise“ sei trotz des jetzt gefundenen Kompromisses noch nicht überwunden.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung setzt derweil auf eine behutsame Weiterentwicklung der Schreibregeln. Das Gremium werde nach Abschluß der notwendigen Änderungen nun „ohne Aufgeregtheiten und Zeitdruck in eine neue Phase der Sprachbeobachtung“ eintreten, sagte der Vorsitzende des Rates, Hans Zehetmair.

gur

Aus der Berliner Morgenpost vom 31. März 2006

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Norbert Lindenthal
02.09.2004 05.53
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Berliner Morgenpost

2.9.2004

Bulmahn zu Schreibreform

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat sich erstmals in die Debatte um die Rechtschreibreform eingeschaltet und für Änderungen an der neuen Schreibweise plädiert. Zudem sollte „der Duden die Normierung künftig wieder vornehmen“. Bislang hatte Bulmahn stets betont, die Frage der Rechtschreibung sei Sache der Länder und der zwischenstaatlichen Kommission. JoP

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Dominik Schumacher
25.08.2004 05.33
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Berliner Morgenpost



25.8.2004



Der neue Duden macht die Verwirrung komplett

Unfreiwilliger Spagat zwischen klassischer und neuer Rechtschreibung

Von Dankwart Guratzsch

Frankfurt/Main – In manchen Buchhandlungen war er unter der Hand schon seit einigen Tagen zu bekommen. Heute wird er in Mannheim offiziell vorgestellt: der neue Duden. Selten in der Geschichte dieses Standardwerkes ist die Edition schon im Voraus so umstritten gewesen wie jetzt. Denn die Neuauflage macht die Verwirrung komplett. Obwohl das Nachschlagewerk in neuer Rechtschreibung erscheint, enthält es schon wieder ungezählte neue Schreibvarianten und verbindliche Neuschreibungen, mit denen die neue Rechtschreibung ein weiteres Mal verbessert werden soll.

Viele dieser Neuschreibungen erlauben die Rückkehr zu klassischen Schreibweisen, andere führen völlig neue Varianten ein. Und in dieser Form soll die neue Rechtschreibung im Sommer 2005 verbindlich werden. Schüler, die diese Reform der Reform dann nicht beherrschen, bekommen jedes falsch geschriebene Wort als Fehler angestrichen.

Schon im Frühjahr hatte der Erlanger Sprachwissenschaftler Theodor Ickler vorausgesagt, dass die neuerliche „Reform der Reform“ etwa 3000 bisher nicht gestattete Schreibweisen betrifft. Icklers Zählung hatten sowohl die Kultusminister als auch die Mitglieder der Mannheimer Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung heftig widersprochen und unterstrichen, es handle sich überwiegend nur um „Präzisierungen und Ergänzungen“. Kein einziges Buch müsse neu gedruckt werden.

Nun liegt mit dem Duden bereits das erste neu gedruckte Buch vor und stößt die Beschwichtigungsversuche über den Haufen. Der Erlanger Wirtschaftswissenschaftler Christian Dörner hat den Neududen durchforstet und kommt zu der Einschätzung, dass noch „weit mehr als 3000 Schreibweisen neu zugelassen und verbindlich vorgeschrieben worden sind“. In akribischer Untersuchung musste er feststellen, dass nicht einmal der Duden selbst die neuen Schreibweisen durchgängig anwendet, die in den beigegebenen Regeln dekretiert werden.

Da sich die mehreren Tausend neuen Schreibweisen bislang auf dieses eine Wörterbuch beschränken, wird es immer fraglicher, ob der Einführungstermin Sommer 2005 für die neue Neuschreibung gehalten werden kann. Es kommt hinzu, dass schon jetzt von weiteren Änderungen und Anpassungen die Rede ist, die ein Rat für deutsche Rechtschreibung vornehmen soll, den die Kultusminister im September berufen wollen.

Möglicherweise ist dies auch der Grund dafür, dass andere Wörterbuchverlage mit dem Druck von Neuauflagen zögern. Andererseits zeichnet sich als immer unausweichlicher ab, dass sämtliche Wörterbücher neu gedruckt werden müssen, weil die Regeländerungen im Duden dies erzwingen.

Inzwischen beginnt sich auch in Österreich und der Schweiz der Widerstand von unten gegen die Reform zu formieren. Als erste österreichische Zeitungen kehren das Massenblatt „Kronen Zeitung“ und das Magazin „News“ zur klassischen Rechtschreibung zurück. In der Schweiz haben die renommierten Schweizer Monatshefte die Kehrtwende vollzogen, nachdem sie im November 2003 ein Themenheft dem „Fehlkonzept Rechtschreibreform“ gewidmet hatten.

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Norbert Lindenthal
12.08.2004 08.15
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Morgenpost

8.8.2004

Rechtschreibung – Das sagen unsere Leser

Angekündigte Rückkehr zur klassischen Schreibweise von Springer Verlag und „Spiegel“ sorgt für Furore

Foto: ddp

Na endlich!! Ein mutiger, ja ein richtungsweisender Schritt in die richtige Richtung. Da schreien Politiker auf, es könne nicht angehen, daß durch Willensbekundungen von Verlagen das Schicksal der Rechtschreibreform beeinflußt wird. Dabei werden uns doch tagtäglich Entscheidungen der Politiker aufoktroyiert, die sich oft genug als Blödsinn erweisen. Haben das die Politiker vergessen? Will man nicht mehr auf des Volkes Stimme hören, hat man sich schon so weit von der Basis entfernt? Liebe Morgenpost, weiter so

Doris Tonke

Zu ihrer Entscheidung, die alten Regeln wieder anzuwenden kann man Sie nur beglückwünschen! Denn diese Reform hat sich keiner gewünscht; geschweige denn, daß sie notwendig war oder ist. Hier wurde wieder einmal über den Kopf des mündigen Bürgers hinweg entschieden. Deutschland hat wohl einige wesentlich wichtigere Dinge zu tun, als die bewährte deutsche Sprache zu reformieren. Einem Arbeitslosen- oder Sozialhilfeempfänger dürfte es schließlich egal sein ob „Schiffahrt“ oder „Schifffahrt“ geschrieben wird. Wenn in Deutschland nicht bald wirkliche, echte, durchdachte und sinnvolle Reformen durchgeführt werden, wird das Schiff Deutschland untergehen.

Michael Klages, Berlin-Staaken

Wir sind in unserem Haus herzlich unglücklich über die Veränderungen. Ständig muss, je nach Buchprojekt, zwischen den diversen Schreibweisen hin- und her gesprungen werden, denn literarische Arbeiten werden anders behandelt als wissenschaftliche. Als Orientierungshilfe wird an unsere Autoren eine eigene „abgespeckte“ Variante der Reform verteilt. Aber es kann doch nicht sein, dass jeder Verlag seine eigenen Merkregeln ausgibt. Die neuen Schreibweisen sind undemokratisch zustande gekommen und laufen dem Sprachgefühl zuwider. Ich schlage die Rücknahme vor, bis auf wenige „behutsame“ Neuerungen.

Christoph Links, Verleger

Wir können nur sagen: Endlich wird man wieder vernünftig. Was hat die Reform nur angerichtet!

Gudrun und Bernd Wolke

Was tun Sie unseren Kindern an? Die Rechtschreibreform ist – wie so häufig im Leben – ein Kompromiss, den Sie nun einseitig aufkündigen. Ich frage Sie (mit dem von Ihnen zitierten Peer Steinbrück): Haben Sie keine anderen Probleme identifiziert? Deutschland muss seine Volkswirtschaft auf den demografischen Wandel und damit eher auf 2040 vorbereiten, als irgendwelchen Regeln des vergangenen Jahrhunderts nachzutrauern, die – sind wir mal ehrlich – auch nicht besser sind, oder haben wir sie etwa fehlerlos beherrscht? Woran sollen sich unsere Kinder eigentlich noch orientieren?

Hans Matena

Ich betrachte die Debatte als reine Scheindiskussion im Sommerloch. Es gibt immer Menschen, die die Rechtschreibung beherrschten, und andere, die Fehler machten, daran hat auch die Reform nichts geändert. Man soll das Fass nicht noch einmal aufmachen. Ich selbst schreibe meine Manuskripte in puncto Rechtschreibung wild durcheinander, nur bei einigen Worten bestehe ich auf der herkömmlichen Variante: „Spaghetti bleiben Spaghetti“.

Thea Dorn, Krimiautorin

Ich würde am liebsten die Rechtschreibreform wieder rückgängig machen – bis auf wenige, sinnvolle Veränderungen. Die geltende Reform halte ich für einen Eingriff von Politfunktionären in den gewachsenen Körper der deutschen Sprache, der geradezu empörend ist. Sie ist eine Art „Sprachvernichtung“, wenn nicht mehr die Herkunft der Worte, zum Beispiel aus dem Griechischen, erkennbar sind. Damit beschleunigen wir die Boulevardisierung der Sprache! Das Zurück zum Status vor der Reform, wie nun von Springer und Spiegel angekündigt, begrüße ich als „Sieg der Vernunft“.

Gertrud Höhler, Kulturwissenschaftlerin

Jawoll, so isset richtich! Vielen Dank der Berliner Morgenpost und dem Axel-Springer-Verlag für den Vorstoß, diese unsinnige Reform nicht mehr beachten zu wollen!

Thomas Kubaczewski, Berlin-Charlottenburg

Eigentlich wollte ich einen neuen Abonnenten für Ihre „Morgenpost“ werben, nun werde ich jedoch mein eigenes Abo kündigen. Seit sieben Jahren bringe ich Kindern das Lesen und Schreiben in der einfacheren Schreibweise bei, und glauben Sie mir, auch das gelingt nicht bei allen! Allein die Stunden, die dann wieder mit der unlogischen Schreibung der s-Laute vergeudet werden, kann man produktiver verwenden. Außerdem haben wir aus Geldmangel Jahre gebraucht, um die Bücher mit der alten Rechtschreibung peu à peu abzuschaffen. Nun haben wir es endlich geschafft und sind vier Jahre an ein gewähltes Buch gebunden, nun sollen alle wieder neu gedruckt werden? Wer soll das bezahlen?

M. Scholz

Auch ich habe mich von Anfang an geweigert, zehennägelkräuselnde Worte wie „Delfin“ oder „Packet“ zu schreiben. Wenn man als Politiker der deutschen Schriftsprache nicht ausreichend mächtig ist, hält man sich für mächtig genug, eine jahrtausend alte Sprache nach Belieben zu verändern und damit die eigene Schwäche auszumerzen!? Zugegebenermaßen hielt ich die (nach alter Regel) verbotene Trennung von s und t („Ka-sten“) sowie die „ck“-Trennregel für suboptimal, habe mich aber daran gehalten. Kein Land der Welt würde auch nur im geringsten auf die Idee kommen, an seiner Sprache rumzudoktoren. Von denen hört man komischerweise nichts von Schreibschwierigkeiten, aber Deutschland war ja schon immer für kuriose Überraschungen offen.

Christian Prüfling

Es ist sinnlos, zwischen alter und neuer Schreibung immer hin- und herzuschaukeln. Ich fordere die Freiheit, sich selbst entscheiden zu können. Jeder soll sich bedienen, wie er will. Sollen doch alle Blumen blühen!“ Ich selbst benutze bei meinen Liebesbriefen so selten wie möglich die Leertaste meines Computers, bei journalistischen Arbeiten dagegen trenne ich die Worte, wo immer es nach den neuen Regeln gestattet ist – schließlich werden diese Texte nach der Zahl der Anschläge honoriert.

Wladimir Kaminer, Schriftsteller

Als Mutter dreier Kinder im Schulalter bin ich über die Entscheidung der beiden Verlage außerordentlich erleichtert! Diese konkrete Umkehr kommt spät, aber immerhin, und sie wird dazu beitragen, daß die „Reform“ insgesamt zurückgenommen wird. Danke! Nur: Meine drei Kinder mußten seit Jahren das neue Ungetüm lernen, das nicht einmal die Lehrer begriffen. Was wird nun aus den Jugendlichen, die in völliger Konfusion stecken...?

Dörthe Kähler

Ich unterstütze die Rückkehr der Berliner Morgenpost zur „alten“ Rechtschreibung uneingeschränkt!

Andreas Thieme

Für mich ist die Rechtschreibreform so unnötig wie ein Kropf. Das ganze Reformwerk ist alles in allem sinnlos, planlos, nutzlos, lächerlich – eben typisch deutsch. Der Aufbau-Verlag ist aber in der glücklichen Lage, die neuen Regeln noch gar nicht angewandt zu haben. Wir werden uns der Mehrheit beugen, allerdings möge dieser Zeitpunkt auf den „Sankt Nimmerleinstag“ verschoben werden. Bis dahin würde ich das Thema gern niedrig hängen und eine Vielfalt der verschiedenen Schreibweisen zulassen.

Bernd F. Lunkewitz, Verleger

Auch wenn Sie es evtl. nicht hören wollen: Ich halte es nicht so wie jene Verlage, die zunächst die neue Rechtschreibung einführten, nun aber zur alten zurückkehren. Glücklicherweise bin ich ein freier Mensch mit freien Entscheidungen und muss das auch gar nicht! Von der alten Rechtschreibung verabschiedete ich mich bereits 1996, weil ich inzwischen gelernt hatte, dass die neue Rechtschreibung vieles positiv geändert hat. Schreibweisen, die früher große Probleme bereiteten („in bezug auf“, „im voraus“), wurden logisch korrigiert. Die Fremdwörter (wie Delphin) darf man weiterhin auch in alter Weise schreiben. Zudem passte sich die neue Rechtschreibung den Schwierigkeiten an, die ein PC hat (z. B. Abtrennen von Zucker, Fenster/Geburtstag, Schiffahrt/Lazaretttrümmer). Dies sind nur einige positive Änderungen, weitere hier zu platzieren (wie Platz logischerweise mit tz), erspare ich Ihnen und mir. Bezüglich der armen Schüler, die nun wieder umlernen müssten, schließe mich voll der Meinung der Kultusministerpräsidentin an. Es war vor Jahren Zeit genug zu meckern, aber da waren viele zu faul, sich mit der Rechtschreibänderung zu befassen.

Christa Grothe, Berlin-Reinickendorf

Ich unterlaufe auf salopp-anarchistische Weise die neuen Regelungen, denn meine eigene Rechtschreibung basiert auf meiner Schulzeit in den sechziger Jahren. Die Neuregelungen stören mich jedoch nicht. Im Übrigen halte ich die Debatte für eine Stellvertreter-Diskussion: In ihr artikuliert sich die allgemeine Sehnsucht nach Reformen.

Torsten Schulz, Schriftsteller

Glückwunsch für all die, die diese „Reform“ nicht anerkennen. All das hat nur eine Menge Geld gekostet, das der Staat nicht hat. Auch Konrad (Duden) würde sich über die Reform der Reform freuen.

Hans Drabeck

Ich habe mich nie in das Korsett verbindlicher Schreibweisen pressen lassen. Bereits vor dieser Reform habe ich an manchem Altmodischen festgehalten, denn der Charakter eines literarischen Textes hängt nicht allein vom Duktus der Sprache, sondern auch von der Schreibweise ab. Der Philosoph Theodor W. Adorno hat einmal die schöne Formulierung gebraucht, dass Gedankenstriche „Sorgenfalten auf der Stirn der Texte“ sind, und das gibt einen Begriff von der inhaltlichen Bedeutung einer scheinbar ganz beiläufigen Zeichengebung. Ich lehne auch jede verbindliche Rechtschreibung von vornherein ab, da mir die äußere Form des Schreibens ein individueller Ausdruck des Schreibenden ist. Luther, Goethe und Nietzsche sind alle von den damals geltenden Schreibweisen – zum Teil radikal – abgewichen.

Wolf Jobst Siedler, Publizist

Wir begrüßen die Entscheidung der Axel Springer AG und freuen uns darauf, daß wir nun bald wieder die Berliner Morgenpost lesen können, ohne an den gewalttätigen Verdrehungen der rechten Schreibung anzustoßen. Schon hundert Jahre lang beschrieb der Duden die rechte Schreibung und war dabei der „nachgehenden Anpassung“ fähig: Er war immer modern. Auch er „schaute dem Volk aufs Maul“, wie Luther es beschrieben hatte... Da brauchte es keiner verordneten Reform, die in Hinterzimmern von Bürokraten ersonnen wurde. Bei den Rückzugsgefechten, die die „Reformer“ nun anzetteln, erinnern wir uns an die geradezu diskriminierende Behandlung, die uns zuteil wurde, als wir im Rathaus an der Volksabstimmung gegen die Rechtschreibreform teilnehmen wollten. Den richtigen Ausweg nur die Toleranz. Bei vielen Wörtern geht die Verständlichkeit nicht verloren, wenn man – die alte Rechtschreibung beläßt oder/und – die „neue“ Rechtschreibung, wo sie denn begründbar war, gestattet. Was passiert denn wirklich, wenn der eine die Flußschiffahrt so schreibt, und der andere anders? Photos und Fotos stehen schon lange nebeneinander, und das PH befindet sich auf dem Rückzug.

Friedrich und Renate Zuther; Berlin-Lichterfelde

Ich bin gegen eine Rückname der Rechtschreibreform. Meiner Meinung hätte es noch weit mehr Reformen geben müssen, aber nun hat man sich daran gewöhnt. Bei früheren Rechtschreibänderungen (z.B. Thor – Tor) gab es sicher auch Kritik. Bitte, ändern Sie Ihre Schreibweise n i c h t, sonst sehe ich mich genötigt, das Abo bei Ihnen zu kündigen.

Dorothea Schlosser

Die neuen Regeln verunstalteten die Worte, sie komplizierten, statt zu vereinfachen. Die Debatte um die Reform zeigt, dass die Rechtschreibung in Deutschland ein hohes geistiges Gut ist: Wie wunderbar, dass darüber so leidenschaftlich gestritten wird!

Horst Pillau, Dramatiker

Was für ein Fortschritt! Der Rückschritt zur „klassischen“ Rechtschreibung. Welche Klassik aus welchem Jahrhundert meinen Sie denn? Sollen wir nun Günter Graß schreiben statt Günter Grass?

Christian Wolf, Friedrichshagen

Ich bin ein Anhänger der alten Rechtschreibung und habe nie einsehen können, warum sie überhaupt verändert worden ist. Sprache ist doch wie ein Baum, der wächst, von dem morsche Äste abfallen und neue nachwachsen. Und wie einen mächtigen Baum soll man auch die Sprache in Ruhe gedeihen lassen. Zur Initiative von Springer und Spiegel sage ich nur: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Mit solch einem Schritt ist bewiesen, dass Veränderungen möglich sind. Alle Verantwortlichen sollten sich nun rasch zusammenraufen, um, bis auf einige zwingende Notfälle, der Reform ein Ende zu bereiten. Die Sache muss jetzt vom Tisch.

Christoph Stölzl, Kultursenator a.D.

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Norbert Lindenthal
10.08.2004 08.13
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Morgenpost



10.8.2004

Lehrerstreit um Rechtschreibreform

Schüler und Pädagogen diskutieren das Für und Wider des Regelwerks

Von Florentine Anders und Andrea Puppe

Der Berliner CDU-Fraktionschef Nicolas Zimmer spricht sich für die Rückkehr zur alten Schreibweise bei der Rechtschreibung aus. Die Mehrheit der Deutschen habe in den ersten Jahren seit Einführung der neuen Regeln ihre Schreibweise nicht angepasst, sagte Zimmer am Montag. Die Politik könne hier Bürgernähe beweisen und diese Diskussion endgültig ad acta legen. Zimmer forderte den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf, sich bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz für die Rücknahme der Reform einzusetzen.

Auch in den Schulen wird das Thema heiß diskutiert. Seit 1998 lernen die Schüler nach den neuen Rechtschreibregeln. „Ich hätte keine Probleme damit, mich wieder auf die alte Rechtschreibung umzustellen“, sagt Michael Maier, Deutschlehrer am Charles-Darwin-Gymnasium in Mitte: „Die Rechtschreibreform ist nicht richtig durchdacht.“ Deshalb würde er einzelne Neuerungen, in denen sich selbst der Duden widerspricht, im Unterricht boykottieren. Das betreffe etwa die Getrenntschreibung. Die Kommasetzung beim Infinitiv mit zu zu erklären, sei heute genau so kompliziert wie damals.

Maiers Kollegin Ingrid Gallwitz sagt: „Besser geworden ist die Rechtschreibung der Schüler dadurch jedoch nicht. Sie würden genau so viele Fehler machen wie vorher. Die typischen Fehlerquellen lägen gar nicht in den reformierten Bereichen. Das Dehnungs-H beispielsweise sei früher ein Problem gewesen und ist es heute noch.

Gallwitz sagt aber auch: „Es gibt viele gute Veränderungen in der Rechtschreibreform, vor allem gibt es weniger Ausnahmen zu pauken. Nur in der Zeichensetzung ist manches unlogisch.“ Eine Rückkehr zur alten Schreibweise empfände sie jedoch als Katastrophe, allein wegen des verschwendeten Geldes, das die Schule anderswo dringend nötig hätte.

Der Schulleiter des Gymnasiums, Herbert Schkutek, findet das Ergebnis der Reform unbefriedigend. Veränderungen seien zwar nötig gewesen, aber man hätte die Verantwortung dafür beim Duden lassen sollen, so Schkutek.

Die Deutschlehrerin Michaela Asseng unterrichtet an der George-Orwell-Oberschule in Lichtenberg Siebent- bis Zehntklässler. „Ich werde mich weiter an die Reform halten“, sagt die Pädagogin. Selbst in ihren zehnten Klassen gebe es kaum Schüler, die „dass“ noch mit "ß" schreiben. „Die Reform ist in 20 Jahren verinnerlicht, wenn man sie jetzt durchzieht“, sagt sie. Eine erneute Änderung werde auf den Rücken der Lehrer und Schüler ausgetragen.

Das sieht auch Maria Baring, Leiterin der Gatower Grundschule am Windmühlenberg, so. Alle, die mit Kindern zu tun hätten, würden sich schnell an die neuen Regeln gewöhnen. „Die Eltern lernen mit ihren Kindern“, hat sie beobachtet.

Dagegen will Bildungssenator Klaus Böger (SPD) an der umstrittenen Rechtschreibreform festhalten. Auf der Kultusministerkonferenz im Juni hätten alle Ressortchefs dieser Reform zugestimmt, sagte Böger im RBB-Inforadio. Er verwies darauf, dass die Schulkinder seit 1998 nach den neuen Regeln lernen. Der Rat für Rechtschreibung stelle sicher, dass die Reform immer wieder überprüft werde.

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