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Sigmar Salzburg
09.03.2018 10.08
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Die heidnischen Wochentage

Peter Schmachthagen schreibt im Hamburger Abendblatt:

Auch der Norden hat ein Recht auf Heimat in der Sprache, da mag die „Tagesschau“ aus Hamburg noch so sehr dem Süden nachgeben. Also: Wir sagen zu Ostern, und vor allem heißt der sechste Wochentag zwischen Hamburg und Dresden Sonnabend und nicht etwa „Samstag“. In meiner Dorfgemeinde führte die Landjugend am "Samstag" ein plattdeutsches Stück auf. Plattdeutsch am Samstag! ...
abendblatt.de 6.3.2018
Die deutschen Wochentagsnamen sollen mit eigenen Götternamen den römischen nach babylonischer Zeiteinteilung nachgebildet sein. Die Verdrängung des Heidnischen gelang nur mit „Samstag“, nach „Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache“ DWDS:
Samstag m. im Süden und Westen des dt. Sprachraumes geltender Wochentagsname (gegenüber Sonnabend in den übrigen Gebieten), ahd. sambaʒtag (9. Jh.), mhd. sam(e)ʒtac beruht als verdeutlichende Zusammensetzung auf (vor der hd. Lautverschiebung vermitteltem) got. *sambatō; diesem geht vulgärgriech. *sámbaton (*σάμβατον) vorauf, ... für griech. sábbaton (σάββατον) (woraus das gelehrte got. sabbatō des Wulfila), singularisiert aus (nach Analogie anderer Festnamen als Plur. aufgefaßtem) sábbata (σάββατα), das aus hebr. šabbāt ‘wöchentlicher Ruhetag (der Juden)’ entlehnt ist; ... Samstag ist ein Wort der gotisch-arianischen Mission, das donauaufwärts zuerst den deutschsprachigen Südosten erreicht und sich von hier aus verbreitet...
https://www.dwds.de/wb/Samstag

Sonnabend m. im östlichen Md. und Nordd. geltender Wochentagsname (gegenüber Samstag in den übrigen Gebieten). Ahd. sunnūnāband (9. Jh.), mhd. sunnenābent, sunābent, mnd. sonāvent wird im Zuge der angelsächsischen Mission aufgenommen als Entsprechung von aengl. Sunnanǣfen, aus *Sunnandægǣfen ‘Vorabend des Sonntags’ und in diesem Sinne auf den ganzen dem Sonntag vorausgehenden Tag ausgedehnt ... Damit (wie auch von Süden her durch Samstag) wird eine (heidnische) aus lat. Sāturnī diēs ‘Tag des Gottes Saturn’ hervorgegangene Bezeichnung, erhalten in aengl. Sætern(es)dæg, engl. Saturday, mnl. saterdach, nl. zaterdag, mnd. sāter(s)dach, heute noch nordwestd. (mundartlich) Sater(s)tag, durch eine einheimische ersetzt.
https://www.dwds.de/wb/Sonnabend

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Sigmar Salzburg
27.02.2018 08.59
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Heimat

Dazu setze ich meine eigene vorläufige Definition für Heimat und das damit entstehende Heimatgefühl voran:

Heimat ist das Land,
- in dem man, meist in der Obhut der Familie, aufgewachsen ist,
- dessen Sprache man als Muttersprache gelernt hat,
- dessen Orte man als Kind und Heranwachsender erkundet hat,
- in dem man vertraute und vertrauenswürdige Gesichter sieht,
- in dem man Freunde und Schulkameraden gefunden hat,
- in dem man die vertraute Kultur erleben und fortführen darf,
- in dem man die Geschichte der eigenen Herkunft wiederfindet,
- in dem man den Fortbestand der eigenen Familie erhoffen darf.
Der derzeitige Noch-Justizminister Heiko Maas aber zeigt mit einem von Cem Özdemir erfundenen grünen Ulkwort nach Auschwitz und dekretiert mit einer von Habermas abgekupferten blutleeren Definition, was Heimatliebe sein sollte (SpON 25.2.18):
Mit dem Unwort vom „Bio-Deutschen“ kehrt mehr als 70 Jahre nach Auschwitz der Rassismus verharmlosend in unsere Sprache zurück.

Die Quelle all jener Werte, die unsere Heimat ausmachen, ist heute das Grundgesetz ...

Verfassungspatriotismus ist die schönste Form von Heimatliebe.
Rechtzeitig, seit Januar, hat sich auch die Süddeutsche des Wortes „Heimat“ angenommen. Ein Dutzend eher linke Zeitgenossen wurden ausgewählt, ihr damit verbundenes Denken und Empfinden zu beschreiben. Wie zu erwarten, bedeutete es den wenigsten etwas Erwähnenswertes, aber alle waren sich einig, daß man den „Rechten“ diesen Begriff „entreißen“ müsse. Die Krönung all dessen sollte nun wohl der Geistesblitz des Zwergdenkers Maas sein.

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Sigmar Salzburg
24.02.2018 15.35
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Wörter und Definitionen

Heimat

Adelung – Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Das Heim

Das Heim, [1075-1076] des -es, plur. die -e, oder die Heime, plur. die -n, ein, wenigstens im Hochdeutschen, völlig veraltetes Hauptwort, welches nur um der folgenden Wörter willen zu merken ist. Es bedeutete, 1) einen Zaun ... 2) Ein umzäunter oder eingehägter Bezirk, ein in seinen Gränzen eingeschlossenes Gebieth, eine Flur, eine Mark, ... 3) Ein Gezelt, eine Hütte, ein Wohnhaus mit seinem Zubehör; eine im Deutschen und allen verwandten Sprachen überaus alte Bedeutung. Schon im Salischen Gesetze kommt Cham in verschiedenen Zusammensetzungen, die ich im folgenden anführen werde, vor. ... 4) Eine Sammlung mehrerer Häuser, ein Dorf, ein Flecken. Bey dem Ulphilas sind Bourgs und Haimos Städte und Flecken ... 5) In engerer Bedeutung, der Ort, wo jemand zu Hause ist, woher er gebürtig ist, und in weiterer Bedeutung, ein solches Land, das Vaterland; eine gleichfalls sehr alte Bedeutung, in welches dieses Wort in dem Salischen Gesetze Cham, bey dem Ottfried Heime, Heiminge. im Nieders. Heime, bey den Schwäbischen Dichtern das Heim, lautet...

Die Heimath
Die Heimath, [1077-1078] plur. die -en, der Ort, das Land, wo jemand daheim ist, d. i. sein Geburtsort, sein Vaterland.

Gott, der mich von meiner Heimath genommen hat, 1 Mos. 24, 7.
Sie ruderten gemach der Heimath wieder zu,. Kleist.
Anm. Bey dem Notker Heimod und Heimuod, bey dem Tschudi Heimen, bey dem Pictorius Heimand, im Holländ. Heymet, im Nieders. nur Heime, und im Dän. Hiem...

Das Wortauskunftssystem zur deutschen Sprache DWDS

Heimat · heimatlich
Heimat f. ‘Ort, Land, wo man geboren, wo man zu Hause ist, Vaterland’. Die nur auf das dt. Sprachgebiet beschränkten Formen ahd. heimōti n. (11. Jh.), mhd. heimuot(e), heimōt(e), heimōde f. n., mnd. hēmōde f. n. sind Bildungen zu dem unter ↗Heim (s. d.) behandelten Substantiv mit dem Suffix westgerm. -ōðja-, ahd. -ōti (s. ↗Einöde sowie ↗Armut, ↗Kleinod, ↗Zierat). Heimat (mit Wandel von ō zu ā) begegnet seit dem 15. Jh. und wird vom 16. Jh. an vorherrschend. Neutrales Genus ist bis ins 17. Jh. gebräuchlich, danach nur noch in Mundarten. heimatlich Adj. ‘in der Heimat vorhanden, die Heimat betreffend, zu ihr gehörend’ (18. Jh.).

https://www.dwds.de/wb/Heimat

P.S. Folgt man dem Link des richtig eingeordneten „Zierat“, dann wird offenbar, daß man auch beim DWDS dem affenärschlichen Nachfolgesignal der Schreibreformer und Kultusminister hinterherhechelt, nach dem aus infantilem Erleichterungsfanatismus „Zierat“ wie „Unrat“ behandelt wird, wonach also „Zierrat“ zu schreiben wäre.

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