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Spektrum der Wissenschaft
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Sigmar Salzburg
10.07.2019 06.04
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Weiterhin „Zeit“ raubende „Reform“ bei Spektrum

Saunders Island im Südatlantik gehört sicher zu den entlegensten und ungastlichsten Orten der Erde – und zu den wissenschaftlich am schwierigsten zu erforschenden: Die Insel ist fast vollständig von Eis bedeckt und wird vom aktiven Vulkan Mount Michael überragt, der vom Boden aus fast nicht zu bezwingen ist:... Der beständig austretende Wasserdampf aus der Lava gefriert in der klaren Luft der Subantarktis schnell und rieselt dann sehr feinkörnig nieder. Kletterer würden sofort einsinken, weil man nicht darüber gehen kann. Doch sich Zeit raubend durchzuwühlen, empfiehlt sich am Rand eines aktiven Vulkans ebenfalls nicht.

spektrum.de 5.7.2019

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Sigmar Salzburg
04.06.2019 05.39
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Die Ablenkung von Licht und Rechtschreibverstand

Anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Nachweises der Lichtablenkung durch die Masse der Sonne gemäß der Allgemeinen Relativitätstheorie brachte „Spektrum“ einen längeren Artikel, der darstellte, in wieweit Einstein mit seinen Überlegungen bis heute recht behalten und die gesamte Wissenschaft befruchtet hat:

Relativitätstheorie: Einsteins Aufstieg zum Superstar
Am 29. Mai 1919 beobachteten britische Astronomen eine Sonnenfinsternis. Ihre Mission: Beschreibt die neue revolutionäre Gravitationstheorie eines deutsch-jüdischen Physikers die Natur genauer als diejenige eines englischen Universalgenies? Das Phänomen machte Albert Einstein zum Jahrhundertgenie – bis heute hat es sich zu einem wertvollen Werkzeug der Astronomie gemausert...

spektrum.de 28.5.2019
Da aufmerksamen Laien auch die neuesten Erkenntnisse dazu im allgemeinen bekannt sein dürften, beschränken wir uns auf die Untersuchung des Jahrhundertunfugs Rechtschreib„reform“, deren urtümlichste Version immer noch bei Spektrum „gepflegt“ wird.

Es ist kaum glaublich, daß die nichtsnutzige Umwandlung des traditionellen „daß“ in „dass“, die hier 54 Prozent der neuen „ss“ ausmacht, die Volkswirtschaft etwa 10 Milliarden Euro gekostet haben könnte, wenn man die Schätzung des Bundes der Steuerzahler auf insgesamt 50 Milliarden DM (25 Mrd. Euro) zugrundelegt. Da die geradezu mit religiösem Eifer propagierte „gemäßigte“ Kleinschreibung nicht durchsetzbar war, wurde nun die „unmäßige“ Großschreibung propagiert.

Die Durchsetzung der „Reform“ bescherte den Urhebern die allgemeine Beachtung ihres Schattendaseins und den Politikern die erwünschte Ablenkung von anderen selbstgeschaffenen Problemen. Die Analyse des vorliegenden Textes zeigt die völlige Nichtsnutzigkeit dieser Volksbelästigung.


4698 Wörter: 27 nichtsnutzige dass; 23 sonst. „Reform”-ss; GKS: 6 einsteinsch, 5 newtonsch; 3 spezielle RT; 6 allgemeine RT, 3 im Allgemeinen (aber: unter anderem, alles andere); 4 Recht (haben, bekommen); 1 platziert; herkömmlich – Eigenamen: Braune Zwerge, Dunkle Materie; 2 Schwarze Löcher;

Zwei aufeinander folgende Sätze zeigen den Unsinn der neuen Groß- und Kleinschreibung:
Weil Massen und andere Energieformen jedoch die Raumzeit krümmen, sind Geodäten im Allgemeinen krumme Kurven. Was die allgemeine Relativitätstheorie mathematisch so schwierig macht, ist der Teufelskreis der Nichtlinearität ...
Die Geodäten sind nicht „im Allgemeinen“ krumme Kurven, sondern im gekrümmten Raum. „Meistens“ wird in gepflegter Rechtschreibung durch „im allgemeinen“ dargestellt. Die „Allgemeine Relativitätstheorie“ ist ein noch immer üblicher Eigenname, und nicht so etwas wie die „allgemeine Meinung“.

Zum Schluß noch die „Philosophen“:
Immerhin widersprach Einsteins Werk nicht nur Newtons jahrhundertealten, bewährten Physik, sondern auch fast allen namhaften Philosophen der Zeit.
Da die Philosophen im allgemeinen in ihren logischen Inzuchtssystemen befangen sind, benötigen sie des öfteren den Abgleich mit der Wirklichkeit. In der Physik ist das noch eher möglich. Bei komplexeren Vorgängen, vor allem biologischen, spielt der Glaube wieder eine Rolle, und sei er materialistisch*. Am schlimmsten sind die Religionsphilosophen*. Sie gleichen angepflockten Ziegen, die nur in dem Umkreis grasen können, der ihnen durch die Länge des Stricks gegeben ist.

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Sigmar Salzburg
14.05.2019 15.55
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18 „Krebs erregende“ Jahre

Alkohol – Das unterschätzte Gift
Manche seiner Abbauprodukte sind ebenfalls giftig. Und auch andere Inhaltsstoffe von Alkoholika setzen Organen zu. Einige werden erst im Körper in toxische oder Krebs erregende Substanzen umgewandelt... Der Alkohol selbst ist zwar nach heutigem Wissen kein Kanzerogen, also für die Zellen nicht unmittelbar Krebs erregend, jedoch für die Gewebe ein Gift... Ethanol selbst wirkt zwar wohl nicht direkt Krebs erregend. ...
spektrum.de 1.4.2001

Risikofaktoren:
Krebs – Auch ein Ernährungsproblem

Beispiele für natürliche Karzinogene sind Schimmelpilzgifte wie Aflatoxine, Patulin oder Fumonisine. Sie können unter anderem in Nüssen, Getreide und Kaffee vorkommen. Viele dieser Gifte sind erbgutverändernd (mutagen) und Krebs erregend (karzinogen). [...warum nicht auch „Erbgut verändernd“?]
spektrum.de 1.9.2003

Ernährung:
Fleisch – Kraftspender oder Krankmacher?

Wurst enthält ... viel Salz (Kochsalz sowie Natrium- und Kaliumnitrit), um sie haltbar zu machen. Unter bestimmten Bedingungen können daraus Nitrosamine entstehen, chemische Verbindungen, die Krebs erregend wirken.
Spektrum 4.6.2013

Spiegelmaterie:
Ist Dunkle Materie Krebs
erregend?

Was man nicht alles berechnen kann: Falls Dunkle Materie aus „Spiegelmaterie“ besteht, gäbe es dunkle Minimeteoriten im All – und denen steht besser mal kein Zellkern im Weg!
spektrum.de 24.09.2015

Schadet der neue Mobilfunkstandard 5G der Gesundheit?
Die Interphone-Kollaboration wurde damals von der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC in Lyon koordiniert, die Mobilfunkstrahlung daraufhin als »womöglich Krebs erregend« klassifizierte.
spektrum.de 15.4.2019

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Sigmar Salzburg
11.04.2019 03.13
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Technische Höchstleistung – Steinzeitreformschreibung

Bild des Schwarzen Lochs: Das Monster zeigt seine Zähne
Astrophysiker bringen eines der ambitioniertesten Projekte ihrer Disziplin zum Abschluss: Sie haben erstmals ein Schwarzes Loch fotografiert. Ein Bild für die Geschichtsbücher – und das vorläufige Ende einer langen Reise...
spektrum.de 10.4.2019

Analyse – 1883 Wörter: 6 (nichtsnutzige) dass; 9 sonstige Reform-ss; GKS: 2 seit Langem, bei Weitem, 2 einsteinsche Feldgleichungen; GZS: so viel, außen stehend, so genannten; unsystematische Unsicherheiten: etwas anderes, unter anderem, eine Eins durch [eine] null teilen, 4,3 Millionen Mal.

Die technische Höchstleistung der graphischen Rekonstruktion eines Schwarzen Loches, beschrieben in der Steinzeitreformschreibung von 1996:

Astrophysiker ... haben erstmals ein Schwarzes Loch fotografiert.
Nein, sie haben Radiowellen in einem weltweiten Verbund von Radioteleskopen aufgefangen und über ein Jahr lang in eine farbige graphische Darstellung umgerechnet, wobei die Wellenlänge beliebig auf etwa 1/200000 verkürzt wurde.
Seit Langem in Sichtweite, lockt die Aussicht auf ein Foto eines Schwarzen Lochs die Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten...

Nur woher nahmen die »aktiven Galaxienkerne« die nötige Energie? Selbst verschmelzende Atomkerne, wie man sie zu jener Zeit aus Wasserstoffbomben kannte, schienen hierfür nicht auszureichen, bei Weitem nicht.

... im Sternbild Schütze. Astronomen vermuten dort ... seit Langem ein Schwarzes Loch namens Sagittarius A*. Schätzungen zufolge ist es 4,3 Millionen Mal so schwer wie unsere Sonne...
Die Langversionen „seit dem Langen“ und „bei dem Weiten“ gibt es nicht, daher ist Kleinschreibung wie „seit gestern“ traditionell vernünftig.
Das Exemplar im Zentrum von M87 bringt unvorstellbare 14 000 Billionen Billionen Billionen Kilogramm auf die Waage, so_viel wie sieben Milliarden Sonnen *) ...

Schon dem jungen Physiker Karl Schwarzschild war 1915 auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs aufgefallen, dass manche Lösungen der einsteinschen Feldgleichungen scheinbar widersinnige Ergebnisse liefern...
Die kleinschreiberische Abweichung vom internationalen Usus verleugnet den Gebrauch als Eigenname und nimmt Einstein auch etwas von seinem Ruhm. Weniger problematisch fände ich die „einsteinsche Summenkonvention“, eine übersichtliche Praxis der Tensorrechnung, ähnlich nützlich wie die Kleinschreibungen „als erstes“, „im allgemeinen“ und „bei weitem“.
Große Massen ziehen die Raumzeit in die Länge... Hier ist die Schwerkraft so stark, dass die Zeit praktisch einfriert, zumindest aus der Perspektive eines außen _stehenden Beobachters. ... : Sobald etwas einmal den von Schwarzschild berechneten Radius passiert hätte, den so_genannten Ereignishorizont, könnte es nicht mehr kehrtmachen, egal, was passiert.
Die stotterische Trennung von „sogenannt“ ist hier und da schon genügend kritisiert worden.

NB: Stellt man sich die Sphäre des Beobachters um das Schwerkraftzentrum als Ballon vor, der sich mit Gravitationsbeschleunigung ausdehnt, nach Einstein äquivalent zur Schwerkraftwirkung, dann friert nichts ein. Licht und Materie durchqueren die Schwarzschildsphäre ungehindert und gelangen in endlicher Zeit zur zentralen Singularität, so jedenfalls in der Perspektive des Physikers Martin David Kruskal.
Auf dem Meeting [1963] stellt der Neuseeländer Roy Kerr auch eine weitere Lösung für die einsteinschen Feldgleichungen vor. Sie beschreiben den Fall, dass sich die meisten Schwarzen Löcher um sich selbst drehen, wovon die Physiker damals bereits ausgehen.
Die Einsteinschen Feldgleichungen werden weithin als bedeutendste Einzelleistung eines theoretischen Physikers angesehen. Einstein selbst meinte, sie hätten niemals experimentell oder durch Beobachtung gefunden werden können.

*) Da der linear massenabhängige Schwarzschildradius der Sonne knapp 3 km beträgt, ist der des Objekts in M87 rd. dreimal größer als der fernste Abstand des Pluto. Unser gesamtes Sonnensystem paßt also mühelos in dieses Schwarze Loch.

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Sigmar Salzburg
22.03.2019 09.23
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Der Urknall der „Reform“ bei Spektrum

Teilchenphysik: Neues Puzzlestück im Antimaterie-Rätsel

Warum gibt es im Weltall so viel mehr Materie als Antimaterie? Eine aufwändige Analyse von Teilchenzerfällen bringt die Wissenschaftler nun einen Schritt weiter...

Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler mit viel Eifer nach subatomaren Prozessen, die im Urknall etwas mehr Materie als Antimaterie hervorgebracht haben könnten. In den vergangenen Jahrzehnten sind sie dabei immer wieder fündig geworden, beispielsweise bei so_genannten K- und B-Mesonen... Bei den B-Mesonen ist eine Verletzung der so_genannten CP-Symmetrie seit Beginn der 2000er Jahren bekannt.... Bei Zerfällen so_genannter D0-Mesonen, die unter anderem aus Charmquarks bestehen, sei die CP-Symmetrie ebenfalls verletzt, berichtete jüngst das Team des LHCb-Detektors auf einer Konferenz...

Zusammen mit bereits bekannten Unterschieden kann die neue Abweichung einen Teil der Materie-Antimaterie-Asymmetrie im Universum erklären...

spektrum.de 21.3.2019

(Könnte nicht auch das Übergewicht der Materie über die Antimaterie diese Unterschiede induzieren? Im Antiuniversum wäre es dann genau umgekehrt und die Symmetrie wiederhergestellt.)

Staatlich induzierte Zerfälle siehe hier.

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Sigmar Salzburg
04.03.2019 05.19
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a priori

Bei Spektrum.de 1.3.19 versucht der Berufsphilosoph Matthias Warkus, das „a priori“ zu erklären:

Ein Mensch – oder ganz allgemein ein Gegenstand – kann sich nicht gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten befinden... Für diese Regel (rechtswissenschaftlich ein so_genannter Erfahrungssatz) gibt es die auf den deutschen Philosophen Peter Janich (1942–2016) zurückgehende Bezeichnung »Alibi-Prinzip«... Eine experimentelle Widerlegung des Alibi-Prinzips ist ... gar nicht möglich.
Kleinste Teilchen können nach der Theorie aber sehr wohl gleichzeitig an verschiedenen Orten sein.
Philosophisch interessant wird das Alibi-Prinzip wie so oft erst, wenn man auf seine Begründung schaut. Im Gegensatz zu vielen so_ genannten Naturgesetzen wie dem ohmschen oder hookeschen Gesetz ist vom Alibi-Prinzip nicht bekannt, wer es »entdeckt« hat. Das ist auch kein Wunder, denn vermutlich hat es nie jemand groß entdecken müssen.
Da es sich aber um eine echte Information handelt, die vielleicht nur durch erste Erfahrungen aktiviert werden muß, kann es sich nur um biologisch evolutionär erworbenes Wissen handeln – wie auch das von Raum, Zeit und Kausalität.
In der Philosophie bezeichnet man Regeln, die nicht erst auf Grund irgendeiner Interaktion mit der Welt aufgestellt werden, sondern bereits »vor aller Erfahrung«, von vornherein, gültig sind, mit dem lateinischen Ausdruck »a priori«. Man kann große Teile der neuzeitlichen Philosophie als den Versuch umschreiben, Sätze zu finden, die einen Informationsgehalt haben und zugleich a priori gültig sind.
Evolutionär erworbenes Wissen kann nur für lebensfreundliche Welten gelten, die der unsrigen ähnlich sind.

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Sigmar Salzburg
05.01.2019 06.46
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Flynn-Fun

Die meisten Intelligenzprüfungen sind fragwürdig, vor allem, weil Ungenauigkeiten von weniger als plusminus 5 kaum erreichbar sind. Jetzt aber berichtet „Spektrum“ – wie gewohnt in der unintelligenten Urreformschreibung von 1996 – über die Sorge, daß der angeblich jährliche 0,3-prozentige Anstieg des IQ in den Industrienationen rückläufig werden könnte:

Der mittlere Intelligenzquotient wuchs über Jahrzehnte kontinuierlich an. Doch nun schwächelt der so_genannte Flynn-Effekt, und in einigen Ländern scheint der Durchschnitts-IQ sogar zu sinken. Woran liegt das?

von Theodor Schaarschmidt

Flynn-Effekt: Warum die Intelligenz nicht weiter steigt

.... Seit Beginn der Messungen schneiden Menschen immer besser in den IQ-Tests ab. Über eine lange Zeit lag dieser Zuwachs in vielen Industrienationen relativ stabil bei rund 0,3 Punkten pro Jahr.[...]

Schon in den 1930er Jahren bemerkten Intelligenzforscher, dass ihre Normwerte (die Durchschnittswerte zum Vergleich unter anderem von Gleichaltrigen) mit den Jahren allmählich nicht mehr genau stimmten. Der mittlere IQ stieg immer weiter an, die Eichung musste nachjustiert werden. Wer das für Erbsenzählerei hält, muss sich vor Augen führen, welch weit_reichende Konsequenzen das Ergebnis eines Intelligenztests mit sich ziehen kann.

Der Namensgeber des Phänomens, der neuseeländische Politologe James R. Flynn, gibt ein besonders extremes Beispiel: Wer in den USA etwa wegen Mordes vor Gericht steht, darf in einigen Bundesstaaten nicht hingerichtet werden, wenn eine geistige Behinderung vorliegt. Setzt ein Gutachter zur Diagnose eine veraltete IQ-Norm ein, kann es passieren, dass er eine vorliegende Behinderung nicht als solche erkennt – im schlimmsten Fall könnte der Flynn-Effekt also zu einer unrechtmäßigen Hinrichtung führen.[...]

In anderen Teilen der Erde betrifft der Abfall oft nur einzelne Aufgabenbereiche. Eine Metaanalyse für Österreich und Deutschland resümierte etwa: Seit 1995 geht es hier zu Lande mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen bergab. [...]

75 Intelligenzforscher gaben Auskunft, welche Ursachen sie für ein mögliches Ende oder eine Umkehr des Flynn-Effekts vermuten. Die Ergebnisse machen stutzig... Beliebtester Erklärungsversuch: Weniger intelligente Eltern würden mehr Kinder in die Welt setzen als intelligente. Änderungen im Genpool würden dann dafür sorgen, dass die kognitive Leistungsfähigkeit in der Bevölkerung immer weiter abflaut. Dieses Konzept ist auch als Dysgenik bekannt, eine zunehmende Verbreitung von vermeintlich unvorteilhaften Genen also. Neu ist die Idee nicht; schon der österreichische Zoologe Konrad Lorenz (1903-1989) warnte 1943 vor einer »Verhausschweinung des Menschen«. [...]

Auf Platz zwei in der Umfrage folgte die Hypothese, zunehmende Migration könnte für einen Anti-Flynn-Effekt verantwortlich sein. ... Die Umfrage offenbart viel über die Weltanschauung mancher Intelligenzforscher. Unweigerlich fühlt man sich an den Ex[il]politiker und Sachbuchautor Thilo Sarrazin erinnert, der in seinen Büchern ganz ähnliche Gedankengänge ausbreitet...

Phänomene wie Migration können keine Unterschiede zwischen Kindern derselben Familie erklären. [...] So ließ sich feststellen, ob die Entwicklungen eher durch Schwankungen zwischen oder innerhalb der einzelnen Familien zu Stande kamen. Ihr Ergebnis fällt eindeutig aus: Der sinkende IQ-Durchschnitt ließ sich auf Veränderungen innerhalb der betrachteten Familien zurückführen, also von Bruder zu Bruder.

Bestimmte Erklärungsversuche scheiden somit von vornherein aus. Phänomene wie Migration oder Dysgenik beträfen beispielsweise eher die Zusammensetzung der Bevölkerung an sich; sie können aber keine Unterschiede in den Testwerten von einem zum nächsten Kind derselben Familie erklären. Das Fazit der Autoren: Sowohl der Flynn-Effekt als auch seine Umkehr müssen bestimmten Umwelteffekten geschuldet sein. [...]

Schon der ursprüngliche (also positive) Flynn-Effekt gibt Forschern Rätsel auf. Manche sehen darin ein statistisches Artefakt, das allein durch Verschiebungen in den betrachteten Stichproben zu Stande kommt. [...] Dass der Flynn-Effekt je nach Region so unterschiedlich ausfällt, mag auch mit landesspezifischen Entwicklungen zu tun haben. Das zeigt sich am Beispiel Khartum: Dort ersetzten fundamentalistische Kräfte den regulären Schulunterricht zum Teil durch einen »islamischen Lehrplan«. Fortan lernten die Schüler viel über die Errungenschaften ihres Landes und ihrer Religion, während abstrakte Fächer eher auf der Strecke blieben. [...]

Schlussendlich: Den vereinzelten Nachrichten von stagnierenden oder sinkenden Intelligenzwerten stehen bislang deutlich mehr Ergebnisse gegenüber, die nach wie vor einen Anstieg vermelden... Es ist denkbar, dass einige der Studien auch schlichtweg Ausreißer, also Extremfälle darstellen. Eine aufwändige Ursachenforschung scheint verfrüht. Denn bislang deuten die Ergebnisse eher auf vereinzelte Turbulenzen hin – nicht aber auf einen drastischen IQ-Absturz.

Theodor Schaarschmidt

Der Autor ist Diplompsychologe und arbeitet als Wissenschaftsjournalist in Berlin.

spektrum.de 1.1.2019
Kurze Analyse der durch die „Reform“ behaupteten „Verbesserungen“ und „Erleichterungen“:

1949 Wörter: 14 dass; 9 andere Reform-ss, schlussendlich; so genannte, weit reichende, 2 x hier zu Lande, 2 x zu Stande kamen/kommt, aufwändige,

Die vielgepriesene ss-Regelung, die nach Ex-Bildungsministerin Johanna Wanka 95 Prozent der „Reform“ ausmacht, ändert hier zu 61 Prozent die traditionellen „daß“ in nichtsnutzige „dass“ und bringt psychologisch sogar mehr Verwirrung anstelle von „Erleichterung“. Die neuen albernen Groß- und Trennschreibungen samt „Volksetümologien“ wirken nun wie Mottenfraß in „des Kaisers neuen Kleidern“.

„Schlussentlich“ kann man feststellen: Wissentlich haben die „Reformer“ die Kultusminister und diese „letztentlich“ die Bürger betrogen, teilweise nicht einmal aus böser Absicht, sondern weil ein tsunami-artiger negativer „Flynn-Effekt“ die Altparteien und Lehrergewerkschaften ergriffen hatte, durch den die raffgierigen Medienkonzerne und penetranten Gesellschaftsveränderer ein leichtes Spiel hatten – gegen den Willen des Volkes.

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Sigmar Salzburg
08.12.2018 10.50
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Nach dem blamablen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtschreib„reform“...

... erschien in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ die vernichtende Kritik von Prof. Theodor Ickler „Der Staat schreibt vor“ (FAZ 24. Juli 1998) mit dem den ganzen Reformirrsinn treffenden Satz:

Welch wohligen Schauer muß es dem unterwerfungssüchtigen deutschen Mitläufer bereiten, wenn er zum erstenmal dass schreibt oder so genannt spaltet und sich damit demonstrativ auf die richtige Seite, die Seite der Staatsmacht schlägt!
Heute, zwanzig Jahre später, ist das kaum denkbare Wirklichkeit geworden: Fast 80 Millionen Deutsche sind zu einem Heer von freiwilligen, gezwungenen, genötigten, stümperigen oder dressierten Mitläufern der „Reform“ umerzogen worden. Aber fast nur bei „Spektrum der Wissenschaft“ (und Wiki) hat sich die extreme Spaltungs-Barbarei erhalten, wie Friedrich Engels einmal in anderem Zusammenhang schrieb: „wie das Eichelfressen in Norwegen und den Hochalpen“.

Jetzt gab es im Internetauftritt von „Spektrum“ zwei interessante Interviews:

Am 3.12.2018 berichtete der Astrophysiker Hans-Thomas Janka über den Stand der Erforschung der Supernovae mit Hilfe von Simulationen an Superrechnern:
»Wir bewegen uns am absoluten Limit«.

Kurz vorher, am 19.11.2018, hatte der Physiktheoretiker Gerardus t’Hooft erklärt, warum er mit den bisherigen Grundlegungen und Deutungen der Quantenphysik nicht zufrieden ist: »Deutung der Quantenmechanik: Das Universum als zellulärer Automat«.
Die orthographische Analyse des Janka-Interviews ergibt:
1520 Wörter: 11 nichtsnutzige dass; 18 andere Reform-ss; so_genannter Weißer Zwerg, so_genannte »Paarinstabilitäts-Supernovae«, so_genannte Chandrasekhar-Massegrenze, 3 aufwändig; die allgemeine Relativitätstheorie: reformwidrig: als einzige,

Die orthographische Analyse des t’Hooft-Interviews zeigt:
1306 Wörter: 23 nichtsnutzige dass; 3 andere Reform-ss; das so_genannte anthropische Prinzip, die bohmsche Mechanik
Für das gesamte Dezember-Heft 2018 ergibt sich folgendes „so genannten“-Aufkommen:
so genannte kausale Modelle, so genannte Wellenfunktion, so genannte schwache Messungen, so genannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren, so genannte Selbsttoleranz, so genannte Kristallite, so genannte Dentintubuli, so genannte starke Wechselwirkungen, so genannte Schalen 2, so genannter Massendefekt, so genannter Betazerfall, so genannte Ionisierungsernergie, so genanntes generatives Netz, so genanntes Wikingerzeitalter, so genannte Adoptivkaiser, so genannte Inflation.
Um neben der albernen „Reform“ auch noch vernünftigen Gedanken Raum zu geben, sei aus den Interviews zitiert:
Physiker Gerardus t’Hooft:
In der Stringtheorie nehmen die Forscher an, dass die Grundbausteine der Materie nicht punkt- sondern linienförmig sind. Doch wie gesagt, bisher ließ sich nichts davon bestätigen... Ehrlich gesagt denke ich, dass die Stringtheorie einer Beschreibung unseres Universums nicht einmal nahe ist.

Astrophysiker Hans-Thomas Janka:
Mit unseren Computersimulationen hinken wir den Beobachtungen hinterher, denn die Programme sind extrem aufwändig. Erst seit rund fünf Jahren gibt es Supercomputer mit vielen zehntausend parallel arbeitenden Prozessoren, die solche enorm aufwändigen Rechnungen überhaupt ausführen können...

Wenn man vom Beginn des Kollapses bis zum Einsetzen der Explosion simulieren will – das ist gerade mal die erste Sekunde der Supernova –, müssen wir unser Programm ein halbes bis dreiviertel Jahr rechnen lassen, und zwar auf einem Supercomputer mit 16 000 Prozessorkernen.

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Sigmar Salzburg
25.10.2018 11.16
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„ ... eine Hand voll ins Netz!“

Steinzeit-„Reform“ bei Spektrum:

Ein massereicher Stern mit mehr als acht Sonnenmassen explodiert am Ende seines Lebens in einer spektakulären Supernova. In der Regel kollabiert dabei der Sternkern zu einem Neutronenstern oder Schwarzen Loch. [Seltener setzt ein] Quark-Gluon-Plasma (QGP) ... große Energiemengen frei und lässt auch sehr schwere Neutronensterne mit einem Quarkkern zurück. Zu diesem Schluss kommen Tobias Fischer von der Universität Breslau [politisch incorrect?] und seine Koautoren, die die Resultate ihrer Computersimulationen nun in »Nature Astronomy« veröffentlicht haben...

Astroteilchenphysiker können auch die Supernova-Neutrinos messen. Sie sind schwer nachweisbar, und bei großen Entfernungen kommt nur noch ein Bruchteil auf der Erde an. Bei der Supernova 1987A gingen nur eine Hand_voll ins Netz. Fischer und seine Kollegen sagen zwei »Neutrinoblitze« voraus: Der erste kommt durch den Gravitationskollaps und die Neutronisierung zu Stande und besteht aus Elektron-Neutrinos – das war schon vorher bekannt...

Bisher basieren die aufwändigen Computersimulationen auf einem vereinfachten Modell... Fischer und seine Kollegen erwarten allerdings, dass das Szenario im Wesentlichen gültig bleibt.

spektrum.de 23.10.2018

[Neutrinos als Teilchen mit minimaler Masse müssen gasförmig (als Dunkle Materie?) im All verteilt sein. Mein letztjährig verstorbener Schwager, der auch Diplomphysiker war, hat dazu einige Gedanken himterlassen. Leider konnte ich sie anhand der Notizen nicht rekonstruieren.]

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Sigmar Salzburg
30.09.2018 08.04
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Das Echo des Urknalls der „Reform“

Doppelspaltversuch: Was verrät die Quantentheorie über die Realität?

spektrum.de 26.9.2018

Orthographieanalyse –1511 Wörter: 7 dass; 11 sonstige Reform-ss: 6 lässt, 5 bewusst.. [Erleichterung = 0]

Spektum bringt die Übersetzung eines Artikels des Wissenschaftsjournalisten Anil Ananthaswamy über das grundlegende Doppelspaltexperiment zur Interferenz von Licht- und Materiewellen – in Urreformschreibung:

Young [1803] ... schien zunächst Recht zu behalten ... Newton, der meinte, Licht würde ... aus so_genannten Korpuskeln bestehen...[das Überbleibsel der reformistischen Spaltungsorgie]

Interferenzmuster entstehen im Allgemeinen, wenn sich mehrere Wellen überlagern ...[nein, sie entstehen auf einer Projektionsfläche]

Der Augenarzt und Physiker Thomas Young war im Jahr 1807 der Erste [klein wg. Bezug auf Physiker u. als Zahlwort], der mit einem Doppelspalt... experimentierte ...

Mathematisch gesehen ist das, was durch beide Spalte geht, kein physikalisches Teilchen und keine Welle im klassischen Begriff, sondern eine so_genannte Wellenfunktion – ... .

... ist laut der Theorie die Wellenfunktion jedes Photons zusammengebrochen, und zwar in_Folge irgendeines Prozesses, der als Messung bezeichnet wird...

Die Quantentheorie als eine der genauesten physikalischen Theorien entzieht sich bislang einer allgemein anerkannten philosophisch-physikalischen Deutung. Gegenüber stehen sich u.a. die Wahrscheinlichkeitsdeutung, sowie die Führungswellentheorie.

Ich bevorzuge die Vorstellung einer nicht wahrnehmbaren Welle, die erst bei einer Wechselwirkung als Teilchen erscheint. Die ausgedehnte Welle konzentriert sich instantan auf einen Punkt. Diese Nichtlokalität ist auch über große Entfernungen als Verschränkung vermeintlicher Teilchen nachgewiesen.

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Sigmar Salzburg
26.09.2018 07.00
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Ur-Unsinn bei Spektrum

Spektrum zögerte 1999 mit der Umstellung auf die „Reform“. Dann aber schloß sich die Zeitschrift der Urreform an und behielt sie unreformiert bis heute bei. Einige anderswo schon nicht mehr verwendete Skurrilitäten sind auch jetzt noch dort zu finden:

Atiyah präsentiert angeblichen Beweis der riemannschen Vermutung
Abelpreisträger und Fields-Medaillengewinner Sir Michael Atiyah behauptet das knapp 160 Jahre alte Problem gelöst zu haben. Gelang dem 89-Jährigen tatsächlich der Durchbruch?

Die riemannsche Vermutung zählt zu den bedeutendsten offenen Fragen der Mathematik... Nun behauptet Atiyah durch Zufall auf eine Lösung der riemannsche Vermutung gestoßen zu sein... Anfang 2018 habe er eine Konferenz besucht, wo er sich mit vielen Physikern unterhalten konnte, erzählt er. Dort sei er mit ihnen zu dem Schluss gekommen, dass man endlich die Feinstrukturkonstante verstehen müsse ... Was sollte die Feinstrukturkonstante aus der Physik nun mit der riemannschen Vermutung zu tun haben? ... Mit der so_genannten Todd-Funktion fand Atiyah nach eigenen Angaben zuerst einen mathematischen Ausdruck der Feinstrukturkonstante und ihm gelang anschließend ein Widerspruchsbeweis der riemannschen Vermutung...

Als ihn jemand im Publikum fragt, wann er sein Ergebnis veröffentlichen würde, antwortet Atiyah, dass die mathematische Herleitung der Feinstrukturkonstante das eigentlich komplizierte Ergebnis sei – der Beweis der riemannschen Vermutung sei vollständig auf seiner Folie präsentiert... Er habe seine Resultate bereits bei »arXiv« eingereicht ... – seine Arbeit sei aber nach eigenen Angaben wegen seines hohen Alters abgelehnt worden... Auch wenn Artikel auf »arXiv« ohne aufwändiges Peer-Review veröffentlicht werden, prüft ein Experte des betreffenden Fachgebiets einen Aufsatz und kann diesen dann zurückweisen.

Wie groß ist nun die Wahrscheinlichkeit, dass sein Beweis stimmt? Andere Mathematiker haben sich mittlerweile kritisch geäußert. Sie vermuten schwer_wiegende Fehler in der Definition und den genutzten Eigenschaften der Todd-Funktion. Ob die riemannsche Vermutung nun wirklich bewiesen ist, ist also fraglich.

spektrum.de 24.9.2018
Die unsinnige Kleinschreibung bedeutet eigentlich immer „in der Art von Riemann“, während die „Riemannsche Vermutung“ ein Eigenname ist. – Nebenbei: Nun wüßte ich gerne, ob meine eigene Annäherung an die Zahl ~137,036 der vorgenannten ähnelt.

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Sigmar Salzburg
21.07.2018 05.26
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Vince Ebert extrapoliert

Was wäre, wenn wir frei wären?

In den Geistes- und Naturwissenschaften finden sich zahlreiche Erklärungsmodelle zum freien Willen. Der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert wirft einen Blick auf den Diskurs um die menschliche Willensfreiheit in Philosophie und Neurobiologie.

»Bereits 1954 machte der kanadische Neurowissenschaftler James Odds Tests mit Ratten, indem er ihnen Elektroden an den Hypothalamus legte. Sobald die Forscher die Schaltungen für das Begehren anregten, wurden die Tiere lebhaft aktiv. Aber ihr Handeln hatte kein Ziel. Was die Nager taten, spielte plötzlich keine Rolle mehr. Es kam einfach nur darauf an, hektische Betriebsamkeit ohne irgendeinen Sinn und Zweck an den Tag zu legen. Die Politik ist der beste Beweis, dass dieser Effekt auch ohne eine Reizung des Hypothalamus möglich ist.«

spektrum.de 9.6.2018

... und unter den politischen Beweisen ragt in Deutschland die nichtnutzige Betriebsamkeit wegen der Rechtschreib„reform“ hervor und seit geraumer Zeit die selbstmörderische Betriebsamkeit zur Förderung der Masseneinwanderung.

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Sigmar Salzburg
12.04.2018 07.13
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Spektrums Warkus

Eigentlich wollte ich etwas Tiefschürfenderes dazu schreiben, aber mir fehlt die Zeit und Lust. Daher bleibt es bei einer einfachen Glosse:

Der Philosoph Matthias Warkus versucht, dem Satz “Der Islam gehört zu Deutschland“ oder seinem Gegenteil mit den Mitteln seiner Fregeschen Zerlegungs-Logik einen Sinn abzugewinnen, aber scheitert daran:

Behauptet man ..., »der Islam« gehöre nicht zu Deutschland, weil Deutschland »historisch christlich geprägt sei«, dann behauptet man, jedes Zerlegungsprodukt von Deutschland, dem die »historische christliche Prägung« nicht irgendwie anzumerken sei, gehöre nicht zu Deutschland. Nun ist aber zum Beispiel ein Studium des Maschinenbaus hier zu Lande vermutlich frei von jeder erkennbaren christlichen Prägung. Aber heißt das, dass die Maschinenbaufakultät der TU Chemnitz nicht zu Deutschland gehört?
spektrum.de 29.3.2018
Ungewollt demonstriert „Spektrum“ die Dürftigkeit einer mechanistischen Zerlegungslogik, hier auf der orthograpischen Ebene (mit Warkus‘ Willen?). Die Wortbildung „hierzulande“ bedeutet etwas anderes als die reformistische Aufspaltung „hier zu Lande“, die sogleich nach Erklärungen des Zustandes „zu Wasser“ oder „zur See“ verlangt.

Sprache erzeugt die vollständige Information erst zusammen mit dem Vorwissen des Empfängers und dessen Einbindung in den Gebrauch der Sprachgemeinschaft. Der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ ist nicht sinnlos, wie Warkus meint, sondern unpassend und indoktrinierend.

„Gehören zu“ leitet sich entfernt von „hören auf“ ab:
Jetzt bilde man zu den folgenden Sätzen die Ergänzung
„ ... wie der Islam zu Deutschland.
Kinder gehören zu ihren Eltern...
Die Ehefrau gehört zu ihrem Mann...
Der Hund gehört zur Familie...

Recht und Ordnung gehören in die Amtsstuben...
Klappern gehört zum Handwerk...
Rum gehört in den Pharisäer...

Die Pyramiden gehören zu Ägypten...
Der Kölner Dom gehört zu Köln...
Goethes Faust gehört zur Bildung...

Der Wahnsinn gehört zu Friedrich Nietzsche ...
Der Rollstuhl gehört zu Wolfgang Schäuble...
Die Warze gehört zu Claudia Roth...
Den Rum im Pharisäer hatte ich schon früher besprochen.

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Sigmar Salzburg
08.04.2018 12.22
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Der Reform-Urknall bei Spektrum

Hatte eine (Anti-)Materialismus-Konferenz in China Folgen?:

Seit Langem sind Wissenschaftler einem Unterschied zwischen Materie und Antimaterie auf der Spur... Schließlich muss beim Urknall mehr Materie als Antimaterie entstanden sein... ¹

In diesem Sinne ist auch die bisher aufwändigste Untersuchung von »Antiwasserstoff« eine Enttäuschung: Die so_ genannte 1S-2S-Spektrallinie des Antiatoms gleiche in noch größerem Maße der korrespondierenden Linie bei Wasserstoff als bisher vermutet, berichten Physiker der ALPHA-Kollaboration am Genfer Kernforschungszentrum CERN im Fachmagazin »Nature« ...

Nun haben die Forscher untersucht, wie sich die Lichtteilchen verändern, wenn man die Energieniveaus von 15000 Antiwasserstoffatomen mit Hilfe eines Magnetfelds verschiebt. So konnten die Physiker Lichtteilchen auffangen, deren Wellenlänge leicht von der des eigentlichen Übergangs abwich. Insgesamt gleiche die zu Grunde liegende »Hyperfeinstruktur« der einfachsten Orbitalzustände der von Wasserstoff bis auf die zwölfte Nachkommastelle, berichten die Wissenschaftler. Damit ist ein Unterschied zwischen Wasserstoff und seinem Antimateriependant weiterhin nicht in Sicht...

Spektrum.de 5.4.2018

¹) Das All könnte sich auch in einer ersten Superquantenfluktuation zu gleichen Teilen zweigeteilt haben.

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Sigmar Salzburg
28.01.2018 06.42
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„Spektrum“ verharrt in der Steinzeit der Rechtschreib„reform“

Die Zeitschrift verläßt immer häufiger den Pfad exakter Wissenschaften zugunsten soziologischer Mutmaßungen: Obwohl der Antisemitismus fest im Koran verankert ist, soll jetzt Europa für seine gegenwärtige moslemische Ausprägung verantwortlich sein. – Wir wollen darüber nicht befinden, stellen aber fest, daß Argumente, eingekleidet in Gender-Korrektheit und längst ausgemusterte Varianten der Ur-Rechtschreib„reform“, eher an Überzeugungskraft verlieren:

Bemerkenswert bei der jüngsten Studie ist die riesige Bandbreite von Einstellungen gegenüber Jüdinnen und Juden. Neben wildesten Weltverschwörungsfantasien, Bagatellisierungen des Holocaust und bitterem Hass finden sich auch reflektierte Positionen und Sympathien für die Juden. ... Günther Jikeli betont: „Verschwörungsfantasien gehen durch alle Schichten...“

In gebildeten Milieus hier zu Lande wäre das heute eher schlecht vorstellbar. Monika Schwarz-Friesel von der TU Berlin, die sich seit Langem intensiv mit den verbalen Mustern des Antisemitismus beschäftigt, stellt fest: „Seit 1945 ist bei uns ein expliziter Vulgärantisemitismus tabuisiert und wird sanktioniert.“ Judenfeindliche Botschaften würden quasi getarnt und in Form von so genannten Umweg-Kommunikationen artikuliert. „Statt explizit auf Juden zu verweisen, werden Paraphrasen wie ‚jene einflussreichen Kreise‘ benutzt. ...“

spektrum.de 26.1.2018

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