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Forum > Rechtschreibreform und Gruppendynamik
Die Schule als Hure des Fortschritts
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Sigmar Salzburg
29.10.2017 04.23
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Die Anfänge

Legen Grundschullehrer, die sich von Schülern duzen lassen, weniger Wert auf Rechtschreibung (und aufs Lernen überhaupt)? Bildungsforscher [Steinig ] behauptet das
news4teachers.de 19.9.2017

Prof. Ickler schrieb dazu bei sprachforschung.org:

Man muß hier unterscheiden. In der ersten Klasse läßt die Lehrerin oft noch zu, daß die Schüler sie duzen, weil sie das Siezen noch nicht gelernt haben.

Im übrigen: Ja, das ist sehr wahrscheinlich. In den 70er Jahren tauchten Universitätsdozenten auf, die im Schlabberpullover auf dem Tisch saßen und sich mit den Studenten duzten, die ihrerseits rauchten, strickten und futterten. Von solchen Leuten konnte man nichts lernen, es waren durchweg Nieten.
Das kann ich – aus einer anderen Branche – nur bestätigen. Die Typen wurden dann von den Studenten in maßgebliche Gremien und Stellungen gewählt und von linken Politikern gefördert. So begann der Siegeszug der 68er.

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Sigmar Salzburg
22.10.2013 10.19
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... noch ein Koffer in Berlin

Jürgen Elsässer wärmt einen älteren Beitrag von Josefine Barthel aus seinem COMPACT 09/2011 auf:

Schulfach Schwul

Wir hatten das Thema bereits hier angesprochen. Uns war aber die begleitende Lyrik entgangen (stark verkürzt):

... Als Jugendliche können sie sich dann bewusst für eine sexuelle Identität entscheiden, so wie für eine Religion“ – gab die Koffer-Initiatorin Conny Kempe-Schälicke von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Bildung und Forschung, zum besten...

Auch für die Kindergartenkinder ist ein Medienkoffer bereits in Planung. Berlin ist Vorreiter, in Nordrhein-Westfalen will man nachziehen...

In fruchtbarer Zusammenarbeit entstehen so Broschüren und allerlei Aufklärungsmaterialien. Einer der bildungspolitischen Meisterwerke ist das Liederheft Nase, Bauch und Po für den Kindergarten. Eine Kostprobe gefällig? „.. wir haben eine Scheide, denn wir sind ja Mädchen. Sie ist hier unterm Bauch, zwischen meinen Beinen. Sie ist nicht nur zum Pullern da, und wenn ich sie berühr’, ja ja, dann kribbelt sie ganz fein. ‘Nein’ kannst du sagen, ‘Ja’ kannst du sagen, ‘Halt’ kannst du sagen, oder ‘Noch mal genauso’, ‘Das mag ich nicht’, ‘Das gefällt mir gut.’, ‘Oho, mach weiter so.’” ...

Nun, wenn der liebe Onkel das macht, und das solchermaßen „beglückte“ Kind diese Zuwendung des Onkels vielleicht im Kindergarten erzählt, hat der liebe Onkel ganz flott ein massives Problem.

Der Widerstand gegen den Grundschul-„Medienkoffer“ ist schwach... Längst gibt es Wichtigeres.

(…) Weiterlesen in COMPACT 9/2011

compact-magazin.com 21.10.2013

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Sigmar Salzburg
11.06.2012 14.21
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Perverse Pinguine

Drei Jahre lang erforschte George Murray Levick (1876-1956) das Leben der Pinguine. Was er herausfand, war bahnbrechend – und schockierte den Wissenschaftler zutiefst: So pervers erschien ihm das Sexualleben der Vögel, dass die Studie zensiert und versteckt wurde. Erst 97 Jahre später wird sie nun öffentlich.
Alle Notizen und Beobachtungen sexueller Natur verfasste er auf Griechisch, seine Beobachtungen sollten kein unschuldiges Auge schockieren: Zu skandalös erschien ihm das „verdorbene Verhalten“ der perversen Pinguine!

Was Levick als Erster beobachtete:

• scheinbar nekrophiles Sexualverhalten: Versuche von männlichen Jungvögeln, sich mit toten Weibchen zu paaren;
• offenbar sexuell motivierte Attacken auf Jungvögel;
• autosexuelles Verhalten: Selbstbefriedigung?
• Homosexualität;
• nicht auf Fortpflanzung ausgerichtete sexuelle Aktivität!

spiegel.de 10.6.2012

Heute könnten die Berichte in Deutschland als Schulbuch eingeführt werden, um Schülern die „Vielfalt sexueller Lebensentwürfe“ nahezubringen. Nicht genehmigungsfähig wäre das Buch nur, wenn unschuldigen Kinderaugen „daß“, „verfaßte“ und „als erster“ zugemutet würde.

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PL
23.06.2011 01.59
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Verdirbt dieser Sex-Koffer unsere Kinder?

Der Koffer nicht.

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Sigmar Salzburg
22.06.2011 09.14
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Die Schaffung des neuen Menschen

Der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner ist ein „Trottel und Missetäter“ (M.Reich-Ranicki) der ersten Stunde und seit 20 Jahren mit der „Rechtschreibreform“ verbunden. In der finstersten Zeit der Steinzeitreform von 1996 bis 2006 wurden wohl 20 Millionen Schüler mißgebildet.

Zöllner: „Dem Ruf der Kultusministerkonferenz war sicher auch abträglich, dass wir uns ohne Not die Rechtschreibreform ans Bein gebunden haben.“ (DIE ZEIT, 7.2.2008)

„Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt es sich ganz ungeniert.“ Nachdem die Reformdurchsetzung ab 2007 mit dem Einfangen der abtrünnigen Zeitungsverlage abgesichert war, konnten sich die Bildungspolitiker neuen Menschenexperimenten zuwenden:

Neue Kampagne
Neu in der Schule: Schulfach Schwul


Senator Zöllner startet Aufklärungskampagne, die Erstklässlern andere Lebensmodelle erklären soll.

Die ersten Wörter schreiben, plus und minus rechnen, sexuelle Vielfalt kennenlernen – Unterrichtsstoff unserer Erstklässler! Konkreter: Der König heiratet einen König, Onkel Tommy küsst einen Mann, Emily hat zwei Mamis, der Rabe mit dem goldenen Federkleid ist vermutlich transsexuell...

Montag startet Bildungssenator Jürgen Zöllner (65, SPD) eine neue Aufklärungskampagne, die sich an Schüler verschiedener Altersklassen, Eltern und Lehrer richtet. Bestandteil: ein Themen-Koffer mit 25 Bilderbüchern und einem Memory-Spiel, gedacht für Grundschulkinder ab fünf Jahren.

[Das erinnert an eine prophetische Satire im „Pardon“ der 70er Jahre: „Die SPD fordert die Volksorgie“ mit Verteilung eines Volksorgien-Utensilienkoffers an jeden Bürger.]

„Wir zeigen alles, was heute Realität ist“

In den Märchen und Geschichten wird Anderssein, Brechen mit Rollen-Klischees, unkonventionelles Zusammenleben thematisiert. Im Mittelpunkt: Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften aufwachsen, deren Eltern Grufties sind oder die von Oma und Opa großgezogen werden.
„Wir zeigen alles, was heute Realität ist“, sagt Conny Kempe-Schälicke (45), Leiterin der Initiative. Sie betont: „… Weg von der klassischen Vater-Mutter-Kind-Familie, hin zu Modellen, in denen Kindern auch glücklich sein können. Denn das Einzige, was wichtig ist, ist eine liebevolle Umgebung.“

[Trockenübungen in Darkroom, zu Orgasmus und Selbstbefriedigung:]

… Alles abrufbar im Internet, auf der Webseite des Bildungsservers Berlin-Brandenburg. Auch Materialen zur Aufklärung von Jugendlichen, mit denen der Verein Gladt e.V. an Oberschulen arbeitet, die sehr weit gehen. So werden Jugendliche aufgefordert, Begriffe pantomimisch darzustellen wie: „Selbstbefriedigung“, „zu früh kommen“, „Orgasmus“, „Darkroom“.

bz-berlin.de 20.6.2011

[Nachtrag:] Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, hat die Berliner Initiative zur Förderung der Akzeptanz für „sexuelle Vielfalt“ an Schulen scharf kritisiert. JF 30.6.2011

Auch anderweitig spukt der Geist pädagogischer Sexualheilsverkünder: giessener-anzeiger.de

Und wie spricht er als nicht ganz Dichter?

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Sigmar Salzburg
26.05.2004 09.45
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Abiturrede

Zufällig fand ich eine Abiturrede von 1999: Ort und Verfasser konnte ich aus Zeitmangel nicht herausfinden:
ods.schule.de

... Die Zahlen über die Jugendarbeitslosigkeit, um etwas vergleichsweise nachgerade Harmloses zu erwähnen, machen mir nicht erst seit gestern – und zwar aus purem Eigennutz und mit Blick in meine eigene Zukunft – Angst, und diesen Patienten in der kleinen und der großen Politik da oben fällt dazu leider nichts anderes bei, als das Bildungswesen weiter und weiter auszudünnen und überdies, als ob das Paket der allenthalben ergriffenen Maßnahmen – die Deutsche Bundespost rotiert im Grabe – noch nicht reichte, nach Duodezfürstenart uns überflüssigerweise noch mit einer Sprachvernichtungsverordnung namens Rechtschreibreform zu beschenken, deren Lümmelhaftigkeit gegenüber der deutschen Zunge beileibe nicht nur latent pornographische Züge hat, sondern ein Ejakulat ist, das eigentlich umgehend eine neue Art des Hessischen Landboten herausfordert. Ha, Sie glauben gar nicht, wie viele vergnügte "ß" und wie viele illegale Kommata vor erweitertem Infinitiv sich ungestraft und hämisch in diesem Manuskript noch tummeln.
Im Ernst: Mir klappt das Messer in der Tasche auf: Kultur auf dem Weg der Titanic: nach ganz weit unten! – Theater machen zu. Das Fernsehen schlägt die Bücher tot. Schule ist nur noch Mist für manche. Arbeit. Rausgeschmissene Zeit. Nein, meine Freunde, nein. Ein gewisser Wilms nebenbei, nach dem in Kreuzberg eine Straße benannt ist – ja, entschuldigen Sie, hier schlägt der ex-Taxifahrer durch – ein gewisser Wilms, wie gesagt, war ein großer Arzt (das können Sie übrigens auch bei Fontane nachlesen), aber daß er ein großer Berliner Deutsches-Theaterdoktor werden wird, das wage ich zu bezweifeln. Verwechseln da bei ihren erotisch-exotisch-schaumgeborenen Entscheidungen nicht manche dieser Mutanten in den Kultusetagen, die nämlichen, die leider noch das Sagen haben, die Bretter, die die Welt bedeuten, mit denen vor dem eigenen Kopf?! Was ist los, Herrgott noch einmal?!
Christan Ströbele und Gregor Gysi waren in dieser Aula zu Gast. Ich erinnere mich, obwohl es schon lange her ist, auch an Jochen Vogel, den Ex-Justizminister. Bürgermeister Diepgen wird im Juni an diesem Pult stehen, worüber ich staune und worüber ich mich freue, wegen dem Polenengagement unserer Schule. Bischof Kruse kommt ein paar Tage vorher.
Wann haben wir das letzte Mal gehört, daß Kultur und Kulturerhalt wichtig für den Menschen sind? Warum sieht keiner mehr, daß der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt? Wo haben wir gelesen, daß es noch ein Leben gibt nach den Musicals? Stimmt – wir haben es nicht gelesen...


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Sigmar Salzburg

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L.Willms
31.01.2004 17.48
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Ja, die arabischen Zahlen sind eigentlich indische Zahlen.

Welche Sprechweise in den arabischen Ländern heute vorherrscht, von rechts nach links in aufsteigender Reihenfolge der Stellen, oder von links nach rechts, mit den signifikantesten Zahlen beginnend, das weiß ich nicht. Laut Lehrbuch geht beides. Ich werd mal versuchen, es herauszubekommen.

Was es mit der Hebamme und dem Rechenschieber auf sich hat, weiß ich auch nicht; die Zahl habe ich mit einem kleinen Programmchen errechnet (das ich mir vorvoriges Jahre geschrieben hatte), das die Dreieckstabelle solcher Wahrscheinlichkeiten jedesmal neu erstellt. In der Mathematik ist diese Tabelle als Stifel'sches Dreieck oder Pascal'sches oder Chinesisches Dreieck bekannt. Komplizierte Rechnungen mit Fakultäten werden dabei auf ein paar einfache Additionen zurückgeführt, deren Ergebnis in einer Tabelle abgelesen werden kann.

Die Wahrscheinlichkeit ist 1 zu 13983816, die 13'983'816 eben der Kehrwert davon. Ich wollte halt eine achtstellige Zahl als Beispiel haben, die nicht aus den Fingern gesogen ist, zu der man eine Beziehung haben kann.

Mfg,
L. Willms



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Es gibt eine wahre und eine förmliche Orthographie. -- Georg Christoph Lichtenberg (1742 .. 1799)

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Karl Eichholz
31.01.2004 15.57
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neugierig geworden ...

LW: Lesen Sie sich mal diese Zahl: 13983816 laut vor. Wie lange brauchen Sie, um festzustellen für welche Zehnerpotenz die erste Stelle steht?

KE: äh, so etwa nullkommaachthundertneunundsiebzig Sekunden

LW: Im Arabischen kommt man zuerst an die Einerstelle (10 hoch 0) und fängt einfach an in derselben Richtung, ganz ohne Sprung zu lesen: eins und zehn und achthundert und drei und achtzig neunhundert tausend und drei und zehn Millionen -- oder so ähnlich (ich bin in meinen Arabischkursen leider nie so weit gekommen, daß ich solche Zahlen hätte sprechen können, aber ich hab mich in meinem alten Lehrbuch Harder-Schimmel noch mal vergewissert, ob ich vorher keinen Unsinn geschrieben hatte). Man nimmt also die Zahl der jeweiligen Stelle auf und gleichzeitig deren Wertigkeit in der Reihe der Zehnerpotenzen.

LW: Sicherlich, es wird auch im Arabischen andersrum gesprochen, also mit den signifikantesten, will sagen, höchstwertigsten Stellen angefangen.

KE: auch?, also als eine weitere Gepflogenheit neben der eins-zehn-hundert-tausend-Methode? oder auch wie wir Deutschen?

KE: übrigens sind die arabischen Zahlen 1, 2, 3 aus I, II, III entstanden. erst bei der 4 wird es komplizierter. Wenn Sie die eins bis drei Striche mit der linken Hand von rechts nach links aufmalen, die Striche dabei \ schräg nach links oben gehen lassen, so kommt fast automatisch 1,2,3 heraus. In Indien benutzt man diese Zahlen ja auch schon ziemlich lang, allerdings unterscheiden sich 4-9 teilweise von unseren etwas.

Danke für die Nachhilfe!


KE: Ach ja, und um nochmals die deutsche DREIZEHN anzugehen (ich hatte, während Sie antworteten, meinem Beitrag noch etwas nachgetragen) , wie wäre es mit DRELF? Vorteil: kurz und gut zu merken und abzuleiten. Nachteil: Verwechslungsgefahr mit ELF.
Wir müssen wohlmöglich doch schlicht anerkennen, daß unsere Altvorderen uns eine sicheres System überließen?

LW: Die o.g. Zahl ist übrigens der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit, sechs richtige im Lotto 6 aus 49 zu ziehen...

KE: Ich habs geahnt. SIE sind es also, der der Hebammme den Rechenschieber entwendete :-) Hoffentlich konnte sie dennoch ohne Kehrwertbildung das Geburtsdatum recht zu Papier bringen?

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mit herzlichen Grüßen
Karl Eichholz

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L.Willms
31.01.2004 15.19
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Arabische Ziffern und Dezimalsystem

Antwort an Karl Eichholz:

Die Schreibweise des Dezimalsystems ist ohne Änderung aus dem Arabischen übernommen, die niedrigwertigste Stelle ist rechts, dann folgen -- in arabischer Rechts-nach-Links-Schreibrichtung -- die Zehner, die Hunderter und so weiter.

Das macht es möglich, eine Zahl ganz einfach Ziffer für Ziffer zu verstehen, ohne daß man, wie im Deutschen z.B. erst die Anzahl der Ziffern abzählen muß, um zu wissen, mit welcher Mächtigkeit die erste Ziffer daherkommt.

Lesen Sie sich mal diese Zahl: 13983816 laut vor. Wie lange brauchen Sie, um festzustellen für welche Zehnerpotenz die erste Stelle steht?

Im Arabischen kommt man zuerst an die Einerstelle (10 hoch 0) und fängt einfach an in derselben Richtung, ganz ohne Sprung zu lesen: eins und zehn und achthundert und drei und achtzig neunhundert tausend und drei und zehn Millionen -- oder so ähnlich (ich bin in meinen Arabischkursen leider nie so weit gekommen, daß ich solche Zahlen hätte sprechen können, aber ich hab mich in meinem alten Lehrbuch Harder-Schimmel noch mal vergewissert, ob ich vorher keinen Unsinn geschrieben hatte). Man nimmt also die Zahl der jeweiligen Stelle auf und gleichzeitig deren Wertigkeit in der Reihe der Zehnerpotenzen.

Sicherlich, es wird auch im Arabischen andersrum gesprochen, also mit den signifikantesten, will sagen, höchstwertigsten Stellen angefangen.

Was im Arabischen nun perfekt mit der Schreib- und Leserichtung des Textes übereinstimmte, haben die Europäer übernommen, also die Einerstelle ganz rechts, wo sicherlich auch einer gewissen Vorstellung entgegenkommt, daß das Wichtigste und Wertvollste vorne, also in der auf griechisch und Latein beruhenden Schreibrichtung von links nach rechts am Anfang der Hierarchie stehen sollte.

Aber zur Bildung von Zahlworten aus Ziffernfolgen des Dezimalsystems zwingt das zu einigen Purzelbäumen, von denen der erste immer ist, erstmal ganz ans Ende der Ziffernfolge zu gehen, um anhand der Anzahl der Ziffern (u.U. vor einem Dezimaltrennzeichen) zu bestimmen, welchen Wert denn nun die erste Ziffer hat.

Das wird natürlich normalerweise dadurch erleichtert, daß man die Ziffern durch Tausendertrennzeichen in Dreiergruppen zusammenfaßt, wie man sie eben auch spricht. Bei einer Schreibweise von rechts nach links und dementsprechender Wortbildung eines Zahlwortes hat man diese Schwierigkeiten nicht.

Die o.g. Zahl ist übrigens der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit, sechs richtige im Lotto 6 aus 49 zu ziehen...

MfG,
L. Willms

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Karl Eichholz
31.01.2004 14.35
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aber, äh, wird denn nicht in gleicher Richtung ...

aber wird denn im Arabischen nicht in gleicher Richtung gelesen, wie es geschrieben wird? Dann sollte die Reihenfolge ja stetig vom Größten zum Kleinsten gehen, und nicht wie bei uns „zweitausend-fünfhundert-einundsechzig“, also die kleinste Stelle der zweitkleinsten vorgezogen werden.

Übrigens ist die Form „einundsiebzig“ sicherlich darauf zurückzuführen, daß durch das Wörtchen UND jedwede Form von Zungenbrecher vermieden wird. Schon bei „siebzigeins“ braucht man Pflaster und Schiene.

Und wo wir doch bei diesem schönen Thema nun mal sind:

Warum gehen unsere Einfachzähler nur bis ZWÖLF? Norwegen hat ein elve, twelve, trelve, entsprechendes gilt für Französich, Spanisch, Portugiesisch. Französisch schießt den Vogel ab mit „seize“ für sechzehn.

Italienisch fällt aus dem Rahmen mit 11-16: Undici. Dodici. Tredici. Quattordici. Quindici. Sedici, um dann plötzlich umzustellen für 17-19 auf Diciassette. Diciotto. Diciannove


(benutzte Übersetzungsmaschine: ets.freetranslation.com)

Original in Englisch
One. Two. Three. Four. Five. Six. Seven. Eight. Nine. Ten. Eleven. Twelve. Thirteen. Fourteen. Fifteen. Sixteen. Seventeen. Eighteen. Nineteen. Twenty.

Deutsch
Ein. Zwei. Drei. Vier. Fünf. Sechs. Sieben. Acht. Neun. Zehn. Elf. Zwölf. Dreizehn. Vierzehn. Fünfzehn. Sechzehn. Siebzehn. Achtzehn. Neunzehn. Zwanzig.

Holländisch
Een. Twee. Drie. Vier. Vijf. Zes. Zeven. Acht. Negen. Tien. Elf. Twaalf. Dertien. Veertien. Vijftien. Zestien. Zeventien. Achttien. Negentien. Twintig.

Norwegisch
En. To. Tre. Fire. Fem. Seks. Sju. Åtte. Ni. Ti. Elleve (Elve). Tolv (Twelve). Tretten (Trelve). Fjorten. Femten. Seksten. Sytten. Atten. Nitten. Tjue.

Spanisch
Uno. Dos. Tres. Cuatro. Cinco. Seis. Siete. Ocho. Nueve. Diez. Once. Doce. Trece. Catorce. Quince. Dieciséis. Diecisiete. Dieciocho. Diecinueve. Veinte.

Portugiesisch
Um. Dois. Três. Quatro. Cinco. Seis. Sete. Oito. Nove. Dez. Onze. Doze. Treze. Quatorze. Quinze. Dezesseis. Dezessetes. Desoito. Dezenove. Vinte.

Italienisch
Un. Due. Tre. Quattro. Cinque. Sei. Sette. Otto. Nove. Dieci. Undici. Dodici. Tredici. Quattordici. Quindici. Sedici. Diciassette. Diciotto. Diciannove. Venti.

Russisch
Îäèí. Äâà. Òè. *åòûå. Ïÿòü. Øåñòü. Ñåìü. Âîñåìü. Äåâÿòü. Äåñÿòü. Îäèííàäöàòü. Äâåíàäöàòü. Òèíàäöàòü. *åòûíàäöàòü. Ïÿòíàäöàòü. Øåñòíàäöàòü. Ñåìíàäöàòü. Âîñåìíàäöàòü. Äåâÿòíàäöàòü. Äâàäöàòü.
Hier wird natürlich ein anderer Zeichensatz benötigt



__________________

mit herzlichen Grüßen
Karl Eichholz

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L.Willms
31.01.2004 10.23
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Stellenfolge beim Zahlwort für zweistellige Zahlen

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Rolf Genzmann
Unsere Zählreihe ist in dem Falle um einen Tick analoger, logischer als das heutige Englisch.

[...]

Eine ganze Reihe von Sprachen stellen Einer und Zehner um wie die deutsche, zum Beispiel das Arabische.


Das Arabische stellt die Reihenfolge der Stellen (die Zehnerpotenzen im Dezimalsystem entsprechen) nicht um, sondern dort entspricht es der Schreibrichtung von rechts nach links. Diese Schreibrichtung der Zahlen wurde übernommen, als das christlich-germanische Abendland das Dezimalsystem mit der Null, die Algebra überhaupt und andere Wissenschaften von den Arabern lernte, Al-Djabra, Al-Kimia und ähnliche aus dem Arabischen übernommene Worte in die eigene Sprache übernahm.

Und so, davon bin ich überzeugt, ist auch die Reihenfolge entstanden, mit der man im Deutschen zweistellige Zahlen bildet.

Das ist nun seit gut einem Jahrtausend tägliche Praxis, und die wird man nicht per Verordnung umwerfen können.

Ich vermute auch, daß da wieder irgendwelche Leute sind, die sich nicht vorstellen können, wie man per Computerprogramm eine Zahl als deutsches Zahlwort ausgeben kann. Aber es geht; ich habe selbst vor über 15 Jahren ein Unterprogramm dafür geschrieben.


MfG,
L. Willms

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Es gibt eine wahre und eine förmliche Orthographie. -- Georg Christoph Lichtenberg (1742 .. 1799)

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Theodor Ickler
17.01.2004 15.40
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Prozent

Seltsam ist eigentlich auch „das Prozent“.
__________________
Th. Ickler

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Norbert Schäbler
17.01.2004 15.19
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"0,01Tonnen" (?)

(Ein Problem aus dem alten Gästebuch)

Interessant ist es ja, daß im Bereich der Maße die Grammatik nicht so richtig wirken mag. Scheinbar sorgt hier die Mathematik für massive Ausdruckshemmungen.

Beispiele:
„Ein Meter – zehn Meter; eine Mark – hundert Mark; ein Euro (Cent) – fünf Euro (Cent); ein Kilo – 50 Kilo; ein Liter – 20 Liter; ein Ar – hundert Ar – ein Hektar...“

Zur 0,01-Tonne fallen mir ein:
1. Die Zehntel-Dezi-Tonne (wobei ich nicht weiß, wie ich sie schreiben soll),
2. Der Fünftelzentner
3. Zehn Kilogramm
4. Zwanzig Pfund

Bei der Gelegenheit dämmert mir, daß so allmählich einige alte Maße am Aussterben sind. Klammheimlich wurden sie weginternationalisiert.
Das alte Schriftzeichen für Pfund kennt heute ohnehin kaum noch wer.

Gehört so was eigentlich zum Bildungsinhalt?

__________________
nos

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Wolfgang Wrase
15.01.2004 03.56
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Einwände gegen

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Rolf Genzmann
... Von der Sache her nichts einzuwenden?
Ich schrieb weiter, und das gehört dazu: „Allerdings unter einer Voraussetzung“, nämlich daß die Idee von vornherein auf die Zustimmung der Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung stößt. Ich gehe davon aus, daß „siebzigzwei“ mit über 90 Prozent abgelehnt werden würde, käme eine repräsentative Umfrage zustande. Diese Ablehnung würde sich auch aus den zuletzt aufgeführten Argumenten speisen.

Sobald – theoretisch – sich die Mehrheit der Bevölkerung ein anderes System der Zahlwortkonstruktion wünscht, dann wird sie einfach damit anfangen, und das bessere System wird sich durchsetzen. Dann werde ich mich nicht damit aufhalten, die Leute davon abbringen zu wollen. Ich meinte ja nur: Auch die Kultusminister sollen sich an den Wünschen der Bevölkerung orientieren, anstatt wieder einmal ein paar Theoretikern zu folgen und die Sprache in der Schule zu verändern, ohne daß die Bevölkerung dies wünscht. Ich sagte nicht, daß ich persönlich „siebzigzwei“ eingeführt sehen möchte.

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Rolf Genzmann
15.01.2004 03.24
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... Von der Sache her nichts einzuwenden?
Wer twenty one mit zwanzig eins übersetzt, unterschlägt das Wort „und“ in einundzwanzig.
Dies Wörtlein trennt die Einer von dem Zwanziger, in unserer Sprache ab 21.
Analog zwischen 11 und 19 werden bei uns die Einer zuerst genannt, wenn auch ohne „und“.
Unsere Zählreihe ist in dem Falle um einen Tick analoger, logischer als das heutige Englisch.
Will jemand 20’ 4’ einführen, dann müßte analog auch 10’4’ geschehen.
Christus hätte dann nicht 72 Jünger, sondern Siebzig Zwei. Und es wären nicht zwölf Apostel, sondern Zehn Zwei.
Die in Bochum zusammentretenden „Mathematiker“ sollte man fragen, ob auch nur ein einziger unter ihnen den „Menninger“ gelesen hat. (Zahlwort und Ziffer, 1959, 1979 fff).
Menninger muß man studiert haben, um eine Ahnung von der Kulturgeschichte der Zahlen zu bekommen, von den Zahlsprachen aller Völker. Eine ganze Reihe von Sprachen stellen Einer und Zehner um wie die deutsche, zum Beispiel das Arabische. Andere stellen nicht um, z. B. das Chinesische. Arabisch scheint nachzulassen, Chinesisch ist mega in, Umstellung auch, Rapidtrans, Kraftwerkatom.

Möglicherweise stört auch das Wort „und“ in vierundzwanzig, weil man doch im Rechnen das Fremdwort „plus“ übernommen hat, – aus der DDR, dort galt es schon für Klasse 1.
„Plus“ und „Minus“ sind sprachwidrig in der Grundschule, weil man nicht minusschwimmen kann, wohl aber wegschwimmen, -gehen, -laufen. Und pluslaufen geht auch nicht.
Darüber sollten die „Mathematiker“ mal tagen, aber das wäre gegen Miß-Bildung, also im Rahmen der brillianten KMK insgesamt unmöglich.

__________________
Rolf Genzmann

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