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Sigmar Salzburg
01.12.2018 10.14
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80. Geburtstag von Prof. Christian Andree

Medizingeschichte und Virchow-Forschung
Symposium

am Freitag, dem 30. November 2018
zum 80. Geburtstag von
Prof. Dr. phil. et med. habil. Christian Andree


Das ganztägige Programm sah zwölf Vorträge vor, eingerahmt durch die Eröffnung und das „Schlußwort“ von Prof. Andree, und unterbrochen vom Grußwort des Dekans der Kieler Fakultät, Prof. Ulrich Stephani und von der Gratulation durch Prof. Gundolf Keil (Würzburg).

Hier können nur Stichworte zu einzelnen Vorträgen folgen. Rudolf Virchow (1921-1902) war einer der umfassendst gebildeten Mediziner des deutschen 19. Jahrhunderts und hat nicht nur der Medizin, sondern auch der Sprache und Politik wichtige Anstöße gegeben.

Prof. Dr. med. Stefan Koch (Saarow) spach über die Themen
Die Illustrationen in den Sektionsprotokollen des Virchow’schen Instituts in BerlinundVirchows Beiträge zu einer medizinischen Fachsprache in Deutschland“. Bei der Vorstellung des Werdegangs des Vortragenden übte Prof. Andree auch deutliche Kritik an der Tilgung von „Ernst-Moritz Arndt“ im Namen der Universität Greifswald.

Virchow beherrschte neben Deutsch, Latein, Griechisch, Hebräisch auch Englisch, Französisch, Italienisch und Niederländisch. Er schuf u.a. die Fachwörter „Thrombose“ und „Embolie“. Er legte großen Wert auf Orthographie und Interpunktion. Er trat für die klarere Lateinschrift anstelle der üblichen Kurrentschrift ein. Gegen die reformerische Änderung der fremdsprachlichen „c“ zu „k“ oder „z“ hatte er aber erhebliche Einwände, vor allem wohl, weil sie die Ordnung seiner Register durcheinanderbrachte.

Die im Vergleich zu den alten Herren jugendliche Oberkirchenrätin Dr. jur. Annette Rieck (Kiel) beleuchtete
Die Einführung der Zivilehe – Rudolf Virchows Rolle und Beiträge in den Gesetzgebungsberatungen des Preußischen Abgeordnetenhauses 1873/74“. Dabei schimmerte ihre Genugtuung durch, daß der seither geltende Vorrang der Zivilehe gegenüber der Kirchenehe 2008 fast unbemerkt wieder abgeschafft wurde.

Berührend war der Vortrag von Prof. Dr. phil. Klaus Bartels (Zürich), der wegen seiner Reiseunfähigkeit verlesen werden mußte. Er übergab der Medizinischen Fakultät ein großformatiges Porträt seines Urgroßonkels Karl Heinrich Christian Bartels (1822-1878), der seit 1859 Professor für Pathologie und Direktor der Medizinischen Klinik Kiel gewesen war.

Als Philologe brachte Prof. Bartels mit
Vier Wörter, durchleuchtetdie Etymologie von „Arzt“, „Medizin“, „Symptom“ und „Syndrom“ als Geburtstagsgeschenk auf den Seziertisch.

Eindrucksvoll waren auch die in freier Rede improvisierte „Gratulation“ des 84jährigen Germanisten und Medizinhistorikers Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. hc. Gundolf Keil, und seine Anmerkungen zum Stand der Medizingeschichtsforschung, die eine Gesamtausgabe der Werke des Paracelsus vollbrachte, aber nun als Folge der Frauenquote Krankenschwestern mit Soziologiestudium in entscheidende Stellungen hievt.

Wie die Kieler Nachrichten am 29.3.16 erwähnten, verkaufte Prof. Andree, um seine Virchow-Ausgabe zu finanzieren,
„seine private Sammlung von Originalschriften des Dichters [Theodor Fontane] 1997 an das Land Brandenburg für damals 2,4 Millionen Mark. Ein Großteil des Erlöses floss direkt in den Druck der Virchow-Bände, von denen einer bis zu 500 Euro kostet.“

Am Rande des Symposiums wurden wir (meine Frau und ich) daran erinnert, daß Prof. Keil jahrelang Schwierigkeiten hatte, weil er zur Finanzierung seiner Forschungen Spenden für Dissertationen entgegengenommen haben soll. Die Wege der Geldbeschaffung für höhere Zwecke sind oft wundersam.

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Sigmar Salzburg
18.11.2010 16.53
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Seltsame physikalische Fragestellungen

Physikalisches Kolloquium Universität Kiel
Wintersemester 2010 / 2011
Dienstag, 23. November 2010
PD Dr. Friederike Braun

(Universität Kiel)
„Können „Physiker“ Frauen sein?
Gleichstellung durch Sprache in Forschung und Lehre”

Abstract:
Seit Jahren gelten in der Bundesrepublik rechtliche Regelungen, die vorschreiben, dass öffentliche Texte geschlechtergerecht zu formulieren sind. Ausdrücke wie „der Bürger“, „der Antragsteller“ oder „der Prüfer“, die Frauen sprachlich unsichtbar machen, sollen nicht mehr als zusammenfassende Bezeichnung für Frauen und Männer verwendet werden. Tatsächlich wird diese Forderung aber nur unvollständig eingehalten, und vielfach sind Zweifel am Sinn geschlechtergerechter Formulierung geblieben: Lohnt sich der sprachliche Aufwand wirklich oder handelt es sich um eine sprachkosmetische „political correctness“, die Texte unnötig kompliziert macht?

Der Vortrag stellt psycholinguistische Forschungsergebnisse vor, die zeigen, was geschlechtergerechte Formulierung tatsächlich bewirkt und wie viel sie zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen kann. Auch gibt es Forschungsergebnisse zur Lesbarkeit geschlechtergerechter Texte. Die anschließende Diskussion bietet Gelegenheit, weitere Aspekte (wie z.B. Fragen der praktischen Umsetzung) zu diskutieren.

Der Vortrag findet um 17:00 Uhr im Hans Geiger Hörsaal (LS 13 / R. 52) des Physikzentrums statt. Ab 16.30 werden Kaffee und Gebäck angeboten.
Kaffeebecher sind mitzubringen!
Alle an neuen physikalischen Fragestellungen Interessierte sind herzlich eingeladen, insbesondere Studierende.

M. Bonitz
für die Dozenten der Physik
Gastgeber: Dr. Franko Greiner

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Sigmar Salzburg
01.11.2010 08.54
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Rainer Hauer

Sprich, damit ich Dich sehe

Rotenburg. Wie wir lernen können, uns besser zu verstehen, das ist Thema des Vortrags „Sprich, damit ich Dich sehe!“ von Rainer Hauer. Der Wiener Burgschauspieler und Professor für Rhetorik an der Kunst-Universität Graz geht am Freitag, 5. November, in Rotenburg auf Fragen zum Thema Sprache ein.

Er wird unter anderem erläutern, welche Unterschiede es zwischen tierischer und menschlicher Sprache gibt, wie Babys und Kleinkinder Sprache lernen und aus welchen Bausteinen Sprache überhaupt besteht. Hauer wird auch den Sinn der Rechtschreibreform hinterfragen, und welchen Einfluss neue elektronische Verarbeitungssysteme auf Sprache haben können….

Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr im Göbels Posthotel Rotenburg. Der Eintritt kostet zwölf Euro, ermäßigt acht Euro. Karten sind im Vorverkauf in der Hoehlschen Buchhandlung Bad Hersfeld und Bebra, in der Roenburger Buchgalerie Berge und in der Buchhandlung A. Bernecker in Melsungen erhältlich. Weitere Informationen zu Rainer Hauer finden Sie unter unter http://www.rainer-hauer.de

Hersfelder Zeitung 25.10.2010

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Sigmar Salzburg
23.12.2008 07.25
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Vortragsankündigung

Schleswig-Holsteinische Universitäts-Gesellschaft SHUG
Sektion Altenholz

Do 14.05.2009, 19.30
Altenholz (bei Kiel)


Ratssaal im Rathaus Altenholz-Stift
Allensteiner Weg 2-4

Prof. Dr. Dr. h.c. Winfried Ulrich

Orthographie und Rechtschreibreform sachlich und nüchtern betrachtet

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Sigmar Salzburg
21.02.2008 06.47
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Vorträge

Butterbrot: Ein Name kann so manches verraten

Schneider, Grass, Bach -Wo kommen Namen her? Ein Versuch der Erklärung

Eckernförde
– „Ich halte meinen Vortrag extemporiert“, leitete Dr. Hubertus Menke, emeritierter Professor der philosophischen Fakultät der Universität Kiel, am Montagabend seinen Vortrag über die Geschichte der Namen ein – und meinte damit, er werde ihn frei halten. Der Nachteil sei, dass er vielleicht nicht ganz so streng gegliedert sein könne, dafür aber lebendiger. Das war er. Gut zwei Stunden hielt Menke seine Zuhörer auf Einladung durch die Heimatgemeinschaft Eckernförde in Atem und vermittelte einen Eindruck, womit er sich seit Jahrzehnten beschäftigte.

„Guten Tag, mein Name ist Butterbrot“, titulierte Menke seinen Vortrag und weckte damit die Neugier der 60 Zuhörer im Hörsaal des BSI Campus. Neugierig vor allem deshalb, weil viele die Herkunft auch ihres Namens erfahren wollten.

Doch zunächst hieß es, sich in Geduld zu üben, denn so einfach ist es nun auch wieder nicht.

Um es vorweg zu nehmen: Butterbrot hieß ein Bierbrauer aus dem Kreis Steinburg, der wohlbeleibt war und so spöttisch genannt wurde. Der Mann ging, der Name blieb. Auch für die Nachfahren. Doch dies ist eher der seltene Weg. Meist sind es die Berufe, die einen Namen bilden. Und da haben wir sie: Bäcker, Müller, Schulze, Schuster, Schlosser und viele mehr. Der Name Müller wird allein schon 603 000 mal in Deutschland gezählt, gefolgt von Schmidt, Schneider und – rund 227000mal – Fischer.

Neben dem Beruf kann der Name allerdings auch aus dem Rufnamen, aus der Herkunft, aus der Wohnstätte oder aus einem Übernamen entstehen. Die Familie Ilse Aichingers stammte also ursprünglich einmal aus Aichingen, Ingeborg Bachmanns aus einer Gegend mit einem Bach. Günter Grass aus dem Begriff der Grässliche, Schiller aus dem des Schielenden. Buddenbrooks: Ihre Ahnen wohnten einmal an einem schmutzigen Bruch (Moor).

„20 Prozent aller Namen haben einen anzüglichen Hintergrund“, schätzte der Wissenschaftler. Das sei den privaten Namensforschern nicht immer leicht zu erklären. So deute der Name „Wackernagel“ auf einen damals sexuell sehr aktiven Zeitgenossen hin, einem frühen Casanova. Auch der Name Pinn habe ähnlichen Ursprung. Lang vorbei, nun müssen sich die Nachkommen mit dem Namen abfinden. Gut dabei, dass mit dem Familiennamen meistens nicht mehr der Ursprung verbunden wird.

Im Norden typisch: die Endungen auf „sen“, was auf den Sohn hinweist. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es im Norden feste Nachnamen (in der Schweiz bereits seit dem 13. Jahrhundert).

Im Publikum: Vosgerau. Ähnlich wie Voscherau, nur hat da mal einer genuschelt. Kommt aus dem Dänischen Wohld, doch der Professor muss passen, was den genauen Ursprung betrifft. Telse Stoy kann als standhaft gelten, Peter Schoß als Steuereintreiber (seine Urahnen).

6200 Sprachen gebe es zurzeit noch weltweit, jede Woche würden zwei bis drei unwiderruflich verschwinden, erklärte Menke. „Spanisch und Englisch werden wohl bleiben“, war er sich sicher, bei Deutsch habe er allerdings seine Zweifel.

Zweifel bleiben auch bei einigen Namen. „Man müsse da schon gewissenhaft forschen, erklärte Menke Frau Löwenstrom, die nun immer noch nicht weiß, wem sie ihren Namen verdankt. kp

Kieler Nachrichten (Eckernförder Nachrichten) 20.02.08

Die Bürgerinitiative „WIR gegen die Rechtschreibreform“ ist Prof. Menke zu besonderem Dank verpflichtet für die jahrelange Unterstützung.

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