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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
16.09.2017 13.47
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Veröffentlicht am 15.09.17

Das Mathematik-Desaster. Hamburger Bildungsrückstände endlich bekämpfen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Hamburger Schüler können in Mathematik immer weniger. Dies macht sich nicht nur an den Schulen, sondern auch in der Ausbildung, dem Studium und im Beruf bemerkbar. Im März dieses Jahres haben bereits 130 Professoren und Mathematiklehrer in einem Brandbrief massiv die Qualität des Mathematikunterrichts kritisiert.

Im Dezember 2016 erreichten die Hamburger Zwölftklässler bei der Probeklausur fürs Abitur lediglich einen Notendurchschnitt von 4,1. Daraufhin ordnete Hamburgs Schulsenator kurzerhand an, dass die Zensuren um eine ganze Note angehoben werden. Das verbessert den Zensurenspiegel — nicht aber das Wissen der Schüler.

Um das Mathematik-Desaster zu beenden, muss sich dringend etwas ändern. Mathematikunterricht muss wieder Mathematikunterricht werden — die inhaltlich-fachliche Ausrichtung im Vordergrund stehen. Schüler müssen beispielsweise Bruchrechnungen auch ohne Taschenrechner können.

Gemeinsam mit Ihnen und unseren Experten wollen wir darüber reden, wie das Niveau wieder angehoben werden kann.

Hierzu laden wir Sie am 5. Oktober um 18.30 Uhr herzlich ein in den Kaisersaal des Hamburger Rathauses.

Begrüssung:

André Trepoll Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion

Impuls:

„Entfachlichung des Unterrichts durch Kompetenzorientierung“ Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt Mathematikprofessor der Uni Hamburg im Ruhestand

Podium:

Birgit Stöver Schulpolitische Sprecherin und stellv. Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion

Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt Antje Müller Stellv. Vorsitzende der Elternkammer Hamburg

Helge Pepperling 1. Vorsitzender der Lehrergewerkschaften Hamburg dlh

Liam Zergdjenah Landesvorsitzender SchülerInnenkammer Hamburg

Siehe Flyer der Veranstaltung:

Einladung Mathematik_Desaster 5.10.17

https://bildung-wissen.eu/veranstaltungen-1/veranstaltungen-fortbildungen-u-a/das-mathematik-desaster-hamburger-bildungsrueckstaende-endlich-bekaempfen.html

--

Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See

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Kevin Kraus
04.09.2017 12.30
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

27.08.2017
Wirtschafts
Woche


Knauß kontert – Die Muslimen-Studie von Bertelsmann ist haltlos
Kolumne von Ferdinand Knauß

Laut Bertelsmann-Stiftung sind Muslime integriert, kaum arbeitslos und Deutschland „verbunden“. Problematisch sei allein die fehlende Akzeptanz in der Aufnahmegesellschaft. Warum das Unsinn ist.

Muslimische Taxifahrer beim Gebet

Kompliment nach Gütersloh. Wie man mit Studien in die Medien kommt, wissen die Damen und Herren von der Bertelsmann-Stiftung. Die meisten größeren Nachrichtenportale haben die Pressemitteilung zur jüngsten Studie „Muslime in Europa – integriert aber nicht akzeptiert?“ mehr oder weniger unverändert samt Überschrift übernommen. Die zeugt von hoher PR-Professionalität: Sie vermittelt eine klare Botschaft, indem sie das zentrale Ergebnis schon mit einer impliziten Forderung verbindet. Da kommt kaum ein Journalist in Versuchung, sich die Studie genauer anzusehen und der Sache einen eigenen „Dreh“ zu verleihen. Entsprechend durchschlagend der Erfolg.

So professionell die Darbietung, so wacklig ist allerdings die Grundlage. Nur acht Fragen zum religiösen Glauben – allerdings nicht zu politischen Aspekten der Religion – und sieben zu anderen Themen wurden vor 2010 zugewanderten muslimischen Probanden in fünf europäischen Ländern gestellt. Die Studienergebnisse beziehen sich also fast ausschließlich auf Selbstzeugnisse. Und gerade die Fragen, auf denen das Fazit: „integriert“ vor allem beruht, sind so gestellt, dass von vornherein kaum ein anderes Ergebnis denkbar wäre. Wer wird schon dem Interviewer auf die Frage „Wie verbunden fühlen Sie sich mit Deutschland?“ offen ins Gesicht sagen: „Eher nicht!“ Kein Wunder, dass das nur vier Prozent der Muslime in Deutschland tun.

Für die Autoren Dirk Halm und Martina Sauer sind diese Antworten, die in allen fünf Ländern erwartungsgemäß ähnlich ausfallen, Grund genug zu folgern: „Die Identifikation mit dem Aufnahmeland ist unter den Muslimen stark ausgeprägt.“ Um das glaubhaft zu verifizieren hätte man aber noch die entscheidende Frage stellen müssen: „Fühlen Sie sich als Deutscher/Brite/Franzose/Schweizer/Österreicher?“ Das Ergebnis aber hätte vielleicht die schöne These zerstört.

Auch die für das Fazit der Autoren zentrale Behauptung, dass sich die Erwerbsbeteiligung von Muslimen dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung annähere, beruht vor allem auf der Selbstauskunft der Studienteilnehmer. Demnach gaben nur fünf Prozent der in Deutschland befragten Muslime an, arbeitslos zu sein. Unter den befragten Nichtmuslimen waren es sieben Prozent. Nun muss man nicht einmal unbedingt mit den im Vergleich zu Bertelsmann-Studien sehr viel gründlicheren Untersuchungen des Berliner Migrationsforscher Ruud Koopmans vertraut sein, um zu merken, dass da ganz offensichtlich etwas nicht stimmt. Jeder, der einmal eine Vertretung der Arbeitsagentur von Innen gesehen hat, weiß um den leider besonders hohen Migranten- und Muslimenanteil unter Arbeitslosen. Im Westen der Republik hat laut statistischem Bundesamt jeder zweite Arbeitslose ausländische Wurzeln. Unter diesen wiederum sind Muslime vermutlich überproportional vertreten.

Asylanträge nach Bundesländern 2017
[...]

Die Bertelsmann-Autoren erklären in einer Fußnote den in ihrer Studie „sehr günstigen Arbeitslosenanteil der Muslime gegenüber den Nichtmuslimen“ mit dem „Konfidenzintervall der Stichprobe“, also: Zufall. Möglicherweise haben da einige Arbeitslose schlicht und einfach aus Scham oder welchem Grund auch immer nicht wahrheitsgemäß geantwortet.

Im Grunde wird spätestens hier offenkundig, wie dünn das Süppchen ist, das man da in Gütersloh gekocht hat: Die Studie ist letztlich im Wesentlichen ein Zeugnis, dass sie die zu Benotenden sich selbst ausstellen. Und die Fragen, die ihnen gestellt werden, sind im Grunde nur Variationen der Frage: „Wie gut bist Du integriert?“ Die Antworten auf solche Fragen sind wohl kaum „nachprüfbare Fakten“, wie es die Autoren behaupten.

Der ausgelutschte Begriff der Integration

Diskursbeiträge wie diese Bertelsmann-Studie tragen dazu bei, dass „Integration“ immer mehr zu einem Wieselwort verkommt, einem Begriff, dem die Bedeutung ausgesaugt wird.
Noch vor einigen Jahren verstand man unter Integration einen Prozess der kulturellen Angleichung von Einwanderern in der Aufnahmegesellschaft. Heute genügt es offenbar, einen Job und „Freizeitkontakte“ mit Menschen anderer Religion zu haben, um als integriert zu gelten. Unter Einwanderern selbst ist „integriert“ einfach ein Synonym dafür geworden, kein Versager, kein Loser zu sein. Vermutlich würde selbst eine in Duisburg-Marxloh durchgeführte Umfrage nur wenige eingewanderte Probanden finden, die sich als „nicht integriert“ offenbaren.

Nach den bescheidenen Ansprüchen von Bertelsmann waren demnach wohl auch die Attentäter von Barcelona integriert. Schließlich, so berichtet eine Spanien-Korrespondentin unter der Überschrift „integriert und radikalisiert“: „Sie haben Fußball gespielt und Hausaufgaben gemacht, sie hatten Freunde und lebten im Schoß ihrer Familien. Sie beherrschten die Landessprache, kannten die Sitten, wie so viele junge Leute in Spanien hatten sie manchmal einen Job und manchmal nicht. Und vermutlich hätte niemand etwas dagegen gehabt, wenn sie irgendwann einen einträglichen Beruf und einen gewissen sozialen Aufstieg errungen hätten.“

Wie das BAMF die Identität von Flüchtlingen klärt [...]

Einer von ihnen besuchte auch regelmäßig die vom Sozialamt seiner spanischen Heimatstadt organisierte unentgeltliche Hausaufgabenbetreuung. Die beiden Attentäter-Brüder Mohamed und Omar Hychami hat ein Lehrer als fleißige Schüler in Erinnerung. Mohamed hatte später einen Job in einer Metallverarbeitung. Die Zeitung „El País“ berichtet, dass sein Chef ihn für so unabkömmlich hielt, ihn bat, seinen Urlaub zu verschieben, um einen Auftrag zu erledigen.

So entschieden wie die Bertelsmann-Autoren den muslimischen Migranten das Urteil über ihre Integration überlassen, so eindeutig weisen sie die Aufgaben für eine noch besser gelingende Integration der Aufnahmegesellschaft, beziehungsweise dem Staat zu. Es seien drei „Hebel“ wichtig: „Teilhabegerechtigkeit auf allen Ebenen ausbauen“, „kulturelle und religiöse Vielfalt anerkennen“, „das interreligiöse und interkulturelle Zusammenleben gestalten“. Konkret wünscht sich die verantwortliche Projektleiterin Yasemin El-Menouar zum Beispiel: „Pflichtgebete und Moscheegänge sollten auch mit Vollzeitjobs vereinbar sein“.

An die zu integrierenden Muslime selbst stellt die Bertelsmann-Stiftung übrigens überhaupt keine Forderungen. Nicht einmal die Treue zum Grundgesetz wird eingefordert, geschweige denn die Anpassung an eine Leitkultur, deren Existenz die Autoren rundweg in Frage stellen. Fazit: Diese Studie kann und sollte man getrost vergessen. Zur Erhellung der Einwanderungswirklichkeit und Lösung von Integrationsproblemen trägt sie wenig bei.


http://www.wiwo.de/politik/deutschland/knauss-kontert-die-muslimen-studie-von-bertelsmann-ist-haltlos/v_detail_tab_print/20240504.html

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Kevin Kraus
03.09.2017 09.09
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Der SHEV steht seit einigen Jahren in Verbindung mit der u.g. Bundesinitiative – der rund 40 Einrichtungen und Interessenverbände aus dem Bildungsbereich angehören.
ASE
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-------- Weitergeleitete Nachricht --------
Betreff: Vorsicht vor der Nationalen Wahlkampf-Bildungsallianz
Datum: Wed, 30 Aug 2017 09:16:37 +0200
Von: Ingrid Ritt
An: 'Astrid Schulz'

Vorsicht vor der Nationalen Wahlkampf-Bildungsallianz der SPD! Die SPD hatte in der Vergangenheit in den Ländern nahezu alle Bildungs-/Schulministerien inne. Die Verantwortlichen hätten genügend Zeit gehabt, so genannte Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Doch leider lässt der Bildungserfolg unter roter bzw. rot-grüner Regierung sehr zu wünschen übrig. Nun im Bundestagswahlkampf ständig die Chancengleichheit und die Vergleichbarkeit im Schulwesen unter dem Deckmantel der eigentlich gewollten Gleichmacherei mit einem Einheitsschulwesen zu fordern, ist unanständig. Die SPD schreibt zwar, dass das Schulwesen im Zentrum steht, sagt aber nicht mehr dazu. Geht es um ein Einheitsschulwesen oder ein differenziertes Schulwesen? Das Schulwesen ist elementar für den Bildungserfolg der jungen Menschen und für den Wohlstand der Bevölkerung eines Landes. Wir alle wissen, dass individuelle und qualitätsvolle Bildung in einem #differenzierten Schulwesen (beginnend mit äußerer Differenzierung) besser zu erreichen ist, als in gleichmachenden Gemeinschafts-Systemen, in denen mangels individueller Förderung schwächere wie stärkere Schüler gleichermaßen verlieren. Die Entscheidung über das Schulwesen muss bei den Ländern bleiben! Andere Formen der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen sind ohnehin schon längst möglich. Sie wurde aber bisher meist bewusst blockiert, weil man für Deutschland ein Einheitsschulwesen anstrebt. Dafür müsste das Kooperationsverbot fallen. Wir lehnen das strikt ab!

Ingrid Ritt
#3xMEHR Vielfalt, Bildung, Chancen
#differenziertes Schulwesen.de

Ingrid Ritt
Vorsitzende Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen
3xMEHR Vielfalt, Bildung, Chancen

Sitz München VR 205613
c/o Welser Str. 29, 94315 Straubing

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Kevin Kraus
01.09.2017 12.26
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

In Leipzig – Salafisten wollen Kita eröffnen – Richter verweigern Betriebserlaubnis

Montag, 28.08.2017, 23:06

Ein im Raum Leipzig geplanter salafistischer Kindergarten bekommt keine Betriebserlaubnis. Das hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht entschieden. Das Wohl von Kindern erfordere nach den Maßstäben des Grundgesetzes und des Kinder- und Jugendhilferechts einen auf die Integration in die Gesellschaft gerichteten erzieherischen Ansatz, begründete das Gericht die Entscheidung.

Mit einem ausschließlich an Koran und den religiösen Sitten orientierten Glaubensverständnis könne dies nicht in Übereinstimmung gebracht werden, führte der 4. Senat in seinem Beschluss aus. Zudem fehle eine Erklärung dafür, wie das salafistische Glaubensverständnis des geschäftsführenden Gesellschafters mit einem integrativen Erziehungskonzept vereint werde, hieß es, einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ zufolge, weiter.

Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht Leipzig die Klage auf Erteilung einer Betriebserlaubnis des Kindergarten-Trägers abgewiesen. Dagegen war der Kita-Betreiber vor dem OVG in Berufung gegangen und nun gescheitert. Der Beschluss des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts ist den Angaben zufolge nicht anfechtbar.

Zur Identität des Trägers und zum geplanten Standort des Kindergartens machte das Gericht keine Angaben.

http://www.focus.de/politik/deutschland/leipzig-salafist-wollte-eine-kita-gruenden-zwei-gerichte-verbieten-es_id_7525283.html

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Kevin Kraus
29.08.2017 12.47
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus: Ausgerechnet – Mit SPD-Verliererländern möchte Schulz die Bildungsnation auf Trab bringen


Mit SPD-Verliererländern möchte Schulz die Bildungsnation auf Trab bringen

http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/mit-spd-verliererlaendern-moechte-schulz-die-bildungsnation-auf-trab-bringen/

Nun ja, leicht hat er es nicht, der Schulz Martin! An der Teflonkanzlerin gleitet alles ab. Und dort, wo Schulz sie „packen“ könnte, traut er sich nicht: bei den Themen Zuwanderer – irreführend alle Flüchtlinge genannt, Kriminalität, Islam, Griechenland“rettung“, explodierende Kosten bei der Umlage des „Erneuerbare-Energie-Gesetzes“ EEG (nach Insidermeinung allein 2018 ca. 40 Milliarden!)

Also weicht er auf ein sogenanntes Soft-Thema aus: auf die Bildungspolitik. Das bringt zwar Schlagzeile, aber sonst nichts. Denn weder eine Bundeskanzlerin Merkel noch ein Bundeskanzler Schulz haben hier etwas zu sagen. Und das ist gut so. Denn hätte der Bund 1969 mit seiner sozialliberalen Koalition in der Bildung etwas zu sagen gehabt, dann hätten wir jetzt deutschlandweit Bremer oder Berliner Schulverhältnisse. So aber haben sich doch wenigstens einige deutsche Länder (unionsregierte) nicht ganz in den Strudel einer nach unten offenen Anspruchsskala mitziehen lassen.

Gegenentwurf

Für motivierende Leistungsschulen

Gerade vor diesem Hintergrund mutet es wie ein Witz an, wenn Schulz nun zusammen mit sieben SPD-Länderchefs eine „Bildungsallianz“ für bessere Bildung ankündigt. Das muss man der Reihe nach buchstabieren: mit Michael Müller (Berlin), Dietmar Woidke (Brandenburg), Carsten Sieling (Bremen), Olaf Scholz (Hamburg), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern), Stephan Weil (Niedersachsen), „Malu“ Dreyer (Rheinland-Pfalz). Hannelore Kraft (SPD) lassen wir mal außen vor; die hat mit der Landtagswahl vom Mai 2017 auch bildungspolitisch ihre Quittung bekommen. Außen vor lassen wir zudem Baden-Württemberg, das zwischen 2011 und 2016 mit SPD-Kultusministern dafür „sorgte“, dass das vormalige Bildungs-Musterländle binnen kürzester Zeit ins hintere Drittel der Rankingskalen abrutschte.

Schauen wir uns die innerdeutschen Leistungsvergleiche an und nehmen dafür als Maßstab die innerdeutschen Ergänzungsstudien zu den Pisa-Studien (die Pisa-E-Studien). Letztere gab es übrigens nur bis 2009. In den Pisa-Studien 2012 und 2015 verzichtete man auf diese innerdeutschen Vergleiche. Warum wohl!? Für manche Länder wäre es wieder mal peinlich geworden. Was waren die Ergebnisse? Das einzige SPD-geführte Land, das bei diesen innerdeutschen Vergleichen halbwegs mithalten konnte, war Rheinland-Pfalz bei allen innerdeutschen Vergleichen zwischen 2000 und 2009 unter den 16 deutschen Ländern mit einem durchschnittlichen Rankingwert von 5,7. Bayern erzielte einen durchschnittlichen Rangplatz von 1,2 und Sachsen von 3,5. Nun aber die anderen SPD-geführten Länder mit ihren durchschnittlichen Rangplätzen: Berlin 10,7 – Brandenburg 12,2 – Bremen 15,0 – Hamburg 12,3 – Mecklenburg-Vorpommern 10,5 – Niedersachsen 10,7. Streng statistisch mögen solche durchschnittlichen Rangplätze nicht ganz wissenschaftlich sein, aber einen deutlichen Trend geben sie doch wieder.

Mehr Wettbewerb, nicht Zentralismus

„Bildungsgouvernante Bund“ – die letzte (Platz-)Patrone des Martin Schulz?

Wenn Bildung in Deutschland an die Wand gefahren wurde, dann vor allem in den Stadtstaaten, in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen. Dort hat man auf Einheitsschule (beschönigend Gemeinschafts-, Sekundar- oder Stadtteilschule genannt), auf „Abitur light“ und auf höchste Abiturientenquoten gesetzt. Um das zu begradigen, bedarf es keiner Bundeskompetenz, sondern endlich einer Vorstellung von einem kompetitiven Föderalismus, bei dem das Prinzip Wettbewerb dafür sorgt, dass sich die Schwachen an den Starken orientieren. Aber nicht – wie leider aus populistischen Gründen oft genug praktiziert – umgekehrt: die Starken an den Schwachen. Frei nach dem Motto: Warum sollen es meine bayerischen Landeskinder schwerer haben, zum Abitur zu kommen als die Altersgenossen in Berlin.

All das heißt nicht, dass die Partei Merkels bildungspolitisch viel besser aufgestellt ist. Mit Bildungspolitik hatte man in dieser Partei nämlich fast ein Jahrzehnt gar nichts mehr am Hut. Mehrere CDU-Ministerpräsidenten gaben ihr Schulministerium an die Grünen, an die SPD oder an die FDP. Ansonsten machte man in der Kultusministerkonferenz (KMK) alles mit, was die langsameren Länder vorgaben. Und auch auf Bundesebene fabrizierte die Partei der Kanzlerin Ankündigungs- und Schaufensterpolitik. Die Bildungsnation Deutschland wurde 2008 von der Kanzlerin kurzerhand zur Bildungsrepublik verkleinert; herausgekommen ist nichts. Und die CDU-Bundesbildungsministerin Wanka kündigt zwar so manches – zum Beispiel fünf Milliarden zur Förderung der Digitalisierung der Schulen – an. Aber selbst zehn Monate nach der Ankündigung vom Oktober 2016 hat ihr Finanzminister Schäuble das Geld noch nicht eingeplant, geschweige denn freigegeben.

So bleibt zu hoffen, dass in Sachen Bildung endlich ein Wettbewerbsföderalismus neu ausbricht und dass kein Kanzler in Bundestag und Bundesrat eine Zweidrittelmehrheit für eine Grundgesetzänderung hinbekommt, mit der der Bund den 42.000 Schulen in Deutschland sagen könnte, wo es lang bzw. abwärts geht.

________________________________________

Josef Kraus war Oberstudiendirektor, Präsident des deutschen Lehrerverbands, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und als „Titan der Bildungspolitik“ bezeichnet. Er hat Bestseller zu Bildungsthemen verfasst und sein jüngstes Werk Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt erhalten Sie in unserem Shop: http://www.tichyseinblick.shop.

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/mit-spd-verliererlaendern-moechte-schulz-die-bildungsnation-auf-trab-bringen/

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Kevin Kraus
27.08.2017 06.45
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes: Qualifikation von Immigranten: Märchen und Realität ... [24.08.2017 gekürzt ]

Qualifikation von Immigranten: Märchen und Realität

http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/qualifikation-von-immigranten-maerchen-und-realitaet/

„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“ An diesen, Konrad Adenauer zugeschriebenen Kalauer fühlt man sich erinnert, wenn man die schönen Sprüche rekapituliert, die Politiker und Wirtschaftsbosse über die „Bereicherung“ Deutschlands und des deutschen Arbeitsmarktes durch „Flüchtlinge“, Asylbewerber und Immigranten losgelassen haben.

Beispiele gefällig? Daimlerchef Dietmar Zetsche meinte im September 2015, „Flüchtlinge“ könnten ein „Wirtschaftswunder“ bringen. Wörtlich: „Die meisten Flüchtlinge sind jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. Genau solche Leute suchen wir doch.“ Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZdH), meinte im November 2016: Er verstehe, wenn Menschen angesichts der hohen Zahl an „Flüchtlingen“ Angst um ihren Arbeitsplatz hätten. Aber diese Angst sei unbegründet. Denn: „Wir brauchen wirklich alle.“ Martin Schulz (SPD), damals noch Präsident des EU-Parlaments, sagte bei seiner Heidelberger Hochschulrede im Juni 2016: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold.“ Und die Fraktionsvorsitzende der „Grünen“ im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, jubelte bei einer Synode der EKD im November 2015: „Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt.“ Und sie fügte hinzu: „Flüchtlinge machen Deutschland religiöser, vielfältiger und jünger.“

Gastbeitrag von Thorsten Meyer

Die Mär der Bosse vom Wirtschaftswunder durch Asylbewerber

Märchen, Legenden, Utopien! Schauen wir uns die jungen Immigranten an, von denen der deutsche Arbeitsmarkt langfristig noch am ehesten etwas haben könnte! Hier gilt: Zumal unbegleitete minderjährige „Flüchtlinge“ („umF“) sind in Sachen Bildung Risikogruppen. Pisa gibt dazu schon 2003 Auskunft. Im getesteten Bereich Mathematik erreichte Deutschland mit 503 Punkten einen international mittleren Wert. Deutsche Schüler ohne Migrationshintergrund erzielten hier 527 Punkte, deutsche Schüler mit nur einem im Ausland geborenen Elternteil 508, Kinder zugewanderter Familien 454 und Kinder der ersten Migrantengeneration 432. Das bedeutet: Zwischen diesen vier Gruppen liegt eine Lern- und Leistungsdifferenz von drei Schuljahren. Ansonsten erreichen Immigrantenkinder in Deutschland in etwa ein Pisa-Ergebnis, wie es eines der bislang größten Herkunftsländer deutscher Immigranten ausweist, nämlich die Türkei: Diese kamen bei Pisa 2003 in Mathematik auf 423 Pisa-Punkte. Es ist eindeutig, dass Flüchtlinge der Jahre 2015ff. en gros nicht einmal dieses Niveau erreichen.

Ein paar weitere Illusionen und deren Desillusionierung:
[...]
Und wie schaut es mit der Bereitschaft der deutschen Wirtschaft aus, junge Immigranten aufzunehmen; wie schaut es mit der Bereitschaft der jungen Immigranten aus, entsprechende Angebote anzunehmen? Es schaut nicht gut aus. Beispiele – durchaus repräsentativ:

1. Daimler: Entgegen den flotten Sprüchen Zetsches (siehe oben) hatte Daimler im Herbst 2016 noch keinen einzigen „Flüchtling“ unter Vertrag genommen. Nur ein paar Praktika gab es – sonst nichts.

2. Im September 2016, also immerhin ein ganzes Jahr nach der Zuspitzung der Immigrationsströme, hatten die DAX-Unternehmen ganze 125 „Flüchtlinge“ fest angestellt und 300 Ausbildungsplätze angeboten.

3. Erfahrungen der Handelskammern München und Oberbayern: 70 Prozent der Azubis aus Syrien, Afghanistan und dem Irak brechen eine begonnene Ausbildung ab. Wenn sie diese denn überhaupt beginnen.

4. BMW-Werk Dingolfing: Der Landrat des bayerischen Landkreises Dingolfing-Landau, Heinrich Trapp (SPD), hatte dem dortigen BMW-Werk, dem überhaupt größten BMW-Werk, im Herbst 2015 die Zusage abgerungen, 20 Stellen für Asylbewerber zu reservieren. Die enttäuschte und enttäuschende Bilanz des Landrats: „Die Bereitschaft zur Anstrengung ist nach unserer Erfahrung vor allem bei Flüchtlingen im Erwachsenenalter sehr gering. Etwa die Teilnahme an Deutschkursen ist eine frustrierende Erfahrung“, sagte Trapp im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Denn keines der 20 Angebote wurde angenommen.

5. Beispiel Leipzig: Dort läuft Ende 2017 ein 2,7 Millionen Euro teures Projekt mangels Engagements der Adressaten aus. Die Stadt Leipzig hatte eine „Flüchtlingsintegrationsmaßnahme“ (FIM) gestartet und 395 „Schutzsuchende“ verpflichtend dazu eingeladen [...]

So schaffen wir es nicht!

Lehrerbildung „light“ für geflüchtete Lehrer

So viel zur Mär von der Willkommenskultur und der Integrationsbereitschaft der „Zuwanderer mit Fluchterfahrung“! [...]

Um den Bedürfnissen der geflüchteten Kinder und Jugendlichen sowie deren Erwartungen an das deutsche Schul- und (Aus-)Bildungswesen gerecht zu werden, hätten Bund, Länder und Kommunen längst einen Masterplan auflegen müssen. Ein „Wir-schaffen-das“-Mantra reichte eben nicht. Die von der Kultusministerkonferenz (KMK) etwa für 2015 mit 2,3 Milliarden Euro errechneten Gesamtkosten für die Schulbildung von Immigrantenkindern sind längst Schall und Rauch. Nicht eingerechnet waren hier noch nicht einmal die Kosten für „umF“ (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge), die pro Monat und Person im Schnitt 5.000 Euro ausmachen.

Übrigens soll Adenauer dem oben zitierten Spruch angefügt haben: „Nichts hindert mich, weiser zu werden.“ Das wäre es, meine Damen und Herren Politiker und Wirtschaftsbosse! ————– Und Journalisten … und …

Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See


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Kevin Kraus
15.08.2017 09.14
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Aus dem Saarland – Anfrage: Geplante Einführung von arabischem und türkischem Sprachunterricht


Geplante Einführung von arabischem und türkischem Sprachunterricht

An die Vorsitzende des Landesfachausschusses der CDU Saar,
Frau Abgeordnete Jutta Schmitt-Lang,
An den bildungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im saarländischen Landtag,
Herrn Abgeordneten Frank Wagner,

Sehr geehrte Frau Schmitt-Lang,
sehr geehrter Herr Wagner,

zu diesem Thema würde mich einmal interessieren, ob unser Bildungsminister Herr Commercon auch Deutsch als Weltsprache sieht, auch wenn Deutsch meines Wissens im Unterschied zu Arabisch nicht zu den offiziellen Sprachen der UNO zählt.

Statistiken zur arabischen Sprache (Koranarabisch, Hocharabisch und zahlreiche volkssprachliche Varianten) sind ziemlich problematisch; wenn z.B. zu lesen ist, dass 200 Millionen Arabisch und 100 Mill. Deutsch als Alltagssprache verwenden, dann entsteht ein falscher Eindruck. Wohl weniger als 90 Millionen – wie z.B. innerhalb Ägyptens – können sich wirklich mit der arabischen Volkssprache (hier die ägyptische Variante) verständigen. Nur stati[sti]sch erscheint Deutsch hier ‘unterlegen’ zu sein.

Wenn man Zahlen zwischen Arabisch und Deutsch z.B. im Hinblick auf Zahl der Bücher, Artikel auf Wikipedia, Übersetzungen in die oder aus der jeweiligen Sprache vergleichen würde, dann würde man erkennen, wie weit das Arabische hinter vielen anderen Sprachen liegt; im Hinblick auf ‘Weltsprache’ besteht auch hier eine große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit – leider nicht untypisch für viele, in der Öffentlichkeit agierende Menschen in islamisch geprägten Ländern.

In der Hoffnung demnächst eine entsprechende Auskunft zu erhalten und die „politische Aufarbeitung“ dieses Themas pressemäßig angeregt und nachvollziehen zu können verbleibe ich

Mit den allerbesten Grüßen
Bernd Lay

Mitglied des Kreistags des Landkreises Saarlouis
-Stellvertr. Fraktionsvorsitzender-
Schulpolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion
und zugleich Mitglied im Landesfachausschuss Bildung der CDU Saar

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Kevin Kraus
07.08.2017 05.12
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[SHEV] Josef Kraus: Lehrergewerkschaft contra Rechtsstaat – Handlungsanleitung bei drohender Abschiebung eines Kindes ...

Lehrergewerkschaft contra Rechtsstaat

http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/lehrergewerkschaft-contra-rechtsstaat/

Getty Images // Text GEW-Info: Screenshot http://fluechtlingsrat-bw.de

Gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat verbreitet die nach eigenen Angaben 50.000 Mitglieder starke Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württembergs (GEW) aktuell eine „Handlungsanleitung“ für Lehrer, wie Abschiebungen von jungen, abgelehnten Asylbewerbern, die eine Schule besuchen, verhindert werden können.
Die Anleitung ist alarmistisch überschrieben mit „Akute Abschiebung – Die Polizei steht vor der Tür!“ Die GEW macht sich hier propagandistisch mit dem höchst umstrittenen Flüchtlingsrat gemein, für den es de facto keine illegalen Migranten gibt und der – staatlich gefördert – Abschiebungen mit aller Macht hintertreibt.

Screenshot http://fluechtlingsrat-bw.de

Das mit „Handlungsanleitung“ überschriebene Pamphlet liest sich wie folgt (Auszüge): „Holen Sie die Presse.“ „Schalten Sie so früh wie möglich einen erfahrenen Anwalt ein …. Adressen von Anwälten in der Nähe finden Sie auf der Website des Landesflüchtlingsrates.“ „Sammeln Sie Geld für die rechtsanwaltliche Unterstützung.“ „Erörtern Sie, ob Kirchenasyl eine Option ist.“ „Die Schulleitung muss bei der Vorbereitung der Abschiebung nicht kooperieren.“ Unter der Zwischenüberschrift „Öffentlichkeit herstellen“ werden unter anderem folgende Maßnahmen empfohlen: „Resolution der SMW und der Schulkonferenz …. Kreative Protestaktionen (Lichterkette, Straßentheater, Fußgängerzonenaktionen, Demonstrationen vor dem Landtag usw.) …. Unterschriftenaktionen … Unterstützung von örtlichen Würdenträger/innen.“

Das Stuttgarter Innenministerium sieht darin völlig nachvollziehbar einen Aufruf zum Rechtsbruch. Die Stuttgarter Zeitung vom 4. August 2017 zitiert dazu ein Schreiben von Innen-Staatssekretär Martin Jäger (CDU). Dieser fordert die GEW und den Flüchtlingsrat eindringlich auf, die Aktion zu beenden. Wörtlich: „Mit Ihrer Handlungsanleitung zur Verhinderung von Abschiebungen stellen Sie sich nicht nur erkennbar außerhalb unserer Rechtsordnung. Sie reden auch dem Rechtsbruch das Wort.“ Völlig unverständlich sei es auch, so der Staatsekretär, dass die GEW Staatsdiener dazu auffordere, die Durchsetzung gerichtlich bestätigter Entscheidungen zu verhindern.

Was ist der Hintergrund? Es ist wohl der Fall eines 20jährigen afghanischen Flüchtlings, der eine Berufsschule in Nürnberg besuchte. Er war Ende Mai 2017 von der Polizei aus dem Unterricht geholt worden, um ihn abzuschieben. Berufsschüler und Passanten solidarisierten sich spontan und inszenierten Tumulte, bei denen neun Polizisten verletzt wurden. Nun, dieser Fall ist von den Behörden alles andere als klug eingefädelt worden. Sicher wäre es besser gewesen, den jungen Afghanen in seiner Unterkunft abzuholen. Dann wäre nicht auch die gesamte Schülerschaft aufgeschreckt worden.

Ob all der Solidaritätsbekundungen in der Öffentlichkeit fast völlig untergegangen ist die Trickserei des Afghanen, der 2012 illegal nach Deutschland einreiste und die Ausländerbehörden jahrelang in Sachen Pass hinters Licht geführt hatte. Sein Asylantrag war längst abgelehnt worden und er war achtmal aufgefordert worden, sich für die Rückführung einen afghanischen Pass zu beschaffen. Das hat er abgelehnt, ehe er dann urplötzlich einen bereits 2007 ausgestellten afghanischen Pass vorgelegte. Eindeutig eine Straftat, die noch getoppt wurde durch seine Drohung: „Ich bin in einem Monat wieder da. Und dann bringe ich Deutsche um.“

Gleichwohl meinte auch die bayerische GEW einen Leitfaden für Lehrer zur Verhinderung von Abschiebungen auflegen zu müssen
. Er kommt kaum weniger aktionistisch daher als derjenige der GEW-Genossen aus dem Ländle. Siehe hier.

Die GEW aber sollte sich jedenfalls mal Gedanken darüber machen, was Rechtsstaat und Gewaltmonopol sind. Sie sollte auch selbstkritisch darüber nachdenken, welch miserables Vorbild an mangelndem Rechts- und Unrechtsbewusstsein sie als sogenannte Bildungsgewerkschaft für junge Menschen abgibt. Dass sie mit ihren Aufrufen zudem so manchen Lehrer in eine disziplinarrechtliche Würdigung stolpern lässt, steht auf einem anderen Blatt. Das geschieht den Betreffenden dann zu Recht. Sie können sich am Ende ja aus der GEW-„Kriegskasse“ einen Anwalt finanzieren lassen.

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See

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Kevin Kraus
29.07.2017 06.47
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus über die Finanzierung von Ideologien im Bildungswesen / BERTELSMANN

Fr. 28 Jul 2017

„Unsere tägliche Gehirnwäsche gebt uns heute“

http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/unsere-taegliche-gehirnwaesche-gebt-uns-heute/

Ob der steuerzahlende und gebührenpflichtige deutsche Michel weiß, was er für seine tägliche Gehirnwäsche eigentlich zahlt? Nun, wenn er die taz oder den Freitag oder das Neue Deutschland oder das Sturmgeschütz der Demokratie (vulgo: SPIEGEL) kauft, dann weiß er es, denn dann bekommt er seine Abo-Kosten abgebucht oder er zahlt an der Theke des Kiosk. Dann kauft er seine Gehirnwäsche auch relativ bewusst. In den meisten Fällen weiß er aber gar nicht, was er da bezahlt.

Vier Beispiele (von ungezählten)

Erstens: Dem deutschen Normalo-Michel ist gar nicht bewusst, in welcher Größenordnung er seine mediale und alltägliche Gehirnwäsche zwangsfinanziert. Er zahlt nämlich Rundfunkbeiträge, die im Volksmund Rundfunkgebühren oder GEZ-Gebühren heißen. Jährlich kommen auf diese Weise rund 8 Milliarden Euro zusammen. 2014 waren es 8,32 Milliarden, 2016 – was Wunder – waren es etwas weniger, nämlich „nur“ 7,98 Milliarden. Damit werden 22 Fernseh-, 67 Radiosender und eine Menge an Online-Plattformen mit insgesamt mehr als 25.000 festen Mitarbeitern finanziert. Dafür bekommt der Michel dann tagtäglich Nachrichten und Bilder, die oft so schön sind, als stammten sie aus der Presseabteilung des Kanzleramtes. Zum Beispiel Bilder von flüchtenden Frauen und Kindern, weitaus weniger von der Tatsache, dass diese Menschen nur zehn Prozent der Flüchtlinge ausmachen. [...]

Zweitens: Der deutsche Michel finanziert mit seinen Steuern das Bildungswesen. Das ist grundsätzlich gut so, denn solange Bildung außer dem Preis der eigenen Anstrengung nichts kostet, ist Bildung für alle zugänglich. Was der deutsche Michel aber in der Regel nicht weiß, das sind die „Ideologien“, die er finanziert. Zum Beispiel gibt es in Deutschland 212 Professuren für Genderforschung. Das sind in etwa so viele Professuren, wie es in Deutschland Pharmazieprofessuren (191) gibt. Dabei kommen dann so gigantische Forschungsergebnisse zustande wie die folgende: Die AG „Feministisch Sprachhandeln“ an der Humboldt-Universität zu Berlin hat einen Leitfaden für gendergerechte Sprache herausgegeben. Wer schon immer über „LehrerInnen“, „Lehrer(innen)“, „Lehrer*innen“ oder „Lehrer_innen“ gestolpert ist, soll nun geschlechtsneutral zu „Lehra“ oder „Professix“ oder „Doktox“ greifen dürfen.


Drittens: Wenn es um politisch korrekte Belehrung geht, darf die Bertelsmann Stiftung nicht fehlen. Sie ist mit ihren „Studien“ ja längst in allen Politikbereichen Deutschlands oberste Statistikgouvernante. „Stiftung“, das klingt nach privat. Ist es offiziell auch – freilich auf Kosten der Steuerzahler. Warum? Die 1977 gegründete Bertelsmann Stiftung hält seit 1993 rund 77 Prozent der Aktien der Bertelsmann SE & Co. KGa. Das erlaubt ihr nicht nur die Beschäftigung von Hunderten Mitarbeitern, sondern größte mediale Verbreitung über die in der Hand der Mohn-Familie befindlichen Sender und Printmedien. Mit der Übertragung von mehr als Dreivierteln der Konzernaktien sparte man obendrein vermutlich gut zwei Milliarden Erbschafts- und Schenkungssteuer. Die Bertelsmann Stiftung mit ihrem Jahresetat von rund – so die Jahre 2015 und 2016 – 70 Millionen Euro und mit einem Gesamtvolumen aller ihrer Projekte von 1977 bis 2015 in der Höhe von 1,27 Mrd. Euro arbeitet also de facto mit öffentlichem Geld.


So gesehen, steht diese Stiftung in der Schuld der Allgemeinheit. Anders ausgedrückt: Verlöre die Stiftung die Gemeinnützigkeit, könnte die öffentliche Hand mit den Steuermehreinnahmen die vermeintlichen Wohltaten der Stiftung selbst finanzieren. So aber schütten die Bertelsmänner den deutschen Michel wöchentlich mit „Studien“ und „Statistiken“ zu. Zum Beispiel mit der folgenden waghalsigen Berechnung: „Wäre es im Jahr 2009 gelungen, die unzureichende Bildung um 50 Prozent zu reduzieren, hätte es in Deutschland mindestens 416 Fälle von Mord und Totschlag, 13.415 Fälle von Raub und Erpressung sowie 318.307 Fälle von Diebstahl weniger gegeben.“ Oder mit einer Prognose, die einer Pythia in Delphi zur Ehre gereicht wäre: „Würde man es schaffen, alle Schüler … mindestens auf das Basiskompetenzniveau von 400 Pisa-Punkten zu bringen, könnte Deutschland zwischen 2010 und 2090 eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von 12.000 Milliarden Dollar zu heutigen Preisen erwarten.“ [...]

Viertens: Eine von der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), in Auftrag gegebene Studie war im Mai 2017 zu dem Schluss gekommen, dass Rechtsextremismus durch Faktoren gefördert würde, „die in Ostdeutschland stärker ausgeprägt sind“. Das 236 starke, vom Göttinger Universitätsinstitut für Demokratieforschung erarbeitete Papier ging erst einmal aufsehenerregend durch die Presse und nicht wenige Gutmenschen erhoben den Zeigefinder gen Osten. Wenig später wurden die methodischen Fehler der Studie bekannt. [...]

Man kann nur hoffen, dass dergleichen Schwindeleien öfter aufgedeckt werden und die Auftraggeber sorgfältiger hinschauen, wohin sie Steuergelder lenken.

Josef Kraus
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Astrid Schulz-Evers
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[redaktionell gekürzt]

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Kevin Kraus
21.07.2017 05.55
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus: „ALLES FÜR ALLE“ – Phrase der Gleichmacherei / „Abitur für alle“

„ALLES FÜR ALLE“ – Phrase der Gleichmacherei
http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/alles-fuer-alle-phrase-der-gleichmacherei/

Wer liest und hört sie nicht tagtäglich, die Phrase mit den sieben Buchstaben „… FÜR ALLE“? Alles soll es für alle geben: „Bio für alle!“ „Golfen für alle!“ „Kunst für alle!“ „Oper für alle!“ „Grundeinkommen für alle!“ „Yoga für alle!“, „eMobilität für alle!“ „Gutes Essen für alle!“ „Gesundheit für alle!“ Werbe- und Marketing-psychologisch rechnen sich solche Sprüche, auch wenn es sich – volkswirtschaftlich betrachtet – in vielen dieser Fälle um ein knappes Gut handelt. Und eine „Ehe für alle“ inklusive „Adoptionsrecht für alle“ sowie ein „Asyl für alle“ mögen Trophäen oder zumindest Sedativa für besonders Progressive sein – für betroffene und nicht-betroffen Gutmeinende. Alles recht und schön. Alles schön und nichts recht.

Schwierig wird es, wenn „FÜR ALLE“ etwas reklamiert wird, was es nicht für alle geben kann: „Gymnasium für alle!“ „Abitur für alle!“ Denn wenn alle am Gymnasium sind, dann ist keiner mehr am Gymnasium, weil das dann keine Schule mit gymnasialem Anspruch mehr sein kann. Und wenn alle Abitur haben, dann hat keiner mehr Abitur, und dann könnte man das Abiturzeugnis zusammen mit der Geburtsurkunde ja gleich beim Standesamt mit abholen lassen. Der Staat könnte sich dann Hunderttausende an Lehrerstellen sparen; er könnte Eltern und deren womöglich weniger begabten Kindern viel Stress und viel Nachhilfekosten ersparen.

Eine angeblich international renommierte Erziehungswissenschaftlerin schlug kürzlich vor, alle Schulen in Gymnasien umzubenennen, denn dann könne jeder sagen: „Ich gehe aufs Gymnasium“. Getoppt wird das Ganze pseudo-pädagogisch und in maßloser Extrapolation mit dem Buchtitel „Jedes Kind ist hochbegabt“ eines sogenannten Hirnforschers aus Göttingen. Also auch „Hochbegabung für alle!“ und „Exzellenz für alle!“

Egalitarismus, Gleichmacherei also wohin man schaut – gefördert gerade von Geistern, die gerne „diversity“ auf den Fahnen stehen haben und die jede Ungleichheit skandalisieren: Alle Menschen, Strukturen, Werte, Inhalte, ja sogar alle Geschlechter (von denen es ja laut Genderideologie nicht nur zwei, sondern angeblich bis sechzig gibt) sollen gleich, ja gleich gültig (gleichgültig?) sein. Aber wer kennt in Zeiten der Rechtschreibreform noch den Unterschied zwischen „gleich gültig“ und „gleichgültig“? Es scheint zu gelten: Was nicht alle können, darf keiner können; was nicht alle haben, darf keiner haben; was nicht alle sind, darf keiner sein...

Weiter bei tichyseinblick.de 18.07.2017

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Kevin Kraus
03.07.2017 17.14
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Der Appell eines Bestseller-Autors

Josef Kraus im Gymnasium zu Gast: „Wo Sprache verödet, da verödet das Denken“

Dieser Beitrag wurde am 27. Juni 2017 um 10:47 Uhr von Renate Drax online gestellt.

Trotz hochsommerlicher Schwüle und Biergartenwetters fanden zahlreiche Interessierte den Weg in die Aula des Luitpold-Gymnasiums in Wasserburg, um den Ausführungen des Bestseller-Autors („Helikoptereltern“) und langjährigen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, zu folgen. In seinem neuesten Buch „Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt“ beschäftigt sich Kraus mit den Veränderungsprozessen, die unsere Sprache durchläuft. So stand sein Vortrag unter der Überschrift „Wo Sprache verödet, da verödet das Denken“.

Bereits die Überschrift lässt erkennen, dass Kraus viele sprachliche Entwicklungen für gefährlich, mindestens aber für lächerlich hält.

Ausgehend vom Zitat des österreichisch-britischen Philosophen Wittgenstein „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ versuchte Kraus, gelegentlich provozierend und immer sehr pointiert, Missstände und Fehlentwicklungen aufzuzeigen.

So prangerte er die „Denglischseuche“ in der Wirtschaft und auch in der Pädagogik an, die von Girls‘ Day, Soft Skills und Just-in-time Knowledge spricht. Kraus erlaubte sich die ironische Frage, ob Schüler nicht auch bereits das „Last-Minute-Learning“ erfunden hätten.

Anschließend wandte er sich dem „Academic Pidgin English zu (oder BSE: Bad Simple English?), das Deutsch als Wissenschaftssprache verdränge. Die Muttersprache Deutsch als Wissenschaftssprache diene aber –so Kraus – der Demokratisierung von Wissen.

Die „Geniestreiche“ der Gender-Ideologen standen anschließend im Mittelpunkt. Besonders emotional und ironisch kritisierte Kraus hier Auswüchse und überzogenes Gender-Denken.

Der Bestseller von Bastian Sick „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ kann als Vorlage für die Warnungen des engagierten Pädagogen vor der Entwicklung der sogenannten „leichten Sprache“ dienen, die auch vor Klassikerausgaben in leichter Sprache nicht haltmache und auf jedwede sprachliche Anforderung verzichte.

Dies führte Kraus unmittelbar zu den pädagogischen Sünden wider die Muttersprache.

Die geringe Zahl der Deutschstunden am Gymnasium und die seiner Meinung nach misslungene Rechtschreibreform waren hier zentrale Gesichtspunkte seines Vortrags.

Besonders kritisch setzte sich Kraus mit dem Verschwinden der Schreibschrift auseinander und erteilte den pädagogischen Bestrebungen, das Erlernen der Schreibschrift für Schüler abzuschaffen, wie es der Pisa-Sieger Finnland praktiziere, eine klare Absage.

Mit der Forderung, die deutsche Sprache lebendig zu halten und mit Selbstbewusstsein zu verwenden, sie auch auf politischer Ebene als offizielle Arbeitssprache der EU immer wieder einzufordern und sie als Sprache der Bundesrepublik Deutschland im Grundgesetz zu verankern, beendete Kraus seinen engagierten Vortrag, in dem er bewusst auf eine Powerpoint-Präsentation („betreutes Lesen“) verzichtet hatte.

http://www.wasserburger-stimme.de/schlagzeilen/der-appell-eines-bestseller-autors/2017/06/27/

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Kevin Kraus
30.06.2017 06.12
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29.6.17
Bildungswelten

Prediger gegen Vereinfachung und allgemeine Verdummung

Zum Ende der dreißig Jahre währenden Amtszeit des Lehrerverbandspräsidenten Josef Kraus / Von Heike Schmoll


Der Deutsche Lehrerverband (DL) ist ohne seinen Präsidenten kaum vorstellbar, denn Josef Kraus, kantiger Bayer, erfahrener Lehrer und Leiter eines Gymnasiums, Wutbürger im Dienste einer anspruchsvollen Bildung, war der Lehrerverband. Nach einer dreißigjährigen Amtszeit wird er die Präsidentschaft am 1. Juli an seinen Nachfolger, den bayerischen Oberstudiendirektor und jetzigen Vorsitzenden des Deutschen Philologenverbandes Heinz-Peter Meidinger, übergeben. Meidinger, der gar nicht erst versuchen kann, die rekordverdächtige Amtszeit von Kraus zu überbieten, bezeichnet sich selbst als Übergangskandidaten, denn er wird 2020 in den Ruhestand treten. Bis dahin jedoch wird er den DL leiten, der als unabhängige Dachorganisation, der auch der Deutsche Philologenverband angehört, rund 160 000 Mitglieder vertritt.

Kraus hat fünf Bücher geschrieben, die sich glänzend verkauften, er hat 2000 Abiturienten zum Ziel gebracht und 118 Kultusminister erlebt. Geschont hat er weder die Egalisierer von links noch die von rechts. Als die CSU das achtjährige Gymnasium überstürzt einführte, bildete Kraus trotz seiner Parteimitgliedschaft von Anfang an die Speerspitze des Widerstands. [...]

Über hundert Vorträge hält er jährlich, mit Temperament und Pathos, zuweilen schlüpft er in die Rolle des Predigers gegen Vereinfachung und allgemeine Verdummung. Kraus trat immer für ein strukturiertes, gegliedertes Schulsystem ein, für die Aufrechterhaltung des altersgerechten Leistungsprinzips, zentrale Abschlussprüfungen bei allen Schulabschlüssen und ein umfassendes Bildungsverständnis mit musikalischer und kultureller Bildung. In vielen Schriften, die er für die Konrad-Adenauer-Stiftung verfasste, hat er davon ein beredtes Zeugnis abgelegt.

Von Anbeginn kämpfte er gegen die Rechtschreibreform, sprach sich schon in den neunziger Jahren für eine pädagogische Renaissance von Fleiß, Disziplin, Zuverlässigkeit, Ordnung und Pünktlichkeit sowie Leistung aus, was ihm zuweilen auch den Ruf des Reaktionärs einbrachte. Doch solches Schubladendenken war ihm fremd, er wusste, dass ihn manche schwer ertragen. Selbst seine Kritiker allerdings mussten immer zugeben, dass „der Kraus Biss hat“.

Die Spaßschule war ihm schon immer ein Greuel. 1995 war Kraus im Team des damaligen CDU-Spitzenkandidaten und ehemaligen Bundesinnenministers Manfred Kanther als dessen Schattenkultusminister. Daraus wurde durch den Ausgang der Hessenwahl nichts, was Kraus insofern entgegenkam, als er sich auch weiterhin ohne politische Rücksichten äußern konnte. Als Kultusminister hätte er nicht mehr gegen die Kultusministerkonferenz wettern können.
[...]
Kraus, der Deutsch und Sport unterrichtete und nach seinem Psychologiestudium schon früh als Schulpsychologe arbeitete, war immer beschlagen, hatte sämtliche Bildungsstudien gelesen und als geübter Psychologe auch die Hohlheit so mancher Statistik aufgespürt. Und wer meint, ihn auf den kantigen Bayern reduzieren zu können, kennt nur den halben Kraus.
[...]
Wenn er am 1. Juli nicht mehr an der Spitze des Lehrerverbandes steht, wird Kraus nicht verstummen. Ganz im Gegenteil: Mit oder ohne Amt wird er sich zu Wort melden und gehört werden. Nach der Bundestagswahl wird er eine Stiftung gründen, eine Gesellschaft für Bildungspolitik. Politikern und Vereinsmeiern will er allerdings keinen Zugang zu dem erlauchten Kreis verschaffen. An der Spitze eines unabhängigen Expertengremiums ohne Lobbyisten wird er also weiterhin bildungspolitisch mitmischen. Den langen Atem als Rufer in der Wüste hat er längst bewiesen.

http://plus.faz.net/evr-editions/2017-06-29/60naLsQaoEimQPBPZqSEcrKe?GEPC=s5

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Kevin Kraus
26.06.2017 13.02
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Ankaras Bildungspolitik – Die Türkei will nichts mehr von Darwin wissen

von Inga Rogg, Istanbul 26.6.2017, 06:00 Uhr

Ankara streicht die Evolutionstheorie vom Lehrplan der Neuntklässler. In allen neuen Schulen muss künftig ein Gebetsraum oder eine Moschee eingerichtet werden.

Erdogans Abkehr von der Aufklärung zeitigt bereits negative Folgen für das Bildungsniveau.

Keine Evolutionstheorie, weniger Atatürk, dafür Moscheen an Schulen und mehr religiöse Schulen: Das sehen die jüngsten Verordnungen der türkischen Regierung vor. Anfang des Jahres hatte das Bildungsministerium einen Entwurf vorgelegt, der vorsah, die Evolutionstheorie von den Lehrplänen zu streichen. Der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus, ein äusserst frommer Mann, nannte sie «archaisch und verrottet». Damit löste die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) einen Sturm der Entrüstung aus. Bildungsexperten und Bürger machten mehr als 1 840 000 Eingaben gegen die Bildungsreform. Viele sprachen sich gegen die Abschaffung der Lehre von Charles Darwin aus.

Die Regierung hat das offenbar nicht beeindruckt. Vor wenigen Tagen kündigte ein hoher Beamter die Streichung der Evolutionstheorie von den schulischen Lehrplänen an. Sie sei zu kompliziert und zudem umstritten, sagte Alpaslan Durmus, Vorsitzender des Bildungsausschusses. Die türkischen Schülerinnen und Schüler hätten nicht das nötige Wissen, um ein solch kontroverses Thema zu verstehen. Deshalb sei es aus den Lehrbüchern der neunten Klasse gestrichen worden. Nur Schüler, die kurz vor der Matura stehen, sollen darin unterrichtet werden.

In jeder Schule eine Moschee

Laut Durmus orientiert sich der neue Lehrplan, der zum neuen Schuljahr im September in Kraft tritt, an «türkischen Werten». Dazu zählt auch eine Verringerung der Unterrichtszeit für den von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk eingeführten Laizismus.

Noch sind die Änderungen nicht offiziell. Doch Staatspräsident Erdogan hat sie bereits unterzeichnet. Und am Wochenende gab das Bildungsministerium weitere Neuerungen bekannt. So muss in allen neu gebauten Schulen künftig eine Moschee oder ein Gebetsraum eingerichtet werden. Zudem erleichtert die am Samstag publizierte Gesetzesänderung die Gründung religiöser Schulen, der sogenannten Imam-Hatip-Schulen. Um eine solche zu eröffnen, braucht es nur noch 5000 Einwohner beziehungsweise 10 000 auf dem Land.

Erdogan selbst hat eine Imam-Hatip-Schule besucht. Weil man mit ihrem Abschluss aber nicht an einer Universität studieren konnte, musste er seine Matura an einer säkularen Schule machen. In den letzten Jahren hat er die religiösen Schulen nicht nur mit den anderen gleichgestellt, er hat sie auch sukzessive gestärkt. Ihre Zahl hat sich seit dem ersten Wahlsieg von Erdogans AK-Partei vor 14 Jahren verachtfacht, die Zahl der Schüler stieg von knapp 85 000 im Jahr 2003 auf mittlerweile 1,3 Millionen.

Absturz in Pisa-Studien

Die säkulare Opposition will gegen die Lehrplanänderungen klagen. Erdogan vertieft mit seinem Kurs nicht nur die gesellschaftliche Spaltung, er gefährdet auch die Zukunft des Landes. Konnte die Bildungspolitik der AKP zu Beginn noch Erfolge verbuchen, sank das Niveau in den letzten Jahren rapide, wie die Pisa-Erhebungen zeigen. Besonders schlecht schneiden dabei die Imam-Hatip-Schulen ab. Wie sehr die religiöse Erziehung in den Vordergrund getreten ist, zeigt sich auch an dem rapiden Anstieg von Korankursen. Entsprechende Einrichtungen hätten zwischen 2003 und 2014 um 266 Prozent zugenommen, schreibt der schwedische Wirtschaftsprofessor und Türkei-Kenner Erik Meyerson in einer Analyse. Zur Bildungsmisere tragen auch die massenhaften Entlassungen von Lehrern und Professoren seit dem gescheiterten Putsch im Juli vergangenen Jahres bei. Statt Qualifikation ist heute vor allem Loyalität gegenüber Erdogan gefordert. Damit bringt sich die Türkei um die Köpfe, die sie brauchte, um die Innovation voranzutreiben.

https://www.nzz.ch/international/erdogan-kehrt-sich-ab-ld.1302814

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Kevin Kraus
22.06.2017 04.01
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SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE
LANDESZEITUNG


Kreis Rendsburg-Eckernförde : Flüchtling mit Tuberkulose: Weitere Kinder betroffen

vom 21. Juni 2017
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein an Tuberkulose erkrankter Flüchtling hatte Kontakt zu rund 50 Jungen und Mädchen. Gesundheitsamt stellt Ansteckungsgefahr fest.

Bünsdorf | Die Tuberkulose-Gefahr im Bünsdorfer Kindergarten ist offenbar größer als bislang angenommen. Denn nun ist klar: Bei der Lungenkrankheit, an der ein jemenitischer Flüchtling leidet, handelt es sich um eine ansteckende Form. Das hat das Kreis-Gesundheitsamt während einer Informationsveranstaltung der Kirchengemeinde mitgeteilt. Außerdem wurde bekannt, dass viel mehr als die 18 Kita-Kinder betroffen sein könnten. Wann und wo sich der Mann aus dem Staat im Süden der arabischen Halbinsel infiziert haben könnte, kann sich auch das Landesamt für Ausländerangelegenheiten nicht erklären. Bei der Untersuchung des Flüchtlings sei keine Krankheit festgestellt worden, teilte es auf Nachfrage von shz.de mit.

Die Kirchengemeinde hatte dem Mann aus dem Jemen von Ende Januar bis Ende Mai Kirchenasyl im Gemeindehaus gewährt. Währenddessen war er häufig zu Besuch in der evangelischen Kindertagesstätte nebenan. Als Anfang Juni klar wurde, dass er an der meldepflichtigen Krankheit leidet, ordnete die Kreisverwaltung Untersuchungen der Kinder und Kita-Mitarbeiter an. Tuberkulose entsteht durch Bakterien und ist äußerst selten. Seit 2012 gab es im Kreis Rendsburg-Eckernförde lediglich 20 Fälle.

Dass die Erkrankung des Jemeniten „relevant ansteckend“ ist, wisse man seit Montag, berichtete Christin Hettich vom Gesundheitsamt den 18 Zuhörern, die zum Informationsabend gekommen waren. Kontakt zu dem Flüchtling hatten nicht nur die 18 Jungen und Mädchen des evangelischen Kindergartens, wie zunächst vom Kirchenkreis angegeben. Es kommen noch etwa 25 „Kirchenmäuse“ und zehn Kinder der „Jungschar“ sowie deren Betreuer hinzu.

Was mögliche Betroffene tun sollten ...

[Redaktionell gekürzt]

Autor: Tilmann Post/Horst Becker

https://www.shz.de/lokales/landeszeitung/fluechtling-mit-tuberkulose-weitere-kinder-betroffen-id17106596.html

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Kevin Kraus
17.06.2017 19.28
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Kolumne | Barazon
Rot und Grün – die perverse Lobby der Privatschulen
„Gesamtschule“ ist ein Codewort für „Vernichtung des Gymnasiums“. Ein weltfremdes Anliegen von Ideologen.
Von Ronald Barazon / 16.06.2017 -

Rote und grüne Ideologen, unterstützt von einigen schwarzen Mitläufern, haben sich die Vernichtung des Gymnasiums zum Ziel gesetzt. Das ist an und für sich schon erstaunlich, da zahlreiche Eltern, vermutlich die Mehrheit, ihre Sprösslinge am liebsten im Gymnasium sehen. Aber Ideologen interessieren sich nie für die Wünsche der Menschen, sondern stets nur für ihre Ideologien.

Aber so weit sind auch Ideologen schon in der Realität angekommen, dass man mit dem Schlachtruf „Vernichtet die Gymnasien“ nicht öffentlich auftreten kann. Also verschleiern sie ihre wahre Absicht mit einer Bezeichnung, die niemand so genau versteht – mit dem Schlagwort „Gesamtschule“.

Mit diesem Codewort ist die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen gemeint, womit die Unterstufe des Gymnasiums beseitigt wird. Alle Kinder dieser Altersstufen sitzen in einer Klasse. Begabte und nicht begabte, fleißige und faule, interessierte und indolente, disziplinierte und störende. Dass diese Mischung nicht funktioniert, ist naheliegend: Alles muss sich nach den Schwächsten richten und die Lehrer sind damit beschäftigt, die Rabauken zu beruhigen.

Rot und Grün sind Sozialromantiker und meinen, dass, wenn alle in einer Klasse sitzen, alle profitieren. Das Gegenteil ist der Fall und so werden die Eltern sich auf die Suche nach Alternativen begeben, wo sie das geschätzte Gymnasium noch vorfinden. Diese Alternativen bieten die Privatschulen.


Also werden die Familien, die jetzt ihre Kinder ohne Kosten in den öffentlichen Gymnasien einschreiben, zu den Privatschulen pilgern und dort sehr viel Geld zahlen, um dem Nachwuchs die gewünschte Schule zu bieten.

Welch ein Triumph der Sozialpolitik! Viele Familien werden große Opfer bringen, um die Privatschule bezahlen zu können. Viele werden es sich nicht leisten können. Und die Reichen zahlen die Gebühren, ohne nachzudenken. Rot und Grün treiben die Schule in ein Zwei-Klassen-System.


Bei den Privatschulen sind Unterschiede zu beachten. Katholische, evangelische, islamische und andere konfessionelle Schulen werden vom Staat großzügig subventioniert und sind daher eher leistbar als rein privat finanzierte Einrichtungen. Somit wird sich der Tross der Eltern auf der Suche nach den verlorenen Gymnasien in diese Richtung bewegen.

Somit führt der Kampf der Roten und Grünen um die Abschaffung des Gymnasiums nicht nur zu einem die gesamte Gesellschaft belastenden Zwei-Klassen-System, sondern auch zur Förderung der Religionen. Das in einer Zeit, in der die in der Verfassung richtigerweise verankerte Trennung von Kirche und Staat von vielen infrage gestellt wird.

http://www.salzburg.com/nachrichten/meinung/kolumne/barazon/sn/artikel/rot-und-gruen-die-perverse-lobby-der-privatschulen-252173/

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