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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
09.11.2017 20.13
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Oberverwaltungsgericht NRW:

Kein Anspruch auf Einführung islamischen Religionsunterrichts


9. November 2017

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. und der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e. V. haben keinen Anspruch gegen das Land Nordrhein-Westfalen auf allgemeine Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen. Sie sind keine Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes. Das hat das Oberverwaltungsgericht durch Urteil vom heutigen Tag entschieden.

Die beiden klagenden Verbände erstreben diese Einführung als Ersatz für den provisorischen Islamunterricht, den das Land Nordrhein-Westfalen 2012 als Modellversuch eingeführt hat und der im Sommer 2019 endet. Von einem Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes unterscheidet sich dieser Unterricht dadurch, dass nicht eine Religionsgemeinschaft seine Lehrinhalte bestimmt, sondern ein Beirat, der zur Hälfte aus Vertretern besteht, die das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Einvernehmen mit den islamischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen bestimmt.

Die Kriterien für die Einordnung eines auf mehreren Ebenen organisierten Dachverbandes als Teil einer Religionsgemeinschaft hatte das Bundesverwaltungsgericht bereits 2005 vorgegeben (BVerwG-Pressemitteilung Nr. 9/2005). Dazu gehört unter anderem, dass der Dachverband in seiner Satzung mit Sachautorität und -kompetenz für identitätsstiftende religiöse Aufgaben ausgestattet ist und die von ihm in Anspruch genommene religiöse Autorität in der gesamten Gemeinschaft bis hinunter zu den Moscheegemeinden reale Geltung hat. Diese Voraussetzung hat der Senat in Bezug auf beide klagenden Islamverbände verneint.

Das Oberverwaltungsgericht hat die Revision gegen das Urteil nicht zugelassen. Dagegen können die Kläger Nichtzulassungsbeschwerde erheben, über die das Bundesverwaltungsgericht entscheidet.

Aktenzeichen: 19 A 997/02 (I. Instanz: VG Düsseldorf 1 K 10519/98)

http://www.ovg.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilungen/50_171109/index.php

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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Kevin Kraus
04.11.2017 17.37
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] LESENSWERT!! – Susanne Gaschke (SPD): Die Kulturtechnik „Lesen“ ist gefährdet // Digitalisierung /... [welt.de]


Die Krise des Lesens in Deutschland: Das sind die Gründe

Meinung – Modernes Analphabetentum –
Wir klicken und pöbeln. Wir sollten lesen und denken


Von Susanne Gaschke | Stand: 02.11.2017 | Lesedauer: 5 Minuten

Massenkultur der digitalen Zerstreuung: Nur noch jeder fünfte Deutsche verbringt Zeit mit Belletristik und Sachbüchern

Das Lesen ist die die erste Voraussetzung für ein unabhängiges Urteil. Diese Kulturtechnik ist gefährdet. Es gilt als gesellschaftsfähig, Bücher zu ignorieren. Alle Bildungsreformen haben die Lage in Deutschland verschlimmbessert.


In Deutschland bekommen wir womöglich bald eine bürgerliche Regierung. Wie steht sie zur Schriftkultur, was sagt sie zur Bedeutung von Büchern und Zeitungen für unsere demokratische Öffentlichkeit und für unsere Lebensqualität?

Bei der Beantwortung dieser Fragen geht es nicht um irgendwelche technokratischen Bildungspläne, für die der Bund gegenwärtig ohnehin nicht zuständig wäre. Es geht eher um eine Haltung, um ein Problembewusstsein. Das Problem ist das Lesen selbst. Es ist die zentrale Kulturtechnik, die erste Voraussetzung für ein unabhängiges Urteil, für historische und politische Kenntnisse, Empathiefähigkeit, intellektuellen Genuss.

Nicht zu lesen gilt als gesellschaftsfähig

Diese Kulturtechnik ist gefährdet. Und zwar formal, in Bezug auf Rechtschreibkenntnisse, Grammatik, Konzentrationsvermögen, Textverständnis – Grundschüler, Schulabgänger und Studierende zeigen in all diesen Bereichen immer schwächere Leistungen. Das Lesen ist außerdem inhaltlich, imagemäßig, vielleicht kann man sogar sagen: ideologisch gefährdet.

Heute gilt es als gesellschaftsfähig, nicht zu lesen
. Nur noch jeder fünfte Deutsche verbringt Zeit mit Belletristik und Sachbüchern, so wie andere Leute Serien anschauen oder bei Facebook herumturnen. Es herrscht eine Massenkultur der digitalen Zerstreuung; gleichzeitig ist dramatisch ungeklärt, ob das digitale Lesen die gleiche tiefe Durchdringung von Texten erlaubt wie das analoge Lesen auf Papier.

Für die Krise des Lesens gibt es eine Reihe von Gründen. Der formale Verfall der Lesefähigkeit ist die Folge von bildungspolitischen Reformen der vergangenen 30 Jahre, die allesamt auf bessere Chancen für benachteiligte Schüler zielten und das Gegenteil von dem erreichten, was sie erreichen wollten.

Diese Maßnahmen sind zum größten Teil von sozialdemokratischen oder rot-grünen Landesregierungen und deren Bildungstechnokraten zu verantworten,
aber Christdemokraten und Liberale setzten ihnen kaum entschlossenen Widerstand entgegen.

Die angeblich der Vereinfachung dienende Rechtschreibreform hat zu weitgehender Verunsicherung geführt, Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung und „s“ oder „ss“ fallen jetzt fast durchgängig fehlerhaft aus.

Die Bekämpfung der Schreibschrift im Grundschulunterricht nimmt gerade den eher mühsam lernenden Kindern die Möglichkeit zur sensomotorischen Verknüpfung von Wortbild und Wortbedeutung. Die antiautoritär inspirierte Aversion gegen das Üben und Wiederholen beim Schreibenlernen schadet besonders den Schwachen.

Chaotische Zustände in den Klassenräumen

Das weit verbreitete „Schreiben nach Gehör“ ist eine zutiefst frustrierende Methode, die Kinder zunächst zwingt, etwas Falsches zu lernen, und sie danach nötigt, es wieder zu verlernen. (Für Kinder mit fremdsprachigem Hintergrund ist sie vollkommen sinnlos.)

Das „jahrgangsübergreifende Lernen“ hat zu chaotischen Zuständen in den Klassenräumen geführt, in denen die unsicheren Schüler aus dem Blick geraten und das dringend notwendige Unterrichtsgespräch auf der Strecke bleibt.

Die schwindende Zahl von Lektüren an den weiterführenden Schulen und die anspruchslose Literaturvermittlung fördern kaum das Entstehen von literarischer Leidenschaft und Neugier bei den Schülern.


Die Weigerung, sich noch auf einen Kanon von Romanen und Lyrik zu einigen, die ein Schulabgänger mit mittlerer Reife oder Abitur unbedingt kennen sollte, öffnen einem Relativismus Tür und Tor, der besonders die Nichtbildungsbürgerkinder orientierungslos zurücklässt. All die, denen die Sprache ein fremdes, gefährliches Terrain zu sein scheint, werden niemals zu Lesern werden.

Obwohl die Mehrzahl wissenschaftlicher Studien das Lesen auf Bildschirmen als flüchtiger und ungenauer ausweist als das Lesen auf Papier (schon allein, weil Papier eine andere räumliche Verortbarkeit der wichtigen Gedanken erlaubt und den Leser nicht ständig mit Nachrichten und Kommentaren ablenkt), geht beispielsweise die Rhetorik, mit der die Bundesregierung für ihren „Digitalpakt“ wirbt, in eine ganz andere Richtung.

Hier steht die Bedienung von Endgeräten im Vordergrund, mit denen die Steuerzahler alle Schulen ausrüsten sollen – für Milliardenbeträge, ohne Wirksamkeitsnachweis oder Unterrichtskonzept.


Feindselige Signale an Autoren und Verlage

Die unkritische Fetischisierung der Technologie bedeutet zugleich eine Abwertung geisteswissenschaftlicher und politischer Bildung.
Zwar sind wir noch nicht so weit wie in Großbritannien, wo regierungsamtliche Stellen Studierenden raten, sich im Namen von „Produktivität und Wettbewerb“ für Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften zu entscheiden.

Aber der offensiven Werbung für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) durch Bundesregierung, Landesregierungen, interessierte Stiftungen und Wissenschaftsinstitutionen entspricht keinerlei ähnlich entschiedenes Eintreten für Demokratiekenntnisse und kulturelle Zurechnungsfähigkeit. Der andere Blick auf die Welt, der radikale Perspektivwechsel, den nur das Lesen von Literatur erlaubt, zählt in diesem Fortschrittsuniversum nichts.

Die politische Sphäre hat ihr weitgehendes Desinteresse an geistigen Leistungen auch durch drei hochproblematische Regelungen der vergangenen Legislaturperiode unter Beweis gestellt: die Novelle des Urhebervertragsrechts, die Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der VG Wort und das „Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft“. Ohne hier ins Detail gehen zu können: Alle drei Regelungen waren geradezu feindselige Signale an Autoren und Verlage. [...]

[redaktionell gekürzt]

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article170221889/Wir-klicken-und-poebeln-Wir-sollten-lesen-und-denken.html
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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
01.11.2017 10.23
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn:


Europa wird den globalen Kampf ums technische Wissen verlieren

Mit der Globalisierung sind nicht nur Wirtschaftsräume, sondern auch Bildungssysteme in Konkurrenz getreten. Nicht alle Länder nutzen Migration als Mittel, sich besser für die Zukunft zu rüsten. Am besten steht Ostasien da.


Gunnar Heinsohn 30.10.2017, 05:30 Uhr

Zwischen 2014 und 2015 hat Japan die Aufnahme von Asylbewerbern um 145 Prozent gesteigert. Und doch sitzt das Land – zusammen mit Südkorea – wegen «Null-Akzeptanz» von Flüchtlingen auf der Sünderbank von Amnesty International. Die Anklage ist ein wenig übertrieben, in der Sache aber nachvollziehbar, denn Tokio hat die Zahl der Aufgenommenen lediglich von 11 auf 27 Personen angehoben. Deutschland steht 40 000 Mal grossmütiger da. Das färbt auf die ehrgeizigen und auch nachahmungswilligen Ostasiaten jedoch in keiner Weise ab. Selbst im grossen China lebten 2015 unter 1,388 Milliarden Einwohnern – das entspricht rund 17 Deutschlands oder 3 EU ohne die Briten – nur 583 anerkannte Flüchtlinge.

Die Menschenrechtler reagieren jedoch nicht nur mit Empörung, sondern verstehen die Ostasiaten einfach nicht. Schliesslich lässt sich leicht errechnen, dass aufgrund der minimalen Anzahl Kinder (zwischen 0,8 pro Frau in Singapur und 1,6 pro Frau in China) bis 2030 rund 280 Millionen Einwanderer benötigt werden, wenn die Vergreisung der Gesellschaft gestoppt werden soll. Die Hälfte könnte allein Südasien heute schon auf einen Schlag bereitstellen – doch Einladungen bleiben aus.

Enorme Differenzen

Handeln die Ostasiaten gegen die eigenen Interessen? Sind sie fremdenfeindlich oder gar rassistisch? Doch wie lassen sich solche Vorhaltungen damit vereinbaren, dass etwa Hongkong (7,4 Millionen Einwohner) und Singapur (5,8 Millionen) mit 39 bzw. 43 Prozent extrem hohe Werte an im Ausland geborener Bevölkerung aufweisen, wogegen Deutschland im Vergleich mit 15 Prozent ausgesprochen bescheiden anmutet? Nichtsdestoweniger betrachten 85 Prozent der Deutschen Zuwanderer und deren Integration als grösstes Problem des Landes. Verfügt die Zuwanderungspolitik der beiden asiatischen Stadtstaaten über einen Beruhigungsfaktor, der hierzulande fehlt? In der Tat: Einen solchen gibt es nicht nur, er lässt sich sogar quantifizieren.

Unter 1000 zehnjährigen Schülern erreichten bei Trends in International Mathematics and Science Study (Timss) 2015 in Hongkong 450 und in Singapur sogar 500 die höchste mathematische Leistungsstufe. In Gesamt-Ostasien liegen die Japaner mit 320 Assen unter 1000 Schülern am Schluss. Erst im globalen Vergleich zeigt sich die Aussagekraft dieser Werte. So hat Frankreich unter 1000 Kindern lediglich 20 solcher Könner. Deutschland steht mit 53 auf 1000 etwas besser da.

Aus diesen enormen Differenzen lassen sich, wenn man auf den Faktor Bildung fokussiert, die Einwanderungsregeln Ostasiens herleiten.
Da alle übrigen Länder der Welt unter ihrer Eigenkompetenz rangieren, ist der Rekrutierungspool extrem eingeschränkt. Würde man Einwanderer aus unteren Rängen akzeptieren, triebe das den eigenen Leistungsdurchschnitt nach unten. Nur die Allerbesten aus schlechter abschneidenden Nationen kämen infrage.

Wer ökonomisch an der Weltspitze bleiben will, darf einen Hochqualifizierten nicht aufgrund seiner Hautfarbe zurückweisen.

So lag der Mathematik-Durchschnitt der besten 10 Prozent der Achtklässler in Libanon 2015 bei 539 Timss-Punkten, während in Singapur schon der Gesamtdurchschnitt mit 621 Punkten (Libanon: 442) weit höher war und die obersten 10 Prozent sogar 715 Punkte erreichten. Obwohl es sich bei Libanon um eine der tüchtigsten arabischen Nationen handelt, würde man sich bei einer Öffnung der Tore stark verschlechtern. Man lernt dabei auch vom Blick auf Deutschland, wo die Zahl der Ausländer, die von Sozialhilfe leben, von 130 000 im Jahr 2010 auf 979 000 im Jahr 2015 hochschnellte und 41,5 bis 78,1 Prozent der Zuzüger aus dem arabischen Raum vom Staat bzw. vom Steuerzahler finanziert werden müssen.

Wer Schularbeiten macht, überwindet Grenzen

Ostasiaten also können ihre Lage nur dadurch nicht verschlechtern, indem sie ostasiatische Migranten aufnehmen.
Deshalb gibt es in Hongkong, Singapur, Südkorea und Japan 4,15 Millionen chinesische Einwanderer. Die angelsächsischen Länder (Australien, Neuseeland, Kanada, Grossbritannien und USA) folgen mit 3,3 Millionen. Deutschland begnügt sich mit 100 000 Chinesen.

Rassismus also verrät die Bevorzugung «seinesgleichen» keineswegs. Was den Ausschlag gibt, ist die Kompetenz der im Übrigen durchaus ungeliebten Nachbarn. Wer ökonomisch an der Weltspitze bleiben will, darf einen Hochqualifizierten nicht aufgrund seiner Hautpigmentierung zurückweisen. Das wäre nicht nur moralisch verwerflich, sondern ein Schaden für das Land. Würde ein Schulabbrecher hereingelassen, weil seine Haare oder seine Religion gefielen, wäre der Nachteil gross. Wer seine Schularbeiten macht, überwindet Grenzen. Wer sich dagegen um sie herumdrückt, kann sich nicht auf Diskriminierung herausreden.

Selbstredend leidet China unter dem Braindrain zur ostasiatischen und zur angloamerikanischen Konkurrenz. Bei einem Durchschnittsalter von 37 Jahren (Südkorea: 41, Japan und Deutschland: 47) bleibt jedoch Zeit zur Aufholjagd. Dabei sollen die Besten im Lande gehalten oder Weggänger zurückgelockt werden können.

Dies vollzieht sich mit einer Rasanz, die sogar die früheren Höhenflüge der Nachbarn verblassen lässt. Deutlich mehr als die Hälfte aller Smartphones werden heute in China hergestellt. 2016 wurden dort fünfzigmal mehr mobile Bezahlungen abgewickelt als in den USA. In Peking strecken selbst Bettler Passanten ihr Payphone hin, und Grosszügige ziehen im Vorbeihasten das ihre für den Transfer eines kleinen Betrags darüber.

Solch technologischer Vorsprung erwächst der Umsetzung von Kompetenz in künstliche Intelligenz. In Financial Technology (Fintech) schaffte es 2014 nur eine chinesische Firma unter die besten fünfzig. Bereits 2016 stammten die vier innovativsten Unternehmen aus dem Reich der Mitte. Bei der 2017 durchgeführten Image-Net-Competition, einer Olympiade für Bilderkennung, waren 50 Prozent der Teilnehmer und die Sieger in allen Unterdisziplinen Chinesen.

Bei Deep Learning, bei dem es um die Denkfähigkeit von Maschinen geht, überflügelte China die USA bereits 2014. Die Regierung Obama startete die Gegenoffensive erst im Oktober 2016. Xi Jinping antwortete im Januar 2017 mit dem Aufbau eines National Laboratory for Brain-like Artificial Intelligence Technology in der 5-Millionen-Stadt Hefei. Andrew Ng, der Chef-Wissenschafter von Baidu, begleitet den Kampf um diese Killertechnologie mit der Feststellung, dass man in China bereits heute deutlich schneller arbeite als im Silicon Valley.

Weil das so ist, errichtet Apple für 500 Millionen Dollar zwei Forschungszentren an chinesischen Eliteuniversitäten in Peking und Suzhou. Dies unterstreicht, dass die USA mit ihrem eigenen Nachwuchs kaum noch mithalten können, ein (unter Trump mittlerweile illusionär gewordenes) Umsteuern der Einwanderungspolitik also viel zu spät kommt. Während noch vor kurzem China als der ewige Nachahmer galt, fragt sich jetzt sogar der «Economist», ob das Silicon Valley den «Rückstand wieder aufholen kann».

Auf- und Abwärtstrends

Immerhin hat Amerika unter 1000 Zehnjährigen noch 140 Mathe-Asse, gegenüber 53 in Deutschland.
Chinas Wert ist zwar unbekannt, sollte aber nicht allzu weit unter jenem von 350 der Verwandten in Taiwan liegen. Dazu schlägt die wuchtige Differenz zwischen 22 Millionen Amerikanern und 130 Millionen Chinesen im «Innovationsalter» von 25 bis 30 Jahren zu Buche. Gegenüber Deutschland allerdings bleiben die USA konkurrenzfähig.

Das liegt vor allem daran, dass die aschkenasischen, indischen und auch ostasiatischen Überflieger vorrangig immer noch das «land of the free» bevorzugen. Dazu gehören die «Spitzeningenieure», von denen Googles Personalchef Bock weiss, dass sie dreihundertmal so wertvoll sind wie «Standardingenieure». Solche Genies wandern nicht nach Deutschland ab. Dafür ist von den Millionen Neuankömmlingen aus der Dritten Welt immer noch nur jeder Siebte auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar.

Wenn man Weltmarktführerschaft daran erkennt, dass Spitzenreiter und Hauptverfolger aus demselben Land kommen (bei Kameras etwa Nikon und Canon in Japan), dann schafft China diesen Sprung noch vor seinen Siegen bei zivilen Drohnen (DJI aus Shenzhen und Yuneec aus Jinxi). 2017 will man aus einheimischen Komponenten den ersten Exascale-Computer überhaupt fertigstellen, der pro Sekunde 10 hoch 18 (eine Zahl mit 18 Nullen) Operationen ausführt. Unter den Fortune Global 500 von 2017 halten Chinesen 115 Positionen (nach 9 im Jahr 1997), darunter die Plätze 2, 3 und 4. Singapur verzeichnet einen Anstieg von null auf drei Weltfirmen, Taiwan einen von einer auf sechs. Japan fällt kräftig zurück, Südkorea hält sich.

Deutschland verschlechtert sich von 47 auf 29 Unternehmen. Die prozentual mit viel mehr, aber auch viel besser qualifizierten Migranten gesegnete Schweiz schlägt sich mit einem Rückgang von 20 auf 14 ungleich besser. Deutschlands Abstieg korreliert bei der globalen Wettbewerbsfähigkeit mit dem Wechsel von Platz 6 auf Platz 13 zwischen 2012 und 2016. Bei der erstmals gemessenen digitalen Kompetenz reicht es global sogar nur für Platz 17. Parallel dazu fallen die Viertklässler bei Timss vom 12. Platz im Jahr 2007 auf den 24. Platz im Jahr 2015 (nach dem 16. Platz im Jahr 2011).

Die Züge fahren ab

In Ostasien mögen die Plätze wechseln, der Aufwärtstrend jedoch setzt sich fort.
Zuerst sind es die Japaner, die innovieren, dann die Südkoreaner, die beim Tempo zulegen, bis schliesslich die Chinesen die Branche dominieren. Das spiegelt sich auch bei den Patenten pro 100 Milliarden Dollar Inlandsprodukt, wo Südkorea noch führt, China mit Bronze dem Zweiten, Japan, aber schon dicht auf den Fersen ist. Beim Einsatz von Robotern dominiert momentan Südkorea vor Japan. Doch schon 2019 sollen 40 Prozent aller neu gebauten Industrieroboter in China verkauft werden. Da die Kompetenzen mehr oder weniger gleich sind, in der Kreativ-Kohorte der 25- bis 30-Jährigen aber 130 Millionen Chinesen gegen nicht einmal 12 Millionen Japaner und Koreaner antreten, kann es anders nicht sein.

Die 5 Millionen Deutschen dieser Altersgruppe müssen nicht nur mit einem Mini-Anteil von 5 Prozent Hochkompetenten antreten, sondern sehen sich gleichzeitig dem Fiasko der Automobilindustrie gegenüber, für deren Zukunft sie keine Rolle mehr spielen, weil diese durch die fast ausschliesslich ostasiatisch geprägte Batterietechnologie längst vorweggenommen ist. Selbst Elon Musks Tesla-Fabrik in Nevada gibt es nur dank japanischen Panasonic-Patenten.

Ungeachtet der vielfältigen Weltmarktführerschaft gibt es aber auch für Ostasien keine Garantie, dass ausbleibende Neugeborene wirklich durch Roboter und künstliche Intelligenz ersetzt werden können. Dass jedoch bildungsferne Fremde die Alten finanzieren könnten, gilt als ausgeschlossen. Am deutschen Konkurrenten können die ostasiatischen Länder sehen, wie solche Kräfte für Unkosten und Unruhen gut sind, dafür aber einheimische Talente, die für die Mühen der Integration mit bluten müssen, über den Wegzug in Kompetenzfestungen nachdenken, in denen noch Zukunft winkt.

Gunnar Heinsohn ist emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen.

https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-westen-wird-den-globalen-kampf-ums-technische-wissen-verlieren-ld.1324618

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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
24.10.2017 17.18
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Ganztagsschule ist Entschulung von Schule und Verschulung von Freizeit

http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/ganztagsschule-ist-entschulung-von-schule-und-verschulung-von-freizeit/

[Redaktionell gekürzt]

Irgendetwas musste nicht gestimmt haben mit der Bertelsmann Stiftung. Ganze drei Wochen hat Deutschlands oberste Statistik- und Polit-Gouvernante doch tatsächlich keine „Studie“ unters Volk gebracht. Aber nun darf man beruhigt sein. Bertelsmann ist wieder da, diesmal mit einer „Studie“ zur Ganztagsschule. Getreu ihrem missionarischen Eifer, eine andere Republik herbeischreiben zu wollen, macht die „Stiftung“ erneut auf Bildung, diesmal auf „Ganztagsschule“.

Der Grundtenor der Bertelsmänner und ihres Hofschreibers, des linken Erziehungswissenschaftlers Klaus Klemm, ist einmal mehr: Deutschland fällt zurück, wenn es nicht mehr Ganztagsschulen kriegt.
Bereits im Vorwort der „Studie“ mit dem Titel „Gute Ganztagsschule für alle“ heißt es: „Wenn wir unsere Ambition als Bildungsrepublik ernst nehmen und allen Kindern und Jugendlichen ganztägiges Lernen mit Blick auf eine größere Leistungsfähigkeit und Chancengerechtigkeit des Schulsystems ermöglichen wollen, dann braucht es eine neue Offensive für gute Ganztagsschulen in Deutschland.“ Alles für alle – allein darüber ließe sich in Zeiten einer Ersatzreligion des Egalitarismus trefflich streiten. Siehe Ehe für alle, (adoptierte) Kinder für alle, Abitur für alle …

Aber zurück zur „Studie“: Auf fast 60 Seiten Zahlensalat lesen wir so gigantische Erkenntnisse wie die folgenden: „In Bayern besuchten im Schuljahr 2015/2016 16 Prozent aller Schüler Ganztagsschulen, in Hamburg dagegen 91,5 Prozent.“ Der deutsche Durchschnitt soll übrigens 39,3 Prozent sein. Aber was sagt das schon über die Qualität und den Anspruch eines Schulsystems? Nichts! Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen Bildungsqualität und Ganztagsschulquote. [...]

Also geht es wohl doch um Ideologie – um einen Umbau der Gesellschaft und um eine totale Verstaatlichung von Erziehung. Ja, totale (!) Verstaatlichung von Erziehung, denn Bertelsmann will die Ganztagsschule „für alle“. Dumm nur, dass das nicht alle Eltern wollen. Der Bedarf an Ganztagsschule ist schlicht und einfach gesättigt. Es gibt Millionen von Eltern, die keine Ganztagsschule brauchen und wollen. Zwar tauchen immer wieder „Befragungen“ auf, denen zufolge 70 Prozent der Eltern mehr Ganztagsschulen wünschen, aber nur 28 Prozent angaben, ihr Kind mit Sicherheit in eine solche einschulen zu wollen.

Man hätte außerdem spätestens den Pisa-Studien entnehmen können, dass Ganztagsschule nicht mit besserer Schulleistung einhergeht.
[...]

Im übrigen gab es anspruchsvolle Studien zur Ganztagsschule, deren Ergebnisse aber politisch weniger opportun waren. Studien waren das, auf die Bertelsmänner gar nicht erst eingehen. Nehmen wir die Studie „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG), erstellt vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), dem Deutschen Jugendinstitut (DJU), dem Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund (IFS) und der Universität Gießen. Zwischen 2005 und 2010 waren rund 300 Ganztagsschulen untersucht worden. Das Hauptergebnis der Studie lautet: Ganztagsschüler verbessern ihr Sozialverhalten, aber nicht ihre Leistungen. Wörtlich: „Unmittelbare Effekte auf die Entwicklung ihrer fachlichen Kompetenzen zeigten sich jedoch nicht.“ [...]

Ja, selbst die Aussagen über angebliche Gewinne an sozialem Lernen müssen relativiert werden. Kerstin Rabenstein, Professorin an der Universität Göttingen, beobachtete, dass die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern in Ganztagsschulen anfälliger für Konflikte sind. Frau Rabenstein sagte das anlässlich einer Anhörung im Hessischen Landtag am 24. Juli 2015. Eingeladen war sie übrigens als Expertin der Fraktion „Die Linke“. Wörtlich: „In diesen informalisierten Umgangsweisen gibt es auch die etwas größer werdende Gefahr für Entgleisungen in den Sozialbeziehungen, dass, umgangssprachlich gesprochen, übergriffiges Handeln leichter zunehmen kann.“ Die Odenwaldschule lässt grüßen.

Aber bedarf es eigentlich irgendwelcher Studien? Sagt nicht der gesunde Menschenverstand, dass Ganztagsschule gar nicht die große Lösung aller Schul- und Erziehungsprobleme sein kann? Der Journalist Rainer Stadler (Buchtitel „Vater Mutter Staat – Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung. Wie Politik und Wirtschaft die Familien zerstören) stellt zu Recht fest: „Aus kühl kalkulierten ökonomischen Gründen“ würden Politik und Wirtschaft Kinderbetreuung und Ganztagsschule propagieren. Wer sich dem entgegenstelle, der werde in die Ecke derjenigen gedrängt, die etwas gegen Emanzipation und Förderung hätten.

„Schule total“ qua Ganztagsbetreuung schränkt jedenfalls das Spektrum kindlicher Erfahrungen ein. Nur Schule oder gar Schule total – das wäre eine drastische Verarmung der Entwicklungschancen unserer Kinder. Und als Staatsbürger sollte man etwas gegen eine weitere Verstaatlichung, gegen ein weiteres „Outsourcing“ der Erziehung haben. Nein, Deutschland darf kein totaler Erziehungsstaat sein.

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Josef Kraus war Oberstudiendirektor, Präsident des deutschen Lehrerverbands, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und als „Titan der Bildungspolitik“ bezeichnet. Er hat Bestseller zu Bildungsthemen verfasst und sein jüngstes Werk Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt erhalten Sie in unserem Shop: http://www.tichyseinblick.shop.

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15.10.2017 09.55
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Stuttgarter Nachrichten [redaktionell gekürzt]:

Schlechte Noten für Grundschulen -
Lehrerinnen am Rande der Verzweiflung


Von Armin Friedl, Holger Gayer und Martin Haar 13. Oktober 2017 – 18:23 Uhr

Wer sich fragt, warum Baden-Württembergs Viertklässler im Bundesvergleich so schlecht abschneiden, sollte mit den Lehrerinnen sprechen. Sie müssen bisweilen Kinder unterrichten, die nicht einmal die Farben voneinander unterscheiden können.

Stuttgart – Als Paula Kramer* am Mittwoch in die Augen ihrer Kolleginnen blickte, sah sie vor allem Tränen. „Das habe ich noch nie erlebt“, erzählt die Grundschullehrerin, „da saßen vier gestandene Pädagoginnen in der Gesamtlehrerkonferenz und weinten, weil wir alle miteinander nicht mehr wissen, wie wir unseren Kindern etwas beibringen sollen.“

Zwei Tage später ist Paula Kramer noch immer erschüttert – weniger weil das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) den baden-württembergischen Grundschulen am Freitag ein besonders schlechtes Zeugnis ausgestellt hat. „Das war zu erwarten“, sagt die leidenschaftliche Lehrerin, die seit 16 Jahren an einer sogenannten Brennpunktschule im Zentrum einer baden-württembergischen Großstadt unterrichtet. „Wirklich schlimm ist, dass es keine Lösung gibt“ , klagt die 42-Jährige, „mit unseren Mitteln können wir nur winzige Pflästerchen auf die Wunden der Kinder kleben.“

Das sehen viele Kolleginnen ganz ähnlich, nur sagen dürfen sie es nicht – zumindest nicht offiziell. Von höherer Stelle sei ihnen ein Maulkorb verpasst worden, erklären einige Rektorinnen auf Nachfrage. [...]

Inklusion und Migration wirken sich aus

Tatsächlich ist die Bestandsaufnahme an der Basis vor allem in Großstädten dramatisch. Von den 23 Kindern in Paula Kramers erster Klasse kommen sieben aus sogenannten Vorbereitungsklassen für ausländische Kinder. Dabei handelt es sich meistens um Flüchtlinge, die traumatisiert und erst seit sehr kurzer Zeit in Deutschland sind. Drei Schüler fallen in die Kategorie Inklusion; sie bedürfen wegen Krankheit oder Behinderung einer besonderen Förderung. Weitere vier Kinder sind Wiederholer; sie müssen die erste Klasse noch einmal machen, weil sie ob ihres unzureichenden Leistungsstands nicht versetzt werden konnten. Und allen gemein ist, dass ihre Wurzeln nicht in Deutschland liegen. „In meiner Klasse haben alle Kinder einen Migrationshintergrund, wirklich alle, hundert Prozent“, sagt Paula Kramer [...] „aber nach einer für alle verständlichen Amtssprache suche ich immer noch.“

Lehrerinnen suchen nach der Amtssprache im Klassenzimmer

Wer unter solchen Voraussetzungen unterrichten soll, muss kreativ sein. „Ich habe mit den Kindern eine Art von Zeichensprache entwickelt und arbeite viel mit Symbolen und Bildern“ , erzählt die Lehrerin. Mit drei Schülern, die aus Indien kommen, spreche sie englisch, bei einem Mädchen, das aus Rumänien stammt, werfe sie bisweilen ein Übersetzungsprogramm auf dem Mobiltelefon an.

[...] „Viele Eltern reden viel von ihren Rechten. Aber es gibt auch Elternpflichten“, sagt Paula Kramer. Diese würden grob vernachlässigt, „wenn die Kinder, mit Tablet und Smartphone ausgestattet, ruhig gestellt werden“.

Diese Fälle kennt Kathrin Grix auch. „Die Umbrüche in der Grundschule sind enorm“, sagt die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Stuttgarter Schulen (GEB). Die Schülerschaft sei „extrem heterogen“, und auch das Spektrum der Kinder, die aus dem Kindergarten kommen, sei breiter geworden: „Manche können bereits lesen, andere noch nicht einmal den Stift halten.“

Manchen Kindern fehlt fast alles: Sprache, Bewegung, Motorik

Auch Paula Kramer berichtet von drastischen Begegnungen mit Kindern, denen praktisch alles fehlt: Sprache, Bewegung, Motorik. „Zu uns kommen Leute in die erste Klasse, die nur zappeln, aber weder schneiden noch malen können“, sagt die Pädagogin. Drei Kinder aus ihrer Klasse seien nicht einmal in der Lage, die Farben zu benennen – weder auf Deutsch noch in ihrer Muttersprache. [...]

Dass die Eltern trotzdem das Recht haben, ihre Kinder in ein paar Monaten zur weiteren Laufbahn aufs Gymnasium anzumelden, ist eine andere Geschichte.

                        * Name von der Redaktion geändert.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.schlechte-noten-fuer-grundschulen-am-rande-der-verzweiflung.0fa33901-9d02-4abe-b738-095a00152010.html

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Kevin Kraus
09.10.2017 19.34
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[SHEV] Josef Kraus: Tatort: Hardcore-Porno – Der Verlust der Scham ist der Beginn der Verblödung

Tatort: Hardcore-Porno – finanziert mit GEZ-Zwangsabgaben


http://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/tatort-hardcore-porno-finanziert-mit-gez-zwangsabgaben/

Screenprint: Bayrischer Rundfunk, Youtube

Der allsonntägliche ARD-Tatort gilt als Kult und Institution zugleich. Gilt? Nein: Galt! Gewiss hat es diese 1970 gestartete, von ARD, ORF 2 und SRF 1 ausgestrahlte Sendereihe mit jährlich etwa 35 Neuproduktionen auf mittlerweile mehr als eintausend Folgen gebracht und je Sendung im Schnitt zwischen 7 und 14 Millionen Zuschauer angelockt. Was aber in den jeweils pro Folge rund 1,4 Millionen teuren eineinhalb Filmstunden zum „Besten“ gegeben wird, ist mehr und mehr Volkspädagogik geworden. Die Macher konnten ihrem missionarischen Drang, gesellschaftliche Probleme aufzubereiten, nicht widerstehen. Man will dem Zuschauer den Blick in bestimmte Milieus öffnen. Ein bevorzugtes Tatort-Thema ist immer wieder das Thema „Migranten“. Es geht dabei bevorzugt um Migranten als Opfer, seltener als Täter. Zudem treten fast ausschließlich Kriminalermittler auf, die mit ihren im Film dargestellten, rechtsstaatlich fragwürdigen Ermittlungsmethoden ein Zerrbild von Kripo-Arbeit abgeben und die zugleich aufgrund ihrer – im Film – sozialen, familiären Entwurzelung alles andere als repräsentativ sind. Dass die diversen Gewerkschaften der Polizei noch nicht dagegen protestiert haben, verwundert.

Nun also kommt am 8. Oktober aus München ein neuer Milieu-Tatort in die Wohnzimmer. Es geht um kommerzielle und private Pornoproduktionen. „Hardcore“ heißt denn auch der Titel dieser Folge, für die der Bayerische Rundfunk verantwortlich zeichnet. Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) sollen die Hintergründe eines Mordes im Porno-Milieu aufklären. Die junge Altenpflegerin Marie Wagner war ermordet worden; nebenberuflich hatte sie Sexfilme gedreht. Nach einer Orgie mit gut zwanzig Männern wird sie erdrosselt aufgefunden. In ihrem Magen und in einem Schwimmbecken finden sich deren Spermaspuren. Dass vor dem Mord alles gezeigt bzw. angedeutet wurde oder zur Sprache kam, was zu „Hardcore“ gehört, versteht sich von selbst: von „Bukkake“ (Männer ejakulieren auf eine Frau) bis „Creampie“ (Spermas rinnt ihr aus der Vagina). Alles vom „Feinsten“.

Und das von 20.15 bis 21.45 Uhr. Obwohl der Rundfunkstaatsvertrag vorschreibt, dass alle TV-Sendungen, die ab 20 Uhr laufen, für Kinder „ab 12 Jahren“ freigegeben sein müssen. Immerhin erst ab 12 😉 Aber die Jugendschutzbeauftragten der ARD-Anstalten schienen damit kein Problem zu haben.

Die bekanntermaßen nicht gerade prüde BILD-Zeitung forderte denn auch die Tatort-Redakteurin des Bayerischen Rundfunks, Stephanie Heckner, zur Stellungnahme auf. Diese ließ sich – ganz Volkspädagogin – wie folgt vernehmen: „Wichtig war uns, dass die Kommissare Batic und Leitmayr eine Position beziehen, an der sich junge (sic!) Zuschauer orientieren können. In unserem Film erleben sie das Pornogeschäft als in jeder Hinsicht unerfreulich und nicht erstrebenswert. Gerade diese abschreckende Wirkung trägt den jugendschutzrechtlichen Kriterien Rechnung.“ Und ebenfalls zu BILD: „Wir wollten das Thema gerade nicht voyeuristisch angehen und haben sehr genau darauf geachtet, was wir szenisch und visuell ins Bild setzen.“ Als BILD dann noch die Mitwirkenden zur Stellungnahme bat, setzte das große Schweigen ein: Helen Barke (das Mordopfer) und Luise Heyer (Porno-Kollegin) reagierten nicht auf Anrufe und Mails an ihre PR-Agentur. Statt einer Antwort folgte eine Absage. Begründung: Das Thema sei zu „heikel“.

Dass das oberprogressive Feuilleton der „Qualitätspresse“ sich vorab schon darüber echauffiert, dass sich die BILD-Zeitung über die Folge „Hardcore“ echauffierte, setzt dem Ganzen die Krone auf. Denn hier werde endlich aufklärerisch und „empathisch“ Licht in das brutale Geschäft der Pornographie geworfen.

Was „lernt“ uns all das? Der Verlust der Scham ist der Beginn der Verblödung. Das hat Sigmund Freud einmal bei der Darstellung eines bestimmten klinischen Falles gesagt. Nun haben wir dasselbe im „Öffentlich-Rechtlichen“. Die echte Schweinerei freilich ist, dass dergleichen via GEZ-Abgabe zwangsfinanziert wird. Hoffentlich protestieren nicht nur wütende Eltern, sondern erzürnte Bürger zu Hunderttausenden bei der GEZ und beim BR-Intendanten Ulrich Wilhelm: am Tatort sozusagen.

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/tatort-hardcore-porno-finanziert-mit-gez-zwangsabgaben/

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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
07.10.2017 12.56
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Ex-Lehrer Michael Felten: „Nahezu alles, was die moderne Schulpädagogik für fortschrittlich hält, benachteiligt die Kinder ...

„Nahezu alles, was die moderne Schulpädagogik für fortschrittlich hält, benachteiligt die Kinder aus bildungsfernem Milieu.“

Die UNESCO ruft am 5.10.2017 zum 23. Mal zum Welttag der Lehrerinnen und Lehrer auf und erinnert an die bedeutende Rolle der Lehrerinnen und Lehrer für qualitativ hochwertige Bildung. Ziel des Welttages ist es, auf die verantwortungsvolle Aufgabe des Lehrpersonals aufmerksam zu machen und das Ansehen derer weltweit zu steigern.

Es hilft nur Ehrlichkeit

Schulen, die zu früh auf Eigenverantwortlichkeit und zu stark auf selbst gesteuertes Lernen setzen, können Kindern aus bildungsfernen Milieus schaden

Beitrag zum Welttag des Lehrers,
von Michael Felten

Es ist sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig, Schulministerin eines Bundeslandes zu werden, das zu den Pisa-Schlusslichtern zählt. Nicht zuletzt steht ja auch das Problem der Bildungsgerechtigkeit an. Denn in Deutschland soll es besonders stark von der sozialen Herkunft abhängen, ob Kinder zum Gymnasium wechseln und ob junge Erwachsene ein Studium ergreifen können.

Zwar wird in internationalen Vergleichen gerne mit Äpfeln und Birnen hantiert: Die Bildungsgänge sind andernorts nämlich oft ganz anders strukturiert. Und unserem Mikrozensus zufolge gibt es hierzulande durchaus Bildungsmobilität – überwiegend aufwärts. Gleichwohl bleibt die Frage, ob und wie die Schule die soziale Bildungsbeteiligung noch ausweiten kann.

Nun, womöglich kann auch der gemeine Lehrer selbst schon etwas tun, bevor das Ministerium in die Gänge kommt. Zunächst einmal: Hände weg von kontraproduktiven Unterrichtsmethoden! Zu frühe Eigenverantwortlichkeit, zu viel selbstgesteuertes Lernen, zu oft unstrukturierte Gruppenarbeit – was in der Lehrerausbildung vielfach noch Trend ist, überfordert gerade die schwächeren Schüler. Der linke Erziehungswissenschaftler Hermann Giesecke nahm dazu kein Blatt vor den Mund: „Nahezu alles, was die moderne Schulpädagogik für fortschrittlich hält, benachteiligt die Kinder aus bildungsfernem Milieu.“

Während leistungsstärkere Schüler mit fast allen Lehrstilen zurechtkämen (zur Not unter elterlicher Mithilfe), bedürfe gerade das sozial benachteiligte Kind eines direkt anleitenden, ermutigenden Unterrichts. Wer also die Parole „Kein Kind zurücklassen!“ ernst meint, dessen Unterricht wird bisweilen zwar altmodisch wirken, aber hoch effektiv sein – spätestens die Hattie-Studie lieferte dafür den empirischen Beleg.


Sodann: Schluss mit unehrlichen Beurteilungen!
Ob aus Angst vor Schülern oder vor dem Direktor: Wo Lehrer altersgemäße Ansprüche absenken, wo mangelhafte Leistungen mit „3“ oder „4“ beurteilt werden, da entsteht nicht mehr Gerechtigkeit, sondern gerade das Gegenteil. Nicht nur, dass Zeugnisse so an Wert verlieren. Geringere Anforderungen führen auch dazu, dass Schüler sich weniger anstrengen – dabei wäre Fleiß das einzige Gegenmittel gegen milieubedingte Rückstände. Leistungsstarke oder bessergestellte Kinder hingegen werden immer einen Weg finden, um ihre Lernlöcher bei Bedarf zu stopfen.

Schließlich: Hören wir auf, Kinder in unpassende Bildungsgänge hinein zu zwingen, gleich ob aus Unprofessionalität oder aus Mitleid! Wen das Gymnasium dauerhaft überfordert, wer über Jahre erlebt, das letzte Rad am Wagen zu sein, für den werden die hochsensiblen Entwicklungsjahre zur Qual. Lernen soll aber nicht weh tun, hat der Kinderarzt Remo Largo gesagt. Das ist nicht nur eine Warnung an Grundschullehrer, den liebgewordenen Kleinen oder den ehrgeizigen Eltern zuliebe geschönte Eignungsgutachten zu schreiben. Angesprochen fühlen sollten sich auch Schulleiter, die offensichtlich ungeeignete Fünftklässler ins Gymnasium aufnehmen, anstatt Eltern zumindest informell klarzumachen, was sie ihrem Kind womöglich damit antun.

Aber ganz ohne die Schulministerin geht es natürlich doch nicht. Sie muss den Zugang zum Gymnasium grundsätzlich neu regeln. Die Schweiz etwa kommt bestens damit zurecht, dass nur jedes fünfte Kind die Höhere Schule besucht; deshalb hat das Land auch keinen Facharbeitermangel, eine berufliche Ausbildung stellt dort eben keinen Makel dar.

Natürlich spielen der Schulwunsch des Kindes und seiner Eltern eine wichtige Rolle – aber er darf nicht das einzige Kriterium sein. Sinnvoll wäre ein Kriterien-Mix, etwa im Sinne der Maxime „2 aus 3“: Wer das Gymnasium besuchen möchte, sollte außerdem noch eine andere Bedingung erfüllen: entweder ein positives verbindliches Grundschulgutachten oder Erfolg beim gymnasialen Probeunterricht, andernfalls standardisierte Tests oder Aufnahmeprüfung – zur Stressminderung gerne an der vertrauten Grundschule.

Und nicht nur für den gymnasialen Bildungsgang muss wieder die Parole gelten: Ohne Fleiß kein Preis. Die Ministerin muss umgehend den unsäglichen Hausaufgabenerlass ihrer Vorgängerin von 2015 kassieren. Demnach durften etwa Ganztagsgymnasien gar keine Hausaufgaben mehr aufgeben – auch nicht an Kurztagen, wenn der Unterricht schon mittags endet! Auch dieser rot-grüne Clou war in höchstem Maße sozial ungerecht: Er schadete den leistungsstarken Schülern weniger als den Schwachen – sie brauchten das Üben gar nicht oder erledigten es ohnehin freiwillig.

zum Artikel: Kölner Stadt-Anzeiger, 5.10.2017, Gastbeitrag von Michael Felten, Es hilft nur Ehrlichkeit

Der Autor hat 35 Jahre an einem Gymnasium in Köln unterrichtet. Er ist als freier Schulentwicklungsberater und Buchautor tätig.

http://schulforum-berlin.de/nahezu-alles-was-die-moderne-schulpaedagogik-fuer-fortschrittlich-haelt-benachteiligt-die-kinder-aus-bildungsfernem-milieu/

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Astrid Schulz-Evers
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03.10.2017 05.57
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Einmal Lehrer in Nordschleswig sein
Tim Wegner
21. September 2017 Apenrade/Aabenraa

Er wollte einmal etwas Neues kennenlernen. Fernab seiner Heimat darf der angehende Lehrer Steffen Schaal nun zum ersten Mal selber im DGN einen Unterricht gestalten.

Fokussiert schaut er durch das Klassenzimmer des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig. Steffen Schaal, 27, angehender Lehrer aus Tübingen in Baden-Württemberg, unterrichtet heute Naturgeographie für die Abiturienten. Schon seit drei Wochen ist er in Apenrade, um als Praktikant einen Einblick in die “dänische Art“ des Unterrichtens zu bekommen.

Aller Anfang ist schwer

Der zukünftige Geographie- und Biologielehrer empfand das Schulklima am DGN am Anfang ein wenig ungewohnt. „Besonders das Duzen, hat mich am Anfang echt aus dem Konzept gebracht.“ Doch er freundete sich schnell damit an. „Es bestärke die Bindung zwischen den Schülern und den Lehrkräften“, so Schaal. Etwas, das ihm an den Schulen in Deutschland oft während seiner Hospitationen fehlte.

Erfahrungsaustausch

Denn ganz unerfahren ist er, obwohl er noch nicht sein zweites Staatsexamen hat, nicht. Deutschland, speziell Baden-Württemberg, plagt seit bereits längerer Zeit ein großer Lehrermangel in einigen Schulformen. Für Schaal war dies ein Vorteil. Er unterrichtete ein Jahr lang an einer Schule für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten und zum Teil auffälligem Sozialverhalten. Dagegen, so sagt er, seien die Bedingungen am Deutschen Gymnasium ein wahrer Traum. Kleine Klassen und gut ausgestattete Fachräume, erleichtern dem Junglehrer den Arbeitsalltag jeden regelmäßig.

Dass jeder Lehrer seinen eigenen Arbeitsplatz hat, gefalle ihm auch sehr gut. Auf die Frage, was ihm in Deutschland am meisten fehlen werde, sagt Schaal nur zwei Wörter: „Die Digitalisierung.“ Dies war am Anfang für ihn ein wenig befremdlich. Die Schüler saßen während des Unterrichts an ihren Laptops und an ihren Handys. „Das wäre in Deutschland fast eine Infragestellung der Autorität der Lehrkräfte.“ Doch Schaal merkte schnell, wie man die technischen Geräte geschickt in die Unterrichtseinheiten integrieren kann. Wenn er einmal die volle Aufmerksamkeit brauche, dann verlange er von den Schülern, die Geräte auszuschalten. Das, so versichert er, funktioniere auch.

Die Kunst des Unterrichtens

Man merkt ihm bei seiner Unterrichtsstunde auch an, dass er den Schülern etwas vermitteln kann. Heute geht es um den Wasserkreislauf. Ein Thema, welches man in Deutschland schon früher in der Schule behandelt. Dafür aber, so Schaal, nicht in dieser Intensität. Generell findet der Tübinger die Art der Aufgabenstellung und die alternativen Formen der Leistungsbeurteilungen in Dänemark wesentlich sinnvoller.

„Anfangs habe ich mich schon gewundert, weshalb die Schüler ihre Aufzeichnungen in den Klausuren benutzen dürfen“, berichtet der Baden-Württemberger. Dann merkte er den Vorteil dieser Aufgaben: „Das erlernte Wissen erhält dadurch eine stärkere anwendungsbezogene Komponente. Und die Gefahr des sturen Auswendiglernens wird verringert.“ Auf die Frage, ob Schaal selber nach der Beendigung seines Referendariat sich vorstellen könne am DGN zu unterrichten, schmunzelt der Schwabe: „Tendenziell schon. Nur die schwäbische Heimat würde mir hier doch ein wenig fehlen.“

Nichtsdestotrotz, einiges von dem hier für ihn Neuen möchte der Skandinavienliebhaber versuchen in Deutschland in seinen Unterricht zu integrieren. Doch ob deutsche Gymnasien bereit sind für die dänische „Duzkultur“ kommentiert Schaal mit einem Lächeln nicht.

https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig/einmal-lehrer-nordschleswig-sein

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Kevin Kraus
25.09.2017 10.26
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] ISLAMISIERUNG der Schulen: Dschihad statt Darwin – Die türkische Regierung streicht die Evolutionstheorie ...

LN 21.9.17

Türkei – Dschihad statt Darwin

Die türkische Regierung streicht die Evolutionstheorie aus dem Stundenplan – stattdessen sollen die Schüler mehr über den Dschihad lernen. Mit dem heiligen Krieg habe das nichts zu tun, versichert die Regierung. Ziel ist es, eine gläubige Jugend heranzuziehen.

Will eine „gläubige Jugend“ heranziehen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Ankara. Er wolle eine „gläubige Jugend“ heranziehen, versprach Recep Tayyip Erdogan schon 2012. Auf diesem Weg macht die türkische Regierung jetzt einen großen Schritt nach vorn – oder zurück, je nach Perspektive. Die Evolutionstheorie des britischen Theologen und Naturforschers Charles Darwin (1809-1882) wird im kommenden Jahr aus dem Biologieunterricht der türkischen Schulen gestrichen. Stattdessen kommt bereits in diesem Schuljahr der „Dschihad“ auf den Stundenplan.

Im Erziehungsministerium in Ankara beeilt man sich zu unterstreichen, damit sei natürlich nicht der „Heilige Krieg“ gemeint, wie ihn etwa die IS-Terrormiliz auf ihre Fahnen geschrieben hat. Regierungsnahe Theologen kritisieren, das Wort Dschihad werde von Extremisten missbraucht und im Westen einseitig als gewaltsamer Kampf zur Verbreitung des Islam missverstanden. Der Koran verstehe darunter aber den „inneren Kampf“ um den rechten Glauben, das persönliche Bemühen eines Muslim, die Werte des Islam zu leben.

Erst glauben, dann rechnen lernen

„Wir wollen, dass der Dschihad in seiner korrekten Bedeutung gelehrt wird“, erklärt Erziehungsminister Ismet Yilmaz. Ahmet Hamdi Camli, Abgeordneter der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Erziehung, geht noch weiter: „Es hat keinen Sinn, einem Kind Rechnen beibringen zu wollen, das den Dschihad nicht versteht.“ Nicht nur der Dschihad kommt auf den Stundenplan, die Schulen werden auch verpflichtet, Gebetsräume einzurichten.

Das bisherige Kapitel „Der Beginn des Lebens und die Evolution“ wird in den Schulbüchern durch den Abschnitt „Lebewesen und Umwelt“ ersetzt.
Viele säkular eingestellte Türken sehen darin weitere Schritte Erdogans, das gesellschaftliche und politische Leben in der Türkei nach seinen eigenen, religiös-konservativ geprägten Wertvorstellungen zu prägen. Erdogans Regierung führt seit langem einen Feldzug gegen die Evolutionstheorie, die von vielen strenggläubigen Muslimen – wie auch von christlichen Fundamentalisten – als gottlose Irrlehre bekämpft wird. 2009 untersagte der staatliche Wissenschaftsrat die Veröffentlichung eines Artikels über Darwin in einer Fachzeitschrift, die Herausgeberin wurde entlassen.
Lehrergewerkschaft zieht vor Gericht

Kritiker fragen, wie man ohne die Evolutionstheorie qualifizierte Biologen, Pharmakologen und Ärzte ausbilden könne. Die regierungskritische Lehrergewerkschaft Egitim-Is will gegen die Streichung vor Gericht ziehen. „Während der Biologieunterricht von drei auf zwei Wochenstunden reduziert wird, gibt es künftig drei statt zwei Stunden Religionsunterricht“, kritisiert Gewerkschaftschef Mehmet Balik.

Erziehungsminister Yilmaz will nicht nur der Religion breiteren Raum geben. Auch die Niederschlagung des Putschversuchs im Juli 2016 wird im neuen Lehrplan als „legendäres und heroisches historisches Ereignis“ ausführlich behandelt. Im Rahmen der „Säuberungen“ nach dem gescheiterten Umsturz hatte Erdogan per Dekret mehr als 44 000 Lehrer sowie fast 8700 Hochschullehrer und Wissenschaftler entlassen. Fast 900 Privatschulen wurden geschlossen.

„Kinder sollen keine Fragen stellen“

Kritiker sehen darin den Versuch der Regierung, das Erziehungswesen gleichzuschalten. Der sozialdemokratische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu wirft der Regierung vor, sie wolle „Kinder daran hindern, Fragen zu stellen“ und die Türkei „in ein mittelalterliches Land verwandeln“.

Das Weltbild der türkischen Schüler könnte sich noch viel grundlegender wandeln, wenn sich Leute wie Tolgay Demir durchsetzen. Demir ist stellvertretender Vorsitzender der Jugendorganisation der Erdogan-Partei AKP in Istanbul. In einem vielbeachteten Internet-Beitrag erklärte Demir seinen Lesern, genauso falsch wie die Evolutionstheorie sei die Ansicht, dass es sich bei der Erde um eine Sphäre handele. In Wirklichkeit, so schrieb Demir, sei die Erde eine Scheibe.

http://www.ln-online.de/Nachrichten/Politik/Politik-im-Rest-der-Welt/Dschihad-statt-Darwin

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Kevin Kraus
16.09.2017 13.47
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Veröffentlicht am 15.09.17

Das Mathematik-Desaster. Hamburger Bildungsrückstände endlich bekämpfen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Hamburger Schüler können in Mathematik immer weniger. Dies macht sich nicht nur an den Schulen, sondern auch in der Ausbildung, dem Studium und im Beruf bemerkbar. Im März dieses Jahres haben bereits 130 Professoren und Mathematiklehrer in einem Brandbrief massiv die Qualität des Mathematikunterrichts kritisiert.

Im Dezember 2016 erreichten die Hamburger Zwölftklässler bei der Probeklausur fürs Abitur lediglich einen Notendurchschnitt von 4,1. Daraufhin ordnete Hamburgs Schulsenator kurzerhand an, dass die Zensuren um eine ganze Note angehoben werden. Das verbessert den Zensurenspiegel — nicht aber das Wissen der Schüler.

Um das Mathematik-Desaster zu beenden, muss sich dringend etwas ändern. Mathematikunterricht muss wieder Mathematikunterricht werden — die inhaltlich-fachliche Ausrichtung im Vordergrund stehen. Schüler müssen beispielsweise Bruchrechnungen auch ohne Taschenrechner können.

Gemeinsam mit Ihnen und unseren Experten wollen wir darüber reden, wie das Niveau wieder angehoben werden kann.

Hierzu laden wir Sie am 5. Oktober um 18.30 Uhr herzlich ein in den Kaisersaal des Hamburger Rathauses.

Begrüssung:

André Trepoll Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion

Impuls:

„Entfachlichung des Unterrichts durch Kompetenzorientierung“ Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt Mathematikprofessor der Uni Hamburg im Ruhestand

Podium:

Birgit Stöver Schulpolitische Sprecherin und stellv. Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion

Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt Antje Müller Stellv. Vorsitzende der Elternkammer Hamburg

Helge Pepperling 1. Vorsitzender der Lehrergewerkschaften Hamburg dlh

Liam Zergdjenah Landesvorsitzender SchülerInnenkammer Hamburg

Siehe Flyer der Veranstaltung:

Einladung Mathematik_Desaster 5.10.17

https://bildung-wissen.eu/veranstaltungen-1/veranstaltungen-fortbildungen-u-a/das-mathematik-desaster-hamburger-bildungsrueckstaende-endlich-bekaempfen.html

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Kevin Kraus
04.09.2017 12.30
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

27.08.2017
Wirtschafts
Woche


Knauß kontert – Die Muslimen-Studie von Bertelsmann ist haltlos
Kolumne von Ferdinand Knauß

Laut Bertelsmann-Stiftung sind Muslime integriert, kaum arbeitslos und Deutschland „verbunden“. Problematisch sei allein die fehlende Akzeptanz in der Aufnahmegesellschaft. Warum das Unsinn ist.

Muslimische Taxifahrer beim Gebet

Kompliment nach Gütersloh. Wie man mit Studien in die Medien kommt, wissen die Damen und Herren von der Bertelsmann-Stiftung. Die meisten größeren Nachrichtenportale haben die Pressemitteilung zur jüngsten Studie „Muslime in Europa – integriert aber nicht akzeptiert?“ mehr oder weniger unverändert samt Überschrift übernommen. Die zeugt von hoher PR-Professionalität: Sie vermittelt eine klare Botschaft, indem sie das zentrale Ergebnis schon mit einer impliziten Forderung verbindet. Da kommt kaum ein Journalist in Versuchung, sich die Studie genauer anzusehen und der Sache einen eigenen „Dreh“ zu verleihen. Entsprechend durchschlagend der Erfolg.

So professionell die Darbietung, so wacklig ist allerdings die Grundlage. Nur acht Fragen zum religiösen Glauben – allerdings nicht zu politischen Aspekten der Religion – und sieben zu anderen Themen wurden vor 2010 zugewanderten muslimischen Probanden in fünf europäischen Ländern gestellt. Die Studienergebnisse beziehen sich also fast ausschließlich auf Selbstzeugnisse. Und gerade die Fragen, auf denen das Fazit: „integriert“ vor allem beruht, sind so gestellt, dass von vornherein kaum ein anderes Ergebnis denkbar wäre. Wer wird schon dem Interviewer auf die Frage „Wie verbunden fühlen Sie sich mit Deutschland?“ offen ins Gesicht sagen: „Eher nicht!“ Kein Wunder, dass das nur vier Prozent der Muslime in Deutschland tun.

Für die Autoren Dirk Halm und Martina Sauer sind diese Antworten, die in allen fünf Ländern erwartungsgemäß ähnlich ausfallen, Grund genug zu folgern: „Die Identifikation mit dem Aufnahmeland ist unter den Muslimen stark ausgeprägt.“ Um das glaubhaft zu verifizieren hätte man aber noch die entscheidende Frage stellen müssen: „Fühlen Sie sich als Deutscher/Brite/Franzose/Schweizer/Österreicher?“ Das Ergebnis aber hätte vielleicht die schöne These zerstört.

Auch die für das Fazit der Autoren zentrale Behauptung, dass sich die Erwerbsbeteiligung von Muslimen dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung annähere, beruht vor allem auf der Selbstauskunft der Studienteilnehmer. Demnach gaben nur fünf Prozent der in Deutschland befragten Muslime an, arbeitslos zu sein. Unter den befragten Nichtmuslimen waren es sieben Prozent. Nun muss man nicht einmal unbedingt mit den im Vergleich zu Bertelsmann-Studien sehr viel gründlicheren Untersuchungen des Berliner Migrationsforscher Ruud Koopmans vertraut sein, um zu merken, dass da ganz offensichtlich etwas nicht stimmt. Jeder, der einmal eine Vertretung der Arbeitsagentur von Innen gesehen hat, weiß um den leider besonders hohen Migranten- und Muslimenanteil unter Arbeitslosen. Im Westen der Republik hat laut statistischem Bundesamt jeder zweite Arbeitslose ausländische Wurzeln. Unter diesen wiederum sind Muslime vermutlich überproportional vertreten.

Asylanträge nach Bundesländern 2017
[...]

Die Bertelsmann-Autoren erklären in einer Fußnote den in ihrer Studie „sehr günstigen Arbeitslosenanteil der Muslime gegenüber den Nichtmuslimen“ mit dem „Konfidenzintervall der Stichprobe“, also: Zufall. Möglicherweise haben da einige Arbeitslose schlicht und einfach aus Scham oder welchem Grund auch immer nicht wahrheitsgemäß geantwortet.

Im Grunde wird spätestens hier offenkundig, wie dünn das Süppchen ist, das man da in Gütersloh gekocht hat: Die Studie ist letztlich im Wesentlichen ein Zeugnis, dass sie die zu Benotenden sich selbst ausstellen. Und die Fragen, die ihnen gestellt werden, sind im Grunde nur Variationen der Frage: „Wie gut bist Du integriert?“ Die Antworten auf solche Fragen sind wohl kaum „nachprüfbare Fakten“, wie es die Autoren behaupten.

Der ausgelutschte Begriff der Integration

Diskursbeiträge wie diese Bertelsmann-Studie tragen dazu bei, dass „Integration“ immer mehr zu einem Wieselwort verkommt, einem Begriff, dem die Bedeutung ausgesaugt wird.
Noch vor einigen Jahren verstand man unter Integration einen Prozess der kulturellen Angleichung von Einwanderern in der Aufnahmegesellschaft. Heute genügt es offenbar, einen Job und „Freizeitkontakte“ mit Menschen anderer Religion zu haben, um als integriert zu gelten. Unter Einwanderern selbst ist „integriert“ einfach ein Synonym dafür geworden, kein Versager, kein Loser zu sein. Vermutlich würde selbst eine in Duisburg-Marxloh durchgeführte Umfrage nur wenige eingewanderte Probanden finden, die sich als „nicht integriert“ offenbaren.

Nach den bescheidenen Ansprüchen von Bertelsmann waren demnach wohl auch die Attentäter von Barcelona integriert. Schließlich, so berichtet eine Spanien-Korrespondentin unter der Überschrift „integriert und radikalisiert“: „Sie haben Fußball gespielt und Hausaufgaben gemacht, sie hatten Freunde und lebten im Schoß ihrer Familien. Sie beherrschten die Landessprache, kannten die Sitten, wie so viele junge Leute in Spanien hatten sie manchmal einen Job und manchmal nicht. Und vermutlich hätte niemand etwas dagegen gehabt, wenn sie irgendwann einen einträglichen Beruf und einen gewissen sozialen Aufstieg errungen hätten.“

Wie das BAMF die Identität von Flüchtlingen klärt [...]

Einer von ihnen besuchte auch regelmäßig die vom Sozialamt seiner spanischen Heimatstadt organisierte unentgeltliche Hausaufgabenbetreuung. Die beiden Attentäter-Brüder Mohamed und Omar Hychami hat ein Lehrer als fleißige Schüler in Erinnerung. Mohamed hatte später einen Job in einer Metallverarbeitung. Die Zeitung „El País“ berichtet, dass sein Chef ihn für so unabkömmlich hielt, ihn bat, seinen Urlaub zu verschieben, um einen Auftrag zu erledigen.

So entschieden wie die Bertelsmann-Autoren den muslimischen Migranten das Urteil über ihre Integration überlassen, so eindeutig weisen sie die Aufgaben für eine noch besser gelingende Integration der Aufnahmegesellschaft, beziehungsweise dem Staat zu. Es seien drei „Hebel“ wichtig: „Teilhabegerechtigkeit auf allen Ebenen ausbauen“, „kulturelle und religiöse Vielfalt anerkennen“, „das interreligiöse und interkulturelle Zusammenleben gestalten“. Konkret wünscht sich die verantwortliche Projektleiterin Yasemin El-Menouar zum Beispiel: „Pflichtgebete und Moscheegänge sollten auch mit Vollzeitjobs vereinbar sein“.

An die zu integrierenden Muslime selbst stellt die Bertelsmann-Stiftung übrigens überhaupt keine Forderungen. Nicht einmal die Treue zum Grundgesetz wird eingefordert, geschweige denn die Anpassung an eine Leitkultur, deren Existenz die Autoren rundweg in Frage stellen. Fazit: Diese Studie kann und sollte man getrost vergessen. Zur Erhellung der Einwanderungswirklichkeit und Lösung von Integrationsproblemen trägt sie wenig bei.


http://www.wiwo.de/politik/deutschland/knauss-kontert-die-muslimen-studie-von-bertelsmann-ist-haltlos/v_detail_tab_print/20240504.html

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Kevin Kraus
03.09.2017 09.09
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Der SHEV steht seit einigen Jahren in Verbindung mit der u.g. Bundesinitiative – der rund 40 Einrichtungen und Interessenverbände aus dem Bildungsbereich angehören.
ASE
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-------- Weitergeleitete Nachricht --------
Betreff: Vorsicht vor der Nationalen Wahlkampf-Bildungsallianz
Datum: Wed, 30 Aug 2017 09:16:37 +0200
Von: Ingrid Ritt
An: 'Astrid Schulz'

Vorsicht vor der Nationalen Wahlkampf-Bildungsallianz der SPD! Die SPD hatte in der Vergangenheit in den Ländern nahezu alle Bildungs-/Schulministerien inne. Die Verantwortlichen hätten genügend Zeit gehabt, so genannte Bildungsgerechtigkeit zu schaffen. Doch leider lässt der Bildungserfolg unter roter bzw. rot-grüner Regierung sehr zu wünschen übrig. Nun im Bundestagswahlkampf ständig die Chancengleichheit und die Vergleichbarkeit im Schulwesen unter dem Deckmantel der eigentlich gewollten Gleichmacherei mit einem Einheitsschulwesen zu fordern, ist unanständig. Die SPD schreibt zwar, dass das Schulwesen im Zentrum steht, sagt aber nicht mehr dazu. Geht es um ein Einheitsschulwesen oder ein differenziertes Schulwesen? Das Schulwesen ist elementar für den Bildungserfolg der jungen Menschen und für den Wohlstand der Bevölkerung eines Landes. Wir alle wissen, dass individuelle und qualitätsvolle Bildung in einem #differenzierten Schulwesen (beginnend mit äußerer Differenzierung) besser zu erreichen ist, als in gleichmachenden Gemeinschafts-Systemen, in denen mangels individueller Förderung schwächere wie stärkere Schüler gleichermaßen verlieren. Die Entscheidung über das Schulwesen muss bei den Ländern bleiben! Andere Formen der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen sind ohnehin schon längst möglich. Sie wurde aber bisher meist bewusst blockiert, weil man für Deutschland ein Einheitsschulwesen anstrebt. Dafür müsste das Kooperationsverbot fallen. Wir lehnen das strikt ab!

Ingrid Ritt
#3xMEHR Vielfalt, Bildung, Chancen
#differenziertes Schulwesen.de

Ingrid Ritt
Vorsitzende Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen
3xMEHR Vielfalt, Bildung, Chancen

Sitz München VR 205613
c/o Welser Str. 29, 94315 Straubing

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Kevin Kraus
01.09.2017 12.26
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In Leipzig – Salafisten wollen Kita eröffnen – Richter verweigern Betriebserlaubnis

Montag, 28.08.2017, 23:06

Ein im Raum Leipzig geplanter salafistischer Kindergarten bekommt keine Betriebserlaubnis. Das hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht entschieden. Das Wohl von Kindern erfordere nach den Maßstäben des Grundgesetzes und des Kinder- und Jugendhilferechts einen auf die Integration in die Gesellschaft gerichteten erzieherischen Ansatz, begründete das Gericht die Entscheidung.

Mit einem ausschließlich an Koran und den religiösen Sitten orientierten Glaubensverständnis könne dies nicht in Übereinstimmung gebracht werden, führte der 4. Senat in seinem Beschluss aus. Zudem fehle eine Erklärung dafür, wie das salafistische Glaubensverständnis des geschäftsführenden Gesellschafters mit einem integrativen Erziehungskonzept vereint werde, hieß es, einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ zufolge, weiter.

Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht Leipzig die Klage auf Erteilung einer Betriebserlaubnis des Kindergarten-Trägers abgewiesen. Dagegen war der Kita-Betreiber vor dem OVG in Berufung gegangen und nun gescheitert. Der Beschluss des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts ist den Angaben zufolge nicht anfechtbar.

Zur Identität des Trägers und zum geplanten Standort des Kindergartens machte das Gericht keine Angaben.

http://www.focus.de/politik/deutschland/leipzig-salafist-wollte-eine-kita-gruenden-zwei-gerichte-verbieten-es_id_7525283.html

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Kevin Kraus
29.08.2017 12.47
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[SHEV] Josef Kraus: Ausgerechnet – Mit SPD-Verliererländern möchte Schulz die Bildungsnation auf Trab bringen


Mit SPD-Verliererländern möchte Schulz die Bildungsnation auf Trab bringen

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Nun ja, leicht hat er es nicht, der Schulz Martin! An der Teflonkanzlerin gleitet alles ab. Und dort, wo Schulz sie „packen“ könnte, traut er sich nicht: bei den Themen Zuwanderer – irreführend alle Flüchtlinge genannt, Kriminalität, Islam, Griechenland“rettung“, explodierende Kosten bei der Umlage des „Erneuerbare-Energie-Gesetzes“ EEG (nach Insidermeinung allein 2018 ca. 40 Milliarden!)

Also weicht er auf ein sogenanntes Soft-Thema aus: auf die Bildungspolitik. Das bringt zwar Schlagzeile, aber sonst nichts. Denn weder eine Bundeskanzlerin Merkel noch ein Bundeskanzler Schulz haben hier etwas zu sagen. Und das ist gut so. Denn hätte der Bund 1969 mit seiner sozialliberalen Koalition in der Bildung etwas zu sagen gehabt, dann hätten wir jetzt deutschlandweit Bremer oder Berliner Schulverhältnisse. So aber haben sich doch wenigstens einige deutsche Länder (unionsregierte) nicht ganz in den Strudel einer nach unten offenen Anspruchsskala mitziehen lassen.

Gegenentwurf

Für motivierende Leistungsschulen

Gerade vor diesem Hintergrund mutet es wie ein Witz an, wenn Schulz nun zusammen mit sieben SPD-Länderchefs eine „Bildungsallianz“ für bessere Bildung ankündigt. Das muss man der Reihe nach buchstabieren: mit Michael Müller (Berlin), Dietmar Woidke (Brandenburg), Carsten Sieling (Bremen), Olaf Scholz (Hamburg), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern), Stephan Weil (Niedersachsen), „Malu“ Dreyer (Rheinland-Pfalz). Hannelore Kraft (SPD) lassen wir mal außen vor; die hat mit der Landtagswahl vom Mai 2017 auch bildungspolitisch ihre Quittung bekommen. Außen vor lassen wir zudem Baden-Württemberg, das zwischen 2011 und 2016 mit SPD-Kultusministern dafür „sorgte“, dass das vormalige Bildungs-Musterländle binnen kürzester Zeit ins hintere Drittel der Rankingskalen abrutschte.

Schauen wir uns die innerdeutschen Leistungsvergleiche an und nehmen dafür als Maßstab die innerdeutschen Ergänzungsstudien zu den Pisa-Studien (die Pisa-E-Studien). Letztere gab es übrigens nur bis 2009. In den Pisa-Studien 2012 und 2015 verzichtete man auf diese innerdeutschen Vergleiche. Warum wohl!? Für manche Länder wäre es wieder mal peinlich geworden. Was waren die Ergebnisse? Das einzige SPD-geführte Land, das bei diesen innerdeutschen Vergleichen halbwegs mithalten konnte, war Rheinland-Pfalz bei allen innerdeutschen Vergleichen zwischen 2000 und 2009 unter den 16 deutschen Ländern mit einem durchschnittlichen Rankingwert von 5,7. Bayern erzielte einen durchschnittlichen Rangplatz von 1,2 und Sachsen von 3,5. Nun aber die anderen SPD-geführten Länder mit ihren durchschnittlichen Rangplätzen: Berlin 10,7 – Brandenburg 12,2 – Bremen 15,0 – Hamburg 12,3 – Mecklenburg-Vorpommern 10,5 – Niedersachsen 10,7. Streng statistisch mögen solche durchschnittlichen Rangplätze nicht ganz wissenschaftlich sein, aber einen deutlichen Trend geben sie doch wieder.

Mehr Wettbewerb, nicht Zentralismus

„Bildungsgouvernante Bund“ – die letzte (Platz-)Patrone des Martin Schulz?

Wenn Bildung in Deutschland an die Wand gefahren wurde, dann vor allem in den Stadtstaaten, in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen. Dort hat man auf Einheitsschule (beschönigend Gemeinschafts-, Sekundar- oder Stadtteilschule genannt), auf „Abitur light“ und auf höchste Abiturientenquoten gesetzt. Um das zu begradigen, bedarf es keiner Bundeskompetenz, sondern endlich einer Vorstellung von einem kompetitiven Föderalismus, bei dem das Prinzip Wettbewerb dafür sorgt, dass sich die Schwachen an den Starken orientieren. Aber nicht – wie leider aus populistischen Gründen oft genug praktiziert – umgekehrt: die Starken an den Schwachen. Frei nach dem Motto: Warum sollen es meine bayerischen Landeskinder schwerer haben, zum Abitur zu kommen als die Altersgenossen in Berlin.

All das heißt nicht, dass die Partei Merkels bildungspolitisch viel besser aufgestellt ist. Mit Bildungspolitik hatte man in dieser Partei nämlich fast ein Jahrzehnt gar nichts mehr am Hut. Mehrere CDU-Ministerpräsidenten gaben ihr Schulministerium an die Grünen, an die SPD oder an die FDP. Ansonsten machte man in der Kultusministerkonferenz (KMK) alles mit, was die langsameren Länder vorgaben. Und auch auf Bundesebene fabrizierte die Partei der Kanzlerin Ankündigungs- und Schaufensterpolitik. Die Bildungsnation Deutschland wurde 2008 von der Kanzlerin kurzerhand zur Bildungsrepublik verkleinert; herausgekommen ist nichts. Und die CDU-Bundesbildungsministerin Wanka kündigt zwar so manches – zum Beispiel fünf Milliarden zur Förderung der Digitalisierung der Schulen – an. Aber selbst zehn Monate nach der Ankündigung vom Oktober 2016 hat ihr Finanzminister Schäuble das Geld noch nicht eingeplant, geschweige denn freigegeben.

So bleibt zu hoffen, dass in Sachen Bildung endlich ein Wettbewerbsföderalismus neu ausbricht und dass kein Kanzler in Bundestag und Bundesrat eine Zweidrittelmehrheit für eine Grundgesetzänderung hinbekommt, mit der der Bund den 42.000 Schulen in Deutschland sagen könnte, wo es lang bzw. abwärts geht.

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Josef Kraus war Oberstudiendirektor, Präsident des deutschen Lehrerverbands, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und als „Titan der Bildungspolitik“ bezeichnet. Er hat Bestseller zu Bildungsthemen verfasst und sein jüngstes Werk Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt erhalten Sie in unserem Shop: http://www.tichyseinblick.shop.

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Kevin Kraus
27.08.2017 06.45
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes: Qualifikation von Immigranten: Märchen und Realität ... [24.08.2017 gekürzt ]

Qualifikation von Immigranten: Märchen und Realität

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„Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!“ An diesen, Konrad Adenauer zugeschriebenen Kalauer fühlt man sich erinnert, wenn man die schönen Sprüche rekapituliert, die Politiker und Wirtschaftsbosse über die „Bereicherung“ Deutschlands und des deutschen Arbeitsmarktes durch „Flüchtlinge“, Asylbewerber und Immigranten losgelassen haben.

Beispiele gefällig? Daimlerchef Dietmar Zetsche meinte im September 2015, „Flüchtlinge“ könnten ein „Wirtschaftswunder“ bringen. Wörtlich: „Die meisten Flüchtlinge sind jung, gut ausgebildet und hoch motiviert. Genau solche Leute suchen wir doch.“ Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZdH), meinte im November 2016: Er verstehe, wenn Menschen angesichts der hohen Zahl an „Flüchtlingen“ Angst um ihren Arbeitsplatz hätten. Aber diese Angst sei unbegründet. Denn: „Wir brauchen wirklich alle.“ Martin Schulz (SPD), damals noch Präsident des EU-Parlaments, sagte bei seiner Heidelberger Hochschulrede im Juni 2016: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold.“ Und die Fraktionsvorsitzende der „Grünen“ im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, jubelte bei einer Synode der EKD im November 2015: „Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt.“ Und sie fügte hinzu: „Flüchtlinge machen Deutschland religiöser, vielfältiger und jünger.“

Gastbeitrag von Thorsten Meyer

Die Mär der Bosse vom Wirtschaftswunder durch Asylbewerber

Märchen, Legenden, Utopien! Schauen wir uns die jungen Immigranten an, von denen der deutsche Arbeitsmarkt langfristig noch am ehesten etwas haben könnte! Hier gilt: Zumal unbegleitete minderjährige „Flüchtlinge“ („umF“) sind in Sachen Bildung Risikogruppen. Pisa gibt dazu schon 2003 Auskunft. Im getesteten Bereich Mathematik erreichte Deutschland mit 503 Punkten einen international mittleren Wert. Deutsche Schüler ohne Migrationshintergrund erzielten hier 527 Punkte, deutsche Schüler mit nur einem im Ausland geborenen Elternteil 508, Kinder zugewanderter Familien 454 und Kinder der ersten Migrantengeneration 432. Das bedeutet: Zwischen diesen vier Gruppen liegt eine Lern- und Leistungsdifferenz von drei Schuljahren. Ansonsten erreichen Immigrantenkinder in Deutschland in etwa ein Pisa-Ergebnis, wie es eines der bislang größten Herkunftsländer deutscher Immigranten ausweist, nämlich die Türkei: Diese kamen bei Pisa 2003 in Mathematik auf 423 Pisa-Punkte. Es ist eindeutig, dass Flüchtlinge der Jahre 2015ff. en gros nicht einmal dieses Niveau erreichen.

Ein paar weitere Illusionen und deren Desillusionierung:
[...]
Und wie schaut es mit der Bereitschaft der deutschen Wirtschaft aus, junge Immigranten aufzunehmen; wie schaut es mit der Bereitschaft der jungen Immigranten aus, entsprechende Angebote anzunehmen? Es schaut nicht gut aus. Beispiele – durchaus repräsentativ:

1. Daimler: Entgegen den flotten Sprüchen Zetsches (siehe oben) hatte Daimler im Herbst 2016 noch keinen einzigen „Flüchtling“ unter Vertrag genommen. Nur ein paar Praktika gab es – sonst nichts.

2. Im September 2016, also immerhin ein ganzes Jahr nach der Zuspitzung der Immigrationsströme, hatten die DAX-Unternehmen ganze 125 „Flüchtlinge“ fest angestellt und 300 Ausbildungsplätze angeboten.

3. Erfahrungen der Handelskammern München und Oberbayern: 70 Prozent der Azubis aus Syrien, Afghanistan und dem Irak brechen eine begonnene Ausbildung ab. Wenn sie diese denn überhaupt beginnen.

4. BMW-Werk Dingolfing: Der Landrat des bayerischen Landkreises Dingolfing-Landau, Heinrich Trapp (SPD), hatte dem dortigen BMW-Werk, dem überhaupt größten BMW-Werk, im Herbst 2015 die Zusage abgerungen, 20 Stellen für Asylbewerber zu reservieren. Die enttäuschte und enttäuschende Bilanz des Landrats: „Die Bereitschaft zur Anstrengung ist nach unserer Erfahrung vor allem bei Flüchtlingen im Erwachsenenalter sehr gering. Etwa die Teilnahme an Deutschkursen ist eine frustrierende Erfahrung“, sagte Trapp im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Denn keines der 20 Angebote wurde angenommen.

5. Beispiel Leipzig: Dort läuft Ende 2017 ein 2,7 Millionen Euro teures Projekt mangels Engagements der Adressaten aus. Die Stadt Leipzig hatte eine „Flüchtlingsintegrationsmaßnahme“ (FIM) gestartet und 395 „Schutzsuchende“ verpflichtend dazu eingeladen [...]

So schaffen wir es nicht!

Lehrerbildung „light“ für geflüchtete Lehrer

So viel zur Mär von der Willkommenskultur und der Integrationsbereitschaft der „Zuwanderer mit Fluchterfahrung“! [...]

Um den Bedürfnissen der geflüchteten Kinder und Jugendlichen sowie deren Erwartungen an das deutsche Schul- und (Aus-)Bildungswesen gerecht zu werden, hätten Bund, Länder und Kommunen längst einen Masterplan auflegen müssen. Ein „Wir-schaffen-das“-Mantra reichte eben nicht. Die von der Kultusministerkonferenz (KMK) etwa für 2015 mit 2,3 Milliarden Euro errechneten Gesamtkosten für die Schulbildung von Immigrantenkindern sind längst Schall und Rauch. Nicht eingerechnet waren hier noch nicht einmal die Kosten für „umF“ (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge), die pro Monat und Person im Schnitt 5.000 Euro ausmachen.

Übrigens soll Adenauer dem oben zitierten Spruch angefügt haben: „Nichts hindert mich, weiser zu werden.“ Das wäre es, meine Damen und Herren Politiker und Wirtschaftsbosse! ————– Und Journalisten … und …

Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See


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