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Sigmar Salzburg
26.04.2018 16.59
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Zufallsentscheidungen „Gottes“ und der „Reformer“

Spektrum 25.4.2018
Gottes letztes Schlupfloch
Die Quantenphysik basiert auf Zufall, da sind sich Physiker eigentlich sicher. Aber ein Restzweifel bleibt... Albert Einstein hatte mit dieser Vorstellung große Probleme. »Gott* würfelt nicht!«, soll er sinngemäß gesagt haben... Aber bis heute bleiben Lücken. Eines davon, das so_genannte »Freedom-of-choice«-Schlupfloch, ist besonders schwer zu stopfen, und es zieht seit einigen Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich. Im Kern dreht es sich um die Frage, ob etwas den Physikern den Zufallscharakter in Quantenmessungen nur vorgaukeln könnte...
spektrum.de 25.4.2018

... laut einer 1926 aufgestellten Regel des deutschen Physikers Max Born lässt sich die Interferenz [Wahrscheinlichkeitsamplitude] rein mathematisch immer aus dem Produkt von zwei Spalten bzw. Möglichkeiten beschreiben (also A mal B)... Die erste experimentelle Bestätigung von Borns Regel [warum nicht Born's, analog Born'sch...], gelang 84 Jahre später einem österreichisch-kanadischen Forscherteam um den Physiker Gregor Weihs von der Uni Innsbruck. Er hat dafür eine Ein-Fotonen-Quelle entwickelt, die als Grundlage für die Überprüfung der Born'schen Regel diente. Und die Überprüfung gelang fürs Erste, wie die Physiker in der Wissenschaftszeitschrift Science (online) berichten.
globale-evolution.de 10.6.2010

Versuch von Alain Aspect 1982 (Wiki): Als Ergebnis des Versuchs bleiben im Wesentlichen zwei Interpretationen der Quantenmechanik übrig: Es sind entweder (a) spukhafte (d.h. experimentell nicht fassbare) Fernwirkungen am Werk oder (b) die quantenmechanische Beschreibung der experimentellen Vorgänge bedient sich eines Formalismus, dessen Objekte nicht ohne Weiteres als unmittelbare Bestandteile der Realität angesehen werden dürfen.

PS.: Um 1966 hatte ich Quantenphysik gehört, bis mir im Audimax Hannover mein Mantel gestohlen wurde. Seit mir 1982 die Bedeutung des obigen Ergebnisses klar wurde, habe ich darüber nachgedacht, sogar am Biertresen – bis die Rechtschreib„reform“ kam und der Anfang vom Ende Deutschlands...

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Sigmar Salzburg
14.03.2018 12.22
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Zum Tod von Stephen Hawking ...

... hat Michael Odenwald für Focus-Online einen ausführlichen Nachruf verfaßt, natürlich mit leichter erlernbaren Reform-ss unter den Bedingungen der außer-heyseschen Unschärferelation im So_Genannten.

Geboren wurde Hawking am 400. Todestag Galileo Galileis, gestorben ist er nun an Einsteins Geburtstag, außerdem am Pi-Tag, nach amerikanischer Zählung 3/14. Die Kabbalisten sehen darin Zeichen – und ich sehe schlecht aus als am 17.2. Geborener, dem Tag der Verbrennung Giordano Brunos auf dem Campo de‘ Fiori in Rom.

Ruhm hat Hawking dadurch erlangt, daß er seinen wissenschaftlich vorausgesagten Tod um das Zehnfache überlebt hat und dabei im Rollstuhl auch sprachlos noch bedeutende wissenschaftliche und populäre Werke verfaßt hat. Allerdings hat er nie den Nobelpreis erlangt, obwohl seine errechnete Hawking-Strahlung, die durch dissoziierte Teilchen der Quantenfluktuation im Bereich des Schwarzschild-Radius eines Schwarzen Loches entsteht, eigentlich leichter nachzuweisen sein sollte als „Gott“, dessen Existenz er verneinte.

Das war auch das Problem seiner Ehen, wobei die BILD-Zeitung 1993 berichtete, daß er sich von seiner Frau trennt, weil sie an Gott glaubt. Nach anderen Boulevard-Blättern trennte sie sich, weil er nicht an Gott glaubte. Seine erste Frau erinnerte sich, er habe sich „wie Gott“ aufgeführt. Wohl auch deshalb dachte er über das tiefste Problem nach: „Frauen sind ein komplettes Rätsel,“ was ich gut verstehe.

Seine Warnungen vor der Selbstauslöschung der Menschheit sind mehr denn je ernst zu nehmen. Allerdings halte ich seine Empfehlung, Rettungsraumschiffe zu fernen, vielleicht bewohnbaren Welten auf den Weg zu schicken, für völlig irreal.

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Sigmar Salzburg
02.01.2018 19.52
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Zur Jahreswende von 1925 auf 1926 ...

... erschien in den deutschen wissenschaftlichen Zeitschriften die bedeutendste physikalische Theorie des 20. Jahrhunderts in zwei zunächst nicht als gleichbedeutend wahrgenommenen Einkleidungen:

Über die quantentheoretische Umdeutung kinematischer und mechanischer Beziehungen.
Von W. Heisenberg in Göttingen.
(Eingegangen am 29. Juli 1925.)...

Bekanntlich läßt sich gegen die formalen Regeln, die allgemein in der Quantentheorie zur Berechnung beobachtbarer Größen (z. B. der Energie im Wasserstoffatom) benutzt werden, der schwerwiegende Einwand erheben, daß jene Rechenregeln als wesentlichen Bestandteil Beziehungen enthalten zwischen Größen, die scheinbar prinzipiell nicht beobachtet werden können (wie z. B. Ort, Umlaufzeit des Elektrons), daß also jenen Regeln offenbar jedes anschauliche Fundament mangelt, wenn man nicht immer noch an der Hoffnung festhalten will, daß jene bis jetzt unbeobachtbaren Größen später vielleicht experimentell zugänglich gemacht werden können.
Zeitschrift für Physik. Bd. XXXIII.

... Es kann wohl als wichtiger Erfolg der hier kurz dargestellten Theorie angesehen werden, daß sie einerseits durch alleinige Benutzung der beobachtbaren Frequenzen, Amplituden und Phasen eine enge Analogie ermöglicht zur klassischen wellentheoretischen Beschreibung der Strahlungsvorgänge..., daß sie andererseits wegen der Gültigkeit der Erhaltungssätze (Energie- und Impulssatz ...) auch mit der Einsteinschen Lichtquantentheorie nicht im Widerspruch zu stehen scheint; es ist ferner befriedigend, daß die Grundpostulate der Quantentheorie im formalen Schema dieser Theorie einen sinngemäßen mathematischen Ausdruck finden....

Göttingen, den 21. Dez. 1925, Institut für theor. Physik
Genau 70 Jahre später verteidigte ein Politbürokrat vom Baden-Württembergischen Kultusministerium den perfidesten und dümmsten Einfall der Kultusministerkonferenz im 20. Jahrhundert – die ss-Rechtschreib„reform“:
Aktenzeichen: IV/5-6521-D/168
21. Dezember 1995

Sehr geehrter Herr Dräger,
... Die am 28. November 1995 in der Zeitung „Die Welt“ erschienene Stellungnahme der Präsidentin des P.E.N.-Zentrums West wird nach Auffassung des Kultusministeriums dem Neuregelungsvorschlag nicht gerecht. Die Befürchtung, daß nach den neuen Regeln unterrichtete Kinder „später auch nur mit Befremden die Literatur ihres eigenen Landes lesen können“, ist sachlich nicht begründet. So wird etwa die Stellungnahme von Frau Bachér nach der vorgesehenen Neuregelung nur an sechs Stellen durch neue Schreibungen, die in der beigefügten Kopie markiert sind, zwingend verändert („Erlass, muss, dass, umso, dass, dass“). ... Die Befürchtung, daß die veränderten Schreibweisen etwa zu Erschwerungen des Schreibvorganges führen könnten, teilt das Ministerium nicht.

Die Schweiz, die auf den Buchstaben ß bereits seit langem gänzlich verzichtet, hat in den vergangenen Diskussionen keine Veranlassung für eine Rückkehr zur ß-Schreibung gesehen...

Lübke, Regierungsschuldirektor
Ja, gerade die neue häßliche Mischschreibweise führte zu Kulturchaos und Traditionsverlust. Seit der Erfindung des „ß“ hatte die deutschsprachige Wissenschaft einen stetigen Aufstieg genommen, um schließlich mit den Gedanken Erwin Schrödingers die erfolgreichste Version der Quantentheorie zu formulieren – als kleine Weltformel:
Quantisierung als Eigenwertproblem;
E. Schrödinger

(Erste Mitteilung)

§ 1. In dieser Mitteilung möchte ich zunächst an dem einfachsten Fall des (nichtrelativistischen und ungestörten) Wasserstoffatoms zeigen, daß die übliche Quantisierungsvorschrift sich durch eine andere Forderung ersetzen läßt, in der kein Wort von „ganzen Zahlen mehr“ vorkommt. Vielmehr ergibt sich die Ganzzahligkeit auf dieselbe natürlich Art, wie etwa die Ganzzahligkeit der Knotenzahl einer schwingenden Saite. Die neue Auffassung ist verallgemeinerungsfähig und rührt, wie ich glaube, sehr tief an das wahre Wesen der Quantenvorschriften....
Annalen der Physik 27. Januar 1926, S.361
Als Beweis für die Notwendigkeit der „Reform“ gilt dennoch achtzig Jahre später zeitgeistigen Wichtigtuern die gelungene Dressur ihrer Kinder:
Droesser, Zeitforum 27.3.04: „Mein Sohn ist mittlerweile in der siebten Klasse und hat noch nie eine andere Rechtschreibung kennen_gelernt – der würde Ihnen was husten, wenn Sie jetzt plötzlich mit für ihn altertümlichen ßs angerückt kämen.“

Pallas, Spiegelforum 28.6.04: „… arbeiten meine Kiddies z.B. noch mit Physikbüchern aus der Zeit vor der Rechtschreibreform. Und lachen immer über ein ‘daß“.
Nicolai Börners Physica oder Vernünftige Abhandlung Natürlicher Wissenschaften 1742

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Sigmar Salzburg
15.08.2017 12.09
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Schöne neueste Welt

Aus einem Gerichtsurteil 2025: „Der der Fremdenfeindlichkeit überführte Angeklagte wird dazu verurteilt, eine tägliche Dosis von xxx Milligramm Oxytocin als Nasenspray unter Polizeiaufsicht einzunehmen. Im Weigerungsfalle darf die Verabreichung auch zwangsweise durchgeführt werden.“

Oxytocin schwächt Fremdenfeindlichkeit
Der als Kuschel- und Bindungshormon bekannte Botenstoff Oxytocin spielt offenbar auch eine Rolle für unser Verhalten gegenüber Migranten. Ein Experiment zeigt: Wer Flüchtlingen gegenüber ohnehin eher positiv eingestellt ist, spendet unter Einfluss des Hormons sogar noch großzügiger für diese Gruppe von Bedürftigen. Bei Menschen mit einer tendenziell fremdenfeindlichen Haltung bewirkt das Oxytocin allein zwar keine Veränderung – eine Kombination aus Hormon und positiven Vorbildern allerdings schon...

„Aus neurobiologischer Sicht sind die Grundlagen von Fremdenfeindlichkeit und Altruismus noch nicht genau verstanden“, sagt René Hurlemann von der Universität Bonn.

Er und seine Kollegen sind diesem Phänomen deshalb nun genauer nachgegangen. Die Forscher wollten wissen: Kann sich das Bindungshormon Oxytocin womöglich auf die Spendenbereitschaft für Flüchtlinge auswirken? Um das zu überprüfen, befragten sie 183 deutsche Studierende im Alter zwischen 21 und 24 Jahren mithilfe eines Fragebogens zu ihrer persönlichen Einstellung gegenüber Flüchtlingen und ließen sie anschließend eine Spendenaufgabe am Computer absolvieren...

Das erstaunliche Ergebnis: „Durch die kombinierte Darreichung von Hormon und sozialer Norm spendeten auch Personen mit einer an sich negativen Grundeinstellung bis zu 74 Prozent mehr für Flüchtlinge als in der vorangegangenen Runde. Die Spenden für Einheimische nahmen hingegen nicht zu“, berichtet Erstautorin Nina Marsh von der Universität Bonn. Als Folge reichte das Spendenaufkommen der Fremdenskeptiker bis auf nahezu 50 Prozent an das der altruistischen Gruppe heran.

Doch was bedeuten diese Ergebnisse konkret für unseren Alltag? „Skepsis gegenüber Migranten könnte mit sozialen Normen begegnet werden“, meint Hurlemann...

Das Bindungshormon Oxytocin könnte dabei Vertrauen stärken und Ängste abmildern: Bei gemeinsamen Aktivitäten steigt erfahrungsgemäß der Oxytocin-Spiegel im Blut. „Das wäre eine ideale Situation, um die Akzeptanz und Integration von Zugewanderten zu fördern, die auf unsere Hilfe angewiesen sind“, schließt Hurlemann.

Quelle: Nina Marsh (Universität Bonn) et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, doi:10.1073/pnas.170585311

wissenschaft.de 14.08.2017
In anderen Bereichen sind Hormonbehandlungen schon Standard, wohl auch bei kriminell Pädophilen. Bei Homosexuellen gilt das jedoch inzwischen als unethisch. Aber warum nicht Fremdenfeinde medikamentös auf die staatlich erwünschte Norm bringen?

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Sigmar Salzburg
25.05.2017 04.56
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Hirnforschung

Wie Lesen unser Gehirn verändert

Das Lesenlernen ist eine der größten und wichtigsten Herausforderungen für Schulkinder – und erfordert Monate, manchmal Jahre des Übens. Welche überraschend tiefgreifenden Veränderungen dieser Lernprozess in unserem Gehirn bewirkt, haben Forscher jetzt in einer Studie mit indischen Analphabeten herausgefunden. Das Lesenlernen veränderte bei ihnen nicht nur Areale in der Großhirnrinde, sondern auch evolutionär alte Hirnstrukturen wie den Thalamus und den Hirnstamm.

Lesen ist eine unserer wichtigsten Fähigkeiten – und gleichzeitig eine evolutionär sehr junge Kulturtechnik: Von der Erfindung der ersten Schriften bis heute sind gerade einmal wenige tausend Jahre vergangen. Deshalb hat unser Gehirn noch kein eigenes Lesezentrum entwickelt, sondern funktioniert andere Areale für diese geistige Leistung um. Im Zuge des Lesenlernens muss es daher zu funktionellen Umstrukturierung im Gehirn kommen. Forscher gehen unter anderem davon aus, dass dabei Hirnareale, die eigentlich für die Erkennung komplexer Objekte wie Gesichtern konzipiert waren, nun dafür genutzt werden, Buchstaben zu erkennen und in Sprache zu übertragen. Dadurch entwickeln sich einige Regionen unseres visuellen Systems zu Schnittstellen zwischen unserem Seh- und Sprachsystem. „Bisher ging man davon aus, dass sich diese Veränderungen lediglich auf die äußere Großhirnrinde beschränken“, berichtet Studienleiter Falk Huettig vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen. Doch ob sich die Umstrukturierungen beim Lesenlernen tatsächlich nur auf diesen evolutionär sehr neuen Teil des Gehirns beschränken, blieb bloße Spekulation.

Blick ins lernende Gehirn

Um mehr Einblick in die neuronalen Grundlagen des Lesenlernens zu erhalten, führten Huettig, sein Kollege Michael Skeide vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und weitere Forscher eine Studie mit indischen Analphabetinnen durch...

Sechs Monate lang erhielten die Teilnehmerinnen regelmäßig Unterricht im Lesen und Schreiben...

Um herauszufinden, was sich durch das Lesenlernen im Gehirn der Probandinnen veränderte, untersuchten die Forscher ihre Hirnaktivität im Laufe der Studienzeit mehrfach mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie (fMRT). Dabei wurden die Teilnehmerinnen sowohl in Ruhe als auch beim Lesen im Hirnscanner beobachtet.

Änderungen selbst am Hirnstamm

Dabei zeigte sich Erstaunliches: Das Lesenlernen verändert keineswegs nur Areale und Funktion der Großhirnrinde wie bisher angenommen. Stattdessen werden durch diesen Lernprozess Umstrukturierungen in Gang gesetzt, die bis in den Thalamus und den Hirnstamm hineinreichen – und damit in evolutionär sehr alte Hirnteile. Wie die Forscher beobachteten, passen bestimmte Areale im Hirnstamm und im Thalamus ihre Aktivitätsmuster im Laufe der Zeit enger an die Feuerrate der Sehzentren in der Großhirnrinde an. Sie übernehmen damit offenbar Assistenzaufgaben beim Entziffern der Schrift. „Die Thalamus- und Hirnstammkerne helfen unserer Sehrinde dabei, wichtige Informationen aus der Flut von visuellen Reizen herauszufiltern noch bevor wir überhaupt bewusst etwas wahrnehmen“, erklärt Skeide. Er vermutet, dass die Areale am Hirnstamm zudem die Augenbewegungen koordinieren helfen, mit denen wir die Buchstaben fixieren. „Auf diese Weise können geübte Leser vermutlich effizienter durch Texte navigieren“, so Skeide.

Die neuen Erkenntnisse demonstrieren zweierlei: Zum einen ist unser Gehirn auch im Erwachsenenalter noch zu massiven funktionellen Umstrukturierungen fähig. Analphabeten können demnach noch genauso gut lesen lernen wie Kinder. Zum anderen aber führt eine so anspruchsvolle Kulturtechnik wie das Lesen zu weitaus tiefgreifenderen Veränderungen in unserem Gehirn, als man es bisher für möglich gehalten hätte. Selbst Hirnteile, die wir mit den Reptilien teilen, sind an diesem Umbau beteiligt...

Vollständig in wissenschaft.de 24.05.2017

Die Forschung läßt ahnen, welch ein Größenwahn unsere Politiker getrieben hat, auf Zuruf einer kleinen Reformersekte Änderungen an unserer bewährten Rechtschreibung vorzunehmen, und damit einen Umbau von 80 Millionen Gehirnen bis in den Thalamus und Hirnstamm (Reptiliengehirn) hinein zu erzwingen.

Die gelungene Überwältigung ermutigte die Kleinhirne unserer Politiker leider auch, nun einen Massenimport unbekannt präparierter Gehirne zuzulassen, ohne daß die schon länger hier befindlichen, reformierten Althirne allzuviel Widerstand leisten konnten.



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Sigmar Salzburg
25.03.2017 19.25
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Quark und As(s)

Rüdiger Vaas, der Chefredakteur von „Bild der Wissenschaft“, hat vor drei Jahren eine Zusammenfassung des Standes der Elementarteilchenphysik verfaßt, in der er seine Sicht der literarischen Bedeutung des Wortes „Quark“ und der nicht durchgedrungenen Bezeichnung „As(s)“ beschrieben hat:

1963 und 1964 arbeitete Gell-Mann an einer physikalischen Interpretation seiner SU(3)-Symmetriegruppe. Er entdeckte, dass sich alles logisch fügte und erklären ließ, wenn man diverse Teilchen des Zoos als zusammengesetzt betrachtet – aufgebaut aus elementareren Entitäten. Gell-Mann nannte sie Quarks (was er „ kworks“ aussprach).

Der Physiker hatte sich dabei von James Joyce inspirieren lassen. In dessen Roman „Finnegans Wake“ von 1939 heißt es: „Three quarks for Muster Mark! / Sure he hasn't got much of a bark / And sure any he has it's all beside the mark.“ Was etwa bedeutet: Drei Dreikäsehochs („quarks“) sind so viel wert wie ein richtiger Mann. Die drei Kinder von Mr. Mark – der eigentlich Mr. Finn ist – treten manchmal für diesen auf. Eine seltsame Story, die gut zur seltsamen Elementarteilchenphysik passt, wo ein Proton sich wie Mr. Mark als drei interagierende Quarks darstellt. Kurzum: In der Physik „menschelt“ es. Und wer sie schwierig findet, der kann sich damit trösten, dass er es mit „Finnegans Wake“ nicht leichter hat.

Übrigens war Joyce angeblich auch die deutsche Bedeutung von „ Quark“ bekannt – er hatte das Wort wohl in Freiburg bei Marktfrauen gehört, die Quark verkauften. Gell-Mann gefiel außerdem, dass „Quarks“ auf der Seite 383 seiner „Finnegans Wake“ -Ausgabe stand – die Drei und die Acht spielten in seinem Modell ja eine wichtige Rolle...

Unabhängig von Gell-Mann kam George Zweig am CERN ebenfalls zum Ergebnis, dass Hadronen aus kleineren Konstituenten zusammengesetzt sind. Er nannte die Objekte „Aces“ – nach den vier Assen bei Spielkarten –, weil er vier verschiedene Arten dieser Partikel vermutete.

wissenschaft.de 15.4.2014 ... (aber Murray Gell-Mann selbst.)

Fast wäre ich Gell-Mann zuvorgekommen. Bei einem Militärmanöver in der Heide, Sommer 1959, war unser Trupp vergessen worden und lag in der Sonne. Dabei vertrieb ich mir die Zeit mit physikalischen Rechnungen und verfiel darauf, statt mit Plus(s) und Minus mit drei Kräften zu arbeiten, bis ein Marschbefehl dem ein Ende setzte. – Erst 50 Jahre später konnte ich mit neuem Ansatz eine as(s)-holistische Theorie des Quarks vol-lenden.

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Sigmar Salzburg
27.05.2016 07.30
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Quantenexperiment:

Physiker klonen Schrödingers Katze
Physiker der Yale University in New Haven (USA) haben jetzt eine Schrödinger-Katze geklont. Wobei man sagen muss, dass die Katze nicht aus Fleisch und Blut, sondern in Wahrheit aus Photonen bestand...

Das Experiment der Yale-Forscher geht noch einen Schritt weiter, weil es zwei räumlich voneinander getrennte Schrödingersche Systeme miteinander verknüpft. Bei dieser sogenannten Verschränkung sind die Quantenzustände zweier Teilchen auch in großem Abstand voneinander identisch, so als stünden sie permanent in Verbindung. Man spricht auch von der Teleportation oder dem Beamen eines Teilchens, weil es eine perfekte Kopie davon an einem anderen Ort gibt. Albert Einstein verspottete das zu seiner Zeit nur in der Theorie existierende Phänomen einst als „spukhafte Fernwirkung“.

spiegel.de 27.5.2016

Die regelrechte „augstsche“ oder „Augst’sche“ Reform-Grinsekatze wird in wissenschaftliche Texte nur ungern teleportiert, so daß wir Schrödingersche Systeme, Wellengleichungen u.ä. in Großschreibung fünfmal häufiger finden als „Schrödinger’sche“. Die „schrödingersche Katze“ gibt es bei Google nur zweimal. Ihre Fratze grinst uns also – wie in Alice’s Wonderland ohne Katze – im wesentlichen nur aus dem „Regelwerk“ der spukhaften „Reform“ entgegen.

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Sigmar Salzburg
13.04.2016 08.32
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Mathematikern ins Gehirn geblickt

Spezielles Mathe-Netzwerk aus verknüpften Hirnarealen existiert nur bei Mathe-Profis

Mathe-Profis sind anders: Wenn Mathematiker über mathematische Aussagen nachdenken, springt in ihrem Gehirn ein ganz spezielles Netzwerk an. Dieses Aktivitätsmuster ist für sie einzigartig und reagiert nur auf Mathematik, wie Hirnscans belegen...

Das... Spannende ... waren die am Mathe-Netzwerk beteiligten Areale: Sie unterschieden sich deutlich von den Hirnregionen, die bei der Sprachverarbeitung aktiv sind, wie die Forscher berichten. Stattdessen umfasste dieses Mathe-Netzwerk die beiden Areale, die für die Erkennung von Zahlen und unseren Zahlensinn zuständig sind – obwohl in keiner der mathematischen Aussagen konkrete Zahlen vorkamen.

„Dies bestätigt, dass fortgeschrittene Mathematik und unser grundlegender Zahlensinn eine gemeinsame Wurzel besitzen“, konstatieren Amalric und Dehaene. „Die Hypothese, dass die Sprachsyntax eine Rolle für die algebraischen Fähigkeiten von Erwachsenen spielt, passt dagegen nicht zu den Ergebnissen.“
(Proceedings of the National Academy of Sciences, 2016; doi: 10.1073/pnas.1603205113)

scinexx.de 12.4.2016

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Sigmar Salzburg
09.04.2014 12.46
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Rückschlag für die Neuro-Geschäftemacher

Störfunk im Tiefschlaf

Lernen im Schlaf wird gerne als bequeme Methode beworben, unser Gedächtnis zu stärken oder beispielsweise eine Fremdsprache zu lernen. Doch das funktioniert nicht – und könnte sogar schaden, legt eine Studie an Ratten nahe: Erhält das Gehirn im Tiefschlaf neue Informationen von außen, dann stört dies seine Arbeit. [...]

Bezogen auf uns Menschen könnten diese Ergebnisse zweierlei bedeuten: Zum einen belegen sie, dass es wohl eher nicht sinnvoll ist, unser Gehirn mit einschlägig vermarkteten „Lernen im Schlaf“-Programmen zu bombardieren. Denn die neuen Informationen schaden eher als dass sie nützen. Zum anderen aber wirft sie ein neues Licht sowohl auf das Problem der verfälschten Erinnerungen als auch auf Möglichkeiten, Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu helfen. ...

wissenschaft.de 9.4.2014

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Sigmar Salzburg
18.01.2014 10.49
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Neuro-Forschung

Sprechen ohne Arbeitsteilung

Bisher steht es so in allen Lehrbüchern: Unser Gehirn verarbeitet Sprache asymmetrisch, eine Gehirnhälfte ist dabei aktiver als die andere. Bei den meisten Menschen liegen die wichtigen Sprachzentren dabei links. Jetzt aber wirft ein Experiment von US-Forscher diese gängige Ansicht über den Haufen. Denn es belegt, dass unser Sprechen die konzertierte Arbeit beider Gehirnhälften erfordert – und das in ziemlich gleichem Maße...

Gregory Cogan von der New York University und seine Kollegen haben nun bei normal Sprachfähigen direkt nachverfolgt, welche Hirnareale beim Hören und Sprechen aktiv sind. Möglich wurde dies durch 16 Patienten, denen wegen ihrer Epilepsie Elektroden auf die Hirnoberfläche der linken, rechten oder beider Hirnhälften eingepflanzt worden waren...

Das Ergebnis war überraschend: „Im Gegensatz zu einem der Kerndogmen von Gehirn und Sprache fand die Aktivität beim Übergang von der sensorischen Sprachverarbeitung zum motorischen Sprechen bilateral statt“, berichten Cogan und seine Kollegen. Die von den Elektroden aufgezeichnete Reaktion war in beiden Gehirnhälften nahezu gleich stark...

„Unsere Daten sprechen dafür, dass das sensorisch-motorische Sprachsystem bilateral ist“, konstatieren die Forscher. Entgegen der gängigen Lehrmeinung umfasst es beide Gehirnhälften. Die Arbeitsteilung unseres Denkorgans greift offenbar erst dann, wenn Sprachkenntnisse abgerufen werden müssen oder wir bewusst über die Inhalte unserer Unterhaltung nachdenken.

wissenschaft.de 15.1.2014

Wieder zeigt sich, wie weit wir noch vom Verständnis der Vorgänge im Gehirn entfernt sind. Und ich fühle mich bestätigt in der Ansicht, daß quasi-holographisch alle Bereiche beteiligt sind.

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Sigmar Salzburg
20.11.2013 10.13
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Die Vermehrung der „Wissenschaften“ und „Wissenschaftlichkeit“ an den Hochschulen

Wie stets trifft der Kommentar von R. M. in Sprachforschung.org den Nagel auf den Kopf:

„Die Wissenschaftlichkeit der Politologie (wenn hier schon davon die Rede sein muß) erschöpft sich weitgehend darin, daß man sie erfolgreich an staatlichen Universitäten etabliert hat (was nicht selbstverständlich war, schließlich war die Deutsche Hochschule für Politik eine private Gründung, bevor sie von der FU Berlin geschluckt wurde). Ansonsten ist es ein Fach, wo man irgendeiner Meinung ist und sich untereinander mehr oder minder redlich zitiert.“

Ähnliches erleben wir bei den alten „Wissenschaften“ im Zuge der Reconquista im Osten. Dabei durfte die fortschrittlich-fromme Schreibreformerin Annette Schavan natürlich nicht fehlen:

Katholisch-Theologische Fakultät feiert „Zehn Jahre Integration in die Universität Erfurt“
Erfurt. Zahlreiche Gäste – darunter Thüringens Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Bernhard Vogel und Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan – erwartet die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt¹ am kommenden Donnerstag, 15. November, zu ihrem Patronatsfest „Albertus Magnus“, in dessen Rahmen in diesem Jahr auch das Jubiläum „10 Jahre Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Erfurt“ gefeiert werden soll... Den Abschluss der Reihe bildet am Donnerstag, 29. November, die Präsidentin der Humboldt-Viadrina-School of Governance Berlin, Prof. Dr. Gesine Schwan. Sie spricht über „Die Rolle der Religion für die Wissenschaft“.
jenapolis.de 11/2012

Es ist strategisch verständlich, daß Frau Schavan die Berechtigung solcher unzeitgemäßen Integration durch die Etablierung nichtchristlicher Fakultäten für Islamstudien an den Hochschulen weitflächig abzusichern suchte. Und da dürfen nun andere auch keinesfalls zurückstehen:

Neues Studienfach: Deutsche Uni bietet erstmals jüdische Theologie an
Für manche Juden ist es eine Zeitenwende: Erstmals wird jüdische Theologie als Studienfach an einer deutschen Universität gelehrt. Die School of Jewish Theology der Uni Potsdam bildet nicht nur Rabbiner aus, sondern steht auch nichtjüdischen Studenten offen... Für das neue Institut musste der brandenburgische Landtag eigens das Hochschulgesetz ändern, damit bekenntnisgebundene Berufungen der Professoren möglich wurden.[!]
spiegel.de 19.11.2013

Neuerer Glaube darf aber auch nicht zu kurz kommen: An der Viadrina-Uni Frankfurt/Oder und anderen scheint die Esoterik inzwischen fest etabliert zu sein.

Den Vogel schießt jedoch der neueste Aberglaube ab: Für die rein ideologisch motivierte Gender-„Wissenschaft“ wurden in der Bundesrepublik inzwischen an die 250 Lehrstühle eingerichtet. Dergleichen hätten die Vertreter der ähnlich pseudowissenschaftlichen „Rassenforschung“ im Dritten Reich für ihr Fach nicht zu erträumen gewagt.


¹) Zur Erfurter wissenschaftlichen Zukunftsplanung siehe fgw 19.11.13.

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Sigmar Salzburg
15.06.2013 03.58
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Der Reformhumbug belebt seine Erforschung

Neues Forschungsvorhaben untersucht den Schreibgebrauch im Deutschen

Gerhild Sieber
Pressestelle der Universität des Saarlandes

Universität des Saarlandes
Die Untersuchung von Rechtschreibgewohnheiten und von aktuellen Entwicklungen in Wortschatz und Schreibkultur in der deutschen Sprache ist Gegenstand eines neuen Forschungsvorhabens, an dem die Universität des Saarlandes beteiligt ist. Bis Februar 2016 fließen dafür rund 320.000 Euro an den Lehrstuhl für Computerlinguistik von Prof. Manfred Pinkal. Seine Arbeitsgruppe will neue sprachtechnologische Methoden für die Analyse von Texten entwickeln. Das Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird, ist am 1. März dieses Jahres gestartet.

Wie entwickelt sich die Schreibung im Deutschen, inwiefern werden Rechtschreibregelungen akzeptiert, und welche Rechtschreibfehler werden am häufigsten gemacht? Das sind einige der Fragen, die ein neues Verbundprojekt beantworten will, an dem auch die Universität des Saarlandes beteiligt ist. Die Gesamtkoordination liegt beim Institut für Deutsche Sprache (IDS); weitere Projektpartner sind die Redaktionen von Duden und Wahrig sowie der Rat für deutsche Rechtschreibung (RdR) mit seinem Vorsitzenden Hans Zehetmair.

Nach der Rechtschreibreform sind eine Reihe von Regelungen sofort [?] in den Sprachgebrauch¹ integriert worden [?], beispielsweise Doppel-s nach kurzem Vokal wie in „Kuss“. Andere Regeln wurden nur zögerlich angenommen, darunter die Angleichung von Buchstaben an die Sprachlaute wie in „Gämse“. In bestimmten Fällen hat die Reform auch zur Verunsicherung geführt, etwa bei der Neuregelung der Getrennt- und Zusammenschreibung. Welche Regeln angenommen werden und wie die Sprache genau benutzt wird, wollen die Partner im neuen Verbundprojekt untersuchen. Dazu werden riesige Textarchive, so genannte Textkorpora, ausgewertet, die Duden, Wahrig und IDS fortwährend aufbauen. In ihnen sind die Texte aus Zeitungen und Zeitschriften gespeichert, und täglich kommen etwa eine Million neue Wörter hinzu.

Manfred Pinkal, Professor für Computerlinguistik an der Saar-Universität, fällt die Aufgabe zu, computerlinguistische Werkzeuge für die Auswertung dieser Textarchive zu entwickeln, die auf die kontinuierliche Schreibbeobachtung zugeschnitten sind. Beispielsweise kommt das Wort „recht“ beziehungsweise „Recht“ häufig vor und wird in einigen Fällen groß und in anderen klein geschrieben. Interessant für die Entwicklung der Schreibung sind aber nicht die Verwendungen, in denen es als normales Substantiv auftritt („das ist mein gutes Recht“) oder als Adverb gebraucht wird („das ist recht interessant“), sondern Formulierungen wie „da hat er recht/Recht“, bei denen die reformierte Rechtschreibung beide Varianten zulässt ². Hierzu entwickeln Pinkal und sein Team Verfahren, die bei der Textanalyse automatisch die Wortart bestimmen, variierte Wortformen auf ihre Grundform zurückführen und für die Unterscheidung von Wortbedeutungen Informationen aus dem Kontext nutzen. „Wir wollen geeignete Instrumentarien schaffen, um den Schreibgebrauch im deutschsprachigen Raum systematisch in seiner gesamten gesellschaftlichen Varianz verfolgen zu können“, erläutert Pinkal.

Neben den Texten sogenannter professioneller Schreiber soll aber auch der Schreibgebrauch von Schülern und von Internet-Nutzern beobachtet werden. „Beim Internet sind wir ganz nah am aktuellen Sprachgebrauch – es ist ein regelrechtes Labor für die Weiterentwicklung der Rechtschreibung“, freut sich Professor Pinkal. Seine Arbeitsgruppe will Grammatik und Wortarten aller Textsorten im Netz, von E-Mails über Twitter bis zu Diskussionsforen, unter die Lupe nehmen. Die Herausforderung für die Saarbrücker Wissenschaftler besteht darin, die vorhandenen Werkzeuge, die für korrekte standardsprachliche Texte entwickelt wurden, an die neuen Nicht-Standard-Texte anzupassen.

Die neuen Methoden wollen die Verlagspartner zur Schreibbeobachtung einsetzen. Deren Ergebnisse gehen an den Rat für deutsche Rechtschreibung³, der die Entwicklung der Rechtschreibung in Deutschland, der Schweiz und Österreich verfolgt und Vorschläge für die weitere Anpassung der deutschen Orthografie macht.
idw-online.de 13.6.2013

¹) Die Uni-Veröffentlichung verwechselt Sprach- und Schreibgebrauch. Die traditionszerstörerische ss-Regel ist nicht in den Sprachgebrauch integriert worden, sondern in die Korrektur- und Dressurprogramme der elektronischen Rechtschreibprüfung. Es wird also nur die Funktionsfähigkeit der Schreibautomaten untersucht. Das durch Schülergeiselnahme und Presseerpressung erzeugte Einschüchterungsprogramm tut ein Übriges zur Erosion des Widerstandes gegen die nichtsnutzige „Reform“.

²) Die „Reform“ hat Probleme exhumiert, die vor 140 Jahren bereits beerdigt waren.

³) Die eitlen, aber wirkungslosen Bußschauspiele des Vorsitzenden Zehetmair erinnern immer wieder an die dümmste Kuturpolitikerzusammenrottung, die die Bundesrepublik je heimgesucht hat – wohingegen die übrigen Bandenmitglieder in aller Stille versuchen, vergessen zu werden. Vom Rechtschreibrat ist kein Heil mehr zu erwarten.

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Sigmar Salzburg
26.05.2013 20.56
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Hirnforschung

Kluge Hirne filtern besser

Ein simpler Wahrnehmungstest erweist sich als zuverlässiger Anzeiger für die Intelligenz...


Das Gehirn von Menschen mit einem höheren IQ unterdrückt Unwichtiges konsequenter – und schafft damit Ressourcen, um das Wesentliche entsprechend schneller zu erfassen...

„Offensichtlich ist die visuelle Wahrnehmung bei Menschen mit einem hohen IQ nicht einfach besser“, sagt Studienleiter Duje Tadin von der University of Rochester. Stattdessen filtere sie offenbar konsequenter zwischen potenziell unwichtigen Hintergrund-Ereignissen und dem Wesentlichen, das sich in kleinen Ausschnitten des Gesichtsfelds oder im Vordergrund abspielt. Im Prinzip sei das durchaus einleuchtend: „Unser Gehirn wird von so vielen Informationen überschüttet, dass seine Leistung entscheidend davon abhängt, diese effektiv zu filtern“, erklären die Forscher. Intelligenz drücke sich daher nicht nur in einer schnellen Wahrnehmung aus, sondern auch in der Fähigkeit, Unwichtiges in einem sehr frühen Stadium der Verarbeitung zu unterdrücken. ..
wissenschaft.de 24.5.2013

Genau das ist ein Prinzip der bewährten herkömmlichen Rechtschreibung: Unwichtiges schon, bevor es entziffert ist, unterzuordnen und sozusagen denk- und mundgerecht anzubieten. Die Volksverdummungsreform mit ihrer Großschreibemanie überflutet die Leser dagegen mit hervorgehobenen Nichtigkeiten – für Schlichtdenker wenig hilfreich, für Besserdenker komfortabel wie Kopfsteinpflaster:

„Seit Langem des Langen und des Breiten diskutiert, des Öfteren von Manchen kritisiert, darauf ein Bisschen angepasst, aber im Großen und Ganzen wenig verändert, trat die Rechtschreibreform 2006 aufs Neue in Kraft, sodass Einem die Schüler Leid tun konnten.“

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Sigmar Salzburg
16.01.2013 10.09
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Kommt jetzt die Rotstift-Reform?

Mit welcher Farbe ein Lehrer korrigiert, kann sein Ansehen bei den Schülern beeinflussen

Wer als Lehrer einen guten Draht zu seinen Schülern oder Studenten bekommen möchte, sollte seine Korrekturgewohnheiten überdenken – und statt des üblichen roten vielleicht lieber einen blauen Stift zum Korrigieren ihrer Arbeiten benutzen. Das legt jetzt zumindest eine Studie eines US-Soziologenduos nahe…

Sie räumen allerdings selbst ein, dass der Effekt nicht gerade überwältigend stark ist. Unter bestimmten Bedingungen könne er jedoch durchaus auch in der realen Welt einen Unterschied machen – zumal bereits früher gezeigt werden konnte, dass rote Stifte auch die Lehrer selbst beeinflussen und sie dazu animieren, mehr Fehler anzustreichen...

wissenschaft.de 15.1.2013

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Sigmar Salzburg
14.11.2012 08.47
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Aus der Wissenschaft

Die Menschen werden dümmer

„Ich würde wetten, dass ein durchschnittlicher Bürger aus dem Athen vor 3000 Jahren, der plötzlich in unserer Zeit auftauchen würde, einer der hellsten und intellektuellsten Köpfe wäre. Mit einem guten Gedächtnis, einer großen Palette von Ideen und einem klaren Blick für das Wesentliche.“ Mit diesem Szenario beginnt der US-amerikanische Entwicklungsbiologe Gerald Crabtree einen zweiteiligen Fachartikel im Magazin „Trends in Genetics“…
spiegel.de 13.11.2012

Bei Wissenschaft.de wird die Begründung genauer dargestellt:

Die Schlussfolgerungen des Wissenschaftlers beruhen auf Auswertungen aktueller Studien, die sich mit den genetischen Grundlagen der menschlichen Intelligenz befasst haben. Crabtree zufolge gehen daraus zwei wichtige Informationen hervor: Der einzigartige Verstand des Menschen basiert auf vielen unterschiedlichen Erbanlagen, die stark zu genetischen Mutationen neigen. Und: Schon einzelne Gen-Veränderungen können die Intelligenzleistungen des Menschen deutlich schwächen…

Ein Steinzeitmensch mit einer negativen Mutation in einem Intelligenz-Gen hatte deutlich geringere Chancen im Überlebenskampf und gab deshalb diese genetische Eigenschaft auch nicht an seine Nachkommen weiter. Mit der Entwicklung der Zivilisation habe sich das aber geändert, sagt Crabtree. Seit der Ackerbau Nahrung im Überschuss produzierte, war hohe Intelligenz demnach nicht mehr die Voraussetzung für viele Nachkommen – die natürliche Auslese blieb aus…

Die menschliche Intelligenz hatte ihren Gipfel möglicherweise vor etwa 6.000 bis 2.000 Jahren erreicht – von da an ging`s bergab …

wissenschaft.de 13.11.2012

Schon der Zeitraum der letzten hundert Jahre reicht aus, um diesen intellektuellen Abstieg zu erkennen: In drei Tagen einigte sich 1902 die Orthographische Konferenz auf die seither bewährte einheitliche Rechtschreibung. 2006 blieb nach fast zwanzigjähriger „Reform“-Arbeit, orthographischen Konferenzen, Absichtserklärungen, wechselnden Massenkonferenzen von Kultusministern und Ministerpräsidenten neben Pipifax, Groß und Klein nur die Scheiß-Stussschreibung übrig, die die Schreibeinheit zerstörte, die Fehlerquote erhöhte und Milliardenschäden verursachte.

Selbst im „Spiegel“ ist man unsicher:


Der hohe Selektionsdruck auf jeden einzelnen und damit auf dessen Gene verschwand seinem Gedankenspiel zufolge mit der Etablierung der Landwirtschaft, als die Menschen sich in größeren Gemeinschaften zusammenschlossen und gegenseitig stärker unterstützten…
spiegel.de 13.11.2012

Reformgemäß wäre „jeden Einzelnen“.

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