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Aus der Wissenschaft
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Sigmar Salzburg
10.03.2019 07.03
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Eine feministische Fehlleistung zum Tag der Frau

Eine publiziersüchtige und babyfeindliche Lehrerin empfiehlt anhand einer ominösen Studie über die westlichen Industrienationen den Verzicht auf ein Kind. Damit könne man jährlich 58,6 Tonnen klimaschädliches CO2 (pro Kind) einsparen.

„Kinderfrei statt kinderlos“
Lehrerin schreibt Manifest gegen das Kinderkriegen

Kinder seien schlecht für die Umwelt: Die Lehrerin Verena Brunschweiger hält nichts vom Kinderkriegen – und tritt damit eine hitzige Debatte los. ...


Verena Brunschweiger beruft sich in ihrem Buch „Kinderfrei statt kinderlos – ein Manifest“ auf eine Studie zum CO2-Ausstoß. Demnach könne man jährlich 58,6 Tonnen CO2 einsparen, „wenn wir nur ein Kind weniger in die Welt setzen“, sagte sie im „Focus“-Interview.
In Deutschland beträgt die Reproduktions- bzw. Fertilitätsrate nur 1,4 Kinder pro Frau. Es wäre aber für die Volkserhaltung eine Fertilität von 2,1 Kindern pro Frau nötig. Das heißt, die Zahl der Deutschen schrumpft in einer Generation auf zwei Drittel, in zwei Generationen auf 44 Prozent.

Die Dame befürwortet aber den Verzicht auf ein weiteres Kind. Die Fertilitätsrate wäre dann 0,4 Kinder pro Frau. In einer Generation würden dann nur noch 20 Prozent Deutsche existieren, in zwei Generationen nur noch 4 Prozent – ein wahres Ausrottungsprogramm für die Deutschen.

Darauf wartet schon halb Afrika mit fast 7 Kindern pro Frau und einer Verfünffachung der Bevölkerung in 50 Jahren. Deswegen unterstützen unsere weitblickenden staatstragenden Parteien auch das laufende Bevölkerungsersatzprogramm – nichts wäre für sie ja schlimmer als „ihr“ Staat ohne Untertanen.
Aber auch philosophische Gründe seien entscheidend. In der SWR-Sendung „Nachtcafé" sagte Brunschweiger Mitte Februar, sie vertrete die Sichtweise: „Wenn wir jemanden zur Welt bringen, dann fügen wir ihm immer Leid zu. Insofern ist es das Beste für mein Kind, wenn ich es nicht bekomme.“

spiegel.de 8.3.2019
Die Küchenphilosophie der Frau Brunschweiger übersieht, daß die Evolution jedem fühlenden Wesen seit 550 Millionen Jahren mehr Leid zugefügt hat, als ein deutsches Kind unter normalen Umständen in seinem späteren Leben je erfahren wird. – Nebenbei kann man nachweisen, daß die Verminderung des Verbrauchs an Rind- und Schweinefleisch um die Hälfte – und damit auch vom CO2 und Methan seiner tierischen Erzeuger – den „Schaden“ mehr als ausgleichen könnte, den deutsche Babys bei uns angeblich verursachen.

Nachtrag 13.3.2019: „Spektrum“ brachte eine Kritik der ominösen Studie.

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Sigmar Salzburg
27.02.2019 14.00
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Die Allgegenwart von „Musik“

Wie sich Musik auf die Konzentration auswirkt

Sollte man bei geistiger Arbeit Musik hören – oder lenkt das ab? Ein Experiment von Psychologen kommt zu keiner eindeutigen Antwort: Es kommt auf die Tätigkeit an. Und auf die Persönlichkeit...


[Die Psychologen] Gonzalez und Aiello baten 142 Studentinnen und Studenten ins Labor und führten zunächst den „boredom proneness scale test“ durch. Mit diesem Test lässt sich bestimmen, wie viele neue Reize ein Mensch benötigt, um nicht in Langeweile zu verfallen. Davon ausgehend teilten die Psychologen ihr Probanden in zwei Gruppen, Gelangweilte (G) und Nichtgelangweilte (N).

Dann folgte das eigentliche Experiment, eine simple Aufgabe (den Buchstaben A in Texten markieren) und eine etwas schwierigere (erlernte Wortpaare vervollständigen). Beides mit und ohne Musikbegleitung, und wenn mit einer solchen, dann auch in verschiedenen Lautstärken und Komplexitätsgraden. Fazit: Die Leute aus der G-Gruppe schnitten bei den Tests grundsätzlich besser ab, aber die [ausgewählte Trivial-]Musik wirkte sich auf ihre Leistung eher hemmend aus. Bei der N-Gruppe war sie hingegen oft förderlich...

science.orf.at 26.2.2019

Die Interpretation der Versuchsergebnisse ist, wie in den psychologisch-neurologischen Weichwissenschaften zu erwarten, doch recht fragwürdig. Unser 1,3-kg-Neurocomputer verarbeitet die Außenreize und ihre Anforderungen in ganz unübersichtlicher Weise mit vielen Überschneidungen der Arbeitsbereiche. Manche schließen die gleichzeitige Nutzung aus, andere sind weitgehend unabhängig.

Behindern könnten sich Musik und Sprachverarbeitung oder Musik und Mathematik. Allerdings weiß ich von Mitstudenten, die sich zum Lösen mathematischer Probleme über Kopfhörer mit Rockmusik bedröhnen ließen. Ein mir bekannter Statiker dagegen verbot in seinem Büro jegliche Musik, weil er eine starke Zunahme der Fehler festgestellt hatte. Ich selbst konnte routinemäßige Zeichenarbeit mit leichter klassischer Musik angenehm verbinden, wurde jedoch von polyphonen oder tonal anspruchsvolleren Klängen abgelenkt. Trivialmusik habe ich nie ausprobiert.

Heutzutage können die meisten Menschen anscheinend nicht ohne akustische Hintergrundkulisse auskommen. Selbst Videos über Tiefseewesen oder Galaxienbewegungen im All müssen mit ektronischen Klängen unterlegt werden – eine unerschöpfliche Einnahmequelle für Bastler synthetischer Musik. Das geht soweit, daß man bei einigen Medien sogar meinte, die Videos der Überwachungskameras vom Überfall dreier Linksextremisten auf den AfD-Abgeordneten Frank Magnitz in einer Unterführung mit elektronischen Tropfsteinhöhlenklängen untermalen zu müssen.

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Sigmar Salzburg
13.02.2019 08.25
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Begabungen

Dem absoluten Gehör auf der Spur

Mozart hatte es, Beethoven und auch Johann Sebastian Bach – das absolute Gehör. Diese Fähigkeit ermöglicht es manchen Menschen, die Höhe eines gehörten Tones präzise zu identifizieren. Doch woher kommt diese Fähigkeit? Eine erste Antwort haben Forscher nun bei einem Blick in Musikergehirne gefunden. Denn deren Hirnaktivität enthüllte, dass nur bei Menschen mit absolutem Gehör ein signifikant größerer Teil des primären Hörzentrums für die Frequenzwahrnehmung zuständig ist. Das könnte darauf hindeuten, dass diese Fähigkeit zumindest zum Teil angeboren ist...

Blick ins Hörzentrum


Was aber verleiht manchen Menschen diese seltene Fähigkeit? „Das absolute Gehör ist mit einer Reihe von morphologischen Veränderungen im Gehirn verknüpft“, erklären Larissa McKetton und ihre Kollegen von der York University in Toronto. „Aber welche grundlegenden neuronalen Mechanismen dahinterstecken, war bisher nicht klar.“ Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, führten die Forscher ein Experiment mit 61 Freiwilligen durch. Ein Drittel waren Musiker mit dem absolutem Gehör, 20 waren Musiker mit nur relativem Gehör und 20 weitere Probanden waren Laien ohne musikalisches Training. Alle Teilnehmer unterzogen sich einem Hirnscan mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT). Während die Probanden in der „Röhre“ lagen, wurde ihnen eine Reihe von auf- oder absteigenden Tonfolgen vorgespielt. Anhand der Hirnscans konnten die Forscher mitverfolgen, welche Gehirnareale auf die verschiedenen Frequenzen der Töne ansprachen.

Es zeigte sich: Bei den Musikern mit nur relativem Gehör und den musikalischen Laien fiel die Reaktion des Gehirns sehr ähnlich aus: Bei beiden Probandengruppen leuchteten jeweils ähnliche Teile des primären Hörzentrums, sowie zwei angrenzender Areale der auditorischen Großhirnrinde auf. Anders bei den Musikern mit dem absoluten Gehör: Bei ihnen reagierte ein deutlich größerer Hirnbereich auf die Tonfolgen. „Anatomisch gesehen waren sowohl die primäre Hörrinde als auch der rostrale Bereich des auditiven Cortex bei den Musikern mit absolutem Gehör signifikant größer“, berichten McKetton und ihre Kollegen.

Größere Areale für die Frequenzverarbeitung

Nähere Analysen enthüllten auch, welche Funktion die vergrößerten Areale hatten: Wie Saiten, die bei bestimmten Tönen mitschwingen, reagierten Neuronen in diesen Bereichen auf bestimmte Frequenzen. Bei den Musikern mit absolutem Gehör waren diese internen Sensoren über einen besonders breiten Frequenzbereich verteilt und eng miteinander verknüpft, wie die Forscher herausfanden. Ihrer Ansicht nach könnte dies bedeuten, dass bei Menschen mit absolutem Gehör die für die Frequenzverarbeitung zuständige Neuronen enger zusammenarbeiten. Das wiederum könnte es erleichtern, die Frequenz einzelner Töne zu bestimmen. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass das absolute Gehör auf neuroanatomischen und funktionellen Unterschieden bei der Frequenzverarbeitung beruht.

wissenschaft.de 12.2.2019

Mit anderen Intelligenzleistungen wird es ähnlich sein. Davon zeugen mindestens 200 jüdische Nobelpreisträger ¹) gegenüber 1 bis 2 moslemischen seit 1901. Übrigens sagte mir ein Musiker, sein absolutes Gehör habe seine Mutter in der Kindheit trainiert. Es kann sich aber auch nur um ein Lernen der Bezeichnungen für die Tonhöhen gehandelt haben. Eine derart begabte Sängerin konnte allerdings nicht einen halben Ton tiefer vom Blatt singen, wie es meine altgestimmte Laute erforderlich gemacht hätte.

¹) meist Atheisten

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Sigmar Salzburg
30.01.2019 10.31
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Die Hirnforscher

Warum uns Musik glücklich macht

Wenn das richtige Lied im Radio läuft, kann uns das von jetzt auf gleich in gute Stimmung versetzen. Forscher haben nun die neurobiologischen Grundlagen dieser starken Wirkung von Musik untersucht. Ihre Experimente zeigen: Für die Hochgefühle ist in erster Linie der Botenstoff Dopamin verantwortlich. Seine Ausschüttung im Gehirn führt nicht nur dazu, dass uns Musikhören glücklich macht. Die Freisetzung des Glückshormons verursacht auch, dass wir es immer und immer wieder tun wollen.

... „Durch komplexe akustische oder visuelle Reize wie Musik und Kunstwerke Freude erfahren zu können, gehört zu den besonders faszinierenden Eigenschaften des Menschen“, schreiben Laura Ferreri von der Universität Barcelona und ihre Kollegen. Wie aber lässt sich dieses Phänomen erklären? Um das herauszufinden, haben die Wissenschaftler nun untersucht, was beim Musikhören im Gehirn passiert...

„Zum ersten Mal haben wir damit einen direkten Zusammenhang zwischen Dopamin, durch Musik ausgelöste Freude und Motivation belegt“, konstatieren die Forscher. „Ein Musikstück zu genießen, es wieder hören zu wollen und bereit zu sein, dafür Geld auszugeben – das alles hängt mit der Ausschüttung von Dopamin zusammen“, schließt Co-Autor Antoni Rodríguez Fornells.

wissenschaft.de 25.1.2019

Die Forscher haben eben nicht herausgefunden, was im Gehirn passiert. Sie können nicht erklären, warum mich der einfache Liedsatz von Josquin Desprez „In meinem Sinn“ zutieftst berührt und warum mich in den 50er-Jahren eine Gitarre-Adaption von John Dowlands „If my complaints“ (Piper's Galliard) so beeindruckt hat, daß ich nie wieder Gitarremusik des 19. Jahrhunderts gespielt habe.

Die Hirnforscher können auch nicht erklären, warum manche Disco mit überlauter Musik brechend voll ist, aber ich, frisch unbeweibt und neugierig, solchem Anbahnungsinstitut gleich nach dem Betreten mit Schrecken entfloh – sicher nicht nur, weil ich das Dröhnen als eine Fortsetzung meines Sprengstoffunfalls bei der Bundeswehr empfand.

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Sigmar Salzburg
31.12.2018 06.13
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Was ist Zeit?

Der Jahreswechsel regt an, darüber nachzudenken. Zeit entsteht durch das Nacheinander von Ereignissen. Man schätzt den Abstand nach evolutionär ererbtem Zeitgefühl. Messen kann man ihn nur durch gleichmäßig wiederkehrende Ereignisse. Den in Äquatorial-Afrika durch einen genetischen Unfall denkfähiger gewordenen Urmenschen wird der Tag als Zeiteinheit allmählich bewußt geworden sein. Für den auf die Nordhalbkugel der Erde ausgewanderten Teil wurde auch die Beachtung der Jahreszeiten lebensnotwendig, wie das Zählen der Tage auf Mammutknochen beweist.

Die Beobachtung der Bewegung der Gestirne erreicht, unterstützt durch die Erfindung der Schrift, in Sumerien und China einen ersten Höhepunkt. Die griechischen Philosophen beschäftigen sich ausgiebig mit dem Phänomen Zeit. Die Astronomen kommen durch Nachdenken und Nachrechnen auf die Kugelgestalt der Erde und den Verdacht, die Sonne könnte das Zentralgestirn der Planeten sein. Zugleich taucht die Hypothese auf, es könnte kleinstmögliche Teile der Materie geben.

Gegen Ende dieser etwa 900jährigen Epoche denkt auch der gott- und schreibsüchtige Augustinus von Hippo über die Zeit nach:

„Was also ist die Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es. Wenn ich es einem erklären will, der danach fragt, weiß ich es nicht. “ (Augustinus Liber XI, Caput XIV)
Und er kommt auf einen vernünftigen Gedanken: Um die Zeit zu verstehen, muß das zeitliche Nacheinander in ein räumliches Nebeneinander umgewandelt werden, das beliebig abgegriffen werden kann. Anfänglich ging das durch eine Folge von Bildern, durch Schriftzeichen und schon immer durch die auch heute noch nicht verstandene Abspeicherung im Gehirn. Die sieht er natürlich geistlich, aber er kommt doch der Sache recht nahe. Der Physiktheoretiker Carlo Rovelli schreibt in seinem Buch „Die Ordnung der Zeit“:
Im Elften Buch, Kapitel 12 seiner Bekenntnisse stellt sich Augustinus Fragen nach der Natur der Zeit und präsentiert eine scharfsinnige Analyse unserer Möglichkeiten, Zeit wahrzunehmen (allerdings unterbrochen von missionarischen Deklamationen, die ich ziemlich lästig finde). Er stellt fest, dass wir uns stets in der Gegenwart befinden, weil die Vergangenheit vergangen und damit ebenso nichtexistent ist wie die Zukunft, die erst noch kommen muss... Hier und jetzt sind weder Vergangenheit noch Zukunft. Wo sind sie? Augustinus‘ Schlussfolgerung lautet, dass sie in uns liegen:
In dir, mein Geist, messe ich die Zeiten; entgegne mir nicht: Wieso das? Lass dich nicht durch die Menge deiner Vorurteile verwirren. In dir, ich sage es dir nochmals, messe ich die Zeiten; der Eindruck, den die vorübergehenden Dinge auf dich machen, bleibt auch, wenn sie vorübergegangen sind, und ihn messe ich, wenn ich die Zeiten messe. Es ist also entweder [der Geist] selber die Zeit, oder es ist nicht die Zeit, die ich messe.
Der Gedanke ist überzeugender, als er beim ersten Lesen erscheinen mag. Wir können sagen, dass wir die Zeitdauer mit einer Uhr messen. Aber dazu müssen wir die Uhr zu zwei verschieden Zeitpunkten ablesen. Das ist unmöglich, weil wir uns immer in einem einzigen, niemals in zwei Momenten finden. In der Gegenwart sehen wir nur Gegenwart. Wir können Dinge sehen, die wir als Spuren der Vergangenheit deuten, aber zwischen Spuren der Vergangenheit sehen und den Ablauf der Zeit wahrnehmen besteht ein grundlegender Unterschied. Und Augustinus erkennt, dass der Unterschied dieses Ursprungs, das Bewusstsein vom Vergehen der Zeit, in unserem Innern liegt. Er ist Teil des Geistes. Es sind Spuren, welche die Vergangenheit im Gehirn hinterlassen hat.

Augstinus‘ sehr schöne Erörterung stützt sich auf die Musik. Wenn wir eine Hymne hören, wird das Klangerlebnis von den vorangegangenen und den nachfolgenden Tönen erzeugt. Musik hat nur in der Zeit ihren Sinn, aber wenn wir zu jedem Moment in der Gegenwart stehen, wie können wir diesen Sinn dann erfassen? Dies sei deshalb so, bemerkt Augustinus, weil sich unser Bewusstsein auf das Gedächtnis gründet und auf die geistige Vorwegnahme gründet. Die Hymne oder ein Lied sind gleichsam in unserem Geist in einheitlicher Form präsent, zusammengehalten von etwas, das für uns die Zeit ist. Also ist das die Zeit: Sie liegt vollständig in der Gegenwart, in unserem Geist als Erinnerung und als Vorwegnahme.
In der Renaissance erhält das Nachdenken über die Zeit einen neuen Schub. Kopernikus entdeckt das heliozentrische System neu. Es wird durch Kepler 1609 und Newton 1679 einer mathematischen Berechnung zugänglich, wobei die Zeit eine wichtige Rolle spielt und Newton die gegenseitige Anziehungskraft aller Massen entdeckt. Olaf Römer erkennt 1676 die endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts an Zeitverzögerungen des beobachteten Umlaufs der Jupitermonde.

Die Erforschung des Elektromagnetismus seit dem 13. Jahrhundert gipfelte in Maxwells Gleichungen 1864. Der Versuch um 1890, die Erdbewegung (29 km/sec) in ausgesandtem Licht zu erkennen, scheitert: Wir sind selbst Bestandteil dieses heute als Raum von Feldern verstandenen Mediums.

Nach Einstein 1905 müssen Newtons Gesetze der Mechanik denen Maxwells angeglichen werden. Am besten geht man von der Vorstellung aus, alle Bewegung müßte letztlich auf eine Fortpflanzungsgeschwindigkeit von Energie zurückgeführt werden, die der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum gleicht.

Die einfachste graphische Darstellung ist die einer waagrechten Raumachse und einer senkrechten Zeitachse, die einen ruhenden Punkt zu verschiedenen Zeiten symbolisiert (Minkowsky). Die Lichtgeschwindigkeit wird gleich eins gesetzt. Ein lichtschnell bewegter Punkt erscheint dann in der Graphik als eine um plusminus 45 Grad von der Senkrechten abweichende Linie.

Nun wird eine Schwingung eines ruhenden „Raum-Zeit-Atoms“ konstruiert: Vom Nullpunkt soll jetzt in beide Richtungen mit Lichtgeschwindigkeit je ein Wirkungspunkt ausgehen, beide sollen zur gleichen Zeit die Richtung wechseln und mit gleicher Geschwindigkeit auf der Zeitachse wieder zusammentreffen. Das Bild zeigt ein auf der Spitze stehendes Quadrat mit maximaler Breite, genauer Zeitdauer und einem definierten Flächeninhalt.

Will man nun ein sich langsam nach rechts bewegendes Teilchen darstellen, so muß die Zeitachse ein wenig nach rechts geneigt werden. Behandelt man den Flächeninhalt als Erhaltungsgröße, so liegt der neue Endpunkt auf einer Hyperbel, und das „Raum-Zeit-Atom“ wird ein flächengleiches Rechteck.

Ein weiterhin ruhender Beobachter stellt daran eine Verlangsamung der Schwingung fest und eine Abnahme der Breite, wenn er durch die äußeren Endpunkte die Parallelen zur bewegten Zeitachse zieht. Ein mitbewegter Beobachter, dessen Systeme gleichermaßen mitdeformiert werden, spürt davon nichts.

Vor allem hält er seine nun ungleichzeitig liegenden äußersten Umkehrpunkte für gleichzeitig. Die Verbindungsgerade zwischen den beiden Umkehrpunkten ist nun eine Linie oder, zweidimensional erweitert, eine Ebene der Gleichzeitigkeit des bewegten Systems. Es muß also nicht nur die Zeitachse, sondern auch die Raumachse (entgegengesetzt) gedreht werden.

Lichtsignale, die vom Anfang und Ende eines fahrenden Zuges vermeintlich gleichzeitig ausgesandt werden, kommen bei einem ruhenden Beobachter nicht gleichzeitig an. Wegen der hohen Lichtgeschwindigkeit oder besser Wirkungsgeschwindigkeit, denn in Materie kann das Licht durchaus abgebremst werden, sind diese Verhältnisse vor Einstein nicht erkannt worden.

Die Quantentheorie arbeitet mit einer Überlagerung ¹) verschiedener Räume von Gleichzeitigkeit, so daß am Ende Aufenthaltswahrscheinlichkeiten herauskommen können. Nach Rovelli u.a. zeigen die Naturgesetze im Kleinen keine Zeitrichtung. Die entsteht erst durch die Entropie, das heißt durch die zunehmende Gleichverteilung von Unordnung in Vielteilchensystemen.


¹) Steven Weinberg erwähnt, er habe einmal erfolglos versucht, von dem (merkwürdigen) Prinzip der linearen (additiven) Überlagerung in der Quantentheorie abzuweichen. Das zeigt n.m.M., daß die QT teilweise keine Wirklichkeit beschreibt.

Bearb. 4.1.19

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Sigmar Salzburg
18.12.2018 05.26
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„Künstliche Intelligenz“ denkt so dumm wie Affen!

[Symbolbild]
Die Erfahrungen dieses jungen Orang-Utans im Tanjung Puting National Park auf Borneo sind die Basis für Entscheidungen, die er später trifft. Damit unterscheidet sich das Planungsverhalten des Affen vom Menschen: das Tier denkt nicht. Anstatt mögliche Szenarien im Kopf durchzuspielen, lernt es assoziativ – ganz ähnlich wie Künstliche Intelligenz. Das fanden Forscher der Universität Stockholm heraus...
wissenschaft.de 29.11.2018

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Sigmar Salzburg
12.11.2018 06.13
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Neuer Glaube

„Gehirn-Supercomputer“ mit einer Million Prozessorkernen jetzt erstmals eingeschaltet

Nach 20 Jahren Konzeption und fast zwölf Jahren Konstruktion ist am Wochenende der weltgrößte neuromorphe Supercomputer erstmals eingeschaltet worden. Die Spinnaker (Spiking Neural Network Architecture) genannte Maschine verfügt über eine Million Prozessorkerne und kann mehr als 200 Millionen Aktionen pro Sekunde ausführen, wie die University of Manchester in einem entsprechenden Artikel schreibt...

Geplant ist langfristig, dass der neue Supercomputer eine Milliarde biologische Neuronen in Echtzeit simulieren kann. Diesem Ziel wähnen sich die Forscher jetzt einen Schritt näher. Allerdings entsprechen eine Milliarde Neuronen gerade einmal einem Prozent der Größe des menschlichen Gehirns. Dieses besteht laut den Forschern aus 100 Milliarden Neuronen, die über eine Billiarde Synapsen verbunden sind.

t3n.de 6.11.2018

Da die Beweisführung der Superrechner nicht mehr nachvollzogen werden kann, werden sie uns eines Tages „beweisen“, was wir glauben müssen.

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Sigmar Salzburg
26.10.2018 12.49
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Wahrheits-Hokuspokus bei Scinexx

Das Wissenschaftsportal Scinexx.de bringt ein „Dossier“ zum Thema:

Wahrheit im Spiegel der Wissenschaft

Was ist in Zeiten von „Fake News“ eigentlich wahr? Und was versteht die Wissenschaft unter Wahrheit? Forschende aus fünf verschiedenen Fachdisziplinen berichten über Wahrheit und das Wesen der Wissenschaft – und auch, warum der Wahrheitsbegriff oft zu kurz greift...


Nun: Dass Erkenntnisse umgeworfen werden, ist das Wesen der Wissenschaft – und was ist „Wahrheit“ überhaupt? Darüber berichten fünf Forscherinnen und Forscher der Universität Innsbruck: eine Pharmazeutin, eine Anglistin, ein Theologe, ein Statistiker und eine Medienwissenschaftlerin erzählen über ihren Zugang zum „Wahrheitsproblem“ in ihrem Forschungsalltag... Das Bild von Forschung und Wissenschaft ist manchmal wenig schmeichelhaft. Und das nicht erst, seit US-Präsident Donald Trump bei jeder Gelegenheit „Fake News“ in die Mikrofone brüllt ...
Man sollte nun meinen, eine Einführung in das schwierige Verhältnis von Wissen, Wahrheit und Logik sollte doch wohl ein Philosoph vornehmen. Aber nein, ein Theologe wird vorgeschickt, ein „Gotteswissenschaftler“ – ohne Ahnung von seinem Forschungsgegenstand außer durch 3000 Jahre alte, fragwürdige Gerüchte. Der Theologe Roman Siebenrock referiert unter den Überschriften:
Überprüfbarkeit und Reflexion
Populismus, Einstein und die Messbarkeit der Dinge
Zwischen Meinung und Wahrheit
Überprüfbar muss es sein.
... Zahnweh kann ich nicht messen. Insofern gibt es Bereiche der Wirklichkeit, die sich der Messbarkeit entziehen", sagt Siebenrock.
Auch die Theologie, als die wissenschaftliche Beschäftigung mit konkret gelebter Religion [Etikettenschwindel: das ist Psychologie oder Soziologie, auch Glaubensfernen zugänglich!] hat oft [!!!] keine harten empirischen Kriterien. Sie muss für ihre Überzeugungen Gründe anführen, die von anderen geprüft und prinzipiell widerlegt werden können. Deshalb lernen die Studierenden auch religionskritische Argumente kennen und prüfen.
"Das kann dazu führen, dass Menschen existentiell in die Krise geraten. Es gehört zum Projekt der Theologie, dass Menschen im Prozess der Reflexion zweifeln oder auch den Glauben verlieren."
Diese Form von Überprüfbarkeit und kritischer Reflexion muss auch existentiell sein und kann so den Menschen [indem er, anders als ein echter Wissenschaftler, ehrlicherweise seinen Beruf aufgeben müßte], aber auch die Gesellschaft verändern.

Albert Einstein suchte gut 30 Jahre lang nach einer einheitlichen Feldtheorie für Gravitation und Elektromagnetismus – vergeblich. [... und wußte doch mit den Quanten zu rechnen – ganz ohne „Gotteswissenschaft“.]

Einstein und die Würfel Gottes

Dass dies für die Wissenschaft allgemein gilt, zeigt Siebenrock am Beispiel Albert Einstein. Dieser war fest davon überzeugt, dass „der Alte nicht würfelt“ und wollte die von der Quantentheorie proklamierte Unschärfe nicht als endgültige Erkenntnis akzeptieren. So hat er sein ganzes Leben lang versucht, eine andere Theorie zu finden.
"Und da merkt man, dass auch in der Naturwissenschaft lebensweltliche Vorbedingungen teilweise eine erhebliche Rolle spielen",
betont Siebenrock.
"Auch die Naturwissenschaft hat eine bestimmte Perspektive auf die Welt."
Diese Perspektive bedeutet aber nicht, dass man einfach alles Mögliche [Gemeint: „alles mögliche, vielerlei“] behaupten kann.
"Das Wörtchen Wahrheit funktioniert nicht nach dem Motto: Ich behaupte, also trifft es zu [wie bei den bekannten Propheten und Religionsstiftern]. Sondern: Ich habe eine Überzeugung, ich muss dafür Gründe liefern, die ihnen einsichtig sind und danach können wir von einer gemeinsamen Wahrheit sprechen."
Diese Gründe müssen immer so sein, dass sie außerhalb des Überzeugungssystems von demjenigen liegen, der etwas behauptet...
http://www.scinexx.de/dossier-889-1.html 26.10.2018
Womit wir wieder bei der Theologie wären. Die Theologie behauptet ein Wahrheitssystem, das nicht aus dem naturwissenschaftlichen, aber auch sonst aus keinem logischen System anerkannter Wissenschaften gestützt werden kann.

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Sigmar Salzburg
12.09.2018 09.49
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Die Reform war unsinnig

Die Kommission war unterbesetzt (und unterbelichtet?)

... Nach Ansicht einiger Astronomen ist Pluto zu Unrecht vom Planeten zum bloßen Zwergplaneten herabgestuft worden. Denn das Kriterium für seinen Ausschluss sei historisch und astronomisch fragwürdig, argumentieren sie. Demnach hat kein Planet seinen Orbit komplett von anderen Objekten freigeräumt und selbst die Erde wäre an Plutos Position dazu nicht fähig, so die Forscher. Eine Entscheidung auf Basis des Umfelds statt der intrinsischen Eigenschaften eines Objekts sei daher unsinnig.

scinexx.de 11.9.2018

Siehe auch dies und das.

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Sigmar Salzburg
07.09.2018 10.42
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Wandelungen, wissenschaftlich

Mehr Wunsch als Wirklichkeit:

Zuwanderungspolitik:
CSU: Deutschland kein Einwanderungsland ...

https://www.tagesspiegel.de › Politik
07.11.2000 – „Auch wenn man unkontrollierte Zuwanderung hat, ist man noch lange kein Einwanderungsland“, kritisierte CSU-Chef Edmund Stoiber.
Mit 15 Jahren Verspätung dämmert es Seehofer:
Innenminister nach Chemnitz:
Seehofer nennt Migration „Mutter aller Probleme“

https://www.tagesspiegel.de › Politik
06.09.2018 – „... die Migrationsfrage ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land. Das sage ich seit drei Jahren.“
Der biologistische Blick, der „uns nach Auschwitz geführt“ hat, sagt:
Stamp:
„Ohne Migration wäre Seehofer heute Afrikaner“

www.wz.de/home/.../stamp-ohne-migration-waere-seehofer-heute-afrikaner-1.276042...
06.09.2018 – Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp hat die Äußerung von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zur Migration kritisiert ...
Und ohne Evolution wäre Stamp heute insektenfressender Lemur auf Madagaskar.

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Sigmar Salzburg
29.07.2018 05.41
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Toxoplasma gondii macht Menschen risikofreudiger ...

... Einer amerikanischen Studie zufolge soll der bei Katzen weit verbreitete Parasit Toxoplasma gondii bei Menschen dazu beitragen, dass sie risikofreudiger im Arbeitsleben sind und häufiger eine eigene Firma besitzen. Die Erklärung hinter diesen veränderten Verhaltensweisen ist ebenso beunruhigend wie faszinierend: Offenbar beeinflusst der Parasit die Entscheidungen seines Wirtes und ermutigt ihn zu risikofreudigerem Verhalten...

In anderen Studien wurde bereits über die Auswirkungen des Erregers auf den menschlichen Organismus berichtet. So soll die Infektionskrankheit einen negativen Einfluss auf die Gesundheit von Neugeborenen haben. Des Weiteren werden vielfach schwere Spätfolgen im Gehirn älterer Menschen vermutet...

Ausführlich in: heilpraxisnet.de 29.7.2018

Nun, das wissen wir schon lange. Die risikofreudige Durchführung von Rechtschreib-, Währungs- und Bevölkerungs„reformen“ läßt kaum einen anderen Schluß zu.

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Sigmar Salzburg
27.07.2018 10.23
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„Plazieren“ mit „t“ fördert die Wissenschaft ungemein

Urmu – Urgeschichtliches Museum Blaubeuren
Heute präsentierte Prof. Nicholas Conard von der Universität Tübingen den Fund des Jahres aus der Grabungskampagne des Hohle Fels 2017 – #UNESCO-Welterbe Schwäbische Alb – im urmu:

Eine Mammutrippe aus dem Gravettien mit Ritzungen!

Ein seltener Knochenfund: Zwischen 35.000 und 30.000 Jahre alt, 44 cm lang, 5,1 cm breit und 2,1 cm dick. Auffällig sind die zwei Reihen von Markierungen, die mit Sicherheit gezielt platziert wurden: einmal 83 und einmal 90 Striche und an einer anderen Stelle 13 schwächere und längere Einschnitte. Ein Stück von der Größe mit diesen Ritzungen ist etwas ganz besonderes! ...

Scinexx:

Doch die genaue Funktion dieses Funds bleibt vorerst rätselhaft. Ideen zur Funktion sind daher durchaus willkommen – sowohl im urmu als auch auf der Facebook-Seite des Museums. „Wir freuen uns darauf, mit unseren Besuchern eine spannende Diskussion darüber zu führen, wofür die Reihen aus 13, 83 und 90 Strichen wohl stehen könnten“, so Kölbl.

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22984-2018-07-27.html

Ich habe schon meine eigene Idee hingeschickt:

»Es sind Mondkalenderdaten. Das Jahr hat etwa 13 Mondumläufe (+ 1 Tag) bei einem Monat zu 28 Tagen oder 4 Wochen zu 7 Tagen. Die 83 Kerben sind 3 Monate zu 28 Tagen – 1 Tag, die 90 Kerben sind 13 Wochen zu 91 Tagen – 1 Tag, also 1 Vierteljahr. Der jeweils fehlende Tag wurde wohl schon zum nächsten Quartal gerechnet – oder es wurden nur die Nächte zwischen den Tagen gerechnet. Die Zahl 12 (Monate) war noch nicht heilig.«

Ein Leser kommentiert sprachlich interessant:
Magnus Schmidt Das mit den Nächten klingt für mich plausibel, die Germanen sind zwar nicht so alt, haben auch in Nächten gerechnet. Und wer weiß, wie weit diese Art der Zählung noch zurückgeht? Überbleibsel davon findet man heute noch im Dialekt in Österreich und in der Rhön (Deutschland). So sagt man hier in der Rhön „nachte“ (gestern) und „fürnachte“(vorgestern). –
Ein anderer ergänzt am 31.8.:
Jürschen Strese ... Und wenn man in einem etymologischen Wörterbuch das Wort „heute“ nachschlägt, erhält man als Antwort: altdeutsch für „hiu nachtu“. Nicht der Tag zählte, sondern die Nacht.
Nachtrag am 29.7.: »Vielleicht waren die anscheinend bewußt schwach geritzten 13 Striche, auf den Fotos kaum erkennbar, nur eine Art Zwischenrechnung, um die 13 mal 7 minus 1 Hauptkerben des Vierteljahres in der Anzahl sicher plazieren zu können.«

Ach ja, und 2006 habe ich meinen Sohn die 820 km nach Blaubeuren gefahren, nur weil er unbedingt den „Blautopf“ sehen wollte.

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Sigmar Salzburg
08.07.2018 07.04
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Tyche beflügelte den menschlichen Geist

So poetisch kann man das heute nicht mehr ausdrücken. Trotzdem ist die „Zufälligkeit“ die einzige Gottheit, an die heutige Evolutionsforscher noch glauben:

Forscher am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben ... eine spektakuläre Entdeckung gemacht: Der Austausch nur eines einzigen Basenpaars in der DNA dieses Gens hat dazu geführt, dass sich beim modernen Menschen mehr Hirn-Stammzellen bilden – die Voraussetzung für ein größeres Gehirn...

Der Austausch eines einzelnen C durch ein G im ARHGAP11B-Gen dürfte sehr viel später erfolgt sein als die Entstehung des Gens selbst vor rund fünf Millionen Jahren, vermutlich irgendwann während der dramatischen Zunahme der Gehirngröße in der Linie zum Menschen im Zeitraum von vor 1,5 Millionen bis rund 500.000 Jahren.

derstandard.at 11.12.2016
Witzigerweise scheinen die amerikanischen Forscher das nicht zu kennen:
In Organoiden menschlicher Zellen, aus denen die NOTCH2NL-Gene entfernt worden waren, entstanden Zellen der Großhirnrinde zwar schneller, aber in geringerer Zahl. NOTCH2NL-Gene fanden sich nur in menschlichen Zellen, nicht aber in Organoiden von Makaken und nicht im Erbgut von Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans.

Demnach müsse es, so die Autoren, vor drei bis vier Millionen Jahren bei einem gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffen zu einer Verdopplung des NOTCH2-Gens gekommen sein. Das Duplikat, ein Pseudogen, hatte zunächst keine Funktion. Während der weiteren Evolution zum Menschen allerdings wurden daraus neue funktionierende NOTCH2NL-Gene. Wie Genomvergleiche zeigten, verfügten darüber auch schon die Neandertaler und die Denisova-Menschen. „Wir könnten unser großes Gehirn zum Teil der Duplikation von NOTCH2 und anderer Gene verdanken“, sagt Haussler. „Aber damit verbunden war eine erhöhte Instabilität in einem Abschnitt des Chromosoms 1, wodurch wir anfälliger für ein gestörtes Hirnwachstum und psychische Erkrankungen wurden.“

wissenschaft-aktuell.de 1.6.2018
Der menschliche Geist als Betriebsunfall der Genetik – welch Abstieg von der biblischen Gottes-Ebenbildlichkeit!

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Sigmar Salzburg
26.04.2018 16.59
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Zufallsentscheidungen „Gottes“ und der „Reformer“

Spektrum 25.4.2018
Gottes letztes Schlupfloch
Die Quantenphysik basiert auf Zufall, da sind sich Physiker eigentlich sicher. Aber ein Restzweifel bleibt... Albert Einstein hatte mit dieser Vorstellung große Probleme. »Gott* würfelt nicht!«, soll er sinngemäß gesagt haben... Aber bis heute bleiben Lücken. Eines davon, das so_genannte »Freedom-of-choice«-Schlupfloch, ist besonders schwer zu stopfen, und es zieht seit einigen Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich. Im Kern dreht es sich um die Frage, ob etwas den Physikern den Zufallscharakter in Quantenmessungen nur vorgaukeln könnte...
spektrum.de 25.4.2018

... laut einer 1926 aufgestellten Regel des deutschen Physikers Max Born lässt sich die Interferenz [Wahrscheinlichkeitsamplitude] rein mathematisch immer aus dem Produkt von zwei Spalten bzw. Möglichkeiten beschreiben (also A mal B)... Die erste experimentelle Bestätigung von Borns Regel [warum nicht Born's, analog Born'sch...], gelang 84 Jahre später einem österreichisch-kanadischen Forscherteam um den Physiker Gregor Weihs von der Uni Innsbruck. Er hat dafür eine Ein-Fotonen-Quelle entwickelt, die als Grundlage für die Überprüfung der Born'schen Regel diente. Und die Überprüfung gelang fürs Erste, wie die Physiker in der Wissenschaftszeitschrift Science (online) berichten.
globale-evolution.de 10.6.2010

Versuch von Alain Aspect 1982 (Wiki): Als Ergebnis des Versuchs bleiben im Wesentlichen zwei Interpretationen der Quantenmechanik übrig: Es sind entweder (a) spukhafte (d.h. experimentell nicht fassbare) Fernwirkungen am Werk oder (b) die quantenmechanische Beschreibung der experimentellen Vorgänge bedient sich eines Formalismus, dessen Objekte nicht ohne Weiteres als unmittelbare Bestandteile der Realität angesehen werden dürfen.

PS.: Um 1966 hatte ich Quantenphysik gehört, bis mir im Audimax Hannover mein Mantel gestohlen wurde. Seit mir 1982 die Bedeutung des obigen Ergebnisses klar wurde, habe ich darüber nachgedacht, sogar am Biertresen – bis die Rechtschreib„reform“ kam und der Anfang vom Ende Deutschlands...

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Sigmar Salzburg
14.03.2018 12.22
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Zum Tod von Stephen Hawking ...

... hat Michael Odenwald für Focus-Online einen ausführlichen Nachruf verfaßt, natürlich mit leichter erlernbaren Reform-ss unter den Bedingungen der außer-heyseschen Unschärferelation im So_Genannten.

Geboren wurde Hawking am 400. Todestag Galileo Galileis, gestorben ist er nun an Einsteins Geburtstag, außerdem am Pi-Tag, nach amerikanischer Zählung 3/14. Die Kabbalisten sehen darin Zeichen – und ich sehe schlecht aus als am 17.2. Geborener, dem Tag der Verbrennung Giordano Brunos auf dem Campo de‘ Fiori in Rom.

Ruhm hat Hawking dadurch erlangt, daß er seinen wissenschaftlich vorausgesagten Tod um das Zehnfache überlebt hat und dabei im Rollstuhl auch sprachlos noch bedeutende wissenschaftliche und populäre Werke verfaßt hat. Allerdings hat er nie den Nobelpreis erlangt, obwohl seine errechnete Hawking-Strahlung, die durch dissoziierte Teilchen der Quantenfluktuation im Bereich des Schwarzschild-Radius eines Schwarzen Loches entsteht, eigentlich leichter nachzuweisen sein sollte als „Gott“, dessen Existenz er verneinte.

Das war auch das Problem seiner Ehen, wobei die BILD-Zeitung 1993 berichtete, daß er sich von seiner Frau trennt, weil sie an Gott glaubt. Nach anderen Boulevard-Blättern trennte sie sich, weil er nicht an Gott glaubte. Seine erste Frau erinnerte sich, er habe sich „wie Gott“ aufgeführt. Wohl auch deshalb dachte er über das tiefste Problem nach: „Frauen sind ein komplettes Rätsel,“ was ich gut verstehe.

Seine Warnungen vor der Selbstauslöschung der Menschheit sind mehr denn je ernst zu nehmen. Allerdings halte ich seine Empfehlung, Rettungsraumschiffe zu fernen, vielleicht bewohnbaren Welten auf den Weg zu schicken, für völlig irreal.

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