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Sigmar Salzburg
14.05.2019 04.20
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Notre-Dame

Kuriose Vorschläge für ein neues Dach der Kathedrale

Vor fast einem Monat ist das Dach der Kathedrale in Paris in Flammen aufgegangen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach einen Wiederaufbau binnen fünf Jahren. Architekten posten auf Instagram eifrig – ausgefallene bis kuriose – Gestaltungsvorschläge ...

Bewahren und wiederherstellen oder die Chance zum Aufdrücken eines zeitgenössischen Stempels ergreifen? Architekten aus der ganzen Welt präsentieren in sozialen Netzwerken wie Instagram Entwürfe zum Wiederaufbau des Mitte April abgebrannten Daches der Pariser Kathedrale Notre-Dame...

Der Entwurf des Designers Mathieu Lehanneur würde das Toben der Flammen über der Vierung für alle Zeit festhalten. Eine bauliche Geste, in der ein Memento mori mitschwingt. [ ... eine feurige Sprechblase?]

Andere würden die Tradition der berühmten bunten, mittelalterlichen Glasfenster in der Fassade von Notre-Dame in die neue Zeit und in das Dachgeschoß weiterziehen...

Auf theologische Belange gehen die neuen Dachvorschläge indes wenig ein. Einige huldigen lieber der Natur und ihrem Reichtum an Tieren und Pflanzen. Etwa Clément Willemin, wie hier zu sehen ist. Man könnte sein Dach zudem als Besucher genießen.[... mit Erweiterung zum Freßtempel?]

Im Bild der Vorschlag vom Büro Vincent Caillebaut. Er will vermeiden, dass die Stadt ein Open-Air-Museum wird und plädiert für einen ökologischen, zeitgenössischen Aufbau.

#crosslaminatedtimber #woodenstructure [nun brandsicher?]

derstandard.at 9.5.2019

Frankreichs Parlament debattiert am Freitag über die Restauration. Die Opposition wirft Präsident Macron vor, ein modernes Projekt realisieren zu wollen.

derstandard.at 10.5.2019

Ideologische und egoistische „Stempelaufdrücker” sind leider unter Politikern und Architekten besonders häufig zu finden. Alte Baukunstwerke sind in erste Linie eine geistige Leistung, die Urheberschutz gehießen sollten, selbst wenn die materielle Wiederherstellung nach Katastrophen naturgemäß nie ganz gelingen kann. Die Abweichungen von den authentischen Stilregeln wirken für Kenner fast immer beleidigend.

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Sigmar Salzburg
01.05.2019 19.40
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500. Todestag Leonardo da Vincis am 2. Mai 2019

Giorgio Vasari, der erste Biograph der Renaissance-Künstler, schreibt über Leonardo:

Reiche Gaben sehen wir oft von der Natur mit Hilfe der himmlischen Einflüsse über menschliche Geschöpfe ausgegossen, bisweilen aber vereinigt sich, wie ein überschwengliches und übernatürliches Geschenk, in einem Körper Schönheit, Liebenswürdigkeit und Kunstgeschick so herrlich, daß jede seiner Handlungen göttlich erscheint, ...

Wer ihm gefiel, dem hätte er einen ganzen Tag nachgehen können, und seine Gestalt prägte sich ihm also ein, daß er, zu Hause angelangt, sie zeichnete, als ob sie vor ihm stünde. In dieser Weise hat er viele männliche und weibliche Köpfe ausgeführt, und ich besitze in meiner oft erwähnten Sammlung von Handzeichnungen verschiedene mit der Feder von ihm gezeichnet, darunter das Bildnis des Amerigo Vespucci, ...(nach Ernst Jaffé, Berlin 1920)
Es wurde berichtet, daß Leonardo sich nie zur Entdeckung Amerikas geäußert und daß er Amerigo vielleicht gar nicht gekannt habe. Ein Blick zu Vasari rückt das zurecht. Im letzten Jahr ist sogar ein Globus mit den Umrissen Südamerikas, auf ein Straußenei gezeichnet, entdeckt worden, zu dem es von Leonardo eine Vorzeichnung gibt, die bisher für ein Bild des Mondes gehalten wurde. (ansa.it 30.10.2018)
Er würde in Gelehrsamkeit und Kenntnis der Wissenschaften Großes geleistet haben, wenn er minder unbeständigen und wandelbaren Geist gehabt hätte; dies war die Ursache, daß er viele Dinge unternahm und die begonnenen wieder liegen ließ. So machte er in der Rechenkunst in wenigen Monaten reißende Fortschritte und trug seinem Meister so vielfache Zweifel und Einwendungen vor, daß er ihn oft in Verwirrung setzte. Auch die Musik begann er zu studieren, entschloß sich aber bald, das Lautenspiel zu lernen, und da sein Sinn erhaben und voll der schönsten Gedanken war, improvisierte er zu diesem Instrument wunderbar schöne Gesänge...

Zwischen Lionardo und Michelagnolo herrschte großer Widerwille, und die Konkurrenz zwischen beiden war schuld, daß Michelangolo Florenz verließ, wobei ihn Herzog Giuliano entschuldigte, da er vom Papst wegen der Fassade von S. Lorenzo berufen war. Als Lionardo solches hörte, ging er auch von dannen und begab sich nach Frankreich, wo der König mehrere Werke von ihm besaß und ihm sehr gewogen war ...
Das weitere Bekannte über Leonardo brauche ich hier nicht zu wiederholen. Der Lektor des Kieler Antikenlesekreises, Peter Petersen, machte noch auf Leonardos Proportionszeichnung des idealen Menschen nach Vitruv aufmerksam, die heute auf allen Scheckkarten zur Fälschungssicherheit beiträgt. Das Quadrat, das die Figur begrenzt, sei die Quadratur des Kreises, der die überlagerte Figur mit gespreizten Gliedmaßen umschließt – natürlich nur als Näherung, denn die exakte Konstruktion ist bekanntlich nach dem Beweis von F. von Lindemann (1882) unmöglich.

PS: heise.de 5.5.2019 bringt ein kurzgefaßtes, reichhaltiges Porträt – bis auf die mehrfache alberne Benennung Leonardos als „nerd“.

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Sigmar Salzburg
20.04.2019 05.17
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Re: Re: Leonardo da Vinci war beidhändig

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Detlef Lindenthal
Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
Frühe Umerziehung zur Rechtshändigkeit machte den Linkshänder beidseitig geschickt

Als Kind war ich selbst ausgeprägter Rechtshänder. Als ich dann Klavier lernte, wurde auch von der linken Hand Geschicklichkeit verlangt. Und beim Gitarrespiel braucht die Linke einiges mehr an Geschicklichkeit als die Rechte...

Viele alte Lautenintavolierungen verlangen der linken Hand wegen der Polyphonie mehr ab als die meisten Gitarrenstücke, so daß sogar Hochschul-Gitarredozenten daran scheiterten, z.B. bei „Seven Tears“ 1604 von Dowland. Obwohl ich das also lange praktiziert habe, bin ich mit links immer Schreibstümper geblieben. Auch Klavierspielen hat das nicht verändert. In Familie und Bekanntenkreis habe ich die Entwicklung der Links- oder Rechtshändigkeit bei Kindern beobachten können, wie angedeutet. Im Tierreich ist ähnliches bekannt.
„Bei den meisten Menschen wird Sprache vorwiegend in der linken Gehirnhälfte verarbeitet.“ Bei gerade mal einem Prozent der Bevölkerung liegen die Hauptzentren der Sprachverarbeitung rechts – ein Phänomen, das fast ausschließlich bei Linkshändern auftritt. (Max-Planck-Gesellschaft).
… ein Hinweis, daß beidem organische Entwicklungen zugrundeliegen.

Schöne Ostern allerseits!

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Detlef Lindenthal
19.04.2019 18.03
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Re: Leonardo da Vinci war beidhändig

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
Frühe Umerziehung zur Rechtshändigkeit machte den Linkshänder beidseitig geschickt

Als Kind war ich selbst ausgeprägter Rechtshänder. Als ich dann Klavier lernte, wurde auch von der linken Hand Geschicklichkeit verlangt. Und beim Gitarrespiel braucht die Linke einiges mehr an Geschicklichkeit als die Rechte. Ich habe das gelernt. Aus Spaß habe ich auch mit links schreiben gelernt – ist da was bei? Ich finde nicht.
Den Kult um Linkshändigkeit und Rechtshändigkeit verstehe ich immer weniger.
Wenn er berechtigt wäre, müßte man die armen Kinder ja einteilen in diejenigen, die wegen Links- oder Rechtshändigkeit keinesfalls Gitarre oder Klavier lernen dürfen, auf daß ihr Seelenheil nicht leide.

Kann jemand mir das bestätigen oder mir widersprechen?
__________________
Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
17.04.2019 17.23
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Leonardo da Vinci war beidhändig

Frühe Umerziehung zur Rechtshändigkeit machte den Linkshänder beidseitig geschickt

... über den Menschen da Vinci ist noch längst nicht alles bekannt. Eine Eigenheit des großen Künstlers könnten nun Forscher um Cecilia Frosinini vom Kunstmuseum der Uffizien in Florenz aufgedeckt haben. Sie stießen darauf, als sie eine der frühesten Landschaftszeichnungen da Vincis mithilfe moderner Analysemethoden näher untersuchten. Dieses nach seiner Inventarnummer als „8P“ bekannte Bild trägt zwei Inschriften.

Eine Inschrift ist von Leonardo da Vinci in Spiegelschrift geschrieben und gibt Namen und Datum des Bildes an. Auf der Rückseite existiert eine zweite handschriftliche Notiz in normaler Richtung. Die Analyse der Handschriften und der Vergleich mit anderen Schriften da Vincis ergab, dass beide höchstwahrscheinlich vom Künstler selbst geschrieben wurden.
scinexx.de 17.4.2019

Die zweite abgedruckte Zeichnung zeigt wohl die seitenverkehrte Jahreszahl 1473. Leonardo schrieb keine „Geheimschrift“, wie oft kolportiert, sondern folgte nur seiner Natur – in Spiegelschrift. Viele außerordentliche Künstler waren Linkshänder. Über die Erziehung zur Beidhändigkeit gibt es unterschiedliche Meinungen. Ein Kollege berichtete von einem Architekturprofessor, der seine Zeichnungen mit beiden Händen gleichzeitig an die Tafel brachte. Die eine Zeitlang verbissen betriebene Rudolf Steinersche Umerziehungs-Ideologie dagegen trieb etliche Waldorf-Schüler zur Verzweiflung. Manche in ihrer Händigkeit unentschlossene Kinder profitieren heute vom Tastaturschreiben – zulasten ihres handschriftlichen Geschicks.

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Sigmar Salzburg
12.04.2019 17.20
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Merkel hängt Nolde-Bilder ab

Eine Ausstellung in Berlin demaskiert den deutschen Künstler Emil Nolde als überzeugten Nationalsozialisten, Bundeskanzlerin Angela Merkel hängt Nolde-Bilder im Büro ab. Das sei „Tugendhysterie“, sagte der [jüdische] Historiker Michael Wolffsohn im Dlf. Große Persönlichkeiten hätten nicht immer eine weiße Weste...

„Hier zählt die Kunst. Zur Kunst zählt die Tatsache, dass die Kunst von Menschen gemacht wird. Kein Mensch entspricht dem Idealbild vom perfekten Menschen“, so Wolffsohn. „Bilder von Emil Nolde sind großartig.“

Dass die Kanzlerin die Nolde-Bilder im Kanzleramt habe abhängen lassen, sei ein bisschen viel Tugendhysterie.

deutschlandfunk.de 12.4.2019

Anders als Merkel: Kieler Ministerin hängt Nolde-Bild auf

Die CDU-Politikerin [Karin Prien, mit zwei jüdischen Großvätern] hängte am Donnerstag das Gemälde «Durchbrechendes Licht» des Expressionisten (1867-1956) in ihrem Amtszimmer auf. Sie begründete dies mit dem hohen Rang, den die Freiheit der Kunst für sie habe. «Kunst und Künstler müssen immer in den Kontext gestellt, müssen eingeordnet werden. Ja – es gibt großartige Kunst von furchtbaren Menschen», sagte Prien der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse Kunst auch jenseits einer notwendigen politischen Einordnung betrachten können.

welt.de 11.4.2019

Das Ziel der Kampagne gegen Nolde zum jetzigen Zeitpunkt ist wohl weniger die Vergangenheitsbewältigung, sondern vielmehr die Ausrottung des letzten deutschen Selbstbewußtseins. Verdrängt man alle Kunst, die von Leuten geschaffen wurde, die den Juden nicht wohlgesonnen waren, bleibt von der europäischen Kunst nicht mehr viel übrig.

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Sigmar Salzburg
30.03.2019 11.48
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Aussterbende Arten und klapprige Technikdenkmäler

Während in Deutschland die menschliche Vielfalt mitunter zuviel wird, schrumpft die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt durch menschliche Eingriffe auf den Wiesen des Landes. Viele Arten stehen kurz vor den Aussterben. Darauf will der Naturfilmer Werner Haft mit seinem 90minütigen Film aufmerksam machen:

Jan Haft zeigt „Die Wiese“ erstmals in Kiel

Der neue Naturfilm „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ von Jan Haft (52) wurde am Freitag, 29. März 2019, in der Sparkassen-Arena Kiel zum ersten Mal öffentlich gezeigt. 3500 Naturfreunde waren bei der Publikumspremiere dabei. Auch der Filmemacher war anwesend... Organisiert wird die Veranstaltung von den Kieler Nachrichten und dem Naturfilmfestival Green Screen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Wildtier-Stiftung...

In nie gesehenen Bildern stellt die Dokumentation einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner unserer Wiese vor. Mit einem Hauptdarsteller auf vier Beinen: dem Reh. Mit enormem technischen Aufwand konnte Jan Haft eine Zwillings-Rehkitz-Geburt drehen, Insekten-Dramen aus Käfer-Perspektive und unbekannte Phänomene der heimischen Natur. Oder kennen Sie schon den „schießenden“ Pilz? Oder die Hummel-Ragwurz aus der Familie der Orchideen, die liebeshungrige Bienenmännchen an der Nase herumführt?

Aus 300 Drehtagen wurde ein einzigartiger 90-minütiger Naturfilm

„Mir ist es wichtig, dass mein Film dem Zuschauer auch eine Orientierung bietet“, sagt Jan Haft. „Ich zeige zwar eine prachtvolle Wunderwelt, aber die ist leider akut bedroht.“ Hunderttausende Hektar Wiese seien in den vergangenen Jahren in Äcker umgewandelt worden, und die noch verbleibenden Wiesen würden oft durch Düngung mit Gülle und kurze Mäh-Intervalle zu unbelebten Produktionsflächen gemacht. „Da muss unbedingt ein Umdenken stattfinden“, sagt der Filmemacher, der von der Deutschen Wildtier-Stiftung für dieses Projekt gefördert wurde.

Nach kn-online.de 29.3.2019

https://youtu.be/Xz-nP3WMyOw
Erwartungsgemäß klappte die Lindaunis-Klappbrücke über die Schlei wieder nicht und auch nicht der Schienenersatzverkehr, so daß ich mein nördliches Refugium erst nach Mitternacht erreichte. Berühmt wurde die Brücke durch den dritten Film aus der Werner Reihe, Werner – Volles Rooäää!!!

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Sigmar Salzburg
03.02.2019 05.33
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Alter Sinn und moderner Unsinn

Vor über 300000 Jahren haben Urmenschen, wohl vom Typ Homo heidelbergensis, mutmaßlich Vorfahren der Neandertaler, die Gegend um Schöningen in Niedersachsen durchstreift und acht Speere hinterlassen. Sie sind durch außergewöhnliche Umstände erhalten geblieben und damit die ältesten bekannten Holzwaffen überhaupt. Jetzt ist an Nachbildungen festgestellt worden, daß sie in Formgebung und Gewichtsverteilung optimal waren. Unsere Vettern (nicht „Vorfahren“) hatten aber auch schon die gleiche Zeit zum Üben. BILD meldet:

Schöninger Speere im Praxistest
Unsere Neandertaler waren Spitze
Forscher des University College London untersuchten Altsteinzeit-Waffen


London/Schöningen (Niedersachen) – Von wegen primitiv: Britische Forscher haben herausgefunden, dass unsere Vorfahren, die Neandertaler, technologisch extrem geschickt waren!
Wissenschaftler des University College London (UCL) nutzten dabei die Schöninger Speere. Die acht Waffen aus Fichten- und Kiefernholz wurden vor 20 Jahren bei Ausgrabungen im Braunkohletagebau Schöningen (Kreis Helmstedt) gefunden, seit 2013 im Forschungs- und Erlebniszentrum Paläon ausgestellt...

Paläon-Kurator Felix Hillgruber: „Die Studie erlaubt uns, ein besseres Bild von der Vergangenheit zu zeichnen.“

Und vielleicht kommen jetzt ja auch ein paar mehr Besucher ins Paläon, das wegen Gäste-Mangels zum Millionengrab wurde.

bild.de 31.1.2019
Und da wird auch schon der Unterschied unserer heutigen Politiker und sonstigen Wichtigtuer zu unseren urmenschlichen Verwandten deutlich: Mit bescheidenen Mitteln erkämpften die sich ihren Lebensunterhalt, während sich unsere Politiker 15 Millionen Euro genehmigen für ihr eigenes Denkmal, das in Form und Material aussieht wie ein riesiges gelandetes Raumschiff.


Paläon Schöningen

Von denselben Schweizer Architekten wurde auch das Museum von Nebra für die bekannte Himmelsscheibe entworfen. Offensichtlich hatten die Politiker und Preisrichter den gleichen Hang, das schlichte Gerät in einem überdimensionalen Sciencefiction-Palazzo-Prozzo hervorzuheben und sich damit wichtig zu machen.


Arche Nebra

Wie anders ist dagegen das Schleswiger Haithabu-Museum, das sich bescheiden in die Landschaft einordnet und sich bemüht, durch Auflösung in verschiedene bootshallenartige Gebäudeteile die inzwschen rekonstruierten Hütten von Haithabu nicht zu übertrumpfen.


Wikingermuseum Haithabu (Copyright Landesmuseen)
Bei Bekanntwerden des Neubauprojektes [Paläon] 2009 kam es zu Zweifeln an der Rentabilität und den zu erwartenden Besucherzahlen, auch wenn die Funde an sich von Forschern für die „Kronjuwelen niedersächsischer Archäologie“ gehalten werden. Der Bund der Steuerzahler und einzelne Politiker kritisierten den Neubau als „Geldverschwendung“.
wikipedia
Nun, ähnliches hatte erfolglos der Bund der Steuerzahler auch bei der nichtsnutzigen Rechtschreib„reform“ beanstandet, deren Kosten er auf das Tausendfache der beiden Museumsbauten geschätzt hatte. Das hat die Politiker in ihrem geschmacklosen Geltungsdrang nicht aufhalten können.

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Sigmar Salzburg
04.12.2018 07.31
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Pompeji

Im Rahmen der Lesereihe der Kieler Antikenfreunde hatten wir den Genuß, den seit einem Jahr amtierenden Custos der Antikensammlung der Kunsthalle Kiel, Dr. Manuel Flecker, über die Stadtentwicklung Pompejis und seine eigenen Forschungen am Ort hören zu dürfen. Besonders informativ wurde dies durch die Projektion zahlloser Stadt- und Hausgrundrisse und Ansichten des gegenwärtigen Zustandes mit zugehörigen Rekonstruktionszeichnungen. Es ging vor allem um die Entwicklung des pompejanischen Hauses und der Badanlagen.

Pompeji entstand seit dem 6. vorchristlichen Jahrhundert aus Ansiedlungen der umliegenden oskisch-umbrischen Bevölkerung, wohl auch unter etruskischem Einfluß. Bis 80 v. Chr, wurde die Selbständigkeit durch eine Stadtmauer gesichert. Dann wurde die Stadt unter Sulla gewaltsam dem römischen Staat eingegliedert und Tausende Veteranen zusätzlich angesiedelt. Die Oberschicht überbaute die Stadtmauer teilweise mit ihren Villen. Es gab aber auch „insulae“, Mietshäuser mit Obergeschoß („Geschooß“ lt. Flecker), für deren Vermietung in den Grafitti sogar noch zwei Anzeigen überliefert sind.

Die Entwicklung des Stadthauses und der privaten und der drei bis vier öffentlichen Bäder wurde ausführlich dargestellt. Ein Wasserleitungssystem aus Bleirohren mit Ventilen wurde vorgeführt, ebenso die allgemeine Wasserversorgung, die an öffentlichen Plätzen jedem den Zugang zu Frischwasser aus den an die Stadt herangeführten Aquaeducten ermöglichte.

Dr. Flecker erläuterte auch die Entwicklung der Stile der Wandfresken von der Mauerwerksimitation bis zur monumentalen Alexanderschlacht aus Millionen von Mosaiksteinen nach griechischer Vorlage. Auch erotische Darstellungen in privaten Gemächern gab es, deren Funktion aber unklar blieb.

Aufschlußreich war auch die Dokumentation früherer Wanddurchbrüche zur Antikengewinnung seit 200 Jahren, deren eine in Herculaneum durch einen Bergingenieur sogar die Lage der Fundstücke aufzeichnete, eine Ausnahme in früher Zeit. Insgesamt zeigt sich schon am Beispiel einer römischen Kleinstadt, daß die Kunst und technische Zivilisation auch 1400 Jahre später kaum wieder einen Gleichstand erreichte.

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Sigmar Salzburg
29.10.2018 13.36
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Wilhelm Lehmann in Eckernförde

Ausstellungseröffnung am 28.10.2018

Unter dem Titel „Der Wanderer und der Weg“ wird im städtischen Museum in Eckernförde des 50. Todestages des Schriftstellers und Dichters Wilhelm Lehmann am 17. September 1968 in einer Austellung gedacht. Lehmann, Sohn eines Lübecker Kaufmanns, 1882 in Porto Cabello, Venezuela, geboren, hatte es 1923 nach Eckernförde verschlagen, wo er als Lehrer seinen Lebensunterhalt sichern mußte, weil er sonst nie viele Leser hatte.

Dr. Beate Kennedy von der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft zeichnete kurz seinen Lebensweg und zitierte eine Bemerkung Lehmanns: „Alle meine Arbeiten sind unter freiem Himmel entstanden“, womit er seine Naturlyrik erklärte. Auf Betreiben Alfred Döblins erhielt er schon 1923 zusammen mit Robert Musil den Kleist-Preis.

Anschließend las der Schauspieler und Essayist Hanns Zischler Lehmanns Erzählung „Die Kastanien“ von 1939, die den gegenseitigen Austausch zweier Einzelgänger, Weishaupt und Oldenstedt, beschreibt. Darauf folgte als Abschluß zweimal das Gedicht „Der Dank“.

Die ausgestellten Autographe spiegeln auch den orthographischen Wandel der Zeit wider, von traditioneller Kurrentschrift über die ß-losen Lateinlettern hin zu der anerkannten und bewährten Traditionsrechtschreibung, wie Lehmann sie auch seinen Schülern beibrachte.

Eine biograpische Notiz von 1932 in Schreibmaschinenschrift enthielt die Wörter „anstoßende Handlung“, „Grossvater“, „riß“, „verließ“, „große Dichtungen“. In einem Gedicht liest man „Der Rauhreif läutet, die Hecken eilen.“ 1965 schreibt er „Laß nicht den Tod das Ende sein.“

1923 schrieb ihm Alfred Döblin: „Wissen Sie, daß Ihre Bücher auf meinem Regal in der Ehrenreihe stehen, unter den Büchern, nach denen ich immer greife, um in ihnen zu blättern, zu schlürfen, hier einen Tropfen, da einen Tropfen?“

Siehe auch hier, da und dort. Zeitungsbericht: shz 28.10.2018

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Sigmar Salzburg
17.10.2018 05.47
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Schreiben in der Antike und im „jüdisch-christlichen“ Abendland

Ein neuer Fund widerlegt nach Angaben von Experten die bisherige Annahme, wonach die berühmte Römerstadt Pompeji bei einem Vulkanausbruch am 24. August des Jahres 79 vor Christus unterging. Archäologen stießen in den Überresten eines Hauses auf die Inschrift eines Arbeiters, die vom „16. Tag vor den Kalenden des November“ datiert, wie Ausgrabungsleiter Massimo Osanna berichtete – das heißt vom 17. Oktober und damit zwei Monate nach dem bislang als Tag der Katastrophe vermuteten Datum.

Bislang gingen Forscher auf der Grundlage zeitgenössischer Berichte und archäologischer Funde davon aus, das Pompeji und die nahe gelegene Stadt Herculaneum am 24. August 79 vor Christus bei einer gewaltigen Eruption des Vulkans Vesuv verschüttet wurden. Allerdings deuteten laut Ausgrabungsleiter Osanna bereits im 19. Jahrhundert in den Ruinen gefundene versteinerte Herbstfrüchte auf ein späteres Datum hin.

spiegel.de 17.10.2018, ausführlicher: spektrum. de 18.10.2018

Noch etwas anderes zeigt die gefundene Inschrift, wenn die Vermutung richtig ist, ein Arbeiter sei der Urheber gewesen: Selbst Arbeiter und Huren konnten im Imperium Romanum schreiben. Dreihundert Jahre später, am 28. Februar 380, erklärte der Kaiser Theodosius den Wunderglauben einer kleinen, noch recht konfusen und zerstrittenen Sekte, das Christentum, zur Staatsreligion. Weitere dreihundert Jahre nach diesem Sieg war das Schreiben und Lesen eine Ausnahmefähigkeit in Europa.

Noch um 1200 war sie auch in der Oberschicht selten: »Ein ritter sô gelêret was, daz er an den buochen las« (Hartmann von Aue). Renaissance und Reformation beflügelten zwar die Alphabetisierung, aber erst die folgende „Aufklärung“ erreichte allmählich wieder die geistige Freiheit der antiken Philosophen.

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Sigmar Salzburg
28.09.2018 09.27
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Eröffnung Neue Frankfurter Altstadt

Die Zerstörung der alten deutschen Städte durch die alliierten Bomberflotten war ein militärisch sinnloses Kriegs- und Kulturverbrechen. Das „Moral Bombing“ zur Demoralisierung der Bevölkerung bewirkte eher das Gegenteil.

Die linken Modernisten im Gefolge des Architektur-Revoluzzers Le Corbusier (übrigens ein Faschistenfreund), die ähnliches schon gefordert hatten, fanden nun endlich die ersehnten Freiflächen, um ihre Wohnmaschinen und autogerechten Straßen zu verwirklichen.

Ungläubig hörten wir daher in den Sechzigern an der Architekturabteilung Hannover, daß die Polen in der usurpierten Stadt Danzig die Altstadt fassadengetreu wiederaufgebaut hätten.

In Deutschland erfolgten noch weitere Abrisse, im Osten aus Ideologie, im Westen außerdem aus Raffgier. Als in Frankfurt der Frankfurter Römer nachgebaut wurde, empörte sich der Architekturkritiker (und Musikwissenschaftler) Manfred Sack, daß sich Architekten „für derlei hergeben“. (Beim Nachspielen der Musik Mozarts und Bachs hatte er diese Bedenken wohl nicht).

1981 sah ich noch Bäume aus den Fenstern der Ruine der Alten Frankfurter Oper sprießen, die der Dynamit-Rudi, SPD-OB Arndt, hatte wegsprengen wollen. Zwei Jahr später konnte ich an der ersten Musikaufführung dort teilnehmen.

Nun ist seit heute die Neue Altstadt Frankfurt eröffnet, die das frühere Aussehen der Häuser hinter dem Römer annähernd wiedergibt. Den mühsamen Kampf dahin beschreibt der einstige FFB-Vorsitzende Wolfgang Hübner, während die „Junge Freiheit“ einen aufschlußreichen Video-Bericht dazu liefert.


https://youtu.be/lIlLF3yX5ak

Die „Junge Freiheit“ zeigt in der orthographischen Gestalt ihrer Druckausgabe zugleich, wie viel einfacher es wäre, auch in der Rechtsschreibung das Altbewährte wiederherzustellen, das von den Ideologen und Fortschrittsfanatikern zerstört wurde.

Dazu bei Tichy von Thorsten Meyer:
Warum hassen Linke die neue Altstadt?
tichyseinblick.de 27.9.2018

... und vom unserem wackeren Dankwart Guratzsch:
Ist Fachwerk faschistisch?
welt.de 23.4.2018


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Sigmar Salzburg
19.09.2018 18.01
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Graffiti in Pompeji

An den Lesestunden des Antikenexperten Peter Petersen, ehemals Lehrer für Griechisch und Latein an der Kieler Gelehrtenschule, nehmen meine Frau und ich möglichst regelmäßig teil. Am letzten Montag erlebten wir wieder eine kenntnisreiche, gut bebilderte und vergnügliche Interpretation von Senecas Epistula moralis 51: Reise nach BAIAE.

Darüberhinaus versorgt Herr Petersen seine Fangemeinde noch per E-Mail mit Literaturtips, wie diesem:

Polly Lohmann, Graffiti als Interaktionsform. Geritzte Inschriften in den Wohnhäusern Pompejis (Materiale Textkulturen Bd. 16, Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 933), De Gruyter Berlin/Boston 2018 (Diss. München 2016), 486 Seiten, 119,95 €, ISBN 978-3-11-057036-6

Open access: Autorin und Verlag haben den grandiosen Titel gratis zum Download online gestellt:
https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/488442
Ich habe das Buch schon durchgesehen. Es ist (natürlich) in „Reformschreibung“ gehalten, wobei besonders am Anfang die Häufung hypertropher Großschreibung auffällt, z.B. hier als optischer Kategorienfehler, indem das unbestimmte Zählwort „andere“ wie die vorhergenannten Berufe großgeschrieben wird:
Auch einige der pompejanischen Graffiti nennen explizit servi und vernae als ihre Autoren, wie in Kapitel 8.2 zu sehen sein wird, ebenso wie verschiedene Berufsgruppen in den Texten auftauchen, die Lese- und Schreibkenntnisse zumindest in einzelnen Fällen für Weber, Walker, Parfümmacher, Gemmenschneider, Friseure, Ziseleure und Andere belegen.

Von 13 Graffiti im Peristyl der Casa degli Amorini dorati befinden sich elf an den Säulen und nur eine Inschrift an der Westwand. Diese ist, ebenfalls als Einzige [Bezug auf Inschrift!], in griechischen Buchstaben verfasst ...

Würde man den Graffiti als einer Art Wegweisern durch das Haus folgen, passierte man in den Fauces zwei Paar Stiefel, die als antike Graffitizeichnungen einzigartig sind; zwar gibt es, z. B. in Ephesos, vereinzelt Fußabdrücke im Boden, nicht jedoch an der Wand, so dass diese Stiefel eher als Ware in Verbindung mit der nebenstehenden Preisangabe von dreieinhalb Assen stehen.
Hier wurde es spannend: Würde die junge Doktorin für die Einzahl der römischen Münze die reformierte Assschreibung verwenden? Aber es kann Entwarnung gegeben werden:
Dafür machte eine Hedone im Atrium der Casa dell’Orso (VII 2,44–45) klar: „Hedone sagt: Für 1 As trinkt man hier. Wenn du einen Doppelten gibst, wirst du Besseres trinken; und vier, wenn du die gibst, so wirst du Falerner trinken“
Geschenkt, daß viele Wandkritzeleien als „aufwändig“ „platziert“ beschrieben werden. Unterhaltsam deftig sind dagegen die Inschriften der Lupanarien*:
Ohne Namen lassen sich Frauen grammatikalisch kaum im Material fassen, außer z. B. in dem prominenten Fall aus dem bereits mehrfach angeführten Bordell VII 12,18–20:„Hic ego fututa sum.
Das erinnert daran, daß Teil ihres Arbeitsgebietes „Gender Studies“ sein sollen, ohne die heute wohl keine Karriere zu machen ist.– Im Laufe der Jahrhunderte der Freilegung dieser antiken Stätten sind, wie Polly Lohmann nachweist, Unmengen alter Graffiti verwittert und verschwunden. Bei meinem letzten Besuch in Pompeji war auch ich entsetzt, wie wenig geschützt diese Zeichen antiken Lebens waren.

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Sigmar Salzburg
10.09.2018 02.51
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Palmyra

faz.net 6.9.2018 Im September 2008 kam Hans Puttnies nach Palmyra... Er filmte, was er sah und was damals noch jeder sehen konnte ...

Würde Puttnies heute wieder nach Palmyra fahren, fände er fast nichts mehr von dem wieder, was er vor zehn Jahren aufgenommen hat. Das Museum ist verwüstet, die Löwenstatue zerschlagen. Den Baalschamintempel und die Grabtürme haben Handlanger des „Islamischen Staats“ im August 2015 gesprengt, der Hadriansbogen folgte im Oktober.

Vom großen Baaltempel stehen nur noch die Außenmauern und der Torzugang der Cella. Der Tetrapylon an der Kreuzung der Kolonnaden mit der antiken Ost-West-Achse, der dem ersten Vernichtungsfuror entgangen war, wurde bei der zeitweiligen Rückeroberung Palmyras durch den IS im Frühjahr 2017 gesprengt. Die Ruinenstätte, seit 1980 Weltkulturerbe, ist praktisch planiert, der Anblick, den sie einmal bot, eine ferne Erinnerung.
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http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/video-filmkritiken/film-ueber-vom-is-zerstoerte-ruinenstadt-palmyra-15771317.html

[Nicht erwähnt:] Die Dschihadisten des IS haben in Palmyra den syrischen Archäologen Khaled Asaad ermordet. Der 82-Jährige hatte ein halbes Jahrhundert lang die Ruinenstadt erforscht... Seine Leiche soll seither an einer der römischen Säulen hängen, die er selbst restauriert hat. [Schuld:] Pflege der „Götzen“ von Palmyra. faz.net 19.8.2015

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Sigmar Salzburg
27.07.2018 05.54
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Bayreuth

»Ich wollt', ich wär' ein Huhn, ich hätt' nicht viel zu tun,
ich legte täglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei.«

Dieses Liedchen des „Meistersextetts, früher Comedian Harmonists“ von 1935 läßt einen neiderfüllt auch an Peter Bartels' Textproduktion denken. Der ehemalige BILD-Chef kann einfach nicht anders, und wo er seinen trivial geschulten Blick hinwendet, kommt ein satirisch-sarkastischer Text heraus, der sogar bei BILD verboten gewesen wäre. Diesmal über das Kulturereignis Bayreuth:

„EINSAM IN TRÜBEN TAGEN …“

Lohengrin grinst: Grüne Wachtel auf dem Grünen Hügel


26. Juli 2018

Thema „Lohengrin“ und Merkel, passt wie Faust aufs Auge.

Von PETER BARTELS | Es ist mal wieder soweit – der Grüne Hügel in Bayreuth bebt. Alles, was sich für was hält, ächzt viereinhalb Stunden auf Wagners harten Stühlen. ‚Bitte vorher Pippi machen‘, fleht Horst Cronauer in BILD. Und: Handy aus, wer nicht sterben will …

Der inzwischen silberne Horst aus der Frankfurter Redaktion warnt jedes Jahr. Er kennt sich aus mit Richard: Bei Wagner darf man nur NACH den Akten klatschen. Nicht, wie bei Verdi die Itaker, mittendrin, weil grad einer so schön geträllert oder geknödelt hat. Klaro, Croni!!

Unter den Nickeseln ist alles, was sich noch Schminken läßt – sogar die ewige Désirée Nick (61) wirkt wie Tau … Gesundheitsminister/In Jens Spahn (38) mit schlaffer Damen-, Ehemann Daniel Funke (36) mit strammer Herren-Fliege, wie es sich halt auch bei spießigen Schwulen gehört … FDP-Chef Christian Lindner (39) extra mit neuer RTL-Franca (28); bei ihm reicht „die Nackenhaare schön“, bei ihr noch Kernseife … Und unser aller Peronje aus Schlesien, der Thomas Gottschalk (68) und seine allzeit tapfere Thea (72); ER die Haare Dreiwettertaft, SIE sogar mit – ungewollt (?) – AfD-blauer Strähne. Guckst Du, Bystron … sag’s dem Gauland, der Weidel!!

Und dann, natürlich, SIE!! Walküre. Klein aber Klotz. Grün? Mighty-Mint! Bis zum Täschchen, zu den Schühchen. Hach, wenn das Antonia¹ keine so fettigen, langen Zotteln hätte … dream couple!! Aber wer weiß?? So jedenfalls mußte Angela (64), die mächtigste Watschel-Wachtel der Welt, mal wieder mit ihrem Prinzgemahl, dem ewig säuerlichen Springer-Prof. Sauer (69), Vorlieb nehmen (Aufsichtsrats-Gehalt: 10.000 Euro! Jahr oder Monat? Eigentlich egal …). [...]

pi-news.net 26.7.2018

Orthogaphieanalyse – 778 Wörter: 2 dass; passt; traditionell: mußte, paßt, läßt; soweit; [Wagner-Zitat: daß, muß]
Der sächsische Komponist und Dichter wollte einst dem ewigen „heiligen Deutschland“ ein Denkmal setzen, wurde zeitweilig als „Führervorbild“ verfemt und hätte sich sicher nicht träumen lassen, daß nun die ewige Kanzlerin der „mehr oder weniger länger hier Lebenden“ routinemäßig zu seinen Weihespielen wallfahrtet.

¹) Anton Hofreiter?

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