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Sigmar Salzburg
31.03.2021 09.35
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Komplott weißer Selbstzerstörer und schwarzer Wichtigtuer?

Beethoven und Mozart werden jetzt »gecancelt«

Oxford: Klassische Musik ist zu weiß


Die Oxford University will den Lehrplan »dekolonialisieren« und nennt z.B. klassische Musik »weiße Musik der Sklavenära«, wie der Telegraph enthüllt.

Der Telegraph hat interne Dokumente der ältesten englischsprachigen Universität der Welt eingesehen, nach dem Dozenten den Lehrplan kritisieren, wegen »Mittäterschaft mit weißem Nationalismus«. Die Musik von Mozart, Beethoven und anderen klassischen Komponisten sei »weiße Musik der Sklavenära« und Teil der »weißen Vorherrschaft«, kritisieren die Dozenten. Das Notensystem müsse reformiert werden, da es Teil des »kolonialistischen Repräsentationssystems« sei. Musikalische Notenschreibung, die ihre »Verbindungen zur kolonialen Vergangenheit nicht abgeschüttelt« habe, sei ein »Schlag ins Gesicht« für manche Musikstudenten.

Die klassischen musikalischen Fertigkeiten wie Klavierspielen oder Dirigieren sollten nicht mehr verpflichtend sein, da sie »weiße Musik strukturell bevorzugen« und daher »farbigen Studenten großes Leid verursachen«. Außerdem werde kritisiert, dass die »überwiegende Mehrzahl von Musiklehrern weiße Männer« seien, berichtet der Telegraph.

Dozenten beklagen, dass »die Struktur des Lehrplans weiße Überlegenheit befördert«, dass der Lehrkörper »fast rein weiß« sei, und »daher weiße Musik privilegiere«.

Zu den Reformvorschlägen gehören ein Fokus auf »die Musik Afrikas und der afrikanischen Diaspora«, »Weltmusik« und »Popmusik«, so wie Hiphop und Jazzmusik.

freiewelt.net 31.3.2021. Siehe auch JF 31.3.2021

Um 1600 waren englische Musiker noch stolz, „Bachelor of Musicke in both the Uniuersities“ zu sein. Bald reicht‘s nur bis zum Trommel-Abitur. Nach Steven Weinberg, Nobelpreis 1979, sind die moderne Naturwissenschaft und die polyphone Musik Geschenke des (weißen) Westens an die Welt. Die Schwarzen konnten mit ihrer Musikbegabung ein bis dahin unbekanntes Terrain erschließen. Aber erst die wissenschaftliche Notation Europas ermöglichte die weitere Entwicklung.

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Sigmar Salzburg
20.03.2021 04.52
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Frühlingsanfang 20. März 2021

Im alten China kam im buddhistisch missionierten Teil der Bevölkerung die Vorstellung eines vielarmigen weiblichen Bodhisattva auf. Dieses indisch inspirierte Geistwesen (Avalokiteshvara, chin. Guanyin 觀音 Reform:观音), Symbol des Mitempfindens, nahm bald den Rang einer Göttin ein, deren Fest im Frühjahr gefeiert wurde. Erst vor wenigen Jahren sollte eine 99 m hohe Statue, errichtet bis 2009 von örtlichen Vereinen in Ningxiang, Hunan, die vernichtende „Kulturrevolution“ vergessen machen.

Ab 1997 verfolgte der Choreograph Zhang Jigang den Gedanken, gehörlose Mädchen diese Figur darstellen zu lassen. Berühmt wurde die Aufführung von 21 als Tempeltänzerinnen gekleideten jungen Frauen, die ohne die Musik zu hören, nach Handzeichen eine perfekte Choreographie vollführten. Kürzlich stellte man für ein Frühlingsfestival die junge Schauspielerin Guan Xiaotong
(关晓彤 ) an die Spitze der kleinen Truppe – anstelle von Tai Lihua ( 邰丽华 *1976, ertaubt mit 2 nach einer Impfung). Auch als kurze Werbe-Show für das Vivo-Smartphone ist der Reiz noch erhalten geblieben.



Geä. 31.3.2021

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Sigmar Salzburg
20.12.2020 08.37
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Musik zum 4. Advent



John Cage – Organ2/ASLSP (As Slow As Possible) – Christoph Bossert – Orgel 4:02 min

In seinen letzten Lebensjahren schuf der Happening-Komponist John Cage (1912-1992) das Orgelstück „So langsam wie möglich“. Ob er noch selbst auf den Gedanken kam, die Dauer dieses Stücks auf die 639 Jahre auszudehnen, die im Jahre 2000 seit dem Bau der ersten europäischen Großorgel im Dom zu Halberstadt vergangen waren, weiß ich nicht.

Michael Praetorius hat diese Orgel noch gesehen und in seinem „Syntagma Musicum“ 1619 beschrieben. Zu ihrem Betrieb waren zehn Kalkanten (Orgelbalgtreter) notwendig. Sie soll als erste eine chromatische Tastatur (besser Hebelwerk) besessen haben. Das heute in Halberstadt laufende Cage-Stück wird (vielleicht) bis zum Jahre 2640 dauern. Hier kann man es auf vier Minuten zusammengedrängt hören.


https://youtu.be/lW3FP_atp1w

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Sigmar Salzburg
13.12.2020 14.30
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Musikgenuß zum 3. Advent



EARLY MUSIC MIDI

Die drei jungen Damen des Meisters der weiblichen Halbfiguren spielen gerade die Chanson von Claudin de Sermisy „Jouyssance vous donneray“ nach Worten von Clément Marot.

Der Text ist sicher weltlich gemeint; der in seiner Zeit berühmte Komponist war aber Geistlicher.

Vom namentlich unbekannten Maler sind zahlreiche ähnlich typisierte Bildnisse musizierender Frauen überliefert, deren sorgfältig abgemalte Noten lesbar und deren Lautentabulaturen spielbar sind.

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Sigmar Salzburg
17.11.2020 13.04
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Neues zur Geschichte der Newtonschen Physik

Hunderte Erstausgaben von Newtons „Principia“ aufgespürt

Mit seinem Hauptwerk „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“ begründete Isaac Newton im Jahr 1687 die klassische Physik. Doch bislang war unklar, wie viele Exemplare von diesem Werk damals kursierten und wie stark es gelesen wurde. Jetzt haben Historiker in zehnjähriger Suche 387 Erstausgaben der „Principia“ aufgespürt, davon rund 200 zuvor unbekannte Exemplare. Ihre Untersuchungen belegen zudem, dass keineswegs nur Mathematiker dieses Werk lasen.

Ob das Trägheitsprinzip, der Impulserhaltungssatz oder das Reaktionsprinzip: Die Gesetze von Isaac Newton bilden bis heute die Grundlage der klassischen Mechanik. Seine Forschung legte aber auch die Grundlage für das Verständnis der Schwerkraft und der Bahnen von Himmelskörpern. Veröffentlicht hat der englische Gelehrte seine Schlussfolgerungen im Jahr 1687 in seinem dreibändigen Hauptwerk „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“, kurz „Principia“...

wissenschaft.de 17.11.2020

Einer der Leser muß auch Voltaire gewesen sein. Mir wurde einmal ein Original seines Buches „Elemens de la Philosophie de Neuton“ angeboten, das die Schwerkrafttheorie popularisierte – leider zu stark beschädigt.

Jetzt sehe ich, daß Newtons Werk mit Imprimatur von „S. PEPYS, Reg. Sec. PRÆSES julii 5. 1686“, gedruckt wurde. Samuel Pepys, der hohe Londoner Regierungsbeamte, ist berühmt für seine intimen Tagebuchnotizen, die er jahrelang in damaliger Eilschrift verfaßt hat, lange verkannt als Geheimschrift.

Ein kürzlich verstorbener Bekannter erinnerte mich immer an ihn in seiner hedonistischen Lebenseinstellung: „Wir Juristen können alles.“

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Sigmar Salzburg
21.10.2020 05.01
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Am Tag der Deutschen Einheit

Berichte: Anschlag auf Kunstwerke und Antiken auf Berliner Museumsinsel
21.10.2020, 01:46 Uhr | dpa, aj

Sinnloser Vandalismus oder eine gezielte Tat? In den weltberühmten Museen im Herzen Berlins wurden am 3. Oktober offenbar mutwillig umfangreiche Schäden an Kunstwerken und Artefakten angerichtet.

Auf der Berliner Museumsinsel sind Dutzende Ausstellungsobjekte nach Medienberichten von Unbekannten beschädigt worden. Laut „Zeit“ handelt es sich um einen „der umfangreichsten Angriffe auf Kunstwerke und Antiken in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands“.

Ein oder mehrere unbekannte Täter hätten mindestens 70 Objekte im Pergamonmuseum, dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie und an anderen Standorten mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt, hieß es in einem Bericht der „Zeit“ und des Deutschlandfunks. Darunter seien ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts. Die Flüssigkeit habe darauf sichtbare Flecken hinterlassen.

Die Vorfälle sollen sich bereits am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zugetragen haben und bislang nicht öffentlich gemacht worden sein. Ob der Tag absichtlich gewählt wurde, war zunächst unklar. Zu den Motiven des Täters oder der Täter war zunächst nichts bekannt...

t-online.de 21.10.2020

Als sich der Kultusminister Zehetmair anläßlich der Rechtschreib„reform“ darüber freute, daß die deutsche Sprache wieder Gesprächsstoff sei, verglich ein Leser dies mit der Freude eines Museumswärters über das Säureattentat auf Rubens‘ „Höllensturz der Verdammten“ 1959, das nun zu einer intensiveren Beschäftigung mit Rubens geführt habe.

Wer könnte sich jetzt über diesen Anschlag eines wahrscheinlich unterbelichteten Wichtigtuers freuen? Der Islamische Staat, der in Nahost so etwas sogar mörderisch betrieben hat? Sonstige Sekten? Die linke Antifa, die die Schaustellung angeblich kolonialen Erbes wittert? Oder die neudeutsche Journalistin Ferda Ataman, die meinte, die deutsche Wiedervereinigung habe für viele einen „völkischen Beigeschmack“ gehabt. Noch nie hatte Deutschland innerhalb Deutschlands so viele Feinde.

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Sigmar Salzburg
09.10.2020 09.00
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Pompeji

Polly Lohmann haben wir hier schon mit ihrem Buch über römische Graffiti kennengelernt. Jetzt hat sie bei Scinexx ein „Dossier“ über das Kulturerbe „Pompeji“ veröffentlicht.

Römisches Erbe zwischen Kultur und Natur
Pompeji – Zeitreise in die Antike


scinexx.de 6.10.2020

Sehr empfehlenswert!

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Sigmar Salzburg
10.09.2020 09.29
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Ass-Art

Zufällig wurde ich an meine Studienzeit erinnert:

Timm Ulrichs ist ein deutscher Künstler und emeritierter Professor.
Geboren: 31. März 1940 (Alter 80 Jahre), Berlin
Ausbildung: Leibniz Universität Hannover (1959–1966) [Wikipedia]
Damals hieß die „Ausbildungs“stätte noch „Technische Hochschule“:
(dpa) Die schiere Masse und Vielfältigkeit von Ulrichs unterschiedlichsten Einfällen suche ihresgleichen, lobte die Jury des mit 12 000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preises, den der Autodidakt mit abgebrochenem Architekturstudium in diesem Januar erhielt. Ulrichs selbst kokettiert häufig damit, dass andere deutsche Künstler seiner Generation wie Gerhard Richter oder Georg Baselitz international berühmt und reich wurden, während er nach viel_versprechendem Beginn leider nicht über die „zweite Liga“ hinausgekommen sei.
monopol-magazin.de 31.3.2020
Ich erinnere mich noch, daß mein Studienkollege bei unserem Malprofessor Kurt Sohns unbeholfen mit Kartoffelstempeln versuchte, etwas Neues zu kreieren, was ihn nach seiner Aussage berühmter als Sohns machen sollte. Bald darauf erklärte er Eier durch den Stempelaufdruck „Kunstwerk“ zu einem solchen und schenkte eins davon unserem Statikprofessor. Der sagte, solche Leute gehörten nicht auf die Hochschule. Das nahm er wohl wörtlich, schlug sich weiter als Gagerfinder durch und wurde ganz schnell von einem linken Kultusminister zum Professor ernannt.

Immerhin war er nicht so zerstörerisch wie sein Vorläufer Arnulf Rainer, der nun schon neunzig ist:
In den Jahren 1953 bis 1959 lebte Rainer zurückgezogen in einer möbellosen, verlassenen Villa seiner Eltern ... Dort begann er die Werkgruppe der Reduktionen, die als Vorstufe seiner weltberühmten Übermalungen gilt... 1961 wurde Arnulf Rainer in Wolfsburg wegen der öffentlichen Übermalung eines prämierten Bildes gerichtlich verurteilt... 1981 erhielt er eine Professur an der Akademie der bildenden Künste in Wien ...
Als die Bilder zu einförmig schwarz wurden, ließ er Teile des Originals sichtbar. Kollegen sandten ihm daraufhin mißratene Bilder, um ihnen auf diese Weise doch noch etwas Ewigkeitswert zu verschaffen.

Kürzlich kopierte auch der geheimnisumwitterte Straßenkünstler Banksy den Zerstörungstrick:
Es war ein riesiger Schock bei der Versteigerung: Ein Werk des weltbekannten Street-Art-Künstlers Banksy hat sich nach der Auktion selbst zerstört. Kaum war das Bild „Girl with Balloon“ (Mädchen mit Ballon, 2006) bei Sotheby’s in London für den Rekordpreis von umgerechnet 1,2 Millionen Euro versteigert worden, schaltete sich ein im Rahmen versteckter Schredder ein und zerkleinerte es...
bild.de 5.2.2019
Banksy wußte wohl nicht, wohin mit seinen Millionen und stieg in die „Seenot“rettung zur Neubesiedlung Europas ein:
Banksy’s involvement in the rescue mission goes back to September 2019 when he sent an email to Pia Klemp, the former captain of several NGO boats that have rescued thousands of people over recent years.

“Hello Pia, I’ve read about your story in the papers. You sound like a badass*,” he wrote. “I am an artist from the UK and I’ve made some work about the migrant crisis, obviously I can’t keep the money. Could you use it to buy a new boat or something? Please let me know. Well done. Banksy.”

Klemp, who initially thought it was a joke, believes she was chosen by Banksy due to her political stance. “I don’t see sea rescue as a humanitarian action, but as part of an anti-fascist fight,” she told the Guardian.

theguardian.com 27.8.2020
Damit sind wir in der Gegenwart, wo „wir es so herrlich weit gebracht“.

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Sigmar Salzburg
07.08.2020 21.52
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Das Voynich-Manuskript

Vor zwei Jahren hatten wir über den Entzifferungsversuch des englischen Romanisten Gerard Cheshire am berühmten Voynich-Manuskript aus der Zeit um 1500 berichtet. Überzeugende Erfolge sind ihm wohl versagt geblieben. Jetzt schreibt die taz, neuerdings im Lübecker Lokal-Gender-Dialekt, daß Professor Rainer Hannig, „der zu den bedeutendsten Ägyptolog:innen und Expert:innen zählt“, eine Lösung gefunden habe:

Dekodierung des Voynich-Manuskriptes:
„Nachher ist es ein Kochbuch“


... Seit Jahrzehnten schon stellt das Voynich-Manuskript Linguist:innen und Historiker:innen vor ein Rätsel – weil bisher niemand wusste, was auf diesen sechs Jahrhunderte alten Seiten eigentlich steht. Rainer Hannig, Forscher am Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim, will das Problem nun gelöst haben. ...

Der Professor zählt gegenwärtig zu den weltweit bedeutendsten Ägyptolog:innen und Expert:innen im Bereich der Hieroglyphen. Er spricht mehrere Sprachen, darunter Altägyptisch und Chinesisch, und arbeitet als wissenschaftlicher Berater am Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim. ...

Seit Jahrzehnten versuchen Forscher:innen, das Rätsel zu lösen, und folgen dabei verschiedensten Ansätzen: die Dechiffrierung des angeblich ursprünglich lateinischen Textes, die Entzifferung mittels eines Algorithmus oder gar das Absprechen des Voynich von jeglichem Inhalt, die sogenannte Schabernack-Hypothese.

Vermutlich aus dem südosteuropäischen Raum

Doch noch keine dieser Herangehensweisen führte zum Ziel. Jetzt, mehr als hundert Jahre nachdem das Manuskript wieder aufgetaucht ist, will Rainer Hannig den „Weg zur Entzifferung“, so heißt sein aktuelles Forschungspapier, entdeckt haben...

Die Sprache, auf der Hannigs Entschlüsselung basiert, ist Hebräisch. Das erkennbare Sprach- und Schriftmuster des Voynich entspreche demnach dem der afro-asiatischen Sprachen und im Speziellen der Untergruppe der semitischen Sprachen. ... Das Manuskript, mutmaßt die Historikerin, könne eine Art „Insider-Schrift“ beinhalten, die das Wissen der Minderheit schützen sollte.

Um welche Formen des Wissens es sich handelt, kann nicht zuletzt anhand der konsequenten Bebilderung der Texte interpretiert werden: botanische Zeichnungen, Sternenhimmel, Organe, Tiere. „Zu den Pflanzen gibt es schon viele Deutungen, erklärt Daniela Rutica. Ein Erfolgserlebnis ihres Mannes sei gewesen, als er eine Passage mit „roter Stiel“ übersetzte und auf der Seite eine Pflanze mit einem roten Stengel zu sehen war...

In einer von Hannigs interpretativen Übersetzungen ist die Rede von einem kranken Bauern, der eine Suppe isst und dann zum Arzt geht. Um aber genauer zu verstehen, was es mit dieser Passage auf sich hat, bedarf es nun der weiteren Forschung durch Hebraist:innen. „Jetzt brauchen wir die Spezialisten“ [Spezialist:innen?], erklärt Schulz.

„Ein Wort zu übersetzen, heißt, den kulturellen Hintergrund zu verstehen“, sagt Daniela Rutica. Ihre Kollegin Angela Kaiser lacht: „Nachher ist es ein Kochbuch.“ Ob mittelalterliche Apothekenumschau oder 246-Seiten-Rezeptkatalog: Das Team um Rainer Hannig wolle möglichst bald ein Kolloquium einberufen, bei dem sich Forscher:innen verschiedener Fachbereiche dem Voynich und der Frage, worum genau es denn jetzt geht, widmen können.
...
taz.de 2.8.2020

802 Wörter: 3 dass , 2 sonst. ss -„ Reformerleichterungen ”, umso , auf Hebräisch „Genderwahn“: 8mal …:innen ; traditionell: sogenannte, Stengel.
Der erwähnte rote Stengel findet sich auf dem herunterladbaren PDF Dokument
kᶟwˁn-ᶟ ᶟp:er wˁm et:ˁr ad:ˁm Kerḥᶟ
„Aschfarbene Flockenblume mit rotem, kahlem Stengel“.

... et:ˁr חֹּטֶר ḥoter „Stengel“.
Das ḥ am Wortanfang wird nicht geschrieben und gesprochen. Aussprache: *eter.

...ad:ˁm אָדֹּ ם ᶟadom „rot“. Aussprache: *adom.

Man vergleiche die rote Bemalung des Stengels in der Zeichnung!
Hebräisch ist mir leider nicht zugänglich, die lexikalischen Notizen zu den verwandten Sprachen Akkadisch und Ugaritisch schon eher. Es ist zu hoffen, daß der Inhalt des Manuskripts bald systematisch erfaßt werden kann.

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Sigmar Salzburg
10.07.2020 14.42
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Die Religion des Unfriedens greift wieder zu

Türkei
Gericht hebt Museumsstatus der Hagia Sofia auf


... Nun hat das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei entschieden, dass die Hagia Sophia kein Museum mehr ist – sie kann damit wieder zur Moschee umgewidmet werden.

Der Status des Bauwerks ist ein Politikum. Anhänger der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP fordern seit Langem, die Hagia Sophia wieder in eine Moschee umzuwandeln...

Die im 6. Jahrhundert nach Christus erbaute Hagia Sophia (griechisch: Heilige Weisheit) war fast ein Jahrtausend lang das größte Gotteshaus der Christenheit und Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, in der die Kaiser gekrönt wurden.

Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen wandelte Sultan Mehmet II. („Der Eroberer“) die Hagia Sophia in eine Moschee um und fügte ihr als äußeres Kennzeichen vier Minarette hinzu. Auf Betreiben des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk ordnete der Ministerrat im Jahr 1934 die Umwandlung in ein Museum an. Um die Gültigkeit dieses Beschlusses des damaligen Ministerrats ging es nun vor dem türkischen Gericht.

spiegel.de 10.7.2020

Eine weise Entscheidung Atatürks wurde zunichte gemacht – aus dem Herrschaftsanspruch einer absurden Religion heraus. Näheres wurde bei uns schon angesprochen: hier, da, dort und so fort – bis zu aktuellen Auswirkungen der Eroberung von 1453 auf Deutschland.

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Sigmar Salzburg
09.07.2020 08.13
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Mohrenstraße

Berliner Zeitung
Kolumne:
Auf zur Rettung der Mohrenstraße!
Götz Aly


Berlin Seit einigen Jahren will eine Aktivistengruppe die Berliner Mohrenstraße wegbenennen, weil der Name Menschen afrikanischen Ursprungs beleidige. Das ist nicht der Fall.

Denn die fragliche Straße ist Teil der unter König Friedrich I. vor mehr als 300 Jahren errichteten Berliner Friedrichstadt. In deren Mitte verlaufen daher die Friedrichstraße und parallel dazu die Charlottenstraße, benannt nach Friedrichs Gattin Sophie Charlotte. Die Regierungszeit beider steht für das wirtschaftliche und geistige Wiedererwachen Berlins nach den menschlichen und materiellen Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges. Die neue Vorstadt wurde schachbrettartig angelegt. Grundstruktur und Straßennamen haben sich bis heute erhalten.

Da König und Königin städtischen Fortschritt herbeiwünschten, ehrten sie besonders die protestantischen Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, die Hugenotten...

Zu den Querstraßen dieses Viertels zählen die Jäger-, Tauben-, Krausen-, Schützen-, Kronen-, Koch- und Zimmerstraße. Alle diese Straßennamen bezeichnen aufstrebende Berufsstände und Aktivitäten des entstehenden Bürgertums – und mitten drin finden wir die Mohrenstraße...

Berlin ist arm an historischer Substanz. Immerhin erhielten sich in den Namen von Straßen und Plätzen wichtige Schriftdenkmale. Sie widerstanden wilhelminischer Großmannssucht, Hitlers Germania-Plänen, Bombenkrieg und nazistischem Endkampf; sie überdauerten den Furor der autogerechten Stadt, der nach 1945 in beiden Stadthälften Berlins zu weiteren großflächigen Zerstörungen führte. Retten wir also, was zu retten ist!

Das Berliner Gesetz zum Denkmalschutz schließt nicht nur Bauwerke ein, sondern auch „Denkmalbereiche“. Laut Paragraf 2, Absatz 3 umfassen sie „eine Mehrheit baulicher Anlagen einschließlich der mit ihnen verbundenen Straßen und Plätze“. Dazu gehören in der Grundstruktur erhaltene städtische Ensembles wie die Friedrichstadt und selbstverständlich die historischen Straßennamen.

Es wäre gut, wenn das Berliner Abgeordnetenhaus dieses Gesetz entsprechend präzisierte. Denn schon versucht Stadträtin Sabine Weißler (Grüne, Bezirk Mitte) – unterstützt von Mitgliedern ihrer schon im Afrikanischen Viertel kenntnisarm tätigen Geheimjury –, in der winzig klein gewordenen historischen Substanz Berlins herumzupfuschen.

berliner-zeitung.de 30.6.2020

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Sigmar Salzburg
06.04.2020 14.58
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500ster Todestag

Raffael von Urbino
Geboren am 26 März (Karfreitag) 1483 zu Urbino
Gestorben am 6. April (Karfreitag) 1520 zu Rom
Nach Giorgio Vasari

Ohne Beschränkung freigebig und liebreich sendet der Himmel bisweilen einem einzigen Menschen den unendlichen Reichtum seiner Schätze, alle Anmut und seltene Gaben, welche er sonst in langem Zeitraum unter vielen zu verteilen pflegt.

Das sieht man deutlich an dem eben so herrlichen als anmutigen Raffael Sanzio von Urbino. Ihm war von der Natur jene Güte und Bescheidenheit verliehen, welche bisweilen solche schmückt, die vorzugsweise vor anderen mit anmutigem Wesen eine liebenswürdige Freundlichkeit verbinden, wodurch sie den verschiedensten Personen gegenüber, wie in allen Dingen, stets liebreich erscheinen und Wohlgefallen erwecken.

Die Natur war durch die Hand Michelagnolos von der Kunst besiegt, und schenkte Raffael der Welt, um nicht nur von ihr, sondern auch durch die Sitte übertroffen zu werden. Und in der Tat, da der größte Teil der Künstler, welche bis dahin gelebt hatten, sich nicht von einer gewissen Torheit und Rohheit freimachen konnten, wodurch sie in sich selbst versunken, nicht nur Phantasten geworden waren, sondern auch oft in ihrem Tun mehr das Dunkel des Lasters als das Licht und den Glanz der Tugenden, welche die Menschen unsterblich machen, gezeigt hatten: so war es wohl billig, daß sie in Raffael die seltensten Vorzüge des Herzens widerstrahlen ließ, von soviel Anmut, Fleiß, Schönheit, Bescheidenheit und trefflichen Sitten begleitet, daß sie genügt hätten, jedes noch so schlimme Laster, jeden noch so großen Fehler zu verdecken.

Gewiß kann man sagen: wen so reiche Gaben schmücken, der sei nicht nur schlechthin ein Mensch, sondern wenn der Ausdruck erlaubt ist, ein sterblicher Gott zu nennen, und wer durch seine Werke hier auf Erden einen so ehrenvollen Namen in den Geschichtsbüchern hinterläßt, der darf auch hoffen, im Himmel die Freude zu genießen, deren seine Anstrengungen und Verdienste würdig sind...

Nach den „Lebensbeschreibungen“ Giorgio Vasaris, deutsch Berlin 1920, im Verlag von Julius Bard

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Sigmar Salzburg
10.10.2019 14.50
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Trost in der Musik

Die Welt ist wieder so traurig geworden, daß es not tut, sich und andere aufzurichten. Was könnte da besser helfen als Musik, hier dargeboten von scheinbar zufällig zusammengelaufenen Mitgliedern der Philharmonie Nürnberg und des Hans-Sachs-Chores auf dem Platz vor St. Lorenz.



Nürnberg war bis zum Krieg die einzige erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands und einst berühmt für Kunst und Kunsthandwerk. Dürer braucht nicht erwähnt zu werden, aber auch den berühmtesten frühen Organisten brachte die Stadt hervor, Conrad Pauman (1410-1473), der zunächst an St. Sebald wirkte und später nach München übersiedelte. Berühmt waren auch die Kunst- und Feinschmiede der Stadt, die um die gleiche Zeit neben vielem anderen die Taschenuhr erfanden.

Von den unzähligen kleineren Bauten der Stadt ist das meiste verloren, denn leider hatte der „Gröfaz“ Nürnberg zur Stadt seiner Bewegung erwählt, so daß die Alliierten wohl meinten, den verhinderten Architekten durch Zerstörung dieses Gesamtkunstwerks demoralisieren zu können – um damit das Volk auf ihre Seite zu ziehen?

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Sigmar Salzburg
28.07.2019 13.42
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BILD-Plebs fordert Boykott von „Schwulenhasser“

Seit 1876 finden die Bayreuther Festspiele mit Aufführungen der wichtigsten Opern Richard Wagners (1813–1883) statt – in diesem Jahr unter der Stabführung des russischen Dirigenten Valery Gergiev (*1953). BILD brandmarkt Wagner diesmal nicht als „Antisemiten“ – angesichts des „elitären“ Publikums, jedoch Gergiev als „Schwulenhasser“ und „Putin-Freund“.

Bei Wagner-Festspielen in Bayreuth
Warum applaudieren unsere Spitzenpolitiker einem Schwulenhasser?


Die Promis ließen sich die drückende Hitze nicht anmerken. „Mich hält das nicht vom Musikgenuss ab“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU), die gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (52, CSU) und seiner Frau Karin auf dem „Grünen Hügel“ vorfuhr.

Wer außerdem noch da war...

[Bild] Jens Spahn (39, r.) und Ehemann Daniel Funke
Vor Jahren erntete Otto Waalkes noch Heiterkeitsstürme mit dem Dialog:
„Sie sind mein Mann!“ Otto: „Was sagt Ihre Frau dazu?“
Seit dem 30. Juni 2017 ist die von der Kanzlerin im unterbesetzten Parlament durchgesetzte Begriffsumfälschung der „Ehe“ Wirklichkeit geworden – mit ihrer scheinheiligen Gegenstimme: Merkel-Demokratur eben.
Valery Gergiev (66) gilt als musikalisches Genie, als einer der „gefragtesten Dirigenten“ weltweit („Zeit“).

Aber: Wegen seiner allzu engen Freundschaft zu Russlands anti-demokratischem Präsidenten Wladimir Putin und offener Hetze gegen Homosexuelle müssten seine Auftritte für deutsche Politiker eigentlich tabu sein.

TROTZDEM dirigierte Gergiev am Donnerstag die Tannhäuser-Premiere in Bayreuth (BILD berichtete). Und die Elite der deutschen Politik spendete ihm Beifall!


Im Publikum saßen u. a. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, langjährige Befürworterin der Öffnung der Ehe für Homosexuelle...

Immerhin: Dirigent Gergiev erhielt nach der Vorstellung vereinzelt Buhrufe aus dem Publikum.

Auffallend: Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke verzichteten darauf, Gergiev zu applaudieren.

bild.de 26.07.2019 – 22:51 Uhr
Hätten sie sich nicht ganz fernhalten müssen von einer von einem „Schwulenhasser” dirigierten „Antisemitenmusik“? Andere Beobachter kritisieren den Aufzug der „Promis“ ganz unehrerbietig, etwa Wolfgang Prabel, in fast richtiger Traditionsschreibung:
Merkel wieder in einer Wurstpelle

In Bayreuth trat die Kanzlerin wieder wie schon gewohnt in einem Walkürengewand auf, blos dieses Mal in Grashüpfergrün. Ist es aus Kunstleder oder aus Plastik? Das fragte sich ein verwunderter Betrachter auf Facebook...

Gerhard Schröder hatte das Eis gebrochen. Er war der erste Kanzler, der sich die langdauernden und schwülstigen Opern des Antisemiten Wagner anhörte. Die erfolgreicheren Kanzler vorher gingen Hitlers Lieblingskomponisten aus dem Weg.

Wenn man das Personal Revue passieren läßt, welches von der Lügenpresse in Bayreuth gesichtet wurde, so handelt es sich durchweg um sehr fragwürdiges Politgesocks: Kerosinkatha, Stasigrütters und Quoten-KGE. Es fällt auf, daß mittlerweile sogar Grüne Gefallen an prenationalsozialistischer Musik finden...

prabelsblog.de 26.7.2019
Den „rechten“ Frankfurter Wolfgang Hübner stört wieder anderes am meisten:
WELTBERÜHMTER RUSSISCHER DIRIGENT NIEDERGEBUHT
Die Schande von Bayreuth


Von WOLFGANG HÜBNER | Nein, die Überschrift spielt nicht auf die grauenhafte Premierengarderobe von Angela Merkel an, die auch in diesem Jahr bei den Bayreuther Richard-Wagner Festspielen weilt und zu deren Auftakt die Neuinszenierung der romantischen Oper „Tannhäuser“ am Donnerstag heimsuchte. Die Schande bezieht sich vielmehr auf das Buhkonzert eines völlig verblödeten, verhetzten und von abstoßenden Größenwahn heimgesuchten „Elite“-Publikums, das den weltberühmten russischen Dirigenten und Intendanten Valery Gergiev nach der Vorstellung ausbuhte...

Ich bin ganz sicher: All jene, die an Gergiev ihr lächerliches Mütchen abreagiert haben, hätten aus voller Kehle und mit strammem „deutschen Gruß“ dem Führer zugejubelt, als dieser viele Jahre der politische Stargast in Bayreuth war. Wer eine solche „Elite“ hat, braucht sich um den immer weiteren Niedergang Deutschlands nicht sorgen ...

pi-news.net 27.7.2019
PS: Der Begriff „Antisemitismus“ wurde 1879 vom anarchistischen Journalisten Wilhelm Marr für (seine) Judenfeindschaft geprägt. Das Wort „schwul“ kam etwa zur gleichen Zeit in der Berliner Gossensprache auf für „homosexuell“ und wurde hundert Jahre später salonfähig gemacht im Kampf um angebliche „Schwulenrechte“.

PS2: Sonderbar – so viele Deutschland-Abschaffer mit Schwäche für den monumentalsten Deutschland-Romantiker.

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Sigmar Salzburg
15.06.2019 04.17
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Hildebrandslied

Wie ich aus meiner Beschäftigung mit alten Musikhandschriften weiß, darf man sich nie auf neuzeitliche Wiedergaben verlassen. Oft fehlen darin Striche und Punkte, die übersehen oder für Fliegendreck gehalten wurden. Ein Wikipedianer hat sich nun bemüht, das originale „ƿ“ (v oder w) im Unicode nachzubilden. Man sieht jedoch im Faksimile, daß zum Zeichen meist noch ein längerer, leicht gebogener Accent aigue gehört. Aber darum soll es nicht gehen, sondern um folgenden Hinweis:

... die Verse 46–48 werden heute von der überwiegenden Zahl der Forscher Hadubrand zugeschrieben; die Platzierung nach Vers 57 wird befürwortet.
Mich störte bei der Deklamation ebenso der kurz aufeinander folgende, ähnlich klingende Beginn der Verse (46) „ƿela gıſihu ıh ın dınem hruſtım“ und (49) „ƿelaga nu ƿaltant got quad hıltıbrant ƿeƿurt ſkıhıt “ wie die Unlogik, daß Hildebrand nach seiner Toterklärung durch den Sohn dessen Rüstung bewundert haben sollte. Erinnerungspsychologisch ist klar, daß der Schreiber oder seine Gewährsleute durch den ähnlichen Anfang aufs falsche Gleis geraten sind. Allerdings scheint mir nach der Verschiebung hinter Vers 57 nun ein Übergang zu Vers 61 zu fehlen.



Hildebrandslied– Faksimile: Wikipedia

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