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Sigmar Salzburg
06.07.2017 05.45
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Carlo Rovelli

DIE WIRKLICHKEIT, DIE NICHT SO IST,
WIE SIE SCHEINT

Eine Reise in die Welt der Quantengravitation
Rowohlt, Berlin 2016
aus dem Italienischen von Enrico Heinemann
320 S., 22,95, ISBN 978𣛪98058067

刉issenschaft.de rezensiert:

Quantenphysik f黵 jeden
Was ist es, das die Welt im Innersten zusammenh鋖t? Wer sich dieser Frage in einem popul鋜wissenschaftlichen Buch annimmt, muss ein Esoteriker sein, ein eingebildeter Schw鋞zer oder jemand mit gro遝m Wissen. Keine Frage: Der italienische Physiker Carlo Rovelli geh鰎t zur letzten Kategorie. Der Professor von der Universit鋞 Marseille gibt dem Leser einen gro遖rtigen 躡erblick 黚er den aktuellen Stand der Physik zur gr鲞ten Frage 黚erhaupt.
Dabei gelingt es Rovelli grandios, was in Zeiten von Schlagzeilen 黚er Gravitationswellen und Higgs-Teilchen kaum jemand fertig_bringt: Er vermittelt klar die Zusammenh鋘ge von Relativit鋞stheorie und Quantenphysik ...
Die italienische Originalausgabe des Buchs erschien zwar schon 2014, doch Rovelli hat in der deutschen 躡ersetzung die aktuellen Ergebnisse erg鋘zt. Brisanter und spannender kann theoretische Physik nicht sein.
wissenschaft.de 26.7.2017
Ich brauche Amazon nicht. Am Montag bestellt bei der Buchhandlung, am Dienstag erhalten und bis Mittwoch durchgelesen: Es wurde eine Nacht der langen 凪esser揼ebnisse (S.236) mit vielen 刟ls Erste (z.B. S. 105) Beteiligten wegen des von den 64 volli-diotischen L鋘derpolitikern erpre遲en Dass-Deutschs. Das war allerdings nur einmal falsch: 凞er Legende nach liess Platon ... (S.52). Erfreulich: Keine neuen 刦antastischen 剆o genannten (S.252) 刏eit lang (S.153), aber doch etliche Eisenbergsche Zusammenbasteleien: 剋iederauftauchten (S.48), 剅ichtiglagen (S.78, 241), 剈meinanderkreisen (S.244). Die eher literarischen Augstschen Albernheiten kommen in diesem wissenschaftlichen Text nicht vor.

Zum Inhalt: Rovelli schildert die Fortschritte in den physikalischen Einsichten seit Demokrit mit ausdr點klicher Ausnahme der bekannten tausend Jahre religi鰏en Wahns, der sich im zwanzigsten Jahrhundert als Weltverbesserungswahn wiederholte. Der mir erst jetzt aufgefallene Matwei Bronstein, der Rovellis heutiges Arbeitsgebiet als erster in Angriff nahm, 黚erlebte Stalins Terror nicht (S. 171):
Matwei wird, ein Jahr nachdem er als Erster erkannt hat, dass sich unsere Vorstellungen von Zeit und Raum 鋘dern m黶sen, von Stalins Polizei NKWD verhaftet und zum Tode verurteilt. Seine Exekution findet noch am Tage seines Prozesses statt, dem 18. Februar 1938. Er ist einunddrei遡g Jahre alt.
Rovelli beschreibt ausf黨rlich, wie weit die intuitiven Spekulationen der alten Griechen in die richtige Richtung wiesen. Die vielschichtige Zeit in Einsteins Relativit鋞stheorie h鋞te ich allerdings anschaulicher dargestellt. Die zweite H鋖fte seines Buches widmet Rovelli seinem Hauptarbeitsgebiet, der Zusammenf黨rung von Relativit鋞s- und Quantentheorie. Dabei r鋟mt er der konkurrierenden Stringtheorie, in die manche Physiker seit f黱fzig Jahren wie in einen goldenen Topf gucken, nicht allzuviele Chancen ein.

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Sigmar Salzburg
20.03.2017 04.07
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Das Deutsche Grundgesetz: K鋗pfe um die Menschenw黵de

Siegfried R. Krebs rezensiert bei Freigeist Weimar ausf黨rlich das Buch von Manfred Baldus 凨鋗pfe um die Menschenw黵de. Da dieser Begriff unvermeidlich auch bei der Diskussion der gewaltt鋞igen Eingriffe des Staates in die Kultur auftaucht, sei ausdr點klich darauf und auf diese Rezension verwiesen:

WEIMAR. (fgw) 凞ie W黵de des Menschen ist unantastbar. So steht es geschrieben in Artikel 1 (1) des deutschen Grundgesetzes. Und auf diesen Satz berufen sich seither Juristen, Philosophen, Theologen, Publizisten und Politiker, aber auch 別infache B黵ger, wenn es um ihre jeweiligen Interessen geht.

Doch niemand vermag genau zu sagen, was unter dem Begriff 凪enschenw黵de“ konkret zu verstehen ist. Der Rheinland-Pf鋖zer Manfred Baldus, Professor f黵 謋fentliches Recht und Neuere Rechtsgeschichte an der Universit鋞 Erfurt (und f黵 die SPD Richter am Th黵inger Verfassungsgericht), versucht in einem informativen und lesenswerten Streifzug durch die j黱gere (bundes-)deutsche Rechts- und Ideengeschichte zu erkl鋜en, wie dieses Postulat seinerzeit ins Grundgesetz gekommen ist und wie dies begr黱det wurde. Baldus verschweigt dabei keinesfalls, da und wie seit den 1950er Jahren mit den christlichen Dominanzgewinnen in der westdeutschen Gesellschaft vehement versucht wird, die Menschenw黵de christlich-religi鰏 zu vereinnahmen. [...]

W黵denorm als Norm aller Normen?

Aber bereits im 1. Kapitel 刅erst鰎ende Lage“ beschreibt Baldus das Dilemma: 凞ie W黵deform als Norm aller Normen – auf dieses strahlende Bild fallen aber noch weitere Schatten. Die Problematik der Bl黷e um Bl黷e treibenden Deutungsvielfalt und die Ratlosigkeit angesichts einer F黮le von Interpretationsmethoden, die zu g鋘zlich voneinander wegstrebenden Gehalten der Norm f黨ren, haben sich inzwischen noch weiter versch鋜ft. (...) Nein, inzwischen formulieren sie [die Theologen; SRK] ebenfalls diverseste Thesen zur Norm von der Menschenw黵de – und dies nicht ohne Selbstbewu遲sein, sei doch 'die Menschenw黵de als solche' gar kein 'juristischer Begriff'.“ (S. 13) – Womit die Theologen nicht mal Unrecht haben. [...]

Siegfried R. Krebs

Manfred Baldus: K鋗pfe um die Menschenw黵de – Die Debatten seit 1949. 452 S. brosch. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2199. Suhrkamp-Verlag. Berlin 2016. 20,00 Euro. ISBN 978-3-518-29799-5

freigeist-weimar.de 15.3.2017
Leider ist das Buch, wie ein Blick in die Leseprobe zeigt, anders als die Rezension nach der Zitiergewohnheit von SRK hoffen l溥t, in 剅eformierter Rechtschreibung erschienen.

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Sigmar Salzburg
25.01.2017 17.35
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Honecker-Biographie

„F黵 Erich war wichtig, ein Dach 黚erm Kopf zu haben, genug zu essen, warme Kleidung, genug Geld f黵 eine Eintrittskarte f黵s Kino am Wochenende und ein Kondom.“ Gerade Letzteres mitzudenken war f黵 diese Generation nicht selbstverst鋘dlich, stellten sie doch die „Sache“, f黵 die sie stritten, sehr h鋟fig 黚er das schn鰀e Sexuelle.
hpd.de 25.1.2017

Aus der hpd-Besprechung der Biographie:

Martin Sabrow:
Erich Honecker. Das Leben davor. 1912-1945.

M黱chen: C. H. Beck Verlag 2016

Die Zitate der Biographie sind in bew鋒rter Orthographie wiedergegeben, der Zwischentext in der traditionsfeindlichen Reformschreibung. Auf diese Weise erscheinen selbst 25 Jahre zur點kliegende Ereignisse wie aus einer anderen Welt. Schande 黚er die Kultusminister von 1996:

Stalin blieb bis zum Ende Honeckers pr鋑endste politische Bezugsfigur, auf die er noch zur點kkam, als er im Sommer 1992 sogar dem Gef鋘gnisarzt, der ihn von Amts wegen auf seine Haftf鋒igkeit hin zu untersuchen hatte, nicht vorenthalten mochte, dass er 1931 in Moskau nur vier Meter hinter dem sowjetischen Diktator gesessen habe und besonders dadurch beeindruckt war, da Stalin frei gesprochen h鋞te.
ChBeck.de S.76

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Sigmar Salzburg
04.11.2016 07.46
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Daniel Scholten

Denksport Deutsch
dtv premium
336 Seiten 17,90 Euro
September 2016

Leseprobe:
Vielleicht steht Ihnen auch der Sinn nach gutem und sch鰊em Deutsch. Daf黵 gibt es Ratgeber. Sie f黨ren vor, wie verlottert das Deutsche ist, und geben Tipps, wie man dagegen anredet. Zum Beispiel mit Genitiven und anderen Stilweisheiten, die darauf abzielen, wie Thomas Mann zu klingen. Gutes Deutsch klingt aber gar nicht nach Thomas Mann. Es l鋝st sich nicht nachbauen...
Er erwartet, Germania werde seufzen und dann mit rauer Stimme auf ihr enormes Alter verweisen, das man bei ihrem jugendlichen Aussehen leicht verkenne...
http://www.belleslettres.eu/denksport-deutsch/leseprobe.html

Seit 2010 ver鰂fentlicht der Deutsch-Isl鋘der Scholten Video-Beitr鋑e auf Belles Lettres, wo er die traditionelle Rechtschreibung eindeutig bevorzugt. Bei dtv konnte oder wollte er sich wohl nicht durchsetzen nicht einmal beim 凴auhen. Er selbst schreibt unreformiert:

Daniel Scholten 1. November 2016
... La遲 Euch nicht davon abhalten, da Carson 黚er Drehb點her schreibt. Seine Darlegungen zum Erz鋒len sind f黵 Romane von gleichem Wert.

Interessant auch der Koptologe:

Daniel Scholten Niemand in 膅ypten spricht Koptisch. Kopten lernen es seit kurzem wieder, und zwar von Koptologen. Wenn jemand wie ich Koptisch auch nur lesen kann, wird er in koptischen Gemeinden ungl鋟big angesehen.

Daniel Scholten Die singen das Koptisch in Lautschrift vom Blatt ab, ohne ein Wort davon zu verstehen. Koptisch ist schon vor Jahrhunderten g鋘zlich ausgestorben.

Allerdings behauptete meine koptische Arabischlehrerin, es habe in S黡-膅ypten eine Familie mit ununterbrochener m黱dlicher Tradition des Koptischen gegeben. Die Sprache hat keine n鋒ere Verwandtschaft mit dem Arabischen.

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Sigmar Salzburg
19.10.2016 05.48
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Bodo Kirchhoff gewinnt Buchpreis 2016

In "Widerfahrnis" schickt Bodo Kirchhoff zwei Menschen auf eine traumhafte Reise nach Sizilien. Seine Novelle, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2016, erz鋒lt von einer sp鋞en, unverhofften Liebe...

Bodo Kirchhoff selber erkl鋜t im Gespr鋍h mit der Deutschen Welle, worum es ihm beim Schreiben ging: „Ich glaube, dass mein Buch eine Geschichte ist, die im anschaulichen Kleinen zeigt, wo genau das Scheitern ansetzt. Aber was wichtiger ist: Die Parabel versucht, f黵 etwas, f黵 das unsere 鰂fentliche Sprache abgegriffen und ausgelutscht ist, eine andere, einfache und vielleicht treffendere kleine Sprache zu finden.“ Ihm komme es darauf an, etwas erz鋒lbar zu machen, „ohne alle m鰃lichen Zusammenh鋘ge mitzuerz鋒len“. Die Gr鲞e des Faktischen bestehe nicht in der Gr鲞e der Zahl, meint der Autor – und erinnert daran, dass sich die Bundeskanzlerin im letzten Jahr dieser Erkenntnis „gebeugt“ habe.
Deutsche Welle 17.10.2016

Bodo Kirchhoff, 刉iderfahrnis Leseprobe
刴an kann nicht sagen, dass alle nur lesen, 刟us fr黨eren Messetagen, 刣as sogenannte Kaminfoyer, von weitem搫 Sie haben recht, 剈nd das Schreiben geschieht ja im Stillen, 別r als Einziger, 則ut es mir leid,凢reunde w鋜e zu viel gesagt, 刴it Augen von einem bl鋟lichen Grau, [das w黵de irritieren:刴it Augen von einem gr鋟lichen Blau]

Irgendwann beugen sich alle der 凟rkenntnis* oder werden gebeugt:

Dem Frankfurter Appell zur Rechtschreibreform, in dem die 凚eendigung des Experiments Rechtschreibreform gefordert wird, sind im Verlauf der Frankfurter Buchmesse weitere 150 namhafte Pers鰊lichkeiten des literarischen Lebens beigetreten, unter ihnen die Autoren Volker Braun, Robert Gernhardt, Durs Gr黱bein, Bodo Kirchhoff, Georg Klein, Alexander Kluge, Martin Mosebach, Sven Regener, R黡iger Safranski, Urs Widmer und Christa Wolf sowie die Verleger Dr. Hans Dieter und Wolfgang Beck, Matthias Bischoff (Eichborn), Daniel Keel (Diogenes), Michael Klett, Michael Kr黦er und Klaus Wagenbach. (11.10.2004)

Bodo Kirchhoff: „Wir k鰊nen jetzt nur noch auf einen Aufstand der Buchstaben hoffen. Die Politik betrachtet Sprache als ein Vereinfachungsinstrument zur Durchsetzung eigener Interessen. Daher ist es logisch, dass sie in einen Gegensatz zu allen tritt, f黵 die Sprache vor allem ein Ausdrucksmittel ist.“
Spiegel 11.10.2004

Bodo Kirchhoff: 刉er eine Regel ... oder wer Regeln, die 黚er Generationen Bestand hatten, von Amts wegen au遝r Kraft setzt, der erkl鋜t nat黵lich die neuen Regeln von vornherein f黵 provisorisch. Es ist ja schei遝gal, wie man es schreibt, denken die Sch黮er, Hauptsache man versteht's. Ich glaube, heute schreibt man bei uns so wie man Fu遙all spielt: Jeder darf wie er kann.
(ZDF, 刪eute, 17.07.2004 19:00)

Bodo Kirchhoff: „Ich bleibe 黚erzeugt bei der alten Rechtschreibung. Ich w黵de einen Teil meiner Sprachgeschichte 黚er Bord werfen, wenn ich der Reform folgte. Sprache ist ein zentraler Bestandteil der Intimit鋞, dazu geh鰎t das Schriftbild ebenso wie der Dialekt. Die Reform ist der Versuch, die Macht des Signifikanz zu brechen.“
(Die Welt, 28.2.2001)

(Hans Zehetmair hat vor kurzem dem Rat f黵 die bessere Rechtschreibung seine Erkenntnis nach 20 Jahren mitgeteilt: Da die traditionelle Rechtschreibung die bessere sei.)

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Sigmar Salzburg
07.06.2016 10.05
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V醕lav Klaus/Jiri Weigl

V鰈kerwanderung.
Kurze Erl鋟terung der aktuellen Migrationskrise

978-3-944872-30-8
Edition Sonderwege
96 Seiten, Klappenbroschur
12,80 [Orthographie nicht bekannt]

Klaus und Weigl stellten mit Beihilfe von Thilo Sarrazin das Buch vor. Klaus h鋖t die Massenmigration f黵 geplant, Sarrazin f黵 Merkelsche Planlosigkeit. Die Rezension bei Sezession (in traditioneller Rechtschreibung) wird erg鋘zt durch eine Leserzuschrift, die auf zwei bekannte, aber nicht sonderlich beachtete Tatsachen aufmerksam macht:

Valjean72
Dienstag, 7. Juni 2016, 9:02 (URL) | Kurz-URL
刏um einen teile Sarrazin nicht die Ansicht der Autoren, da es von politischer Seite den bewu遲en Versuch gebe, durch Einwanderung Europa zu ver鋘dern. Was zur Zeit geschehe, sei eher das unwillk黵liche Ergebnis einer h鯿hst planlosen Politik.
Es ist eben mitnichten planlos, wenn die Vereinten Nationen auf Ihrer Internetseite eine Strategiepapier ver鰂fentlicht haben mit dem Titel Replacement Migration (= Austauschmigration*). Der offizielle deutsche Titel lautet hingegen verharmlosend 凚estandserhaltende Migration.

Vor der gro遝n Migrationswelle im Sp鋞sommer/Herbst wurden von der UN die Gelder f黵 die Auffanglager im Nahen Osten drastisch gek黵zt, so dass den Menschen zum Nahrungsmittelkauf viel weniger Geld zur Verf黦ung stand.

sezession.de 7.6.2016
*) Noch genauer 凟rsatzzuwanderung farbige Hervorhebung durch S.S.

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Sigmar Salzburg
30.05.2016 04.57
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Boualem Sansal

2084 – Das Ende der Welt
Roman.

Aus dem Franz鰏ischen von Vincent von Wroblewsky.
Merlin Verlag, Gifkendorf-Vastorf [13.5.]2016.
288 S., geb., 24,- .

Aus den Erl鋟terungen des Verlages:

In Abistan, einem riesigen Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Jegliches individuelle Denken ist abgeschafft; das Eingeschworensein auf ein allgegenw鋜tiges 躡erwachungssystem steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln.

Offiziell hei遲 es, die Bev鰈kerung lebt einvernehmlich und im guten Glauben.

Doch Ati, der Protagonist dieses Romans, der ausdr點klich ankn黳ft an Orwells Klassiker 1984, hinterfragt die vorgegebenen Direktiven: Er macht sich auf die Suche nach einem Volk von Abtr黱nigen, das in einem Ghetto lebt, ohne in der Religion Halt zu suchen ...

W鋒rend George Orwell in seinem Zukunftsroman das totalit鋜e Regime Stalins vor Augen hatte, entwirft Boualem Sansal in seinem Roman das Szenario eines Regimes, das auf der religi鰏en 躡erh鰄ung einer Ideologie beruht...

Im Interview mit der 刉elt am Sonntag wird Boualem Sansal deutlicher:

Sansal: Erdogan will das Kalifat wieder aufbauen, aber er wei, dass die Araber dies niemals akzeptieren w黵den. Vielleicht stellt er sich vor, sein Reich nach Europa auszudehnen. Aus diesem Grund ist Deutschland am meisten bedroht...

Welt am Sonntag: Wenn man das zu Ende denkt, hie遝 das ja: Wir w黵den unter Erdogans Kalifat in Deutschland leben. Das klingt vollkommen absurd. Ist Europa derma遝n am Ende?

Sansal: Ja. Es hat keinerlei Zukunft mehr.

Welt am Sonntag: K鰊nen Sie in Europa noch sagen, was Sie denken?

Sansal: Nein. Das ist vorbei. Auf der einen Seite l鋎t man mich ein, weil man das Bed黵fnis hat, auch andere Meinungen zu h鰎en, die nicht politisch korrekt sind. Gleichzeitig hat man Angst, dass ich 膔ger mache.

Welt am Sonntag: Was d黵fen Sie nicht sagen?

Sansal: Das sagt Ihnen keiner, das ist viel subtiler. Aber alles, was den Islam kritisiert, macht Probleme. Als ob man heute alles kritisieren darf, sogar Gott, aber nicht den Islam.

Welt am Sonntag: Sind Sie islamophob, Monsieur Sansal?

Sansal: Nicht in dem Sinne, wie das Wort gebraucht wird. Ich mag den Islam nicht, ich glaube nicht daran, und ich stelle fest, dass er nicht nur eine Gefahr, sondern eine enorme Gefahr ist. Er wird unsere Gesellschaft aufsprengen.

welt.de 28.5.2016

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Sigmar Salzburg
05.05.2016 18.27
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Martin Luther

Von den Juden und ihren L黦en.
Erstmals in heutigem Deutsch mit Originaltext und Begriffserl鋟terungen,

von Karl-Heinz B點hner/Bernd P. Kammermeier/Reinhold Schlotz/Robert Zwilling
Aschaffenburg 2016 (Alibri-Verlag), 347 S., 20,00 Euro

Das Buch ist wegen des beigegebenen, in Fraktur gesetzten Originaltextes germanistisch und orthographisch von Interesse, wegen der interpretierenden 躡ersetzung auch religions- und ideologiegeschichtlich.

Luther verwendete das seit dem 14. Jahrhundert 黚liche 勥 nicht. Verdoppelungen der Endkonsonanten zur Bezeichung der K黵ze des vorausgegangenen Vokals sind selten. Der 凥aſſ wird mit zwei langen s geschrieben, 刴us jedoch nicht. An die Stelle des heutigen 勪 setzt Luther immer 別. Einiges davon ist recht willk黵lich noch durch die Rechtschreib剅eform ge鋘dert worden: 匋berschwenglich (S.296).

Die 躡ersetzer w鋒lten die reformierte Rechtschreibung. Es wird also aus:
Andere gauckeln also das leichter verst鋘dliche Die N鋍hsten fantasieren (S. 105).

Das Ziel dieser Neuausgabe ist nat黵lich, zum Jubil鋟m 2017 das Denkmal Luther zu demontieren und ihn als deutschen Ur-Nazi zu entlarven. Jedoch folgte er nur dem 刪eiligen Augustinus, der die Juden lt. Wikipedia 剒u Essig ausgearteter Wein der Propheten, 別ine trief鋟gige Schar oder 刟ufger黨rter Schmutz nannte:

Vnd diese betr黚te neige / garſtige hefen / verdorreter ſchaum/ ſchlimlichte grundſuppe vnd mſichter pful vom J黡enthum/ſolten mit jrer buſſe vnd gerechtigkeit/der gantzen Welt reich/das iſt/ Meſſiam vnd der Propheten erf黮lung/verdienen/da sie doch oberzeleter ſt點k keins haben/nichts denn eine faule/stinckende/verworfene neige/ſind/vom veterlichen Gebl黷.
Der Rezensent des Humanistischen Pressedienstes, Armin Pfahl-Traughber, leitet die 躡ersetzung dieser Textstelle (hpd 24.3.16) etwas gewagt ein:
In der Tat macht der Text deutlich, dass Luther ein gl黨ender Judenhasser war. Man findet darin sogar Fr黨formen des Rassismus, wie folgendes Zitat veranschaulicht:

"Und dieser tr黚e Bodensatz, dieser stinkende Abschaum, dieser eingetrocknete Bodensatz, dieser verschimmelte Sauerteig und sumpfige Morast von Judentum sollten mit ihrer Reue und Gerechtigkeit das ganze Weltreich, also die Erf黮lung des Messias und der Prophezeiungen verdient haben, obwohl sie doch keine der oben aufgez鋒lten Bedingungen erf黮len und nichts sind als ein fauler, stinkender, verrotter Bodensatz vom Blut ihrer V鋞er?"
(S. 201).
Der Augustinerm鰊ch Luther stand zweifellos in der antijudaistischen Tradition des Augustinus (354-430), die davon ausging, da 凣ott mit Jesus die Wahrheit des Glaubens den Christen 黚ereignet habe und da die Juden damit abtr黱nig geworden seien. Die Strafen, die 凣ott im Alten Testament f黵 Feinde des Auserw鋒lten Volkes bereithielt, konnten nun auch gegen die angeblich ungehorsamen Juden angewendet werden (1. Samuel 15,2 u.a.). Sie hatten aber immerhin die M鰃lichkeit zu konvertieren. Erst der 刴oderne Rassismus machte dies unm鰃lich und f黨rte zur Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

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Sigmar Salzburg
07.04.2016 18.38
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Andreas Wagner

Arrival of the Fittest
Solving Evolution's Greatest Puzzle


Andreas Wagner, 謘terreicher mit US-Pass, ist Professor f黵 Evolution鋜e Biologie an der Universit鋞 Z黵ich. Gerade ist die deutsche Fassung seines im Fachmagazin 玁ature gelobten Buchs erschienen: 獳rrival of the Fittest Wie das Neue in die Welt kommt.
[...]
Wagner: Einige Physiker sagen: Mathematik ist die Sprache, in der Gott das Universum geschrieben hat. Andere denken, das Universum sei eine zuf鋖lige Anh鋟fung von Partikeln, die ohne Sinn miteinander kollidieren, und dass dieses Aneinanderstossen 黚er 13 Milliarden Jahre die Welt erschaffen hat. Ich bin Agnostiker. Ein Gott muss nicht involviert sein, und ich habe keinerlei Hinweise, dass es ihn gibt.

Beobachter: Sie operieren in Ihrer Forschung mit 
riesigen Zahlen und in der unvorstellbar grossen Zeitspanne der Evolutionsgeschichte. Deprimiert Sie im Angesicht dessen die kurze Lebenszeit von uns Menschen?
Wagner: Ich und Sie, wir werden zum Genpool unserer Art sehr wahrscheinlich nichts beitragen, das die n鋍hsten 1000 oder gar Millionen Jahre 黚erdauert. Die Chance, dass etwas von uns bleibt, ist nahezu null. Sorry, so ist es leider.
[...]
Beobachter: Wie ist das Biotop Schweiz f黵 
einen Forscher, der aus den USA 
zugewandert ist?
Wagner: Im Vergleich zu den USA sind Infrastruktur und Forschungsfinanzierung in der Schweiz unvergleichlich gut. Als ich 2006 nach Z黵ich kam, beantragte ich Geld f黵 ein sehr theoretisches Thema, sehr rechnergest黷zt, beim Schweizerischen Nationalfonds. In den USA w鋜e das damals nicht 
m鰃lich gewesen. Die Schweiz spielt in einer ganz anderen Liga, wenn es um die Finanzierung von gewagten Projekten etablierter Forscher geht hohes Risiko, hoher Ertrag.

Beobachter.ch

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Sigmar Salzburg
13.02.2016 16.58
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凨urze Geschichte der Gegenwart

Lehrbuch f黵 die Ungewissheiten von heute

Digitalisierung, Gleichstellung oder Klimawandel: Der Historiker Andreas R鰀der nimmt seine Leser mit auf einen Crashkurs durch die Probleme der Gegenwart und wagt dabei auch einen Blick in die Zukunft...


„Meine historische Erfahrung ist, jedenfalls lese ich die Geschichte so, eine Idee wird immer dann gef鋒rlich, wenn sie sich von den Realit鋞en l鰏t. Das gilt nat黵lich f黵 die klassischen Ideologien, die totalit鋜en Ideologien oder Fundamentalismen. Das gilt aber auch f黵 Dinge, die uns viel n鋒er sind. Das beobachten wir zum Beispiel bei der Herrschaft des Marktes oder der Idee einer immer engeren Union der V鰈ker Europas in der Schuldenkrise, das beobachten wir beim Gender Mainstreaming und der Gleichstellung bis hin zur Rechtschreibreform.“

Andreas R鰀der: 21.0 Eine kurze Geschichte der Gegenwart. C. H. Beck Verlag,

deutschlandfunk.de 8.2.2016

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Sigmar Salzburg
04.11.2015 10.41
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Buch: 凙bermals kr鋒te der Hahn

„Dieses Buch war die entscheidende Wende in meinem Leben“
OBERWESEL. (hpd) Karlheinz Deschners unverzichtbares Meisterwerk „Abermals kr鋒te der Hahn“ wurde vor Kurzem vom Alibri-Verlag neu herausgegeben. Der hpd sprach mit Herbert Steffen, Vorstandsvorsitzender der Giordano-Bruno-Stiftung, 黚er das Buch und welche Rolle es in seinem Leben spielt.
hpd.de 30.10.2015

Eine Leseprobe gibt es nicht, aber das Inhaltsverzeichnis:

Erstes Buch Die Evangelien und ihr Umkreis
1. Die Bestreitung der Geschichtlichkeit Jesu
2. Die Naherwartung des Endes die gro遝 T鋟schung der Urchristenheit
3. Die Entstehung des 鋖testen Evangeliums und seiner vermehrten und verbesserten Auflagen Matth鋟s und Lukas
4. Die Vergottung Jesu oder Wie verbesserten Matth鋟s und Lukas den 鋖teren Markustext?
5. Das Johannesevangelium
6. Weitere Steigerungen der Jesusgestalt
7. Wunder waren zur Zeit Jesu 黚lich
8. Alle Jesu zugeschriebenen Wunder wurden schon in vorchristlicher Zeit vollbracht
9. Buddha und Christus
10. Asklepios, Herakles, Dionysos die heidnischen Vorbilder f黵 den christlichen Gottessohn
11. Der Mithraskult und das Christentum
12. Der Herrscherkult und sein Einfluss auf das Neue Testament
...
alibri-buecher.de

Es scheint, da der Text in das 刲eichter erlernbare Dass-Deutsch umgestrickt wurde. Zum Gl點k besitze ich noch die Erstausgabe seit 53 Jahren.

Nachtrag: 凢黵 die Neuausgabe wurde das Buch komplett durchgesehen und um einige Fehler bereinigt. An wenigen Stellen wurde behutsam eine sprachliche Modernisierung vorgenommen. GBS-Newsletter 9.11.2015

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Sigmar Salzburg
20.10.2015 11.39
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Nachtrag zu Hamed Abdel-Samads 凪ohamed

Inzwischen habe ich das Buch ganz gelesen und einige interessante Einzelheiten dazugelernt. 凣ruel kommen im Buch nicht vor, nur zweimal werden herk鰉mliche 凣reuel erw鋒nt, obwohl es an Massakern nicht mangelt. 扷thman war 別iner der Ersten (im Stamm?), die der Lehre Mohammeds gefolgt waren. Mohammeds Tochter Zainab br黶kierte ihren Vater 刟ufs u遝rste, als sie die Scheidung von ihrem nichtmoslemischen Ehemann verweigerte.

Gleich nach dem Erscheinen des Buches war auch eine Rezension in der FAZ zu lesen. Abdel-Samad schrieb dazu auf Facebook:

凢r黨er h鋞te ich mich 黚er solche Rezensionen ge鋜gert. Heute schmunzele ich nur dazu.... Ich lade Herr Hermann zu einem 鰂fentlichen Gespr鋍h 黚er Mohamed ein, um zu sehen wer von uns beiden sich besser auskennt in der Geschichte des Fr黨iIslams ... Das gilt f黵 alle anderen Mitglieder der Zunft der Islamwissenschaft, die seit Jahren Mohamed und den Islam romantisieren und verkl鋜en, und sich nun 黚er mein Buch aufregen!“ facebook.com

Udo Ulfkotte sieht eine kompetente Best鋞igung seiner eigenen Ansichten und Studien. kopp-verlag.de 17.10.2015

Am 8. Oktober war Abdel-Samad in Travem黱de. Die AfD-SH berichtet dar黚er:


Meinungsfreiheit ist wichtiger denn je! – so begann der 鋑yptische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad seinen Vortrag 黚er den Islam. Dabei ging er an die Wurzeln dieser Religion, die gerade in diesen Zeiten der Masseneinwanderung f黵 t鋑liche Schlagzeilen sorgt. Denn in seinem Buch 凪ohamed eine Abrechnung begeht der Autor nichts weniger als einen Bildersturm. Nicht Gott habe den Koran verfa遲, sondern der zutiefst verunsicherte Mensch Mohamed aus einer Lebenskrise heraus. Dass diese Sichtweise bei vielen gl鋟bigen Muslimen f黵 Proteste sorgt, mag verst鋘dlich sein...
afd-schleswig-holstein.de 8.10.2015

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Sigmar Salzburg
15.10.2015 10.00
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凣eheimnisvoller DDR-Doktor (Focus)

Mark Benecke,
Seziert
Das Leben von Otto Prokop

Das Neue Berlin
ISBN 978-3-360-02166-3
304 Seiten, 12,5 x 21,0 cm
mit zahlr. Fotos
geb. mit Schutzumschlag
19,99

[Verlagsnotiz:] Er obduzierte ca. 50000 Leichen, war charmanter Redner und streitbarer Verfechter der reinen Wissenschaft: Otto Prokop. Der Star-Kriminalbiologe Mark Benecke untersucht das bemerkenswerte Leben von Prokop, der Koryph鋏 der deutschen Gerichtsmedizin. Er wirft 黚erraschende Schlaglichter auf eine Biografie zwischen Forensik, politischer Verstrickung und Privatleben und gew鋒rt kenntnisreich Einblicke in eine der spannendsten Entwicklungsphasen der Rechtsmedizin.
das-neue-berlin.de

Das Buch ist schon vor zwei Jahren erschienen und wurde bei Focus.de treffend beschrieben.

Otto Prokop hatte nach seiner T鋞igkeit in Bonn mitten im Kalten Krieg 1957 eine Professur an der Ostberliner Humboldt-Universit鋞 黚ergenommen. Er wurde aber auch im Westen durch seine Gutachten in spektakul鋜en Kriminalf鋖len ber黨mt. Seinen Kampf gegen Aberglauben und Quacksalberei habe ich seit meiner Schulzeit in seinen kleineren Schriften verfolgt. Daher dauerte es zwei Jahre, ehe ich mich 黚erwinden konnte, mir die Biographie zu besorgen, die sich schon in einer Kapitel黚erschrift dem Diktat der Rechtschreibquacksalber unterwirft: Der raue Wind der Wirklichkeit. Selbst Dokumente zitiert der Kriminologe Benecke verf鋖schend in Reformschreibung. Zum Gl點k lassen die zahlreich beigegebenen Fotos meist das Original erkennen.

Bemerkenswert ist auch, da der vielgeehrte Prokop nach der 刉ende von 1000 Euro Rente leben mu遲e. Er hatte wohl zu sehr seine parteiliche Unabh鋘gigkeit und Unbestechlichkeit herausgestellt so sehr, da sogar der atheistische Staat meinte, seine Religionskritik unterdr點ken zu m黶sen. Heute beherrschen rachs點htige Reconquistatoren und Verfechter der Aberglaubens- und Pseudowissenschaften das akademische Feld.

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Sigmar Salzburg
30.09.2015 10.21
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Empfehlenswert

Hamed Abdel-Samad

Mohamed
Eine Abrechnung


Droemer 1. Oktober 2015
Gebundene Ausgabe 240 Seiten, 19,99 Euro

Das Buch ist in der 刲eichter erlernbaren Reformschreibung erschienen. Besonderheiten sind mir noch nicht aufgefallen. Der Name des Propheten ist wohl entgegen europ鋓scher Gewohnheit nur mit einem m geschrieben, weil die Verdopplung im Arabischen nicht als Buchstabe erscheint, sondern nur bei Vokalisierung durch ein Taschdid (Verdopplungszeichen) angedeutet wird.

Es gibt von dem Buch schon eine Rezension im 凷piegel, vor der nur gewarnt werden kann. Das abgesunkene Niveau der Spiegelautoren war wohl noch nicht niedrig genug, so da man den taz-Schreiber Daniel Bax bem黨t hat. Er beginnt gleich unter der 躡erschrift Religionskritik nach Pegida-Art: Selbst ein Hitler-Vergleich fehlt nicht. Der Deutsch-膅ypter Hamed Abdel-Samad ... liefert Argumente f黵 den rechten Rand...

Was von Bax zu halten ist, hat Henryk M. Broder schon vor zwei Jahren auf seiner 凙chse des Guten gesagt. Er erkennt ihm hinter Ekkehart Krippendorff und Jakob Augstein* den dritten Platz auf dem Siegertreppchen des hypothetischen Internationalen Pulitzer-Preises f黵 Dummheit und Ignoranz zu:

凚ax ist ein widerlicher Stinkefinger, Sesselpupser und Eckensteher, der bei der taz f黵 den Nahen Osten zust鋘dig ist.

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Sigmar Salzburg
01.09.2015 13.46
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Orthographisch nicht empfehlenswert

R黡iger Safranski
Zeit
Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen

Carl Hanser Verlag, 2015

R黡iger Safranski ver鰂fentlichte bislang in der traditionellen Kulturrechtschreibung. Gestern bekam ich sein neuestes Buch in die Hand, eine Kapitulationsurkunde. Ich schlug es auf und las:

凞och das umw鋖zend Neue, das mit dem Namen Darwin verbunden ist, war die Vorstellung, dass die Arten und Gattungen nicht etwa nur nacheinander, sondern dass sie sich auch auseinander entwickelt h鋞ten, 黚er die Grenzen der Art und Gattung hinweg.

Nun wissen wir es ganz genau. Seine Erl鋟terung der relativistischen Eigenzeit, wie in der S黡deutschen referiert, habe ich dann nicht mehr aufgesucht. Seit Augustin versuchen die Philosophen bei ihrer Betrachtung der Zeit, sich mit oberfl鋍hlicher Kenntnis der Naturforschung am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen. Bisher nicht nachgewiesen: 凲uantenmechanisch zerfallen auch Protonen. Auch der Rezensent der FAZ scheint mit dem Buch nicht recht zufrieden zu sein:

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2015
Eingehend, aber kritisch bespricht Rezensent Patrick Bahners R黡iger Safranskis philosophischen Essay „Zeit“, der laut Untertitel aufzeigen soll, was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen. Der Kritiker setzt zun鋍hst im sechsten Kapitel des Buches ein, in dem Safranski anhand der physikalischen Prinzipienlehre Newtons das „Problem einer leeren Zeit“ darzulegen versucht. Bahners attestiert nicht nur eine Verk黵zung der Sachverhalte, sondern dar黚er hinaus auch eine Irref黨rung des Lesers, etwa wenn der Autor Newton als Deisten kennzeichnet. 躡erhaupt stellt der Kritiker in diesem Buch, dessen eigentliches Thema sein soll, wie das Nachdenken 黚er die Zeit die Zeitnutzung ver鋘dert, einen erh鰄ten Hang zur Verallgemeinerung und Gel鋟figkeit fest: Die ausgiebig bem黨ten Zitate eines „Zirkels von Olympiern“, etwa Hofmannsthals Marschallin, Brechts Marie A., Goethes Faust, Hegel oder Alexander Kluge erscheinen dem Rezensenten nicht nur h鋟fig aus dem Kontext gerissen, sondern schlicht falsch wiedergegeben.

perlentaucher.de

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