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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
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Sigmar Salzburg
24.04.2018 05.14
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„Das Leben der Bienen“ (2)

Maurice Maeterlinck, belgischer Dichter und Schriftsteller des Symbolismus, Schöpfer der Dichtung „Pelleas und Melisande“, von Debussy als Oper komponiert, Literatur-Nobelpreisträger von 1911, war auch ein hingebungsvoller Bienenzüchter. 1901 erschien sein Werk „Das Leben der Bienen“, das heute noch von Imkern und Wissenschaftlern (Lars Chittka) bewundert wird. Nur die späteren Erkenntnisse Karl von Frischs fehlen noch.

Ich habe mir jetzt ein Exemplar von 1906 besorgt – ein poetisch-philosophischer und zugleich wissenschaftlicher Text, ca. 250 Seiten in Antiqua. Die Rechtschreibung ist eine Überraschung: Übersetzer (F. von Oppeln-Bronikowski) und Verlag (Diederich) verwenden noch die ß-losen, dudenfreien Schreibweisen vor 1900, wie sie neben dem ſs-Gebrauch für Antiqua seit etwa 1800 häufiger wurden. Jedoch treten die häßlichen Dreifach-s (sss) nicht auf: „Haselnussträucher“, „Masstab“, „Schlusstein“, „Grosstadt“. Störend ist mitunter, wie in der heutigen „Reform-“ und Schweizer Orthographie, die mangelnde Markierung des Schlusses innerhalb eines zusammengesetzten Wortes: „Fussenden“ (und bei uns seit 1996: „Schlosserhaltung“).

Ungewohnt, aber nicht störend ist das alte „th“: „er thut“, „Thätigkeit“, „Thorwache“, „Blüthen“.

Die erst seit der Rechtschreib„reform“ von 1996 erpreßte sprachverbrecherische Verstümmelung des „Rauhen“ gibt es selbstverständlich nicht: „an der rauhen Oberfläche“ (S.138), „nordwärts wird das Klima zu rauh“ (S. 189).

Auch die klippschulhafte Großschreibung der 96er „Reform“ findet man nicht: „er war der erste“, „nichts ähnliches“, „zu eigen machen“, „im allgemeinen“ (S. 48), „zu gunsten“, „von neuem“, „Im übrigen ist sie von Kopf zu Füssen voll entwickelt“ (S. 134), „vor kurzem“ (S. 245), „Er macht reich arm und arm reich“ (S. 12). Wie man das heute wohl schreiben soll?

Allerdings wird von einer Betonungsgroßschreibung mitunter Gebrauch gemacht: „Blicke des Anderen“ (S.10), „wie Viele es gethan haben“ (S. 94), „fast Alles, was besteht“ (S. 102). Bei der „recht“-Schreibung besteht eine gewisse Unsicherheit – wie heute wieder: „Und wer hat recht“, „das Leben ... gibt ihr jederzeit Recht.“ (beide S. 159).

Die dumme neue Getrenntschreibung häufiger Wortbildungen findet man nicht, obwohl sonst damit freier umgegangen wird: „ebensoviel“, „ebensowenig“, „jedesmal“, „soviel“. Die (inzwischen schon abgebremste) neue Radikaltrennung ist den Sprachästheten fremd: „segenspendende Stunden“, „honigspendende“ oder „honigtragende Pflanzen“ (100/101), „fleischfressende Pflanzen“.

In der Umlautschreibung weiß man noch, daß „überschwenglich“ (S. 122) mit „schwenken“ und „schwingen“ zu tun hat. Bei „Geberde“ ist das „ä“ auch noch nicht angekommen. Dagegen erscheint „mit Hülfe“ heute atavistisch.

Die fast einzige sinnvolle Neuerung unserer heutigen „Reform“ findet sich auch damals schon: „in Bezug auf den Intellekt“ (S. 253)

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Sigmar Salzburg
22.04.2018 11.34
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Monika Maron

Munin oder Chaos im Kopf
Roman

S. Fischer
EUR 16,99

Schade, daß sich Frau Maron von einer bekennenden Gegnerin der Rechtschreibreform zur Fatalistin wandelte, sicher auch unter dem wirtschaftlichen Druck des Verlages, obwohl andere besser standgehalten haben.

Eine Rezension gibt es von Thorsten Hinz in der „Jungen Freiheit“. Vorsicht, die Zitate sind, wie dort üblich, auf traditionelle ß umgestellt!

Leben in der Vorkriegszeit

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Sigmar Salzburg
17.04.2018 20.23
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Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“

Für meine zweite, oder je nach Zählung, dritte Tochter, eine begeisterte Bienenfreundin, suchte ich das Buch und fand, daß es wieder vom Unionsverlag angeboten wird:

Maurice Maeterlinck, zu seinen Lebzeiten gefeierter Nobelpreisträger für Literatur, hat selbst Bienen gezüchtet und erforscht. Sein erstmals 1901 erschienenes Buch Das Leben der Bienen fand in zahlreichen Sprachen weiteste Verbreitung und gilt unter Fachleuten und Imkern bis heute als gültige Darstellung. Sachlich und präzis, aber mit berückender Sprachkraft schildert er die faszinierenden, rätselhaften Ereignisse im Bienenstock. In Maeterlinck verbindet sich der Naturforscher mit dem Denker und Dichter, der den Wundern der Natur nachspürt und das Staunen nicht verlernt hat.
Ich hatte das Buch noch als schöne Jugendstil-Ausgabe in Fraktur in Erinnerung. Jetzt mußte ich zu meinem Entsetzen feststellen, daß der ins Deutsche übersetzte Text für die Neuausgabe in die häßliche Reformschreibung der nichtnutzigen Kultusminister konvertiert wurde. Ich werde mich also in den Antiquariaten umsehen. Es muß ja nicht gleich eine Erstausgabe für 144 Euro sein.

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Sigmar Salzburg
22.01.2018 19.59
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Fach-Frage

Im 2006 von der KMK genehmigten Wörterverzeichnis steht:

Achtfach § 36( 1.2) , 8fach § 41E , 8-fach § 40(3); das Achtfache, das 8fache, das 8-Fache, um das Achtfache [größer] § 57(1)

http://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_Woerterverzeichnis_2006.pdf

Gleiche Logik wie „Jährige“.

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Detlef Lindenthal
22.01.2018 19.33
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Re: „Einfach Einstein!“

Zitat:
... gibt es „Kollisionen Schwarzer Löcher mit Massen zwischen dem 5-Fachen und 40-Fachen der Sonne.“

Bis und ab 1996 war 5-Faches „falsch“, nur 5-mal und 5-jährig, aber 5faches „galt“ als „richtig“.
Duden.de verzeichnet jetzt: „Schreibung mit Ziffer: 3-Faches, 3faches.“
Weiß jemand, seit wann die Kultusminister usw. 3-Faches zugelassen haben?
Oder macht der Duden mal wieder einen seiner jugendgefährdenden Alleingänge?
Bemerkenswert ist, daß Duden.de jetzt 3faches in gleicher Weise verzeichnet, wie es vor 1996 3mal, 3jährig, die 3jährige hieß.
__________________
Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
21.01.2018 18.49
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„Einfach Einstein!“

Rüdiger Vaas hat im Kosmos Verlag ein populärwissenschliches Büchlein herausgebracht und bewirbt es unter „wissenschaft.de“ und „hpd.de“, bei letzterem mit Betonung auf Einsteins Religionsferne.


Einstein – Sprachkünstler und Gedankenschmied

Albert Einstein hat unser Weltbild revolutioniert wie kein anderer. Ohne seine Forschungen gäbe es weder Relativitätstheorie, Quantenphysik noch Kosmologie. Diese äußerst schwierigen Themen hat Rüdiger Vaas, Redakteur für Astronomie und Physik bei bild der wissenschaft, nun verständlich gemacht – getreu Einsteins Motto, die Dinge so einfach wie möglich zu erklären, aber nicht einfacher. ...

Rüdiger Vaas,
Einfach Einstein! Geniale Gedanken schwerelos verständlich,
Kosmos, Stuttgart 2018, € 14,99
Das Büchlein ist in der heutzutage wohl unvermeidlichen „erleichterten“ Rechtschreibung der Kultusminister gehalten. Dickes Papier und beigegebene comicartige Zeichnungen (Gunther Schulz) passen es dem vermuteten Leserkreis an.

Sachlich ist es sicherlich fehlerfrei. Philosophisch muß man allerdings der Behauptung widersprechen, Einstein habe das „Ende des Äthers“ herbeigeführt, der im 19. Jahrhundert die Lichtausbreitung erklären sollte. Der damalige Fehler war, die Materie nicht mit einzubeziehen. Inzwischen ist er längst unter anderem Namen wieder Bestandteil der Physik, als „Raum“, „Quantenfeld“ oder ähnliches, ohne daß man den Grund seiner Eigenschaften wüßte.

Dank der Reformschreibung droht dem spätabendlichen Leser eine Nacht der langen „Messer“gebnisse. Die Allgemeine Relativitätstheorie wird aber nie reformgemäß kleingeschrieben. Allerdings gibt es „Kollisionen Schwarzer Löcher mit Massen zwischen dem 5-Fachen und 40-Fachen der Sonne.“ Diese „Fach“-Sprache geht aber auf unsere fachfremden Kultusminister zurück, ebenso die häßlichen „Schlusssteine“ in der eigentlich ausnehmend schönen Theorie.

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Sigmar Salzburg
06.07.2017 05.45
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Carlo Rovelli

DIE WIRKLICHKEIT, DIE NICHT SO IST,
WIE SIE SCHEINT

Eine Reise in die Welt der Quantengravitation
Rowohlt, Berlin 2016
aus dem Italienischen von Enrico Heinemann
320 S., € 22,95, ISBN 978–3–498–05806–7

„Wissenschaft.de“ rezensiert:

Quantenphysik für jeden
Was ist es, das die Welt im Innersten zusammenhält? Wer sich dieser Frage in einem populärwissenschaftlichen Buch annimmt, muss ein Esoteriker sein, ein eingebildeter Schwätzer – oder jemand mit großem Wissen. Keine Frage: Der italienische Physiker Carlo Rovelli gehört zur letzten Kategorie. Der Professor von der Universität Marseille gibt dem Leser einen großartigen Überblick über den aktuellen Stand der Physik zur größten Frage überhaupt.
Dabei gelingt es Rovelli grandios, was in Zeiten von Schlagzeilen über Gravitationswellen und Higgs-Teilchen kaum jemand fertig_bringt: Er vermittelt klar die Zusammenhänge von Relativitätstheorie und Quantenphysik ...
Die italienische Originalausgabe des Buchs erschien zwar schon 2014, doch Rovelli hat in der deutschen Übersetzung die aktuellen Ergebnisse ergänzt. Brisanter und spannender kann theoretische Physik nicht sein.
wissenschaft.de 26.7.2017
Ich brauche Amazon nicht. Am Montag bestellt bei der Buchhandlung, am Dienstag erhalten und bis Mittwoch durchgelesen: Es wurde eine Nacht der langen „Messer“gebnisse (S.236) mit vielen „als Erste“ (z.B. S. 105) Beteiligten – wegen des von den 64 volli-diotischen Länderpolitikern erpreßten Dass-Deutschs. Das war allerdings nur einmal falsch: „Der Legende nach liess Platon ...“ (S.52). Erfreulich: Keine neuen „fantastischen“ „so genannten“ (S.252) „Zeit lang“ (S.153), aber doch etliche Eisenbergsche Zusammenbasteleien: „wiederauftauchten“ (S.48), „richtiglagen“ (S.78, 241), „umeinanderkreisen“ (S.244). Die eher literarischen Augstschen Albernheiten kommen in diesem wissenschaftlichen Text nicht vor.

Zum Inhalt: Rovelli schildert die Fortschritte in den physikalischen Einsichten seit Demokrit – mit ausdrücklicher Ausnahme der bekannten tausend Jahre religiösen Wahns, der sich im zwanzigsten Jahrhundert als Weltverbesserungswahn wiederholte. Der mir erst jetzt aufgefallene Matwei Bronstein, der Rovellis heutiges Arbeitsgebiet als erster in Angriff nahm, überlebte Stalins Terror nicht (S. 171):
Matwei wird, ein Jahr nachdem er als Erster erkannt hat, dass sich unsere Vorstellungen von Zeit und Raum ändern müssen, von Stalins Polizei NKWD verhaftet und zum Tode verurteilt. Seine Exekution findet noch am Tage seines Prozesses statt, dem 18. Februar 1938. Er ist einunddreißig Jahre alt.
Rovelli beschreibt ausführlich, wie weit die intuitiven Spekulationen der alten Griechen in die richtige Richtung wiesen. Die vielschichtige Zeit in Einsteins Relativitätstheorie hätte ich allerdings anschaulicher dargestellt. Die zweite Hälfte seines Buches widmet Rovelli seinem Hauptarbeitsgebiet, der Zusammenführung von Relativitäts- und Quantentheorie. Dabei räumt er der konkurrierenden Stringtheorie, in die manche Physiker seit fünfzig Jahren wie in einen goldenen Topf gucken, nicht allzuviele Chancen ein.

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Sigmar Salzburg
20.03.2017 04.07
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Das Deutsche Grundgesetz: Kämpfe um die Menschenwürde

Siegfried R. Krebs rezensiert bei Freigeist Weimar ausführlich das Buch von Manfred Baldus „Kämpfe um die Menschenwürde“. Da dieser Begriff unvermeidlich auch bei der Diskussion der gewalttätigen Eingriffe des Staates in die Kultur auftaucht, sei ausdrücklich darauf und auf diese Rezension verwiesen:

WEIMAR. (fgw) „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ So steht es geschrieben in Artikel 1 (1) des deutschen Grundgesetzes. Und auf diesen Satz berufen sich seither Juristen, Philosophen, Theologen, Publizisten und Politiker, aber auch „einfache Bürger“, wenn es um ihre jeweiligen Interessen geht.

Doch niemand vermag genau zu sagen, was unter dem Begriff „Menschenwürde“ konkret zu verstehen ist. Der Rheinland-Pfälzer Manfred Baldus, Professor für Öffentliches Recht und Neuere Rechtsgeschichte an der Universität Erfurt (und für die SPD Richter am Thüringer Verfassungsgericht), versucht in einem informativen und lesenswerten Streifzug durch die jüngere (bundes-)deutsche Rechts- und Ideengeschichte zu erklären, wie dieses Postulat seinerzeit ins Grundgesetz gekommen ist und wie dies begründet wurde. Baldus verschweigt dabei keinesfalls, daß und wie seit den 1950er Jahren mit den christlichen Dominanzgewinnen in der westdeutschen Gesellschaft vehement versucht wird, die Menschenwürde christlich-religiös zu vereinnahmen. [...]

Würdenorm als Norm aller Normen?

Aber bereits im 1. Kapitel „Verstörende Lage“ beschreibt Baldus das Dilemma: „Die Würdeform als Norm aller Normen – auf dieses strahlende Bild fallen aber noch weitere Schatten. Die Problematik der Blüte um Blüte treibenden Deutungsvielfalt und die Ratlosigkeit angesichts einer Fülle von Interpretationsmethoden, die zu gänzlich voneinander wegstrebenden Gehalten der Norm führen, haben sich inzwischen noch weiter verschärft. (...) Nein, inzwischen formulieren sie [die Theologen; SRK] ebenfalls diverseste Thesen zur Norm von der Menschenwürde – und dies nicht ohne Selbstbewußtsein, sei doch 'die Menschenwürde als solche' gar kein 'juristischer Begriff'.“ (S. 13) – Womit die Theologen nicht mal Unrecht haben. [...]

Siegfried R. Krebs

Manfred Baldus: Kämpfe um die Menschenwürde – Die Debatten seit 1949. 452 S. brosch. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2199. Suhrkamp-Verlag. Berlin 2016. 20,00 Euro. ISBN 978-3-518-29799-5

freigeist-weimar.de 15.3.2017
Leider ist das Buch, wie ein Blick in die Leseprobe zeigt, anders als die Rezension nach der Zitiergewohnheit von SRK hoffen läßt, in „reformierter“ Rechtschreibung erschienen.

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Sigmar Salzburg
25.01.2017 17.35
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Honecker-Biographie

„Für Erich war wichtig, ein Dach überm Kopf zu haben, genug zu essen, warme Kleidung, genug Geld für eine Eintrittskarte fürs Kino am Wochenende und ein Kondom.“ Gerade Letzteres mitzudenken war für diese Generation nicht selbstverständlich, stellten sie doch die „Sache“, für die sie stritten, sehr häufig über das schnöde Sexuelle.
hpd.de 25.1.2017

Aus der hpd-Besprechung der Biographie:

Martin Sabrow:
Erich Honecker. Das Leben davor. 1912-1945.

München: C. H. Beck Verlag 2016

Die Zitate der Biographie sind in bewährter Orthographie wiedergegeben, der Zwischentext in der traditionsfeindlichen Reformschreibung. Auf diese Weise erscheinen selbst 25 Jahre zurückliegende Ereignisse wie aus einer anderen Welt. Schande über die Kultusminister von 1996:

Stalin blieb bis zum Ende Honeckers prägendste politische Bezugsfigur, auf die er noch zurückkam, als er im Sommer 1992 sogar dem Gefängnisarzt, der ihn von Amts wegen auf seine Haftfähigkeit hin zu untersuchen hatte, nicht vorenthalten mochte, dass er 1931 in Moskau nur vier Meter hinter dem sowjetischen Diktator gesessen habe und besonders dadurch beeindruckt war, «daß Stalin frei gesprochen hätte».
ChBeck.de S.76

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Sigmar Salzburg
04.11.2016 07.46
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Daniel Scholten

Denksport Deutsch
dtv premium
336 Seiten 17,90 Euro
September 2016

Leseprobe:
Vielleicht steht Ihnen auch der Sinn nach gutem und schönem Deutsch. Dafür gibt es Ratgeber. Sie führen vor, wie verlottert das Deutsche ist, und geben Tipps, wie man dagegen anredet. Zum Beispiel mit Genitiven und anderen Stilweisheiten, die darauf abzielen, wie Thomas Mann zu klingen. Gutes Deutsch klingt aber gar nicht nach Thomas Mann. Es lässt sich nicht nachbauen...
Er erwartet, Germania werde seufzen und dann mit rauer Stimme auf ihr enormes Alter verweisen, das man bei ihrem jugendlichen Aussehen leicht verkenne...
http://www.belleslettres.eu/denksport-deutsch/leseprobe.html

Seit 2010 veröffentlicht der Deutsch-Isländer Scholten Video-Beiträge auf Belles Lettres, wo er die traditionelle Rechtschreibung eindeutig bevorzugt. Bei dtv konnte oder wollte er sich wohl nicht durchsetzen – nicht einmal beim „Rauhen“. Er selbst schreibt unreformiert:

Daniel Scholten 1. November 2016
... Laßt Euch nicht davon abhalten, daß Carson über Drehbücher schreibt. Seine Darlegungen zum Erzählen sind für Romane von gleichem Wert.

Interessant auch der Koptologe:

Daniel Scholten Niemand in Ägypten spricht Koptisch. Kopten lernen es seit kurzem wieder, und zwar von Koptologen. Wenn jemand wie ich Koptisch auch nur lesen kann, wird er in koptischen Gemeinden ungläubig angesehen.

Daniel Scholten Die singen das Koptisch in Lautschrift vom Blatt ab, ohne ein Wort davon zu verstehen. Koptisch ist schon vor Jahrhunderten gänzlich ausgestorben.

Allerdings behauptete meine koptische Arabischlehrerin, es habe in Süd-Ägypten eine Familie mit ununterbrochener mündlicher Tradition des Koptischen gegeben. Die Sprache hat keine nähere Verwandtschaft mit dem Arabischen.

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Sigmar Salzburg
19.10.2016 05.48
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Bodo Kirchhoff gewinnt Buchpreis 2016

In "Widerfahrnis" schickt Bodo Kirchhoff zwei Menschen auf eine traumhafte Reise nach Sizilien. Seine Novelle, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2016, erzählt von einer späten, unverhofften Liebe...

Bodo Kirchhoff selber erklärt im Gespräch mit der Deutschen Welle, worum es ihm beim Schreiben ging: „Ich glaube, dass mein Buch eine Geschichte ist, die im anschaulichen Kleinen zeigt, wo genau das Scheitern ansetzt. Aber was wichtiger ist: Die Parabel versucht, für etwas, für das unsere öffentliche Sprache abgegriffen und ausgelutscht ist, eine andere, einfache und vielleicht treffendere kleine Sprache zu finden.“ Ihm komme es darauf an, etwas erzählbar zu machen, „ohne alle möglichen Zusammenhänge mitzuerzählen“. Die Größe des Faktischen bestehe nicht in der Größe der Zahl, meint der Autor – und erinnert daran, dass sich die Bundeskanzlerin im letzten Jahr dieser Erkenntnis „gebeugt“ habe.
Deutsche Welle 17.10.2016

Bodo Kirchhoff, „Widerfahrnis“ Leseprobe
„man kann nicht sagen, dass alle nur lesen“, „aus früheren Messetagen“, „das sogenannte Kaminfoyer“, „von weitem“„ Sie haben recht“, „und das Schreiben geschieht ja im Stillen“, „er als Einziger“, „tut es mir leid“,„Freunde wäre zu viel gesagt“, „mit Augen von einem bläulichen Grau“, [das würde irritieren:„mit Augen von einem gräulichen Blau“]

Irgendwann beugen sich alle der „Erkenntnis“* oder werden gebeugt:

Dem Frankfurter Appell zur Rechtschreibreform, in dem die „Beendigung des Experiments Rechtschreibreform“ gefordert wird, sind im Verlauf der Frankfurter Buchmesse weitere 150 namhafte Persönlichkeiten des literarischen Lebens beigetreten, unter ihnen die Autoren Volker Braun, Robert Gernhardt, Durs Grünbein, Bodo Kirchhoff, Georg Klein, Alexander Kluge, Martin Mosebach, Sven Regener, Rüdiger Safranski, Urs Widmer und Christa Wolf sowie die Verleger Dr. Hans Dieter und Wolfgang Beck, Matthias Bischoff (Eichborn), Daniel Keel (Diogenes), Michael Klett, Michael Krüger und Klaus Wagenbach. (11.10.2004)

Bodo Kirchhoff: „Wir können jetzt nur noch auf einen Aufstand der Buchstaben hoffen. Die Politik betrachtet Sprache als ein Vereinfachungsinstrument zur Durchsetzung eigener Interessen. Daher ist es logisch, dass sie in einen Gegensatz zu allen tritt, für die Sprache vor allem ein Ausdrucksmittel ist.“
Spiegel 11.10.2004

Bodo Kirchhoff: „Wer eine Regel ... oder wer Regeln, die über Generationen Bestand hatten, von Amts wegen außer Kraft setzt, der erklärt natürlich die neuen Regeln von vornherein für provisorisch. Es ist ja scheißegal, wie man es schreibt, denken die Schüler, Hauptsache man versteht's. Ich glaube, heute schreibt man bei uns so wie man Fußball spielt: Jeder darf wie er kann.“
(ZDF, „heute“, 17.07.2004 19:00)

Bodo Kirchhoff: „Ich bleibe überzeugt bei der alten Rechtschreibung. Ich würde einen Teil meiner Sprachgeschichte über Bord werfen, wenn ich der Reform folgte. Sprache ist ein zentraler Bestandteil der Intimität, dazu gehört das Schriftbild ebenso wie der Dialekt. Die Reform ist der Versuch, die Macht des Signifikanz zu brechen.“
(Die Welt, 28.2.2001)

(Hans Zehetmair hat vor kurzem dem „Rat für die bessere Rechtschreibung“ seine Erkenntnis nach 20 Jahren mitgeteilt: Daß die traditionelle Rechtschreibung die bessere sei.)

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Sigmar Salzburg
07.06.2016 10.05
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Václav Klaus/Jiri Weigl

Völkerwanderung.
Kurze Erläuterung der aktuellen Migrationskrise

978-3-944872-30-8
Edition Sonderwege
96 Seiten, Klappenbroschur
12,80 € [Orthographie nicht bekannt]

Klaus und Weigl stellten mit Beihilfe von Thilo Sarrazin das Buch vor. Klaus hält die Massenmigration für geplant, Sarrazin für Merkelsche Planlosigkeit. Die Rezension bei Sezession (in traditioneller Rechtschreibung) wird ergänzt durch eine Leserzuschrift, die auf zwei bekannte, aber nicht sonderlich beachtete Tatsachen aufmerksam macht:

Valjean72
Dienstag, 7. Juni 2016, 9:02 (URL) | Kurz-URL
„Zum einen teile Sarrazin nicht die Ansicht der Autoren, daß es von politischer Seite den bewußten Versuch gebe, durch Einwanderung Europa zu verändern. Was zur Zeit geschehe, sei eher das unwillkürliche Ergebnis einer höchst planlosen Politik.“
Es ist eben mitnichten planlos, wenn die Vereinten Nationen auf Ihrer Internetseite eine Strategiepapier veröffentlicht haben mit dem Titel „Replacement Migration“ (= Austauschmigration*). Der offizielle deutsche Titel lautet hingegen verharmlosend „Bestandserhaltende Migration“.

Vor der großen Migrationswelle im Spätsommer/Herbst wurden von der UN die Gelder für die Auffanglager im Nahen Osten drastisch gekürzt, so dass den Menschen zum Nahrungsmittelkauf viel weniger Geld zur Verfügung stand.

sezession.de 7.6.2016
*) Noch genauer „Ersatzzuwanderung“ – farbige Hervorhebung durch S.S.

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Sigmar Salzburg
30.05.2016 04.57
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Boualem Sansal

2084 – Das Ende der Welt
Roman.

Aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky.
Merlin Verlag, Gifkendorf-Vastorf [13.5.]2016.
288 S., geb., 24,- €.

Aus den Erläuterungen des Verlages:

In Abistan, einem riesigen Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Jegliches individuelle Denken ist abgeschafft; das Eingeschworensein auf ein allgegenwärtiges Überwachungssystem steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln.

Offiziell heißt es, die Bevölkerung lebt einvernehmlich und im guten Glauben.

Doch Ati, der Protagonist dieses Romans, der ausdrücklich anknüpft an Orwells Klassiker „1984“, hinterfragt die vorgegebenen Direktiven: Er macht sich auf die Suche nach einem Volk von Abtrünnigen, das in einem Ghetto lebt, ohne in der Religion Halt zu suchen ...

Während George Orwell in seinem Zukunftsroman das totalitäre Regime Stalins vor Augen hatte, entwirft Boualem Sansal in seinem Roman das Szenario eines Regimes, das auf der religiösen Überhöhung einer Ideologie beruht...

Im Interview mit der „Welt am Sonntag“ wird Boualem Sansal deutlicher:

Sansal: Erdogan will das Kalifat wieder aufbauen, aber er weiß, dass die Araber dies niemals akzeptieren würden. Vielleicht stellt er sich vor, sein Reich nach Europa auszudehnen. Aus diesem Grund ist Deutschland am meisten bedroht...

Welt am Sonntag: Wenn man das zu Ende denkt, hieße das ja: Wir würden unter Erdogans Kalifat in Deutschland leben. Das klingt vollkommen absurd. Ist Europa dermaßen am Ende?

Sansal: Ja. Es hat keinerlei Zukunft mehr.

Welt am Sonntag: Können Sie in Europa noch sagen, was Sie denken?

Sansal: Nein. Das ist vorbei. Auf der einen Seite lädt man mich ein, weil man das Bedürfnis hat, auch andere Meinungen zu hören, die nicht politisch korrekt sind. Gleichzeitig hat man Angst, dass ich Ärger mache.

Welt am Sonntag: Was dürfen Sie nicht sagen?

Sansal: Das sagt Ihnen keiner, das ist viel subtiler. Aber alles, was den Islam kritisiert, macht Probleme. Als ob man heute alles kritisieren darf, sogar Gott, aber nicht den Islam.

Welt am Sonntag: Sind Sie islamophob, Monsieur Sansal?

Sansal: Nicht in dem Sinne, wie das Wort gebraucht wird. Ich mag den Islam nicht, ich glaube nicht daran, und ich stelle fest, dass er nicht nur eine Gefahr, sondern eine enorme Gefahr ist. Er wird unsere Gesellschaft aufsprengen.

welt.de 28.5.2016

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Sigmar Salzburg
05.05.2016 18.27
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Martin Luther

Von den Juden und ihren Lügen.
Erstmals in heutigem Deutsch mit Originaltext und Begriffserläuterungen,

von Karl-Heinz Büchner/Bernd P. Kammermeier/Reinhold Schlotz/Robert Zwilling
Aschaffenburg 2016 (Alibri-Verlag), 347 S., 20,00 Euro

Das Buch ist wegen des beigegebenen, in Fraktur gesetzten Originaltextes germanistisch und orthographisch von Interesse, wegen der interpretierenden Übersetzung auch religions- und ideologiegeschichtlich.

Luther verwendete das seit dem 14. Jahrhundert übliche „ß“ nicht. Verdoppelungen der Endkonsonanten zur Bezeichung der Kürze des vorausgegangenen Vokals sind selten. Der „Haſſ“ wird mit zwei langen s geschrieben, „mus“ jedoch nicht. An die Stelle des heutigen „ä“ setzt Luther immer „e“. Einiges davon ist recht willkürlich noch durch die Rechtschreib„reform“ geändert worden: „überschwenglich“ (S.296).

Die Übersetzer wählten die reformierte Rechtschreibung. Es wird also aus:
Andere gauckeln also“ das leichter verständliche „Die Nächsten fantasieren“ (S. 105).

Das Ziel dieser Neuausgabe ist natürlich, zum Jubiläum 2017 das Denkmal Luther zu demontieren und ihn als deutschen Ur-Nazi zu entlarven. Jedoch folgte er nur dem „heiligen“ Augustinus, der die Juden lt. Wikipedia „zu Essig ausgearteter Wein der Propheten“, „eine triefäugige Schar“ oder „aufgerührter Schmutz“ nannte:

Vnd diese betrübte neige / garſtige hefen / verdorreter ſchaum/ ſchlimlichte grundſuppe vnd möſichter pful vom Jüdenthum/ſolten mit jrer buſſe vnd gerechtigkeit/der gantzen Welt reich/das iſt/ Meſſiam vnd der Propheten erfüllung/verdienen/da sie doch oberzeleter ſtück keins haben/nichts denn eine faule/stinckende/verworfene neige/ſind/vom veterlichen Geblüt.
Der Rezensent des Humanistischen Pressedienstes, Armin Pfahl-Traughber, leitet die Übersetzung dieser Textstelle (hpd 24.3.16) etwas gewagt ein:
In der Tat macht der Text deutlich, dass Luther ein glühender Judenhasser war. Man findet darin sogar Frühformen des Rassismus, wie folgendes Zitat veranschaulicht:

"Und dieser trübe Bodensatz, dieser stinkende Abschaum, dieser eingetrocknete Bodensatz, dieser verschimmelte Sauerteig und sumpfige Morast von Judentum sollten mit ihrer Reue und Gerechtigkeit das ganze Weltreich, also die Erfüllung des Messias und der Prophezeiungen verdient haben, obwohl sie doch keine der oben aufgezählten Bedingungen erfüllen und nichts sind als ein fauler, stinkender, verrotter Bodensatz vom Blut ihrer Väter?"
(S. 201).
Der Augustinermönch Luther stand zweifellos in der antijudaistischen Tradition des Augustinus (354-430), die davon ausging, daß „Gott“ mit Jesus die Wahrheit des Glaubens den Christen übereignet habe und daß die Juden damit abtrünnig geworden seien. Die Strafen, die „Gott“ im Alten Testament für Feinde des Auserwählten Volkes bereithielt, konnten nun auch gegen die angeblich ungehorsamen Juden angewendet werden (1. Samuel 15,2 u.a.). Sie hatten aber immerhin die Möglichkeit zu konvertieren. Erst der „moderne“ Rassismus machte dies unmöglich und führte zur Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

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Sigmar Salzburg
07.04.2016 18.38
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Andreas Wagner

Arrival of the Fittest
Solving Evolution's Greatest Puzzle


Andreas Wagner, Österreicher mit US-Pass, ist Professor für Evolutionäre Biologie an der Universität Zürich. Gerade ist die deutsche Fassung seines im Fachmagazin «Nature» gelobten Buchs erschienen: «Arrival of the Fittest – Wie das Neue in die Welt kommt».
[...]
Wagner: Einige Physiker sagen: Mathematik ist die Sprache, in der Gott das Universum geschrieben hat. Andere denken, das Universum sei eine zufällige Anhäufung von Partikeln, die ohne Sinn miteinander kollidieren, und dass dieses Aneinanderstossen über 13 Milliarden Jahre die Welt erschaffen hat. Ich bin Agnostiker. Ein Gott muss nicht involviert sein, und ich habe keinerlei Hinweise, dass es ihn gibt.

Beobachter: Sie operieren in Ihrer Forschung mit 
riesigen Zahlen und in der unvorstellbar grossen Zeitspanne der Evolutionsgeschichte. Deprimiert Sie im Angesicht dessen die kurze Lebenszeit von uns Menschen?
Wagner: Ich und Sie, wir werden zum Genpool unserer Art sehr wahrscheinlich nichts beitragen, das die nächsten 1000 oder gar Millionen Jahre überdauert. Die Chance, dass etwas von uns bleibt, ist nahezu null. Sorry, so ist es leider.
[...]
Beobachter: Wie ist das Biotop Schweiz für 
einen Forscher, der aus den USA 
zugewandert ist?
Wagner: Im Vergleich zu den USA sind Infrastruktur und Forschungsfinanzierung in der Schweiz unvergleichlich gut. Als ich 2006 nach Zürich kam, beantragte ich Geld für ein sehr theoretisches Thema, sehr rechnergestützt, beim Schweizerischen Nationalfonds. In den USA wäre das damals nicht 
möglich gewesen. Die Schweiz spielt in einer ganz anderen Liga, wenn es um die Finanzierung von gewagten Projekten etablierter Forscher geht – hohes Risiko, hoher Ertrag.

Beobachter.ch

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