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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
rauh__rau
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Sigmar Salzburg
21.09.2018 04.00
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Re one Gewei ?

Als ich heute morgen die Fenstervorhänge aufzog, schreckte im Garten ein schlankes Reh hoch, das wohl seit der Frühe im Gras unter dem Apfelbaum geruht hatte. Es faßte sich aber schnell wieder und knabberte von den tiefhängenden Ästen einige Blätter, ohne die heruntergefallenen Äpfel zu beachten. Dann zog es langsam weiter aufs offene Feld – und ich suchte einen alten Text auf:

Oekonomisches Reallexicon
von Christian Friedrich Germershausen

Pastor zu Schlalach
Mitglied verschiedener gelehrter Gesellschaften.
Bey Johann Gottlob Feind, 1799

Reh, Cervus Capreolus L. Dieses bekannte Thier aus dem Hirschgeschlechte gleicht in Ansehung der Gestalt und Farbe dem Hirsche; welchen es aber an Schönheit und Zierlichkeit in vielen Stücken noch übertrifft ...
Gute gesunde Böcke schlagen oder fegen sich hierauf im Februar und März an den Saalweiden, Birken, Tannen und Kiefern das rauhe Bast oder die behaarte Haut ab. In der Regel sollte sich das Geweihe in zwey Spitzen endigen; allein da der Rehbock seinen noch weichen Putz nicht so sorgfältig schont, und sehr unvorsichtig und muthwillig damit an Sträuchern und Bäumen anstößt; so trifft man beym Rehbocke selten ein regelmäßiges, sondern häufig sonderbar geformtes Gehörne an...

https://books.google.de/books?id=l0mZv0hu9GcC
Spiegel-Online erinnerte mich wieder an die Wirklichkeit der willkürlichen Zertrümmerung unserer Rechtschreibung: Unter den vielen Wörtern mit „h“ wurde ein einzelnes zur Verstümmelung ausgewählt.
„Die raue Großartigkeit der Leere“
Einmal durch die USA zieht sich der 100. Längengrad – von North Dakota bis Texas. Der Fotograf Andrew Moore hat die Prärien und ihre Bewohner in einem zehnjährigen Projekt porträtiert... spiegel.de 20.9.2018
Die Amputation des Stammlauts „h“ am schutzlosen, weil singulären „Rauhen“ vorzunehmen und „Geweihe“, „Rehe“ und „Reiher“ (aus Taktik und Feigheit) nicht anzutasten, konnte nur einem inzestuösen Affenarschzirkel von scheinsystematischen Schreibreformern, kulturbanausischen Kultusministern und machtgierigen Medien-Magnaten einfallen.

Siehe auch dies und das, auch hier und dort.

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Sigmar Salzburg
29.06.2018 07.27
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Unsere Unfähigen hatten immer „Recht“: 1996 und 2015

Der raue Ton entspricht der politischen Landschaft
2015 war Ungarns Premier Viktor Orbán noch allein mit seiner Politik der Abschottung. Nun ist sie europäischer Mainstream.
Salzburger Nachrichten 29.6.2018

Dabei ist die „Reform“ der Rechtschreibung leichter rückgängig zu machen als eine „Umvolkung“.

Jedesmal kommt mir die Übelkeit, wenn ich das um sein „h“ amputierte „Rauhe“ sehe. Hier haben die kulturbanausischen „Reformer“ und kulturtrotteligen Kulturminister 1996 ihre „Chance“ gesehen – wie Mittäter Gallmann freimütig zugab.

In seinem Interview wies er auch unauffällig daraufhin, daß die Schreibweise „Hoheit“ eigentlich falsch sei (natürlich nur nach den neuen Regeln), ohne zu sagen warum. Verständlich: eine pedantische „Hohheit“ verliert ihren Nimbus und nähert sich der „Hohlheit“.

Spätesten, als in gleicher Pedanterie auch die „Rauheit“ zur „Rauhheit“ umfunktioniert werden sollte, müssen die Reformer ihre lang ersehnte „Chance“ erkannt haben, dem „Rauhen“ seinen Stammlaut „h“ zu amputieren. Das haben sie dann aber mit der Plat[t]itüde begründet, dies sei das einzige Wort mit Diphthong „au“ und „h“ am Ende. Beim „Geweih“ sah man diese „Chance“ eben nicht.

Als der Duden noch maßgebend war, hätte man derlei Unfug nach dem allgemeinen Schreibgebrauch unauffällig korrigieren können. Jetzt aber sind unter einen Hut zubringen: 40 Rechtschreibratsmitglieder, 16 Kultusminister, ihre Ministerpräsidenten, drei europäische Staaten und weitere mit deutschen Minderheiten, die an dem Reformunfug beteiligt waren. Nur an Namibia denkt keiner.

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Sigmar Salzburg
27.12.2017 09.10
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Noch zu den „Rauhnächten“:

1995 notierte der hundertjährige Ernst Jünger (1895-1998) in sein Tagebuch:

Wilfingen, 14. Dezember 1995

Die Rauhnächte rücken heran. Ich spüre sie auch tagsüber, bin nicht mehr ganz da. Die Träume sind nicht sehr präzis — eher Bewegung in großen Gesellschaften.

Mit der Post kam der Neujahrsgruß von Klett-Cotta: »Der Weg ist weiser als der ihn geht.« Ein Zitat aus den Aphorismen von Rudolf Borchardt – gut, wenngleich grammatisch nicht ganz korrekt. Jeder Punkt ist auch ein Ziel, wenigstens potentiell; wir können in jedem Moment umfallen. Ein Dalschlag, wie man in Niedersachsen sagt.

books.google.de
Damals kamen schon die An- und Einschläge gegen die traditionelle Kulturrechtschreibung näher:
Am 1.12.1995 beschloß die Kultusministerkonferenz, die noch mal überarbeiteten Neuregelungen zum 1.8.1998 als verbindliche Grundlage für den Unterricht in allen Schulen einzuführen, wenn vorher die Ministerpräsidenten aller Bundesländer und der Bund zustimmen. hier
Der entscheidende „Dalschlag“ gelang aber erst mit dem „Eintüten“ der widerständigen Zeitungsverlage 2006 durch den UN-Rat für Rechtschreibung unter Zehetmair.

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Sigmar Salzburg
21.12.2017 14.46
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Letzte Nacht war die erste der zwölf Rauhnächte.

Wenn man die Schreibung dieses altbekannten Wortes im Online-Duden sucht, bekommt man dreist nur dieses Ergebnis gezeigt:

Suche nach „Rauhnächte“ 1 Treffer
Duden Online-Wörterbuch(0)Shop(0)Sprachwissen(1)
Beispiele zur neuen Rechtschreibung
Einleitung Beispiele der Neuschreibungen von A bis Z Diese Liste ist eine umfangreiche Zusammenstellung der geltenden neuen, gegenüber der alten Regelung von vor 1996 veränderten Schreibungen;…
Sucht man dagegen mit Google „Raunächte“, dann wird angezeigt:
Raunächte ... 87.000 (0,36 Sekunden)
... und man wird dummduzend gefragt:
Meintest du „Rauhnächte“
Folgt man dem, liest man:
Ungefähr 228.000 Ergebnisse (0,30 Sekunden)
Ergebnisse für Rauhnächte
Stattdessen suchen nach: Raunächte
Das heißt, dem Dudenverlag ist es wurscht, wie ein Wort üblicherweise geschrieben wird, sondern er folgt, wie die Affenhorde dem Affenarsch des Oberaffen, den kulturbanausischen Kultusministern, die aber scheinheilig solche Folgsamkeit gar nicht verlangt haben wollen.

Selbst die reformgeile Wikipedia bleibt in der Haupsache beim Herkömmlichen:
Die Rauhnächte (auch Raunächte oder Rauchnächte), zwölf Nächte (auch Zwölfte), Glöckelnächte, Innernächte oder Unternächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die Zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag (25. Dezember) bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar) ...
Dasselbe spiegelt sich in den Zeitungen. Sogar die „fortschrittliche“ Alpen- oder Prantl-Prawda (die Süddeutsche Zeitung) läßt hier die traditionelle Schreibkultur zu:
Die Thomasnacht, die längste Nacht des Jahres, war zugleich die erste der zwölf Rauhnächte. Deren Name könnte sich sowohl vom mittelhochdeutschen Wort für „haarig“ als auch von „rauchen“ oder „räuchern“ ableiten. In dieser Zeit stand nach altem Volksglauben das Geisterreich offen, die „Percht“, begleitet von pelzigen Gesellen mit „schiachen“ Larven, ging um und war auf der Suche nach herumirrenden Seelen.
Die österreichische Internetzeitung „Mein Bezirk“ geht auf Nummer sicher: In Überschrift und im ersten Teil Reformschreibung. Dabei verpaßt sie auch noch die Gelegenheit, die Nähe der Rau(c)hnächte zu Rauch und Weihrauch aufzuzeigen:
Warum zwölf Tage?
Vermutlich hat der Brauch seinen Ursprung durch die Zeitrechnung nach einem Mondjahr. Dieses hat nur 354 Tage im Jahr und somit werden auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage, beziehungsweise zwölf Nächte, als sogenannte „tote Tage“ eingeschoben. Im europäischen Raum fallen sie regional unterschiedlich, liegen aber überall in der Zeit zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Jänner. Meistens beginnen sie mit der Thomasnacht, der längsten Nacht im Jahr zur Wintersonnenwende, manchmal aber auch erst mit der Heiligen Nacht.

Vier der zwölf Raunächte sind von ganz besonderer Bedeutung:
• Die längste Nacht des Jahres zur Wintersonnenwende, auch Thomasnacht genannt, am 21. Dezember
• Die heilige Nacht, am 24. Dezember
• Die Nacht, in der wir zu Silvester das neue Jahr willkommen heißen, am 31. Dezember
• Die Nacht zum Dreikönigstag am 5. Januar
Geheimnisvolle Rituale:

Besonders beliebt und auch weithin bekannt ist das Räuchern!
Dem Räuchern sollte man in den Raunächten besonders viel Zeit schenken. Traditionell räuchert man zur Wintersonnenwende (21.12.), am 28. Dezember, zu Silvester und am 5. Jänner. Es spricht allerdings nichts dagegen in jeder heiligen Nacht zu räuchern.
Unsere Vorfahren räucherten Heilkräuter und Hölzer, als "Weihrauch" verwendete man Harze von heimischen Bäumen.
Nach den reformverstümmelten Nächten – man wundert sich, nicht auch noch Weirauch und Weinachten zu lesen – folgen nun aber die richtigen Rauhnächte:
Auch besonders wichtig!
Das Haus musste blitzblank geputzt sein. Fastenkuren sollten zur inneren Reinigung führen. Und aufgespannte Wäscheleinen mitsamt weißer Wäsche sind ein absolutes Tabu. Denn darin könnte sich ja die Wilde Jagd verfangen können – ein furchteinflössendes Geisterheer, das in erstaunlich vielen Kulturen in verschiedenster Form bekannt ist. In den Rauhnächten stürmt es durch den schwarzen Winterhimmel, in Schweden unter dem Namen Odensjakt, in Frankreich als Chasse Hennequine und in der Schweiz als Wuetisheer.

Träume und Orakel:
Die Rauhnächte sind auch die ideale Zeit, um Orakel zu befragen. Jeder, der schon mal an Silvester beim Bleigießen mitgemacht hat, vollzieht hier einen scheinbar modernen Partyspaß, der eigentlich auf ein Jahrhunderte altes Brauchtum zurückzuführen ist. Besonders achten sollte man in der Phase zwischen den Jahren auf die Träume: Denn der Legende nach erfüllt sich das, was man in einer Rauhnacht träumt....

meinbezirk.at 19.12.2017
Siehe auch dies und das, auch hier und dort.

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Sigmar Salzburg
17.11.2017 06.48
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Einstiger Mafia-Boss Toto Riina gestorben

Unter anderem wurde Riina für schuldig befunden, in den Jahren 1992 und 1993 die Mordanschläge auf die Anti-Mafia Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben zu haben. Außerdem war er nach Überzeugung der italienischen Justiz einer der Drahtzier von Anschlägen in Rom, Mailand und Florenz, bei denen 1993 zehn Menschen getötet wurden.
focus.de 17.11.2017

Logische Folge des kultusministeriellen Auftragsmords am „h“ im Zuge der rau(h)en Rechtschreib„reform“.

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Sigmar Salzburg
06.11.2017 05.01
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Die h-Vernichtung – ein Kulturverbrechen, wie die von Taliban und IS:

Kurt Biedenkopf „Die CDU dümpelt nicht, sie kämpft mit rauer See“
Von Norbert Vojta | Stand: 04.11.2017 | Lesedauer: 8 Minuten

WELT AM SONNTAG: Herr Biedenkopf, dümpelt die Union nach der nun auch noch verlorenen Wahl in Niedersachsen ziellos vor sich hin?
Kurt Biedenkopf *: Die CDU dümpelt nicht, sie kämpft mit rauer See. Sie ist im Begriff, Dinge neu zu ordnen, die geordnet werden müssen...
welt.de 4.11.2017

Man sollte die Verantwortlichen * für diese „Reform“ bei rauher See * in ein „Böötchen“* setzen und nie wieder nach Europa lassen.

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Sigmar Salzburg
25.04.2017 11.09
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FAZ und jW gegen „Ent-ha-rung“

Ob soziale Rhetorik der SPD in Schleswig-Holstein ankommt?

... Unter der Überschrift »Der Gerechte aus Kiel« spottete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am Osterwochenende: »Vor der Wahl in Schleswig-Holstein macht Regierungschef Torsten Albig ganz auf Gerechtigkeit«, um missbilligend hinzuzufügen: »Der robuste Finanzpolitiker von einst ist kaum wiederzuerkennen.« Süffisant weist das Blatt darauf hin, dass der Jurist als »kongenialer Sprecher« des »rauhbeinigen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück« 2008 zum »Cheferklärer der Bankenkrise« geworden sei ...

jungewelt.de 22.4.2017 u. faz.net 17.4.2017

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Sigmar Salzburg
27.10.2016 17.09
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Die wenig feinfühlige Amputation

Nachruf auf Manfred Krug
Der feinfühlige Raubauz

Man nannte ihn Zonen-Marlon-Brando, er war lange beliebtester „Tatort“-Kommissar, der Anwalt in „Liebling Kreuzberg“ die Rolle seines Lebens. Als Sänger und Rezitator prägte er Generationen. Dabei war er immer nur: Manfred Krug.
spiegel.de 27.10.2016

Der alte Duden weiß es noch: Rauhbauz (ugs. für: grober Mensch), älter Rauhbautz. „Der Cavaliere Rauhbautz, dieser Weiberfeind, ist in Mirandolina verliebt.“ (unbek. Übers.) »Il Cavaliere Selvatico, il disprezzator delle Donne è innamorato di Mirandolina.« (Goldoni) Das Wort verschränkt sich aber mit Rabauke anderen Ursprungs, mnl. rabaut (Schauermann, Vagabund), aus afrz. ribaut (Landstreicher, Lüstling) v. mlat. ribaldus (Landstreicher). Deswegen fällt das fehlende „h“ nicht so auf, obwohl es das Verständnis erschwert.

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Sigmar Salzburg
26.02.2016 05.48
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Die FAZ „vergißt“ ihre Versprechungen

Einer neuen Studie der TU Dresden zufolge gelingt es der AfD immer besser, im Lager von Pegida Fuß zu fassen... „Aus besorgten Gutwilligen sind empörte Bürger geworden“, sagte [der Dresdner Politikwissenschaftler Werner] Patzelt. Die Selbstverständlichkeit, sich klar xenophob und islamophob zu äußern, habe zugenommen, ebenso eine raue, bisweilen aggressive Stimmung gegenüber echt oder vermeintlich Andersdenkenden... Quelle: F.A.Z.
faz.net 25.2.2016

Das war zu erwarten: Auch die Schüsselwörter der assholistischen Verdummungsreform rutschen bei der FAZ immer wieder „versehentlich“ in die Texte, obwohl man doch wenigstens hier abstinent bleiben wollte. Es sollte weiterhin „rauh“ geschrieben werden – und Tolpatsch, Stengel, schneuzen, Quentchen, plazieren, numerieren, leid tun, greulich, Greuel, einbleuen, verbleuen, behende (aber nicht „As“? siehe faz.net).

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Sigmar Salzburg
08.02.2016 05.34
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Die kulturbanausische Raub'einigkeit der orthographischen Lügenpresse

Inhalt bereitgestellt von dpa ...

Film
Raue Schale, weiches Herz: Nick Nolte wird 75

Hollywoods Raubein hat eine sanfte Seite. Die hat Nick Nolte nicht erst mit dem Alter entdeckt. Mit 75 Jahren ist das Privatleben weniger turbulent, doch die Rollen sind immer noch dramatisch.
focus.de 07.02.2016, 23:59

Der heimtückische Raub des „h“ im „Rauhen“ ist eine der widerwärtigsten Schandtaten im Erpresserwerk des verschworenen Kulturbanausenpacks von Schreib„reformern“, schülergeiselnehmenden Politapparatschiks und Medienmächtigen. Sie sind die wahre Schande Deutschlands.

Wikipedia: Die 185 Gesellschafter der dpa sind ausschließlich Medienunternehmen wie Verlage und Rundfunkanstalten. Damit sind Gesellschafter und Kunden der Agentur teilweise deckungsgleich.

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Sigmar Salzburg
20.12.2015 07.25
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GfdS mit eingebautem Orwell-Gedächtnisloch

Herkunft und Bedeutung von zwischen den Jahren

[F] Woher kommt die Redewendung zwischen den Jahren?

[A] Mit dem Ausdruck zwischen den Jahren wird schon seit dem 14. Jahrhundert für gewöhnlich die Zeitspanne zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag am 1. Januar bezeichnet, in einigen Gegenden auch zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Januar. Eine weitere, jedoch wohl weniger bekannte Bezeichnung für die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag ist übrigens Raunächte, auch Rauchnächte genannt [nie Rauhnächte?]. Der Duden, »Großes Wörterbuch der deutschen Sprache«, Mannheim 2012, führt das Wort auf das Adjektiv rau [richtig: rauh] zurück, im Sinne von ›haarig‹, »in Anspielung auf mit Fell [Rauchware] bekleidete Dämonen, die besonders in diesen Nächten ihr Unwesen treiben«.

Gesellschaft für deutsche Sprache

Google News findet u.a.:

Rauhnächte zur Weihnachtszeit
VOL.AT – Vorarlberg Online-21.11.2015
Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen ...

Pläne schmieden in den Rauhnächten
nachrichten.at-13.12.2015
Sich bei Kerzenlicht besinnen, über die Vergangenheit und die Zukunft nachdenken: Dafür eignen sich Rauhnächte besonders.

Wenn in Prachatitz die „Rauhnachty“ geistern
Passauer Neue Presse-16.12.2015
... oft lärmend mit den „Unterhöhenstettner Glöcklern“ unterwegs sind, um in der dunklen Zeit der "Rauhnächte" die bösen Geister zu vertreiben, ...

Kulturschmankerl am 27. Dezember
Mittelbayerische-15.12.2015
Im zweiten Part werden die Rauhnächte, der Jahreswechsel und der Start ins neue Jahr thematisiert. Zum allerersten Mal wird dabei E.W. ...

Brauchtum: Warum sagen wir „Zwischen den Jahren“?
Augsburger Allgemeine-17.12.2015
Auch heute noch mischen sich zwischen den Jahren Brauchtum und Aberglaube. Denn in diesen Zeitraum fallen auch die Rauhnächte.

Diana Monson liest Märchen vor
Südwest Presse-16.12.2015
Dezember, erzählt Monson zusammen mit Maia Pfrombecke in Öhringen. Das Thema: „Räuchern und Mythen für die Rauhnächte". Los geht es ...

Veranstaltungstipp – Rauhnachtsagen
Süddeutsche.de-13.12.2015
In der Freisinger Bank geht es am Donnerstag, 17. Dezember, um 19.30 Uhr, um Geschichten und Mythen, die sich um die Rauhnächte ranken ...

Rauch und Räucherwerk
Tegernseer Stimme-13.12.2015
In der Tradition folgen kurz darauf die Rauhnächte, eine Niemandszeit, in der der Volksglaube die Tore zur “Anderswelt” offen wähnt und ...

Dachau – Von Dämonen und der Drud
Süddeutsche.de-02.12.2015
Wäsche durfte während der zwölf Rauhnächte keinesfalls im Freien zum Trocknen aufgehängt werden, kein Spinnrad durfte sich drehen, kein ...

OB Hilbert verbietet längere Schließzeiten Striezelmarkt und Co ...
BILD-09.12.2015
... einem Weihnachtsmarkt trinken will, kann nur in den landeseigenen Stallhof gehen. Die „Rauhnächte“ (Eintrittspreis: ab 2 Euro) öffnen bis 6.

Der Fall „rauh“ beweist: Die „Reform“ ist das Werk kulturbanausischer ArschlöcherInnen!

(... und wo bleiben die beobachtenden Schnarchnasen vom „Rat für deutsche Rechtschreibung“?)

Siehe auch dies und das.


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Sigmar Salzburg
17.07.2015 16.07
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Die Raubereiniger

Die völlig unnütze Rechtschreib„reform“ ist das Ergebnis professoraler und politischer Wichtigtuerei.

„Als die Kleinschreibung vom Tisch war, bei der ja die meisten Diktatfehler gemacht werden, wollten viele von uns aufgeben,“ erinnert sich [Reformer Prof.] Augst. „Aber ich dachte, es muß doch zumindest einmal versucht werden. Damit man sieht, daß die Sprache nicht zusammenbricht, wenn man auf ein paar Schreibweisen verzichtet.“ Spiegel 27.5.05

Es begann die krampfhafte Suche nach angeblich verzichtbaren Schreibweisen. Ein Ersatz für die Kleinschreibung war schnell gefunden: Die Verringerung des „deutschen“ Buchstabens ß. Das „neue“ System von 1800 garantierte, daß praktisch jeder Text der Reform unterworfen werden mußte. Das aber machte sie noch nicht dringend notwendig. So machte man Jagd auf einzelne Wörter, die irgendwelche Besonderheiten zeigten, darunter auch Kleinodien der sprachlichen Überlieferung wie „rauh“, dessen endständiges „h“ den Radikalinskis von jeher ein Dorn im Auge war. In diesem Forum ist zur Genüge über diesen Frevel geschrieben worden: 1.,2.,3.,4.

Am 26. Mai erwähnte ich den Vortrag von Steven Cassedy, der den Helmholtzschen Begriff der akustischen „Rauhigkeit“ der modernen musikalischen Harmonielehre zugrundelegt. Acht Tage später, am 3. Juni, wurde bei Wikipedia dieser Fachbegriff gelöscht, nachdem er dort 14 Jahre überlebt hatte. Jetzt gibt es nur noch „Rauigkeit“. Die staatlichen Institute hatten den Kotau vor den Schreibdiktatoren aber wohl schon viel früher vollzogen. Die Max-Planck-Gesellschaft ist da sicher keine Ausnahme:


Schreie belegen eine bevorzugte akustische Nische, um ihre biologische und soziale Wirkung sicherzustellen

Einem internationalen Team von Neurowissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, der New York University und der Universität Genf ist es erstmalig gelungen, die Einzigartigkeit von Schreien nachzuweisen...

„Schreie haben ein Merkmal, das als `Rauigkeit´ bezeichnet wird. Rauigkeit entsteht, wenn Geräusche eine zeitliche Struktur durch Änderung der Amplitude oder der Frequenz erhalten. Wenn diese Änderungen sehr schnell erfolgen, ist das Gehör nicht mehr in der Lage, diese zeitlichen Veränderungen 'aufzulösen' – man empfindet ein solches Geräusch dann als rau und damit als unangenehm. Normale Sprache hat eine Modulationsfrequenz von etwa 4 bis 5 Hz, aber für Rauigkeit liegt die Frequenz zwischen 30 und 150 Hz – die zeitlichen Veränderungen sind also wesentlich schneller.“ ... Die Ergebnisse zeigten: Schreie und Alarmgeräusche werden als umso beängstigender beschrieben, je höher das Rating auf der Rauigkeitsskala lag.

Max-Planck-Gesellschaft 16.7.2015

P.S.: Hatten die FAZ-Herausgeber nicht versprochen, die herkömmliche, sprachrichtige Schreibung „rauh“ weiterzuverwenden? In dem Artikel zum gleichen Thema ist davon keine Spur zu finden. faz.net 18.7.2015

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Sigmar Salzburg
26.05.2015 10.27
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Von der Rauhigkeit zur Flauigkeit

Der Pianist und Professor für Literatur Steven Cassedy (Uni San Diego) hielt vor kurzem einen Vortrag über den Beginn der Klassischen Moderne in der Musik:

How the West Rejected Nice Music A Century Ago

Dabei streifte er in der Mitte seiner Ausführungen die theoretischen Grundlagen der Klangfarben und Zusammenklänge, wie sie der berühmte Physiologe und Physiker Hermann von Helmholtz (1821-1894) entwickelt hatte:

Importance of the overtone series for Helmholtz
Acoustic “Roughness” (Rauhigkeit)
(Cassedy ab 37:00)

Während die beiden sprachlich eng verwandten Wörter schon akustisch andeuten, wie neuere Komponisten ihre Klangwelten ordnen, hatten „unsere“ kulturbanausischen Kulturminister nur einen Gedanken: dem deutschen Wort seine „Rauhigkeit“ zu nehmen. Übles Pack!

Siehe auch dies.

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Sigmar Salzburg
01.05.2015 19.19
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Sprachliche Volksverdummung

[Der amerikanischen Autor Thomas L.] Friedman: Dies ist ein Post-Kalter-Krieg-Problem... Im Kalten Krieg konnte sich ein kleines afrikanisches Land halten, denn die Supermächte haben nur so mit Geld um sich geworfen. Das ist vorbei.
Die Winde, die wehen, sind rauer¹, der Wettbewerb auch. Keine schützende Hand der Großmächte, keine Mauern mehr. Und so implodieren viele Staaten.
welt.de 1.5.2015

¹) „wehen“ und „rauher“ sollten orthographisch wieder gleichgestellt werden.

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Sigmar Salzburg
26.09.2014 14.42
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Deswegen mußte auch das Känguruh dran glauben

Schwanzangleichende Operation:

Herzzerreißender Brief seiner Tochter bekehrt Börsenguru
focus.de 26.9.2014

Ausgebüxtes Känguru wieder eingefangen
focus.de 26.9.2014

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