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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
06.12.2017 15.03
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] DIGITALISIERUNG? – Prof. Johannes Naumann: Digitale Texte erfordern andere Lesekompetenz als gedruckte Texte
Diese spezifischen Anforderungen meistern Schülerinnen und Schüler in Deutschland deutlich weniger gut als das Lesen „traditioneller“ gedruckter Texte.
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Lesen im digitalen Medium geht anders
Prof. Johannes Naumann: Digitale Texte erfordern andere Lesekompetenz als gedruckte Texte – Kein direkter Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Computern

Veröffentlicht am: Montag, 04. Dezember 2017, 11:12 Uhr

FRANKFURT. Im Frühjahr 2018 steht mit der nächsten PISA-Erhebung zum dritten Mal ein umfassender Test der Lesekompetenz fünfzehnjähriger Schülerinnen und Schüler weltweit an.Prof. Johannes Naumann von der Goethe-Universität und PD Christine Sälzer (Technische Universität München) weisen im Vorfeld erstmals nach, dass sich die Fähigkeiten deutscher Schülerinnen und Schüler beim Lesen digitaler Texte nicht mit ihren Fähigkeiten beim Lesen gedruckter Texte decken.

Naumann und Sälzer haben den computerbasierten Teil in der PISA-Studie 2012 ausgewertet, als das Lesen digitaler Texte erstmals in Deutschland getestet wurde. Das Ergebnis erscheint im Dezember-Heft der „Zeitschrift für Erziehungswissenschaft“: Danach erfordert das Lesen digitaler Texte zum Teil andere Kompetenzen als das Lesen gedruckter Texte. Dabei handelt es sich in beiden Fällen um „Lesekompetenz“, aber die beiden Formen sind nicht deckungsgleich. Vielmehr stellt das Lesen digitaler Texte eine weitere, im gedruckten Format nicht erfasste Dimension der Lesekompetenz dar: Digitale Texte erfordern häufig in besonderem Maße und in einer für das digitale Medium spezifischen Form die selbstgesteuerte Auswahl und Bewertung von Textinformationen. Diese spezifischen Anforderungen meistern Schülerinnen und Schüler in Deutschland deutlich weniger gut als das Lesen „traditioneller“ gedruckter Texte. Wie beim Lesen gedruckter Texte besitzen Mädchen gegenüber Jungen auch beim Lesen digitaler Texte einen ausgeprägten Vorsprung.

Dabei hängt die Häufigkeit des Umgangs mit Computern und anderen digitalen Medien keineswegs stark damit zusammen, wie gut Jugendliche digitale Texte lesen und verstehen können. Dies war durchaus vermutet worden. Diese Vermutung hat sich jedoch nicht bestätigt: Die Verfügbarkeit digitaler Geräte und deren Gebrauch ist weniger relevant als erwartet; sie hängt sogar negativ mit der Lesekompetenz zusammen. Stattdessen zeigte sich, dass für eine gute digitale Lesekompetenz die Einstellungen der Schülerinnen und Schüler gegenüber Informations- und Kommunikationstechnologien besonders wichtig sind: Je mehr sich die Jugendlichen hier zutrauen, desto besser können sie digitale Texte lesen und verstehen.

Publikation: Naumann, J. & Sälzer, C. (2017). Digital reading proficiency in German 15-year olds: Evidence from PISA 2012. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 20(4), 585-603. doi: 10.1007/s11618-017-0758-y

Informationen: Prof. Dr. Johannes Naumann, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Fachbereich 04 Erziehungswissenschaften, Campus Bockenheim (Juridicum), 069 798 23001, j.naumann@em.uni-frankfurt.de, http://www.fb04.uni-frankfurt.de/eduquant

http://www.muk.uni-frankfurt.de/69495319/260?
--
Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See



Re: [SHEV] [G9-SH] DIGITALISIERUNG? – Prof. Johannes Naumann: Digitale Texte erfordern andere Lesekompetenz als gedruckt ...
Von: Ulrich Kliegis 06.12.2017

> Dabei hängt die Häufigkeit des Umgangs mit Computern und anderen
> digitalen Medien keineswegs stark damit zusammen, wie gut
> Jugendliche digitale Texte lesen und verstehen können. Dies war
> durchaus vermutet worden. Diese Vermutung hat sich jedoch nicht
> bestätigt: Die Verfügbarkeit digitaler Geräte und deren Gebrauch ist
> weniger relevant als erwartet; sie hängt sogar negativ mit der
> Lesekompetenz zusammen. Stattdessen zeigte sich, dass für eine gute
> digitale Lesekompetenz die Einstellungen der Schülerinnen und
> Schüler gegenüber Informations- und Kommunikationstechnologien
> besonders wichtig sind: Je mehr sich die Jugendlichen hier zutrauen,
> desto besser können sie digitale Texte lesen und verstehen.


Das ist interessant – nun bin ich gespannt, ob dieses Selbstvertrauen auch mit der Fähigkeit und der Bereitschaft einhergeht, eigene Texte, sowohl im öffentlichen (vulgo Soziale Netze, was wiederum eine dieser unglücklichen, weil auf sprachlicher Inkompetenz beruhenden linearen Eindeutschungen ist) als auch im privaten Bereich zu schreiben.

Vor knapp zwanzig Jahren konnte ich im persönlichen Umfeld schon beobachten, daß die Schreibfehlerrate bei Grundschülern, die das Lesen (und konsequenterweise, wenn schon Blödsinn, dann richtig, auch das Schreiben) nach der Ganzwortmethode zu lernen hatten, was von Anfang an danebengehen mußte. 'Literatur' kommt vom lateinischen litera, der Buchstabe; sonst müßten wir uns eher mit Hieroglyphologie zu beschäftigen haben, was sich außer im alten Ägypten und in eigener Spielart bis heute im fernen Osten nicht hat durchsetzen können.

In dem Augenblick also, in dem die Kinder damals jedes Wort fingerfertig auf der Tastatur aus Buchstaben zusammenzusetzen hatten, gelang ihnen auch ohne Mühe die Translation zurück auf die Handschrift, und das oft sogar mit großer Erkenntnisfreude.

Man könnte nun wortspielerisch darüber sinnieren, daß digital ja nur wieder auf dem Weg über die englische Fachsprache die heute landläufige Bedeutung hat und dazu noch fälschlicherweise mit dem Opponenten analog kontrastiert. Da kräuseln sich dem Hobbyelektroniker die Augenwimpern... digitus, hier zahlen sich neun Jahre Latein an der Schule mal wieder voll aus, ist das lateinische Wort für Finger. An denen abgezählt, kommt man lustigerweise auch zum Zehnersystem (was da im angelsächsischen Raum schiefgegangen ist, weiß ich nicht). Soweit waren die ollen Römer mit ihrem Zahlensystem ja zwar auch schon, nur kannten sie keine Zahl Null. Die kam erst im Mittelalter aus dem arabischen Denkerraum zu uns und erschloß damit überhaupt erst die moderne Mathematik (und Physik und Chemie und und und).

Uups, nun bin ich mal wieder vom Thema abgekommen. Also: Schreib- und Lesekompetenz gehören zueinander, und spannend ist nun allemal die Frage, wie die vier Pole konventionelles Lesen und Schreiben und ihre elektronisch-medialen Varianten miteinander im kognitiven und reproduktiven Bereich verkettet und vernetzt sind. Dabei verdient das koordinierte Setzen und Wiedererkennen der Buchstaben in der richtigen Auswahl und Reihenfolge besonderes Augenmerk.

Daraus sollte die Pädagogik dann konkrete und förderliche Schlüsse ziehen.

Wie gut, daß Gutenberg den Buchstabensatz erfunden hat und nicht irgendwelche Ganzwortstempel.

Im Amerikanischen gibt es den sogenannten Ob-joke. Hier kommt einer zum Thema:
Als neulich der Erfinder der Autokorrektur gestorben war, las man in seiner Todesanzeige: 'Restaurant in piece!'

Weiter einen schönen Advent, und: Dranbleiben!
Gruß,
UK

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Kevin Kraus
04.12.2017 21.48
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Dr. Ulrich Kliegis an SHEV

04.12.2017 21:29 Uhr

Re: [SHEV] Medizin-NC: Sollte man auch ohne Einser-Abi Arzt werden dürfen?
Von:
Dr. Ulrich Kliegis

> Eine andere deutsche Besonderheit ist die Wartezeitquote. Sie wurde
> eingeführt, um das Grundrecht auf freie Berufswahl zu gewährleisten.
> Allerdings müssen die Bewerber aktuell sieben bis acht Jahre auf
> ihren Medizinstudienplatz warten. ...

Allein bei diesem Punkt wird der ganze bizarre Wahnsinn des Systems leitsymptomatisch deutlich. Jährlich kommen in Deutschland ca. 2.000 junge Leute nach aktuell über 8 Jahren Wartezeit nach dem Abitur endlich zu ihrem Wunschstudienplatz. Das sind Jahr für Jahr 16.000 fremdverschwendete Lebensjahre, die diese jungen Leute, die dann doch ganz überwiegend hervorragende Studien- und Lernleistungen und am Schluß auch noch sehr gute ärztliche Fähigkeiten vorweisen, ganz gewiß nicht zum eigenen Nutzen ins Gemeinwohl einbringen.

Um den Wahnsinn noch zu potenzieren, hat sich die KMK, übrigens ein total unkontrollierbares Gebilde in einem rechtsfreien Umfeld, nach dem 2. Weltkrieg von den Briten erstmals eingesetzt, um in dem jungen föderalen System, in dem die Bildungshoheit den Ländern zugesprochen wurde, wenigstens etwas Synchronität herzustellen, ausgedacht, daß diese jungen Leute in der Wartezeit auf diesen Studienplatz an keiner deutschen Hochschule studieren dürfen. Jedes Semester (z.B. i.S. eines studium generale, was ja noch sinnvoll wäre, oder z.B. Jura, um dann mit einer Doppelausbildung ein guter Rechtsmediziner zu werden) wird auf die Wartezeit angerechnet. Man kann fast dankbar sein, daß die Wartezeit dann nicht ggf. wieder bei Null beginnt.

Studieren diese jungen Leute in der Wartezeit aber im Ausland, z.B. werden in einigen neuen osteuropäischen EU-Ländern hervorragende vorklinische Studiengänge auf deutsch oder englisch angeboten, das Physikum ist nach deutscher Approbationsordnung gestaltet, dort erlangte Prüfungen werden immerhin hier regelmäßig anerkannt, steht ihnen unverhofft die nächste Hürde bevor: Obwohl sie bereits mindestens zwei Jahre Regelstudienzeit, durchgehend privat finanziert, mit Abschluß dieser Phase vorweisen können, wird ihnen der Zugang zum dann folgenden klinischen Teil des Medizinstudiums an deutschen Universitäten (mit einer rühmlichen Ausnahme (noch!), nein, sie ist nicht in SH) verwehrt. Sie müssen sich als formale Erstsemester wieder hinten anstellen.

Schlimmstenfalls heißt es dann also noch einmal zwei Jahre rumsitzen und warten, bis man nach Kalender dran ist.

Und dann sind da noch die Gemeinschaftsschul-Abiturzeugnisse. Ganze drei Jahre Unterricht nach gymnasialen, nein, sagen wir mal, schemenhaft einem gymnasialen Curriculum ähnelnden Ideen eines Lehrplans, denn nach 5 Jahren Unterricht auf unterem Hauptschulanspruchsniveau in der Gemeinschaftsschule und einem Jahr leidlichem Realschulanspruch kann von dem immer noch gültigen Maßstab der KMK, der für die Allgemeine Hochschulreife das Äquivalent von neun Jahren herkömmlichen gymnasialen Unterricht voraussetzt, wirklich keine Rede mehr sein.

Und 'echte' Gymnasiasten, die erkennen, daß das an ihrem genuinen Bildungsinstitut nicht so erfolgversprechend für sie selbst aussieht, wechseln dann gern mal zur Oberstufe in eine Gemeinschaftsschule. Dort sind sie dann die Kings, ohne sich (nach eigener Aussage, ich kenne eine Menge von diesen Hoffnungsträgern) sonderlich anzustrengen. Ein Einserabi ist dort dann ein Selbstgänger, und ihren fleißigen früheren Mitschülern zeigen sie dann eine lange Nase...

Die mehr oder weniger direkt verfügte Anweisung, das Werden der Gemeinschaftsschulen durch eine ausgesprochen großzügige Leistungsbewertung zu fördern, wird allenthalben willig durchgesetzt. Ovid hatte dafür das Bild eines bovinen Gehorsams...

Schulleiter, die solche Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife unterzeichnen, machen sich eigentlich der Urkundenfälschung strafbar. Ganz konkret wird an allen Hochschulen, nicht nur in SH, z.B. über die in den letzten Jahren komplett abgestürzten Mathematik- und Rechtschreibkenntnisse der neuen Studienanfänger geklagt. Das ist ernstzunehmen, und man kann den Hochschulen nicht zumuten, den als nahezu prägenial eingestuften Abiturienten erstmal in einem Propädeutikum „the basics“ beizupulen. Das ist und bleibt die Aufgabe der Schulen.

Wenn schon nicht jeder Wunsch nach einem Medizinstudienplatz befriedigt werden kann, sind eigentlich nur zwei Wege denkbar:

a) der lange praktizierte österreichische Weg, nach dem zunächst mal fast jeder angenommen wird, nach zwei Semestern dann aber die Weiche gestellt wird. Die Grundsemester müßten dann sinnvollerweise auf andere Studiengänge, namentlich im Lehramt, anzurechnen sein.

b) eine einheitliche allgemeine Eingangsprüfung, z.B. nach Art des sog. Mainzer Medizinertests. Ein Test, der seit Jahren in Gebrauch ist und ein paar Prozentpunkte bei dem 'rats' race' um die Studienplätze bringt. Solide, fachbezogen, aber fachkenntnisvoraussetzungsfrei, der die mentale Leistungsfähigkeit der Aspiranten recht gut abbildet.

Eine Änderung ist jedenfalls unabdingbar, und das schnell.

Die Politik hat gegenüber der Gesellschaft die Pflicht und Bringeschuld, dafür zu sorgen, daß a) genügend Ärzte ausgebildet werden, und daß b) hierfür die am besten geeigneten die Chance erhalten, diesen Berufswunsch verwirklichen zu können.

Vielleicht zeigt unsere neue Bildungsministerin ja auch in der KMK mal ein deutliches Profil. Zu wünschen ist es allen jetzigen und zukünftigen Studienplatzanwärtern, ob nun für Medizin oder ein anderes NC-Fach.

Gruß,
UK
(im richtigen Leben Dr. med. ...)

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Kevin Kraus
04.12.2017 21.42
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

xing.com, 04.12.2017

Medizin-NC: Sollte man auch ohne Einser-Abi Arzt werden dürfen?


Das Karlsruher Bundesverfassungsgericht prüft derzeit, ob das aktuelle Zulassungsverfahren für Medizin mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Wird das Urteil das deutsche Schulsystem verändern?

Wir brauchen mehr Tests, weniger Abitur, kürzere Wartezeiten

Prof. Dr. Wolfgang Hampe

Arbeitsgruppe Auswahlverfahren, UKE Hamburg


Medizinstudienplätze sind in Deutschland hart umkämpft – nur etwa jeder fünfte Bewerber bekommt einen. Sollen die knappen Plätze an Abiturienten mit exzellenten Noten vergeben werden, um sie für ihre Schulleistungen zu belohnen? Oder sollen diejenigen ausgesucht werden, die das Studium voraussichtlich am besten bestehen oder es zumindest nicht abbrechen? Am besten wäre es, wir könnten schon vor der Zulassung eine zuverlässige Prognose darüber treffen, welcher der meist noch im Teenageralter stehenden Bewerber später ein guter Arzt wird. Doch schon mit der Definition wird es schwierig: Soll es der kommunikative Hausarzt sein? Oder die Fachspezialistin, die perfekt auch seltene Krankheiten diagnostiziert? Oder die Leiterin eines Kliniklabors? Für jede Spezialisierung werden unterschiedliche Kompetenzen benötigt.

Abiturnote: gute Vorhersage, aber ungerecht

Einfacher ist die Vorhersage des Studienerfolgs. Die Noten in den Prüfungen lassen sich am zuverlässigsten durch die oft kritisierten Abiturnoten vorhersagen. Der Grund für ihre Zuverlässigkeit ist, dass sie ein Mittelwert aus vielen Einzelbewertungen durch unterschiedliche Lehrer sind, weshalb der Gesetzgeber die Universitäten auch verpflichtet, sie als wichtigstes Auswahlkriterium zu verwenden. Allerdings haben es die Bundesländer in den vergangenen Jahrzehnten nicht geschafft, die Schulsysteme und die Notenvergabe zu vereinheitlichen. So ist der Anteil der 1,0-Abiturienten in Thüringen etwa viermal so hoch wie in Niedersachsen, die Abiturientenquote in Hamburg mit knapp 60 Prozent fast doppelt so hoch wie in Bayern. Das führt dazu, dass sehr viel weniger Schüler aus Niedersachsen als aus Thüringen eine fürs Medizinstudium ausreichende Abiturnote haben. Eine Möglichkeit, diese Ungerechtigkeit zu minimieren, wäre eine Umrechnung der Abiturnote in einen Prozentrang, der von der Anzahl der Abiturienten und dem Notenspektrum im jeweiligen Bundesland abhängt.

Eine andere deutsche Besonderheit ist die Wartezeitquote. Sie wurde eingeführt, um das Grundrecht auf freie Berufswahl zu gewährleisten. Allerdings müssen die Bewerber aktuell sieben bis acht Jahre auf ihren Medizinstudienplatz warten. Während dieser langen Zeit schwinden ihre Chancen auf einen erfolgreichen Studienabschluss: Bis zu 40 Prozent von ihnen brechen das Studium ab, weit mehr als bei den direkt nach der Schule Zugelassenen. Das Bundesverfassungsgericht wird demnächst urteilen, ob diese Praxis verfassungskonform ist.

Bundeseinheitlicher Test und lokale, hoch strukturierte Interviews

Doch was wäre besser? Durch einen für alle Bewerber verpflichtenden Test könnte die Bedeutung der Abiturnote für die Auswahlentscheidung reduziert werden. In Deutschland kommen aktuell der TMS (Test für Medizinische Studiengänge) und der HAM-Nat (Hamburger Auswahlverfahren für Medizinische Studiengänge – Naturwissenschaftsteil) zum Einsatz. Eine Kombination aus beiden Tests, gemeinsam entwickelt von den Medizinuniversitäten, könnte die Vorhersage des Studienerfolgs verbessern.


Zusätzlich könnten die Universitäten psychosoziale Auswahlkriterien einsetzen. Klassische Interviews haben sich dabei als wenig aussagekräftig herausgestellt. In Hamburg führen wir multiple Mini-Interviews durch: In neun fünfminütigen Stationen müssen die Bewerber zum Beispiel mit Schauspielpatienten kommunizieren oder in einer Dreiergruppe gemeinsam Aufgaben bewältigen. Durch die Vielzahl an Bewertungen kann so der Studienerfolg im psychosozialen Bereich in gewissem Umfang vorhergesagt werden. Allerdings sind Interviewverfahren sehr aufwändig und teuer und nicht für Zehntausende Medizinbewerber der gebührenfreien staatlichen Universitäten durchführbar. Eine Vorauswahl etwa durch Abiturnote und einen bundeseinheitlichen Test könnte hier weiterhelfen.

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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Kevin Kraus
03.12.2017 09.01
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Elternbriefe in Simpeldeutsch – was bringt das?
Eine Basler Schule verschickt Elternbriefe nur noch in «Leichter Sprache», damit sie alle verstehen. Ist das sinnvoll? Dazu Linguistin Regula Schmidlin.


Statt Elternbriefe in die Muttersprache von ausländischen Eltern zu übersetzen, setzt die Primarschule Hirzbrunnen in Basel auf die Leichte Sprache, die ursprünglich für Menschen mit Lernschwierigkeiten konzipiert wurde. Offenbar soll das Beispiel Schule machen, wie Blick.ch gestern berichtete. Wir haben bei Linguistin Regula Schmidlin nachgefragt, wie sie diesen Einsatz der Leichten Sprache sieht.

Was halten Sie von der Massnahme der Basler Schule?
Ich verstehe gut, wenn die Schulen die Kommunikation mit den Eltern optimal und effizient gestalten wollen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man sich in Texten um Verständlichkeit und Einfachheit bemüht, solange nicht der dargestellte Sachverhalt selbst vereinfacht wird. Die Massnahme, Elternbriefe konsequent in Leichte Sprache zu übersetzen, geht schon sehr weit. Allerdings muss die Verzweiflung über Inhalte, die bei den Eltern nicht ankommen, bei der betreffenden Schule gross gewesen sein. Ich kenne die Hintergründe allerdings nicht.

Ist es sinnvoll, dass offenbar alle Eltern – auch Nicht-Ausländer – Briefe nun in Leichter Sprache erhalten?
Nur bildungsfernen und fremdsprachigen Eltern die Briefe in Leichter Sprache zu schicken, den andern aber nicht, halte ich für noch problematischer. Nach welchen Kriterien sollen die Eltern ausgewählt werden, die die Briefe in Leichter Sprache bekommen? Eine Alternative wäre aber vielleicht, dem Brief, der in normaler Sprache geschrieben wird, eine möglichst einfache Zusammenfassung der Informationen anzufügen – für alle.

Besteht die Gefahr einer Nivellierung gegen unten?
Komplexe Sachverhalte können nicht immer einfach ausgedrückt werden. Eine verlustfreie Übersetzung von Normalsprache in Leichte Sprache ist nicht möglich. Darin sehe ich das grösste Problem. Wenn man etwa Nebensätze und ihre einleitenden Wörter (nachdem, obwohl etc.) weglässt, ist es kaum noch möglich, bestimmte Verhältnisse darzustellen. Es wäre vermessen, zu glauben, dass Menschen einen in Leichte Sprache überführten Text genau so verstehen, wie er in der Normalsprache gemeint war. Gesetzestexte verlustfrei in Leichte Sprache zu übersetzen, halte ich beispielsweise für unmöglich.

Wo sonst ist leichte Sprache sinnvoll, wo nicht?
Wir alle sind froh, wenn Beschriftungen in Flughäfen, Gebrauchsanweisungen, Waschanleitungen, Produktebeschreibungen, Montageanleitungen, Websites einfach und verständlich sind. Wenn die Kommunikation mit den Behörden verständlich genug ist, braucht es keine zusätzlichen Erklärungen. In dieser Hinsicht verstehe ich die Massnahme der Primarschule Hirzbrunnen gut. Damit werden die Behörden entlastet. Bei Menschen mit Lernschwierigkeiten und anderen kognitiven Einschränkungen kann Leichte Sprache zudem generell sinnvoll sein. Sie ermöglicht ihnen, an der Kommunikation stärker zu partizipieren. Die Normalsprache gerade im Bildungsbereich durch Leichte Sprache zu ersetzen, halte ich aber für heikel. Eher sollen den Lernenden Strategien vermittelt werden, wie das Textverständnis verbessert werden kann.

Wie funktioniert Leichte Sprache – linguistisch gesehen?
Man vermeidet zum Beispiel Genitivkonstruktionen, weil diese ganz unterschiedliche Dinge ausdrücken können, die der Leser aus dem Kontext erschliessen muss: Qualität – ein Mann mittleren Alters. Teil-Ganzes-Beziehung – die Hälfte des Lohns. Besitzverhältnis – das Haus meiner Eltern. Subjekt – das Lied des Komponisten. Objekt – der Komponist des Lieds. Man vermeidet auch Satzgefüge, also Nebensätze. Metaphern und Fremdwörter werden wenn möglich ebenfalls vermieden. Aus linguistischer Sicht ist das eigentlich problematisch, denn Metaphern können auch verständniserleichternd sein und Fremdwörter sind nicht per se schwierige Wörter.

Geht so auch Sprachschatz und Sprachraffinesse verloren, von dem Ausländer gerade profitieren könnten?
Absolut. Differenzierte und komplexe Sachverhalte können oft nicht anders als in einer komplexen Sprache ausgedrückt werden. Witz, Ironie, Rhythmus, Anspielungen, verschiedene Stilebenen – alles, was kompetente Leser attraktiv finden, wenn sie Texte lesen. Die Verständlichkeitsforschung konnte zeigen, dass Texte dann am besten verstanden werden, wenn sie einfach, kurz, klar gegliedert und attraktiv sind – den Leser direkt ansprechen.
Texte in Leichter Sprache wirken nun aber alles andere als attraktiv.
(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.12.2017, 11:20 Uhr

Regula Schmidlin ist Professorin für Germanistik, Fachbereich Linguistik, an der Universität Freiburg.

https://bazonline.ch/kultur/diverses/leicht-verstaendliche-elternbriefe-fuer-die-regelschule/story/23347567
https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/imageUpload/elternbrief/nachher.jpg
https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/imageUpload/elternbrief/vorher.jpg

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Kevin Kraus
29.11.2017 11.45
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes:

Wieder mal eine Pisa-Junk- und Fake-Studie
tichyseinblick.de
Von Josef Kraus
Mo, 27. November 2017

Die selbsternannte Bildungsmacht OECD kann es nicht lassen. Im Quartalstakt jagt sie „Studien“ und „Sonderauswertungen“ zu Pisa durch die Öffentlichkeit. Mal gibt es Tadel für die Deutschen, mal ein wenig Streicheleinheiten. Diesmal gibt es Streicheleinheiten, denn angeblich sind deutsche Schüler gut in Sachen Sozialkompetenz und „kollaborative Problemlösungskompetenz“: Platz 12 unter 52 beteiligten Ländern und Regionen nehmen sie ein, zumindest nicht ganz weit weg von den Siegern Singapur, Japan, Hongkong und Korea. Deutschland liegt etwa auf einer Höhe mit den USA, Großbritannien, Dänemark und vor Schweden, Norwegen, Frankreich.

Da atmen die deutschen Kultusminister auf und klopfen zuerst sich und dann den deutschen Schülern, vor allem den noch besser abschneidenden deutschen Schülerinnen auf die Schultern. Es habe sich gelohnt, im Unterricht immer mehr auf Gruppenarbeit zu setzen, so führende deutsche Bildungsminister. Und auch die deutsche Presse ist begeistert. Schließlich würden hier Fähigkeiten bewertet, auf die jedes Unternehmen großen Wert lege: die Teamarbeit. Denn die betrieblichen Prozesse würden ja immer komplexer, sodass sie ein einzelner Fachmann nicht bewältigen könne. Damit wurden Ressourcen gebündelt und Kosten gespart. Aha!
Dass die ganze Studie ein methodisches Artefakt ist, wie man in der empirischen Forschung sagt, interessiert niemanden. Man könnte diese neue Pisa-Studie auch als Junk und Fake bezeichnen. Denn „untersucht“ wurden gerade eben 1.900 fünfzehnjährige deutsche Schüler. Von rund 800.000 in dieser Altersgruppe. Getestet wurde das Ganze am Computer, mit Avataren wie in einem Computerspiel.Das sah dann so aus: Die Testanden bekamen am Computer Aufgaben gestellt, für deren Lösung sie mit „anderen“ zusammenarbeiten mussten; die „anderen“ wurden dabei von einem Programm simuliert. Freilich sind standardisierte Problemlösungssituationen schon ein Widerspruch in sich. Das eigentlich spannende in der Team-Arbeit aber – die notwendige Kooperation mit echten Menschen, die sich nicht normiert verhalten – wurde eliminiert durch Avatare. Das sei aber nötig gewesen, so OECD-Mann Andreas Schleicher, um die internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Zudem betont Schleicher, dass „Abfragewissen“ dramatisch an Relevanz verliere, weil Google das besser könne. Was Schleicher allerdings vergessen hat: Wer kein Vorratswissen hat, wer nicht richtig schreiben kann, der kann auch nicht ordentlich googeln. Aber Schleicher hat als Trostpflaster für die pädagogisch ganz konservativ Gestrickten dann doch noch eine Uraltvision parat: Mehr Sportunterricht sei gut, denn der fördere den Teamgeist. Wer hätte das gedacht!

Aber vielleicht muss man das erst von der OECD und ihren Testfreunden untersuchen lassen, damit die millionenschwere Testindustrie am Laufen gehalten wird.

________________________________________
Josef Kraus war Oberstudiendirektor, Präsident des deutschen Lehrerverbands, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und als „Titan der Bildungspolitik“ bezeichnet.

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Kevin Kraus
09.11.2017 20.13
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Oberverwaltungsgericht NRW:

Kein Anspruch auf Einführung islamischen Religionsunterrichts


9. November 2017

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. und der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e. V. haben keinen Anspruch gegen das Land Nordrhein-Westfalen auf allgemeine Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen. Sie sind keine Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes. Das hat das Oberverwaltungsgericht durch Urteil vom heutigen Tag entschieden.

Die beiden klagenden Verbände erstreben diese Einführung als Ersatz für den provisorischen Islamunterricht, den das Land Nordrhein-Westfalen 2012 als Modellversuch eingeführt hat und der im Sommer 2019 endet. Von einem Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes unterscheidet sich dieser Unterricht dadurch, dass nicht eine Religionsgemeinschaft seine Lehrinhalte bestimmt, sondern ein Beirat, der zur Hälfte aus Vertretern besteht, die das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Einvernehmen mit den islamischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen bestimmt.

Die Kriterien für die Einordnung eines auf mehreren Ebenen organisierten Dachverbandes als Teil einer Religionsgemeinschaft hatte das Bundesverwaltungsgericht bereits 2005 vorgegeben (BVerwG-Pressemitteilung Nr. 9/2005). Dazu gehört unter anderem, dass der Dachverband in seiner Satzung mit Sachautorität und -kompetenz für identitätsstiftende religiöse Aufgaben ausgestattet ist und die von ihm in Anspruch genommene religiöse Autorität in der gesamten Gemeinschaft bis hinunter zu den Moscheegemeinden reale Geltung hat. Diese Voraussetzung hat der Senat in Bezug auf beide klagenden Islamverbände verneint.

Das Oberverwaltungsgericht hat die Revision gegen das Urteil nicht zugelassen. Dagegen können die Kläger Nichtzulassungsbeschwerde erheben, über die das Bundesverwaltungsgericht entscheidet.

Aktenzeichen: 19 A 997/02 (I. Instanz: VG Düsseldorf 1 K 10519/98)

http://www.ovg.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilungen/50_171109/index.php

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Kevin Kraus
04.11.2017 17.37
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[SHEV] LESENSWERT!! – Susanne Gaschke (SPD): Die Kulturtechnik „Lesen“ ist gefährdet // Digitalisierung /... [welt.de]


Die Krise des Lesens in Deutschland: Das sind die Gründe

Meinung – Modernes Analphabetentum –
Wir klicken und pöbeln. Wir sollten lesen und denken


Von Susanne Gaschke | Stand: 02.11.2017 | Lesedauer: 5 Minuten

Massenkultur der digitalen Zerstreuung: Nur noch jeder fünfte Deutsche verbringt Zeit mit Belletristik und Sachbüchern

Das Lesen ist die die erste Voraussetzung für ein unabhängiges Urteil. Diese Kulturtechnik ist gefährdet. Es gilt als gesellschaftsfähig, Bücher zu ignorieren. Alle Bildungsreformen haben die Lage in Deutschland verschlimmbessert.


In Deutschland bekommen wir womöglich bald eine bürgerliche Regierung. Wie steht sie zur Schriftkultur, was sagt sie zur Bedeutung von Büchern und Zeitungen für unsere demokratische Öffentlichkeit und für unsere Lebensqualität?

Bei der Beantwortung dieser Fragen geht es nicht um irgendwelche technokratischen Bildungspläne, für die der Bund gegenwärtig ohnehin nicht zuständig wäre. Es geht eher um eine Haltung, um ein Problembewusstsein. Das Problem ist das Lesen selbst. Es ist die zentrale Kulturtechnik, die erste Voraussetzung für ein unabhängiges Urteil, für historische und politische Kenntnisse, Empathiefähigkeit, intellektuellen Genuss.

Nicht zu lesen gilt als gesellschaftsfähig

Diese Kulturtechnik ist gefährdet. Und zwar formal, in Bezug auf Rechtschreibkenntnisse, Grammatik, Konzentrationsvermögen, Textverständnis – Grundschüler, Schulabgänger und Studierende zeigen in all diesen Bereichen immer schwächere Leistungen. Das Lesen ist außerdem inhaltlich, imagemäßig, vielleicht kann man sogar sagen: ideologisch gefährdet.

Heute gilt es als gesellschaftsfähig, nicht zu lesen
. Nur noch jeder fünfte Deutsche verbringt Zeit mit Belletristik und Sachbüchern, so wie andere Leute Serien anschauen oder bei Facebook herumturnen. Es herrscht eine Massenkultur der digitalen Zerstreuung; gleichzeitig ist dramatisch ungeklärt, ob das digitale Lesen die gleiche tiefe Durchdringung von Texten erlaubt wie das analoge Lesen auf Papier.

Für die Krise des Lesens gibt es eine Reihe von Gründen. Der formale Verfall der Lesefähigkeit ist die Folge von bildungspolitischen Reformen der vergangenen 30 Jahre, die allesamt auf bessere Chancen für benachteiligte Schüler zielten und das Gegenteil von dem erreichten, was sie erreichen wollten.

Diese Maßnahmen sind zum größten Teil von sozialdemokratischen oder rot-grünen Landesregierungen und deren Bildungstechnokraten zu verantworten,
aber Christdemokraten und Liberale setzten ihnen kaum entschlossenen Widerstand entgegen.

Die angeblich der Vereinfachung dienende Rechtschreibreform hat zu weitgehender Verunsicherung geführt, Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung und „s“ oder „ss“ fallen jetzt fast durchgängig fehlerhaft aus.

Die Bekämpfung der Schreibschrift im Grundschulunterricht nimmt gerade den eher mühsam lernenden Kindern die Möglichkeit zur sensomotorischen Verknüpfung von Wortbild und Wortbedeutung. Die antiautoritär inspirierte Aversion gegen das Üben und Wiederholen beim Schreibenlernen schadet besonders den Schwachen.

Chaotische Zustände in den Klassenräumen

Das weit verbreitete „Schreiben nach Gehör“ ist eine zutiefst frustrierende Methode, die Kinder zunächst zwingt, etwas Falsches zu lernen, und sie danach nötigt, es wieder zu verlernen. (Für Kinder mit fremdsprachigem Hintergrund ist sie vollkommen sinnlos.)

Das „jahrgangsübergreifende Lernen“ hat zu chaotischen Zuständen in den Klassenräumen geführt, in denen die unsicheren Schüler aus dem Blick geraten und das dringend notwendige Unterrichtsgespräch auf der Strecke bleibt.

Die schwindende Zahl von Lektüren an den weiterführenden Schulen und die anspruchslose Literaturvermittlung fördern kaum das Entstehen von literarischer Leidenschaft und Neugier bei den Schülern.


Die Weigerung, sich noch auf einen Kanon von Romanen und Lyrik zu einigen, die ein Schulabgänger mit mittlerer Reife oder Abitur unbedingt kennen sollte, öffnen einem Relativismus Tür und Tor, der besonders die Nichtbildungsbürgerkinder orientierungslos zurücklässt. All die, denen die Sprache ein fremdes, gefährliches Terrain zu sein scheint, werden niemals zu Lesern werden.

Obwohl die Mehrzahl wissenschaftlicher Studien das Lesen auf Bildschirmen als flüchtiger und ungenauer ausweist als das Lesen auf Papier (schon allein, weil Papier eine andere räumliche Verortbarkeit der wichtigen Gedanken erlaubt und den Leser nicht ständig mit Nachrichten und Kommentaren ablenkt), geht beispielsweise die Rhetorik, mit der die Bundesregierung für ihren „Digitalpakt“ wirbt, in eine ganz andere Richtung.

Hier steht die Bedienung von Endgeräten im Vordergrund, mit denen die Steuerzahler alle Schulen ausrüsten sollen – für Milliardenbeträge, ohne Wirksamkeitsnachweis oder Unterrichtskonzept.


Feindselige Signale an Autoren und Verlage

Die unkritische Fetischisierung der Technologie bedeutet zugleich eine Abwertung geisteswissenschaftlicher und politischer Bildung.
Zwar sind wir noch nicht so weit wie in Großbritannien, wo regierungsamtliche Stellen Studierenden raten, sich im Namen von „Produktivität und Wettbewerb“ für Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften zu entscheiden.

Aber der offensiven Werbung für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) durch Bundesregierung, Landesregierungen, interessierte Stiftungen und Wissenschaftsinstitutionen entspricht keinerlei ähnlich entschiedenes Eintreten für Demokratiekenntnisse und kulturelle Zurechnungsfähigkeit. Der andere Blick auf die Welt, der radikale Perspektivwechsel, den nur das Lesen von Literatur erlaubt, zählt in diesem Fortschrittsuniversum nichts.

Die politische Sphäre hat ihr weitgehendes Desinteresse an geistigen Leistungen auch durch drei hochproblematische Regelungen der vergangenen Legislaturperiode unter Beweis gestellt: die Novelle des Urhebervertragsrechts, die Beteiligung der Verlage an den Ausschüttungen der VG Wort und das „Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft“. Ohne hier ins Detail gehen zu können: Alle drei Regelungen waren geradezu feindselige Signale an Autoren und Verlage. [...]

[redaktionell gekürzt]

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article170221889/Wir-klicken-und-poebeln-Wir-sollten-lesen-und-denken.html
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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
01.11.2017 10.23
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn:


Europa wird den globalen Kampf ums technische Wissen verlieren

Mit der Globalisierung sind nicht nur Wirtschaftsräume, sondern auch Bildungssysteme in Konkurrenz getreten. Nicht alle Länder nutzen Migration als Mittel, sich besser für die Zukunft zu rüsten. Am besten steht Ostasien da.


Gunnar Heinsohn 30.10.2017, 05:30 Uhr

Zwischen 2014 und 2015 hat Japan die Aufnahme von Asylbewerbern um 145 Prozent gesteigert. Und doch sitzt das Land – zusammen mit Südkorea – wegen «Null-Akzeptanz» von Flüchtlingen auf der Sünderbank von Amnesty International. Die Anklage ist ein wenig übertrieben, in der Sache aber nachvollziehbar, denn Tokio hat die Zahl der Aufgenommenen lediglich von 11 auf 27 Personen angehoben. Deutschland steht 40 000 Mal grossmütiger da. Das färbt auf die ehrgeizigen und auch nachahmungswilligen Ostasiaten jedoch in keiner Weise ab. Selbst im grossen China lebten 2015 unter 1,388 Milliarden Einwohnern – das entspricht rund 17 Deutschlands oder 3 EU ohne die Briten – nur 583 anerkannte Flüchtlinge.

Die Menschenrechtler reagieren jedoch nicht nur mit Empörung, sondern verstehen die Ostasiaten einfach nicht. Schliesslich lässt sich leicht errechnen, dass aufgrund der minimalen Anzahl Kinder (zwischen 0,8 pro Frau in Singapur und 1,6 pro Frau in China) bis 2030 rund 280 Millionen Einwanderer benötigt werden, wenn die Vergreisung der Gesellschaft gestoppt werden soll. Die Hälfte könnte allein Südasien heute schon auf einen Schlag bereitstellen – doch Einladungen bleiben aus.

Enorme Differenzen

Handeln die Ostasiaten gegen die eigenen Interessen? Sind sie fremdenfeindlich oder gar rassistisch? Doch wie lassen sich solche Vorhaltungen damit vereinbaren, dass etwa Hongkong (7,4 Millionen Einwohner) und Singapur (5,8 Millionen) mit 39 bzw. 43 Prozent extrem hohe Werte an im Ausland geborener Bevölkerung aufweisen, wogegen Deutschland im Vergleich mit 15 Prozent ausgesprochen bescheiden anmutet? Nichtsdestoweniger betrachten 85 Prozent der Deutschen Zuwanderer und deren Integration als grösstes Problem des Landes. Verfügt die Zuwanderungspolitik der beiden asiatischen Stadtstaaten über einen Beruhigungsfaktor, der hierzulande fehlt? In der Tat: Einen solchen gibt es nicht nur, er lässt sich sogar quantifizieren.

Unter 1000 zehnjährigen Schülern erreichten bei Trends in International Mathematics and Science Study (Timss) 2015 in Hongkong 450 und in Singapur sogar 500 die höchste mathematische Leistungsstufe. In Gesamt-Ostasien liegen die Japaner mit 320 Assen unter 1000 Schülern am Schluss. Erst im globalen Vergleich zeigt sich die Aussagekraft dieser Werte. So hat Frankreich unter 1000 Kindern lediglich 20 solcher Könner. Deutschland steht mit 53 auf 1000 etwas besser da.

Aus diesen enormen Differenzen lassen sich, wenn man auf den Faktor Bildung fokussiert, die Einwanderungsregeln Ostasiens herleiten.
Da alle übrigen Länder der Welt unter ihrer Eigenkompetenz rangieren, ist der Rekrutierungspool extrem eingeschränkt. Würde man Einwanderer aus unteren Rängen akzeptieren, triebe das den eigenen Leistungsdurchschnitt nach unten. Nur die Allerbesten aus schlechter abschneidenden Nationen kämen infrage.

Wer ökonomisch an der Weltspitze bleiben will, darf einen Hochqualifizierten nicht aufgrund seiner Hautfarbe zurückweisen.

So lag der Mathematik-Durchschnitt der besten 10 Prozent der Achtklässler in Libanon 2015 bei 539 Timss-Punkten, während in Singapur schon der Gesamtdurchschnitt mit 621 Punkten (Libanon: 442) weit höher war und die obersten 10 Prozent sogar 715 Punkte erreichten. Obwohl es sich bei Libanon um eine der tüchtigsten arabischen Nationen handelt, würde man sich bei einer Öffnung der Tore stark verschlechtern. Man lernt dabei auch vom Blick auf Deutschland, wo die Zahl der Ausländer, die von Sozialhilfe leben, von 130 000 im Jahr 2010 auf 979 000 im Jahr 2015 hochschnellte und 41,5 bis 78,1 Prozent der Zuzüger aus dem arabischen Raum vom Staat bzw. vom Steuerzahler finanziert werden müssen.

Wer Schularbeiten macht, überwindet Grenzen

Ostasiaten also können ihre Lage nur dadurch nicht verschlechtern, indem sie ostasiatische Migranten aufnehmen.
Deshalb gibt es in Hongkong, Singapur, Südkorea und Japan 4,15 Millionen chinesische Einwanderer. Die angelsächsischen Länder (Australien, Neuseeland, Kanada, Grossbritannien und USA) folgen mit 3,3 Millionen. Deutschland begnügt sich mit 100 000 Chinesen.

Rassismus also verrät die Bevorzugung «seinesgleichen» keineswegs. Was den Ausschlag gibt, ist die Kompetenz der im Übrigen durchaus ungeliebten Nachbarn. Wer ökonomisch an der Weltspitze bleiben will, darf einen Hochqualifizierten nicht aufgrund seiner Hautpigmentierung zurückweisen. Das wäre nicht nur moralisch verwerflich, sondern ein Schaden für das Land. Würde ein Schulabbrecher hereingelassen, weil seine Haare oder seine Religion gefielen, wäre der Nachteil gross. Wer seine Schularbeiten macht, überwindet Grenzen. Wer sich dagegen um sie herumdrückt, kann sich nicht auf Diskriminierung herausreden.

Selbstredend leidet China unter dem Braindrain zur ostasiatischen und zur angloamerikanischen Konkurrenz. Bei einem Durchschnittsalter von 37 Jahren (Südkorea: 41, Japan und Deutschland: 47) bleibt jedoch Zeit zur Aufholjagd. Dabei sollen die Besten im Lande gehalten oder Weggänger zurückgelockt werden können.

Dies vollzieht sich mit einer Rasanz, die sogar die früheren Höhenflüge der Nachbarn verblassen lässt. Deutlich mehr als die Hälfte aller Smartphones werden heute in China hergestellt. 2016 wurden dort fünfzigmal mehr mobile Bezahlungen abgewickelt als in den USA. In Peking strecken selbst Bettler Passanten ihr Payphone hin, und Grosszügige ziehen im Vorbeihasten das ihre für den Transfer eines kleinen Betrags darüber.

Solch technologischer Vorsprung erwächst der Umsetzung von Kompetenz in künstliche Intelligenz. In Financial Technology (Fintech) schaffte es 2014 nur eine chinesische Firma unter die besten fünfzig. Bereits 2016 stammten die vier innovativsten Unternehmen aus dem Reich der Mitte. Bei der 2017 durchgeführten Image-Net-Competition, einer Olympiade für Bilderkennung, waren 50 Prozent der Teilnehmer und die Sieger in allen Unterdisziplinen Chinesen.

Bei Deep Learning, bei dem es um die Denkfähigkeit von Maschinen geht, überflügelte China die USA bereits 2014. Die Regierung Obama startete die Gegenoffensive erst im Oktober 2016. Xi Jinping antwortete im Januar 2017 mit dem Aufbau eines National Laboratory for Brain-like Artificial Intelligence Technology in der 5-Millionen-Stadt Hefei. Andrew Ng, der Chef-Wissenschafter von Baidu, begleitet den Kampf um diese Killertechnologie mit der Feststellung, dass man in China bereits heute deutlich schneller arbeite als im Silicon Valley.

Weil das so ist, errichtet Apple für 500 Millionen Dollar zwei Forschungszentren an chinesischen Eliteuniversitäten in Peking und Suzhou. Dies unterstreicht, dass die USA mit ihrem eigenen Nachwuchs kaum noch mithalten können, ein (unter Trump mittlerweile illusionär gewordenes) Umsteuern der Einwanderungspolitik also viel zu spät kommt. Während noch vor kurzem China als der ewige Nachahmer galt, fragt sich jetzt sogar der «Economist», ob das Silicon Valley den «Rückstand wieder aufholen kann».

Auf- und Abwärtstrends

Immerhin hat Amerika unter 1000 Zehnjährigen noch 140 Mathe-Asse, gegenüber 53 in Deutschland.
Chinas Wert ist zwar unbekannt, sollte aber nicht allzu weit unter jenem von 350 der Verwandten in Taiwan liegen. Dazu schlägt die wuchtige Differenz zwischen 22 Millionen Amerikanern und 130 Millionen Chinesen im «Innovationsalter» von 25 bis 30 Jahren zu Buche. Gegenüber Deutschland allerdings bleiben die USA konkurrenzfähig.

Das liegt vor allem daran, dass die aschkenasischen, indischen und auch ostasiatischen Überflieger vorrangig immer noch das «land of the free» bevorzugen. Dazu gehören die «Spitzeningenieure», von denen Googles Personalchef Bock weiss, dass sie dreihundertmal so wertvoll sind wie «Standardingenieure». Solche Genies wandern nicht nach Deutschland ab. Dafür ist von den Millionen Neuankömmlingen aus der Dritten Welt immer noch nur jeder Siebte auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar.

Wenn man Weltmarktführerschaft daran erkennt, dass Spitzenreiter und Hauptverfolger aus demselben Land kommen (bei Kameras etwa Nikon und Canon in Japan), dann schafft China diesen Sprung noch vor seinen Siegen bei zivilen Drohnen (DJI aus Shenzhen und Yuneec aus Jinxi). 2017 will man aus einheimischen Komponenten den ersten Exascale-Computer überhaupt fertigstellen, der pro Sekunde 10 hoch 18 (eine Zahl mit 18 Nullen) Operationen ausführt. Unter den Fortune Global 500 von 2017 halten Chinesen 115 Positionen (nach 9 im Jahr 1997), darunter die Plätze 2, 3 und 4. Singapur verzeichnet einen Anstieg von null auf drei Weltfirmen, Taiwan einen von einer auf sechs. Japan fällt kräftig zurück, Südkorea hält sich.

Deutschland verschlechtert sich von 47 auf 29 Unternehmen. Die prozentual mit viel mehr, aber auch viel besser qualifizierten Migranten gesegnete Schweiz schlägt sich mit einem Rückgang von 20 auf 14 ungleich besser. Deutschlands Abstieg korreliert bei der globalen Wettbewerbsfähigkeit mit dem Wechsel von Platz 6 auf Platz 13 zwischen 2012 und 2016. Bei der erstmals gemessenen digitalen Kompetenz reicht es global sogar nur für Platz 17. Parallel dazu fallen die Viertklässler bei Timss vom 12. Platz im Jahr 2007 auf den 24. Platz im Jahr 2015 (nach dem 16. Platz im Jahr 2011).

Die Züge fahren ab

In Ostasien mögen die Plätze wechseln, der Aufwärtstrend jedoch setzt sich fort.
Zuerst sind es die Japaner, die innovieren, dann die Südkoreaner, die beim Tempo zulegen, bis schliesslich die Chinesen die Branche dominieren. Das spiegelt sich auch bei den Patenten pro 100 Milliarden Dollar Inlandsprodukt, wo Südkorea noch führt, China mit Bronze dem Zweiten, Japan, aber schon dicht auf den Fersen ist. Beim Einsatz von Robotern dominiert momentan Südkorea vor Japan. Doch schon 2019 sollen 40 Prozent aller neu gebauten Industrieroboter in China verkauft werden. Da die Kompetenzen mehr oder weniger gleich sind, in der Kreativ-Kohorte der 25- bis 30-Jährigen aber 130 Millionen Chinesen gegen nicht einmal 12 Millionen Japaner und Koreaner antreten, kann es anders nicht sein.

Die 5 Millionen Deutschen dieser Altersgruppe müssen nicht nur mit einem Mini-Anteil von 5 Prozent Hochkompetenten antreten, sondern sehen sich gleichzeitig dem Fiasko der Automobilindustrie gegenüber, für deren Zukunft sie keine Rolle mehr spielen, weil diese durch die fast ausschliesslich ostasiatisch geprägte Batterietechnologie längst vorweggenommen ist. Selbst Elon Musks Tesla-Fabrik in Nevada gibt es nur dank japanischen Panasonic-Patenten.

Ungeachtet der vielfältigen Weltmarktführerschaft gibt es aber auch für Ostasien keine Garantie, dass ausbleibende Neugeborene wirklich durch Roboter und künstliche Intelligenz ersetzt werden können. Dass jedoch bildungsferne Fremde die Alten finanzieren könnten, gilt als ausgeschlossen. Am deutschen Konkurrenten können die ostasiatischen Länder sehen, wie solche Kräfte für Unkosten und Unruhen gut sind, dafür aber einheimische Talente, die für die Mühen der Integration mit bluten müssen, über den Wegzug in Kompetenzfestungen nachdenken, in denen noch Zukunft winkt.

Gunnar Heinsohn ist emeritierter Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen.

https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-westen-wird-den-globalen-kampf-ums-technische-wissen-verlieren-ld.1324618

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24.10.2017 17.18
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Ganztagsschule ist Entschulung von Schule und Verschulung von Freizeit

http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/josef-kraus-lernen-und-bildung/ganztagsschule-ist-entschulung-von-schule-und-verschulung-von-freizeit/

[Redaktionell gekürzt]

Irgendetwas musste nicht gestimmt haben mit der Bertelsmann Stiftung. Ganze drei Wochen hat Deutschlands oberste Statistik- und Polit-Gouvernante doch tatsächlich keine „Studie“ unters Volk gebracht. Aber nun darf man beruhigt sein. Bertelsmann ist wieder da, diesmal mit einer „Studie“ zur Ganztagsschule. Getreu ihrem missionarischen Eifer, eine andere Republik herbeischreiben zu wollen, macht die „Stiftung“ erneut auf Bildung, diesmal auf „Ganztagsschule“.

Der Grundtenor der Bertelsmänner und ihres Hofschreibers, des linken Erziehungswissenschaftlers Klaus Klemm, ist einmal mehr: Deutschland fällt zurück, wenn es nicht mehr Ganztagsschulen kriegt.
Bereits im Vorwort der „Studie“ mit dem Titel „Gute Ganztagsschule für alle“ heißt es: „Wenn wir unsere Ambition als Bildungsrepublik ernst nehmen und allen Kindern und Jugendlichen ganztägiges Lernen mit Blick auf eine größere Leistungsfähigkeit und Chancengerechtigkeit des Schulsystems ermöglichen wollen, dann braucht es eine neue Offensive für gute Ganztagsschulen in Deutschland.“ Alles für alle – allein darüber ließe sich in Zeiten einer Ersatzreligion des Egalitarismus trefflich streiten. Siehe Ehe für alle, (adoptierte) Kinder für alle, Abitur für alle …

Aber zurück zur „Studie“: Auf fast 60 Seiten Zahlensalat lesen wir so gigantische Erkenntnisse wie die folgenden: „In Bayern besuchten im Schuljahr 2015/2016 16 Prozent aller Schüler Ganztagsschulen, in Hamburg dagegen 91,5 Prozent.“ Der deutsche Durchschnitt soll übrigens 39,3 Prozent sein. Aber was sagt das schon über die Qualität und den Anspruch eines Schulsystems? Nichts! Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen Bildungsqualität und Ganztagsschulquote. [...]

Also geht es wohl doch um Ideologie – um einen Umbau der Gesellschaft und um eine totale Verstaatlichung von Erziehung. Ja, totale (!) Verstaatlichung von Erziehung, denn Bertelsmann will die Ganztagsschule „für alle“. Dumm nur, dass das nicht alle Eltern wollen. Der Bedarf an Ganztagsschule ist schlicht und einfach gesättigt. Es gibt Millionen von Eltern, die keine Ganztagsschule brauchen und wollen. Zwar tauchen immer wieder „Befragungen“ auf, denen zufolge 70 Prozent der Eltern mehr Ganztagsschulen wünschen, aber nur 28 Prozent angaben, ihr Kind mit Sicherheit in eine solche einschulen zu wollen.

Man hätte außerdem spätestens den Pisa-Studien entnehmen können, dass Ganztagsschule nicht mit besserer Schulleistung einhergeht.
[...]

Im übrigen gab es anspruchsvolle Studien zur Ganztagsschule, deren Ergebnisse aber politisch weniger opportun waren. Studien waren das, auf die Bertelsmänner gar nicht erst eingehen. Nehmen wir die Studie „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG), erstellt vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), dem Deutschen Jugendinstitut (DJU), dem Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund (IFS) und der Universität Gießen. Zwischen 2005 und 2010 waren rund 300 Ganztagsschulen untersucht worden. Das Hauptergebnis der Studie lautet: Ganztagsschüler verbessern ihr Sozialverhalten, aber nicht ihre Leistungen. Wörtlich: „Unmittelbare Effekte auf die Entwicklung ihrer fachlichen Kompetenzen zeigten sich jedoch nicht.“ [...]

Ja, selbst die Aussagen über angebliche Gewinne an sozialem Lernen müssen relativiert werden. Kerstin Rabenstein, Professorin an der Universität Göttingen, beobachtete, dass die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern in Ganztagsschulen anfälliger für Konflikte sind. Frau Rabenstein sagte das anlässlich einer Anhörung im Hessischen Landtag am 24. Juli 2015. Eingeladen war sie übrigens als Expertin der Fraktion „Die Linke“. Wörtlich: „In diesen informalisierten Umgangsweisen gibt es auch die etwas größer werdende Gefahr für Entgleisungen in den Sozialbeziehungen, dass, umgangssprachlich gesprochen, übergriffiges Handeln leichter zunehmen kann.“ Die Odenwaldschule lässt grüßen.

Aber bedarf es eigentlich irgendwelcher Studien? Sagt nicht der gesunde Menschenverstand, dass Ganztagsschule gar nicht die große Lösung aller Schul- und Erziehungsprobleme sein kann? Der Journalist Rainer Stadler (Buchtitel „Vater Mutter Staat – Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung. Wie Politik und Wirtschaft die Familien zerstören) stellt zu Recht fest: „Aus kühl kalkulierten ökonomischen Gründen“ würden Politik und Wirtschaft Kinderbetreuung und Ganztagsschule propagieren. Wer sich dem entgegenstelle, der werde in die Ecke derjenigen gedrängt, die etwas gegen Emanzipation und Förderung hätten.

„Schule total“ qua Ganztagsbetreuung schränkt jedenfalls das Spektrum kindlicher Erfahrungen ein. Nur Schule oder gar Schule total – das wäre eine drastische Verarmung der Entwicklungschancen unserer Kinder. Und als Staatsbürger sollte man etwas gegen eine weitere Verstaatlichung, gegen ein weiteres „Outsourcing“ der Erziehung haben. Nein, Deutschland darf kein totaler Erziehungsstaat sein.

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Josef Kraus war Oberstudiendirektor, Präsident des deutschen Lehrerverbands, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und als „Titan der Bildungspolitik“ bezeichnet. Er hat Bestseller zu Bildungsthemen verfasst und sein jüngstes Werk Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt erhalten Sie in unserem Shop: http://www.tichyseinblick.shop.

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Kevin Kraus
15.10.2017 09.55
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Stuttgarter Nachrichten [redaktionell gekürzt]:

Schlechte Noten für Grundschulen -
Lehrerinnen am Rande der Verzweiflung


Von Armin Friedl, Holger Gayer und Martin Haar 13. Oktober 2017 – 18:23 Uhr

Wer sich fragt, warum Baden-Württembergs Viertklässler im Bundesvergleich so schlecht abschneiden, sollte mit den Lehrerinnen sprechen. Sie müssen bisweilen Kinder unterrichten, die nicht einmal die Farben voneinander unterscheiden können.

Stuttgart – Als Paula Kramer* am Mittwoch in die Augen ihrer Kolleginnen blickte, sah sie vor allem Tränen. „Das habe ich noch nie erlebt“, erzählt die Grundschullehrerin, „da saßen vier gestandene Pädagoginnen in der Gesamtlehrerkonferenz und weinten, weil wir alle miteinander nicht mehr wissen, wie wir unseren Kindern etwas beibringen sollen.“

Zwei Tage später ist Paula Kramer noch immer erschüttert – weniger weil das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) den baden-württembergischen Grundschulen am Freitag ein besonders schlechtes Zeugnis ausgestellt hat. „Das war zu erwarten“, sagt die leidenschaftliche Lehrerin, die seit 16 Jahren an einer sogenannten Brennpunktschule im Zentrum einer baden-württembergischen Großstadt unterrichtet. „Wirklich schlimm ist, dass es keine Lösung gibt“ , klagt die 42-Jährige, „mit unseren Mitteln können wir nur winzige Pflästerchen auf die Wunden der Kinder kleben.“

Das sehen viele Kolleginnen ganz ähnlich, nur sagen dürfen sie es nicht – zumindest nicht offiziell. Von höherer Stelle sei ihnen ein Maulkorb verpasst worden, erklären einige Rektorinnen auf Nachfrage. [...]

Inklusion und Migration wirken sich aus

Tatsächlich ist die Bestandsaufnahme an der Basis vor allem in Großstädten dramatisch. Von den 23 Kindern in Paula Kramers erster Klasse kommen sieben aus sogenannten Vorbereitungsklassen für ausländische Kinder. Dabei handelt es sich meistens um Flüchtlinge, die traumatisiert und erst seit sehr kurzer Zeit in Deutschland sind. Drei Schüler fallen in die Kategorie Inklusion; sie bedürfen wegen Krankheit oder Behinderung einer besonderen Förderung. Weitere vier Kinder sind Wiederholer; sie müssen die erste Klasse noch einmal machen, weil sie ob ihres unzureichenden Leistungsstands nicht versetzt werden konnten. Und allen gemein ist, dass ihre Wurzeln nicht in Deutschland liegen. „In meiner Klasse haben alle Kinder einen Migrationshintergrund, wirklich alle, hundert Prozent“, sagt Paula Kramer [...] „aber nach einer für alle verständlichen Amtssprache suche ich immer noch.“

Lehrerinnen suchen nach der Amtssprache im Klassenzimmer

Wer unter solchen Voraussetzungen unterrichten soll, muss kreativ sein. „Ich habe mit den Kindern eine Art von Zeichensprache entwickelt und arbeite viel mit Symbolen und Bildern“ , erzählt die Lehrerin. Mit drei Schülern, die aus Indien kommen, spreche sie englisch, bei einem Mädchen, das aus Rumänien stammt, werfe sie bisweilen ein Übersetzungsprogramm auf dem Mobiltelefon an.

[...] „Viele Eltern reden viel von ihren Rechten. Aber es gibt auch Elternpflichten“, sagt Paula Kramer. Diese würden grob vernachlässigt, „wenn die Kinder, mit Tablet und Smartphone ausgestattet, ruhig gestellt werden“.

Diese Fälle kennt Kathrin Grix auch. „Die Umbrüche in der Grundschule sind enorm“, sagt die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Stuttgarter Schulen (GEB). Die Schülerschaft sei „extrem heterogen“, und auch das Spektrum der Kinder, die aus dem Kindergarten kommen, sei breiter geworden: „Manche können bereits lesen, andere noch nicht einmal den Stift halten.“

Manchen Kindern fehlt fast alles: Sprache, Bewegung, Motorik

Auch Paula Kramer berichtet von drastischen Begegnungen mit Kindern, denen praktisch alles fehlt: Sprache, Bewegung, Motorik. „Zu uns kommen Leute in die erste Klasse, die nur zappeln, aber weder schneiden noch malen können“, sagt die Pädagogin. Drei Kinder aus ihrer Klasse seien nicht einmal in der Lage, die Farben zu benennen – weder auf Deutsch noch in ihrer Muttersprache. [...]

Dass die Eltern trotzdem das Recht haben, ihre Kinder in ein paar Monaten zur weiteren Laufbahn aufs Gymnasium anzumelden, ist eine andere Geschichte.

                        * Name von der Redaktion geändert.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.schlechte-noten-fuer-grundschulen-am-rande-der-verzweiflung.0fa33901-9d02-4abe-b738-095a00152010.html

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09.10.2017 19.34
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus: Tatort: Hardcore-Porno – Der Verlust der Scham ist der Beginn der Verblödung

Tatort: Hardcore-Porno – finanziert mit GEZ-Zwangsabgaben


http://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/tatort-hardcore-porno-finanziert-mit-gez-zwangsabgaben/

Screenprint: Bayrischer Rundfunk, Youtube

Der allsonntägliche ARD-Tatort gilt als Kult und Institution zugleich. Gilt? Nein: Galt! Gewiss hat es diese 1970 gestartete, von ARD, ORF 2 und SRF 1 ausgestrahlte Sendereihe mit jährlich etwa 35 Neuproduktionen auf mittlerweile mehr als eintausend Folgen gebracht und je Sendung im Schnitt zwischen 7 und 14 Millionen Zuschauer angelockt. Was aber in den jeweils pro Folge rund 1,4 Millionen teuren eineinhalb Filmstunden zum „Besten“ gegeben wird, ist mehr und mehr Volkspädagogik geworden. Die Macher konnten ihrem missionarischen Drang, gesellschaftliche Probleme aufzubereiten, nicht widerstehen. Man will dem Zuschauer den Blick in bestimmte Milieus öffnen. Ein bevorzugtes Tatort-Thema ist immer wieder das Thema „Migranten“. Es geht dabei bevorzugt um Migranten als Opfer, seltener als Täter. Zudem treten fast ausschließlich Kriminalermittler auf, die mit ihren im Film dargestellten, rechtsstaatlich fragwürdigen Ermittlungsmethoden ein Zerrbild von Kripo-Arbeit abgeben und die zugleich aufgrund ihrer – im Film – sozialen, familiären Entwurzelung alles andere als repräsentativ sind. Dass die diversen Gewerkschaften der Polizei noch nicht dagegen protestiert haben, verwundert.

Nun also kommt am 8. Oktober aus München ein neuer Milieu-Tatort in die Wohnzimmer. Es geht um kommerzielle und private Pornoproduktionen. „Hardcore“ heißt denn auch der Titel dieser Folge, für die der Bayerische Rundfunk verantwortlich zeichnet. Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) sollen die Hintergründe eines Mordes im Porno-Milieu aufklären. Die junge Altenpflegerin Marie Wagner war ermordet worden; nebenberuflich hatte sie Sexfilme gedreht. Nach einer Orgie mit gut zwanzig Männern wird sie erdrosselt aufgefunden. In ihrem Magen und in einem Schwimmbecken finden sich deren Spermaspuren. Dass vor dem Mord alles gezeigt bzw. angedeutet wurde oder zur Sprache kam, was zu „Hardcore“ gehört, versteht sich von selbst: von „Bukkake“ (Männer ejakulieren auf eine Frau) bis „Creampie“ (Spermas rinnt ihr aus der Vagina). Alles vom „Feinsten“.

Und das von 20.15 bis 21.45 Uhr. Obwohl der Rundfunkstaatsvertrag vorschreibt, dass alle TV-Sendungen, die ab 20 Uhr laufen, für Kinder „ab 12 Jahren“ freigegeben sein müssen. Immerhin erst ab 12 😉 Aber die Jugendschutzbeauftragten der ARD-Anstalten schienen damit kein Problem zu haben.

Die bekanntermaßen nicht gerade prüde BILD-Zeitung forderte denn auch die Tatort-Redakteurin des Bayerischen Rundfunks, Stephanie Heckner, zur Stellungnahme auf. Diese ließ sich – ganz Volkspädagogin – wie folgt vernehmen: „Wichtig war uns, dass die Kommissare Batic und Leitmayr eine Position beziehen, an der sich junge (sic!) Zuschauer orientieren können. In unserem Film erleben sie das Pornogeschäft als in jeder Hinsicht unerfreulich und nicht erstrebenswert. Gerade diese abschreckende Wirkung trägt den jugendschutzrechtlichen Kriterien Rechnung.“ Und ebenfalls zu BILD: „Wir wollten das Thema gerade nicht voyeuristisch angehen und haben sehr genau darauf geachtet, was wir szenisch und visuell ins Bild setzen.“ Als BILD dann noch die Mitwirkenden zur Stellungnahme bat, setzte das große Schweigen ein: Helen Barke (das Mordopfer) und Luise Heyer (Porno-Kollegin) reagierten nicht auf Anrufe und Mails an ihre PR-Agentur. Statt einer Antwort folgte eine Absage. Begründung: Das Thema sei zu „heikel“.

Dass das oberprogressive Feuilleton der „Qualitätspresse“ sich vorab schon darüber echauffiert, dass sich die BILD-Zeitung über die Folge „Hardcore“ echauffierte, setzt dem Ganzen die Krone auf. Denn hier werde endlich aufklärerisch und „empathisch“ Licht in das brutale Geschäft der Pornographie geworfen.

Was „lernt“ uns all das? Der Verlust der Scham ist der Beginn der Verblödung. Das hat Sigmund Freud einmal bei der Darstellung eines bestimmten klinischen Falles gesagt. Nun haben wir dasselbe im „Öffentlich-Rechtlichen“. Die echte Schweinerei freilich ist, dass dergleichen via GEZ-Abgabe zwangsfinanziert wird. Hoffentlich protestieren nicht nur wütende Eltern, sondern erzürnte Bürger zu Hunderttausenden bei der GEZ und beim BR-Intendanten Ulrich Wilhelm: am Tatort sozusagen.

https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/tatort-hardcore-porno-finanziert-mit-gez-zwangsabgaben/

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07.10.2017 12.56
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[SHEV] Ex-Lehrer Michael Felten: „Nahezu alles, was die moderne Schulpädagogik für fortschrittlich hält, benachteiligt die Kinder ...

„Nahezu alles, was die moderne Schulpädagogik für fortschrittlich hält, benachteiligt die Kinder aus bildungsfernem Milieu.“

Die UNESCO ruft am 5.10.2017 zum 23. Mal zum Welttag der Lehrerinnen und Lehrer auf und erinnert an die bedeutende Rolle der Lehrerinnen und Lehrer für qualitativ hochwertige Bildung. Ziel des Welttages ist es, auf die verantwortungsvolle Aufgabe des Lehrpersonals aufmerksam zu machen und das Ansehen derer weltweit zu steigern.

Es hilft nur Ehrlichkeit

Schulen, die zu früh auf Eigenverantwortlichkeit und zu stark auf selbst gesteuertes Lernen setzen, können Kindern aus bildungsfernen Milieus schaden

Beitrag zum Welttag des Lehrers,
von Michael Felten

Es ist sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig, Schulministerin eines Bundeslandes zu werden, das zu den Pisa-Schlusslichtern zählt. Nicht zuletzt steht ja auch das Problem der Bildungsgerechtigkeit an. Denn in Deutschland soll es besonders stark von der sozialen Herkunft abhängen, ob Kinder zum Gymnasium wechseln und ob junge Erwachsene ein Studium ergreifen können.

Zwar wird in internationalen Vergleichen gerne mit Äpfeln und Birnen hantiert: Die Bildungsgänge sind andernorts nämlich oft ganz anders strukturiert. Und unserem Mikrozensus zufolge gibt es hierzulande durchaus Bildungsmobilität – überwiegend aufwärts. Gleichwohl bleibt die Frage, ob und wie die Schule die soziale Bildungsbeteiligung noch ausweiten kann.

Nun, womöglich kann auch der gemeine Lehrer selbst schon etwas tun, bevor das Ministerium in die Gänge kommt. Zunächst einmal: Hände weg von kontraproduktiven Unterrichtsmethoden! Zu frühe Eigenverantwortlichkeit, zu viel selbstgesteuertes Lernen, zu oft unstrukturierte Gruppenarbeit – was in der Lehrerausbildung vielfach noch Trend ist, überfordert gerade die schwächeren Schüler. Der linke Erziehungswissenschaftler Hermann Giesecke nahm dazu kein Blatt vor den Mund: „Nahezu alles, was die moderne Schulpädagogik für fortschrittlich hält, benachteiligt die Kinder aus bildungsfernem Milieu.“

Während leistungsstärkere Schüler mit fast allen Lehrstilen zurechtkämen (zur Not unter elterlicher Mithilfe), bedürfe gerade das sozial benachteiligte Kind eines direkt anleitenden, ermutigenden Unterrichts. Wer also die Parole „Kein Kind zurücklassen!“ ernst meint, dessen Unterricht wird bisweilen zwar altmodisch wirken, aber hoch effektiv sein – spätestens die Hattie-Studie lieferte dafür den empirischen Beleg.


Sodann: Schluss mit unehrlichen Beurteilungen!
Ob aus Angst vor Schülern oder vor dem Direktor: Wo Lehrer altersgemäße Ansprüche absenken, wo mangelhafte Leistungen mit „3“ oder „4“ beurteilt werden, da entsteht nicht mehr Gerechtigkeit, sondern gerade das Gegenteil. Nicht nur, dass Zeugnisse so an Wert verlieren. Geringere Anforderungen führen auch dazu, dass Schüler sich weniger anstrengen – dabei wäre Fleiß das einzige Gegenmittel gegen milieubedingte Rückstände. Leistungsstarke oder bessergestellte Kinder hingegen werden immer einen Weg finden, um ihre Lernlöcher bei Bedarf zu stopfen.

Schließlich: Hören wir auf, Kinder in unpassende Bildungsgänge hinein zu zwingen, gleich ob aus Unprofessionalität oder aus Mitleid! Wen das Gymnasium dauerhaft überfordert, wer über Jahre erlebt, das letzte Rad am Wagen zu sein, für den werden die hochsensiblen Entwicklungsjahre zur Qual. Lernen soll aber nicht weh tun, hat der Kinderarzt Remo Largo gesagt. Das ist nicht nur eine Warnung an Grundschullehrer, den liebgewordenen Kleinen oder den ehrgeizigen Eltern zuliebe geschönte Eignungsgutachten zu schreiben. Angesprochen fühlen sollten sich auch Schulleiter, die offensichtlich ungeeignete Fünftklässler ins Gymnasium aufnehmen, anstatt Eltern zumindest informell klarzumachen, was sie ihrem Kind womöglich damit antun.

Aber ganz ohne die Schulministerin geht es natürlich doch nicht. Sie muss den Zugang zum Gymnasium grundsätzlich neu regeln. Die Schweiz etwa kommt bestens damit zurecht, dass nur jedes fünfte Kind die Höhere Schule besucht; deshalb hat das Land auch keinen Facharbeitermangel, eine berufliche Ausbildung stellt dort eben keinen Makel dar.

Natürlich spielen der Schulwunsch des Kindes und seiner Eltern eine wichtige Rolle – aber er darf nicht das einzige Kriterium sein. Sinnvoll wäre ein Kriterien-Mix, etwa im Sinne der Maxime „2 aus 3“: Wer das Gymnasium besuchen möchte, sollte außerdem noch eine andere Bedingung erfüllen: entweder ein positives verbindliches Grundschulgutachten oder Erfolg beim gymnasialen Probeunterricht, andernfalls standardisierte Tests oder Aufnahmeprüfung – zur Stressminderung gerne an der vertrauten Grundschule.

Und nicht nur für den gymnasialen Bildungsgang muss wieder die Parole gelten: Ohne Fleiß kein Preis. Die Ministerin muss umgehend den unsäglichen Hausaufgabenerlass ihrer Vorgängerin von 2015 kassieren. Demnach durften etwa Ganztagsgymnasien gar keine Hausaufgaben mehr aufgeben – auch nicht an Kurztagen, wenn der Unterricht schon mittags endet! Auch dieser rot-grüne Clou war in höchstem Maße sozial ungerecht: Er schadete den leistungsstarken Schülern weniger als den Schwachen – sie brauchten das Üben gar nicht oder erledigten es ohnehin freiwillig.

zum Artikel: Kölner Stadt-Anzeiger, 5.10.2017, Gastbeitrag von Michael Felten, Es hilft nur Ehrlichkeit

Der Autor hat 35 Jahre an einem Gymnasium in Köln unterrichtet. Er ist als freier Schulentwicklungsberater und Buchautor tätig.

http://schulforum-berlin.de/nahezu-alles-was-die-moderne-schulpaedagogik-fuer-fortschrittlich-haelt-benachteiligt-die-kinder-aus-bildungsfernem-milieu/

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See

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Kevin Kraus
03.10.2017 05.57
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Einmal Lehrer in Nordschleswig sein
Tim Wegner
21. September 2017 Apenrade/Aabenraa

Er wollte einmal etwas Neues kennenlernen. Fernab seiner Heimat darf der angehende Lehrer Steffen Schaal nun zum ersten Mal selber im DGN einen Unterricht gestalten.

Fokussiert schaut er durch das Klassenzimmer des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig. Steffen Schaal, 27, angehender Lehrer aus Tübingen in Baden-Württemberg, unterrichtet heute Naturgeographie für die Abiturienten. Schon seit drei Wochen ist er in Apenrade, um als Praktikant einen Einblick in die “dänische Art“ des Unterrichtens zu bekommen.

Aller Anfang ist schwer

Der zukünftige Geographie- und Biologielehrer empfand das Schulklima am DGN am Anfang ein wenig ungewohnt. „Besonders das Duzen, hat mich am Anfang echt aus dem Konzept gebracht.“ Doch er freundete sich schnell damit an. „Es bestärke die Bindung zwischen den Schülern und den Lehrkräften“, so Schaal. Etwas, das ihm an den Schulen in Deutschland oft während seiner Hospitationen fehlte.

Erfahrungsaustausch

Denn ganz unerfahren ist er, obwohl er noch nicht sein zweites Staatsexamen hat, nicht. Deutschland, speziell Baden-Württemberg, plagt seit bereits längerer Zeit ein großer Lehrermangel in einigen Schulformen. Für Schaal war dies ein Vorteil. Er unterrichtete ein Jahr lang an einer Schule für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten und zum Teil auffälligem Sozialverhalten. Dagegen, so sagt er, seien die Bedingungen am Deutschen Gymnasium ein wahrer Traum. Kleine Klassen und gut ausgestattete Fachräume, erleichtern dem Junglehrer den Arbeitsalltag jeden regelmäßig.

Dass jeder Lehrer seinen eigenen Arbeitsplatz hat, gefalle ihm auch sehr gut. Auf die Frage, was ihm in Deutschland am meisten fehlen werde, sagt Schaal nur zwei Wörter: „Die Digitalisierung.“ Dies war am Anfang für ihn ein wenig befremdlich. Die Schüler saßen während des Unterrichts an ihren Laptops und an ihren Handys. „Das wäre in Deutschland fast eine Infragestellung der Autorität der Lehrkräfte.“ Doch Schaal merkte schnell, wie man die technischen Geräte geschickt in die Unterrichtseinheiten integrieren kann. Wenn er einmal die volle Aufmerksamkeit brauche, dann verlange er von den Schülern, die Geräte auszuschalten. Das, so versichert er, funktioniere auch.

Die Kunst des Unterrichtens

Man merkt ihm bei seiner Unterrichtsstunde auch an, dass er den Schülern etwas vermitteln kann. Heute geht es um den Wasserkreislauf. Ein Thema, welches man in Deutschland schon früher in der Schule behandelt. Dafür aber, so Schaal, nicht in dieser Intensität. Generell findet der Tübinger die Art der Aufgabenstellung und die alternativen Formen der Leistungsbeurteilungen in Dänemark wesentlich sinnvoller.

„Anfangs habe ich mich schon gewundert, weshalb die Schüler ihre Aufzeichnungen in den Klausuren benutzen dürfen“, berichtet der Baden-Württemberger. Dann merkte er den Vorteil dieser Aufgaben: „Das erlernte Wissen erhält dadurch eine stärkere anwendungsbezogene Komponente. Und die Gefahr des sturen Auswendiglernens wird verringert.“ Auf die Frage, ob Schaal selber nach der Beendigung seines Referendariat sich vorstellen könne am DGN zu unterrichten, schmunzelt der Schwabe: „Tendenziell schon. Nur die schwäbische Heimat würde mir hier doch ein wenig fehlen.“

Nichtsdestotrotz, einiges von dem hier für ihn Neuen möchte der Skandinavienliebhaber versuchen in Deutschland in seinen Unterricht zu integrieren. Doch ob deutsche Gymnasien bereit sind für die dänische „Duzkultur“ kommentiert Schaal mit einem Lächeln nicht.

https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig/einmal-lehrer-nordschleswig-sein

Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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Kevin Kraus
25.09.2017 10.26
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] ISLAMISIERUNG der Schulen: Dschihad statt Darwin – Die türkische Regierung streicht die Evolutionstheorie ...

LN 21.9.17

Türkei – Dschihad statt Darwin

Die türkische Regierung streicht die Evolutionstheorie aus dem Stundenplan – stattdessen sollen die Schüler mehr über den Dschihad lernen. Mit dem heiligen Krieg habe das nichts zu tun, versichert die Regierung. Ziel ist es, eine gläubige Jugend heranzuziehen.

Will eine „gläubige Jugend“ heranziehen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Ankara. Er wolle eine „gläubige Jugend“ heranziehen, versprach Recep Tayyip Erdogan schon 2012. Auf diesem Weg macht die türkische Regierung jetzt einen großen Schritt nach vorn – oder zurück, je nach Perspektive. Die Evolutionstheorie des britischen Theologen und Naturforschers Charles Darwin (1809-1882) wird im kommenden Jahr aus dem Biologieunterricht der türkischen Schulen gestrichen. Stattdessen kommt bereits in diesem Schuljahr der „Dschihad“ auf den Stundenplan.

Im Erziehungsministerium in Ankara beeilt man sich zu unterstreichen, damit sei natürlich nicht der „Heilige Krieg“ gemeint, wie ihn etwa die IS-Terrormiliz auf ihre Fahnen geschrieben hat. Regierungsnahe Theologen kritisieren, das Wort Dschihad werde von Extremisten missbraucht und im Westen einseitig als gewaltsamer Kampf zur Verbreitung des Islam missverstanden. Der Koran verstehe darunter aber den „inneren Kampf“ um den rechten Glauben, das persönliche Bemühen eines Muslim, die Werte des Islam zu leben.

Erst glauben, dann rechnen lernen

„Wir wollen, dass der Dschihad in seiner korrekten Bedeutung gelehrt wird“, erklärt Erziehungsminister Ismet Yilmaz. Ahmet Hamdi Camli, Abgeordneter der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP und Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Erziehung, geht noch weiter: „Es hat keinen Sinn, einem Kind Rechnen beibringen zu wollen, das den Dschihad nicht versteht.“ Nicht nur der Dschihad kommt auf den Stundenplan, die Schulen werden auch verpflichtet, Gebetsräume einzurichten.

Das bisherige Kapitel „Der Beginn des Lebens und die Evolution“ wird in den Schulbüchern durch den Abschnitt „Lebewesen und Umwelt“ ersetzt.
Viele säkular eingestellte Türken sehen darin weitere Schritte Erdogans, das gesellschaftliche und politische Leben in der Türkei nach seinen eigenen, religiös-konservativ geprägten Wertvorstellungen zu prägen. Erdogans Regierung führt seit langem einen Feldzug gegen die Evolutionstheorie, die von vielen strenggläubigen Muslimen – wie auch von christlichen Fundamentalisten – als gottlose Irrlehre bekämpft wird. 2009 untersagte der staatliche Wissenschaftsrat die Veröffentlichung eines Artikels über Darwin in einer Fachzeitschrift, die Herausgeberin wurde entlassen.
Lehrergewerkschaft zieht vor Gericht

Kritiker fragen, wie man ohne die Evolutionstheorie qualifizierte Biologen, Pharmakologen und Ärzte ausbilden könne. Die regierungskritische Lehrergewerkschaft Egitim-Is will gegen die Streichung vor Gericht ziehen. „Während der Biologieunterricht von drei auf zwei Wochenstunden reduziert wird, gibt es künftig drei statt zwei Stunden Religionsunterricht“, kritisiert Gewerkschaftschef Mehmet Balik.

Erziehungsminister Yilmaz will nicht nur der Religion breiteren Raum geben. Auch die Niederschlagung des Putschversuchs im Juli 2016 wird im neuen Lehrplan als „legendäres und heroisches historisches Ereignis“ ausführlich behandelt. Im Rahmen der „Säuberungen“ nach dem gescheiterten Umsturz hatte Erdogan per Dekret mehr als 44 000 Lehrer sowie fast 8700 Hochschullehrer und Wissenschaftler entlassen. Fast 900 Privatschulen wurden geschlossen.

„Kinder sollen keine Fragen stellen“

Kritiker sehen darin den Versuch der Regierung, das Erziehungswesen gleichzuschalten. Der sozialdemokratische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu wirft der Regierung vor, sie wolle „Kinder daran hindern, Fragen zu stellen“ und die Türkei „in ein mittelalterliches Land verwandeln“.

Das Weltbild der türkischen Schüler könnte sich noch viel grundlegender wandeln, wenn sich Leute wie Tolgay Demir durchsetzen. Demir ist stellvertretender Vorsitzender der Jugendorganisation der Erdogan-Partei AKP in Istanbul. In einem vielbeachteten Internet-Beitrag erklärte Demir seinen Lesern, genauso falsch wie die Evolutionstheorie sei die Ansicht, dass es sich bei der Erde um eine Sphäre handele. In Wirklichkeit, so schrieb Demir, sei die Erde eine Scheibe.

http://www.ln-online.de/Nachrichten/Politik/Politik-im-Rest-der-Welt/Dschihad-statt-Darwin

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Kevin Kraus
16.09.2017 13.47
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Veröffentlicht am 15.09.17

Das Mathematik-Desaster. Hamburger Bildungsrückstände endlich bekämpfen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Hamburger Schüler können in Mathematik immer weniger. Dies macht sich nicht nur an den Schulen, sondern auch in der Ausbildung, dem Studium und im Beruf bemerkbar. Im März dieses Jahres haben bereits 130 Professoren und Mathematiklehrer in einem Brandbrief massiv die Qualität des Mathematikunterrichts kritisiert.

Im Dezember 2016 erreichten die Hamburger Zwölftklässler bei der Probeklausur fürs Abitur lediglich einen Notendurchschnitt von 4,1. Daraufhin ordnete Hamburgs Schulsenator kurzerhand an, dass die Zensuren um eine ganze Note angehoben werden. Das verbessert den Zensurenspiegel — nicht aber das Wissen der Schüler.

Um das Mathematik-Desaster zu beenden, muss sich dringend etwas ändern. Mathematikunterricht muss wieder Mathematikunterricht werden — die inhaltlich-fachliche Ausrichtung im Vordergrund stehen. Schüler müssen beispielsweise Bruchrechnungen auch ohne Taschenrechner können.

Gemeinsam mit Ihnen und unseren Experten wollen wir darüber reden, wie das Niveau wieder angehoben werden kann.

Hierzu laden wir Sie am 5. Oktober um 18.30 Uhr herzlich ein in den Kaisersaal des Hamburger Rathauses.

Begrüssung:

André Trepoll Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion

Impuls:

„Entfachlichung des Unterrichts durch Kompetenzorientierung“ Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt Mathematikprofessor der Uni Hamburg im Ruhestand

Podium:

Birgit Stöver Schulpolitische Sprecherin und stellv. Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion

Prof. Dr. Hans-Jürgen Bandelt Antje Müller Stellv. Vorsitzende der Elternkammer Hamburg

Helge Pepperling 1. Vorsitzender der Lehrergewerkschaften Hamburg dlh

Liam Zergdjenah Landesvorsitzender SchülerInnenkammer Hamburg

Siehe Flyer der Veranstaltung:

Einladung Mathematik_Desaster 5.10.17

https://bildung-wissen.eu/veranstaltungen-1/veranstaltungen-fortbildungen-u-a/das-mathematik-desaster-hamburger-bildungsrueckstaende-endlich-bekaempfen.html

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Astrid Schulz-Evers
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