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Sigmar Salzburg
11.12.2018 15.39
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Peter Sloterdijk

Nach Gott
Glaubens- und Unglaubensversuche


Suhrkamp/Insel 2017
Gebunden, 364 Seiten D: 28,00 €
ISBN: 978-3-518-42632-6

Verlagswerbung
Peter Sloterdijk zieht in seinem neuen Buch zum ersten Mal alle Konsequenzen aus dem Satz »Gott ist tot«. Dabei kommen die Bereiche der aktuellen Theologie und Philosophie ebenso ins Spiel wie die mörderische Politik der Gegenwart oder die unmittelbaren kulturellen und wissenschaftlich-technischen Entwicklungen.

Leseprobe S. 7
Die Tatsache, daß bei den Griechen der klassischen Zeit die Menschen als die »Sterblichen« bezeichnet wurden, ist unter den Gebildeten unserer kulturell vergeßlichen Tage noch immer halbwegs in Erinnerung. Die Menschen trugen diesen Namen, weil sie als irdischer Widerpart der Götter aufgefaßt wurden, die man die Unsterblichen nannte. Tatsächlich war allein die Unsterblichkeit das eminente Merkmal der griechischen Götter; was ihr Verhalten anging, wäre es von dem der Menschen mit ihrer Allzumenschlichkeit kaum zu unterscheiden gewesen.

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Sigmar Salzburg
30.11.2018 21.29
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Alexander Demandt

Marc Aurel
Der Kaiser und seine Welt

C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406718748
Gebunden, 592 Seiten, 32,00 EUR

Verlagswerbung

Keinen römischen Kaiser kennen wir so genau wie Marc Aurel – und nur wenige Historiker sind so vertraut mit den außergewöhnlich reichen Quellen zu seinem Leben wie Alexander Demandt. In seinem jüngsten Werk stellt er uns den berühmten Philosophenkaiser und dessen krisengeschüttelte Epoche meisterhaft vor Augen und zieht noch einmal alle Register seines Könnens. Alexander Demandt erklärt die Grundlagen des römischen Staatswesens, beschreibt die Kämpfe mit den Parthern und den Donaugermanen, den Vorboten der Völkerwanderung, sowie die Christenprozesse – trotz der Humanisierung des Rechts. Schließlich führt er uns ein in die Gedankenwelt des Kaisers, die uns nicht zuletzt dank dessen weltberühmten Selbstbetrachtungen, den „Wegen zu sich selbst“, bekannt ist. Auf diese Weise entsteht das Portrait eines Mannes, der sich wie kein anderer um Weisheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit mühte und mit stoischer Standhaftigkeit seine Herrscherpflichten erfüllte. Nicht von ungefähr war dieser Kaiser die Lieblingsgestalt des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt. [... dem das Buch gewidmet ist.]

Leseprobe

Hadrian warb im zivilisierten Spanien vergebens, und Marc Aurel mußte Aushebungen vornehmen. Es breitete sich ein Widerwillen gegen den Wehrdienst aus; schon seit Augustus mehren sich die Belege für die Abneigung in Italien, im Heer zu dienen. Seneca klagt: Die Kinder der Parther lernen, den Bogen zu spannen. Die Knaben der Germanen schleudern kleine Speere. Zur Zeit unserer Vorfahren lernte man reiten und den Feind im Nahkampf zu töten. Aber das war einmal.

Die Rekrutierungsräume verlagerten sich mit der Urbanisierung in wachsender Entfernung von Rom in die weniger entwickelten Länder am Rand des Reiches. Dieser Verschiebung entspricht die Verbreitung des Bürgerrechts, die Herkunft der Senatoren und das sich weitende Ursprungsgebiet der Kaiser. Die julisch-claudischen Herrscher von Caesar bis Nero waren stadtrömische Patrizier. Mit den Flaviern kamen Italiker senatorischen Standes an die Macht. Nerva (96 bis 98) und Antoninus Pius sodann stammten aus dem früh romanisierten Südgallien. Trajan und Hadrian wurden in Spanien geboren. Von dort kam auch Marc Aurels Familie, die gens Annia.

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Sigmar Salzburg
16.11.2018 11.08
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Uwe Tellkamp

„Die Carus-Sachen“,
mit Skizzen Andreas Töpfer

erschienen in der Edition Eichthal,
96 Seiten (davon 36 S. Skizzen),
18 Euro, ISBN: 978-3-9817066-3-5.

Leseproben:

Die Carus-Sachen, das waren vor allem zwei Bücher aus dem Wolfgang Jess Verlag, Dresden, eine Goethe-Biographie, die Carus geschrieben hatte, und eine Schrift über Landschaftsmalerei, die Vater besonders liebte und, der Farbe des Umschlags wegen, gern »die Waldgrüne« nannte. Eindrucksvoller für mich war ein Band mit anatomischen Skizzen, die mir Vater, als er meine Neugier bemerkte, erläuterte, indem er aus dem Arbeitszimmerschrank, der ein schweres Möbelstück war und nach Medikamenten roch, ein präpariertes Flußneunauge nahm, das in einem Glaskasten mit Formalin schwamm und aus den Archiven der Tierarzneischule stammte, wie ein Eigentumsvermerk am Kastenfuß auswies. (S.28)

In der Hungerzeit nach dem Krieg seien die Fischer des Örtchens Gager mit ihren Booten hinausgefahren, um Wildschweine zu fischen, die von Rügen nach dem Vilm schwammen, um ihren Appetit auf die unter den Carus-Eichen in rauhen Mengen verstreut liegenden, überaus schmackhaften Carus-Eichen zu stillen. (S. 60)

Die Eckernförder Zeitung schrieb zu dem Büchlein:

Gammelby | Mit „Der Turm“ hat der Dresdner Arzt und Autor Uwe Tellkamp 2008 einen umjubelten 1000-Seiten Roman vorgestellt. Schon seit Jahren wartet die Literaturszene nun auf die Fortsetzung, die möglicherweise 2018 unter dem Titel „Lava“ im Suhrkamp-Verlag erscheinen könnte.

Untätig blieb der 1968 geborene und mit zahlreichen Buchpreisen bedachte Autor Tellkamp nicht. So stand er all die Jahre in Kontakt zu Uwe Jess (77), der, in Gammelby hinter dem Kleinverlag Edition Eichthal steht. Jess, der seitdem er den Beruf des Landwirts an den Nagel hängte, als Herausgeber seine Freude an Büchern und Autoren hat, hatte bereits 2010 mit Tellkamp das Büchlein „Die Uhr“ in seiner Edition Eichthal herausgegeben.

Nun gelang es Jess erneut, Tellkamp für ein Büchlein unter dem Titel „Die Carus-Sachen“, ebenfalls mit Zeichnungen und Skizzen von Andreas Töpfer, zu gewinnen...

shz.de 25.8.2017

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Sigmar Salzburg
05.11.2018 18.54
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Hans Magnus Enzensberger

Eine Handvoll Anekdoten:
auch Opus incertum


Mit 122 vierfarbigen Abbildungen

Erschienen: 22.10.2018 Suhrkamp
Gebunden, 239 Seiten, 25,00 €
ISBN: 978-3-518-42821-4

Inhalt
»Das eigene Geburtsdatum ist schwer loszuwerden. Auch M. schleppt es mit sich herum.« Die ersten zwanzig Jahre sind ein Gepäck, das ein Mensch nie wieder los wird. Aber die Erinnerung ist ein fragmentarischer und unzuverlässiger Ratgeber. Deshalb nimmt sich der Autor die Freiheit der Regie und der Collage, fügt Motive, Bilder und Anekdoten zu einem Opus incertum zusammen. So nannten die alten Römer eine spezielle Art ihres Mauerbaus: ein »ungesichertes Werk«.

Leseprobe – gefälscht durch den NDR:

„M., dem die Gewöhnung an den Dienst schwerfiel, wählte die naheliegendste Lösung: Er ging nicht mehr hin. Nach wenigen Wochen wurde er vor versammelter Mannschaft zu einer Zeremonie einbestellt, die auf dem Schulhof stattfand. Mit grimmiger Miene wurde ihm mitgeteilt, dass er mit sofortiger Wirkung aus der Hitlerjugend ausgestoßen sei. M. gelang es, das Gefühl der Befriedigung, das ihn ergriff, zu verbergen.“
„Eine Handvoll Anekdoten, auch Opus incertum“ ist keine große Literatur, aber ein gelungenes Stück verkappter Autobiografie.

ndr.de 24.10.2018

Echte Leseprobe – Hans Magnus Enzensberger, Suhrkamp:

https://www.suhrkamp.de/download/Blickinsbuch/9783518428214.pdf

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Sigmar Salzburg
04.11.2018 10.33
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Björn Höcke, Sebastian Hennig

Nie zweimal in denselben Fluß:
Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig


306 Seiten Klappenbroschur, Fadenheftung 18,90 €
ISBN: 978-3-944872-72-8

Darstellung bei Amazon:

Die Berichterstattung zu Björn Höcke besteht überwiegend aus Meinungen über ihn. Äußerungen von ihm sind den Medien eher selten zu entnehmen. Wenn es dann doch geschieht, werden seine Worte nur ausschnittsweise mit skandalisierender Absicht wiedergegeben. Derart wie ein bedrohliches Phänomen analysiert, kommt er als eigenständiger Autor seiner Äußerungen nicht in Betracht. Er dient nur als die harte Kante, an der die gegen ihn ausgesandten Signale zur Resonanz kommen. Keinesfalls soll er als Sender eines eigenen Programms wahrgenommen werden.

Vorliegendes Buch korrigiert das Mißverhältnis, indem es Björn Höcke selbst ausführlich zu Wort kommen läßt. Seine Auffassung von den gegenwärtigen Verhältnissen ist dargelegt im Gedankenaustausch mit dem Künstler und Publizisten Sebastian Hennig...
Das Vorwort von Frank Böckelmann ist „reformiert“ gedruckt, die Zitate darin in der traditionellen, auch von Höcke bevorzugten Rechtschreibung. Ohne das Buch selbst in der Hand gehabt zu haben, gehen wir davon aus, daß es im wesentlichen in der bewährten Kulturrechtschreibung abgefaßt ist. Einige der erwähnten Höcke-Zitate:
Zugleich, erklärt Höcke, sei das Vergangene immer „auch in Heute präsent und damit real“ (S. 25). Es sei aber vergebliche Liebesmühe, „vergangene Zustände wiederholen zu wollen“ (S. 24). Daher dürfe und könne es keine „Rolle rückwärts“ geben. Höckes Standpunkt: „Es geht nicht um die Restauration alter Strukturen, um ein ‚neues Mittelalter‘, sondern darum, an die schöpferischen Stränge der Neuzeit wieder anzuknüpfen“, anders gesagt, die „sinnstiftenden Traditionsstränge“ erweitert fortzuführen. (S. 264) Doch Höcke bekundet, ihm fehle „die feste Glaubensgewißheit“. Als überzeugten Christen könne er sich nicht bezeichnen. (S. 50) Autorität und Hierarchie akzeptiere er nicht als Selbstzweck, sondern nur in einer „dienenden Funktion“. (S. 47) ...

Nationalem Hochmut begegnet Höcke mit einer anthropologischen Erkenntnis: „Über alle kulturellen und ethnischen Grenzen hinweg“ teilten die Menschen einen „tragischen Riß“, die Erfahrung der Unvereinbarkeit von himmelstürmenden Ideen und eigener Schwäche und Endlichkeit. Aus dieser Demuts-Erfahrung, so Höcke, speise sich sein „tief verankerter Humanismus“. (S. 63) Im Übrigen rate er dringend dazu, „den Unmut niemals pauschal gegen die hier lebenden Ausländer zu richten (…), sondern ausschließlich gegen die für die Misere verantwortlichen Politiker“. (S. 218)...
Nach Manuscriptum-Verlag

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Sigmar Salzburg
21.09.2018 15.48
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Denis Diderot

Die Unterhaltung eines Philosophen
mit der Marschallin de Broglie
wider und für die Religion


Aus dem Französischen übersetzt
und mit Addenda von Hans Magnus Enzensberger
Friedenauer Presse Berlin 2018

ISBN-10: 3932109848 (TB?)
ISBN-13: 978-3932109843
96 Seiten/32 Seiten, 12 Euro

friedenauer-presse.de

Textprobe:

Eines Morgens hatte ich mit dem Marschall de Broglie allerhand zu besprechen, und deshalb begab ich mich in sein Palais. Er war nicht zu Hause, und so ließ ich mich bei der Maréchale melden. Sie ist eine charmante Frau, schön und fromm wie ein Engel. Die Sanftmut leuchtet ihr aus dem Gesicht; ihre Stimme und der natürliche Ton, den sie anschlägt, stimmen ganz mit ihrer Miene überein.

Sie war mit ihrer Toilette beschäftigt und schob mir einen Sessel hin. Ich nahm Platz, und wir fingen eine Unterhaltung an. Sie war der Meinung, daß jeder, der die Heilige Dreieinigkeit leugnet, ein Schuft sein muß, der am Galgen enden wird. Als ich etwas vorbrachte, was sie überraschte oder witzig fand, fragte sie mich:
»Sind Sie nicht der Monsieur Crudeli?«
Crudeli: Ja
Marschallin: Also der Mann, der an nichts glaubt?
Crudeli: Ja, der bin ich...

(Diderot, S. 3)

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Sigmar Salzburg
15.06.2018 16.57
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Dieter Wellershoff

Im Dickicht des Lebens.
Ausgewählte Erzählungen


Mit einem Vorwort von Peter Henning
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015
333 Seiten, 19,99 Euro.

Heute ist Dieter Wellershoff im Alter von 92 Jahren verstorben. Eine ältere Rezension weist auf sein Werk hin:

Von Katrin Hillgruber

Dieter Wellershoffs reiches belletristisches und essayistisches Œuvre umfasst auch Hör- und Fernsehspiele und insgesamt drei Bände mit Erzählungen: „Doppelt belichtetes Seestück“, „Der Körper und die Träume“ von 1986 und den 2009 publizierten Band „Das normale Leben“. Aus diesen Büchern hat der Kölner Autor Peter Henning zwölf Erzählungen unterschiedlichster Länge und die Novelle „Zikadengeschrei“ zu einem Auswahlband zusammengestellt, der sich erfreulicherweise noch an die alte Rechtschreibung hält. So lässt sich der Erzähler Dieter Wellershoff anlässlich seines 90. Geburtstags in all seiner sachlichen Ironie und luziden Beobachtungsschärfe neu entdecken. Ein Leben ohne Religion nötige den Menschen zum Realismus, sagte der erklärte Atheist einmal. Auch der Herausgeber Henning sieht ihn in seinem Vorwort als „illusionslosen Realisten“ und Existentialisten, der im Grunde nur an die Macht des Zufalls glaube...

deutschlandfunk.de 1.11.2015

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Sigmar Salzburg
13.05.2018 10.21
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Apuleius

Metamorphosen oder Der goldne Esel
Aus dem Lateinischen übersetzt von August Rode, durchgesehen von Stefan Stirnemann
und von diesem mit einem Vorwort versehen

Die Andere Bibliothek 2018
420 Seiten, Bandnr: 400
Originalausgabe, nummeriert und limitiert.
Ausgestanzte, goldene Buchschlaufe, geprägter Einband,
goldenes Vorsatzpapier, mit Illustrationen, Fadenheftung, Lesebändchen.
Buchgestaltung: Manja Hellpap, Berlin.
ISBN: 9783847704003
42,00 EUR

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Sigmar Salzburg
27.04.2018 20.30
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Berthold Seliger

I Have A Stream:
Für die Abschaffung
des gebührenfinanzierten
Staatsfernsehens

Edition Tiamat 2015
Taschenbuch 16,00 €
ISBN: 9783893201990

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen erfüllt den gesetzlichen Auftrag, die »demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen«, schon längst nicht mehr. Die Realität ist: Sendungen, Serien, Shows, die am Privatfernsehen orientiert sind. Quotenterror. Zwangsweise eingetriebene Gebührengelder.

Leseprobe Berthold Seliger „I have a Stream“:

Vladimir Zworykin, der Russe, der bereits 1923 den ersten brauchbaren elektronischen Bildabtaster, die Ikonoskop-Röhre, und 1929 die Kineskop-Röhre zur Bildwiedergabe entwickelt, also gewissermaßen das Fernsehen erfunden hat, sagte am Ende seines über neunzigjährigen Lebens: »Ich habe ein Monster erschaffen, das der Gehirnwäsche der gesamten Menschheit dient. Dieses Ungeheuer wird unseren Plan[e]ten zu einem gleichgeschalteten Denken führen. Ich hätte meinen Kindern niemals erlaubt, sich dem Fernseher auch nur zu nähern.«¹

In den 1970er Jahren wurde intensiv über die Macht des Fernsehens nachgedacht und diskutiert. Heute konzentriert sich die Diskussion hauptsächlich auf die »Wohnungspauschale« in Höhe von 17,50 Euro, die der Staat von jedem Haushalt dafür verlangt, daß er den sogenannten »öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ zur Verfügung stellt. Es ist ein bißchen wie mit den Müllgebühren, die jeder Haushalt bezahlen muß – nur daß diese Gebühren dafür da sind, daß der Hausmüll abgeholt und entsorgt wird, während die Rundfunk-Zwangsabgabe dazu genutzt wird, den öffentlich-rechtlichen Müll in alle Haushalte einzuspeisen.
Persönliche Anmerkung: Das Buch hat mir eben mein Sohn mitgebracht, der es handsigniert in einer wohl eher linken Kieler Buchhandlung erstanden hat. Ich habe es noch nicht weiter gelesen.

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Sigmar Salzburg
03.04.2018 06.09
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Hans Joas

Die Macht des Heiligen
Eine Alternative zur Geschichte von der Entzauberung

Suhrkamp
Erschienen: 09.10.2017
Gebunden, 527 Seiten, 35,00 €
ISBN: 978-3-518-58703-4

Inhalt
»Entzauberung« ist ein Schlüsselbegriff im Selbstverständnis der Moderne. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich? Was genau meinte Max Weber damit? Und sind seine kanonisch gewordenen Vorstellungen überhaupt haltbar beziehungsweise: Sind sie alternativlos?

Die Macht des Heiligen ist der Versuch, »Entzauberung« zu entzaubern. Dazu widmet sich Hans Joas zunächst exemplarischen Fällen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Religion seit dem 18. Jahrhundert. In direkter Auseinandersetzung mit Weber entfaltet er sodann den Grundriss einer Theorie, die dem machtstützenden Potenzial von Religion ebenso gerecht werden kann wie dem machtkritischen. An die Stelle des Geschichtsbilds vom unaufhaltsam fortschreitenden Prozess der Entzauberung tritt die Konzeption eines Spannungsfelds zwischen Dynamiken der Sakralisierung, ihrer reflexiven Brechung und den Gefahren ihrer Aneignung in Prozessen der Machtbildung. Das beinhaltet Zumutungen – für Gläubige ebenso wie für säkulare Geister.

Vorwort
Es ist eine gute Tradition, im Vorwort eines Buches kurz Auskunft zu geben über die Institutionen und Personen, die zu seinem Gelingen beigetragen haben, und auf diesem Wege ein wenig von der angehäuften Dankesschuld abzutragen. Auch einige Angaben zur Entstehungsgeschichte sind damit leicht zu verbinden und hoffentlich nützlich für ein besseres Verständnis des Buches. Institutionell läßt sich der Ausgangspunkt für dieses Buch eindeutig identifizieren. Er liegt in den Vorlesungen, die ich im Sommer 2012 an der Universität Regensburg unter dem Titel »Sakralisierung und Säkularisierung« gehalten habe. Den Rahmen für diese Vorlesung bot die Gastprofessur der Joseph Ratzinger XVI.-Stiftung, deren ersten Inhaber ich war.
Blick ins Buch

Wikipedia:
Hans Joas (* 27. November 1948 in München) ist ein deutscher Soziologe und Sozialphilosoph. Joas ist Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.

Hans Joas: Was ist uns noch heilig? | ZEIT ONLINE – Die Zeit
www.zeit.de › Gesellschaft
15.12.2017 – Auch Menschen, die nicht an Gott glauben, haben einen Hang zur sakralen Verehrung, sagt der Soziologe Hans Joas. Ein Gespräch über die Aura von Restaurantrechnungen, den aufgebahrten Lenin und das Heilige im Alltag.

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Sigmar Salzburg
18.03.2018 16.15
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Martin Mosebach

DIE 21
Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer
von Martin Mosebach
Rowohlt 20. Februar 2018
Gebundene Ausgabe – 20 €

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten. Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen an einem Strand in Libyen ermordet worden waren ...

Eine Rezension gibt es in der „Jungen Freiheit“ von Matthias Matussek.

Hier eine Textprobe aus dem Buch:

Die einundzwanzig koptischen Wanderarbeiter wurden an einem libyschen Strand geköpft, nachdem der Anführer der Mörder den «barmherzigen Gott» angerufen hatte: das Video, das die Ermordung dokumentiert, bezeichnet sich als «Antwort Mohammeds» und als Botschaft an die «Nation des Kreuzes». Das ist eine deutliche Sprache – die Situation scheint keiner weiteren Erklärung zu bedürfen. Zwei Parteien stehen sich paritätisch gegenüber, auf jeden Ermordeten kommt ein Mörder. Das war den Regisseuren des Vorgangs offenbar wichtig: daß die heilige Reinigung der Welt von jedem einzelnen Reinen vollzogen werden muß. Daß es notwendig ist, sich dafür die Hände schmutzig zu machen, daß der Tod der Ungläubigen gut ist, aber daß es ebenso gut und gar noch besser ist, sie selbst und mit eigenen Händen zu töten – das ist ein Werk, das vollbracht werden muß, eine ernste Pflicht.

Die 21 Buch Art. Nr.: 93775 ISBN: 9783498045401 Autor: Martin Mosebach

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Sigmar Salzburg
28.09.2017 10.05
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Ulrike Prokop

Das Tagebuch der Cornelia Goethe
Die Illusion vom Großen Paar
Band 2

Herausgegeben von S. Fischer Verlag.
Taschenbuch – Januar 1991
E-Book 19,99 Euro
29. September 2017


Vorbemerkung
Von größter Bedeutung ist, daß im 18. Jahrhundert weibliche Praxis- und Selbstverständigungszusammenhänge zerfallen, während männliche Kooperationsformen sich als Machtzentren ökonomisch und politisch organisieren, und daß die Interpretation der veränderten Lebensverhältnisse den Männern vorbehalten bleibt. In einer Kultur, die sich als Schriftkultur und verwissenschaftlichte Weltauffassung ausbildet, wird die weibliche Tradition wie selbstverständlich disqualifiziert und zum Verschwinden gebracht...

Fußnote 2
Cornelia war ebenso musikalisch wie ihre Mutter. Ihr schönes Spiel wird öfter erwähnt. Johann Schobert, von dem hier die Rede ist, war ein bedeutender Musiker... Fétis urteilte: »er war der erste, der die Begleitung der Klavierkonzerte interessant zu gestalten wußte, ohne die Haupstimme zu schädigen, dabei ausgezeichnet durch völlig neue Ideen und kühne Modulationen. Es besteht einige Ähnlichkeit zwischen seinem Genie und Mozarts, dessen unmittelbarer Vorgänger er war.« Er starb am 28. August 1767 mit Frau, Kind, Dienstmädchen und drei Freunden an giftigen Pilzen, die er mit Freunden gepflückt hatte.

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Sigmar Salzburg
12.08.2017 09.40
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Günter Scholdt

Literarische Musterung. Warum wir Kohlhaas, Don Quijote und andere Klassiker neu lesen müssen
Antaios 2017
368 Seiten, gebunden 22,00 €
978-3-944422-29-9
antaios.de

Klappentext zu „Literarische Musterung “
Was haben uns Klassiker der Weltliteratur – deutsche und andere – heute noch zu sagen? Was läßt sich aus der Lektüre für die heutige Gesellschaft und die Zukunft lernen? Günter Scholdt hat über 30 Klassiker nochmals gelesen und den Blick gezielt auf den Aktualitätsgehalt für unsere heutige krisengeschüttelte Zeit gerichtet. Aus dem Inhaltsverzeichnis: Don Quijote; Biedermann und die Brandstifter; Die Nashörner; Des Kaisers neue Kleider; Der Waldgang; Galileo Galilei und viele andere
weltbild.de

Top-Kundenrezensionen
5,0 von 5 Sternen
Weltliteratur gegen den Strich gebürstet
Von Albrecht Bär am 19. Juli 2017
Viele der hier präsentierten 30 klassischen Werke der Weltliteratur kennen wir noch aus dem Deutschunterricht. „Don Quijote“, „Michael Kohlhaas“ oder „Biedermann und die Brandstifter“ sind nur einige aus dem von Literaturprofessor Scholdt hier angeführten Stückekanon. Der Autor macht jedoch etwas Besonderes: Er interpretiert Literatur gegen den Zeitgeist und zeigt, daß in ihr viel aktuelles Widerstands- und Freiheitspotential zu finden ist...
amazon.de

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Sigmar Salzburg
08.06.2017 17.18
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Rolf Peter Sieferle

Finis Germania
Verlag Antaios
Reihe kaplaken, Band 50 (2017)
104 Seiten – 8,50 €

Leseprobe

Dazu Björn Höcke am 8.Juni 2017: ... Mit manchen Büchlein, wie etwa „Finis Germania“ von Rolf Peter Sieferle, wird man niemals fertig. Das ist verdichteter, nüchtern-resignierter und doch drängender Geist in Reinform, der uns hier in Fragmenten und Aphorismen gegenübertritt. Dieses Buch ist nicht nur das Vermächtnis eines klugen Autors, es ist vielleicht das Vermächtnis aller, die noch Hoffnung haben.

Hier eine kleine Kostprobe:

„Topik der Zivilisationskritik
Es galt in der guten Gesellschaft nie als fein, vom Geld zu reden; diese redet von nichts anderem, je reicher sie wird.
Keine Gesellschaft wußte je so viel; keine war je so antiintellektuell.
Keine Gesellschaft war je so wohlhabend; keine war je so besessen vom Reichtum.
Keine Gesellschaft war je so differenziert; keine war je so eindimensional.
Keine Gesellschaft glaubte je so an die Politik; keine verachtete die Politiker so gründlich.
Keine Gesellschaft war je so zahlreich; keine schätzte das Individuum höher.
Keine Gesellschaft war zivilisierter; keine war vulgärer.
Keine Gesellschaft war satter; keine war gieriger.
Keine Gesellschaft lebte sicherer; keine war ängstlicher.
Keine Gesellschaft war pazifistischer; keine war besser gerüstet.“

... und Gustav Seibt in der Süddeutschen: Sieferle starb am 17. September 2016 (SZ vom 9. Oktober). Nun erfährt man aus dem neuen Heft des Tumult, das in dieser Woche erscheint, dass es sich um einen selbstgewählten Tod handelte. Die Zeitschrift bringt eine Auswahl von Äußerungen aus den letzten Lebensmonaten Sieferles, überwiegend aus E-Mails zusammengestellt, die einen Verzweifelten zeigen. Verzweifelt war er offenbar auch, weil er die Ereignisse des letzten Jahres mit dem Zustrom von – nach heutigem Stand der Statistik – etwa 800 000 Flüchtlingen nach Deutschland auf „Millionen Analphabeten“ hochrechnete ...
sueddeutsche.de 8.12.2016

Siehe auch Michael Klonovsky.

Nachtrag: Trotz Seibt (s.o.) ein Zwergenaufstand in der Alpen-Prawda (11.6.17): Auf Platz neun der Liste mit Sachbuch-Empfehlungen von NDR und SZ steht das Buch eines rechtsradikalen Verlags, das Pamphlet „Finis Germania“ des 2016 verstorbenen Historikers Rolf Peter Sieferle... In „Finis Germania“ fordert er „das indigene Volk“ der Deutschen auf, sich gegen die Bedrohung durch die aktuellen Migrationsbewegungen zu behaupten und seine „spezifische Identität“ zu verteidigen.

Nachtrag 2: Scholl [DFL-Kultur]: Jetzt hat es dieses Buch, Herr Safranski, durch die Diskussion von der Empfehlungsliste auf die Beststeller-Verkaufslisten geschafft. Wenn Sie „Finis Germania“ jetzt jemand schenken würden, mit welchen Worten würden Sie das machen?
Safranski: … Erst einmal würde ich es nicht verschenken, sondern ich würde dann von Sieferle das sehr, sehr gute Buch über das Migrationsproblem schenken...[ dlf 25.6.17]

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Sigmar Salzburg
24.05.2017 07.53
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Norbert C. Kaser

mein haßgeliebtes bruneck:
Ein Stadtporträt in Texten und Bildern

Herausgegeben von Joachim Gatterer.
Haymon-Verlag, Innsbruck 2017.
216 S. 18,60 Euro

Vorwort von Klaus Gasperi („reformiert“)
Originaltexte mit viel Kleinschreibung,
verfaßt auf einer umlautlosen Olivetti,
jedoch mit kultiviertem ß-Gebrauch.

Privater Brief an die Mutter:


liebe mamma Du weißt wie ich Dich & vater gern habe & Ihr moegt mich auch: ich will nicht mehr zurueck seit ich aus der familie geflogen bin & sehe daß es besser ist wenn ich nur ab & zu zu Euch komme wenn wir uns so gut leiden koennen wie bisher ohne uns vorwuerfe zu machen wie frueher...

Leseprobe

Die Süddeutsche schrieb u.a.:

Lyrik aus Südtirol „Vox populi – Vox rindvieh“

Hass und Liebe in Bruneck: Eine Anthologie erinnert an den Dichter Norbert C. Kaser, der 1978 starb...
Zu Lebzeiten konnte der früh, mit nur 31 Jahren verstorbene Dichter kein Buch veröffentlichen. Gleichwohl hat er mit einem einzigen Donnerschlag der Literatur im dreisprachigen Südtirol auf die Sprünge verholfen. Seine „Brixner Rede“ von 1969 brach mit allem, was nationalistischen Trachtlern und Sprachkriegern heilig war. Den „Tiroler Adler“ nahm er dabei nicht aus. Er empfahl, ihn „wie einen Gigger zu rupfen und ihn schön langsam über dem Feuer zu drehen“. Brunecks Spießbürger bedachten ihn dafür mit Hass und Rauswürfen. Dagegen berief sich Kaser in betont minimalistischer Orthografie auf „meine freiheitsliebe, meine oft spleenigen vorstellungen & eine seltsame form von unbeugsamkeit“. Um keine saftige Sprachvolte verlegen, reimte er: „Vox populi – Vox rindvieh.“

Kasers Gedichte unterminierten die Demarkationslinie zwischen den Sprachen Südtirols, dem Deutschen und Italienischen: „alto adige / alto fragile / reiseland / durchgangsland / niemandsland / (...) ha-ha-hai / heimatland.“ Mal weinselig vergnügt, mal traurig betrübt, mal erotisch und bukolisch, mal elegisch, aber niemals heroisch reiben sich die Laute aneinander, mit präzisem, rebellischen Biss: "... mein spott / schmerzt mich selbst mehr als die / andern“. Seine Gedichte tippte dieser Solitär mit bis zu acht Durchschlägen in seine Olivetti und verteilte sie als selbstgefertigte, eigenhändig gebundene und illustrierte Konvolute unter Freunden.

sueddeutsche.de 14.5.2017

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