Willkommen Die 20 neuesten Beiträge im Forum
Fadensuche     Suche
Kennkarte ändern     Häufig gestellte Fragen   zu anderen Nutzern  kostenlose Anmeldung   Anfang  verabschieden
Jemandem diese Seite senden! Druckvoransicht zeigen
Forum > Rechtschreibforum
Andere Sprachen
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >
Verfasser
Leitthema    Dieser Faden ist 8 Seiten lang:    1   2  3  4  5  6  7  8  Post New Thread     Post A Reply
Sigmar Salzburg
29.07.2018 15.41
Diesen Beitrag ansteuern
Zur chinesischen Rechtschreibreform

Theodor Ickler erinnerte bei Sprachforschung.org an die chinesische Rechtschreibreform:

In den fünfziger Jahren fand in China eine Rechtschreibreform statt, die die Schriftzeichen vereinfachte. Die mit der neuen Schrift aufgewachsene Generation kennt die alten Symbole nicht mehr und liest die Klassiker in westlichen Übersetzungen. Sie kann mit Glücksplätzchen mehr anfangen als mit der Weisheit des Yi Jing. (Rez. zu Lutz Geldsetzer/Hong Han-ding: Grundlagen der chinesischen Philosophie. Stuttgart 1998, in FAZ 9.2.99)

Tatsächlich kann man die chinesische Schriftreform als Rechtschreibreform bezeichnen. Dagegen ist die Umstellung auf lateinische Alphabetschrift eine Schriftreform.
Dazu fiel mir ein: Als ich meiner hübschen ersten Chinesisch-Lehrerin in meiner Collier‘s Encyclopedia die Geschichte in klassischem Chinesisch, bestehend nur aus 53mal der Silbe „yi“, zeigte, meinte sie, das bedeute nichts. Als sie dann die alten Zeichen analysierte, die ja meist in Teilen die neuen enthalten, mußte sie zugeben, „ja, ja, ja doch ...“, daß der Text doch etwas bedeutet und nur durch die Rechtschreibung, also die Zeichen, zu verstehen sei. Heute aber seien etliche Wörter zu zweisilbigen erweitert und verdeutlicht.

Übrigens: Als ich mich zum ersten Kurs anmeldete, fragte mich der alte Knacker im Amt: „Sind Sie verheiratet?“ Als ich bejahte, sagte er: „Schade, das ist eine ausnehmend hübsche Person!“ – Als ich später meine Studien bei ihrem Vater an der Uni fortsetzte und ihm das erzählte, lief ein leichtes Grinsen über sein Gesicht.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
18.06.2018 04.27
Diesen Beitrag ansteuern
Kölns Bombenbauer

15.06.2018 18:16
Sief Allah H. (29) heiratete sich nach Deutschland
Nachdem am Freitag die enorme Menge an Gift [Rizin] bekannt wurde, die Sief Allah H. [ سيف الله „Schwert Gottes“?] in Köln hergestellt hat, gibt es nun auch neue Details zu seiner Person: Der 29-jährige Tunesier kam 2016 nach Deutschland, indem er eine deutsche Islam-Konvertitin heiratete und zu ihr zog, und ist Anhänger des Islamischen Staats.
krone.at 15.6.2018

Am 7. September 1978, dem Geburtstag des bulgarischen Kommunisten und Staatschefs Todor Schiwkow, wurde in London dem einst mit ihm befreundeten Schriftsteller Georgi Markow mit 0,2 Gramm Rizin aus einem als Regenschirm getarnten Schußapparat ein langsamer, unausweichlicher Tod bereitet.

Nachtrag: Der entscheidende Hinweis zur Vereitelung des geplanten Anschlags kam aus den USA... NSA und CIA können und dürfen mehr als andere. Sie können verschlüsselte Gespräche und Nachrichten dekodieren, Schlüsselbegriffe in Kommunikationsdaten auswerten. (tagesspiegel.de 21.6.18)

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
01.06.2018 11.32
Diesen Beitrag ansteuern
Trommelsprache

Wie man mit Hilfe von Trommeln spricht

Der Ton macht die Musik, aber der Rhythmus macht die Sprache. Das gilt zumindest bei den Bora, einer indigenen Gruppe aus dem Amazonas-Regenwald, die eine der ältesten Trommelsprachen Lateinamerikas verwenden.


Verena Leusch

Mit so_genannten Manguarétrommeln können sich die Bora über Kilometer hinweg mit ihren Nachbarn unterhalten – um Neuigkeiten auszutauschen, einen Besuch anzukündigen oder jemanden zum Essen einzuladen...

Möglich wird dieser Ausdrucksreichtum, weil die Bora weder festgelegte Signale noch eine Art Morsekode verwenden, sondern ihre normale gesprochene Alltagssprache durch Trommelschläge nachahmen. Wie sie dabei vorgehen, beschreibt das Team um den Linguisten von der Universität Amsterdam jetzt in der Zeitschrift »Royal Society Open Science«: Für die Verständlichkeit der getrommelten Nachricht spielt deren Rhythmus offenbar eine weitaus größere Rolle, als bisher angenommen wurde.

Die Wissenschaftler verglichen dazu Tonaufnahmen getrommelter Nachrichten mit ihren lautsprachlichen Übersetzungen und fanden heraus, dass die Pause zwischen den Trommelschlägen umso länger ist, je größer der zeitliche Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Vokalen in der mündlichen Version des Satzes ist. Am längsten ist die Pause beispielsweise dann, wenn der erste Vokal lang gesprochen wird und ihm noch mehrere Konsonanten folgen. Bei einem kurzen Vokal würde sich die Pause entsprechend reduzieren.

... Andere Elemente sind ihrer ursprünglichen Bedeutung sogar komplett beraubt und dienen nur als gut verständliche Kennzeichnungselemente. Substantive erhalten beispielsweise fast alle eine getrommelte Endung, die im gesprochenen Bora so_viel wie »gestorben« bedeuten würde – egal, ob sich das getrommelte Wort auf einen Toten, einen Gegenstand oder eine quicklebendige Person bezieht [der Fortfall entspräche der gescheiterten reformistischen Substantivkleinschreibung].

Die untersuchten Trommelnachrichten folgen außerdem einem strengen Aufbau, vergleichbar mit einem Telegramm. ...

Während man mit der Stimme maximal eine Hörweite von 200 Metern erreicht, können Manguarétrommeln noch in bis zu 20 Kilometer Distanz vernommen werden. Sie bestehen aus zwei unterschiedlich großen, ausgehöhlten Baumstämmen, zwischen denen der Trommler steht. Mit der kleineren kann er hohe Töne und mit der größeren tiefere Töne produzieren. Insgesamt lassen sich vier Tonhöhen erzeugen, von denen die Bora für die Nachrichtenübermittlung allerdings nur zwei gebrauchen.

Diese beiden Tonhöhen entsprechen den beiden so_genannten Tönen, in denen Bora-Vokale auftreten: Mit Hilfe hoch oder tief gesprochener Vokale unterscheiden die Bora in ihrer normalen mündlichen Kommunikation grammatische Strukturen. In der getrommelten Variante helfen sie dem Hörer dabei, den Satzbau der Botschaft zu analysieren. Für den Inhalt der Nachricht spiele die Tonhöhe hingegen nur eine untergeordnete Rolle, erläutern die Forscher.

Anders ist dies bei afrikanischen Sprachen, die ebenfalls getrommelt werden und schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingehend untersucht wurden...

Die Manguarésprache gehört zu den ältesten Trommelsprachen Lateinamerikas. Mittlerweile besteht die indigene Gruppe der Bora aber nur noch aus zirka 1500 Mitgliedern, die in kleinen Gemeinschaften im Amazonas-Regenwald Kolumbiens und Perus leben. Da das gesprochene Bora immer mehr vom Spanischen verdrängt wird, befürchten die Forscher, die gesprochene und getrommelte Sprache könne bald ganz in Vergessenheit geraten – von den Manguarétrommeln existieren nur noch rund 20 Stück, die immer seltener verwendet werden.

spektrum.de 29.5.2018

Handelt es sich hier im Sinne der Antirassisten auch um „Völkersterben von seiner schönsten Seite“ (Yücel)? Oder bedeutet der Schutz des Völkchens, „einen romantischen Ethnozoo für die westliche Bourgeoisie“ erhalten zu wollen, wie es der Linksextremist Jörg Kronauer für die Tibeter formulierte?

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
21.05.2018 05.44
Diesen Beitrag ansteuern
Beschluß chinesischer Kulturfunktionäre im Hotel „Langem“ im Da-Bezirk?

Der deutsche Sinologe Kai Marchal, Jahrgang 1974, ist Professor für Philosophie an der National Chengchi University im chinesischen Inselstaat Taiwan und schreibt in einem langen Artikel über neuere chinesische Literatur:

Die eigene Stimme verloren zu haben, keine Wörter mehr zu finden, die noch etwas bedeuten können in einer verödeten Gesellschaft, ist eine Grunderfahrung chinesischer Schriftsteller... Eine ähnliche „kulturelle Wiederaufladung“ belegt wohl auch der Selbstmord einer 26-jährigen Schriftstellerin im letzten April in Taipeh: In ihrem ersten und einzigen Roman, Fang Siqis Paradies der ersten Liebe, wird die 13-jährige Hauptfigur von ihrem 50-jährigen Chinesischlehrer vergewaltigt. Lin Yihan gab in einem Fernsehinterview kurz vor ihrem Tod zu verstehen, dass diese Handlung auf eigenem Erleben beruhe – und erklärte sodann mit manisch leuchtenden Augen dieser „großartigen, fünftausendjährigen Sprache“ ihre unbedingte Loyalität (der Lehrer habe sie mit der Beschreibung zerbre[c]hlicher Frauenkörper und antikisierenden Zeichengebilden wie huai cai bu yu 懷才不遇, wörtlich: „talentiert, aber glücklos“, verführt). Derselbe Kulturnationalismus wird seit Langem von der kommunistischen Partei bedient oder sogar verstärkt, die neuerdings ihre Sportler und Schauspieler die Propaganda in klassischem Chinesisch vortragen lässt.

zeit.de 13.5.2018
Leider sieht man im Propaganda-Video Maos „Reform“-Zeichen auch in den klassischen Texten – wie bei uns.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
14.03.2018 09.51
Diesen Beitrag ansteuern
Nicht ganz unwichtige Geschichtsfälschungen

Am 11.10.2017 hatte ich hier einen Beitrag von „damals.de“ eingesetzt, der sich auf einen angeblich überlieferten umfangreichen hethitisch-hieroglyphischen Text in luwischer Sprache bezog. Der verstorbene Archäologe Mellaart hatte dabei aber anscheinend seinen Wunschvorstellungen von antiken Funden kräftig nachgeholfen:

Die Ruinen von Beyköy sind schon seit mehr als 100 Jahren zerstört. Lange galten daher auch die Inschriften als verschollen. Doch Mellaart berichtete, er sei in den Besitz einer Abschrift gelangt, die im Jahr 1878 von einem Archäologen gemacht worden war – kurz vor Zerstörung des Tempelfrieses. 2017 veröffentlichte Mellaarts Sohn gemeinsam mit dem Schweizer Geoarchäologen Eberhard Zangger diese Abschriften – in gutem Glauben, sie seien echt. Doch nun steht fest: Mellaart hat in großem Umfang geschummelt und gefälscht. Das haben Zangger und Mellaarts Sohn Alan herausgefunden, nachdem sie in den letzten Monaten die Dokumente in Mellaarts Arbeitszimmer eingehend untersuchten.

wissenschaft.de/scinexx 14.3.2018

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
25.02.2018 16.25
Diesen Beitrag ansteuern
Theodor Ickler liest wieder die FAS ...

... und schreibt zum dortigen Kramp-Karrenbauer-Artikel:

Als Beispiel chinesischer Homophonie wird wieder ma angeführt. Und: „Das Zeichen für Mutter sieht völlig anders aus als das Zeichen für Pferd.“ Eben gerade nicht; das Pferd ist als Lauter im Zeichen für Mutter enthalten.
Dazu: Das alte Wort für Mutter ist 母 mǔ (Urzeichen: zwei Brüste, kniender Leib fadenartig angedeutet), später sprachlich verdeutlicht zu mǔqin 母親 („Reform“ 母亲) für blutsverwandt. 馬 mǎ heißt altchin. nur Pferd. Durch die Erweiterung 女 nǚ (Frau) wird das Zeichen zu 媽 mā Dienerin, Pflegerin, Mutter, Stute; Verdoppelung māma 媽媽 vielleicht auch unter westlichem Einfluß („Reform“ 妈妈).

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
25.02.2018 07.35
Diesen Beitrag ansteuern
Kramp-Karrenbauer auf chinesisch

Die Frankfurter Allgemeine hat Chinesen den Namen der CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer in chinesischer Silbenschrift, wie er wohl in den fernöstlichen Zeitungen dargestellt wird, und in deutscher Schreibung vorgehalten und um sprachliche Wiedergabe gebeten. Dazu muß gesagt werden, daß jede Silbe im Chinesischen auch eine ganz andere Eigenbedeutung hat. Das hatte ich hier schon einmal erwähnt. Manche versuchen, den Namen auch im richtigen chinesischen Ton wiederzugeben, andere mühen sich, das „a“ auf englisch oder das deutsche „r“ mit „l“ darzustellen (wie ich beim Bäcker gehört habe: „Dlei tleine Blödchen“):

24.02.2018
Ein Klangexperiment
Kramp-Karrenbauer auf Chinesisch

Wir haben in der Frankfurter Innenstadt mit der freundlichen Unterstützung chinesisch sprechender Passanten ein Klangexperimernt gestartet.

https://youtu.be/dbOB4sgzVNY
Im übrigen bleibt die als Merkel-Nachfolgerin angedachte derzeitige saarländische Ministerpräsidentin zweifellos eine skrupellose Denunziantin:

„AfD an der Grenze zur Verfassungsfeindlichkeit“ (Welt 1.5.14)

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
30.10.2017 05.18
Diesen Beitrag ansteuern
„Zuerst“ in der richtigen deutschen Rechtschreibung:

Lateinisches statt kyrillisches Alphabet: Kasachstan stellt Schriftsystem um

Kasachstan verordnet sich selbst einen Kulturbruch: das Land steigt jetzt offiziell von der kyrillischen auf die lateinische Schrift um. Ein entsprechendes Dekret unterzeichnete Präsident Nasarbajew. Medienberichten zufolge soll nun ein neues kasachisches Alphabet auf der Grundlage der lateinischen Buchstaben entwickelt werden, das 32 Buchstaben umfassen soll. Das neue Alphabet soll bis 2025 eingeführt werden.

In der Geschichte Kasachstans wurde die Schreibweise schon drei Mal gewechselt. Bis zu den 1920er-Jahren wurde die arabische Schrift verwendet. Sie wurde dann vom lateinischen Alphabet abgelöst. Zu Zeiten der Sowjetunion wurde im Jahr 1940 dann die kyrillische Schrift mit 42 Buchstaben eingeführt.

Der kasachische Staatschef hatte schon im vergangenen April den Übergang zum lateinischen Alphabet angeordnet. Die Entscheidung begründete er damit, daß das Land wegen der neuen Technologien und Kommunikationen wieder die lateinische Schrift brauche. Das beeinträchtige keinesfalls die Rechte der russischsprachigen Bürger im Lande. Laut dem kasachischen Minister für Information und Kommunikation, Dauren Abajew, stecken auch keine politischen Motive hinter der Entscheidung. (mü)

zuerst.de 28.10.2017

[ Kasachisch ist eine Turksprache.]

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
11.10.2017 12.13
Diesen Beitrag ansteuern
Luwisch

Bronzezeit
Hieroglyphen-Fund: Rätsel der Seevölker gelöst?

Ein fast 30 Me­ter lan­ges Band von Hie­ro­gly­phen könn­te ent­schei­den­de Hin­wei­se auf ei­nes der Rät­sel der Bron­ze­zeit lie­fern: die Iden­ti­tät der See­völ­ker. Ih­re An­grif­fe sol­len vor 3200 Jah­ren zum Nie­der­gang der gro­ßen Hoch­kul­tu­ren bei­ge­tra­gen ha­ben. Wer die­se See­völ­ker je­doch wa­ren, blieb un­be­kannt. Jetzt deu­ten die wie­der­ent­deck­ten Hie­ro­gly­phen dar­auf­hin, dass die Lu­wier, ein Bund von Kö­nig­rei­chen in Klein­asi­en, die da­mals so ge­fürch­te­ten See­völ­ker ge­we­sen sein könn­ten...

Im Jahr 1878 soll ein Ar­chäo­lo­ge die 3200 Jah­re al­ten Lu­wier-​Hie­ro­gly­phen von Bey­köy ko­piert ha­ben – ge­ra­de noch recht­zei­tig. Denn schon we­nig spä­ter nutz­ten Ein­hei­mi­sche die Stein­blö­cke, um sie ins Fun­da­ment ei­ner neu­en Mo­schee ein­zu­bau­en. Lan­ge galt da­her die In­schrift als ver­schol­len. Doch im Som­mer 2017 tauch­te ei­ne Ko­pie der Hie­ro­gly­phen wie­der auf. Der eng­li­sche Ar­chäo­lo­ge Ja­mes Mel­laart hat­te sie be­ses­sen und als er starb, über­gab sein Sohn die Schrif­ten dem Geo­ar­chäo­lo­gen Eber­hard Zang­ger von der Stif­tung Lu­wi­an Stu­dies...

Dem Sze­na­rio von Zang­ger und sei­nen Kol­le­gen nach führ­te vor rund 3200 Jah­ren ei­ne Ab­fol­ge von gleich drei Kon­flik­ten zum Nie­der­gang der gro­ßen Hoch­kul­tu­ren. Den Be­ginn mach­ten dem­nach die See­völ­ker-​In­va­sio­nen der Lu­wier. Dem folg­te ei­ni­ge Jah­re spä­ter ein Ge­gen­an­griff, bei dem die My­ke­ner die Rei­che Klein­asi­ens an­grif­fen – dies könn­te dem von Ho­mer über­lie­fer­ten Tro­ja­ni­schen Krieg ent­spre­chen...

http://www.luwianstudies.org
damals.de 10.10.2017

Das dem Hethitischen verwandte indogermanische Luwisch wurde im Süden Anatoliens gesprochen. Siehe auch dies.

Wichtiger Nachtrag:
Die Ruinen von Beyköy sind schon seit mehr als 100 Jahren zerstört. Lange galten daher auch die Inschriften als verschollen. Doch Mellaart berichtete, er sei in den Besitz einer Abschrift gelangt, die im Jahr 1878 von einem Archäologen gemacht worden war – kurz vor Zerstörung des Tempelfrieses. 2017 veröffentlichte Mellaarts Sohn gemeinsam mit dem Schweizer Geoarchäologen Eberhard Zangger diese Abschriften – in gutem Glauben, sie seien echt. Doch nun steht fest: Mellaart hat in großem Umfang geschummelt und gefälscht. Das haben Zangger und Mellaarts Sohn Alan herausgefunden, nachdem sie in den letzten Monaten die Dokumente in Mellaarts Arbeitszimmer eingehend untersuchten.
wissenschaft.de/scinexx 14.3.2018


Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
30.09.2017 14.45
Diesen Beitrag ansteuern
Chinas Kampf gegen die Verwestlichung seiner Schüler

Von Johnny Erling

China will die USA herausfordern. Aber Peking sorgt sich, dass die eigene Jugend verwestlicht. Nun bekommen 140 Millionen Schüler neue Bücher, die sie auf Marx, Mao und Konfuzius einschwören sollen...

Aufklappseite aus dem neuen Schulbuch „Chinesisch“ für die erste Klasse Grundschule. Die Zeichnung ist zu sehen auf der ersten Doppelseite des Schulbuchs „Chinesische Sprache“, das gerade an Millionen Erstklässler in China verteilt wird. Das Bild hat jene Botschaft, die sich nun wieder durch Chinas Schulen ziehen soll: Du bist Chinese, du bist anders, du bist besonders.

Peking sorgt sich. Junge Chinesen sind immer schwerer abzuschirmen von Internetchats, Filmen, Musik. Die Führung fürchtet, die vom ausländischen Lebensstil faszinierte junge Generation an den Westen zu verlieren. Universitäten und Akademien werden schon länger wieder schärfer kontrolliert. Nun soll die kommunistische Restauration auch die Schulen erreichen. Dort war mit der Jahrtausendwende ein neuer, weltoffener Geist eingezogen, auch in die Schulbücher. Er soll verschwinden...

Der sehr mächtige Staatschef Xi Jinping will China endgültig zur Weltmacht machen. Nicht nur ökonomisch, auch militärisch, politisch und kulturell. Er will sein Reich zum östlichen Rivalen des von den USA dominierten Westens und seiner Kultur aufbauen. Die Chinesen sollen die amerikanische Kultur verschmähen – und sich auf sich selbst besinnen...

China müsse seine Jugend „von Anfang an nach unseren Werten erziehen und ihre roten Gene stärken“.

Das soll auch „Chinesische Sprache“, das Grundschulbuch mit den Trachtenkindern, wo nun 129 altchinesische Texte versammelt sind. Und auch beim Schreibenlernen gibt es eine subtile, symbolische Änderung. Bisher lernten die Sechsjährigen zunächst durch die lateinische Lautumschrift „Pinyin“.

Jetzt müssen sie ohne Umweg über die westlichen Buchstaben direkt die ersten chinesischen Schriftzeichen üben. Und zwar die Begriffe „Himmel, Boden, Mensch“, die Personalpronomen „Du, Ich, Er“, dann die fünf Elemente „Eisen, Holz, Wasser, Feuer und Erde“. Exakt so wurde die Schriftsprache auch schon in den Schulbüchern vor 1949 unterrichtet. Pinyin lernen die Grundschüler erst nach einem Monat Unterricht...

welt.de 27.9.2017

Gemeint sind wohl die schönen chinesischen Zeichen:

天 tiān Himmel, 地 dì Erde, 人 rén Mensch, 你 nĭ du, 我 wǒ ich, 他 tā er, 金 jīn Erz, 木 mù Holz, 水 shuǐ Wasser, 火 huǒ Feuer, 土 tǔ Erde

Wie schrecklich, daß die Kleinen vier Wochen lang ohne lateinische Hilfsumschrift auskommen müssen! Eigenes zu schätzen ist in Deutschland eben tabu. Wir wären schon froh, wenn bei uns wie vor 1996 unterrichtet würde.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
31.07.2017 06.59
Diesen Beitrag ansteuern
Persisch

Noch zu „Neues Deutschland“ v. 29.7.2017

Bekanntlich gehört das Persische zu den indogermanischen Sprachen, wie schon ein Blick auf S. 31 meiner persischen Sprachlehre von 1967 zeigt:

پدر Vater (pedar, lat. pater)
دختر Tochter (doxtar)
دادن geben (dadan, lat. dare)
کردن machen (kardan, lat. creare, creator)
Seit der Islamisierung ab dem 7. Jahrhundert wurde es stark mit arabischen Wörtern angereichert. Die arabische Schrift wurde um Sonderzeichen für persische Laute ergänzt, z.B das arabische „b“ mit drei Unterpunkten zu „p“:پدر (pedar, Vater), das arabische „k“ mit Strich zu „g“: مرگ (marg, Tod).

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
28.07.2017 08.07
Diesen Beitrag ansteuern
Die Kanaaniter

„Anhand der genetischen Merkmale zeichnete sich ab, dass die Kanaaniter eine Mischung aus Menschen waren, die dort seit der Jungsteinzeit lebten und von Einwanderern aus dem Osten, die vor etwa 5000 Jahren in der Region angekommen waren“, sagt Haber. Für eine spätere Vernichtung der Kanaaniter im Nahen Osten fanden er und seine Kollegen jedoch keine Hinweise – im Gegenteil: „Die heutigen Libanesen scheinen die direkten Nachkommen der Kanaaniter zu sein“, so Haber. Sein Kollege Chris Tyler-Smith führt aus: "Über 90 Prozent des genetischen Hintergrunds der heutigen Libanesen scheint von den Kanaanitern zu stammen. Angesichts der enorm komplexen Geschichte dieser Region in den letzten Jahrtausenden war dies ein überraschendes Ergebnis“, so der Forscher.
wissenschaft.de 27.7.2017

Die Griechen nannten diese semitisch sprechenden Völkchen Phöniker. In der Stadt Ugarit wurde im 14. Jahrhundert v. Chr. eine erste Alphabetschrift in Anlehnung an die Keilschrift entwickelt. Aber erst die ägyptisch inspirierte phönizische Konsonantschrift schuf das Ursystem fast aller Alphabete. Seit dem achten Jahrhundert grenzte die jüdische Theokratie ihren Teil von der übrigen Bevölkerung ab, der seitdem eine Sonderrolle in aller Welt spielt.

Nachtrag: Spektrum weist noch auf die Bibel, nach der „Gott“ die Vernichtung der Kanaaniter u.a. befiehlt – in der staatsgefälligen Reformversion der Luther-Bibel von 2017, 5. Mose 20:

16 ... in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, 17 sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, 18 damit sie euch nicht lehren, all die Gräuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter treiben, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
19.06.2017 05.21
Diesen Beitrag ansteuern
Mehmed II., der „Einweiher Konstantinopels“?

Imad Karim, der libanesischstämmige Humanist, Journalist und Verteidiger Deutschlands gegen die Islamisierung, hat mich mit einer angeblich üblichen Bedeutungsvariante des Wortes „etw. öffnen, erobern فَتَّحَ “ irritiert:

Die militärischen Erfolge von Einst wurden in den islamischen Quellen mystifiziert und als Erfüllung göttlicher Befehle gepriesen, bis heute.

Schauen Wir mal, wie die meisten Moscheen in Deutschland und in gesamten Westen heißen. Sie beginnen meistens mit Fateh الفتح oder Fateeh فاتح . Und das bedeutet auf Arabisch „Einweihung und der Einweiher“. Als Kinder lernten wir in der Schule, in der Moschee, in der Familie und überhaupt in der Gesellschaft, dass wenn andere Völker oder Mächte uns besetzen, wir diese ISTAMAR استعمار also Kolonisation nennen sollen. Aber wenn wir Muslime andere Länder besetzen und über ihre Völker bestimmen, dann heißt es in unserer Sprache Fateh, was auf Deutsch „Einweihung“ bedeutet. Das heißt, in dem Augenblick, wo es uns gelingt ein fremdes Land zu erobern, weihen wir dieses Land ein und führen es in Allahs Reich zurück.

Haben wir die Kontrolle über ein Land, stellen wir Ihre Bewohner, wenn sie Christen oder Juden sind vor der Alternative,
- den Islam anzunehmen
- sich als Menschen zweiter Klasse mit Verpflichtung zur Kopfsteuer-Zahlung abzufinden
- oder getötet zu werden.

Gehören die Bewohner einer anderen Religion wie dem Hinduismus, dem Buddhismus oder irgendeiner Naturreligion an, so müssen diese den Islam annehmen oder getötet werden...

Imad Karim 16. Juni 2017
Ich habe nun die Frage an ihn gerichtet:
Sie schreiben: „wenn wir Muslime andere Länder besetzen und über ihre Völker bestimmen, dann heißt es in unserer Sprache Fateh, was auf Deutsch „Einweihung“ bedeutet.“
Ich habe mal gelernt, daß etw. öffnen, erobern فَتَّحَ heißt und Eroberer فاتِح .

Sollte Mehmed II. eigentlich der „Einweiher Konstantinopels“ übersetzt werden, anders als Wikipedia es schreibt?: „genannt ابو الفتح / Ebū ʾl-Fetḥ / ‚Vater der Eroberung' und später فاتح / Fātiḥ / ‚der Eroberer', war der siebte Sultan des Osmanischen Reiches.“
Vielleicht findet er ja Zeit, diese Bedeutungsvarianz zu erklären.

Nachtrag: Karim besteht darauf, daß für Moslems die „öffnende Eroberung“ keinen negativen Beiklang hat (11:19):
Öffnung im Sinne Einweihung!
Beste Grüße
Ich habe den Verdacht, daß er sich vorsichtig ausdrückt, weil er mich nicht kennt.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
15.06.2017 07.45
Diesen Beitrag ansteuern
„Rechtschreibfehler sind etwas ganz Gefährliches!“

Schreibfehler haben Terroralarm bei „Rock am Ring“ ausgelöst

Aktualisiert am 14. Juni 2017, 16:31 Uhr

Mainz (dpa) – Der Terroralarm beim Musikfestival „Rock am Ring“ ist durch Schreibfehler bei den Namen zweier Aufbauhelfer und mutmaßliche Bezüge zur islamistischen Szene ausgelöst worden.

Der Präsident des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts, Johannes Kunz, sagte der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“: „Die Namen der Verdächtigen waren falsch geschrieben, wiesen aber eine phonetische (klangliche) Ähnlichkeit mit den realen Schreibweisen auf.“

Die beiden aus Syrien stammenden Aufbauhelfer waren vor Beginn von „Rock am Ring“ in eine Polizeikontrolle geraten. Die Namen ihrer Pässe stimmten nicht mit ihren Namen auf der Liste des Veranstalters überein. Das Landeskriminalamt teilte mit: „Erst bei der Überprüfung der realen Personalien wurde ein islamistischer Bezug festgestellt, welcher zur Evakuierung des Festival-Geländes führte.“ Erst das sei der eigentliche Auslöser für die Unterbrechung des Musikspektakels Anfang Juni in der Eifel bis zum Folgetag gewesen. Währenddessen fand die Polizei nichts Verdächtiges an der Rennstrecke Nürburgring. Die Ermittlungsverfahren gegen beide Aufbauhelfer dauern an...

web.de 14.6.2017

Unsere Schreib„reform“ hat bekanntlich völlig nutzlos das klassische „daß“ in ein „dass“ umgewandelt, jedoch nicht die konfuse Transkription der orientalischen Wörter beendet. Munter durcheinander werden philologische, orientgesellschaftliche, französische und englische Umschreibungen verwendet – ob Ghaddafi قذافي oder Maghreb مغرب von غرب/ ġaraba / untergehen (Sonne), خرطوم Khartoum, Chartum. Die Schmachthagensche Falschschreibung „Magreb“ würde von Berlinern richtiger wiedergegeben werden als mit undefinierter gh-Schreibung.

Siehe auch dies und vor allem das.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
03.03.2017 11.10
Diesen Beitrag ansteuern
Was vom Pferd ...

Vor einigen Tagen zeigte Focus ein Bild (Screenshot) aus dem chinesischen Fernsehen, und ich las überrascht:
„Pferd kommt (aus) Westasien“
马来西亚
Es war jedoch die Einleitung zur Meldung aus Ma-lai-si-ya über den Mord am Kim-Bruder. Trotz der „Reform“ der chinesischen Zeichen ist ihre Verwendung für fremdsprachige Wörter um nichts leichter geworden:
馬來西亞
Strukturähnlich war der Witz „Pferd kann denken“ über die Marxismus-Indoktrination der Mao-Zeit, die in ihren westlichen Ausläufern auch manche Sozial-, Sprach- und Schreibreformer inspirierte.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Alle Zeiten sind MEZ    Dieser Faden ist 8 Seiten lang:    1   2  3  4  5  6  7  8  Neuen Faden beginnen     antworten
Gehe zum Forum:
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >

Benutzungs-Regeln:
Wer kann im Forum lesen? Jeder Gast / jeder angemeldete Nutzer.
Wer kann ein neues Leitthema oder eine Antwort eintragen? Jeder angemeldete, eingewählte Nutzer.
Einträge können von ihrem Verfasser geändert oder auch gelöscht werden.
HTML-Kennungen beim Eintragen erlaubt? AN. Schnuten erlaubt? AN. vB-Kennungen erlaubt? AN. Bilder-Einbindung mit [IMG] erlaubt? AN.

Maßnahmen der Verwaltung:
Leitthema öffnen / schließen
Leitthema umziehen lassen
Leitthema löschen
Leitthema ändern

Herausgeber · Schreiben Sie uns · Forum

Technik von: vBulletin, Version 1.1.4 ©Jelsoft Enterprises Ltd. 2000. Rechtschreibung.com – Nachrichten zur Rechtschreibfrage