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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
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Sigmar Salzburg
17.07.2020 12.46
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Jogging, Stalking, Birdwatching ...

Es mag ja sein, daß man sich heute bloßstellt, wenn man nicht die richtig klingenden englischen Fachbegriffe wählt. Aber darf man die einfache hobbymäßige Vogelbeobachtung nur noch „Birdwatching“ nennen? Der bei uns schon vereinzelt aufgetauchte Jannis Puhlmann schreibt in „Dubito“, dem „jungen Angebot“ des Humanistischen Pressedienstes:

Warum jetzt die richtige Zeit ist, das Birdwatching für sich zu entdecken
Wo die Menschheit stiller geworden ist, da erklingt der Gesang der Vögel umso lauter: Unser Autor Jannis Puhlmann ist selbst Hobby-Ornithologe und erklärt, wieso das Vogelbeobachten in Zeiten von Corona an Beliebtheit gewinnt.

Als die Nachtigallen Ende April wie in jedem Jahr aus ihren Winterquartieren in Ghana, Kenia oder Tansania nach Berlin zurückkehrten, fanden sie eine völlig veränderte Stadt vor. Coronaleere Straßen und geschlossene Geschäfte;...

Womöglich geht von Vögeln in Zeiten der Pandemie eine ganz besondere Faszination aus, weil sie für das stehen, was uns im Lockdown so schmerzlich fehlt: uneingeschränkte Bewegungsfreiheit.

In jedem Fall ist Birdwatching so „Corona-kompatibel“ wie kaum ein anderes Hobby. Es lässt sich vorm Küchenfenster oder draußen im Freien praktizieren – alleine oder mit Begleitung unter Einhaltung des Mindestabstands...

Birdwatching statt Yoga oder Mindfulness
Das Vogelbeobachten dient aber nicht nur der Forschung; es hat auch eine therapeutische Wirkung...

Birdwatching ist eine außerordentlich beruhigende und meditative Tätigkeit und hat dabei erstaunlich viele Gemeinsamkeiten mit dem, was unter dem Begriff „Mindfulness“ in der Psychotherapie eingesetzt wird. ...

Bisweilen kann einen das Birdwatching aber auch wehmütig stimmen. Denn kaum lernt man einen neuen Vogel kennen, erfährt man sogleich, wie häufig er einst war und wie gefährdet er heute ist. ...

Dieses Artensterben löst man sicherlich nicht durch Birdwatching. Doch wo mehr Menschen sich für die Natur begeistern, da kommen auch mehr Menschen zum Naturschutz. Es gilt der alte Leitsatz: Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.
________________________________________

Tipps zum Einstieg:
• Zum Birdwatching braucht man keine teure oder komplizierte Ausrüstung und muss auch keine lateinischen Vogelnamen auswendig lernen. Allein das Fernglas ist eine wichtige Anschaffung...
• Die Rücksicht auf die Vögel hat beim Birdwatching höchste Priorität: Vögel sollten nicht unnötig gestört werden; Vogelnestern und Jungvögeln sollte man nicht zu nah kommen.

dubito-magazin.de 9.6.2020
1192 Wörter: 0 dass; 10 sonst. Reform-ss; traditionell: mit Hilfe, kennenlernen; überflüssige Fremdwörter: 8 Birdwatching, 1 Birding-Spots [Vögel-Plätze?], Mindfulness, Citizen-Sciences, Beginner, Lockdown ...

Vielleicht wird „Dubito“, das „junge Angebot“ des Humanistischen Pressedienstes, irgendwann genauso verglühen wie die Jugendformate „bento“ oder „ze:tt“ von Spiegel und Zeit online.

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Sigmar Salzburg
21.06.2020 05.30
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Himmel, Arsch und Kopftuch!

Aussprache englisch [æs] oder deutsch [ʔas] ?

Bis zum Untergang bleibt „Bento“ seiner Thematik treu:

Der 🛒Nexus Buttplug erinnert mit seiner Form an ein Pik Ass. Der ist vor allem für Paare geeignet, da die Vibration per Fernbedienung gesteuert werden kann. „Viele Pärchen finden es spannend, dem anderen die Macht der Stimulation in die Hand zu geben, auch im öffentlichen Raum, wie zum Beispiel im Restaurant“, ...

bento.de 13.4.2020

Die „amtliche“ Schreibweise „Pikass“ ist verwirrend.

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Sigmar Salzburg
22.04.2020 10.08
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Schein-Anglizismen

Handy Mobiltelefon [engl. mobile phones (kurz mobiles ), am. engl. cellular phones (kurz cell phones od. cells )
Beamer Video-Projektor [eng. video projector oder digital projector ] [„beamer“ = „Anstrahler“ (von to beam )]
Oldtimer [ old-timer engl. „alter Mann“] engl. classic car oder vintage car
Hometrainer [ exercise bicycle]
Happy End [engl. happy ending]
Smoking [engl. dinner suit od. dinner jacket ; am. Tuxedo ] smoking „das Rauchen“
Homeoffice [ Home Office britisches „Innenministerium“]
Bodybag [engl. body bag „Leichensack“]
weitere: Basecap, Discounter, Dressman, Earbook, Finisher, No-Go, Pullunder, Show-/Talkmaster, Speedboot, Autostop, Drive-in, Slip (Kleidung)

[ bearb. n. Wikipedia ]

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Sigmar Salzburg
09.04.2020 15.25
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Cameo

Cameo“ m., [ˈkæmioʊ] ist ein Anglizismus, der uns seit dem Reform-Duden als Fachwort für den kurzen Auftritt einer bekannten Persönlichkeit im Film aufgedrängt wird. Ursprünglich bezeichnet er einen geschliffenen Halbedelstein mit einem erhabenen Reliefbildnis. Über das italienische „cameo“ und das französische „cameieu, camée“ stammt das Wort aus dem mittelalterlichen Latein – „camareus“ ist unschwer auch in der deutschen „Gemme“ und dem germanifizierten „Kamée“ wiederzuerkennen.

Jetzt tauchte das Wort in einer Diskussion von Sprachforschung.org zu Spielbergs „Duel“ auf. Wiki: „Der US-amerikanische Filmproduzent Michael Todd, der in seinem Film In 80 Tagen um die Welt (1956) ganze 48 Cameos platziert (placiert?) hat, soll den Begriff geprägt haben.“ Wir kennen den Ulk außerdem von Alfred Hitchkock und Heinz Erhard (Uwe Seeler).

Dergleichen ist nichts Neues. Der große Raffael, dessen 500. Todestages gerade gedacht wurde, hat in seiner „Schule von Athen“ etliche Gesichter seiner Zeitgenossen in den dargestellten Philosophen und Naturwissenschaftlern verewigt, nur daß die Länge ihres Auftritts vom Betrachter entschieden wird: Platon als Leonardo, Archimedes als Bramante, Heraklit als Michelangelo, Zoroaster(?) als Pietro Bembo und schließlich Raffael selbst, der als einziger sein Gegenüber anblickt.

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Sigmar Salzburg
02.04.2020 04.52
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Influencer-Challenge

[Wiki] Als Influencer (von englisch to influence ‚beeinflussen') werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen (sogenanntes Influencer-Marketing).

[NoWiki] Challenge bedeutet wörtlich übersetzt „ Herausforderung“: Jemand macht eine ungewöhnliche Aktion und animiert andere, das gleiche zu tun – eine Art Wette. Manchmal werden Challenges mit Spendenaktionen verbunden... Auch Promis nehmen oft an solchen Wetten teil ...

Krone-Zeitung
Leckte Klositz ab
Influencer nach Coronavirus-Challenge im Spital


Viele Challenges, die in sozialen Medien ausgerufen werden, sind äußerst fragwürdig. Doch die Coronavirus-Challenge, die auf der Videoplattform TikTok ihren Ausgang nahm, ist an Dummheit und Ekelhaftigkeit wohl kaum zu überbieten:

Selbst_ernannte Influencer leckten beispielsweise Toilettensitze oder -muscheln ab, um sich über die Maßnahmen, die gegen die Coronavirus-Epidemie gesetzt wurden, lustig zu machen. Die Strafe folgte für einen jungen US-Amerikaner auf dem Fuß...

Er machte ebenfalls bei der Coronavirus-Challenge mit, dessen Teilnehmer Flächen im öffentlichen Raum – wie Türschnallen, Haltegriffe oder sogar Toilettenmuscheln – ablecken und Videos oder Bilder davon dann in sozialen Medien teilen. Der User Gayshawnmendes machte ebenfalls bei diesem gefährlichen Trend mit – er wird nun gegen die neue Lungenkrankheit im Krankenhaus behandelt.

krone.at 25.3.2020

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Sigmar Salzburg
03.11.2019 11.34
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Hadern Hater mit der Sprache?

Alle Welt bekämpft „Hass“, „Hassspeech“ und „Hater“.
Unterstützung bietet die Seite, von der dieses Banner stammt.
Das ist nicht Missingsch (Hamburger Mischdeutsch).
Das ist „Messengsch“ – Mist-Englisch:




Was soll das seit der Rechtschreib„reform“ bedeuten:
„Du steckst das As ...“, „Du steckst den Esel ...“ „Du steckst den Arsch ...“?
Auf jeden Fall: Da ist das Deutsch im Arsch!

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Sigmar Salzburg
27.10.2019 15.49
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Aus „Deutsche Sprachwelt“ Ausgabe 77 – Herbst 2019

[Leserbrief, Zeitungsausschnitt 200.000 Euro-Informationkampagne]

Denglischplage im Kieler Rathouse
Fallbeispiel zur Diskriminierung des Deutschen

Mit Interesse verfolge ich Ihre Bemühungen zur Unterstützung der Wertschätzung unserer Sprache. Auch sehe ich zu, die mir regelmäßig zugesandte DEUTSCHE SPRACHWELT auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Nun bin ich über einen Beitrag in unserer Tageszeitung (Flensburger Tageblatt 10./11.08.2019) gestolpert, der mich reichlich entsetzt hat. Das Kieler Rathaus hat eine Informationskampagne zur Rattenbekämpfung mit dem Titel „Don’t feed rats“ in Auftrag gegeben. Die englische Sprache wurde gewählt, „um keine Bevölkerungsgruppe zu stigmatisieren“! Man fragt sich, wen die Verantwortlichen eigentlich erreichen wollen, und wer durch den Gebrauch der englischen Sprache stigmatisiert werden darf, und wer durch die Vermeidung des Deutschen nicht stigmatisiert wird? Die Argumentation kommt mir verblendet vor und hat für mich den Geruch nach Anbiederung an eine angebliche Internationalität.
Dr. med. Jan Ulmer, Harrislee

[Kommentar: Vielleicht meint man dubiose Kammerjäger-Schnelldienste, deren Personal (meist Mihigru) auch nachts kommt, sagt, daß sie keine Ratten töten dürfen und dafür 500 Euro kassiert – kürzlich miterlebt.]

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Sigmar Salzburg
09.10.2019 04.09
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Angeln

In den letzten Tagen mußte ich des öfteren die Gegend zwischen Süderbrarup und Schleswig befahren und sah auf den Ortsschildern und Wegweisern die Namen Loit, Steinfeld, Twedt, Grumby, Tolk, Uelsby, Ketelsby, Gunneby, Scholderup, Schaalby.

Nach dem Buch „Angeln“ von Pastor H.N.A. Jensen 1844, neu aufgelegt und erweitert Schleswig 1922, das mir Freunde geliehen haben, finden sich in England in den von den Angeln und Sachsen besiedelten Gebieten die gleichen Namen in Heimattreue wieder – in der Schreibweise Louth, Stanfield, Twaith, Grumby, Talk, Ulceby, Kettelby, Gunby, Skuthorp, Scalby. Sogar Sleswig und ein Gewässer namens Slea (Schlei) soll es dort geben. Lediglich beim Vergleich Taarstedt mit Tysted muß man Bedenken anmelden. Schließlich gibt es in Jütland auch die Stadt Thisted.

Über die Frühzeit Angelns vor über 1600 Jahren unter einem König Offa berichtet eine alte englische Quelle, hier zitiert nach der genaueren im Internet zu findenden Schreibweise:

In der Widsith-Dichtung beginnt die Episode von Offa ab Vers 35:
Offa weold Ongle, Alewih Denum; se wæs þara manna modgast ealra, no hwæþre he ofer Offan eorlscype fremede, ac Offa geslog ærest monna, cnihtwesende, cynerica mæst. Nænig efeneald him eorlscipe maran on orette. Ane sweorde merce gemærde wið Myrgingum bi Fifeldore; heoldon forð siþþan Engle ond Swæfe, swa hit Offa geslog.

d.h.
[Übers. geändert, ss.] Offa herrschte über die Angeln, Alewih über die Dänen, der war der mutigste aller dieser Männer: dennoch herrschte er nie über Offa, sondern Offa erkämpfte als Erster der Mannen schon als Jüngling (cniht) ein größtes Königreich. Kein Gleichaltriger vollbrachte eine größere Heldentat im Kampfe: Allein mit dem Schwerte bestimmte er die Grenze gegen die Myrginge am Fifeldor. Es hielten sie (die Grenze) fortan Angeln und Sweben, wie Offa es erkämpft hatte.
Der 'Fifeldor' ist die Eider. Die Angeln wohnen nördlich davon, die feindlichen Myrginge und Swaefe südlich, in Holstein. Also die Verhältnisse vor der Angelnauswanderung. Offa legte die umstrittene Grenze an der Eider fest und vergrößerte dadurch sein Angelnreich. Die Tat ist wohl als Einzelkampf gemeint (ane sweorde); im übrigen erfahren wir von epischen Motiven nichts.
https://mittelalter.fandom.com/de/wiki/Offa_(Angeln)
Zurück zum Angeln-Buch: Der Neffe des Königs Niels (1104 – 1134), Knut Laward, übernahm die Verteidigung Schleswigs gegen die Wenden. Sein Beiname Laward, auf alt-anglisch „Hlaford“, ist „der Laib (Brot) Gewährende“. Das sei im Englischen zu „Lord“ (Herr) geworden. Also eigentlich in der heutigen unehrerbietigen Sprache: der „Brötchengeber“.

Anm. zu Beschwerden wegen meiner Zitierweise: Originale zitiere ich entgegen den Gepflogenheiten nicht kursiviert. So erscheinen die darin enthaltenen Zitate erkennbar kursiv. Die Kursivierung meiner eigenen Begleittexte nehme man als erläuternde handschriftähnliche Randnotizen.

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Sigmar Salzburg
25.07.2019 13.53
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Schreddern, Shreddern oder Schroten?

Büro (aus frz. „bureau“), Streik (aus engl. „strike“) und Taifun (aus südchin. „tai fung“ = „großer Wind“ über engl. „typhoon“ ) sind seit langem orthographisch eingedeutscht, dagegen „Händi“, „Schietstorm“ und „Schopp“ nicht, seltsamerweise aber „Schreddern“, verwandt mit dem deutschen „Schroten“– nach dwds.de und wiktionary.org, da auch das Beispiel:

[1] Der Verfassungsschutz wollte nicht vertuschen, als er Akten zum Rechtsextremismus schredderte. So das Bundesinnenministerium nach eigenen Ermittlungen. Doch es fehlen mehr Dokumente als bisher bekannt.
In der globalisierten Geschäftswelt wird aber lieber das nur grammatisch eingedeutschte „shreddern, geshreddert“ verwendet, wie hier in Minute 2:23:
https://www.youtube.com/watch?v=y85EQhPm98I
Dabei fällt mir ein: Als ich in den Achtzigern in der Kieler Bartelsallee arbeitete, gab es einmal einen großen Tag des Schredderns. Auf meinem Weg von der Bushaltestelle waren viele der Villen zu sein scheinenden Gebäude unbezeichnet in staatlicher Hand, deren Mitarbeiter große Container zur Abholung vor ihren Eingängen abgestellt hatten.

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Sigmar Salzburg
06.03.2019 18.28
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Neuzugang bei den Anglizismen

Wohl aus den USA – „cuckservativ“ ist ein „Cuckservativer“, der als Konservativer erscheinen möchte, aber zu feige und bequem ist, um auch für seine konservativen Werte einzutreten, der mitunter sogar ganz geil darauf ist zuzusehen, wie andere sie mißbrauchen.

Das Wort ist ein Kofferwort aus „Cuckold“ und „conservativ“. Das erste bedeutet im Englischen einen Mann, der von seiner Ehefrau betrogen wird. Es wurde vor Jahrhunderten von „cuckoo“ abgeleitet, im Gedanken an das Kuckucksweibchen, das seine Eier anderen unterschiebt.

Das deutsche Wort ist „Hahnrei“. Einem Hahn wurden früher als Zeichen seiner Kapaunisierung auf dem Kopf „die Hörner aufgesetzt“, das heißt seine abgeschnittenen Sporen. „Cuckold“ soll im Deutschen schon in der eingeschränkten Bedeutung gebraucht werden für einen Mann, der sich am Fremdgehen seiner Frau aufgeilt, womöglich sogar als Voyeur.

Die Oper „Der gewaltige Hahnrei“ von Berthold Goldschmidt (1930) beschreibt einen übereifersüchtigen Schreiber, der seine treue, schöne Frau ständig verdächtigt, sie schließlich zur Untreue treibt und sie so endgültig verliert.

Die deutschen „Cuckservativen“ verteidigen Deutschland längst nicht mehr mit Eifersucht, sondern sind froh, wenn das lästige Thema endlich verschwindet. Das haben sie mit Antifa und Antideutschen gemeinsam.

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Sigmar Salzburg
20.10.2018 05.35
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Internet-Deutsch

Durch das englische „share“ wird aus „der Welt mitteilenׅ“ das undeutsche „mit der Welt teilen“ oder kurz „etwas teilen“: .

Noch ist unklar, welche Erkenntnisse die Türkei im Fall des möglicherweise ermordeten Journalisten Khashoggi hat. Man werde sie „mit der Welt teilen“, kündigte Außenminister Cavusoglu an.
spiegel.de 19.10.2018

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hat unterdessen bekanntgegeben, angebliche Tonaufnahmen vom Tod des Regimekritikers noch nicht mit den USA geteilt zu haben.
spiegel.de 20.10.2018

Turkey's foreign minister said an audio tape purporting to detail Khashoggi's killing will be shared “with the world.” (Washinton Post 19.10.2018)

Aus „sich einen Kuchen teilen“ wird „einen Kuchen teilen“ (engl. to divide), wo man auf deutsch höchstens „am Kuchen teilhaben lassen“ sagen dürfte. Es nervt, ist aber bei Facebook u.ä. allgemein üblich.

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Sigmar Salzburg
14.09.2018 05.58
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8. September 2018

Zum Tag der deutschen Sprache
Das Deutsche könnte bald verschwinden


Die Low-Budget-Airline hat den Flug gecancelt, den Latte macchiato gibt es to go und der Boss bittet zum Meeting: Durch die Globalisierung wächst die Welt zusammen, das Englische scheint langsam die Oberhand zu gewinnen. Und die deutsche Sprache? Bleibt auf der Strecke. Der Sprachwissenschaftler Wolfgang Klein erklärt im Gespräch mit n-tv.de zum „Tag der deutschen Sprache“, warum die Politik bei der Verbreitung von Sprachen eine so wichtige Rolle spielt, warum die deutsche Grammatik teilweise bizarr und warum das Deutsche tatsächlich in ernster Gefahr ist.

n-tv.de: Was ist Ihr deutsches Lieblingswort?

Wolfgang Klein: Da gäbe es viele Kandidaten. Ich staune immer über Wörter wie „Axtstiel“ oder „Knastkluft“, die nur ein Deutscher aussprechen kann. Sehr poetisch finde ich, dass das Wort „Ehe“ von einem germanischen Wort kommt, das „ewig, auf Dauer“ bedeutet. Allerdings stimmt diese Etymologie wahrscheinlich nicht, und so ist es auch mit der Idee, dass die Ehe ewig währt.

Was ist – im Vergleich zu anderen Sprachen – das Besondere an der deutschen Sprache?

Der Wortreichtum. In allen Sprachen gibt es Wortbildungsmöglichkeiten, aber in keiner sind sie so reich ausgebildet wie im Deutschen. Das Grimmsche Wörterbuch beschreibt etwa 350.000 Wörter, aber wir haben vor einigen Jahren einmal ermittelt, wie viele verschiedene Wörter im Wortschatz der Gegenwartssprache vorkommen. Es sind mehr als fünf Millionen.

Aber macht das das Deutsche nicht auch so kompliziert?

Das liegt eher daran, dass das Deutsche – unter uns gesagt – eine so bizarre Grammatik hat, die daher auch für jeden Lerner ein Alptraum ist. Im Deutschen muss man sagen „der Löffel, die Gabel, das Messer“, im Englischen sagt man einfach nur „the“, um dasselbe auszudrücken. Oder ein anderes Beispiel: die Adjektivflexion. Im Deutschen sagt man „ein roter Hut, der rote Hut, mit einem roten Hut, wegen eines roten Hutes, rote Hüte“ – im Englischen sagt man einfach immer „red“. Das ist viel einfacher und zumindest in diesem Fall fährt man ohne Flexion viel besser.

Wolfgang Klein ist Sprachwissenschaftler und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie für Wissenschaften. Die Forschungseinrichtung hat es sich zu Aufgabe gemacht, kulturelles Erbe zu sichern und zu erschließen.(Foto: Bert Beelen)
Sie haben mal gesagt, dass die deutsche Sprache in 200 bis 300 Jahren ausgestorben sein wird. Wie kommen Sie zu dieser Annahme?

Auf der Erde gibt es derzeit 6000 bis 7000 Sprachen und sehr viele davon sind vom Aussterben bedroht. Man schätzt, dass im Schnitt alle 14 Tage eine Sprache verschwindet. Besonders bedrohte Sprachen haben vielleicht ein paar Hundert Sprecher, die sich untereinander verständigen können. Wenn diese Sprecher sterben oder aufgrund der Globalisierung zu einer Sprache mit mehr Sprechern und damit größerer Reichweite wechseln, stirbt die Sprache.

Und wie steht es nun um das Deutsche?

Das Deutsche hat 100 Millionen Muttersprachler. Dass es also in nächster Zeit aussterben wird, ist unwahrscheinlich. Doch auch für das Deutsche wird die Globalisierung zunehmend zum Problem, denn als internationale Sprache verliert es rapide an Bedeutung. Zum Vergleich: Chinesisch hat eine Milliarde Muttersprachler*, Tendenz steigend; Spanisch sprechen immerhin 400 Millionen, Hindi/Urdu etwa ebenso viele und auch dort steigt die Sprecherzahl. Nicht so beim Deutschen; ein großer Teil der Grundschulkinder hat einen Migrantenhintergrund und ihre Beherrschung des Deutschen bei Schulabschluss ist, vorsichtig gesagt, nicht immer vollkommen. Weltweit lernen auch immer weniger Menschen Deutsch als Zweitsprache und als Wissenschaftssprache ist es möglicherweise bald völlig bedeutungslos. Und dass in 300 Jahren noch nennenswert Deutsch gesprochen oder geschrieben wird – darauf würde ich keine Wette eingehen.

Zumindest in Berlin ist auffällig, dass in manchen Cafés, Geschäften und Unternehmen ausschließlich Englisch gesprochen wird. Wie gefährlich ist dieses Phänomen für die deutsche Sprache?

Um das Phänomen zunächst einmal zu erklären: Die Globalisierung und die ständige Mischung der Kulturen erfordert eine gemeinsame Sprache, in der sich möglichst viele verständigen können. Für eine solche Gemeinsprache gibt es nur einige wenige Kandidaten, die infrage kommen. Zunächst Englisch, dann Chinesisch, Spanisch und auch das moderne Hocharabisch mit derzeit etwa 300 Millionen Sprechern. Im Fall des Englischen gibt es zwar nur etwa 370 Millionen Muttersprachler, aber mindestens eine Milliarde Menschen nutzen es regelmäßig als Zweitsprache. Es wird dort gesprochen, wo Sprecher mit verschiedenen Kulturen und Sprachen verkehren. Oder wo man glaubt, dass es so ist. In Deutschland ist Englisch oft auch ein bisschen zur Schickimicki-Sprache geworden. Aber ich glaube nicht, dass das Englische das Deutsche insgesamt bedroht. Sonst bräuchte man nicht so viele Tausend Romane aus dem Englischen zu übersetzen.

Warum haben wir Deutschen Englisch als Gemeinsprache auserkoren?

Das Englische ist grammatisch sehr viel einfacher als das Deutsche und es ist grammatisch wie lexikalisch dem Deutschen ähnlich. Daher für einen Deutschen nicht so schwierig zu lernen wie etwa Chinesisch. Man kann es schnell bis zu einem gewissen Grad lernen und so kann man sich sehr schnell verständigen. Der wichtigste Grund ist jedoch politischer Natur. Die starke Macht des britischen Kolonialreichs, gefolgt von seinen Nachfolgestaaten, hat die Grundlagen dafür gelegt, die USA sind, zumindest derzeit noch, die mächtigste Nation auf Erden, und diese Machtverhältnisse diktieren die Gemeinsprache. Und die muttersprachlichen Sprecher dieser Gemeinsprache sehen wenig Anlass, eine andere Sprache zu lernen. Ärgerlich, aber so ist es.

Was können wir Deutschsprecher tun, damit es die deutsche Sprache lange gibt?

Das kann man nur bedingt steuern. Was nicht schaden kann, ist ein gewisser Stolz auf die eigene Sprache. Man sollte sich eben nicht so schnell dazu verleiten lassen, Englisch zu sprechen. Und man sollte auch bei seinen Kindern darauf achten, dass sie ihre Sprache gut beherrschen – und das heißt, nicht nur auf die Rechtschreibung zu achten, sondern auch darauf, dass sie sich gut ausdrücken können. Eine Sprache lebt dadurch, dass man sie spricht und schreibt.

Wie sieht die nahe Zukunft der deutschen Sprache aus? Sagen wir, so in 50 Jahren? Wird das Deutsche gespickt von englischen Wörtern sein?

Das hängt im Wesentlichen von politischen Entwicklungen ab. International gesehen ist Deutschland militärisch und politisch relativ unbedeutend und kulturell leider zunehmend auch. Das hat Auswirkungen auf den Gebrauch der Sprache. Strukturell gesehen glaube ich aber nicht, dass sich das Deutsche stark verändert. Ich glaube nicht, dass es sich zum Beispiel dem Englischen annähert. Seit Goethe hat es so gut wie keine strukturellen Veränderungen der deutschen Sprache gegeben. Deswegen kann man auch heute noch Texte von Goethe sehr, sehr gut lesen*). Und man sollte es auch.

Mit Wolfgang Klein sprach Kira Pieper

n-tv.de 8.9.2018

*) ... hat aber durch die Rechtschreib„reform“ für die kommenden Generationen einen befremdenden weiteren Abstand erzeugt, vor allem durch die häßlichen „neuen“ SS.

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Sigmar Salzburg
18.06.2018 18.12
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Arschkarte für die „Reform“

Die Kultusminister und ihre „Reformer“ waren vor den neuen „ss“ gewarnt. Sie beharrten jedoch darauf, das altromanische „As“ dem amerikanischen „Ass“ (Arsch) anzugleichen („Pluss“ war „chancenlos“).

Seither meiden alle Journalisten die Benennung von Sportlern z.B. als „French-Open-Ass“. Die Grenze zwischen Englisch und Deutsch verschwimmt jedoch zusehends, besonders wo man deftiges Deutsch scheut.

Neulich signalisierte mir Google für das Wort „culone“:

Italienisch erkannt –„culone“ ... Deutsch „fat ass“
Im anklickbaren Hörbeispiel hört man jedoch akzentfrei das neudeutsche „fett Ass“ – für unbedarfte Reformschüler eine veredelnde Aufwertung.

Eigentlich suchte ich ein Ersatzwort für Helmut Kohls einst berüchtigtes Aussitzen von Problemen, das nun von seiner Nachfolgerin noch breitärschiger fortgeführt wird. Der unfeine Herr Berlusconi hat leider auch das Italienische unmöglich gemacht.

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Sigmar Salzburg
05.02.2018 12.02
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Pluralbildungen bei wissenschaftlichen Kunstwörtern

LHC: Exotische „Odderons" entdeckt?
Physiker finden Indizien für lange gesuchtes Quasiteilchen aus Gluonen

Seit 40 Jahren gesucht: Physiker könnten im Teilchenbeschleuniger LHC erstmals „Odderons" aufgespürt haben – bisher nur theoretisch postulierte Quasiteilchen. Diese entstehen, wenn kollidierende Protonen statt einer geraden eine ungerade Anzahl von Gluonen untereinander austauschen. Messdaten des TOTEM-Detektors am LHC sprechen nun dafür, dass solche Odderons bei den energiereichen Kollisionen im Ring gebildet wurden...
In der Welt der Elementarteilchen gibt es nicht nur echte Partikel wie Quarks, Protonen oder Elektronen, sondern auch Quasiteilchen. ... Zu solchen Quasiteilchen gehören beispielsweise kurzlebige Paarungen aus einem Teilchen und seinem Antiteilchen, die Weyl-Fermionen in kristallen ...
scinexx.de 5.2.2018

Setzt die Weltsprache Englisch auch das Plural-s bei neuen physikalischen Begriffen durch, wie beim Wort „Quarks”? Mein Schwager bevorzugte übrigens anstelle von „Neutrinos“ den italienischen Plural „Neutrini“ des Namensgebers Enrico Fermi. An der Existenz des Teilchen zweifelt wohl niemand mehr.

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Sigmar Salzburg
30.12.2017 11.25
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Zu Silvester: Frauenschutzzone in der Party-Stadt

Berlin: Neben einem Großaufgebot von Polizei
heuer erstmals eine „Women`s Safety Area“

Gut, dass es die englische Sprache gibt. Denn im „bunten“ Deutschland klingt es sicher „moderner“, sich als Frau salopp in einer „Women`s Safety Area“ aufzuhalten, als sich in einem „Frauen-Sicherheits-Bereich“ vor nicht triebgesicherten, aggressiven Nafris zu verschanzen.

unzensuriert.at 29.12.2017

Unternehmen gebrauchen Englisch, um Nichtssagendes aufzupeppen – unsere Volksbetrüger-Parteien, um Wesentliches nichtssagender zu machen, aber immer noch „trendig“ aussehend – so die CDU.

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